Skip to main content

Full text of "Altisländische und altnorwegische Grammatik : unter Berücksichtigung des Urnordischen"

See other formats


ar 


iKM>(Wrt9lK)A«MI(VMVXVMMlMHM|UMM 


)a>^- 


»•«- 


ins-  -n^    olttM  ifcrs . 


"""Sr^iXFTlY  ,  l-t,  ^^cU  ^H^ 


III  ff 

^   0    "hacM.    0  '    iL  '   0 

?rU.     CEC 
Ir)    far  iav^    clu/J  .  Qm^Lu^-.  l       ?rit  ~t      ;    S  /e   .    Oyf .  stala  . 

^}  far  i/yvi   Ouui.  OtMtLuy^  X      ^    0  t       --U>  (^  -icuA^a) 
Z^    Scn^t    ^vL     io      :      hiJÁ    /akd.  (Áeðir)    kl^f    (^clÁoL,  ^Uct^  ) 


ÍÁÁ. 


Síýíu  I^^^SuíJulJ    Ho/r.    ad-.  "hí^J.^' 

etat        ••     cLtM^   « 


SAMMLUNG 


KTJEZEE  &RAIIATIKEÍÍ 


aEEIAIISCHEE  DIALEKTE. 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


WILHELM   BRAUNE. 


IV.     ALTNORDISCHE  GRAMMATIK   L 


HALLE. 

MAX   NIEMEYER. 
18  9  2. 


ALTNORDISCHE  (iRAMMATÍK    I, 


ALTISIÅIDISCHE 


UND 


ALTIOEWEGISCHE  GEAIMATIK 


UNTER  BERÜCKSICHTIGUNG  DES  URNORDISCHEN 


VON 


ADOLF  NOREEN.  [iz.nL-í^'é--'^-^-^'^^)^ 


ZWEITK  VOLLSTANDIfi  lIMGEAliBErrETF.  AUFLAGE. 


(<- 


HALLE.  /^KM-    ^ðÍ^ 


MAX    NIEMEYER. 
18  9  2, 


r 


Digitized  by  the  Internet  Archive 

in  2011  With  funding  from 

University  of  Toronto 


http://www.archive.org/details/altislndischeundOOnore 


v  0  r  w  0  r  t. 


[I.  A)! fl.  /SS4.]  Beim  ausarheiten  der  .rorlief/eudcu  dlf/s- 
/(Ufdis(:/f-tflfuor!re(/fsdieii  (inminiafih  Itahe  ivli  in  rrsfrr  li  nie 
midl  hestreht  der  in  den  rorliandenen  verken  dieser  art  irenijf- 
stens  nach  heutigen  anforderungen  gar  zti  kärglich  Ijcdaehten 
lautlehre  die  ihr  gebührende  sorgfältige  hehandhing  angedeihen 
zu  lassen.  Aus  der  besonders  in  den  letzten  jähren  auf  diesem 
gebiete  so  reich  emporgewachsenen  literatur.  die  ich  mit  allem 
fleiss  ausgebeutet  zu  Jutben  glauljc,  ist  in  meine  darstellung  alles 
das  aufgenommen  irorden,  iras  mir  con  wesentlicher  bedeutung 
zu  sein  und  dabei  die  rergleiehsweise  gesicherten  ergebnisse  der 
forschung  darzustellen  schien,  u'ährend  noch  unahgesehlossene 
Untersuchungen  und  flüssige  theorien  nur  in  geringerem  masse 
beräcksichtigung  finden  konnten. 

Ein  anderer  punkt,  auf  welchen  ich  auch  ganz  besonders 
mein  augenmerk  gerichtet  habe,  ist  die  zeitliche  und  örtliche 
auseinanderhaltung  der  vielartigen  in  der  cdtnordischen  lautge- 
schichte  zu  tage  tretenden  er  scheinungen.  Ich  habe  also  den 
rersuch  gemacht,  soivol  den  lautentivichelungenihr  rechtes  Sprach- 
gebiet als  entweder  urnordisch,  altislündiselh  oder  altnorwegiseh 
anzuweisen,  als  auch  innerhalb  jedes  der  genannten  sprachkreise 
das  gegenseitige  chronologische  rerhältnis  der  erscheinungen,  so- 
weit möglich,  festzustellen. 

In  der  flexionslehre  hahe  ich,  dank  dem  allbekannten  treff- 
lichen tverke  Wimmers,  eine  bedeutend  leichtere  aufgcd)e  zu  lösen 
gehcd)t,  und  ich  bin  hier  mit  geringerer  .Selbständigkeit  zu  werke 
gegangen.  —  — 

Zur  zweiten  aufläge:  Die  schnellen  förtseli ritte  unserer  fcissm- 
schaft  haben  dazu  geflilhrt ,  dass  diese  grammatik  schon  nach 
wenigen  jähren  fast  tvie  ein  neues  buch  erscheint.  Von  arbeiten, 
die   mir  bei   der   ausarbeitung   dieser  neuen  ausgäbe  besonders 


VI  Vorwort. 

nützlich  getvesen  sind,  nenne  ich  nur  für  das  altnoriveyische 
die  ausgeseiclinete  cd)handlun()  E.  Wadsteins,  Fojnnorsla  honii- 
lieholens  Ijtidlära,  üx)sala  1890,  für  das  alt  isländische  das 
iimsterhafte  wer],-  L.  Larssons,  Ordforrådet  i  de  älsta  islänsl:a 
handshiftema ,  Lund  1801 ,  das  'mir  durch  die  (jUte  des  Ver- 
fassers schon  ror  dem  abschhiss  des  ganzen  durch  aushänge- 
bogen  .cugänglich  getvesen  ist.  Die  monumentale  arbeit  Lugges, 
Norges  Lndslrifter  med  de  œldre  Buner,  Christiania  1891, 
Ixonnte  ich  leider  nur  mehr  für  die  letzten  drei  bogen  benutzen. 
Betreffs  der  altnordischen  ortlwgraphie  habe  ich  in  dieser 
aufläge  (icie  auch  schon  in  meiner  ßescliichte  der  nordischen 
sprachen'  in  FauVs  Grundriss  Z  V,  4)  nur  die  eine  wichtige 
Veränderung  durchgeführt,  irelche  mir  dringend  geboten  schien, 
indem  ich  konsonantisches  i  und  u  überall  durch  i,  resp.  ii 
((nicht  j,  resp.  y)  wiedergebe,  jenes  im  einliang  mit  allen,  dieses 
mit  den  besten  hand  seh  riften.  Dagegen  habe  ich  eine  scheidung 
zivischen  altisländischer  und  altnorwegi scher  Schreibweise  nur 
da  für  angemessen  gehalten,  wo  ein  unterschied  der  gesprochenen 
formen  dadurch  zum  ausdruch  hommen  lonnte.  Daher  habe  ich 
es  nicht  über  mich  geivinnen  hönnen  in  altisländischer  schrift 
(mit  den  ältesten  isl.  hand  Schriften)  p  statt  <)  —  das  ja  in  alt- 
norwegischer schrift  unumgänglich  ist  —  zu  schreiben  und 
dadurch  einen  ganz  unnötigen  gegensatz  zwischen  demselben 
Wort  in  isländischem  und  norwegischem  geu-and  zu  erschaffen. 
Uebrigens  verweise  ich  auf  die  treffliche  argumentatiou,  ivelche 
zu  gunsten  des  ð  von  Brate  in  Bezzenbergers  Beiträgen  XI, 
179  ff.  vorgebracht  worden  ist;  vgl.  auch  Wadstein,  Forn.  hom. 
Ijudl.,  s.  107  f. 

Herzlichen  dank  schulde  icJi  herrn  .pro f.  W.  Braune,  der 
uti  r  mit  betvährter  freundlichkeiteinen  teil  der  miihsauwn  korrektur 
ahgenommen  hat,  sowiejierrn  cand.  phil.  F.  Lidén,  der  auf  meinen 
ivunsch  die  Zusammenstellung  des  (jetzt  das  ganze  bucli  um- 
fassenden)  registers  zu  übernehmen  die  gute  hatte. 

Uppsala^  15.  dez.  1891. 

Adolf  Noreen. 


1 11  11  a  1 1. 


seite 

EÍDleitimg  §  1  —  16 1 

Lautlehre. 

I.  Abschnitt:  Einleitendes  über  schrift  und  ausspräche 12 

Kap.  1.  Die  rimen  §  17—21 20 

Kap.  2.  Das  lateinische  aiphabet  ^  22 — 52 23 

I.  Aussprache  der  vokalzeichen  §  23 — 33 24 

IL  Aussprache  der  konsonantenzeichen  §  34 — 45      ....  20 

III.  Phonetische  Übersicht  §  46—52 29 

II.  Abschnitt:  Die  sonanten 34 

Kap.  1.  Lautgesetze  der  starktonigen  silben  §  54 — 116     ...  34 

I.  Urnordische  Vorgänge  §  54 — 60 34 

IL  Umlaut  §  61—79 39 

A.  Verschiebung  durch  palatalisierung  §  62 — 69     ...  39 

1.  i-umlaut  §  63—67 40 

2.  is^-umlaut  §  68-69 45 

B.  Verschiebung  durch  labialisierung  §  70—79  ....  47 

III.  Sonstige  Verschiebungen  des  vokalsystems  §  80 — 87  .     .  57 

IV.  Brechung  §  88-94 60 

V.  Die  diphthonge  §  95—102 63 

A.  Alte  diphthonge  §  95—98     .     .• 63 

B.  Isl.-anorw.  diphthongierung  §  99—102 64 

VI.  Kontraktion  bei  hiatus  §  103—108 65 

VIL  Dehnung  §  109— 113 67 

VIII.  Kürzung  §  114—116 69 

Kap.  2.  Lautgesetze  der  schwachtonigen  silben  §  117 — 138  .     .  71 

I.  Urnordische  Vorgänge  §  117 — 120 71 

IL  Kürzung  §  121  —  122 74 

IIL  Qualitative  Veränderungen  §  123—129 76 

IV.  Synkope  §  130—137 79 

V.  Svarabhakti  §  138 84 

Kap.  3.  Vokalwechsel  aus  urgerm.  zeit  stammend  §  139 — 150  .  85 

I.  Spuren  urgermanischer  lautgesetze  v5  139  — 141     .     .     .     .  85 

IL  Ablaut  §  142—150 , 87 


VIII  Inhalt. 

Seite 

Kap.  4.  Etymologische  Übersicht  über  die  sonanten  §  151 — 172  94 

I.  Die  sonanten  der  starktonigen  silben  §  151 — 168    .    .    .  94 

IL  Die  sonanten  der  schwachtonigen  silben  §  169 — 172        .  98 

IIT.  Abschnitt:  Die  konsonanten 99 

Kap.  1.  Urnordische  Vorgänge  §  174—181 99 

Kap.  2.  Altwestnordische  lautgesetze  §  182 — 250 102 

I.  Wechsel  der  artikulationsarten  §  182—196 102 

A.  Die  tönenden  spiranten  §  182—184 102 

B.  Die  tonlosen  spiranten  §185  —  188 107 

C.  Die  tönenden  explosivæ  §  189 — 190 108 

D.  Die  tonlosen  explosivæ  §  191— 193 109 

E.  Die  halbvokale,  nasale  und  liquidæ  §  194—196     .    .  110 
IL  Wechsel  der  artikulationssteilen  §  197—206 111 

A.  Die  labiale  §  197—199 111 

B.  Die  interdentale  und  dentale  §  200—203 111 

C.  Die  palatale  und  gutturale  §  204—206 113 

III.  Quantitative  Veränderungen  §  207 — 226 114 

A.  Dehnung  §  207—222 114 

1.  Assimilation  §  207—219 114 

a)  Regressive  assimilation  §  207 — 214 114 

b)  Progressive  assimilation  §  215 — 219    ....  119 

2.  Sonstige  fälle  von  konsonantendehnung  §  220 — 222  122 

B.  Kürzung  §  223-226 125 

IV.  Uebrige  lautgesetze  der  konsonanten  §  227 — 250    ...  128 

A.  Wegfall  von  konsonanten  §  227—245 128 

1)  Im  anlaute  §  227—230 128 

2)  Im  in-  und  auslaute  §  231—245 130 

B.  Einschub  von  konsonanten  §  246 — 247 138 

C.  Metathesis  §  248—250 1 10 

Kap.  3.  Konsonantenwechsel  aus  urgermanischer  zeit  stammend 

§  251—257 142 

I.  Spuren  urgermanischer  lautgesetze  §  251—253     ....  142 

IL  Spuren  indoeuropäischer  lautgesetze  §  253 — 257.     .     .     .  14(i 

Kap.  4.  Etymologische  übersichtüberdie  konsonanten  §258—200  118 

I.  Die  tonlosen  explosivæ  §  258—263 148 

IL  Die  tönenden  explosivæ  §  264—269 150 

III.  Die  tonlosen  spiranten  §  270 — 276 151 

IV.  Die  tönenden  spiranten  §  277—279 152 

V.  Nasale  §  280-284 153 

VI.  Liquidæ  §  285—288 154 

VII.  Halbvokale  §  289-290 155 

Flexionslehre. 

I.  Abschnitt:  Deklination 156 

Kap.  1.  Deklination  der  substantiva  §  291—351 156 


Inhalt.  IX 

Seite 

A.  Vokalische  stamme  (starke  deklination)  §  291 — 3,'U      .    .  156 

I.  a-stämme  §  291—307 156 

a)  Keine  a-stämme  §  292—298 157 

b)  WJii-stämme  §  299—301 162 

c) , /«-Stämme  §  302-304 163 

d)  m-stämme  §  305—307 163 

IL  ö-stämme  §  308—319 .  165 

a)  Reine  <7-stämrae  §  309—314 166 

b)  ^í;ö-stämme  §  315 167 

c)  ^ö-stämme  §  316—318 168 

d)  i<7-stämme  §  319 168 

III.  i-stämme  §  320-327 169 

IV.  ^^-stämme  §  328—331 174 

B.  n- Stämme  (schwache  deklination)  §  332 — 341 176 

I.  «Ti-stämme  §  332—338 176 

II.  ön-,  rm-stärame  §  339—340 179 

III.  in-stämme  §  341 .  181 

C.  Die  übrigen  (konsonantischen)  stamme  §  342 — 351    ...  181 

I.  Einsilbige  stamme  §  342—347 181 

II.  r-stämme  §  348—350 184 

III.  wii-stämme  §  351 185 

Kap.  2.  Deklination  der  adjektiva  §  352—370 185 

A.  Starke  deklination  §  353—360 186 

a)  Reine  a-,  o-stämme  §  355 — 358 188 

b)  wa-,  iüö-stämme  §  359 191 

c)  ja-,  ,/ö-stämme  §  360 191 

B.  Schwache  deklination  §361  —  364 192 

a)  Flexion  des  positivs  und  superlativs  §  362—363     .  192 

b)  Flexion  des  komparativs  und  partic.  präs.  §  364    .  193 

C.  Komparation  §  365—370  .     , 193 

Anliang:  Komparation  der  adverbia  §  371 — 372 196 

Kap.  3.  Die  Zahlwörter  §  373—392 198 

a)  Kardinalzahlen  §373—382 198 

b)  Ordinalzahlen  §  383—387 .  200 

c)  Andere  numeralia  §  388—392 201 

Kap.  4.  Pronomina  §  393 202 

1.  Persönliche  §  393—395 202 

a)  Ungeschlechtige  §  393—394 202 

b)  Oeschlechtiges  §  395 204 

2.  Possessiva  §  396 205 

3.  Demonstrativa  §  397—401 206 

4.  Relativa  §402 210 

5.  Interrogativa  §  403 210 

6.  Indcfinita  §  404— 40S - 211 

11.  Abschnitt:  Konjugation 215 

A.  'rempusl)il(lung  §  409—453 215 


x  Inlialt. 

Seite 

I.  Starke  verba  §  409—433 215 

a)  Ablautende  verba  §  409—428     . 216 

Klasse  I  §  4ü9— 410 216 

Klasse  II  §  411—415 217 

Klasse  III  §  416—422 219 

Klasse  IV  §  423 221 

Klasse  V  §  424—425 222 

Klasse  VI  §  426—428 224 

b)  Redupliclerende  verba  §  429—433 225 

Klasse  I  §  429 225 

Klasse  II  §  430 225 

Klasse  III  §  431 226 

Klasse  IV  §  432 227 

Klasse  V  §  433 227 

II.  Schwache  verba  §  434—447 228 

a)  Erste  schwache  konjugation  §  436—438      ....  229 

b)  Zweite  schwache  konjugation  §  439—441  ....  229 

c)  Dritte  schwache  konjugation  §  442—445     ....  231 

d)  Vierte  schwache  konjugation  §  446 — 447    ....  234 
III.  Verba,  die  zum  teil  stark,  zum  teil  schwach  gehen  §  448 — 453  235 

a)  Verba  präterito-präsentia  §  448 — 452 235 

b)  Das  verbum  valda  §  453 237 

B.  Endungen  §  454—473 237 

I.  Aktivum  §  454—468 237 

a)  Infinitiv  §  455—456 239 

b)  Präsens  indikativ  §  457 — 459 240 

c)  Präteritum  indikativ  §  460—461 244 

d)  Konjunktiv  (optativ)  §  462—464 246 

e)  Imperativ  §  465 247 

f)  Participium  §  466-68 248 

II.  Medio-passiv  §  469—473 249 

Anhang:  Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften 256 

Nachträge  und  berichtigungen 268 

Register 270 


Verzeichnis  einiger  abkürzungen. 


Aarboger  =  Aarbøger  for  nordisk 
oldkyndighed,  Kopenhagen  1  bG&  ff. 

adäu.  =  altdänisch. 

ags.  =  angelsächsisch. 

agutn.  =  altgutnisch. 

ahd.  —  althochdeutsch. 

aisl,  =  altisländisch. 

an.  =  altnordisch. 

Annaler  =  Annaler  for  nordisk  old- 
kyndighed, Kopenhagen  1836  ff. 

anorw.  -=  altnorwegisch. 

Ant.  tidskr.  f.  Sv.  =  Antiqvarisk 
tidskrift  for  Sverige,  Stockholm 
1864  ff. 

Anz.  f.  d.  A.  =  Anzeiger  für  deut- 
sches alterthum,  Berlin  1876  ff. 

aostnorw.  =  altostnorwegisch. 

Arkiv  =  Arkiv  for  nordisk  filologi 
(s.  §  16,  a). 

as.  —  altsächsisch. 

aschw.  =  altschwedisch. 

awestnorw.  —  altwestuorwegisch. 

asl.  =  altslavisch. 

Beitr.  =  Beiträge  zur  geschichte  der 
deutschen  spräche  und  literatur, 
Halle  1874  ff. 

Bezz,  Beitr.  =  Beiträge  zur  kunde 
der  indogermanischen  sprachen, 
herausgg.  von  A.  Bezzenberger, 
Göttingen  1877  ff. 

Bugge,  Studier  =  Studier  over  de 
nordiske  (Jude  og  Heltesagns 
Oprindelse  af  S.  Bugge,  Christi- 
ania 1881—1889. 


Burg  =  Die  älteren  nordischen  ru- 
neuinschrifteu  von  Fritz  Burg, 
Berlin  1885. 

Cod.  Tunsb.  =  Codex  Tunsbergensis 
(s.  §  15  B,  d). 

Gering,  Isl.  Æv.  =  Islendzk  Ævcn- 
tyri,  herausgg.  von  H.  Gering,  Halle 
1882,  1884. 

germ.  =  germanisch. 

got.  =  gotisch. 

Grundriss  =  Grundriss  der  germani- 
schen Philologie,  herausgg.  von 
H.  Paul,  Strassburg  1891,  1802. 

Gott.  gel.  anz.  =  Göttingische  ge- 
lehrte anzeigen. 

hdschr.  =  handschrift. 

ieur.  =  indoeuropäisch. 

isl.  =  altisländisch. 

K.  Z.  =  Zeitschrift  für  vergleichende 
Sprachforschung  herausgg.  von 
A.  Kuhn  u.  a.,  Berlin  1852  ff. 

ugutn.  =  neugutnisch. 

nisl.  =  neuisländisch. 

nnorw.  =  neunorwegisch. 

No.  Hom.  —  das  anorw.  homilienbuch 
(s.  §  15,  4). 

onorw.  =  ostnorwegisch. 

ostn.  =  ostnordisch. 

Reykj.  Mäld.  =Reykjaholts  Máldagi 
(s.  §  12,  1  und  8). 

schw.  =  neuschwedisch  (wo  won 
si)rachen  die  rede  ist,  sonst  — ) 
schwach  (in  der  flexion). 

st.  =  stark. 


XII 


St.  Hom.  =  das  Stockholmer  ho- 
inilienbuch  (s.  §  12,  11). 

Sv.  Landsm.  =  Nyare  bidrag  till 
kännedom  om  de  svenska  lands- 
målen  ock  svenskt  folklif,  Stock- 
holm 1S79  ff. 

Tids  kr.  f.  Fil.  N.  R.  =  Nordisk  Tid- 
skrift for  Filologi  (og  Pædagogik), 
Ny  Række,   Koi)enhagen  1874  ff. 

Tidskr.  f.  Phil.  og  Pæd.  ==  Tidskrift 
for  Philologi  og  Pædagogik, 
Kopenhagen  1860  ff. 

urgerm.  =  urgermanisch. 

uru.  =  urnordisch. 


Wadstein  =  Fornnorska  homiliebo- 
kens  Ijudlara  af  E.  Wadstein, 
Upsala  1890. 

westn.  =  westnordisch. 

wgerm.  =  westgermanisch. 

Wimmer,  Forn.  forml.  =  L.  F.  A.  Wim- 
mer,  Fornnordisk  formlära  (s.§16,a ; 
die  citate  stimmen  auch  mit  dessel- 
ben Verfassers  'Altnordische  gram- 
matik,  aus  dem  dänischen  über- 
setzt von  E.  Sie  vers',  Halle,  1871). 

Wimmer,  Læsebog  =  L.  F.  A.  Wim- 
mer, Oldnordisk  læsebog  (s.§  10,f.). 

wnorw.  =  westnorwegisch. 


Einleitung. 


§  1.  Unter  altnordisch  (an.)  verstehen  wir  hier  die 
spräche  der  germanischen  bewohner  des  skandinavischen  nor- 
dens (mit  eÍDSchluss  von  Island,  Grönland  und  den  Färöern) 
und  der  vom  norden  aus  besiedelten  gegenden  der  jetzigen 
britischen,  russischen  und  deutschen  reiche,  von  den  anfangen 
dieser  spräche  bis  zur  reformation  (in  der  ersten  hälfte  des 
16.  Jahrhunderts).  Seit  welcher  zeit  die  germanische  be- 
völkerung  im  norden  wohnhaft  gewesen  ist,  kann  noch  nicht 
einmal  annäherungsweise  exakt  angegeben  werden.  Jedenfalls 
steht  es  fest,  dass  sie  schon  vor  Christi  geburt  da  war,  ja 
höchst  wahrscheinlich  schon  im  anfang  des  sogen,  steinalters 
(im  3.  Jahrtausend  v.  Chr.);  vgl.  0.  Montelius  in  Nordisk  tid- 
skrift 1884,  s.  21  ff.  Indessen  kennt  man  nichts  von  der  be- 
schaffenheit  der  spräche  in  der  zeit  v.  Chr. 

Anm,  Man  wendet  bisher  oft  —  aber  sehr  inkorrekt  —  die  be- 
zeichnung  altnordisch  als  gemeinsamen  namen  für  nur  zwei  (übrigens 
nicht  hinlänglich  scharf  aus  einander  gehaltene)  altnordische  sprachen  (das 
altisländische  und  das  altnorwegische)  an.  Diese  ausdrucksweise,  an- 
fänglich auf  einem  theoretischen  Irrtum  beruhend,  muss  aber  jetzt,  weil 
auch  praktisch  irre  führend,  vermieden  werden. 

§  2.  Seinen  Verwandtschaftsverhältnissen  nach  bildet  das 
(alt)nordische  einen  selbständigen  zweig  innerhalb  der  ger- 
manischen (germ.)  familie  des  indoeuropäischen  (ieur.) 
Sprachstammes.  Seine  nächsten  verwandten  sind  also  die 
beiden  übrigen  zweige  derselben  familie,  der  (vandilische  oder) 
gotische  (got.)  und  der  westgermanische  (wgerm.),  von  denen 
vielleicht  jener  etwas  näher  steht,  weshalb  er  oft  mit  dem  an. 
unter  dem  namen  ostgermanisch  (ogerm.)  zusammengefasst 
wird.  Die  vorzugsweise  wichtigen  Übereinstimmungen  der 
ogerm.  sprachen  sind: 

Noreen,  Altial.  gramm.     2.  aufl.  l 


2  §  2—4.    Einleitung. 

1.  Die  Vertretung  des  urgerm.  ww  durch  ggw. 

2.  Die  Vertretung  des   urgerm.  jj  durch  an.  ggj,  got.  ddj. 

3.  Die  erhaltung  der  alten  endung  -t  in  der  2.  sg.  prät. 
ind.  (wgerm.  auf  -i). 

Anm.  Am  zweckmässigsten  dürfte  sein  —  was  auch  schon  hie  und 
da  geschieht  —  eine  Spaltung  des  urgermanischen  in  drei  zweige  zu 
statuieren:  ostgerm.  (gotisch),  nordgerm.  (skandinavisch)  und  westgerm. 

§  3.  Das  altnordische  ist  keine  einheitliche  spräche,  son- 
dern eine  kollektivbezeichnung  vieler  zu  verschiedenen  zeiten 
und  in  verschiedenen  gegenden  existierenden  sprachen,  von 
denen  die  älteste,  die  zugleich  die  mutter  der  übrigen  ist, 
passend  als  urnordisch  (urn.)  bezeichnet  wird.  Unter  der 
urnordischen  spräche  versteht  man  demnach  das  altnordische 
bis  zu  der  zeit  seiner  Verzweigung  in  verschiedene  dialekte, 
die  später  als  völlig  selbständige  sprachen  hervortraten.  Diese 
Spaltung  fällt  in  die  sogenannte  vikingerzeit  (c.  700  bis  c.  1050) 
und  ergab  statt  einer  altnordischen  spräche  zunächst  drei: 
altnorwegisch  (anorw.),  altschwedisch  (aschw.),  das  in 
weiterem  verstand  auch  den  sehr  eigentümlichen  altgutni- 
schen  (agutn.)  dialekt  umfasst,  und  altdänisch  (adän.),  zu 
denen  nach  der  besiedelung  Islands  (c.  900)  bald  als  vierte 
altisländisch  (aisl,  isl.^)  kam.  Erst  im  11.  jahrh.  sind  die 
differenzen  so  gross,  dass  man  von  vier  (literatur)sprachen, 
statt  dialekten,  reden  darf,  wenn  auch  noch  lange  zeit  einer- 
seits aisl.  und  anorw.,  andererseits  aschw.  und  adän.  einander 
sehr  nahe  stehen,  so  dass  man  die  beiden  ersten  als  west- 
nordische (westn.),  die  beiden  letzteren  als  ostnordische 
(ostn.)  gruppe  zusammenzufassen  pflegt. 

Anm.  In  der  vikingerzeit  und  noch  später  wurde  sowol  in  Skan- 
dinavien als  in  England  das  altnordische  als  donsk  tunga  bezeichnet. 
Später  kam  dieser  ausdruck  auch,  obwol  selten,  in  der  bedeutung  von 
westnordischer  spräche  statt  des  dann  in  dieser  bedeutung  üblichen 
norrønt  mal  vor. 

§  4.  Die  hauptkennzeichen  des  urnordischen  gegenüber 
dem  gotischen  sind: 

1.   Anlautendes  /?-  gegenüber  got.  />/-. 


1)  Weil  das  altisländische  von  ungleich  grösserer  bedeutung  als  das 
neuisländische  ist,  bezeichnet  man  abkürzend  oft  jenes  mit  isl.,  dieses 
mit  nisl.;  vgl.  dagegen  schw.  (neuschwedisch)  neben  aschw.  (alt- 
schwedisch) u.  d. 


§  4.  5.    Einleitung.  3 

2.  Die  erhaltung  der  stammauslautenden  a  und  i  im  nom. 
und  acc.  sg.  der  a-  und  i-gtämme  (got.  synkope). 

3.  Die  endung  -as  im  gen.  sg.  der  a-stämme  (got.  -is). 

4.  Die  endung  -e  im  dat.  sg.  der  a-stämme  (got.  -d). 

5.  Die   endung  -an  im   gen.   und   dat.  sg.  der  «w-stämme 
(got.  -ins,  resp.  -in). 

6.  Die  endung  -iu  im  dat.  sg.  der  ?i-stämme  (got.  -au). 

7.  Die  endung  -iU  im  nom.  pl.  der  r-stämme  (got.  -jus). 

8.  Die  endung  -ö  in  der  1.  sg.  des  schwachen  Präteritums 
(got.  -a). 

§  5.    Die  denkmäler  des  urnordischen  bestehen  ausschliess-   -t  6vy>'  ^'^^"^ 
lieh   aus  runeninschriften.     Diese,   die   an   alterttimlichkeity^^  "^**^  ^  ^\ 
der    sprachform    alle    übrigen    germanischen    Sprachdenkmäler  ^ ""•^'^i 
überragen,  bedienen  sich  des  älteren,  allen  germanischen  stäm- ^ *'"'■'''* ^    ^ 
men  gemeinsamen  runenalphabets  von  24  zeichen  und  sind  zu'^^*^    /?   ^^o 
einer  anzahl  von  über  100  in  Schweden,  Norwegen,  Dänemark  -j'^^^    s'^^ 
und  Schleswig  vorhanden.     Von  dieser  ziemlich  grossen  anzahl 
sind  jedoch   nur   etwa   die  hälfte   von   eigentlich  sprachlicher 
bedeutung,  und   auch  von   diesen  sind  die  meisten  sehr  kurz. 
Die  wichtigsten  sind:   Aus  der  zeit  200 — 400  n.  Chr.:   Die  In- 
schriften  von   Thors bjærg  (3.  jahrh.)  und  Nydam  (4.  jahrh.) 
in  Schleswig,  Vi  (c.  300),  Gallehus  (c.  800—350),  Himlingøje 
(4.  jahrh.)   und   Kragehul   (gegen  400)  in   Dänemark,   sowie 
die    von    Ein  ang    (4.  jahrh.)    in    Norwegen.     Aus    dem   5.  jh. 
stammen    die    Inschriften    von    Steinstad    und    Fonnas    in 
Norwegen.     In   Schweden   ist  wenigstens    die  von  Etelhem 
(auf  Gotland)  aus  der  zeit  c.  500.    Von  den  zahlreichen  brakteat- 
inschriften  fallen  die  weitaus  meisten  in  den  Zeitraum  400  bis 
550;    vielleicht    aber   ist    die    wichtigste    von    allen,    die    von 
Tjurkö    im    südlichsten    Schweden    etwas    jünger.      Andere 
wichtige   inschriften   aus   alter  zeit   (wenigstens  vor  600)  sind 
die    von    Järsbärg    (oder    Varnum),    Tanum,    Krogstad, 
Vånga,  Möjebro   (oder  Hagby),  Lindholm,   Skaäng   und 
Skärkind  in  Schweden,  sowie  die  von  Bø,  Opedal,  Strand 
(Stavanger   amt),    Tomstad,    Tune    (verhältnismässig   lang), 
Valsfjord,  Veblungsnæs  und  die  ältere  inschr.  von  Jondal 
(oder  Torvik)  in  Norwegen.     Aus  dem  7.  jahrh.  möchten  z.  b. 
die  Inschrift  von  Reidstad  und  wol  auch  die  von  By,   beide 
in  Norwegen,  sein.    Auf  der  grenze  zwischen  dem  7.  und  dem 

1* 


4  §  5—8.    Einleitung. 

8.  Jahrhundert  stehen  die  inschriften  von  Istaby,  Gommor, 
Stentofta  (die  längste  aller  dieser  inschriften)  und  Björketorp 
(alle  e.  700)  in  Schweden,  Vatn  und  Myklebust  (beide 
c.  700—725)  in  Norwegen. 

Anm.  1.  Aus  der  vikingerzeit  schreiben  sich  her  die  beiden  in- 
schriften von  Räfsal  und  Sölvesborg  (c.  750 — 775)  in  Schweden.  Da 
sie  aber  noch  im  wesentlichen  mit  dem  gemeingermanischen  runen- 
alphabete  geschrieben  sind  und  keine  dialektspuren  aufzuweisen  haben, 
mögen  sie  auch  hier  erwähnt  werden. 

Anm.  2.  Ueber  die  urn.  inschriften  vgl.  u.  a.  besonders  die  bahn- 
brechenden abhandlungen  von  S.  Bugge  in  Tidskrift  for  Philologie  og 
Pædagogik  B.  (VI),  VII,  VIII;  ferner  desselben  aufsätze  in  Aarbøger  for 
nordisk  oldkyndighed ,  jahrg.  (1870),  1871,  1872,  1884  und  Christiania 
Videnskabsselskabs  Forhandlinger,  1872;  Wimmer  in  Aarbøger  f.  nord. 
oldk.,  1867  und  1868,  Die  runenschrift,  Berlin  1887;  F.  Burg,  Die  älteren 
nordischen  runeninschriften,  Berlin  1885;  E.  Brate  in  Bezzenbergers  Bei- 
trägen XI,  177  if.  Zur  Chronologie  vgl.  0.  Montelius  in  Svenska  fornminnes- 
föreningens  tidskrift  VI,  236  ff.  Abbildungen  bei  G.  Stephens:  Handbook 
of  the  old  northern  runic  monuments  of  Scandinavia  and  England, 
Kopenh.  188Í  %c^>^»Ki/  mir.  i^.fi^'trf'^J^^^-^r.ftr^r^^j.U^ÁJ^^^.f.^^^^^^^ 

§  6.  Eine  andere,  zum  teil  weit  ältere  quelle  zur  kennt- 
niss  des  urnordischen  haben  wir  in  den  lehn  Wörtern,  die 
aus  dem  urn.  in  die  finnischen  und  lappischen  sprachen  hinein- 
gekommen sind,  und  die  oft  noch  altertümlichere  sprachformen 
als  die  der  runeninschriften  voraussetzen,  was  daraus  erklär- 
lich ist,  dass  die  entlehnungen  zum  teil  schon  in  den  ersten 
Jahrhunderten  unserer  Zeitrechnung  (oder  noch  früher)  statt- 
fanden. 

Anm.  Vgl.  V.  Thomsen  (übers,  von  E.  Sievers),  Ueber  den  einfluss 
der  germ.  sprachen  auf  die  finnisch-lappischen,  Halle  1870;  K.  B.  Wiklund, 
Lule-Lappisches  Wörterbuch,  Helsingfors  1890  (bes.  s.  179  ff.).  ^ 

§  7.  Eine  Übersicht  der  urn.  grammatik  zu  geben,  ist 
wenigstens  zur  zeit  nicht  wol  möglich,  da  die  quellen  teils  an 
umfang  unzureichend,  teils  oft  nicht  sicher  deutbar  sind.  Die 
bisherigen  ergebnisse  der  forschungen  auf  diesem  gebiete  finden 
daher  am  besten  ihren  platz  als  momente  in  der  darstellung 
der  beiden  altertümlichsten  tochtersprachen  des  urnordischen. 
Dies  sind  die  westnordischen. 

§  8.  Die  wichtigsten  Übereinstimmungen  der  beiden  west- 
nordischen literatursprachen,  wie  sie  in  den  ältesten  quellen 
hervortreten,  gegenüber  den  ostnordischen  sind: 

1.    Umlaut  in  vielen  fällen,  wo   er  im   ostn.  nicht  da  ist. 

^icu.v  w^^jt^^V^'^'-t^  c^v/^^cAW^A  ^fi^^UMk^  iu.a^-;<^: 


Li«- 


§  8.  9.    Einleitung.  5 

2.  Ein  silbenauslautendes  ü  in  gewissen  Wörtern,  wo  im 
ostn.  ö  auftritt,  z.  b.  kú  :  kö  kuh,  sú  :  so  sau,  gnúa  :  gnöa  reiben 
u.  dgl. 

3.  üebergang  von  i,  e,  ý  in  konsonantisches  i  vor  a,  o,  u, 
welcher  dem  ostn.  mit  wenigen  ausnahmen  fremd  ist. 

4.  Assimilation  von  mp,  nk,  nt  zu  resp.  pp,  kk,  tt  in  weit 
grösserem  umfange  als  im  ostn.  durchgeführt. 

5.  Die  endungen  pl.  nom.  -er,  -ir,  acc.  -e,  -i  statt  ostn. 
nom.  -iar,  -iœr,  acc.  -ia,  -iœ  bei  sehr  vielen  maskulinen  {i-  und 
/ö-stämmen). 

6.  Die  endung  -onom,  -unum  gegen  ostn.  -omen,  -umin  im 
dat.  pl.  des  mit  suffigiertem  artikel  versehenen  substantivs. 

7.  Einzelne  wichtigere  pronominalformen,  wie  z.  b.  ek  : 
ostn.  lak,  iœk  ich;  vér  (anorw.  auch  mar)  :  ostn.  vi{r)  wir;  er 
oder  þér:  ostn.  t{r)  ihr;  sem  :  ostn.  sum  gleichwie;  u.  a. 

8.  Die  präteritalbildung  auf  -ra,  welche  im  ostn.  nicht 
vorkommt. 

9.  Die  medio-passiv-form  auf  -sk  neben  der  im  ostn.  fast 
ausschliesslich  gebräuchlichen  auf  -s. 

Anm.  Was  hier  angefiilirt  ist,  gilt  nur  für  die  eigentlichen  literatur- 
sprachen.  Dialektisch  kamen  ohne  zweifei  vielfache  abweichungen  vor, 
wie  dies  besonders  in  moderner  zeit  der  fall  ist.  (Ueber  die  gruppierung 
der  neunordischen  dialekte  s.  J.  A.  Lundell:  ,  Svenska  folkmålens  fränd- 
skaper'  in  Antropologiska  sektionens  tidskrift  B.  I,  h.  5,  Stockholm  1880). 

§  9.  Die  hauptunterschiede  des  altisländischen  und 
altnorwegischen  unter  einander,  wie  sie  in  den  ältesten 
literarischen  quellen  hervortreten,  sind: 

1.  íAumlaut  im  isl.  in  vielen  fallen,  wo  er  im  anorw.  nicht 
vorhanden  ist. 

2.  Isl.  regelmässig  e,  o  statt  resp.  i,  u  überall  in  endungen 
und  ableitungssilben,  während  dagegen  im  anorw.  durch  eine 
art  von  vokalharmonie  e,  o  nur  nach  gewissen  vokalen  der 
vorhergehenden  silbe  eintreten. 

3.  Erhaltung  (normaler  weise)  im  isl.  von  anlautendem  h 
vor  /,  n,  r,  welches  im  anorw.  (ausser  im  Orkney-dialekt)  ziem- 
lich früh  schwindet. 

4.  Üebergang  von  tautosyllabischem  fn  in  mn,  von  dem 
das  isl.  ziemlieh  wenige  spuren  hat,  ist  im  anorw.  fast  als 
regel  zu  betrachten. 


6  §  9—12.    Einleitung. 

5.  Fast  ausschliesslich  anorw.  sind  die  pronominalformen 
mit  neben  vit  wir  zwei,  mér  neben  vér  wir,  huarr  neben  huœrr 
(isl.  huerr)  welcher  von  mehreren. 

7.    Speziell  anorw.  ist  die  endung  -r  neben  -ð,  -t  in  der  2.  pl. 

§  10.  In  der  geschichte  des  altisländischen  möchte 
man  am  passendsten  drei  perioden  unterscheiden:  Die  erste 
von  den  anfangen  der  besiedelung  (ende  des  9.  Jahrhunderts) 
bis  um  1200  zeigt  noch  eine  sprachform  die  anfangs  natürlich 
gar  nicht,  später  fast  nur  durch  die  oben  (§  9)  angegebenen 
merkmale  von  dem  ältesten  anorw.  unterscheidbar  ist.  Die 
zweite,  die  des  sog.  klassischen  isl.,  von  c.  1200  bis  c.  1350 
zeigt  dagegen  wichtige  sprachliche  Veränderungen,  die  den 
unterschied  vom  anorw.  scharf  hervortreten  lassen,  wie  z.  b.  der 
Übergang  von  ó  in  œ,  später  auch  von  é  in  ié;  die  dehnung 
vor  a,  0,  u  vor  l  -\-  f,  g,  k,  m,  p,  später  auch  von  a  vor 
ng  und  nk\  die  Vertretung  älterer  e,  o  in  endungen  durch  resp. 
i,  u\  später  diphthongierung  von  e,  g  zu  resp.  ei,  au  vor  yig, 
nk,  während  g  sonst  zu  ^  wird.  Die  dritte  periode  von  c.  1350 
bis  um  1530  zeigt  spuren  von  mehreren  sprachlichen  er- 
scheinungen,  die  sonst  als  das  neuisländische  konstituierend 
betrachtet  werden,  wie  z.  b.  der  Übergang  von  r/z  und  nn  in  ddn ; 
von  rl  und  //  in  ddl  u.  a.  m. 

§  11.  Dialektische  differenzen  innerhalb  des  alt- 
isländischen sind  nur  in  sehr  geringem  mass  bemerkbar,  wenn 
sie  auch  natürlich  nicht  ganz  fehlen.  So  z.  b.  zeigt  sich  ein 
Übergang  von  //,  rf  in  Ih,  rb  vorzugsweise  in  solchen  hand- 
schriften  des  13.  und  14.  Jahrhunderts,  die  aus  dem  westlichen 
viertel  der  insel  stammen.  Einige  isl.  hdschr.  schieben  s 
zwischen  /  und  í  ein,  andere  aber  nicht.  Die  hierher  gehörigen 
fragen  sind  aber  bisher  fast  gar  nicht  untersucht  worden, 
weshalb  nähere  aufschlüsse  noch  nicht  zu  geben  sind.  —  In 
wie  weit  die  spräche  Grönlands  (wo  von  983  bis  c.  1400  is- 
ländische kolonisten  wohnten)  ein  von  derjenigen  des  mutter- 
landes  abweichendes  gepräge  gehabt  hat,  ist  den  unbedeutenden 
(runen-)denkmälern  gegenüber  nicht  abzusehen. 

§  12.     Die  denkmäler  des  aisl.  sind  zweierlei  art: 
A.    Runeninschriften.      Diejenigen   (etwa  40),    welche 
sich   noch   auf  Island  finden,   sind   sämmtlich  in  sprachlicher 


§  12.    Einleitung.  7 

hÍDSÍcht  ziemlich  wertlos,  zumal  die  älteste  (die  Inschrift  auf 
dem  kirchthor  von  ValþjófstaÖur)  erst  aus  dem  anfang  des 
13.  jahrhs.  stammt  und  also  schon  jünger  als  die  ältesten 
handschriften  mit  lateinischem  aiphabet  ist.  Weit  wichtiger 
—  wenn  überhaupt  hierher  gehörig  —  ist  die  bedeutend  ältere 
ausführliche  Inschrift  zu  Karle  vi,  welche  zwar  sich  auf  der 
schwedischen  insel  Oland  befindet,  aber  wol  am  ehesten  von 
einem  isländischen  (oder  möglicherweise  norwegischen)  skalden 
an  einem  dänischen  hof  herrührt,  in  erwägung,  dass  sie  in 
'dróttkuætt'  und  —  wie  es  scheint  —  untadelhafter  altwest- 
nordischer  spräche  einen  dort  begrabenen  dänischen  häuptling 
besingt. 

B.  Handschriften  mit  lateinischem  aiphabet,  die 
sowol  überaus  zahlreich  als  auch  zum  grossen  teil  sehr  wert- 
voll sind.  Von  den  durch  alter  oder  sonst  besonders  wichtigen 
seien  hier  erwähnt: 

a)  Aus  dem  ende  des  12.  jahrhs.  und  der  zeit  um  1200: 

1.  Das  älteste  stück  (wahrscheinlich  aus  der  zeit  1178 
bis  1193)  von  dem  als  Reykjaholts  máldagi  (inventarien- 
verzeichnis)  bekannten  originaldokument  im  stiftsarchiv  zu 
Reykjavik;  hrsgg.  (photolithographisch)  von  Sam  fund  til  udgivelse 
af  gammel  nordisk  litteratur,  Kopenh.  1885. 

2.  Ein  kleines  fragment  eines  homilienbuches,  Cod. 
AM.  237,  fol.;  herausgegeben  von  Þ.  Bjarnarson  in  Leifar 
fornra  kristinna  frœða  íslenzkra,  Kopenh.  1878,  s.  162  if.;  vgl. 
dazu  V.  Dahlerup  in  Nordisk  tidskrift  for  filologi  IV,  153. 

3.  Eine  komputistische  abhandlung  ('Rímbegla') 
und  eine  glossensammlung,  Cod.  Reg.  g.  s.  1812,  ältester 
teil,  und  (von  derselben  hand)  Cod.  AM.  249  1,  fol.;  jene  hdschr. 
hrsgg.  von  L.  Larsson,  Kopenh.  1883,  diese  von  G.  Þorláksson 
in  Småstykker  udg.  af  Samfund  &c.,  Kopenh.  1884,  s.  78  íF. 

4.  Zwei  bruchstücke  der  Grågås,  Codd.  AM.  315  d 
und  (ein  wenig  jünger)  c,  fol.;  hrsgg.  von  V.  Finsen,  jene 
hdschr.  in  Grågås,  Kopenh.  1852, 1,  219  ff.  (vgl.  dazu  J.  Hoffory 
in  Nord,  tidskr.  f.  filol.  III,  294  f  note),  diese  ib.  I,  231  fi.  und 
Grågås,  Kopenh.  1883,  s.  490  ff. 

5.  Eine  teilung  sur  kunde  in  der  sog.  Dingeyrabök,  Cod. 
AM.  279  a,  4";  hrsgg.  (von  J.  SigurÖsson)  in  Diplomatarium 
islandicum  I,  Kopenh.  1857—76,  s.  305  f. 


8  §  12.    Einleitung. 

6.  Plácitúsdrápa,  Cod.  AM.  673  b,  4^;  hrsgg.  von 
F.  Jónsson  in  Mindre  afhandlinger  udg.  af  det  philologisk- 
historiske  samfund,  Kopenh.  1887,  s.  210  ff. 

b)  Aus  der  zeit  c.  1200  bis  gegen  1250: 

7.  Ein  fragment  des  Elucidarius,  Cod.  AM.  674  a,  4^; 
hrsgg.  (photolithographiseh)  von  der  Arnamagnæanischen  Kom- 
mission (durch  K.  Gislason),  Kopenb.  1869;  vgl.  dazu  Gislason 
in  Aarbøger  1870,  s.  262  ff.  und  Hoffory  in  Det  pbilologisk- 
bistoriske  samfunds  mindeskrift,  Kopenh.  1879,  s.  140  ff. 

8.  Das  zweite  stück  von  Reykjaholts  máldagi  (vgl.  1  oben) 
aus  der  zeit  1204 — 1208;  hrsgg.  wie  1. 

9.  Cod.  AM.  673  a,  4^,  umfassend  teils  zwei  verschiedene, 
aber  gleichzeitige  fragmente  von  dem  sog.  Physiologus, 
hrsgg.  (photolithographisch)  von  V.  Dahlerup  in  Aarbøger  1889, 
s.  199  ff.;  teils  eine  allegorische  auslegung  vom  schiff 
und  regenbogen,  hrsgg.  von  L.  Larsson  in  Zeitschr.  f. 
deutsches  alterthum  XXXV,  244  ff. 

10.  Neun  bruchstücke  der  legendarischen  Olafs- 
sage des  priesters  Styrmer  fróÖe,  im  norwegischen  reichs- 
archiv  zu  Kristiania;  hrsgg.  (die  ersten  7)  von  R.  Keyser  und 
C.  R.  Unger  in  Olafs  saga  hins  helga,  Chra.  1849,  s.  90  ff.,  wozu 
(die  übrigen  2)  von  G.  Storm  in  Snorre  Sturlassöns  historie- 
skrivning, Kopenh.  1873,  s.  233  ff. 

11.  Das  umfangreiche  und  in  sprachlicher,  besonders  ortho- 
graphischer, hinsieht  sehr  wichtige  Stockholmer  homilien- 
bu^h^,  Cod.  Holm  15,  4^;  hrsgg.  von  Tb.  Wisén,  Homiliu- 
Bók,  Lund  1872;  vgl.  dazu  L.  Larsson,  Studier  över  den 
Stockholmska  homilieboken  I — II,  Lund  1887  und  Svar  på 
prof.  Wiséns  'Textkritiska  anmärkningar'.  Lund  1888,  sowie 
Wisén  in  Arkiv  f.  nord.  fil.  IV,  193  und  Några  ord  om  den 
Stockholmska  homilieboken,  Lund  1888. 

12.  Ein  grosses  fragment  einer  legendensammlung. 
Cod.  AM.  645,  4^,  alterer  teil;  hrsgg.  von  L.  Larsson,  Isländska 
handskriften  Nr.  645,  4»,  Lund  1885. 

13.  Die  homilien  und  dialoge  Gregors  des  grossen. 
Cod.  AM.  677,  4^,  älterer  teil;  hrsgg.  von  Bjarnarson  in 
Leifar  &c.,  s.  19  ff.;  vgl.  hierzu  Dahlerup  in  Nord,  tidskr.  f. 
fil.  IV,  150  ff 


§  12.    Einleitung.  9 

c)  Aus  der  zeit  c.  1250—1300: 

14.  Die  haupthandschrift  der  Grågås,  Cod.  Reg.  g. 
s.  1157,  um  1250  geschrieben;  hrsgg.  von  V.  Finsen,  Grågås  I,  II, 
Kopenh.  1852. 

15.  Die  haupthandschrift  der  sog.  Eddalieder,  Cod. 
Reg.  g.  s.  2365,  aus  dem  ende  des  jahrhs.;  hrsgg.  von  S.  Bugge, 
Norrœn  fornkvæði,  Chra.  1867;  vgl.  Arkiv  f.  nord.  fil.  II,  116  ff. 
Eine  phototypische  ausgäbe  wird  im  1891  in  Kopenhagen  er- 
scheinen. 4" 

16.  Die  haupthandschrift  der  Snorra  Edda,  Cod. 
Ups.  Delag.  11,  4«,  aus  derselben  zeit;  hrsgg.  (das  meiste) 
von  der  Arnamagnæanischen  kommission  (durch  J.  Sigurðsson)  in 
Edda  Snorra  Sturlusonar  II,  Kopenh.  1852,  s.  250  ff.  (vgl.  Dahlerup 
und  Jónsson  in  Islands  grammatiske  litteratur,  Kopenh. 
1884 — 86, 1,  56  ff.,  sowie  E.  Mogk  in  Zeitschr.  f  deut.  philologie 
XXII,  129  ff.,  364  ff.),  III,  Kopenh.  1880-87,  s.  259  ff  und  (der 
kleine  rest)  in  Diplomatarium  islandicum  I,  s.  500  f.,  504  ff. 

d)  Aus  der  zeit  c.  1300  bis  c.  1350: 

17.  'Annales  islandorum  regii',  Cod.  Reg.  g.  s.  2087, 
von  verschiedenen  Schreibern  zwischen  1306 — 1328  (mit  einigen 
jüngeren  Zusätzen)  geschrieben;  hrsgg.  von  G.  Storm,  Islandske 
annaler,  Chra.  1888,  s.  79  ff. 

18.  Cod.  reg.  g.  s.  2367,  umfassend  teils  den  interpolierten 
text  der  Snorra  Edda,  hrsgg.  von  der  Arnam.  komm,  in  Edda 
Sn.  Sturl.  I,  Kopenh.  1848,  s.  24  ff.  (vgl.  Th.  Möbius,  Hattatal  I, 
Halle  1879,  II,  Halle  1881),  teils  zwei  gedichte  des  Orkney- 
bischofs Biarne  Kolbeinsson:  lómsvíkingadrapa,  hrsgg.  von 
C.  af  Petersens,  Jómsvíkinga  Saga,  Lund  1879,  s.  103  ff.,  und 
MålshåttakuæSe,  hrsgg.  von  Th.  Möbius  in  Zeitschr.  f. 
deutsche  philologie,  Ergänzungsband  (Halle  1874),  s.  1  ff.  und 
615  f. 

19.  Die  grosse  sagenkollektion  'Möðruvallabók',  Cod. 
AM.  132,  fol.,  hrsgg.  von  F.  Jónsson,  Egils  saga,  Kopenh.  1886 — 88; 
Kr.  Kålund,  Laxdœla  saga,  Kopenh.  1889  ff.;  K.  Gislason, 
Hallfreðs  saga  in  Fire  og  fyrretyve  prøver  &c.,  Kopenh.  1860, 
s.  6  ff.;  H.  Gering,  Finnboga  saga.  Halle  1879,  und  Olkofra  Påttr 
in  Beiträge  zur  deutschen  philologie  J.  Zacher  dargebracht,  Halle 
1880;  ferner  (mit  'normalisierter'  Orthographie:)  Th.  Möbius, 
Kormaks  saga,  Halle  1886;  G.  Þorláksson,  Gluma  in  íslenzkar 


10  §  12.    Einleitung. 

foi-DSögur  I,  Kopenh.  1880,  s.  1  if.;  K.  Gislason,  Sagan  af 
Droplaugarsonum,  Kopenli,  1847,  und  Fóstbrœðra  saga,  Kopenh. 
1852;  H.  Friðriksson,  Bandamanna  saga,  Kopenh.  1850;  unediert 
sind  drei  bruchstücke  der  Nials  saga. 

Noch  spätere  handsebriften  sind  in  sprachlicher  hinsieht 
weniger  bedeutend. 

Die  ältesten  isl.  (und  anorw.)  sprachformen  sind  oft  nicht  in 
den  ältesten  handsebriften  zu  finden,  sondern  in  einigen  skalden- 
gedicbten,  die  zwar  erst  in  handsebriften  des  13.  jahrbs.  erbalten 
sind,  die  aber  in  folge  der  metrischen  abfassung  manche  form 
von  besonderer  altertümlichkeit  aufbewahrt  haben.  Eine  den 
heutigen  forderungen  der  Wissenschaft  genügende  ausgäbe  dieser 
hochwichtigen  denkmäler  wird  jetzt  von  der  Arnamagnæanischen 
kommission  vorbereitet. 

Anm,  1.  Ueber  die  rimeninschriften  Islands  s.  Kr.  Kålund  in  Aar- 
bøger  1882,  s.  57  if.;  über  die  Karlevi-inschrift  s.  S.  Söderberg,  Anti- 
qvarisk  tidskrift  för  Sverige  IX,  2,  s.  3  ff.,  E.  Brate  (und  S.  Bugge)  ib.  X,  260  ff. 

Anm.  2.  Ueber  die  isl.  literatur  s.  vorzugsweise  K.  Maurer,  Ueber 
die  ausdrücke  altnordische,  altnorwegische  und  isländische  spräche, 
München  1867  (in  den  Schriften  der  bair.  akademie);  Udsigt  over  de  nord- 
germaniske  retskilders  historie,  Kra.  1878;  Ueberblick  über  die  geschichte 
der  nordgermanischen  rechtsquellen,  Leipzig  1882  (in  v.  Holtzendorff's 
Encyclopädie  der  rechtswissenschaft  P,  321  ff.);  G.  Storm,  Snorre  Sturlassöns 
historieskrivning,  Kopenh.  1873;  G.  Vigfusson,  Sturlunga  saga  I  (prole- 
gomena),  Oxford  1878;  G.  Þorláksson,  Udsigt  over  de  norsk-islandske 
skålde,  Kopenh.  1882;  G.  Cederschiüld,  Fornsögur  Suðrlanda  (einleitung), 
Lund  1884;  J.  Þorkelsson,  Om  digtningen  på  Island  i  det  15.  og  16.  årh., 
Kopenh.  1888.  Eine  sehr  knappe  aber  treffliche  Übersicht  über  die 
wichtigsten  Schriftwerke  bietet  0.  Brenner,  Altnordisches  handbuch,  Leipzig 
1882,  s.  7  ff.;  eine  zeitgemässe  gesammtdarstellung  bietet  E.  Mogk  in 
Paul's  Grundriss  der  germ.  philologie  IIa,  s.  71  ff.  (vgl.  K.  v.  Amira, 
ib.  IIb,  s.  101  ff.). 

Vollständiges  verzeichniss  der  textausgaben  bei  Th.  Möbius,  Ver- 
zeichniss  der  auf  dem  gebiete  der  altnordischen  (altisländischen  und  alt- 
norwegischen) spräche  und  literatur  von  1855  bis  1879  erschienenen  Schriften, 
Leipzig  1880,  und  Catalogus  librorum  islandicorum,  Leipzig  1856  (für  die 
zeit  vor  1855);  die  nach  1880  erschienenen  ausgaben  verzeichnet  Arkiv 
for  nordisk  filologi,  Christiania  1882—88,  Lund  1889  ff. 

Die  handsebriften  sind  vorzugsweise  in  folgenden  grossen  Samm- 
lungen aufbewahrt:  1.  Die  Arnamagnæanische  (AM.)  der  Universitäts- 
bibliothek zu  Kopenhagen;  s.  (Kr.  Kålund,)  Katalog  over  den  Arnam. 
håndskriftsamling,  Kopenh.  1888  ff.  2.  Die  alte  Sammlung  der  königlichen 
liehen  bibliothek  (Reg.  g.  s.)  zu  Kopenhagen.  3.  Die  Delagardiesche  der 
Universitätsbibliothek  zu  Upsala  (Ups.  Delag.);  vgl.  Antiquarisk  tidsskrift 


§  13.  14.    Einleitung.  H 

1846 — 1848,  s.  97  íf.  4.  Die  Sammlung  der  königlichen  bibliothek  zu  Stock- 
holm (Holm.);  s.  A.  J.  Arwidsson  (und  J.  Sigurösson),  Förteckning  öfver 
kongl.  bibliotekets  i  Stockholm  isländska  handskrifter,  Stockh.  1848.  — 
Zur  datierung  der  ältesten  hdschr.  vgl.  u.  a.  Hoifory,  Göttinger  gel.  an- 
zeigen 1884,  s.  478  ff. 

§  13.  Innerhalb  der  geschichtliehen  entwickelung  des 
altnorwegischen  kann  man  dieselben  drei  perioden  wie  im 
isl.  unterscheiden.  Die  sprachform  der  ersten  periode  ist  in 
ihrem  gegensatze  zum  isl.  durch  das  oben  (§  9)  angeführte 
schon  hinlänglich  charakterisiert  worden.  Die  zweite  periode 
(e.  1200  bis  c.  1350)  scheint  zunächst  keine  grösseren  Ver- 
änderungen durchgeführt  zu  haben.  Das  14.  jahrh.  bringt  aber 
mehrfache  abweichungen  vom  älteren  sprachgebrauche  mit  sich. 
So  z.  b.  treten  ziemlich  allgemein  //  (schon  im  13.  jahrh.),  nn, 
SS  statt  resp.  rl,  rn,  rs  auf;  i  wird  vor  r  +  kons,  oft  zu  y, 
zwischen  kons,  und  auslautendem  r  entsteht  ein  svarabhaktivokal, 
nach  welchem  das  r  bisweilen  schwindet;  u.  a.  m.  Die  dritte 
periode  (c.  1350  bis  um  1530),  die  übrigens  fast  gar  keine  literatur 
aufzuweisen  hat,  zeigt  in  folge  der  Vereinigung  Norwegens 
(1319)  in  Personalunion  mit  Schweden  einen  starken  einfluss 
des  schwedischen  (z.  b.  die  endung  -in  in  der  2.  pl.  des  verbs) 
und,  nachdem  Norwegen  später  mit  Dänemark  vereint  worden 
ist,  noch  mehr  des  dänischen  (z.  b.  tönende  statt  tonloser  ver- 
schlusslaute nach  vokalen,  -e  statt  -a  in  endungen,  einzelne 
dänische  lehnwörter  und  wortformen,  u.  a.  m.)  auf  die  spräche 
Norwegens.  Endlich  hört  das  Norwegische  zur  zeit  der 
reformation  auf  als  literatursprache  zu  existieren,  wird  durch 
das  dänische  ersetzt  und  lebt  von  da  ab  bis  in  die  erste  hälfte 
dieses  Jahrhunderts  nur  in  seinen  dialekten. 

§  14.  Schon  in  alter  zeit  sind  im  anorw.  dialektische 
dif  feren  zen  bemerkbar,  wie  es  auch  bei  den  geographischen 
Verhältnissen  nicht  anders  zu  erwarten  war.  Besonders  hervor- 
tretend —  je  später  je  mehr  —  ist  der  gegensatz  zwischen 
der  spräche  des  westlichen  Norwegens,  welche  zum  teil  die- 
selbe entwickelung  wie  ihre  tochtersprache  auf  Island  durch- 
läuft, und  derjenigen  des  östlichen  Norwegens,  welche  noch 
mehr  in  die  äugen  fallende  Übereinstimmungen  mit  dem  gleich- 
zeitigen altschwedisch  aufzuweisen  hat.  Die  hauptunterschiede 
des  ostnorwegischen  (onorw.)  vom  westnorwegischen 
(wnorw.)  um  1350  dürften  sein: 


12  §  14.    Einleitung. 

1.  Onorw.  (oft  schon  in  der  ältesten  literatur)  þœnn  'den', 
þcet  'das',  þær  'dort'  gegen  wnorw.  þann,  þa(,  þar. 

2.  Onorw.  zeigt  (schon  im  13.  jahrh.)  spuren  sowohl 
progressiver  als  regressiver  vokalharmonie. 

3.  Onorw.  wird  y  vor  r  oder  /  unter  umständen  in  iu  ge- 
brochen. 

4.  Onorw.  geht  a  in  endungen  nach  langer  Wurzelsilbe  in 
œ  über. 

5.  Onorw.  erscheint  der  zwischen  auslautendem  r  und 
einem  vorhergehenden  konsonanten  eintretende  svarabhakti- 
vokal oft  als  a,  wnorw.  dagegen  als  w  oder  o. 

6.  Onorw.  werden  Id,  7id  zu  //,  nn  assimiliert. 

7.  Onorw.  gehen  rs  und  (zum  teil)  Is  in  kakuminales 
s  über. 

8.  Onorw.  kann  auslautendes  r  nach  dem  svarabhakti- 
vokal schwinden. 

9.  Onorw.  wird  tl  zu  tsl,  woraus  dann  sl 
10.   Wnorw.  geht  sl  in  tl  über. 

Schwieriger  ist  —  wegen  des  fast  gänzlichen  mangels  an 
hingehörigen  denkmälern  —  zu  bestimmen,  in  wie  weit  die 
dialekte,  die  sich  auf  den  westlichen  inseln  Europas  aus- 
bildeten, nachdem  sich  dort  skandinavische  —  wol  meist 
norwegische  —  auswanderer  angesiedelt  hatten,  von  der 
spräche  des  mutterlandes  abwichen.    Diese  kolonien  waren: 

a)  Die  Färöer,  deren  charakteristischer  dialekt  in  neuerer 
zeit  vielfache  beachtung  gefunden  hat  wegen  der  umfangreichen 
gedichte  altertümlichen  Inhalts,  die  in  diesem  Jahrhundert  auf 
den  inseln  nach  der  volkstümlichen  tradition  aufgezeichnet 
worden  sind.  Schon  aus  anorw.  zeit  stammen  nicht  ganz  un- 
bedeutende handschriftliche  quellen  (s.  Diplomatarium  nor- 
vegicum,  passim;  G.  Storm  in  Norges  gamle  love  IV,  665,  698), 
unter  denen  die  wichtigste  eine  grosse,  von  einem  färöischen 
Schreiber  zwischen  1320  und  1350  abgeschriebene  Sammlung 
altnorwegischer  gesetze  (Cod.  Hist.  Lit.  12  fol.  in  der  Universitäts- 
bibliothek zu  Lund;  einige  stücke  daraus  hrsgg.  von  Keyser 
und  Munch,  Norges  gamle  love  III,  12.  41.  68.  90.  108.  121. 
134)  sein  dürfte.  Von  dialekteigentümlichkeiten  seien  hier 
bemerkt:  æ,  é  statt  ð,  é\  der  svarabhaktivokal  u  vor  auslauten- 


§  14.  15.    Einleitung.  13 

dem  r;  die  präposition  met^  statt  vib;  die  konjunktion  nea  statt 
né  '(weder)  noch'. 

b)  Die  Orkney-inseln,  wo  der  nordisclie  dialekt  um  1800 
ausgestorben  ist.  Denkmäler  der  alten  zeit  sind  die  30  runen- 
inschriften  zu  Maeshowe  aus  der  zeit  um  1150  (s.  P.  A.  Muncb, 
Samlede  Aíhandlinger  IV,  516  íF.),  sowie  einige  diplome  (s.  Dipl. 
norv.,  passim),  welche  uns  belehren,  dass  h  vor  /,  n,  r  hier 
wenigstens  200  jähre  später  als  in  Norwegen  verstummte,  und 
dass  in  einigen  Wörtern  u,  ú  vor  o,  6  bevorzugt  wurden. 

c)  Die  Shetland-inseln  (Hialtland),  deren  um  1800  aus- 
gestorbener nordischer  dialekt  als  denkmäler  aus  alter  zeit 
nur  einige  diplome  (s.  Dipl.  norv.,  passim)  aufzuweisen  hat. 
Diese  zeigen  ey  oder  ay  statt  Jdy\  bisweilen  u  statt  au\  iah 
neben  e/r  'ich';  h  vor  konsonantischem  i  wurde  wie  'ich '-laut 
gesprochen;  ia  ist,  wie  oft  im  onorw.,  in  iæ  übergegangen. 

d)  Auf  Man  existiert  schon  seit  Jahrhunderten  kein  nor- 
discher dialekt,  von  dessen  einstigem  dasein  jedoch  14  aus 
der  zeit  1050  — 1150  stammende  runeninschriften  zeugen. 
(s.  P.  A.  Munch,  Saml.  Afh.  III,  181  ff.).  In  betreff  der  spräche 
geben  diese  nur  sehr  wenige  aufschlüsse. 

e — g)  In  Irland  und  dem  nördlichen  Schottland, 
sowie  auf  den  Hebriden  (Suðroyiar)  ist  die  nordische  spräche 
längst  erloschen  (in  Irland  um  1300,  auf  den  Hebriden  um 
1400  oder  etwas  später);  keine  denkmäler  aus  alter  zeit. 

§  15.  Die  denkmäler  des  altnorwegischen  (mit  aus- 
schluss  der  eben  erwähnten  inseldialekte)  sind  zweierlei  art: 

A.  Runeninschriften  (etwa  150),  die  jedoch  fast  alle 
gleichzeitig  oder  doch  wenig  älter  als  die  literaturdenk- 
mäler  sind,  daher  in  sprachlicher  hinsieht  nicht  besonders 
wichtig.  Hier  mögen  deshalb  nur  erwähnt  werden  aus  der 
zeit  um  1050  die  Inschrift  von  Frösö  in  der  jetzt  schwedischen 
provinz  Jämtland,  aus  der  zeit  um  1150  die  von  Flatdal  in 
Telemarken  und  aus  dem  13.  jh.  die  zum  teil  metrischen  in- 
schriften  von  Aar  dal  in  Sogn. 

B.  Handschriften  mit  lateinischem  aiphabet,  die 
zwar  nach  anzahl  hinter  den  isl.  unvergleichlich  zurückstehen, 
aber  in  betreff  des  alters  diesen  fast  gleich  kommen.  Als  die 
ältesten  und  wichtigsten  mögen  hier  erwähnt  werden: 


14  §  15.    Einleitung. 

a)  Aus  dem  ende  des  12.  jahrhs.  und  der  zeit  um  1200: 

1.  Drei  legendenbruchstücke,  Cod.  AM.  655,  4«, 
fragm.  IX  a,  b,  c,  die  sicher  vor  1200  niedergeschrieben  sind; 
hrsgg.  von  Unger  in  Heilagra  manna  sögur  I,  269 — 71,  823—5, 
II,  207-9,  Chra.  1877. 

2.  Drei  bruchstücke  des  ältesten  Gulathings- 
gesetzes.  Cod.  AM.  315  f,  foL;  hrsgg.  von  G.  Storm,  Norges 
gamle  love  IV,  3—13,  Chra.  1885. 

3.  Vier  bruchstücke  des  älteren  Gulathings-ge- 
setzes,  Fragm.  1  B  im  reichsarchiv  zu  Kristiania;  hrsgg.  von 
Keyser  und  Munch,  Norges  gamle  love  II,  495 — 500,  Chra.  1848 
(1 — 3  auch  photolithographisch,  ibid.  IV,  facsimil.  XIII — XV; 
vgl.  s.  795  f.). 

b)  Aus  der  zeit  c.  1200  bis  gegen  1250: 

4.  Das  sehr  v^ichtige  homilienbuch,  Cod.  AM.  619,  4^, 
im  anfang  des  13.  jahrhs.  zu  Hamar  niedergeschrieben;  hrsgg. 
von  Unger,  Gammel  norsk  homiliebok,  Chra.  1864;  vgl.  hierzu 
E.  Wadstein,  Fornnorska  homiliebokens  Ijudlära,  s.  4 — 33, 
Ups.  1890. 

5.  Ein  bruchstück  des  älteren  Eidsivathings-(oder 
vielleicht  Borgarthings-)  ge  setz  es,  Fragm.  1  A  im  reichsarchiv 
zu  Kristiania;  hrsgg.  photolithographisch  in  Norges  gamle 
love  IV,  facsimil.  XVII  (vgl.  s.  797). 

6.  Ein  bruchstück  des  älteren  Gulathings-gesetzes, 
Cod.  AM.  315  e,  fol.;  hrsgg.  in  Norges  gamle  love  l|t  115 — 18. 

7.  Ein  bruchstück  des  stadtrechtes  von  Dront- 
heim  (NiÖaróss  biarkøyiarréttr).  Cod.  AM.  315  g,  fol.,  gegen 
1250  geschrieben;  hrsgg.  in  Norges  gamle  love  IV,  71—4. 

c)  Aus  der  zeit  c.  1250  bis  c.  1300: 

8.  Die  einzige  vollständige  handschrift  ('Rantzovianus') 
des  älteren  Gulathings-gesetzes,  Cod.  137,  4«  e  dona- 
tione variorum  in  der  Universitätsbibliothek  zu  Kopenhagen, 
um  1250  geschrieben;  hrsgg.  von  Keyser  und  Munch,  Norges 
gamle  love  I,  3—110,  Chra.  1846. 

9.  Die  einzige  vollständige  handschrift  der  legenda- 
rischen Olafssage,  Cod.  Ups.  Delag.  8,  fol.,  um  1250 
geschr.;  hrsgg.  von  Keyser  und  Unger,  Olafs  saga  hins  helga, 
Chra.  1849. 


§  15.    Einleitung.  15 

10.  Die  haupthandscbrift  der  Barlaamssage,  Cod. 
Holm.  6,  fol.,  um  1250  geschr.;  hrsgg.  von  Keyser  und  Unger, 
Barlaams  ok  Josaphats  saga,  Chra.  1851. 

11.  Der  grösste  teil  einer  miseellanhandschrift,  Cod.  Ups. 
Delag.  4 — 7,  fol.  und  AM.  666  b,  4 ^,  romantisclien  inhalts  und 
um  1250  von  drei  verschiedenen  Schreibern  gescbr.;  hrsgg.  von 
Kölbing,  Pamphilus  und  Galathea  in  Germania  XXIII, 
129 — 41;  Elis  saga  ok  Rosamundu,  Heilbronn  1881;  Keyser 
und  Unger,  Strenglei  kar,  Chra.  1850;  unediert  ist  ein  dialog 
zwischen  muth  und  feigheit. 

12.  Die  haupthandscbrift  des  Speculum  regale  (oder 
Konungsskuggsiá),  Cod.  AM.  243  b  a,  fol.,  nach  1250  gescbr.; 
hrsgg.  von  Brenner,  Speculum  regale,  München  1881. 

13.  Drei  bruchstücke  des  Speculum  regale  im  reichs- 
archiv  zu  Kristiania;  hrsgg.  von  Brenner,  a.  a.  o.,  s.  6 — 15, 
21—3,  24—7,  35-9. 

14.  Ein  bruchstück  des  Speculum  regale,  Cod.  Reg. 
n.  s.  235g;  hrsgg.  von  Brenner,  a.a.O.,  s.  89 — 93. 

15.  Drei  bruchstücke  des  älteren  Frostuthings- 
gesetzes.  Cod.  Me.  II,  2  in  der  Universitätsbibliothek  zu 
Tübingen,  um  1260 — 70  gescbr.;  hrsgg.  von  Sievers  in  Ver- 
zeichniss  der  doctoren  ...  im  decanatsjahre  1885  — 1886, 
Tübingen  1886;  und  von  G.  Storm,  Norges  gamle  love  V,  1 — 7 
(und  photolithographisch  ib.  facsim.),  Chra.  1890. 

16.  Ein  bruchstück  der  Karlamagnussage  im  reichs- 
archiv  zu  Kristiania;  hrsgg.  von  Unger  in  Karlamagnus  saga 
ok  kappa  hans,  s.  556 — 8,  Chra.  1860. 

17.  Die  haupthandscbrift  der  Dietrichssage,  Cod. 
Holm.  4,  fol.,  von  fünf  verschiedenen  Schreibern  im  ende  des 
13.  jahrhs.  gescbr.;  hrsgg.  von  Unger,  Saga  Þiðriks  konungs 
af  Bern,  Chra.  1853. 

18.  Die  haupthandscbrift  der  sage  erzbischof 
Thomas',  Cod.  Holm.  17,  4<^;  hrsgg.  von  Unger,  Thomas 
saga  erkibyskups,  s.  1 — 282,  Chra.  1869. 

19.  Das  überaus  interessante,  aus  wachstafeln  zusammen- 
gesetzte notizbuch  von  Hoprekstad  in  Sogn;  hrsgg.  photo- 
lithographisch von  H.  J.  Huitfeldt -Kaas,  En  notitsbog  paa 
voxtavler  (Chra.  videnskabs-selskabs  forhandlinger  1886,  nr.  10). 


16  §  15.  16.    Einleitung. 

d)  Aus  der  zeit  c.  1300  bis  c.  1350  sei  hier  nur  erwähnt 
die  grosse  gesetzsammlung  Codex  Tunsbergensis  (Cod. 
Reg.  n.  s.  1642),  deren  ältester  und  grösster  teil  zwischen  1320 
und  1330  geschrieben  ist;  hieraus  hrsgg.  photolithographisch 
Borgarthings  ældre  kristenret,  Chra.  1886;  anderes  von  Keyser 
und  Munch  in  Norges  gamle  love  III,  17  f.,  32  f.,  44—55,  63—7, 
70—3,  86—90,  93—7,  114  f.,  118—20,  125—34;  das  meiste  noch 
un ediert  (vgl.  G.  Storm,  Norges  gamle  love  IV,  425  ff.). 

Uebrigens  mag  als  in  sprachlicher  hinsieht  besonders 
wichtig  hervorgehoben  werden  die  grosse  menge  von  diplomen, 
die  seit  dem  anfang  des  13.  jahrhs.  das  ganze  mittelalter  hin- 
durch auftreten,  nach  1400  fast  die  einzigen  literaturdenkmäler 
ausmachen  und  vorzugsweise  für  die  erforschung  der  dialektischen 
differenzen  der  jeweiligen  sprachform  von  belang  sind;  hrsgg. 
von  Lange,  Unger  und  Huitfeldt-Kaas,  Diplomatarium  norvegi- 
cum,  Chra.  1847  bis  jetzt  (B.  I— XIII). 

Anm.  1 .  Ueber  die  anorw.  runeninschriften  s.  besonders  Nicolaysen, 
Norske  fornlevninger,  Chra.  1862 — 66;  Undset,  Indskrifter  fra  middelalderen 
i  Throndhjems  domkirke  (Chra.  videnskabs-selskabs  forhandlinger  1888, 
nr.  4);  S.  Boije  in  Bidrag  till  kännedom  om  Göteborgs  och  Bohusläns 
fornminnen  och  historia  III,  266  íf.,  Sthlm.  1886  (behandelt  die  Inschriften 
der  jetzt  schwedischen  provina  Bohuslän;  dazu  auch  Brusewitz  und 
Montelius  ibid.  I,  425  ff.).  Ueber  die  inschr.  von  Frösö  s.  Noreen  in  Arkiv 
f.  nord.  fil.  III,  31  ff.;  die  von  Flatdal  Wimmer,  Døbefonten  i  Åkirkeby 
kirke,  s.  53  f.,  Kopenh.  1887;  die  von  Aardal  Bugge  in  Foreningens  til 
norske  fortidsmindesmærkers  bevaring  aarsberetning  for  1868,  s.  30  ff., 
Chra  1869. 

Anm.  2.  Ueber  die  anorw.  literatur  (welche  fast  immer  mit  der  aisl. 
zusammen  behandelt  worden  ist),  die  textausgaben  und  die  handschrift- 
sammlungen  s.  die  oben  §  12,  anm.  2  erwähnten  werke  (speciell  über  das 
anorw.  handelt  Brenner,  Altnorw.  handb.,  s.  3ff.;  Hoffory,  Gott.  gel.  anz. 
1884,  s.  482  ff.). 

§  16.  Aus  der  menge  von  hilfsbüchern  zum  studium  der 
aisl.  und  anorw.  sprachen  —  die  bisher  fast  nie  gesondert  be- 
handelt worden  sind  —  mögen  als  die  brauchbarsten  hervor- 
gehoben werden: 

a)   Laut-  und  flexionslehre: 

L.  F.  A.  Wimmer,  Fornnordisk  formlära.  Lund  1874,  ver- 
glichen mit  der  vorrede  zu  dem  lesebuche  desselben  Verfassers. 
(Die  eigentliche  formenlehre  besonders  gut;  die  lautlehre  knapp 
und  jetzt  veraltet). 


§  16.    Einleitung.  17 

Eine  kurzgefasste  gescliicbtliche  darstelliiug  giebt  A.  Noreen 
in  Gruudriss  der  germanischen  philologie  hrsgg.  von  H.  Paul  I, 
445-74,  490  ff. 

Einzelne  gebiete  behandeln  ausführlicher  u.  a.  J.  Þorkelsson, 
Athugasemdir  um  islenzkar  málmyndir,  Reykjavik  1874;  Brey- 
tingar  á  myndum  vidtengingarháttar ,  Reykj.  1887;  Beyging 
sterkra  sagnorða,  Reykj.  1888  bis  jetztf  die  einleitungen  zu 
L.  Larsson's  ausg.  der  Isl.  handskr.  nr.  645,  4^  Lund  1885, 
und  des  Cod.  1812,  4^,  Kopenh.  1883;  H.  Gering's  ausg.  der 
Finnboga  Saga,  Halle  1879,  und  der  Islenzk  Ævintyri  I,  Halle 
1882;  V.  Dahlerup's  ausg.  des  Agrip,  Kopenh.  1880,  u.  a.;  end- 
lich verschiedene  —  zum  teil  sehr  wichtige  —  abhandlungen 
von  u.  a.  S.  Bugge,  Hj.  Falk,  K.  Gislason,  J.  Hoifory,  A.  Kock, 

E.  Lidén,  Fr.  Läffler,  A.  Noreen,  H.  Paul  und  E.  Sievers  in  u.  a. 
folgenden  Zeitschriften:  Beiträge  zur  geschichte  der  deutschen 
spräche  und  literatur,  Halle  1874  ff.;  Aarboger  for  nordisk 
oldkyndighed,  Kopenhagen  1866  ff.;  Nordisk  Tidskrift  for  Filo- 
logie  (og  Pædagogik),  Ny  Række,  Kopenh.  1874 ff.;  vor  allem 
aber  Arkiv  for  nordisk  filologie  I — IV,  Christiania  1882—88, 
V  ff.  (=  Arkiv  for  nord.  fil,  Ny  foljd  I  ff.).  Lund  1889  if. 

Das  altnorwegische  berücksichtigt  —  doch  nur  in  einzeln- 
heiten —  N.  M.  Petersen,  Det  danske,  norske  og  svenske  sprogs 
historie  II,  57  ff.,  Kopenh.  1830  (jetzt  veraltet);  Th.  Möbius, 
lieber  die  altnordische  spräche,  s.  15  ff.,  Halle  1872;  die  ein- 
leitungen zu  Sievers'  ausg.  der  Tübinger  bruchstücke,  Tübingen 
1886;  Vigfusson's  ausg.  der  Eyrbyggja  Saga,  Leipig  1864; 
Keyser's  und  Unger's  ausg.  der  Olafs  Saga,  Chra.  1849  und 
der  Barlaams  Saga,  Chra.  1851;  Unger's  ausg.  der  Saga  Þiðriks, 
Chra.  1853;  aber  vor  allem  die  wichtige  abhandlung  E.  Wad- 
stein's  Fornnorska  homiliebokens  Ijudlära,  Upsala  (universitets 
årsskrift)  1890. 

b)    Stammbildungslehre: 
Eine   zusammenfassende   und   einigermassen   erschöpfende 
darstellung   giebt   es   noch  nicht.     Einzelnes  bieten:   F.  Kluge, 
Nominale  stammbildungslehre  der  altgerm.  dialecte,  Halle  1886; 

F.  Tamm'  Om  fornnordiska  feminina  afledda  på  //  och  på  iþa, 
Upsala  (univers,  årsskr.)  1877;  W.  Schlüter,  Die  mit  dem 
sufiixe    ja    gebildeten    deutschen    noniina,     Göttingeu    1875; 

Noreen,  Altisl.  gruiniii.     2.  aud.  2 


18  §  16.    Einleitung. 

K.  V.  Bahder,  Die  verbalabstracta  in  den  gerra.  sprachen,  Halle 
1880;  L.  Sütterlin,  Geschichte  der  nomina  agentis  im  germani- 
schen, Strassburg  1887;  Hj.  Falk,  Die  nomina  agentis  der  alt- 
nord.  spräche  (in  Beitr.  z.  gesch.  d.  deut.  spr.  XIV,  1  ff.),  1889; 
E.  Hellquist,  Bidrag  till  läran  om  den  nordiska  nominal- 
bildningen  (in  Arkiv  f.  nord.  fil.  VII,  1  íf.,  97  ff.),  1890  (sehr 
reichhaltig). 

c)  Syntax: 

G.  Lund,  Oldnordisk  ordföjningslære  (Nord.  Oldskrifter 
XXIX— XXXI),  Kopenh.  1862  (materialsammlung);  K.  Hilde- 
brand, lieber  die  conditionalsätze  und  ihre  conjunctionen  in 
der  älteren  Edda,  Leipz.  1871;  Th.  Wisén,  Om  ordfogningen  i 
den  aldre  Eddan,  Lund  (univers,  årsskrift)  1865;  M.  Nygaard, 
Eddasprogets  syntax  I,  II,  Bergen  1865,  1867;  desselben  ab- 
handlungen  über  das  hilfsverb  munu  in  Aarbøger  1878,  über 
den  gebrauch  des  partic.  präs.  in  Aarbøger  1879  und  über 
den  gebrauch  des  konjunktivs  in  Arkiv  f.  nord.  fil.  I  —  III, 
1882—6. 

Eine  knappe  übersieht  der  syntax  giebt  M.  Nygaard,  Oldnorsk 
grammatik  til  Skolebrug,  3.  aufl.,  Bergen  1883,  so  wie  auch 
Pœstion,  Einleitung  in  das  studium  des  altnordischen  I, 
Wien  1882. 

d)  Metrik: 

Grundlegend  sind  die  abhandlungen  von  E.  Sievers,  Bei- 
träge zur  skaldenmetrik  I — III  in  Beiträge  z.  gesch.  d.  deut. 
spr.  V,  VI,  VIII;  Das  Verhältnis  der  ags.  metrik  zur  altuord. 
und  deutschen,  ibid.  X;  Proben  einer  metrischen  herstellung  der 
Eddalieder,  Tübingen  1885.  Einzelne  ausführungen  bieten 
ferner:  Th.  Wisén,  Málahattr  in  Arkiv  f.  nord.  fil.  III;  desselben 
einleitung  zu  Riddara  Rímur,  (Lund-)  Kopenh.  1881;  K.  Hilde- 
brand, Die  versteilung  in  den  Eddaliedern,  Halle  1873; 
J.  Hoffory  in  Göttinger  gel.  anz.  1888,  s.  153  ff.;  W.  Ranisch, 
Zur  kritik  und  metrik  der  Ham]^ismál,  Berlin  1888;  A.  Heusler, 
Der  Ljó);aháttr  (in  Acta  Germanica  I,  2),  Berlin  1890. 

Eine  kurzgefasste  übersieht  geben  E.  Brate,  Fornnordisk 
metrik,  Upsala  1884,  und  Th.  Wisén,  Carmina  norræna  I,  169  ff., 
Lund  1886.  Eine  ganz  genügende  gesammtdarstellung  giebt 
es  zur  zeit  noch  nicht. 


§  16.    Einleitung.  19 

e)   Wörterbücher: 

(R.  Cleasby  und)  G.  Vigfusson,  An  icelandic-english  dictio- 
nary,  Oxford  1874.  (Das  reichhaltigste  Wörterbuch,  aber  nicht 
immer  ganz  zuverlässig;  die  etymologien  gänzlich  verfehlt). 

J.  Fritzner,  Ordbog  over  det  gamle  norske  sprog  (2.  ausg. 
in  drei  bänden)  Kristiania,  I  (A— Hj)  1886,  II  (bis  jetzt  Hl — 0), 
1887  ff.,  durchaus  zuverlässig;  legt  auf  das  semasiologische 
besonderes  gewicht;  berücksichtigt  vorzugsweise  den  anorw. 
Wortschatz.      ^  \^\  -  ?     \f^ii 

S.  Egilsson,  Lexicon  poeticum  antiquæ  linguæ  septentrio- 
nalis,  Kopenh.  1860.  (Ein  seiner  zeit  sehr  gutes  Wörterbuch, 
jetzt  aber  in  vielen  beziehungen  veraltet). 

J.  Þorkelsson,  Supplement  til  islandske  Ordboger,  Reykja- 
vik 1876;  Suppl.  t.  isl.  Ordb.,  anden  Samling,  Reykj.  1879—85. 

Tb.  Möbius,  Altnordisches  Glossar  (Wtb.  zu  einer  auswahl 
altisl.  und  altnorw.  texte),  Leipzig  1860. 

H.  Gering,  Glossar  zu  den  liedern  der  Edda,  Paderborn 
und  Münster  1887. 

L.  Larsson,  Ordforrådet  i  de  älsta  islänska  handskrifterna, 
Lund  1891  (absolut  vollständiges  Verzeichnis  aller  belegten 
formen  der  ältesten  isl.  hdschr.;  ohne  Übersetzung  der  Wörter). 

f)   Lesebücher  für  anfänger: 

L.  F.  A.  Wimmer,  Oldnordisk  læsebog,  4.  aufl.,  Kopenh. 
1889  (eine  ganz  vorzügliche  arbeit). 

H.  Sweet,  An  icelandic  primer,  Oxford  1886  (ein  kleiner 
auszug  aus  dem  vorhergehenden). 

M.  Nygaard,  Udvalg  af  den  norröne  Literatur  (I — III), 
3.  aufl.,  Bergen  1889  (ein  sehr  gutes  buch). 

Anra.  1.  Sonstige  hilfsbücher  verzeichnen  Th.  Möbius'  schon  (§  12 
anm.  2)  erwähntes  Verzeichniss  &c.  und  die  bibliographie  im  Arkiv  f.  nord. 
fil.  I  ff. 

Anm.  2.  Betreffend  die  in  dieser  einleitung  erörterten  fragen  vgl. 
meine  'Allgemeine  historische  übersieht'  in  Grundriss  der  germ.  philologie 
hrsgg.  von  H.  Paul  I,  417  ff. 


2* 


Lautlehre. 


I.  Abschnitt.     Einleitendes  über  schritt  und 

ausspräche. 

Kap.  1.    Die  runen. 

§  17.  Es  kommen  im  alten  norden  zwei  verschiedene 
runenalphabete  vor.  Das  eine  ist  das,  welches  auch  bei  den 
übrigen  germanischen  stammen  im  gebrauch  war.  Es  wird 
daher  das  germanische  genannt  oder,  weil  es  im  norden 
von  einem  jüngeren  abgelöst  wurde,  das  ältere;  wegen  der 
grösseren  anzahl  der  zeichen  wird  es  auch  wol  manchmal  das 
längere  genannt.  Die  zeichen  sind  24,  von  denen  einige  von 
denjenigen,  die  in  Deutschland  und  England  in  gebrauch 
waren,  abweichen.  Mit  lateinischen  buchstaben  transskribiere 
ich  im  folgenden  diese  als 

f  u  þ  ark^Wyhnijé'^p  r  s  ,t  f)  em  I  73  o  t>, 

welche  hier  in  der  Ordnung  angeführt  sind,  die  sie  auf  dem 
brakteaten  von  Vadstena  (wo  jedoch  ð  fehlt)  haben. 

Dieses  alphabetes  bedienen  sich  alle  urnordische  runen- 
inschriften  sowie  zum  teil  einige  aus  der  vikingerzeit. 

§  18.  Welche  ausspräche  diesen  zeichen  im  norden  zu- 
kam^ ist  natürlich  schwer  ganz  genau  zu  bestimmen.  Aller 
Wahrscheinlichkeit  nach  waren  f),  t),  g  zeichen  für  tönende 
Spiranten,  für  explosivæ  nur  unmittelbar  nach  nasalen;  /"  war 
bilabial,  nicht  dentilabial;  w  ein  mitlautendes  u;  h  wol  in  den 
meisten  Stellungen  als  deutsch  ch  zu  sprechen;  r  ist  ein  pala- 
tales  oder  dorsales  r  (andere  halten  es  für  ein  sehr  dentales. 


§  19—20.    Die  rimen.  21 

lispelndes  r);   u  drückt  die  verbinduug  von   gutturalem  nasal 
und   folgendem  g  aus   (wol    auch    nur   den   ersten   laut,    aber  y^^^^^r^. 
belege   fehlen).     Die    übrigen    zeichen   sind   wol   wie   in    der 
späteren  spräche  auszusprechen. 

Anm.  Ganz  unsicher  ist  der  lautwert  des  sehr  seltenen  é  (ge- 
schlossenes e?  nasaliertes  i?  ursprünglich  hiol). 

§  19.  Dies  runenalphabet,  dessen  sich  die  urnordischen 
Inschriften  bedienten,  wurde  in  der  vikingerzeit  durch  ein 
anderes  ersetzt.  Dieses  jüngere  runenalphabet  ist  aus  dem 
älteren  entwickelt,  hat  aber  nur  16  zeichen,  weshalb  es  auch 
als  das  kürzere  bezeichnet  werden  kann.  Weil  es  den 
Skandinaviern  eigen  ist,  hat  es  auch  einen  dritten  nanien,  das 
nordische.    Dies  ist  in  lateinischer  transskription : 

f  u  þ  q,  r  k ,h  n  i  a  s ,t  h  l  m  R. 

Dieses  alphabetes  bedienen  sich  während  der  vikingerzeit 
fast  ausschliesslich,  später  nur  teilweise  (s.  §  21),  so  wol  die 
ostnordischen  als  die  westnordischen  runeninschriften.  Unter 
diesen  letzteren  nehmen  die  von  Jäderen  (Norwegen)  und  der 
insel  Man  eine  besondere  Stellung  ein  durch  verschiedene 
eigentümlichkeiten  der  runenformen. 

§  20.  Ueber  die  ausspräche  dieses  höchst  mangelhaften 
alphabetes  sei  hier  unter  vergleichung  des  isl.-anorw.  normal- 
alphabetes  (s.  kap.  2  unten)  nur  folgendes  bemerkt  (vgl.  meine 
altschwed.  gramm.): 

a  entspricht  sowol  (unnasalirtem)  a  wie  ce  (und  o?);  f(,  be- 
zeichnet die  entsprechenden  nasalirten  laute. 

/  bez.  /  und  e,  später  auch  ce ;  dann  werden  œ  und  e  auch 
durch  die  Verbindung  ai,  seltener  ia,  ausgedrückt;  sonst  bez. 
ai,  ia  die  diphthonge  cei,  ia. 

u  bez.  sowol  u  und  o  wie  y  und  .ø,  selten  o;  später  werden 
0,  0  und  ^  auch  durch  au  ausgedrückt;  sonst  bez.  au  teils  au, 
teils  ////  (und  ey). 

/]  l,  n,  m,  r,  s  sind  die  entsprechenden  isl.-anorw.  laute. 
Die  nasale  werden  indessen  gewöhnlich  nicht  vor  b,  k,  oft 
nicht  vor  l  ausgeschrieben,  z.  b.  liki  =  lœngi,  ailafns  = 
(cndabiss. 


22  §  '-^1-    Die  runen. 

b,  k,  l  sind  sowol  mediæ,  resp.  h,  g,  d,  wie  tenues,  resp. 
p,  k,  t\  ausserdem  bez.  h  bisweilen  tönendes  /  (/>),  k  oft 
spirantisches  g  (g). 

li  bez.  h  und,  besonders  etwas  später,  spirantisches  g  {^). 

E  bez.  palatales  r  (vgl.  §  18),  selten  e,  ce  oder  /. 

/>  bez.  þ  und  ð. 

Länge  (sowol  der  vokale  wie  der  konsonanten)  wird  nur 
ganz  ausnahmsweise  (dann  durch  doppelschreibung  der  be- 
treifenden rune)  bezeichnet,  z.  b.  trutin  =  dróltinn. 

Anm.  In  gewissen  fallen  ist  der  lautwert  der  runen  nicht  genau 
zu  ermitteln. 

§  21.  Schon  um  1000  zeigen  sich  spuren  einer  neuen 
modifikation  des  runenalphabetes,  die  dahin  zielte  die  runen 
in  stand  zu  setzen  ebensoviele  laute  auszudrücken  wie  das 
lateinische  aiphabet.  Diese  bestrebungen  gewannen  durch  die 
reformvorschläge,  welche  in  Schriften  Thorodd's  runameistare 
(um  1125,  jetzt  verloren)  und  Olafs  hvitaskald  (um  1250; 
hrsgg.  von  B.  Magnússon  Olsen  in  Den  tredje  og  fjærde 
grammatiske  afhandling  i  Snorres  Edda,  Kopenhagen  1884) 
dargestellt  wurden,  ihren  abschluss.  So  entstanden  allmählich 
die  jüngsten  runen,  die  punktierten  (sogenannt,  weil  einige 
der  alten  runen  durch  pünktchen  modificiert  sind)  oder,  wie 
sie  auch  wol  (nach  dem  königlichen  gönner  Olafs)  genannt 
werden  Waldemarsrunen.  Dies  aiphabet,  das  in  trans- 
skription  natürlich  ganz  mit  dem  lateinischen  alph.  der  gleich- 
zeitigen altnord.  literatur  zusammenfallt,  hat  schon  im  13.  jahrh. 
die  kürzere  runenreihe  so  gut  wie  ganz  verdrängt.  Da  aber 
seit  dem  12.  jh.  das  lateinische  aiphabet  —  auch  für  inschrift- 
liche zwecke  —  immer  häufiger  angewandt  wurde,  so  schwinden 
allmählich  die  runeninschriften  überhaupt,  in  Norwegen  mit 
dem  ende  des  14.  jahrhs.,  auf  Island  dagegen  erst  nach  der 
reformation.  Isl.-anorw.  runenhandschriften  hat  es  wahrschein- 
lich nie  gegeben. 

Anm.  Ueber  die  entstehung  und  geschichte  der  runen  s.  vor  allem 
das  hauptwerk  von  L.  F.  A.  Wimmer,  Die  runenschrift,  übersetzt  von 
F.  Holthausen,  Berlin  1887  (vgl.  dazu  R.  Henning,  Die  deutschen  runen- 
denkmäler,  Strassburg  1889,  passim;  gute  referate  über  Wimmers  und 
Hennings  arbeiten  liefert  E.  Brate  in  Svenska  fornminnesföreningens 
tidskrift  VII,  50  íf.  und  247  ff.);  weiter  P.  G.  Thorsen  "Om  runernes  brug 
til  skrift   udenfor  det  monumentale",  Kopenh.   1877   und  B.  Magnussen 


§  22.    Das  lateinische  aiphabet.  23 

Olsen  'Runerue  i  den  oldislandske  literatur',  Kopenh.  1883  (vgl.  dazu 
G.  Storm  in  Arkiv  f.  nord.  fil.  II,  172  ff.;  V.  Dahlerup  und  F.  Jónsson,  Den 
første  og  anden  grammatiske  afhandling  i  Snorres  Edda,  s.  VI  ff.,  Kopenh. 
1886).  Eine  gute,  populär  gehaltene  Übersicht  bietet  P.  Købke  'Om  runerne 
i  Norden',  2.  aufl.,  Kopenh.  1890.  Jetzt  veraltet  ist  P.  A.  Munch,  Kort- 
fattet fremstilling  af  den  ældste  nordiske  runeskrift,  Chra.  1848  (mit  lese- 
iibungen).  Eine  sehr  kurze  orientirende  Übersicht  giebt  E.  Slevers  in 
Grundriss  der  germ.  phil.  hrsgg.  von  H.  Paul,  I,  238  ff. 


Kap.  2.    Das  lateinische  alphalbet. 

§  22.  Wenigstens  schon  um  1100  begann  man  die  heimische 
Sprache  in  lateinischer  schrift  aufzuzeichnen,  dies  sowol  auf 
Island  als  in  Norwegen.  Um  den  bedürfnissen  der  spräche 
zu  entsprechen  musste  aber  das  lateinische  aiphabet  einiger- 
m assen  bereichert  werden.  Deshalb  wurde  aus  dem  runen- 
alphabete  ein  zeichen,  þ,  beibehalten ;  aus  dem  angelsächsischen 
entlehnte  man  ?/  und  ð;  ausserdem  nahm  man  zu  digraphen 
(œ,  w,  co  u.  d.),  modificierung  der  lateinischen  buchstaben  durch 
'zweige'  {e,  o,  o  u.  d.)  und  accente  seine  Zuflucht.  Diese 
reformversuche  fanden  —  wenigstens  was  Island  betrifft  — 
durch  die  ganz  hervorragende  orthographische  abhandlung 
eines  unbekannten  Isländers  (um  1140;  hrsgg.  von  V.  Dahlerup 
und  F.  Jónsson  in  Den  forste  og  anden  grammatiske  afhandling 
i  Snorres  Edda,  Kopenh.  1886)  ihren  einstweiligen  abschluss 
(die  aufnähme  des  ð  geschah  erst  um  1200). 

Die  Orthographie  der  handschriften  ist  natürlich  sehr  ver- 
schieden; oft  ist  sie  in  derselben  hdschr.  sehr  inkonsequent. 
Im  allgemeinen  unterscheiden  sich  die  anorw.  handschriften 
von  den  isl.  vorzugsweise  durch  folgende  zwei  eigentümlich- 
keiten  der  Orthographie.  1.  þ  wird  fast  nie  im  in-  und  aus- 
laute gebraucht,  während  es  in  isl.  hdschr.  in  dieser  Stellung 
entweder  ausschliesslich  oder  neben  ð  vorkommt.  2.  gh  kommt 
oft  (im  isl.  selten)  statt  y  in  spirantischer  funktion  vor. 

Anm.  Ueber  die  Orthographie  der  handschriften  vgl.  vorzugsweise: 
K.  Gislason  'Um  frumparta  islenzkrar  tiingu  í  fornöld',  Kopenh.  1846; 
K.  J.  Lyngby  'Den  oldnordiske  udtale'  in  Tidskr.  for  Philol,  og  Pædag.  II, 
Kopenh.  1S61;  Möbius,  Analecta  Norroena,  2.  ausg.,  Leipz.  1877,  s.  290  ff.; 
Hoffory,  Arkiv  f.  nord.  fil.  II,  1  ff. ;  Wadstein,  Fornnorska  homiliebokens 
IJudlära,  Ups.  1890;  die  einleitungen  zu  den  in  §  12  und  §  15  erwähnten 
textausgaben   (besonders  den  in  §  16,  a  nochmals  angeführten);   endlich 


24  §  23—27.    Aussprache  der  vokalzeichen. 

Islands  grammatiske  litteratur  i  middelalderen,  udg.  for  Samfund  til  udg. 
af  gammel  nordisk  litteratur,  Kopenh.  1884—86. 

Das  bisher  in  den  meisten  gramm atiken  und  sehr  vielen 
textaiisgaben  vorkommende  normalalphabet  nimmt  auf  die 
Schreibung"  der  ältesten  und  besten  handschriften  oder,  was 
auf  dasselbe  hinauskommt,  die  phonetische  seite  der  spräche 
allzu  wenig  rücksicht.  Das  aiphabet,  dessen  wir  uns  in  dieser 
grammatik  bedienen,  ist:  a  á  b  d  Ü  e  é  f  g  h  i  i  k  l  m  n  o  6 
prstuúvxyýzþoóceéðé. 

I.    Aussprache  der  vokalzeichen. 
§  23.    a  bezeichnet  kurzes  offenes,  á  langes  geschlossenes  a. 

Anm.  Hier  (wie  im  folgenden)  wird  zunächst  die  ausspräche  um 
1200  —  die  zeit  der  ältesten  hdschr.  —  berücksichtigt.  Später  wurde 
d  wol  im  allgemeinen  als  langes  offenes  o  {å)  ausgesprochen  (s.  §  80),  ja 
auf  Island  vielleicht  schon  vor  der  reformation  als  au  (wie  im  ncuisl). 

§  24.  e  bez.  kurzes  (sowol  geschlossenes  wie  offenes), 
é  langes  (geschlossenes)  e. 

§  25.     i  bez.  sowol  konsonantisches  als  sonantisches  /: 

1.  Kons,  i  (nicht  spirans  j)  unmittelbar  vor  vocal  (z.  b. 
Marta  herz,  skióta  schiessen,  dylia  verhehlen)  und  in  den  Ver- 
bindungen ei,  cei. 

Anm.  1.  Die  hdschr.  haben  vor  vokal  fast  ausnahmslos  i,  selten  im 
inlaut  gi.  Die  Schreibung  e  der  aller  ältesten  hdschr.  deutet  vielleicht 
eine  etwas  verschiedene  ausspräche  an;  kaum  aber  wenn  sie  ganz  aus- 
nahmsweise in  jüngeren  hdschr.  vorkommt.  Das  in  'normalisierten'  text- 
ausgaben (und  im  neuisl.  seit  c.  1794)  übliche  j  kommt  nur  sehr  selten 
in  einigen  anorw.  und  norvagisierend  isl.  hdschr.-  (vgl.  Wadstein,  Fornn. 
homil.  Ijudl,  s.  111  f.)  vor. 

2.  Son.  kurzes  i  in  übrigen  Stellungen;  i  ist  der  ent- 
sprechende lange  laut. 

Anm.  2.  Die  in  anm.  1  angedeuteten  hdschr.  haben  sehr  selten  J  in 
der  bedeutung  von  i  oder  i. 

§  26.    0  bez.  kurzes,  ó  langes  geschlossenes  o. 

§  27.    u  bez.  sowol  konsonantisches  als  sonantisches  u: 
1.   Kons,  u   (nicht   spirans  v,  w)    unmittelbar    vor   vokal 

(z.  b.  hua7^  wo,  suá  so,  hoggua  hauen)  sowie  in  den  Verbindungen 

au,  ou  (ou). 

Anm.  1.  Nur  einige  von  den  ältesten  hdschr.  schreiben  konsequent 
u  vor  vokal  (s.  z.  b.  L.Larsson,  Cod.  1812,  4°,  s.  XV);    sonst  ist  die 


§  28 — 32.    Aussprache  der  vokalzeichen.  25 

Schreibung  v  häufiger;  selten  ist  w.    Auch  kommt  av  (oder  die  ligatur  «;) 
statt  au  vor. 

2.  Son.  kurzes  u  in  übrigen  Stellungen;  ú  ist  der  ent- 
sprechende lange  laut. 

Anm.  2.    Die  hschr.  haben  sehr  oft  v. 

§  28.     tj  bez.   sowol  konsonantisches  wie   sonantisches  ü: 

1.  Kons,  ü  nur  in  den  Verbindungen  ey  {cetj,  ay\  øy. 

Anm.  1.  Statt  des  seltenen  a\j  kommt  in  den  hdschr.  auch  at;  oder 
die  ligaturen  ^y,  œ  vor. 

2.  Son.  ü  in  übrigen  Stellungen;  ij  ist  der  entsprechende 
lange  laut. 

Anm.  2.    Die  hdschr.  haben  oft  n  oder  v. 

§  29.  0  bez.  kurzes  offenes  o;  ó  ist  der  entsprechende 
lange  laut. 

Anm.  1.  Die  ältesten  hdschr.  haben  o^  o  oder  die  ligatur  co:  später 
kommt  gewöhnlich  o,  bisweilen  ao,  au  (w)  vor.  Die  normalisierten  aus- 
gaben schreiben  gewöhnlich,  aber  sehr  irreleitend,  nach  Vorgang  des 
neuisländischen  ö,  ein  zeichen  das  erst  im  16.  Jahrhundert  aus  der  deut- 
schen Schrift  entlehnt  ist. 

Anm.  2.  Später  bez.  o  einen  ö-laut  (s.  §  84) ;  ó  ist  dann  durch  das 
gleichwertige  d  (s.  §  23  anm.)  ersetzt. 

§  30.    œ  bez.  kurzes,  é  langes  offenes  ä. 

Aum.  Die  hdschr.  haben  statt  œ  (so  besonders  anorw.)  auch  e  oder 
e,  sehr  selten  ae.  Die  normalisierten  texte  geben  gewöhnlich,  sehr  un- 
zweckmässig, den  kurzen  laut  durch  e,  den  langen  durch  œ  wieder. 

§  31.    0  bez.  kurzes  (geschlossenes  und  offenes),  ó  langes 

(geschlossenes)  Ö. 

Anm.  Die  hdschr.  verwenden  ausser  ó  und  (in  anorw.  hdschr.  auch) 
æ  —  welche  beiden  verwandten  zeichen  wir  hier  aus  praktischen  gründen 
durch  &  wiedergeben  —  nicht  selten  o,  bisweilen  ey,  eo  (in  alten  isl. 
hdschr.).  Die  normalisierten  textausgaben  verwenden  im  allgemeinen  — 
sehr  unzweckmässig  —  ö  für  den  kurzen,  œ  für  den  langen  laut. 

§  32.  Die  nasalität  der  vokale  wird  in  dieser  grammatik 
—  wie  auch  sonst  allgemein  —  der  regel  nach  nicht  be- 
zeichnet. 

Anm.  Nur  die  in  §  22  erwähnte  alte  orthographische  abhandluug  be- 
zeichnet die  nasalität,  und  zwar  durch  einen  über  das  vokalzeichen  ge- 
setzten punkt,  welcher  bezeichnungsweise  wir  uns  auch  ganz  ausnahms- 
weise hier  bedienen. 


26   §  33.  Aiisspr.  d.  vokalzeicheu.    §  34—30.  Ausspr.  d.  konsonantenzeichen. 

§  33.  Länge  wird  —  wie  wir  schon  oben  gesehen  haben 
—  durch  einen  über  den  vokal  gesetzten  akut  (')  ausgedrückt. 

Anm.  1.  Nur  die  ältesten  hdschr.  verwenden  in  dieser  weise  accente. 
Die  hdschr.  des  13.  jahrhs.  bezeichnen  die  länge  gewöhnlich  nicht;  die 
noch  späteren  verdoppeln  das  vokalzeichen. 

Anm.  2.  Die  hdschr.  drücken  durch  den  accent  bisweilen  den  platz 
des  haupttones,  bisweilen  nur  den  punkt  des  i,  bisweilen  diæresis  aus; 
vgl.  Wadstein,  Fornn.  homil.  Ijudl,  s.  122  f. 

IL    Aussprache  der  konsonantenzeichen. 

§  34.  b,  d,  m,  p,  r,  s,  t,  x  sind  etwa  wie  im  deutschen 
auszusprechen. 

Anm.  1.  Statt  å  haben  die  hdschr.  nicht  selten  ð,  selten  ð,  sehr 
selten  >;  vgl.  Hoflfory,  Tidskr.  f.  fil,  N.  r.  III,  294  f..  Arkiv  f.  nord.  fil.  II, 
25  note. 

Anm.  2.  In  dem  alveolaren  r-laute,  der  durch  r  bezeichnet  wird, 
sind  zwei  laute  zusammengefallen,  die  in  runenschrift  (doch  nicht  der 
jüngsten)  durch  verschiedene  zeichen  ausgedrückt  wurden:  das  alveolare 
r  und  das  palatale  R\  vgl.  oben  §  18  und  §  20.  Ob  der  unterschied  in 
einigen  anorw.  dialekten  noch  in  literarischer  zeit  bewahrt  ist,  und  das  r 
also  zum  teil  zwiefache  geltung  hat,  bleibt  unsicher.  —  Auslautend  nach 
einem  konsonanten  (wenigstens  nach  tonlosem)  ist  wol  r  in  den  meisten 
gegenden  tonlos  gewesen  (vgl.  Sievers,  Beitr.  V,  457  note),  z.  b.  akr, 
apr,  otr. 

Anm.  3.  Wo  bei  ableitung  und  flexion  Jcs,  gs  entstehen,  gebrauchen 
die  normalisierten  texte  diese  etymologischen  Schreibungen  statt  x,  das 
in  den  hdschr.  auch  in  diesem  falle  oft  vorkommt. 

§  35.    ð  bezeichnet  die  tönende  interdentale  spirans  (engl. 

weiches  th);  s.  Wadstein,  Fornn.  hom.  Ijudl.,  s.  107  f. 

Anm.  Statt  ð  schreiben  die  ältesten  isl.  hdschr.  fast  immer  p, 
selten  ð;  spätere  (seit  dem  anfang  des  13.  Jahrhunderts)  haben  ohne  unter- 
schied þ  oder  Ö  (das  immer  häufiger  wird),  nach  1350  d.  Die  anorw. 
hdschr.  haben  (ausser  einigen  aus  Söndhordaland)  fast  nie  />,  sondern 
schon  in  ältester  zeit  ð.  Die  meisten  normalisierten  textausgaben  haben 
ð,  einige  aus  letzter  zeit  p. 

§  36.    /  bezeichnet  zwei  verschiedene  laute: 

1.  Bilabiales,  später  dentilabiales  /  im  anlaut  (des  wortes 
oder  des  Zusammensetzungsgliedes),  vor  k,  s,  t,  þ  und  in  der 
Verdoppelung,  z.  b.  fara,  rifka,  Imfs,  liüfl,  iylfþ,  o/fra. 

2.  Bilabiales  v  (^),  später  dentilabiales  v  in  den  übrigen 
Stellungen,  z.  b.  hafba,  œrfa,  kœlfa,  gefa,  ga  f,  huarf. 


§  37 — 39.    Aussprache  der  konsonantenzeichen.  27 

Anm.  1.  Die  ältesten  hdschr.  schreiben  oft  inlautend  v;  jüngere 
haben  in  dieser  Stellung  nicht  selten  fu,  besonders  nach  l,  z.  b.  kcelfua. 

Anm.  2.  lieber  die  bilabiale  ausspräche  des  f  s.  Noreen,  Arkiv  f. 
nord.  fil.  I,  297  f.;  Hoffory,  ibid.  II,  lOif.;  B.  Magnusson  Olsen,  Germania 
XXVII,  271  f.;  Mogk,  Zeitschr.  f.  d.  Altert.  X,  60  f.,  186. 

§  37.    g  hat  fünffache  geltung: 

a)  Tönender  verschlusslaut  {g)  im  anlaute,  nach  n  und 
in  der  Verdoppelung: 

1.  palataler  vor  palatalen  vokalen,  z.  b.  gefa,  gilde,  giarn, 
lœggia. 

Anm.  1.    Die  hdschr.  schreiben  bisweilen  gi  (doch  nicht  vor  i). 

2.  gutturaler  in  den  übrigen  fallen ,  z.  b.  gamall,  gripa, 
hanga,  hoggua,  dogg. 

Anm.  2.  Nach  n  kommt  in  anorw.  hdschr.  bisweilen  gh  vor,  das 
wol  eine  etwas  verschiedene  ausspräche  andeutet. 

b)  Tönende  spirans  (^)  in-  und  auslautend  (ausser  in  der 
Verdoppelung,  nach  n  und  vor  s.  ty. 

1.  palatale  vor  palat.  vokalen,  z.  b.  berge,  sægia. 

2.  gutturale  in  den  übrigen  fallen,  z.  b.  draga,  dog  om, 
biarga,  hœlgan,  lagba,  log. 

c)  Tonlose  spirans  (cÄ-laut)  inlautend  (ausser  nach  n)  vor 

s  und  t,  z.  b.  vegs,  blóbogs,  dringt,  blót5ogt\  vgl.  Hoífory,  Arkiv 

í.  nord.  fil.  II,  16  ff. 

Anm.  3.  In  anorw.  (selten  in  isl.)  hdschr.  wird  die  spirans  (tönend 
und  tonlos)  oft  nach  vokalen,  bisweilen  auch  nach  Z,  r  durch  gh  (wie  im 
aschwed.  und  adän.)  wiedergegeben. 

§  38.    h  hat  dreifache  geltung: 

1.  h  im  allgemeinen,  z.  b.  hafa,  himenn. 

2.  Tonlose  spirans  (cÄ-laut)  vor  konsonantischen  u  (wenig- 
stens in  den  meisten  gegenden)  und  i  (wenigstens  in  gewissen 
gegenden),  z.  b.  huat,  Maria. 

3.  Tonloses  /,  n,  r  in  den  (nur  im  isl.  vorkommenden) 
Verbindungen  hl,  hn,  hr,  z.  b.  hlaupa,  hniga^  hringr. 

§  39.     k  hat  zweifache  geltung: 

1.  Palatales  k  vor   palat.  vokalen,    z.  b.  kippa,  rike,  kiolr. 
Anm.  1.    Die  hdschr.  haben  bisweilen  ki  (doch  nicht  vor  i)  oder  c7í; 

vgl.  anm.  2. 

2.  Gutturales  k  in  den  übrigen  Stellungen,  z.  b.  kasiu,  kuiba, 
kræ/ia,  sok. 


28  §  ^ö — 44.    Aussprache  der  konsonantenzeichen. 

Anm.  2.  Die  hdschr.  haben  oft  c,  ch  oder  (vor  konsonantischem  ii)  q. 
Viele  der  ältesten  und  besten  hdschr.  bez.  das  gutturale  k  durch  c,  das 
palatale  durch  k  (nur  nach  s  auch  durch  c);  andere  bez.  jenes  durch  c 
oder  k,  dieses  durch  ch. 

§  40.    /  hat  wahrscheinlich  zweifache  g-eltung: 

1.  Dentales  /  anlautend  und  (fast  immer)  in  unmittelbarer 
Verbindung  mit  dental,  sowie  in  der  Verdoppelung,  z.  b.  Uós, 
halda,  hasl,  falla: 

2.  Ein  kakuminaler,   zwischen  r  und  /  schwebender   laut 

('dickes'  /)  in  den  übrigen  fällen,  z.  b.  kliiifa,  flíúga,  tala,  half  r, 

folk,  holmr,  ol. 

Anm.  lieber  ein  eventuelles  tonloses  l  im  inlaut  s.  §  183, 2,  b. 
Sicher  war  wol  auslautendes  l  tonlos  nach  tonlosen  konsonanten,  z.  b.  hasl. 

§  41.    n  hat  ebenso  zweifache  geltung: 

1.  Dentales  w;  so  im  allgemeinen,  z.  b.  nenna,  hond,  lin. 

Anm.  1.  Ueber  ein  eventuelles  tonloses  n  im  inlaut  s.  §  183,  2,  b. 
Sicher  war  wol  auslautendes  7i  tonlos  nach  tonlosen  konsonanten,   z.  b. 

sók7i,  vdpn,  lausn,  vatn. 

2.  Gutturales  n  (»)  vor  g,  k,  z.  b.  syngua,  long,  honk. 

Anm.  2.  Die  hdschr.  bez.  bisweilen  diesen  laut  —  oder  auch  oft  die 
Verbindung  dieses  lautes  mit  folgendem  g  (was  sonst  mit  ng  bezeichnet 
wird)  —  durch  ein  besonderes  zeichen:  ?;,  7j  oder  q. 

§  42.     V  bez.  bilabiales  v  ($),  später  dentilabiales  v. 
Anm.    Die  hdschr.  haben  oft  u,  selten  xü. 

§  43.  z  ist  ursprünglich  (d.  h.  bei  der  einführung  des 
lateinischen  alphabetes)  nur  in  der  bedeutung  von  ds  gebraucht 
worden.  Aber  schon  in  den  ältesten  der  uns  erhaltenen  hdschr. 
tritt  es  —  in  folge  des  lautlichen  Überganges  von  ds  in  ts  — 
auch  (und  zwar  häufiger)  in  der  bedeutung  von  ts  auf,  weshalb 
es  in  dieser  grammatik  nur  für  ts  gebraucht  wird.  Noch  später 
bezeichnet  es  —  in  folge  des  Überganges  von  inteívÆali^hera 
ts  in  SS  —  swiß^hefr-^s^okaJbn  ss.  Vgl.  Wadstein,  Fornn.  homil. 
Ijudl.  s.  118  f.;  Mogk,  Anzeiger  f.  d.  Alt.  X,  65  f.;  Gering,  Zeitschr. 
f.  d.  philol.  XVI,  380;  Hoífory,  arkiv  f.  nord.  fil.  II,  79  ff.;  Gislason, 
Njála  II,  626  ff. 

Anm.    Statt  z  kommt  in  den  hdschr.  hie  und  da  þ  vor. 

§  44.   þ  bez.  die  tonlose  interdentale  spirans  (engl,  hartes  th). 

Anm.  Die  ältesten  anorw.  hdschr.  haben  im  anlaut  auch  die 
majuskel  Ð,  welche  wol  nur  eine  andere  form  des  þ  ist;  im  13.  jh.  kommen 


§45.  Ausspr.  d.  konsonantenzeichen.    §46—47.  Phonetische  Übersicht.     29 

anlautend  sowol  Ð  wie  ð  in  der  bedeutung  von  þ  auch  (aber  sehr  selten) 
in  isl.  hdschr.  vor.  Einige,  vorwiegend  anorw.  hdschr,  haben  í/í.  —  Die 
meisten  normalisierten  textausgaben  schreiben  ohne  genügenden  grund 
inlautend  ð  (vor  k  und  nach  h,  j)). 

§  45.    Länge  wird  durch  doppelschreibung  des  betreffen- 
den Zeichens  ausgedrückt. 

Anm.  Die  hdschr.  drücken  die  länge  auch  durch  grosse  buchstaben 
oder  durch  ein  über  den  konsonanten  gesetztes  pünktchen  aus.  Neben 
kk  kommen  cc,  ck,  kc  vor. 


III.    Phonetische  übersieht. 

Das  altwestnordische  lautsystem  um  1200  war  also  — 
mit  dem  jetzt  erörterten  normalalphabete  ausgedrückt  — 
folgendes: 

§  46.    Sonanten  (nur  vokale): 


Palatale 


Gutturale 
od.  Hintere 

Ohne  labialisierung:     a  á 


0    0 

i/       c  ■ 


Mittlere 

œ  œ    e  é 


jø 


Vordere 

i  i 


Labialisierte : 


0    0 


ð    0 


\ii 

^.. 

y  y 

§  47.    Konsonanten: 

Labiale 

Interdent 

Dentale 

Palatale 
u,  íxutturale 

Halbvokale: 

w;  y 

i\  y 

Liquidæ:  tönende: 

1 11;  r  r  r 

,,        tonlose 

íanl.    h       h 
|ausl.  /       r 

Nasale:  tönende: 

m  mm 

n  nn 

n 

„       tonlose: 

íanl.    h 
(ausl.  n 

Spiranten :  tönende 

Janl.  V 
'|in.u.ausl. 

f 

ts 

9 

„          tonlose: 

f  fr 

P 

s  ss 

i  7 Is     .7' hs\ 

íanl. 

Hnl 

h 

n 

Explosivæ:  tönende:        h  hb         — 

V  PP        — 


tonlose; 


d  dd  g  gg 

t  it  k  kk 

{z  =  ts)  (x  =  ks). 


30  §  48—50.    Phonetische  Übersicht. 

Hierzu  kommen  laryngales  h  (hauchlaut)  und  kakuminales  /. 
lieber  kakumiuale  d,  n,  s,  t  ^,%  195. 

§  48.  Eine  Verbindung  von  einem  sonantischen  mit  einem 
konsonantischen  vokale  nennt  man  diphthong.  Solche  kom- 
men im  isl.-anorw.  in  grosser  anzahl  vor  und  sind  zweier- 
lei art: 

1.  Fallende,  die  mit  dem  sonanten  anfangen:  (vorzugs- 
weise isl.)  au,  ei,  ey,  resp.  (vorzugsweise  anorw.)  ou  {ou)^  æi, 
œy  (ay)  und  ðy. 

2.  Steigende,  die  mit  dem  konsonanten  anfangen:  kurze: 
la,  10,  iu,  10,  (vorzugsweise  ostnorw.)  iœ\  ua,  ue,  ui,  uo,  (vor- 
zugsweise anorw.)  uæ\  lange:  iá,  ió,  iú,  ig,  (vorzugsweise  ost- 
norw.) ice;  ua,  ue,  ui,  ug,  uœ. 

Anm.  Auch  fünf  triphth on ge  (Verbindungen  von  einem  sonan- 
tischen mit  zwei  konsonantischen  vokalen)  hat  das  isl.-anorw.  aufzu- 
weisen: uei  (uœi)  z.  b.  in  sueigia  biegen,  uey  {uœy)  und  uðy  z.  b.  in  kueykua, 
kuoykua  beleben;  endlich  iau  {iou),  uau  {uou)  in  je  einem  einzigen  bei- 
spiele:  siau  sieben,  tuau  zwei. 

§  49.  Ihrer  quantität  nach  treten  —  wie  wir  schon 
oben  gesehen  haben  —  sämmtliche  vokale  und  explosivse, 
dentales  tönendes  /  und  n,  ferner  /,  m,  r  und  s  sowol  als  kurz 
wie  als  lang  auf. 

Als  4ange  wuri^ze^lsilbe'  gilt,  historisch  (nicht  metrisch) 
betrachtet,  diejenige,  die  entweder  einen  langen  vokal  (oder 
diphthong)  mit  folgendem  konsonanten  (oder  mit  nasalierung) 
oder  einen  kurzen  vokal  mit  zwei  folgenden  konsonanten 
(ausser  gg)  enthält,  z.  b.  Ost,  œiga,  halda.  Eine  'kurze  w^irz-e4^ 
silbe'  ist  dagegen  vorhanden,  wo  entweder  ein  kurzer  vokal 
von  nur  einem  konsonanten  (oder  ^^)  gefolgt  wird,  oder  die 
silbe  einen  langen  unnasalierten  vokal  (oder  diphthong)  ohne 
folgenden  konsonanten  enthält,  z.  b.  fara,  ægg,  hua,  dýia. 

Anm.  Ueber  die  metrische  geltung  einer  silbe  s.  Sievers,  Beitr. 
XV,  401  flf. 

§  50.  Alle  vokale  (auch  diphthonge)  können  auch  als 
nasalierte  vorkommen.  Aus  der  alten  (in  §  22  oben  er- 
wähnten) orthographischen  abhandlung  wissen  wir,  dass  um 
1140  nasalität  wenigstens  im  isl.  in  folgenden  fällen  da  war 
(s.  Noreen,  Arkiv  f.  nord.  íil.  III,  1  ff.,  36  ff.;  Bugge,  ibid.  II, 
230  ff.): 


§  51.    Betonung.  31 

1.  Unmittelbar  vor  nasal  (nur  nicht  wenn  diese  Stellung 
durch  altn.  synkope  entstanden  ist),  z.  b.  sý'na  zeigen  (aber 
sijna  gen.  pl.  von  f.  sýid)^  ra'mr  stark,  va'nr  gewöhnt. 

2.  Unmittelbar  nach  nasal,  z.  b.  mé'r  mir,  pl.  fra'me'r  zu 
fra'mr  unverschämt. 

3.  Wo  ein  urnordischer  nasal  nach  dem  vokale  fortgefallen 
ist,  z.  b.  i'  in,  nom.  pl.  f.  o'rar  unsere. 

4.  Wo  schon  in  urgerm.  zeit  ein  nasal  hinter  dem  vokale 
fortgefallen  ist,  z.  b.  f  æ' r  empfangt,  ó're  jünger,  þé'l  feile, 
há'r  hai. 

Diese  nasalirung  schwindet  allmälich,  wol  zu  sehr  ver- 
schiedener zeit  in  verschiedenen  gegenden. 

Anm,  Ob  im  falle  3  auch  schwachtoniger  vokal  nasalirt  war,  bleibt 
flir  das  isl.  unsicher,  weil  beispiele  in  der  erwähnten  orthographischen 
abhandlung  fehlen.  Im  anorw.  war  —  wenigstens  nach  der  Frösö-inschrift 
zu  urteilen  —  in  diesem  falle  schon  um  1050  die  nasalierung  nicht  mehr 
da,  z.  b.  liirua  (d.  h.  gerua  aus  -an)  machen;  "s.  Arkiv  III,  31  ff. 

§  51.  Ueber  die  altwestn.  beton  ung  ist  bis  jetzt  nur 
sehr  wenig  genauer  ermittelt  worden.  Es  lässt  sich  aber  ver- 
muten, dass  sie  im  wesentlichen  mit  derjenigen  des  ältesten 
altschwedisch  übereinstimmte;  vergl.  meine  darstellung  im 
Grundriss  I,  455  ff.  Hier  sei  nur  in  aller  kürze  folgendes 
bemerkt: 

In  betreff  des  exspiratorischen  accents  konnte  eine  silbe 
entweder  haupttonig,  stark  nebentonig,  schwach  nebentonig 
oder  unbetont  sein.  Die  haupt-  und  stark  nebentonigen  fassen 
wir  als  starktonige,   die  andern  als  schwachtonige   zusammen. 

1.    Der  hauptton  ruht  der  regel  nach: 

a)  In  zusammengesetzten  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe  des 
ersten  gliedes.  Doch  giebt  es  sehr  viele  Wörter,  bei  denen 
die  Wurzelsilbe  des  letzten  gliedes  wenigstens  alternativ  den 
hauptton  trägt.  Solche  sind  die  meisten  auf  of{r)-  'allzu'  und 
for-  'ver-',  z.  b.  ofrgiald  übergrosse  Vergeltung,  forhot^  verbot, 
und  ausserdem  eine  grosse  menge  einzelner  Wörter  mit  ein- 
silbigem ersten  glied,  z.  b.  miskunn  erbarmen,  isl.  úhreinn  (anorw. 
úræinn)  unrein,  fram  far  enn  gestorben,  Nor{v)egr  Norwegen, 
hörd('mr  hurerei,  einvalde  herrscher,  rét{t)lútr  rechtfertig,  hugskot 
gemüth  u.  a.  m.  Weil  die  hdschr.  nur  ausnahmsweise  den 
platz  des  haupttones  angeben  (s.  §  33  anm.  2),  und  die  metrik 


32  §  51.    Betonung. 

uns  auch  oft  im  stiche  lässt,  sind  wir  in  vielen  fällen  darauf 
beschränkt  mit  hülfe  der  lautlichen  Verhältnisse  —  wie  sie  im 
folgenden  werden  erläutert  werden  —  konstatieren  zu  können, 
dass  bei  einem  worte  die  letzterwähnte  betonungsweise  wenigstens 
einst  vorhanden  gewesen  ist,  z.  b.  forynia  {*/dr-rynia)  verböte, 
árhialmr  bronzehelm  (zu  œir,  eir  erz),  der  personenname  Þuribr  (zu 
Þórr);  bisweilen  geht  sogar  aus  der  lautentwickelung  hervor, 
dass  die  früher  vorhandene  accentuierung  mit  haupttonigem 
lezten  gliede  schon  zu  gunsten  der  gewöhnlicheren  betonungs- 
weise gewichen  ist,  z.  b.  forab  (^for-rát^)  verderb,  ellefo  {^æin- 
lifu)  elf,  der  personenname  Þyri  (^Þúr-wi  zu  Þórr).  Oft  stehen 
neben  einander  doppelformen,  die  in  folge  der  alternativen  be- 
tonung  lautlich  mehr  oder  wenig  verschieden  gestaltet  sind, 
je  nachdem  das  erste  oder  zweite  glied  den  hauptton  trägt 
oder  einst  getragen  hat,  z.  b.  lik{h)amr :  likamr  korper,  óstvinr : 
asivinr  lieber  freund,  fósi{r)syster  :  fósysíer  pflegeschwester, 
Grik{k)land :  Girkland  Griechenland,  personennamen  wie  Oläfr, 
-lafr  :  -lei fr,  Þórlákr  :  -leikr,  Hróarr  :  Hró^geirr,  Þórarr  :  Þorgeirr, 
Guttormr  {^Guþ-þormr)  :  Got>ormr,  Ein{d)rit5e  :  lndrit5e,  (latinisiert) 
Herioldus  :  Haraldr  (vgl.  isl.-anorw.  Hœriulfr,  Bryniulfr :  aschwed. 
HarulfR,  BrunulfR). 

b)  In  einfachen  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe.  Doch  ist  in 
einzelnen  fällen  die  ableitungssilbe,  wenigstens  alternativ, 
haupttonig;  so  besonders  in  vielen  mit  -ing-  und  -ung-  ab- 
geleiteten Wörtern,  z.  b.  þrening  dreieinigkeit,  mining  erinnerung, 
kening  poetische  Umschreibung,  teningr  Würfel,  peningr  pfennig 
neben  resp.  þrenning  u.  s.  w.  mit  haupttoniger  Wurzelsilbe. 

2.    Starker  nebenton  tritt  in  folgenden  fällen  auf: 

a)  In  zusammengesetzten  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe  des 
nicht  haupttonigen  gliedes,  z.  b.  klrkiogarbr  friedhof.  Doch 
ist  das  letzte  glied  schwachtonig  in  artikulierten  nominal- 
formen, z.  b.  harnet,  -eno  das,  dem  kind,  so  wie  in  vielen 
sonstigen  Wörtern,  denen  das  gefühl  der  Zusammensetzung  ab- 
handen gekommen  ist,  z.  b.  Alrekr  i^Al-rikr)^  Hammer  (älter 
Hamþér),  Sigurbr  {*Sig-rvgrbr)^  gaman  freude,  panneg  {^þann- 
weg)  dorthin,  nekkuat  (^ne-weii' ek-hual)  etwas,  totiogo  zwanzig, 
fílórribe  Thor. 

b)  In  einfachen  Wörtern  auf  sehr  vielen  ableitungssilben 
(zum  teil  aus  alten  Zusammensetzungsgliedern  entstanden),  wie 


§  52.    Natur  des  haupttons.  33 

-and-,  -ind-,  -und-,  -ing-,  -ung-,  -ærn-,  -tán-  (aber  nicht  -iián) 
und  noch  anderen  (wofern  sie  nicht  haupttonig  sind,  s.  1,  b), 
z.  b.  isl.  eigande  besitzer,  sanninde  Wahrheit,  tiunde  zehnte,  vikingr 
vikinger,  lausung  falschheit,  fatterne  väterliche  seite,  sextan 
sechszehn,  kaupangr  Stadt,  apaldr  apfelbaum,  heimill  von  rechts- 
wegen   gestattet  u.  a.     Dialektisch   können  jedoch  auch  diese  _. 

Silben  schwachtonig  seinAV^^^    -(^^wÄ.r  (^^<^  p.^í-.-i^-/^<Oð^vi«lr- O^j"  0 

3.  Schwacher  nebenton  kommt  der  regel  nach  der- 
jenigen silbe  zu,  die  in  einem  einfachen  wort  unmittelbar  auf 
eine  haupttonige  silbe  folgt  (wofern  jene  nicht  starken  neben- 
ton hat,  s.  2,  b),  z.  b.  tunga  zunge,  kallabe  rief.  Doch  fehlt 
jedweder  nebenton  (also  auch  starker)  in  den  meisten  2-silbigen 
komparativen,  z.  b.  isl.  større  grösser,  yngre  jünger,  færre 
weniger,  hetre  besser  (aber  meire  grösser,  fleire  zahlreicher  mit 
nebenton.  ultima);  ausserdem  in  einzelnen  Wörtern,  z.  b.  yiio 
neun,  tio  zehn,  deren  anzahl  mit  der  zeit  immer  zunimmt. 

Anm.  1.  Wenn  die  haupttonige  silbe  kurz  ist,  so  ist  früher  —  und 
wol  noch  in  gewissen  dialekten  —  der  folgende  nebenton  stark  gewesen, 
z.  b.  gata  gasse,  talade  redete. 

4.  Unbetont  ist  eine  silbe  in  allen  übrigen  fallen;  natür- 
lich auch  die  Wurzelsilbe  proklitisch  oder  enklitisch  stehender 
Wörter,  z.  b.  isl.  eba  oder,  meban  während,  eke  (neben  betontem 
ekke)  nicht,  þikia  (bet.  þykkia)  dünken  u.  s.  w. 

Anm.  2.  Vgl.  noch  u.  a.  Wadstein,  Fornn.  hom.  s.  122,  125;  Bugge, 
Norrœn  fornkvæði,  s.  36  note,  Aarbøger  1884,  s.  87f.;  Jessen,  Zeitschr.  f. 
d.  philol.  II,  139  f.;  Sievers,  Beitr.  VIII,  75;  Kock,  Arkiv  V,  67  note. 

§  52.  Ueber  die  natur  des  haupttons  ist  zu  merken, 
dass  er  mehrfacher  art  ist  und  zwar  wahrscheinlich  (s.  Noreen, 
Arkiv  VI,  319  ff.;  dagegen  Kock,  ib.  VII,  334  ff.): 

1.    Stark  geschnitten  (Sie vers  im  Grundriss  I,  286): 

a)  in  ursprünglicher  (d.  h.  urnordischer)  ultima,  z.  b.  im- 
perat.  grmtt  weine,  2.  sg.  prat.  ind.  Mott  hiebst,  anorw.  út{i) 
hinaus; 

b)  wo  unmittelbar  nach  dem  haupttonigen  vokal  ein  un- 
betonter vokal  synkopiert  (nicht  mit  jenem  kontrahiert,  vgl.  3,  a) 
worden  ist,  z.  b.  nér{r)  aus  "^náiR  (vgl.  hœldr  aus  "^hal^'m)  näher, 
nom.  sg.  m.  grár{r)  aus  "^gráan  (vgl.  góbr  gut  aus  *^ó()a^í),  gen. 
sg.  m.,  ntr.  g?^ás(s)  aus  "^gráas   (vgl.  go^s  aus  *^óðtíí),  sg.  nom., 

Noreen,  Altisl.  gramm.     2.  auíl.  3 


34     §  53.  Die  sonanten.    §  54.  Die  starkton.  silben.    Urnord.  vorgange:  (f. 

acc.  ntr.  grát{t)   aus   "^gráat  (vgl.  gotl  aus  "^góbat)  grau,   sék{k) 
aus  "^sé-ek  ich  sehe; 

c)  wo  in  einem  unsynkopierten  wort  nach  der  haupt- 
tonigen  silbe  eine  unbetonte  folgt  (vgl.  2),  z.  b.  siauiián  siebzehn, 
tottogo  zwanzig. 

2.  Schwach  geschnitten,  wo  in  einem  unsynkopierten 
wort  nach  der  haupttonigen  silbe  eine  nebentonige  folgt  (vgl. 
1,  c),  z.  b.  3.  pl.  prät.  ind.  bwido  banden. 

3.  zirkumflektiert: 

a)  wo  mit  dem  haupttonigen  vokal  ein  unmittelbar  folgen- 
der (nebentoniger)  vokal  kontrahiert  (vgl.  1,  b)  worden  ist,  z.  b. 
fá  empfangen  (älter  fáa,  vgl.  lala  lassen),  acc.  sg.  m.  gy^án 
grauen  (älter  gräan,  vgl.  gåtan  guten); 

b)  wo  nach  dem  (oder  den)  auf  dem  haupttonigen  vokal 
folgenden  konsonanten  ein  (urnordischer)  vokal  synkopiert 
worden  ist,  z.  b.  horn  (urnord.  horna)  horn,  démha  (urnord. 
'^dömibö)  urteilte. 

II.  Abschnitt.    Die  sonanten. 

§  53.  Das  urnordische  übernahm  aus  urgerm.  zeit  folgende 
sonanten: 

Kurze:  a,  e,  i,  o,  u.     Lange;  ä,  e,  i,  ö,  ü,  ce. 

Dazu  kamen  mehrere  diphthonge: 

Fallende:  al,  au,  eo,  eu,  iu.  Steigende:  rva,  we,  rvi;  wü, 
jve,  wi,  rvœ. 

Diese  vokale  (und  diphthonge)  waren  nasaliert,  wenn  ein 
nasaler  konsonant  unmittelbar  vorherging  oder  nachfolgte  oder 
doch  in  urgerm.  zeit  nachgefolgt  war;  ä  scheint  immer  nasaliert 
gewesen  zu  sein  und  zwar  aus  letztgenanntem  grunde. 

Die  entwickelung  dieser  laute  innerhalb  des  (urnordischen 
und)  altwestnordischen  wurde  durch  folgende  lautgesetze 
bestimmt. 

Kap.  1.   Lautgesetze  der  starktonigeii  silben. 
L    Urnordische  Vorgänge. 

§  54.  œ  war  noch  um  Christi  geburt  als  solches  erhalten, 
wie  aus  den  ältesten  finnischen  lehnwörtern,  z.  b.  n(i)ekla  (got. 


§  55.  56.    Urnordische  Vorgänge:  it,  ü,  i,  1.  35 

neþld)  nadel,  miekka  (got.  mekeis)  schwert  hervorgeht.  Aber 
schon  vor  300  tritt  statt  dessen  ä  auf,  z.  b.  mariR  (got.  mers) 
'berühmt'  in  einer  Thorsbjærger  inschrift;  später  Jondal  warwaR 
(vgl.  got.  wer  jan)  'wäringer',  Möjebro  Frawara^aR  (vgl.  got. 
redan)  personenname;  vgl.  ferner  isl.-anorw.  grata  (got  f/re tan) 
weinen,  måne  (got.  mena)  mond  u.  s.  w.  Die  meisten  altnord.  ä 
sind  in  dieser  weise  aus  älterem  æ  entstanden. 

§  55.  u,  ü  gehen  vor  h  in  o  (woraus  ö,  nach  dem  Schwund 
des  h,  s.  §  110,  §  234),  resp.  ö  über,  z.  b.  Tune  t^ohtriR 
(griech.  ^vyartQsg)  töchter;  vgl.  ferner  aschwed.  lö  luchs,  isl.- 
anorw.  knesbot  (d.  bucht)  kniehöhle,  drottsete  truchsess,  gnótt 
(ahd.  ginuht)  genüge,  ismótt  das,  worin  man  schmiegt,  flotte 
flucht;  otta  (got.  ühtwö)  früheste  morgenzeit,  þótta  (got.  þuhta) 
dünkte,  þrö  (ags.  þrúh)  trog,  øre  (got.  jühiza)  jünger. 

Anm.  1.  Die  älteren  inschriften  zeigen  noch  U,  nach  den  namen 
Muha  einer  Kragehul  -  inschr.  und  Hariuha  auf  einem  Seeländischen 
brakteaten  zu  urteilen. 

Anm,  2.  Konsonantisches  u  in  den  diphthongen  eu,  iu  bleibt  da- 
gegen, wie  aus  ostnord.  liUs  (vgl.  got.  liuhaþ;  nicht  Hiaúhaþ!)  licht,  liUre 
lichtöifnung  u.  dgl.  hervorgeht  (über  westnord.  liós,  lióre  u.  dgl.  s.  §  98). 
Ueber  diphth.  au  s.  §  58. 

Anm.  3.  Unerklärte  ausnahmen  sind:  sút  gram,  anorw.  sutt  gram, 
krankheit  neben  sott,  sót  (d.  sucht)  krankheit  (vgl.  Wadstein,  Fornn.  hom. 
s.  127);  orknoisch  fúa  neben  sonstigem  fóa  fdchsin. 

§  56.    i,  i  gehen  vor  h  in  e  (woraus  e,  nach  dem  schwund 

des   h,   s.  §  110,   §  234),  resp.   e  über,   doch   nicht  wenn   in 

der  folgenden   silbe  ein  i,  i   steht  (vgl.  J.  V.  Lindgren  in  De 

svenska  landsmålen  XII,  154  ff.).     Urnord.  beispiele  fehlen;  vgl. 

aus  späterer  zeit  isl.-anorw.  {H)lobvér  {-ver)  Chlodwich,  Ludwig, 

tuénn   (got.  pl.  tweihnai)   doppelt,    tue-    zwei-,    þrénn    dreifach, 

vela  (lit.  weikalóti)   sich   beschäftigen,   hela   {*hihlön-,  vgl.  sskr. 

cicira-)  reif,   lé  (got.    teiha)   zeige,   U  (got.   leiha)  leihe,   aber 

z.  b.  þisl  (ahd.  dihsila)  deichsei,  nit{t)a  i^nihtian)  sich  weigern, 

aschw.  sir  siehst,   sieht  (neben   gewöhnlicherem  ser  nach   inf. 

sea,  wie  umgekehrt  selten  inf  sia  nach  su^),  nschw.  dial.  ralta 

i^ritta]  isl.  rétia  nach  dem  adj.  réttr  recht,  wie  sletta  schlichten 

nach  sléttr  u.  dgl.  m.)  richten^  nschw.  tita  {*tJhtiön-;  vgl.  nnorw. 

teta  aus  "^tihtön-)  meise. 

Anm.  Wenn  in  einem  paradigma  Wechsel  von  e,  e  und  l,  %  nach 
obiger  regel   entstehen  sollte,  ist  oft  ausgleichung  eingetreten,  entweder 

3* 


36  §  57.    Ürnordisclie  Vorgänge:  ai. 

zu  gunsten  des  e,  c,  z.  b.  stett  {"^stihti-  zu  stiga  steigen)  fuss  eines  bechers, 
sett  anzahl  von  sechs,  frett  frage,  véttvangr  (zu  vig  kämpf)  kampfplatz, 
idttyrde  (aus  *eM-,  s.  §  89,  §  1 1 1 ,  1 ;  ahd.  jiht)  einwilligung,  Uttr  (ahd. 
lihti)  leicht;  oder  zu  gunsten  des  i,  t,  z.  b.  sia  seihen,^^snia  (vgl.  ahd. 
swlgan)  weichen;  oder  auch  sind  doppelformen  entstanden,  z.  b.  isl. 
vét{t)r  :  agutn.  vitr  (vgl.  isl.  hialmvitr  valküre)  wicht,  isl.  réttr  (subst.) 
recht :  l^ritr  gesetzliches  verbot,  isl.  þél  (sehr  selten  fei) :  aschw.  fU  feile, 
isl.  þél :  nschw.  fil-mjölk  geronnene  milch,  isl.  vé  :  aschw.  vi  (vgl.  isl.  pyri 
aus  *prtr-wt)  heiligtum,  isl.  þéttr :  nschw.  dial.  titt  dicht. 

§  57.  ai  wird  schliesslich  zu  œi  (z.  b.  urnord.  Krogstad 
stainaR  >  anorw.  stœ'mn,  isl.,  daraus  entwickelt,  sieinn  stein) 
ausser  in  folgenden  Stellungen,  wo  es  in  ä  kontrahiert  wird: 

1.  Vor  h]  in  den  ältesten  Inschriften  noch  nicht,  z.  b. 
Einang  (4.  jahrh.)  faihi^o  schrieb,  wahrscheinlich  Fonnas 
(5.  jahrh.)  aih  (isl.-anorw.  ä)  besitze,  aber  schon  Asum-brakteat 
(vor  550)  fahi[bo\  =  isl.-anorw.  fába  schrieb.  Sonstige  beispiele 
sind:  fár  {^oi.  f  ai  lis)  schimmernd,  flår  (vgl.  got. />/a/Äö/i)  hinter- 
listig, mar  (ahd.  meh)  möwe,  lán  (neben  dem  deutschen  lehn- 
wort  léu)  lehn,  ætt  (vgl.  §63,2;  got.  aihts)  familie,  ló  (vgl. 
§  71,  2)  zehe,  ro  reh,  Isáld  {^saihabla  zu  sia  seihen?)  sieb;  vgl. 
noch  nschw.  slan-hä?^  schiebe  und  ?  aschw.  tuanne  i^trvaihnai  = 
ahd.  zweneT)  zwei. 

2.  Vor  r.  Urnord.  beisp.  fehlen;  spätere  sind:  ár  (got. 
air)  früh,  sår  (got.  sair)  wunde,  sárr  (lappisch  sairas)  ver- 
wundet, harr  (ahd.  her)  grauhaarig,  arna  (got.  airinön)  aus- 
richten, orr  (got.  ai?^us)  bote,  ór  (finnisch  airo)  rüder,  skœrr 
(vgl.  got.  skeirs)  hell. 

Anm.  1.  Vor  r  tritt  dagegen  kontraktion  nicht  ein,  z.  b.  eir  (got. 
aiz)  erz,  meire  (got.  maiza)  grösser,  geirr  (latinisiert  gaisus)  ger  u.a. 
Ags.,  resp.  deutsches  lehnwort  sind  kéra  (got.  laisjan)  lehren,  (tra  ehren 
(echt  nordisch  eira  schonen). 

3.  Vor  w;  in  älteren  inschriften  noch  nicht,  z.  b.  Bø  hlaiwa 
grabhügel,  Strand  hlaairvibo  begrub.  Spätere  urnord.  beisp. 
fehlen;  vgl.  aber  isl.-anorw.  ská  (lat.  scœvus,  gr.  úxaLÓg)  schräge 
(adv.),  sól  (got.  saiwala)  seele,  vó  (finn.  vaiva)  weh,  Unglück, 
sær  (got.  sai7vs)  see,  sncér  (got.  snai?vs)  schnee,  slér  (ags.  slarv, 
ahd.  sleo)  stumpf,  mær  schmal,  {h)ræ  (got.  hraiw)  leichnam,  fræ 
(got.  fraiiv)  same,  frér  fruchtbar,  hevirke  (ags.  låwerce,  mhd. 
lewer  ich)  lerche,  é  (aschw.  auch  ä;  got.  aiw)  immer,  lang-ér 
(lat.  longævus)   lange   dauernd,    æfe   (vgl.  lat.  ævum)  lebenzeit, 


§  57.    Urnordische  Vorgänge :  ai.  37 

éfen-  (got.  aiweins)  ewig-,  ?  sceing  (vgl.  aschw.  siang)  bett,  ?  sår 

(^saitvaR    oder  "^saihaR   zu  1  ?)   zuber;   vgl.  noch    anorw.  å-rofe 

(ahd.  ervd)  zeuge   (s.  Falk,  Arkiv  III,  343  f.),   aschw.  M-,   äöp- 

skaper  (neben  hi-skaper,  agutn.  hi-skepr,  vgl.  got.  heiwa-frauja) 

familie,  Wirtschaft  (s.  Schagerström,  ibid.  III,  138  f.). 

Anm.  2.  Unter  —  noch  nicht  ermittelten  —  umständen  bleibt  einst- 
weilen aiw ,  woraus  später  antevokalisch  œifj-  (isl.  ei/"-),  sonst  (s.  §  72, 
8  mit  anm.  9)  ^y  (aschw.-adän.  å,  agutn.  oy),  ey,  z.  b.  isl.  dat.  sg.  (sehr 
selten)  hreife  zu  hrcé  {*hraiivi)  neben  hr^yr  {*hraiwÍR)  leichnam,  isl- 
anorw.  ey,  ey  (und  schwachtonig  cei,  ei,  é)  neben  cé  immer,  ferner  ngutn. 
snoy  (nschw.  snö),  sloygur  (nschw.  slö),  aschw.  frö,  dän.  sú  gegenüber 
resp.  isl.-anorw,  sncér,  sloer,  frœ  (und  frcér),  sær.  Hierher  vielleicht  auch 
isl.  þreifa  (ags.  prdwan?)  gegenüber  aschw.  þrava,  þrœva  tappen  (vgl. 
isl.  þrifa  schnappen). 

4.    In  stark  nebentoniger  silbe  (s.  §51,2)  und  zwar: 

a)  Im  ersten  gliede  einer  Zusammensetzung,  z.  b.  isl. 
árhialmr  bronzehelm  (zu  eir  erz,  vgl.  anm.  1),  aschw.  Suänalder 
Personenname  (zu  Suen,  isl.  Sueinn)^  nnorw\  amyrja  neben  isl. 
eimyria  heisse  asche;  vgl.  mit  später  gekürztem  vokal  (s.  §  115) 
isl.  nakkuarr  i^nc-wail-ek-hwa  riR)  neben  nokkuarr  (^tie-wdit-ek- 
hwariR)  irgend  ein. 

b)  Im  letzten  gliede  einer  Zusammensetzung,  z.  b.  isl.-anorw. 
Þorlákr  u.  a.  personennamen  auf  -lákr  neben  (anders  betontem, 
8.  §  51,  1,  a)  Þorleikr  u.  s.  w.,  Olaf  r  (woraus  nach  §  12t,  1  (HÖfr) 
neben  Aleifr  personenname  (wozu  das  entsprechende  fem.  Alof 
aus  *-/(9/',  ^-låfu,  s.  §  12t,  6),  afräh  {-rab  und  -rob  aus  *-róð) 
neben  aschw.  [afraþ  und)  afreþ  abgäbe  (zu  isl.-anorw.  afreiba 
abtragen),  anorw.  œrfœ(5e  (und  -at)e,  s.  §  65)  arbeit,  aschw. 
Porslän  u.  a.  personennamen  auf  -siän  neben  Porsten  (isl.  Þor- 
steinn)^  Ovägher  neben  Öfegher  (isl.  Öfeigr)  personenname,  agutn. 
(runisch)  SihrafR  (d.  h.  SigräbR)  neben  -raifR  (isl.  r  ei  fr)  per- 
sonenname; vgl.  noch  mit  später  gekürztem  (schwachtonigem) 
vokal  die  vielen  personennamen  auf  -arr  (aus  ^'[^]äRaR)  neben 
(haupttonigem  oder  vom  simplex  beeinflusstem)  -{g)eirr,  z.  b. 
Þörarr'.Þor geirr  (vgl.  aschw.  Þurir,  isl.  Þórer  aus  *Þunr-œiRR 
s.  §  232,  3,  §  122, 1;  altiriscli  entlehnt  Thomrair),  Ifarr  {*InwäRR 
s.  §  239,  5,  §  121, 1;  ags.  entlehnt  Inwœ?-) :  aschw.  /vir  {^lntvæiRR, 
air.  Imhair),  {H)róarr  (^HröbwäRR  s.  §  179,  §  121, 1) :  {Il)róbgeirr, 
sowie  nafarr  {*nal)a[g]äRaR ,  finn.  napakaira ,  ahd.  nabager) 
bohrer.     Hierher  wol  auch  das  negierende  verbalsuffix  -at  (got. 


38  §  58.  59.    Urnordische  Vorgänge:  au,  eo,  eu,  iu. 

ainata-,  also   ursprünglich  gleich   '(nicht)    irgend  etwas'),'  z.  b. 
varat  war  nicht. 

Anm.  3.  Aus  den  häufigen  Zusammensetzungen  losgelöst  sind 
wol  hdtr  (neben  ntr.  heit)  schiff,  klœlie  kleid  (s.  Noreen,  Arkiv  VII, 
82  f.)  und  vielleicht  tdkn  (neben  teikn)  zeichen  (sowie  die  nur  in  der 
neueren  spräche  belegten  gdri :  aisl.  geire  streifen,  rdk  :  aisl.  reik  furche, 
Scheitel).  Tdkn  könnte  doch  wol  auch  ags.  lehnwort  (ags.  tdcn)  sein, 
was  bei  sdpa  (ags.  sdpe;  lapp.  saipo)  seife,  vdkr  (ags.  wdc)  neben  veikr 
(vsykr)  weich,  Idtímadr  (ags.  Iddmon)  lootse  (zu  leid  weg)  wol  die  einzig 
mögliche  erklärung  ist.  Hdss  heiser  ist  vielleicht  von  ahd.  heisi,  ags.  hds 
zu  sondern  und  zu  isl.  hucésa  zischen,  hoste  husten  zu  stellen  (vgl.  Falk, 
Arkiv  VI,  114  note).  Bd^er  (got.  bai  þai)  beide  kann  nach  4,  a  (mit  später 
verschobenem  hauptton)  erklärt  werden,  aber  das  d  kann  auch  vom  acc. 
hdda  (got.  bans  pans;  s.  §  12|,  1)  aus  weiter  verschleppt  worden  sein. 

Anm.  4.  Der  Vorgang  ist  wol  urnordisch  belegt  durch  Lindholm 
hateka  gegenüber  (anders  betontem)  Seeland-brakteat  (nr.  57)  haitika, 
Kragehul  (lanzenschaft)  haitega  ich  heisse  sowie  durch  Tune  dalitíun 
gegenüber  isl.  deildo  (sie)  teilten,  indem  jene  formen  wahrscheinlich  so 
zu  erklären  sind,  dass  der  hauptton  einstweilen  noch  auf  der  ultima 
ruhen  könnte  (vgl.  Bugge,  Beitr.  XIII,  334). 

§  58.  au  wird  schliesslich  zu  gu  (z.  b.  urnord.  auf  mehreren 
brakteaten  laukaR,  woraus  loukr,  gewöhnlich  isl.  laukr,  anorw. 
loukr ,  beides  aus  loukr  entwickelt)  ausser  vor  h,  in 
welcher  Stellung  es  in  ö  kontrahiert  wird.  Urnord.  belege 
fehlen;  aus  späterer  zeit  z.  b.  þó  (got.  þavh)  doch,  fló  (got. 
þlauli)  floh  (verb),  fló  (ahd.  fJöh)  floh  (subst.),  hór  (got.  hauhs; 
über  die  gewöhnlichere  nebenform  hår  s.  Läffler,  Arkiv  I,  266  ff".) 
hoch,  16  (ahd.  Wh,  lit.  laukas,  lat.  lücus)  hain  (besonders  in  Orts- 
namen, z.  b.  Oslo)\  ferner  nisl.  íóa  (ahd.  zöhd)  füchsin.  Vgl. 
Läfifler  a.  a.  o.  und  VII,  257  £f. 

Anm.  Eine  kontraktion  au^^ä  existiert  nicht,  lieber  [hdr)  fdr  (lat. 
paucus)  gering,  frdr  (asächs.  frö)  keck  s.  Läifler  a.  a.  o. ;  bdkn  (ahd.  bouhhan) 
zeichen  (in  sigrbdkn)  ist  fremdwort  (afries.  büken)  \  ob  auch  das  seltene 
ddmr  geschmack  (vgl.  ahd.  toum  duft)? 

§  59.  eo,  eu  sind  in  älteren  urnord.  inschriften  (vor  600) 
noch  erhalten,  z.  b.  Skärkind  -leubatt  (über  Opedal  liubu 
s.  Bugge,  Arkiv  VIII,  22)  lieb,  Skåang  -leugaR  lügenhaft; 
später  werden  sie  zu  resp.  io,  iu.  Noch  später  gehen  sie 
(sowie  altes  iu)  von  fallenden  in  steigende  diphthonge,  resp. 
iö,  iu,  über,  z.  b.  isl.-anorw.  þiófr  (ahd.  deob,  ags.  þéof)  dieb, 
Mfr  lieb.  Nur  wo  die  silbe  anfänglich  schwachtonig  ge- 
wesen ist  und  erst  verhältnismässig  spät   den   hauptton   über- 


§  60.   Die  urnord.  sonanten.     §  61.   Umlaut.     §  62.   Palataler.       39 

nommen  hat,   stehen   (die  ebenfalls   steigenden  diphthonge)  io, 

tu,  z.  b.  3.  pl.  prät.  ind.  hioggo  oder  hiuggo  hieben,   iuso   (neben 

ióso  mit  aus  dem  sing,  iós  entlehntem  io)  schöpften;  dies  weil 

hier  wol  noch  in   urnord.   zeit   der  hauptton    auf  der  ultima 

ruhte  (vgl.  §  57,  anm.  4). 

Anm.  Vielleicht  war  in  irgend  einem  anorw.  dialekt  der  Übergang 
in  steigende  diphthonge  noch  im  anfang  des  13.jahrhs.  nicht  durchgeführt, 
s.  Wadstein,  Fornn,  hom.  s.  123. 

§  60.  Die  vikingerzeit  tibernahm  also  aus  urnordischer 
zeit  folgende  sonanten  (von  etwaigen  dialektischen  abweichungen 
abgesehen): 

Kurze:   a,  e,  i,  o,  u.    Lange:   ä,  e,  i,  ö,  ü, 

Diphthonge:  Fallende:  œi,  gu.  Steigende:  io,  iu,  wa,  we, 
wi\  iöy  iü,  rvä,  we,  rvi. 

Von  diesem  stand  gehen  wir  im  folgenden  aus. 

II.   Umlaut. 

§  61.  Mit  Umlaut  bezeichnet  man  im  allgemeinen  eine 
Verschiebung  des  vokalsystems,  die  durch  den  assimilierenden 
einfluss  benachbarter  laute  hervorgerufen  wird.  Die  artiku- 
lationsstelle  des  vokals  wird  also  nach  der  seite  hin  ver- 
schoben, wo  der  den  umlaut  bewirkende  laut  gebildet  wird. 
Von  diesem  gesichtspunkte  aus  ist  der  an.  umlaut  zweierlei 
art:  entweder  eine  palatalisierung  oder  eine  labialisierung 
des  betreffenden  vokals. 

Anm.  Je  nach  dem  platze  des  umlautwirkenden  lautes  nach  oder 
vor  dem  umgelauteten  unterscheidet  man  zwischen  regressivem  und 
progressivem  umlaut.  Im  westn.  jedoch  ist  der  letztere  nur  spärlich 
vertreten  (im  ostn.  dagegen  von  grösserer  bedeutung). 

A.     Verschiebung  durch  palatalisierung. 

§  62.  Die  palatalisierung  findet  in  starktoniger  silbe 
(vgl.  §  126)  nur  bei  denjenigen  vokalen  statt,  die  nicht  schon 
mehr  oder  weniger  palatal  sind  (vgl.  das  vokalschema  §  46), 
also  bei  den  gutturalen  a,  o,  u,  o,  á,  ö,  ü,  6  so  wie  bei  solchen 
diphthongen,  die  diese  vokale  enthalten,  also  m  (und  den  daraus 
entwickelten  au,  ou,  s.  §  96),  io,  iu,  ua,  io,  iu,  uá.  Bewirkt 
aber  wird  im  westn.  dieser  umlaut: 


40  §  63.     i-umlaut  von  a,  d,  o. 

1.  durch  ein  in  der  nächsten  silbe  —  nach  einem  oder 
mehreren  konsonanten  (also  nicht  unmittelbar)  —  folgendes 
(sonantisches  oder  konsonantisches)  ^^,  welches  in  literarischer 
zeit  sehr  oft  entweder  in  folge  der  synkope  (s.  §  130  ff.)  nicht 
mehr  da  ist,  oder  auch  in  e  (s.  §  124)  übergegangen  ist; 

2.  durch  ein  unmittelbar  folgendes  palatales  (also  /-haltiges) 

r   (urn.  r,   urgerm.  z;   vgl.  §  18;   §  34  anm.  2;   §  174;   §  206). 

Jenen  nennt  man  ^-umlaut,  diesen  ^-umlaut. 

Anm.  1.  Ueber  eine  mutmassliche  dritte  art  von  palatal -umlaut 
s.  §  88  anm. 

Anm.  2.  Dass  ein  vokal  nicht  durch  unmittelbar  folgendes  i  um- 
gelautet wird,  geht  z.  b.  aus  dem  gegensatz  prät.  fdtia  (-==:  fäi^a,  urnord. 
fähidö,  älter  faihit^ö,  s.  §  57, 1)  schrieb  :  dømda  {*tíomi?Sö)  richtete  hervor; 
s.  Brate,  Bezzenbergers  Beitr.  XIII,  27  ff. 

1.    2-umlaut. 

§  63.    Die  falle  sind: 

1.  a'>  œ  (isl.  ^  s.  §  85),  z.  b.  anorw.  kœtill,  isl.  keiell  (got. 

kaiils)   kessel,    tœlia  (telia)  zählen    zu    tal  zahl,    hældr  {heldr\ 

got.  haldis)  lieber,  ncefna  {nefha\  got.  namnjari)  nennen. 

Anm.  1.  In  anorw.  (bes.  ostnorw.)  quellen  kommt  auch  nach  1200 
ein  progressiver  umlaut  ia-==^iœ  vor,  z.  b.  giœrn  (giarn)  begierig, 
gicelda  (gialda)  entgelten,  bezahlen,  Jiiœrta  {Marta)  herz. 

2.  á  (über  dessen  entstehung  vgl.  §  53,  §  54,  §  57)  >  œ, 
z.  b.  1.  sg.  präs.  mæle  spreche  zu  ?nál  spräche,  kleia  neben  klá 
reiben,  létr  (got.  letis)  lässt. 

3.  ö  >  ^  (geschlossenes),  z.  b.  ssner  söhne  zu  sonr  söhn, 
3.  sg.  konj.  prät.  þðlöe  zu  þola  dulden,  nort^re  nördlicher  zu 
norbr  nord,  pl.  jøxn  zu  oxe  ochs.  Dieser  fall  ist  verhältnis- 
mässig selten,  weil  (nach  §  141)  o  nie  lautgesetzlich  in  der 
betreffenden  Stellung  stand,  sondern  erst  durch  ausgleichung 
innerhalb  eines  paradigmas  dazu  gekommen  ist. 

Anm.  2.  Weil  (nach  §  141)  o  sehr  oft  mit  t*  wechselt,  entsteht  häufig 
der  schein,  als  ob  y  der  i-umlaut  von  o  (statt  von  u,  s.  5  unten)  wäre, 
z.  b.  sonr  (älter  und  seltener  sunr) :  pl,  synir,  -er  (jünger  und  seltener 
sener). 

Anm.  3.  Da  dieses  s  oft  mit  c  wechselt  (s.  §  86),  entsteht  auch 
bisweilen  der  schein,  als  ob  o  zu  e  umgelautet  wäre,  z.  b.  sefr  (älter  sefr) 
schläft  zu  sofa  schlafen. 


§  63.    i-umlaut  von  ó,  u,  ú,  g,  ó,  gu,  ia,  io.  41 

4    Ó  >  0,   z.  b.  1.  sg.  präs.  bøle  btisse  zu  &o/  busse,  sékia 

(got.  sökjan)  suchen,  2.  sg.  präs.  ind.  hlétr  (got.  hlötis)   zu  6/Ó/« 

mit  Opfer  verehren. 

Anm.  4.  Weil  (nach  §  143  anm.)  d  bisweilen  mit  ú  wechselt,  ent- 
steht unter  umständen  der  schein,  als  ob  d  zu  ý  umgelautet  worden  wäre 
(vgl.  oben  anm.  2),  z.  b.  hýli,  -c  (neben  bøle)  aufenthaltsort  zu  ból  ort,  wo 
man  sich  niedergelassen  hat  und  zu  biia  wohnen  (vgl.  orknöisch  landbüli 
gegenüber  gewöhnlichem  landbóle  pächter. 

5.  u  '>  y,  z.  b.  synir,  -er  söhne  zu  sunr  (neben  sonr,  vgl. 
anm.  2)  söhn,  dylia  verhehlen  zu  dulr  verbergung,  fylla  (got. 
fulljan)  füllen. 

6.  ü  ^  ý,  z.  b.  1.  sg.  präs.  hýsi,  -e  beherberge  zu  hús  haus, 
gnyia  tosen  zu  gyiúa  reiben,  2.  sg.  präs.  lýkr  (got.  lükis)  zu  luka 
schliessen. 

7.  g  (über  dessen  entstehung  s.  §  71, 1,  §  72, 1)  >  ^  (offenes), 
z.  b.  øt5le  (aus  *at5uli,  vgl.  §  66  anm.)  neben  at^al  beschaffenheit, 
deglengr  i^ba^lingR)  prinz.  Beispiele  sind  sehr  selten  (vgl. 
jedoch  §  72  anm.  8). 

8.  Ó  (s.  §  71,  2,  §  72,  2)  >  0,  z.  b.  pl.  spøner  (neben  spener) 
zu  spónn  {spann  §  73,  2,  c)  span.  Beispiele  sind  äusserst  selten, 
weil  Ó  nie  lautgesetzlich,  sondern  nur  durch  ausgleichung  inner- 
halb eines  paradigmas  in  der  betreffenden  Stellung  steht. 

9.  gu  (über  dessen  entstehung  s.  §  58)   oder  vielmehr  die 

daraus  entwickelten  (s.  §  96)  ou  (vorzugsweise  anorw.)  und  au 

(vorz.  isl.)  >  resp.  ^y  und  ey   (œy),    z.  b.  1.  sg.  präs.  drøymi, 

dreyme  träume  zu  droumr,  draumr  träum,   døyia,  deyia  sterben 

zu  dout^r,    daut^r  todt,    2.  sg.  präs.  Uypr,    hleypr  (got.  hlaupis) 

läufst,  høyra,  heyra  (got.  hausjan)  hören. 

Anm.  5.  Dieser  fall  ist  natürlich  nur  ein  korollar  der  in  1,  3,  5  u.  7 
oben  behandelten  fälle. 

10.  ia  (über  dessen  entstehung  s.  §  89)  >  ö?  (isl.  <?),  das 
zunächst  aus  */«?  entstanden  ist  (s.  §  235),  z.  b.  Ærlingr  {Erlengr) 
eigenname  zu  iarl  häuptling;  hœlpr  (helpr)  hilft  zu  hialpa 
helfen  u.  dgl.  Die  beispiele  sind  verhältnismässig  selten,  weil 
das  dem  ia  zu  grunde  liegende  e  (nach  §  139,  1)  nie  laut- 
gesetzlich, sondern  nur  durch  Übertragung  in  die  betreffende 
Stellung  gekommen  ist. 

11.  io  >  0,  zunächst  aus  iø  (s.  §  235),  das  durch  einfluss 
verwandter  formen   mit  io  wieder  auftreten   kann,   z.  b.  3.  sg. 


42  §  64.    i-uralaut  in  nebenton.  silben. 

konj.  prät.  hegge  {liœgge)  neben  1.  pl.  ind.  prät.  hioggom  (wir) 
hieben,  h^igge  [bwgge)  neben  hioggom  (wir)  wohnten.  Beispiele 
sind  sehr  selten. 

Anm.  6.  Der  scheinbare  Übergang  io  -=^  y,  z.  b.  hyggi,  hyggi  neben 
H'^)^99^,  H^)^g9^  ist  nach  anm.  2  oben  zu  beurteilen. 

12.  io  >  0,  zunächst   aus   ié  (s.  §  235),   z.  b.  8.  sg.  konj. 

prät.  {h)løpc  neben  1.  pl.   ind.   prät.  {li)Hópom  (wir)  liefen,   ose 

neben    iósom   schöpften,    åke   {iéke  vgl.  11  oben)    neben   iökom 

vermehrten.     Beispiele  sind  sehr  selten. 

Anm.  7.  Wenn  es  bisweilen  aussieht,  als  ob  io  zu  ý  umgelautet 
worden  wäre,  so  ist  das  Verhältnis  nach  anm.  2  oben  zu  beurteilen,  z.  b.  1.  sg. 
präs.  lýsi,  -e  leuchte  zu  liós  licht,  2.  sg.  präs.  hij^r  (got.  biudis)  zu  bióda 
bieten. 

13.  tu  >  y,  zunächst  aus  iy  (s.  §  235),  z.  b.  3.  sg.  konj. 
prät.  yki,  -e  neben  1.  pl.  ind.  prät.  lukum,  -om  (wir)  vermehrten, 
nisl.  ysi  {jysi)  neben  jusum  schöpften.  Beispiele  sind  sehr 
selten  (vgl.  anm.  6  oben). 

14.  m  >  ý,  zunächst  aus  */?/  (s.  §  235),  z.  b.  sýki,  -e  krank- 
heit  zu  siúkr  krank,  mijkia  besänftigen  zu  miúkr  weich,  dýpþ 
(got.  diupiþa)  tiefe  zu  diúpr  tief 

15.  ua  y'  uœ  (isl.  iie)^  z.  b.  kuœlla  (kuelid)  quälen  neben 
kualt5a  (ich)  quälte. 

16.  ua  >  uœ,  z.  b.  3.  sg.  konj.  prät.  kuceme  (ahd.  quämi) 
käme. 

§  64.  Die  vokale  der  stark  nebentonigen  silben  werden 
in  derselben  weise  umgelautet,  z.  b.  pl.  gefœndr  (aus  "^-andlR)^ 
-endr  zu  ge fände  geber,  tit5ende  neuigkeit,  fa^ærni,  -erne, 
mötiærni,  -erne  väterliche,  resp.  mütterliche  seite,  réltyndi,  -e 
recht.  Dagegen  werden  schwach  nebentonige  vokale  nicht 
umgelautet,  z.  b.  pl.  ßandr  zu  ßande  feind,  3.  sg.  konj.  prät. 
kallahe  riefe.  Wo  die  betonung  zwischen  starkem  und 
schwachem  nebenton  schwankt  (s.  §  51, 2,  b),  finden  sich  natür- 
lich doppelformen,  z.  b.  bindende  :  bindande  enthaltsamkeit, 
dömœri ,  -ere  (vgl.  got.  dömareis)  :  dómare  richter,  sg.  fem. 
gefende  (got.  gibandei)  :  gefande  gebend,  dýrœri,  -ere  :  dýrare 
teurer,  allyngis -.qllungis  (durch  kontamination  auch  allungis, 
gl  lyng  is)  ganz  und  gar. 

Anm.  Ueber  eine  art  späteren  umlauts  in  schwachtoniger  silbe 
s.  §  126. 


§  65.    t-umlaut  durch  schwachton.  vokal.    §  66.    Entwickehmgsgang.     43 

§  65.  Andererseits  wird  der  umlaut  nur  durch  schwach- 
tonigen  vokal  bewirkt.  Daher  unterbleibt  er  in  Zusammen- 
setzungen wie  ostvinr  lieber  freund,  fáviss  unwissend  u.  dgl., 
sowie  in  ableitungen  mit  stark  nebentoniger  ableitungssilbe 
wie  sannindi,  -e  Wahrheit.  Wo  aber  ein  ursprünglich  starktoniges 
i  (Í)  zur  schwachtonigkeit  niedergesunken  ist,  bewirkt  es  natür- 
lich umlaut  (sofern  dieser  nicht  durch  association  mit  ver- 
wandten unumgelauteten  formen  beseitigt  wird,  vgl.  §  67),  z.  b. 
(B)rørekr  Rodrich,  Gýrihr  (neben  Gubiibr)  weiblicher  eigen- 
name,  ÞytH  (^Þúr-wi  neben  Þórvé,  vgl.  §  56  anm.)  weibl.  eigenn., 
ýmiss  wechselnd,  isl.  seytián  (neben  saulián,  gewöhnlich  siautián) 
siebzehn,  þmjgi,  þeyge  i^þau-gi)  doch  nicht,  nom.  acc.  pl.  ntr. 
bœbe  i^ba-þiu)  beide,  œrfit^i,  erfe^e  (neben  anorw.  œrfœbe, 
cerfabe,  aschw.  (wviþi,  kontaminiert  von  ærfibi  und  ^arfæ^e, 
"^arfabe  aus  "^arMbi-^  nach  §  57,  4,  b  aus  "^arhaitii-  entwickelt) 
arbeit,  deglengr  (neben  doglingr)  prinz,  œrfingi  (neben  arßiigi) 
erbe;  vgl.  aschw.  drðtneng  (neben  isl.  drotning,  droining)  königin, 
hafþinge  (neben  isl.  hoftiingé)  häuptling  u.  a.  m.  Vgl.  Wadstein, 
Fornn.  hom.  s.  145  i. 

Anm.  Aus  den  in  §  64  und  §  65  entwickelten  gesichtspunkten  er- 
klären sich  gegensätze  wie  Gýrid'r  :  ÞuriÖr,  (latinisiert)  Herioldus  :  Haraldr, 
Bryniulfr  :  aschw.  BrunulfR,  ps^nniyigr  :  aschw.  panninger  pfennig  u.  a. 
(vgl.  §  51,  1,  a  und  b);  ferner  scéll  {*síiIír)  glücklich  :  vesall  unglücklich, 
■mcÉrr  (urnord.  mariR  Thorsbjærg)  :  Ingemarr  u.  dgl.  Also  ist  um{b)  'um' 
die  ursprüngüch  schwachtonige  form  neben  einstigem  starktonigen  *ymb 
(ags.  ymb  aus  *umbi). 

§  66.  In  der  historischen  entwickelung  des  i-umlautes 
haben  wir  mehrere  verschiedene  perioden  zu  unterscheiden 
(s.  Kock,  Beitr.  XIV,  53  ff.,  XV,  261  ff.;  Noreen  im  Grundriss  I, 
422  f.,  453  f.): 

1.  Eine  periode,  wo  umlaut  nur  durch  dasjenige  i  bewirkt 
wird,  das,  in  ultima  oder  vor  einer  schwachtonigen  silbe  stehend, 
nach  langer  starktoniger  silbe  synkopiert  wird  (vgl.  §  130, 1). 
Dieser  prozess,  der  wahrscheinlich  zunächst  als  eine  art  von 
epenthese  dessynkopierten  vokals  aufzufassen  ist,  gehört  schon 
dem  ende  der  urnord.  zeit,  denn  schon  um  700  treffen  wir 
z.  b.  Björketorp  3.  sg.  präs.  fjarutn ,  d.  h.  isl.  brýír  aus  urnord. 
*MutiR  (got.  2.  sg.  briutis)  brichst,  -t,  Stentofta  dat.  pl.  ^estumR 
(=  anorw.  gœstum)   zu   *^estR    aus   urnord.   (Gallehus)    -^astiR 


44  §  66-    Entwickelung  des  i-umlautes. 

gast;    gleichzeitig    ist   wol    démt^a    (ich)    richtete    aus    urnord. 
*t^ömibö  u.  dgl. 

2.  Eine  periode  —  etwa  das  8.  jahrh.  — ,  wo  kein  umlaut 
eintritt,  also  weder  durch  erhaltenes  i  bewirkt  wird,  noch  durch 
dasjenige,  welches  teils,  vor  einer  starktonigen  silbe  stehend, 
nach  langer  starktoniger  silbe,  teils,  in  ultima  oder  vor  einer 
schwachtonigen  silbe,  nach  kurzer  starktonigen  silbe  synkopiert 
wird  (vgl.  §  130,  1  u.  2),  z.  b.  kuánfang  heirat  aus  "^ kuámfang{a) 
zu  kuen  (^kuáni-)  weib,  salr  saal  aus  "^saliR,  talba  (ich)  zälte 
aus  *ialibö  (vgl.  got.  talida). 

3.  Eine  periode,  wo  umlaut  (jetzt  doch  wol  nicht  epen- 
thetischer  natur)  wieder  auftritt,  bewirkt  sowol  durch  das  i, 
welches,  vor  einer  starktonigen  silbe  stehend,  nach  kurzer 
starktoniger  silbe  synkopiert  wird,  wie  durch  erhaltenes,  z.  b. 
anorw.  hærskip  kriegsschiíf  aus  ^hariskip,  dømer  (got.  dömeis) 
richtest,  lykill  (pl.  luklar)  Schlüssel  aus  HukilR  (pl.  HuklaR,  älter 
"^lukilaR).  Dieser  prozess  ist  zwar  ostnord.  erst  um  960  bezeugt 
durch  die  adän.  Inschrift  von  Store  Rygbjærg,  wo  liki  (d.  h. 
længí)  =  anorw.  lœngi  (got.  lagget)  'lange'  belegt  ist;  doch  dürfte 
er  —  wenigstens  westnord.  —  beträchtlich  älter  sein  (vgl.  4 
unten),  denn  der  Norweger  Þióðolfr  ór  Huini  (um  900)  lässt 
schon  længi  mit  drœngr  i^drangiR  nach  1  oben)  junger  mann 
assonieren. 

4.  Eine  periode,  die  keinen  umlaut  mehr  eintreten  lässt; 
wo  also  diejenigen  i  nicht  umlautswirkend  sind,  welche  durch 
kürzung  urnordischer  œ,  ai,  e  entstanden,  ein  tibergang,  welcher 
nach  ausweis  ags.  lehnwörter  wie  die  eigennamen  Bondi,  Tosti, 
Tofi  u.  a.  (s.  Sievers,  Beitr.  XII,  482  ff.)  schon  um  1000  voll- 
zogen war.  Also  z.  b.  faber,  -ir  vater,  2.  sg.  prat.  ind.  valtrer,  -ir 
got.  walides)  wähltest,  3.  sg.  konj.  präs.  lúki,  -e  (got.  lukai) 
schliesse,  Hamber,  -ir  (älter  Hamþér)  u.  a. 

Anm.  Aus  dem  oben  2  und  3  angeführten  geht  hervor,  dass  unter 
umständen  ein  %  der  ultima  den  vokal  der  ursprünglichen  antepænultima 
umlauten  kann,  z.  b.  3.  sg.  prät.  konj.  vœldi  (velde)  aus  ^tvaltSi  aus  *walidi 
(vgl.  got.  tvalidedei)  wählte,  nom.  sg.  f.  bœtri  {betre)  aus  ^baÍRÍ  aus  '^ÖatÍRi 
(got.  batizei)  besser  (vgl.  §  67,  3),  doglengr  aus  dpglingr  (s.  §  63,  7)  aus 
*da^ulingR  prinz  u.  a.;  vgl.  aschw.  hefpinge  (hyfþinge)  aus  (isl.)  hpßinge 
(aschw.  u.  anorw.  hußingi)  aus  ^hal/udinge  häuptling.  Vgl.  F.  de  Saussure 
in  Mélanges  Renier,  s.  391. 


§  67.    Ausgleichung  des  í-umlautes.    §  68.    Ä-umlaut.  45 

§  67.  Ein  durch  den  umlaut  hervorgerufener  Vokalwechsel 
ist  sehr  häufig  durch  analogische  ausgleichung  aufgehoben 
worden.  Wo  nämlich  in  einem  paradigma  oder  in  einer  gruppe 
von  Wörtern,  die  unter  einander  nahe  verwandt  sind,  ein  um- 
gelauteter  vokal  und  der  diesem  entsprechende  unumgelautete 
neben  einander  vorkamen,  ist  manchmal  der  Wechsel  aus- 
geglichen worden,  so  dass  bald  jener,  bald  dieser  vokal  durch- 
gedrungen ist,  bald  doppelformen  entstanden  sind,  z.  b.:  a)  Sg. 
präs.  ind.  flyg,  flíjgr,  flýgr  statt  */?«%  (ahd.  ßiugu),  flýgr  (ahd. 
fliugis)^  flggr  von  ßüga  fliegen ;  sg.  nom.  fœrt5  (fer^)^  gen.  fœr'^ar 
statt  fœr'6  (^fartii-)^  "^fartiar  fahrt;  sg.  tœkinii  {tekenn)^  pl.  acc. 
tœkna  statt  lœkinn,  "^lakna  (wonach  aschw.  sg.  iakin)  genommen. 
b)  Sg.  stat5r,  pl.  staber  statt  stabr,  "^stœbir  (^steöer;  hiernach 
agutn.  sg.  steþr)  statte;  sg.  valebt\  pl.  acc.  valba  statt  "^vœlibr 
{^veleÜr\  valt)a  gewählt,  c)  høn  neben  hon  aus  urspr.  nom.  hén^ 
gen.  hónar  bitte;  pl.  ly  klar  neben  luklar  zu  lykill,  -eil  Schlüssel 
(vgl.  §66, 3);  hæ  tri  (beire)  und  (seltener)  batre  aus  urspr.  sg. 
m.  hatre,  i.  hæirí  (s.  §  66  anm.),  ntr.  hatra,  pl.  bœtri  besser; 
myrginn  und  morgonn  morgen  geben  zu  den  kontaminations- 
bildungen  nwrgenn  (vgl.  §  63,  3)  und  mor g enn  anlass;  ebenso 
sind  haztr  und  bœzir  {bezir)  best  aus  urspr.  nom.  ^bœtistr,  acc. 
baztan  kontaminiert.     S.  weiter  die  flexionslehre. 

Anm.  Es  giebt  auch  einige  fälle,  wo  der  umlaut  in  ein  wort  hinein- 
gekommen ist,  dessen  paradigma  lautgesetzlich  keine  einzige  umgelautete 
form  aufzuweisen  hatte.  In  solchen  fällen  ist  also  die  analogie  anderer 
paradigmen  massgebend  gewesen.  Z.  b.  [h)not  nuss,  pl.  {h)nstr  statt  *]mutr 
(aus  *lmutÍR  s.  §  66,  2)  nach  analogie  von  fótr,  pl.  føtr  fuss  u.  dgl.;  gala 
singen,  sg.  präs.  gæl  [gel),  yælr  nach  falla  fallen,  präs.  fæll  {fell), 
fællr  u.  a. 

2.    Ä-umlaut. 

§  68.  Dieser  umlaut  ist  junger  als  der  i-umlaut,  aber 
doch  in  vorliterarischer  zeit  vollzogen.     Die  fälle  sind: 

1.  a  >  œ  (e)^  z.  b.  kcer,  ker  (got.  kas)  gefáss,  glœr, 
gler  glas. 

Anm.  1.  Zweideutig  sind  isl.  herr  (vgl.  asl.  hosu)  baar,  here  hase, 
meryr  (asl.  mozyu)  mark,  die  sowol  hierher  gehören  (vgl.  anorw.  äusserst 
selten  6«/t,  aschw.  bar,  hari),  wie  auch  altes  mit  a  ablautendes  (s.  §  146) 
e  haben  können  (vgl.  neuschw.  dial.  bær  aus  ^Dena-,  neunorw.  jase  aus 
*hiase  aus  *hesan-,  aschw.  miæryher  aus  *miarg}ir  aus  *meji^a-).  Vgl. 
J.  V.  Lindgren,  Sv.  Landsm.  XII,  57.  Für  anorw.  here  (nicht  *hæri)  nisl. 
hjeri  steht  nur  die  letztere  möglichkeit  offen  (vgl.  §  85;  §  100). 


46  §  69.    Nícht-eíntreten  des  Ä-umlautes. 

2.  «  >  é,  z,  b.  i  gcer  (aschw,  ?  gär)  gestern,  nom.  pl.  f.  þœr 
(aschw.  Rök  þaR,  vgl.  g-ot.  þös)  die,  tuer  (aschw.  tuär,  vgl.  got. 
twös)  zwei,  mar  (adän.  mär)  mädchen,  f  ær  (aschw.  für)  schaf, 
lær  (aschw.  lär)  Schenkel. 

3.  0  (aus  u  nach  §  83,  2)  >  ^  (geschlossenes),  z.  b.  präfix 
^r-  (got.  UZ-)  mit  privativer  bedeutung,  3.  pl.  prät.  ind.  frøro 
und  part.  prät.  frftrenn  zu  friosa  frieren,  resp.  k^ro,  kørenn  zu 
kiösa  wählen,  frer  frost,  kør  wähl,  isl.  hrer  leiche  und  hrørna 
gebrechlich  werden  neben  hriosa  schaudern,  snør  (und  snor, 
sanskr.  snusä)  schnür,  {li)løra  neben  isl.  hlusta  lauschen,  mann- 
løra  neben  mannløysi,  -leyse  memme,  {h)nøre  das  niesen  zu 
{h)niósa  niesen. 

Anm.  2.    Statt  s  steht  oft  e,  vgl.  oben  §  63  anm.  3  und  unten  §  86. 

4.  ö  >  i,  z.  b.  øre  (got,  juhiza,  vgl.  §  55)  jünger,  her  dorf 
neben  hol  Wohnort.  Doch  kann  in  beiden,  fällen  der  umlaut 
auch  anders  erklärt  werden. 

5.  w  >  ?/,  z.  b.  sýr  (lat.  süs)  sau,  kýr  (ags.  cú)  kuh ,  ýr 
(vgl.  got.  us)  präp.  von  —  her;  vielleicht  auch  hyr  dorf  neben 
húa  wohnen. 

6.  ou  (ou,  au)  >  øy  {cey,  ey),  z.  b.  øyra  (eyra,  vgl.  got. 
ausö)  ohr,  røyrr  (reyrr,  vgl.  got.  rí/w^)  röhr,  dr  øyr  i  {dreyre; 
vgl.  got.  driusan  herabfallen)  blut. 

7.  m  >  ý,  z.  b.  dyr  (anorw.  äusserst  selten  diúr,  got.  dius, 
gen.  diuzis)  tier,  7?/r  (urgerm.  '^Tieuz,  gr.  Zei'^)  gott  des  Zwei- 
kampfes, isl.  hlyr  (ags.  Ä/^'ör)  wange  neben  hlust  ohr. 

§  69.  Wo  bisweilen  der  umlaut  fehlt,  scheint  dies  teils 
dessen  nicht-eintreten  in  gewissen  (anorw.)  dialekten  (so  wol  in 
den  oben  erwähnten  harr,  snor,  diúr)^  teils  der  schwachtonig- 
keit  der  silbe  zuzuschreiben  zu  sein,  z.  b.  präfix  tor-  (got.  tuz-) 
schwer-,  lir  oder  ór  neben  ýr  (selten  er)  präp.  von  —  her, 
präfix  or-,  ur-  neben  ør-  (s.  oben  3),  nafarr  (aus  "^nafjal^äRan, 
s.  §  57,  4,  b)  u.  a.;  teils  endlich  liegen  analogiebildungen  vor, 
z.  b.  3.  pl.  prät.  ind.  kuru,  -o  und  part.  prät.  korenn  (neben  resp. 
køro,  kørenn)  zu  kiósa  wählen  nach  analogie  von  himtu,  -o, 
brotenn  zu  hriota  brechen  u.  dgl;  nom.  sg.  wie  när  leiche 
statt  "^nœr  nach  gen.  nås  (vgl.  oben  mar,  das  zuletzt  durch  ein 
dem  gen.  møyiar,  meyiar  nachgebildetes  møy,  mey  ersetzt 
wird). 


§  70.    Labialer  iimlaut.    §  71.    lí-umlaut.  47 

B.     Verschiebung  durch  labialisierung. 

§  70.  Die  labialisieruDg  trifft  zunächst  (vgl.  §  73)  uur 
diejenigen  vokale,  die  nicht  schon  mehr  oder  weniger  labialisiert 
sind  (vgl.  das  vokalschema  §  46),  also  a,  e,  i,  œ,  á,  é,  i  (für  é 
fehlen  beispiele),  endlich  auch  solche  diphthonge,  die  als  letzten 
komponenten  einen  dieser  vokale  enthalten.  Bewirkt  wird  im 
westn.  dieser  umlaut  vorzugsweise  und  in  älterer  zeit  aus- 
schliesslich durch  ein  folgendes  (sonantisches  oder  —  in  weit 
zahlreicheren  fällen  —  konsonantisches)  u,  das  in  literarischer 
zeit  sehr  oft  entweder  in  folge  der  synkope  (s.  §  130  ff*.)  nicht 
mehr  da  ist,  oder  auch  in  o  (s.  §  125)  übergegangen  ist;  später 
aber  auch  durch  andere  benachbarte  laute  labialer  klangfarbe. 

§  71.  Die  fälle  des  (durch  sonantisches  u  hervorgerufenen) 
r<-umlautes  sind: 

1.  a  ^  0,  z.  b.  isl.  1.  pl.  präs.  ind.  kgllom  (anorw.  kalium, 
s.  §  78, 4)  zu  kalla  rufen,  isl,  anorw.  sok  i^saku)  Sache,  pl.  lond 
i^landu)  zu  land  land;  vgl.  unten  5. 

2.  rt  >  0  (später  á  geschrieben,  s.  §  80),  z.  b.  isl.  pl.  otom 
(anorw.  álom  §  78,4)  zu  át  ass;  isl.,  anorw.  skóí  schale,  pl.  sor 
zu  sár  wunde.     Vgl.  unten  6. 

3.  ^  >  ^  (geschlossenes)  tritt  nur  dann  ein,  wenn  e  nach  /(ei^  s^Ure^  ^ 
§  91  (vgl.  §  90)  nicht  gebrochen  werden  konnte,  also  z.  b.  nach  /^  >t^.>.je^^ 

r  wie  in  røk  (^reku\  auch  rok,  "^raku)  manifestation,  3.  pl.  prät.  -et,  «^n^cucJr 
ind.  r  (fro  (auch  rero  nach  sg.  r  era,  wie  umgekehrt  sg.  vðra 
nach  dem  pl.)  ruderten,  grero  {grer 6)  keimten,  þrðskoldr  (öfter 
preskoldr  s.  §  77,  §  127)  türschwelle,  Hallfrð^r,  Gubrø^r  u.  a. 
nåmen  auf -(/')r^ðr  {^-fret)UR)\  oder  wo  e  ursprünglich  schwach- 
tonig  gewesen  ist  wie  in  anorw.  messa,  obl.  mosso  (aus  Zu- 
sammensetzungen wie  blafsmessa,  -møsso  u.  dgl.  losgelöst) 
messe,  isl.  tmjr  i^le^uR,  vgl.  feriagr  u.  dgl.,  andererseits  das 
haupttonige  aschw.  IhiQher)  neben  legr  (aus  gen.  -tegar)  anzahl 
von  zehn.  Vgl.  Bugge,  Arkiv  II,  250  flp.,  Wadstein,  Fornn.  hom. 
s.  150  note. 

Anm.  I.  Anorw.  rsttyndi  recht  ist  wol  eine  kontamination  von 
réttyndi  (s.  §  64)  und  *røttimdi  {*rettundi,  aus  *rétfmidi  verkürzt,  s.  §  1 14, 2). 

Anm.  2.  Ganz  ausnahmsweise  scheint  æ  ebenso  zu  ß  umgelautet 
worden  zu  sein;  doch  ist  wol  hier  immer  anzunehmen,  dass  œ  zunächst 
wegen  schwachtonigkeit  in  c  übergegangen  ist  (s.  §  128).  Beispiele  sind: 
anorw.  sllykti  [ßllyfti;  vgl.  rúttyndi  oben  anm.  1)  elfte  zu  anorw.  œlluyu 


48  §  '72.    i^-umlaut  von  a,  d. 

(aschw.  œllovo)  elf,  das  einst  haupttonige  pænultima  hatte  (s.  Noreen 
im  Grundriss  I,  456  unten,  461  unten);  gegnom  {gogn)  'durch'  neben  haupt- 
tonigem  qœgnum  und  proklitischem  gegnum  (das  in  der  seltenen  neben- 
form  giognum  als  haupttoniges  wort  gebraucht  worden  ist  und  dem  zu 
folge  der  brechung  unterliegt). 

4.  ia  >  ig,  z.  b.  isl.  1.  pl.  präs.  ind.  hiolpom  zu  hialpa  helfen, 
isl.,  anorw.  fiol  brett  zu  gen.  f'ialar.  In  der  betreifenden  Stellung 
stand  ia  nie  lautgesetzlicb,  sondern  nur  durch  Übertragung  aus 
formen  mit  a  in  der  endung  (vgl.  §  90). 

5.  ua  >  ug,  z.  b.  suoppr  schwamm  zu  gen.  suappar. 

6.  uä  >  i^uo,  das  nach  §  73,  2,  a  zu  *uó  wird,  woraus 
nach  §  244)  o,  z.  b.  sóno  so  (nun)  aus  suá  nú  (s.  §  12|,  5) ;  pl. 
kongor-{kangur-)óvor  zu  kgngorváfa  spinne;  þóþöro  nichtsdesto- 
weniger aus  ^þó-{a)h-huáru',  3.  pl.  prät.  ind.  ofo,  óro,  kó^o,  kótno, 
sófo  zu  sg.  resp.  vaf  wob,  var  war,  kuat)  sagte,  kuam  kam,  suaf 
schlief;  ón  hoffnung  neben  gen.  vånar\  s.  Wadstein,  a.  a.  o., 
s.  66  ff. 

Anm.  3.  Für  i^e  ==-  ø  und  ué  ::=-  ø  fehlen  ganz  sichere  beispiele. 
Jedoch  dürfte  s{u)øfn  neben  suefn  schlaf  dem  dat.  pl.  ssfnom  unter  mit- 
wirkung  des  verbs  sofa  (präs.  s-øf,  -r)  schlafen  entsprungen  sein.  Ebenso 
wol  hierher  dat.  pl.  vølom  zu  vél  (vøl)  kunstgriíf  und  vielleicht  der  name 
Vélundr  (vgl.  ags.  Wéland).  Dat.  sg.  und  pl.  sønskom  zu  suœnskr  neben 
sønskr  kann  auch  ein  beispiel  von  ttœ  =-  ø  sein  (vgl.  §  72,  13). 

7.  ui  >  i^uy,  woraus  nach  §  244)  y,  z.  b.  kyrr,  kuirr  ruhig 

(urspr.  nom.  kyrr,  acc.  kuirr an\  vgl.  got.  qairrus,  acc.  qairrjand)\ 

syll    (anal.   suiU)   zu   gen.  suillar   (anal,  sylla?')   schwelle;    sykn 

(got.   swikns)   schuldlos   aus   urspr.   m.  *suikn,   f.   sykn  u.  s.  w.; 

systir,  -er  Schwester  aus  "^suistir,  obl.  sy  stur]  forvista  {-ysta)  zu 

obl.  forystu,  -o  {-vistu,  -o)  leitung;  pyr  ill,  -ell  (ahd.  dwirií)  quirl 

setzt  wol  eine  nebenform  "^þíjrulí,  -oll  voraus  (vgl.  auch  dat.  pl. 

þyrlum  <  ^þuirlum). 

Anm.  4.  Für  ui-==^ý  fehlen  beispiele.  Tordýfill,  -ell  scarabæus  steht 
nehmlich  statt  Hortiyfill  (aschw.  torpyvil,  ags.  tordtvifel;  vgl.  oben  þyrill), 
wol  in  folge  volksetymologischer  anlehnung  an  dúfa  tauchen  (s.  Bugge, 
Arkiv  II,  219  f).  Der  name  Úsýfr  (ags.  unsijfre,  ahd.  imsUhiri  unsauber) 
ist  von  Osnifr  (mit  dem  adj.  úsuífr  unfreundlich  identisch)  zu  sondern. 

§  72.  Die  fälle  des  (durch  konsonantisches  u  hervor- 
gerufenen) w-umlautes  sind: 

1.  «  >  0,  z.  b.  sgngr,  pl.  sgnguar,  gesang. 

2.  M  >  {Ó,  woraus  nach  §  73,  2,  b)  o,  nur  unmittelbar  vor 
tautosy Ilabisch em  (später  nach  §  244  geschwundenem)  w,  z.  b. 


§..72.    íoumlaut  von  e,  é.  49 

mór  möwe  zu  pl.  máfa)^  (^marvan  <  ^maihíröz)^   siór  (gen.  siáfa?-) 

see,  sniór  (gen.  syiiáfar)  sclinee,  miót^  (acc.  miúfan)  schmal,  sliór 

(acc.  sliáfan)  stumpf,  frier  fruchtbar,  frió  same,  präfix  no-  {*näw 

aus  *nährv  §  234;  got.  ne/v)  neben  schwachtonigem    (vgl.  §  76) 

na-  nahe  (vgl.  nmd  aus  "^näund  §  104,  "^nährvundi-  nachbarschaft 

zu  got.  nehundja  nachbar),  klö  (ahd.  chläwa,  ags.  clårvu)  klaue 

neben    schvrachtonigem    -kla  i^-klä  §  121,  1)    in    gk{k)la    (ahd. 

anchlüo)  fussknöchel,  flo  flötz,  schiebt  neben  flá  flösse,  absatz; 

vgl.  noch  aschw.  hrö  brücke   (ahd.  hräwa  braue,  altgall.   hnva 

brücke;  vgl.  ags.  hrú  braue,  isl.-anorw^.  hrú  brücke)  neben  isl.- 

anorw.  hrä  wimper. 

Anm.  1.  Ob  hör,  här  (urspr.  nom.  Jiór  :  acc.  hdfan)  hoch  und  frÓ7\ 
frär  hurtig  auch  hierher  gehören  können,  bleibt  fraglich;  vgl.  oben  §  58 
(und  Läifler  a.  a.  o.),  sowie  S.  Söderberg  in  Öfversigt  af  filologiska  säll- 
skapets  i  Lund  förhandlingar  1881—1888,  s.  93. 

Anm.  2.  Auffallend  ist  lofe  neben  läfe  dreschtenne.  Das  d  ist  wol 
in  denjenigen  —  nach  ausweis  der  aschw.  form  löe  einst  vorhandenen  — 
kasus  entstanden,  wo  w  wegfiel,  weil  tautosyllabisch.  Wie  aschw.  löe  zu 
beurteilen  ist  wol  isl.-anorw.  floe  untiefe  wassersammlung  mit  dessen  als 
Ortsname  gebrauchter  pl.  Flóar,  oder  Flär  (aus  '^fldar,  ^'fläivaR);  vgl.  das 
oben  erwähnte  fló  neben  fld. 

Anm.  3.  Zu  dem  hier  vorgetragenen  vgl.  u.  a.  Gislason,  Annaler  f. 
nord.  oldk.  1858,  s.  92  ff.;  Bugge,  Arkiv  II,  208  f.;  Wadstein,  Fornn. 
hom.  s.  73. 

3.  e  >  ^  (geschlossenes)  tritt  nur  dann  ein,  wenn  e  nach 
§  91  (vgl.  §  90)  nicht  gebrochen  werden  konnte,  z.  b.  nach  ;% 
wie  m^r.økk?''(got  riqis,  gr.  sgsßog)  finsternis,  ?^skkua  finster 
werden,  skr^k  fabelei,  skrskua  fabeln,  ku^kua  (statt  lautges. 
*k^kua;  vgl.  ahd.  quec  lebendig)  anzünden;  oder  wo  e  aus 
älterem  i  (nach  §  82)  entstanden  ist,  z.  b.  søkkua  sinken,  stðkkua 
(got.  stigqan)  springen,  {]i)r.ffkkua  zurückweichen,  kløkkua  stöhnen, 
dfikkr  (afries.  djunk)  dunkel,  ðkkvenn  geschwollen,  ðkkr  (vgl. 
lat.  inguen)  geschwulst. 

Anm.  4.  Nicht  ganz  klar  sind  die  umgelauteten  formen  (bes.  anorw.) 
smer,  kot  neben  den  gebrochenen  smior  butter,  kiot  fleisch;  vgl.  Wad- 
stein, a.a.O.,  s.  150  note;  S.  Söderberg  in  Öfversigt  af  filologiska  säll- 
skapets  i  Lund  förhandlingar  1881  —  1888,  s.  87  f. 

Aum.  5.     e  wechselt  oft  mit  e  nach  §  86. 

4.  é  >  0,  nur  unmittelbar  vor  tautosylhibischem  (später 
nach  §  244  geschwundenem)  7r,  z.  b.  soiir,  setir  genäht  (aus 
urspr.  *séfiÖ7^,  acc.  sóhan  ausgeglichen),  isl.  prät.  hióöa  {^hlctvibo) 

Xoreeu,  Altisl.  gramm.    2.  auíl.  4 


50  §  72.    lü-umlaut  von  i,  í,  œ. 

ZU  hlýia  schirmen,  neunorw.  prat.  mífdde  zu  anorw.  mýia  drücken 
(vgl.  neuscbw.  diall.  moll  ball  aus  ^méfill,  pl.  '^ molar,  vgl.  unten 
6  mit  anm.  7),  neunorw.  dial.  U  neben  anorw.-isl.  lé{e)  sense 
(vgl.  ascbw.  loe  :  anorw.  Idfe,  oben  anm.  2). 

5.  i  >  y,   z.  b.  syngua   singen ,  þryngiia   dringen ,   slyngua 

schleudern,   lyyig   (dat.  -ui,  -ne)   heidekraut,   Yngui^-e  (aschw. 

Inge)^  iyggua  kauen,  tryggr  (got.  triggws)  sicher,  treu,  {h)ryggr 

(acc.  -nan)  betrübt,  dyggr  treu,  styggr  abschreckend,  hygg  (dat.  -ui, 

-ue)  gerste,  gyggua  verzagen,  skyggua  schatten  machen,  þryskua 

dreschen,  yt)ua7^r  (got.  izwa?^)  euer,  ykkr  (got.  igqis)  euch  beiden, 

þykkr  dick,  nykr  nix,   smyrua  schmieren,  tyrid,  -e  kien,  fyrua 

ebben,  myrkr  (asächs.  mtrki)  dunkel,  pl.  fyr'^ar  i^ßrhwihöz^  vgl. 

got.  fairJvus  weit)  menschen,  þrysuar  dreimal. 

Anm.  6.  Unmittelbar  vor  heterosyllabischem  (daher  in  D  über- 
gegangenem, s.  §  194)  w  bleibt  i  unumgelautet,  z,  b.  part.  prät.  snifinn, 
-enn  beschneit. 

6.  i  >  ý,  Btti-  unmittelbar  vor  4autosyllabischem   (später 

nach  §  244  geschwundenem)  w,  z.  b.'  blý  (ahd.  blJo,  gen.  hliwes) 

blei,  ýr  (ahd.  m«  f.)  taxus,  slý  (vgl.  ahd.  í/íö  schleie)   byssus, 

hý-býli,  -e   (vgl.   got.   heirva-frauja  hausherr)   hauswesen,  präs. 

snýr  (ahd.  snlwit)  schneit,  spyr  (got.  speiwis)  speist,  mýll  (siehe 

anm.  7)  ball.     Vgl.  12  unten. 

Anm.  7.  Vgl.  dagegen  mit  heterosyllabischem  (daher  als  l)  er- 
haltenem) IC  z.  b.  tifar  (wonach  sg.  selten  tir)  gotter,  Ifarr  ein  Personen- 
name. Mýfill  (selten)  neben  mý{i)ll  ball  ist  aus  ^mifill,  pl.  mýlar  kon- 
taminiert. 

7.  æ  (isl.  e)  >  -0  (offenes),  z.  b.  sðkkaa  (got.  sagqjan)  senken, 
dfíkkua  verdunkeln,  støkkua  (got.  -stagqjan)  besprengen,  (h)rdkkua 
scheuchen,  sUkkua  (aschw.  slækkia  und  slðkktd)  auslöschen, 
nøkkuet5r  nackt,  klðkkr  (acc.  -uan)  sentimental  (vielleicht  zu  3 
oben),  þr^ngua  drängen,  slßugua  (aschw.  slœngia)  schleudern, 
jøngua  (got.  -aggwjan)  engen,  ffngr  (und  ongr  aus  urspr.  gngr, 
acc.  miguan\  got.  aggrvus,  acc.  aggwjand)  eng,  snøggr  (snoggr)  kurz- 
haarig, gUggr  {gloggr\  got.  glaggrvus)  genau,  deutlich,  {h)nøggr 
(ags.  hnéaw)  knapp,  deggua  betauen,  ^x  (vgl.  got.  aý^z«)  axt, 
gørua  (mhd.  yerwen)  machen,  gørue  kleidung,  gðrr  {gorr)  fertig, 
sørue  (vgl.  mhd.  geserrve)  haisschmuck ;  auch  wo  œ  aus  œi  ent- 
standen ist  (s.  §  115),  z.  b.  jiøkkuarr,  -err  irgend  ein,  sngr  (acc. 
Jdnguan)   neben   úpw^?  (^w^^)   kein.     Vgl.   die  scheinbar  gleich- 


^ró  KU  ^  [  ^Ud  .    ^^  rTlo^  B^)  'rf  re<  c  W' 


§  72.    tü-nmlant  von  œi,  ia,  im,  ui,  ui.  51 

lautenden    s^kkua,   siðkkua,    {h)rskkua   mit   geschlossenem   ð, 
oben  3. 

Anm.  8.  In  einigen  von  diesen  fällen  ist  s  vielleicht  eher  als  i-um- 
laut  von  p  (s.  §  63,  7)  aufzufassen.  Ebenso  sind  zweideutig  prät.  moWa 
(got.  malwida)  zermalmte^  präs.  ind.  sg.  heggr  {ViaggwÍR),  (ftJrw-ggtLjiu 
>esp.  hpggua  hauen, ^  {h)ngggua  stossen.  Die  entscheidung  hängt  davon 
ab,  ob  in  formen  wie  ^haggwiR  u.  dgl.  zunächst  i-  oder  ?/;-umlaut  eintrat, 
worüber  die  noch  ziemlich  unklare  Chronologie  des  u*-umlautes  auskunft 
zu  geben  hat. 

8.  æi  (isl.  ei)  >  //?/  {ey)^  z.  b.  køykua  (keykud)  neben  kuceikla 
(kuelkid)  beleben,  vfiykr  (veykr)^  acc.  -uan,  weich,  prät.  vmjk 
(veyk)  zu  ýkua  (s.  12  unten)  weichen,  susyk  {sueyk)  statt  laut- 
gesetzlichen ^sf>yk  zu  sýkua  (s.  12)  betrügen,  ^y  {ey)  neben 
schwachtonigem  cei  {ei,  got.  aiw)  immer. 

Anm.  9.  Unmittelbar  vor  heterosyllabischem  iv  (=^  i)  tritt  kein  umlaut 
ein,  z.  b.  dat.  sg.  isl.  hreife  zu  hrßyr  {lireyY,  got.  hraiw]  vgl.  §  57  anm.  2) 
leichnam. 

9.  ia  >  ip,  z.  b.  isl.  dat.  sg.  hlprue  schwert,  smiprue  butter, 
miplue  mehl.  In  der  betreffenden  Stellung  stand  ia  nie  laut- 
gesetzlich, sondern  immer  durch  Übertragung  aus  verwandten 
formen,  wie  z.  b.  gen.  hiarar  (neben  hioi^s),  "^smiarar  (durch 
smiprs  ersetzt,  aber  vgl.  agutn.  smier  aus  "^smiar,  sowie  anorw. 
dat.  sg.  smyrui,  aus  ^smirui  nach  5  oben,  zu  "^smiarar  wie  dat. 
hirni  zu  hiarnar  bar  u.  a.),  "^mialar  {rniols,  vgl.  agutn.  miel). 
Vgl.  S.  Söderberg,  a.  a.  o. 

10.  ua  >  {up,  das  nach  §  73,  1  zu  *wö  wird,  woraus  nach 
§  244)  0,  z.  b.  horuetna  (agutn.  hurvilna)  aus  ^hivar-wetna  wo 
auch  immer,  holuetna  i^hwat-rvetna)  was  auch  immer,  neunorw. 
diall.  solo  {suhl,  neuschw.  diall.  solva,  sula)  aus  ^swalwa  schwalbe 
(vgl.  §  79  anm.  2).  Bei  anlautendem  wa  {ua)  ist  w  {u)  so  früh 
in  V  übergegangen  (s.  §  194),  dass  es  zu  der  entwickelung 
0  >  0  (§  73, 1)  nicht  mehr  hat  als  w  beitragen  können ,  und 
folglich  bleibt  hier  wa  {ua)  als  vo,  z.  b.  vglua  Weissagerin, 
vobui,  -e  muskel. 

11.  ui  >  (zunächst  *wi/,  woraus  nach  §  244)  y,  z.  b.  part. 
prät.  y kutan,  -eiin  gewichen ,  acc.  sg.  m.  kykuan  zu  kuikr  (ags. 
crvicu)  lel)endig,  lysuar  (ahd.  zivirö)  zweimal,  kyrkia  (statt 
*kyrkua)  neben  kuirkia  erdrosseln. 

12.  ui  >  (zunächst  ^uý,  woraus  nach  §  244)  //,  z.  b.  ýkua 
(neben  vikia)  weichen,  sýkua  (neben  suikia)  betrügen. 


52  §  73,  74.    Spätere  labíalisatíon. 

Anm.  10.  Unmittelbar  vor  heterosyllabischem  w  (::=-  f/)  tritt  kein 
Umlaut  ein,  z.  b.  der  name  Snifor,  -vor. 

13.  uœ  (isl.  ue)  >  i^ufi ,  woraus  nach  §  244)  ^,  z.  b.  der 
name  S^rkuer  (aschw.  Suœrkir);  vøkkua  (statt  ^fikkua)  'zum 
fliessen  bringen'  hat  v  aus  prät.  valipa  entlehnt. 

§  73.  Die  durch  u-  und  ;z;-umlaut  entstandenen  vokale 
0  und  Ó  werden  in  folgenden  Stellungen  durch  nochmalige 
labialisation  zu  resp.  o  und  ö\ 

1.  Postkonsonantisches  uo  wird  (über  uo  s.  §  244)  zu  o 
vor  einem  konsonanten,  auf  den  noch  ein  konsonantisches  u  (rv) 
folgt.    Beispiele  s.  §  72,  10. 

2.  Ó  wird  zu  ö:  a)  Unmittelbar  nach  rv  (das  dann  schwindet, 
s.  §  244);  beispiele  s.  §  71,  6.  b)  Unmittelbar  vor  tauto- 
syllabischem  (dann  geschwundenem)  w\  beispiele  s.  §  72,  2. 
c)  Wo  es  nasaliert  ist  (s.  §  50),  z.  b.  spönn  i^spänuR,  gen.  spánar) 
span,  ón  (ahd.  äao)  neben  schwachton.  an  ohne,  hon  und 
(schwächt.)  hån  sie,  hönom  und  luinom  ihm,  1.  pl.  söm  zu  sä 
sah,  monot^r  (gen.  mánabar)  monat,  3.  pl.  nömo  zu  nam  (wozu 
neu  gebildet  yiómo,  nåmo  nach  analogie  von  bar  :  ^órö,  håro  u.  a.) 
nahm,  ?/íö/ö  zu  mat  mass,  nött  (gen.  nåttar)  nacht,  osl  (gen. 
áííú5r;  got.  ansis)  liebe,  ö^^  name  der  germ.  rune  ansuz  (identisch 
mit  åss  gott,  älter  oss,  gen.  åsar)^  Ole  (latinisiert  Anulo)  neben 
Äle  (ahd.  Analo)^  Oläfr,  -lafr  neben  Áleifr  (mit  haupttoniger 
ultima;  vgl.  §  57,  4,  b  und  §  51, 1,  a)  aus  '^Anulai'baR  (air.  lehnwort 
Amlaib,  ags.  Anlcif)^  61  (gen.  ålar)  riemen  (gr.  ayy.vXr])^  oll  (und 
åll\  sskr.  ankurä-)  keim,  dat.  sg.  ntr.  sbtto  zu  sattr  (lat.  sanctus) 
versöhnt,  ró  (und  analogisch  rå)  zu  pl.  7^är  (analogisch  roar) 
winke!  (vgl.  rortg  spant),  eld{sytó  heerd  neben  schwachtonigem 
-tå  in  neunorw.  elta  heerd  und  neuschw.  spilta  verschlag  (vgl. 
finn.  lehnw.  tanhua  bürde  und  ags.  ioh  zäh),  Ottarriþú  Are 
noch  Óttarf',yg\.  ahd.  «Ä/a,  ags.  óht  Verfolgung);  vgl.  noch  aschw. 
pötter  =  isl.  þáttr  (urspr.  ^þóttr,  gen.  þáttar)  docht,  faden, 
aschw.  hös  bei  (got.  hansa  gesellschaft,  finn.  lehnw.  kansa  bei,  mit). 
Nach  ausweis  der  assonanzen  (wie  nott :  oita)  ist  ó  schon  um  1050 
—  wenn  auch  nur  dialektisch  (denn  vgl.  Óítarfhei  Are)  —  statt 
6  eingetreten.  Vgl.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  64  if.;  Gislason,  Njála  II, 
607  ff.,  612  ff.;  Kock,  Arkiv  V,  46  ff;  Falk,  ibid.  VI,  114  ff 

§  74.  Später  als  der  eigentliche  u-  und  ^'-umlaut,  aber 
doch   aus   der  zeit  vor  1200,  ist  der  —  sporadische  —  über- 


§  75.    Speziell  isl.  labialisation.    §  76.    tt-umlaut  in  nebenton.  silben.     53 

gang*  /  >  y  unmittelbar  nach  m  oder  /;,  wenn  die  folgende 
silbe  ein  sonantisebes  u  entbält,  z.  b.  mysu-ostr  (scliwed.  incs- 
osi)  molkenkäse,  myskunn  {miskunh)  barmberzigkeit,  mykill  (bes. 
anorw.)  neben  mikell  (bes. •isl.)  ans  dat.  myklum,  -u  {tniklom,  -o) 
gross,  Miß'm  ein  ortsname  zu  mitir  mittlerer,  byskup  (biskup) 
bischof. 

Vorzugsweise  anorw.  ist  der  besonders  nach  1300  häufige 
—  aber  doch  sporadische  —  Übergang  /  >  y  vor  tautosyl- 
labischem  f,  p,  m,  l,  r  mit  folgendem  konsonanten,  z.  b.  allyfti 
{cellifli)  elfte,  klyppa  {klippa)  scheeren ,  pl.  ymhrudagar  (imbru-) 
jejunia  quatuor  temporum,  yl?}m  {ilma)  duften,  fyrra  (firra)  ent- 
fernen, herby?yi  {-birgi)  herberge,  hyrba  (hirba)  schützen,  hyrbir 
{hirbir)  hirt,  hyrta  (hirta)  züchtigen. 

§  75.   Noch  später  und  speziell  isl.  sind  folgende  Übergänge: 

1.  á  (jetzt  wie  ó  auszusprechen,  s.  §  80)  >  ó  unmittelbar 
nach  tautosyllabischem  v  oder  (konsonantischem)  u,  z.  b.  vó^l 
(älter  väbe)  gefahr,  svó  (suá)  so,  huórki  (huárke)  weder.  Der 
Übergang  tritt  nicht  vor  1350  ein  (s.  Gislason,  Aarbøger  1889, 
s.  360  und  363). 

2.  ^  >  0  (obwol  die  schrift  das  e  gewöhnlich  behält)  un- 
mittelbar nach  tautosyllabischem  hii,  z.  b.  huort  (huert)  wohin, 
huorfa  (huerfa)  weggehen.  Hiervon  sind  spuren  schon  im  an- 
fang  des  14.  jahrhs.  bemerkbar  (s.  R.  C.  Boer,  Orvar-Odds  Saga, 
s.  III,  Leiden  1888). 

3.  e  >  ^  (obwohl  die  schrift  das  e  behält)  unmittelbar 
nach  konsonantischem  u,  dem  ein  anderer  konsonant  als  h 
(vgl.  2  oben)  vorhergeht,  z.  b.  kv^rn  aus  kuern  mühle.  Der 
Übergang  ist  wenigstens  um  1500  durchgeführt  (s.  Björn  Mag- 
niisson  Olsen,  Germania  XXYII,  266). 

§  76.  Die  vokale  der  stark  nebentonigen  silben  werden 
in  derselben  weise  wie  die  der  haupttonigen  u-  und  jv-  um- 
gelautet, z.  b.  isl.  dat.  pl.  gefmdom  (anorw.  gefandum,  s.  §  78,  4) 
zu  ge fände  geber,  þegnskopom  {-skapum)  zu  þegnskapr  tapfer- 
keit,  heldentat.  Dagegen  in  schwachtoniger  silbe  steht  kein 
Umlaut,  und  schwankende  betonung  giebt  zu  doppelformen  an- 
lass,  z.  b.  ok{k)la  fussknöchel  neben  klö  klaue,  präf.  na-  und 
nó-  nahe-  (s.  §  72,  2);  an  und  ón  ohne,  hänom  und  hönom  ihm 
u.  a.  m.  (s.  §  73,  2);   isl.  yrenion   (anorw.  grœnian)   heulen   nach 


54     §  '77.    ií-umlaut  durch  schwacliton.  vokal.    §  78.    Entwickelungsgang. 

gen.  grenianar  umgebildet  statt  lautgesetzlichen  grenion  (s.  §  117, 
1  u.  anm.  2);  3.  pl.  elskgbo  (anorw.  ælskabtx)  liebten  nach  3.  sg. 
clskabe  statt  lautges.  elskobo  (s.  §  117,  1  n.  anm.  2).  Vgl.  isl.- 
anorw.  tjbr  (got.  izrvis)  neben  (urspr.  nur  schwaehtonigem)  aschw. 
iper  euch  u.  dgl. 

§  77.  Der  u-  und  ^-umlaut  wird  nur  durch  schwaeh- 
tonigen  vokal  bewirkt.  Daher  fehlt  er  in  fällen  wie  z.  b. 
harnungr  jung  wie  ein  kind,  andsuar  antwort,  náltúra  natur  u.  a. 
Wo  ein  urspr.  starktoniges  u  {ü,  w)  zur  schwachtonigkeit 
niedergesunken  ist,  bewirkt  es  natürlich  umlaut,  z.  b.  die  per- 
sonennamen  Hðruer  (ahd.  Hariwih),  eluer  (ahd.  Alawih).  Durch 
schwankende  betonung  (eventuell  auch  association  mit  ver- 
wandten formen)  entstehen  doppelformen,  z.  b.  dogurt^r  :  dagverbr 
frühstück,  ondurt5r  :  andverbr  anfänglich,  onduge  :  andvege  hoeh- 
sitz,  oluge  :  alhuge  ernst,  Olfúss  ein  name  :  alfúss  sehr  begierig, 
Olvalde  ein  name  :  alvaldr  herrscher,  o/wð  :  ahjt)  gewogenheit, 
gfund  :  afund  neid ,  nøkkuarr  {nokkuarr)  :  nekkuarr  (nakkuarr) 
irgend  ein ,  horvetna  :  huarvetna  wo  auch  immer  (vgl.  §  72,  10), 
oUiingis  :  alhjngis  ganz  und  gar  (vgl.  §  64) ,  olmusa  :  almusa 
almose  u.  a.  m. 

Anm.  Aus  den  in  §  76  und  §  77  entwickelten  gesichtspunkten  er- 
klären sich  auch  gegensätze  wie  Rognvaldr  :  Haraldr  {^HaruvaWaR,  vgl. 
§  51,  1,  a),  Ortiolfr  :  Arnaldr  {^-waWaR)  zu  gm  adler. 

§  78.  Wahrscheinlich  haben  wir  auch  in  betreff  des 
w-umlautes  mehrere  perioden  —  in  hauptsächlicher  Überein- 
stimmung mit  denjenigen  des  «-Umlautes  (s.  §  66)  —  zu  unter- 
scheiden; also: 

1.  Eine  periode,  wo  umlaut  nur  durch  dasjenige  u  bewirkt 
wird,  das,  in  ultima  oder  vor  einer  schwachtonigen  silbe  stehend, 
nach  langer  starktoniger  silbe  synkopiert  wird  (vgl.  §  130,  1). 
Eine  form  wie  pl.  Igyid  (aus  ^landu)  zu  land  land  ist  also  vor 
800  entstanden,  weil  zu  dieser  zeit  das  umlautwirkende  -u 
nicht  mehr  da  war;  gleichzeitig  ist  wol  z.  b.  acc.  mólkan  (später 
motkan,  s.  §  73,  2,  c)  zu  mdtiugr  (später  auch  móUogr,  móttogr, 
s.  4  unten)  'mächtig'  entstanden. 

2.  Eine  periode  —  etwa  das  9.  jahrh.  — ,  wo  kein  umlaut 
eintritt,  also  weder  durch  erhaltenes  u  bewirkt  wird,  noch 
durch  dasjenige,  welches,  vor  einer  starktonigen  silbe  stehend, 
nach  langer  starktoniger  silbe  synkopiert  wird  (vgl.  §  130,  2), 


§  78.    Entwickelungsgang  des  ít-iimlautes.  55 

z.  b.  katthcelgr  {-helgr)  katzenfell  aus  "^kattu-hœlgR,  *-bal^(')R  zu 
kgtir  (^kattun)  katze. - 

3.  Eine  periode,  wo  umlaut  wieder  auftritt,  bewirkt  durch 
dasjenige  u,  welches  nach  kurzer  starktoniger  silbe  synkopiert 
wird,  z.  b.  pl.  log  (aus  *lagif)  gesetz  zu  lag  lage,  Ordnung,  gen. 
Skoglar  (^SkagulaR)  zu  '^Skagul  (später  Skggol,  s.  4  unten)  ein 
valkyrienname,  Iggskrg  (^la^u-skráu)  gesetzbuch.  Dieser  umlaut 
war  vor  900  nicht  da  nach  ausweis  ags.  lehnwörter  wie  lagu 
gesetz;  andererseits  muss  er  bald  danach  durchgeführt  worden 
sein,  weil  das  betreffende  u  zu  dieser  zeit  synkopiert  wird 
(s.  §  130,  4),  womit  auch  stimmt,  dass  Egell  Skallagrimsson 
(um  950)  Wörter  wie  Igtj  i^lat^u),  kugt)  {*kuabu)  u.  dgl.  als  ein- 
silbige reime  gebraucht. 

Anm.  Nach  der  analogie  des  i-umlautes  (s.  §  66,  2)  sollte  man  er- 
warten, dass  in  fällen  wie  log,  Skoglar,  wo  ^i  in  ultima  oder  vor  einer 
schwachtonigen  silbe  stand,  kein  umlaut  da  wäre  (also  *lag,  "^Skaglar  wie 
salr,  taWa).  Und  wirklich  finden  sich  beispiele,  die  dafür  zu  sprechen 
scheinen,  dass  dies  u  schon  in  der  vorigen  periode  (oben  2)  synkopiert 
wäre,  also  ohne  umlaut  zu  bewirken.  So  kommen  neben  isl.  Sgrle 
{'^'Sarule)  auch  Sarle  (s.  J.  Þorkelsson,  Bemærkninger  til  nogle  steder  i 
Heimskringla,  s.  19  f.,  in  Oversigt  over  d.  k.  d.  Vidensk.  selsk.  forhandl. 
1884)  ein  personenname,  neben  ^ð7e  (^atiuli,  s.  §63,7)  auch  œ^li  [eMé) 
beschafifenheit  vor;  neben  isl.  Hggne  (ahd.  Haguno)  steht  aschw. -adän. 
Hagni  (s.  Brate,  Bezz.  Beitr.  XI,  184),  neben  Hgrd'ar  (vgl.  aschw.  gen.  sg. 
Hamps  Rok)  ein  volksname  steht  Har'd'angr  die  entsprechende  landschaft 
(ib.  s.  187)  u.  s.  w.  Aber  vielleicht  ist  in  diesen  formen  ein  anderer 
mittelvokal  als  in  jenen  synkopiert  worden  (z.  b.  Sarle  =  ahd.  Sarah  oder 
Serilo,  vgl.  taltSa  =  ahd.  zelita) ;  vielleicht  sind  auch  hie  und  da  formen 
ohne  mittelvokal  anzunehmen  (s.  Brate,  a.  a.  o.,  s.  183  ff.). 

4.  Eine  periode,  wo  umlaut  auch  durch  erhaltenes  u 
bewirkt  wird,  z.  b.  Skggul,  -ol  aus  "^Skagul  (vgl.  3  oben),  pl. 
sggur,  -or  zu  saga  aussage.  Dieser  prozess  ist  —  wenn  auch 
im  ostnord.  (adän.)  vielleicht  schon  im  10.  jahrh.  belegt 
(s.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  316  ff.,  326  f. ;  Söderberg,  a.  a.  o., 
s.  102  f.  note)  —  doch  westnord.  wahrscheinlich  erst  im  12.  jahrh. 
vollständig  durchgeführt  worden,  denn  bis  um  1150  finden 
sich  bei  den  isl.  skalden  häufige  assonanzen  wie  faxa :  lai^nsaxo, 
randar  :  strando,  varg  :  niargom  u.  dgl.  statt  resp.  -sgxo,  strgndo, 
mgrgom.  Erst  um  1200  sind  formen  wie  die  letztgenannten  aus- 
schliesslich herrschend  (s.  Gislason,  Om  helrini,  s.  9  ff.,  Kopenh. 
1877;  Arkiv  VIII,  52  ff'.;  J.  Dorkelsson,  a.a.O.,  s.  15  ff.;  Mübius, 


56  §  79.    Ausgleichung  des  it-umlautes. 

Kormaks  saga,  s.  99  ff.;  Söderberg,  a.a.O.,  s.  94  f.  note),  dies 
doch  nur  im  isl.  und  altwestnorw.  Im  ostnorwegischen  da- 
gegen steht  zwar  konsequenter  weise  umlaut  vor  erhaltenem 
konsonantischen  u  (w),  z.  b.  hoggua  hauen,  sfgbua  hemmen, 
døkkue  der  dunkle  u.  s.  w.;  aber  vor  sonantischem  u  steht  — 
mit  wenigen  ausnahmen  (s.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  42  f.)  —  un- 
umgelauteter  vokal,  z.  b.  dat.  sg.  aru  (pl.  arum)  zu  or  pfeil, 
gafugr  bedeutend  neben  acc.  gofgan,  hafut)  haupt  neben  dat. 
hof^i,  Aniindr  (isl.  Onundr)  ein  personenname  u.  s.  w.  Zwar 
kann  dies  in  vielen  fällen  lediglich  nach  §  79  und  §  77  (vgl. 
auch  §  76)  erklärt  werden;  aber  wahrscheinlich  ist  im  altostnorw. 
der  betreffende  umlaut  nie  —  ausser  vielleicht  vor  gewissen 
konsonanten  —  vollständig  durchgedrungen.  Vgl.  über  diese 
vielumstrittene  frage  bes.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.42  ff.,  142  ff.;  Söder- 
berg,  a.  a.  o.,  s.  46  ff.;  Kock,  Sv.  Landsm.  XII,  7. 

§  79.     Ein    durch    umlaut    hervorgerufener    Vokalwechsel 

innerhalb  eines  paradigmas  oder  einer  gruppe  von  verwandten 

Wörtern   ist   oft  durch   ausgleichung   beseitigt   worden    und 

zwar  in  verschiedener  weise,  indem:    a)   Der  umlaut  überall 

durchgedrungen  ist,  z.  b.  sysiir,  -er,  gen.  systur,  -or  statt  '^suislir, 

sysiur  (s.  §  71,  7)  Schwester;  sg.  präs.  ind.  stðkk,  st^kkr,  støkkr 

statt    '^stekk    (<  '^sünku   s.  §  82;    vgl.  aschw.  stinker)^    støkkr 

(<  ^stink7viR)^  støkkr  springe,  -st,  -t.     b)  Der  umlaut  ist  überall 

geschwunden ,   z.  b.  harter  statt  "^hgrbr  (got.  kardus)   hart  nach 

Zusammensetzungen  wie  harbgørr  (vgl.  §  78,  2)  hart  gemacht  u.  a. 

c)  Doppelformen  sind  entstanden,  z.  b.  holl,  hall  saal  aus  nom. 

holl,   gen.  hallar\   r  ond,   rand  schild;   holkr,   hal  kr   balken;   on, 

van    hofifnung    (s.  §  71,  6);    mar,    mär   möwe   (§  72,  2);    spann, 

spann   span    (§  73,  2,  c);    hjng,    ling    heidekraut    aus    sg.   lyng 

i^Ungwa)^    pl.    Img    (^Ungu,    vgl.    schwed.    lingon    preiselbeere); 

iysuar,  tuisuar  (nach  tui-  zwei-)  zweimal;   hý-,  hi-hýli,  -e  haus- 

wesen  (von  einem  ausgestorbenen  *Äy,   dat.  "^liifí  familie;   vgl. 

§  72,  6  mit  anm.  7);  øngr,  œngr  (engr)  kein  (§  72,  7);  gørr,  gœrr 

{gerr)  bereit;  øx  {ox\  ccx  (ax)  axt;  ørr  (gn^)^  ær  (aschw.-adän. 

ar)  narbe,  u.  a.  m.     S.  weiter  die  flexionslehre. 

Anm.  1.  Schreibungen  wie  vdn,  spann  n.  åg\.  (statt  lautgesetzlichen 
on,  spann  u.  dgl.)  sind  wol  in  den  meisten  fällen  mit  den  auch  vor- 
kommenden von,  spann  u.  dgl.  gleichwertig  (vgl.  §  80).  Die  letztgenannten 
formen  sind  gen.  vánar,  spdnar  u.  dgl.  nachgebildet  in  analogie   mit  ent- 


§  80.  81.    Sonstige  Verschiebungen  von  d,  e.  57 

sprechungen  wie  sJwl,  gen.  skalar,  schale,  ör,  gen.  drar,  rüder  u.  dgl.  Sie 
sind  natürlich  erst  zu  einer  zeit  entstanden ,  wo  der  Übergang  ó  ===-  o 
(s.  §  73,  2),  dem  formen  wie  ón,  spónn  u.  dgl.  sein  dasein  verdanken,  längst 
durchgeführt  ist. 

Anm.  2.  Es  giebt  auch  fälle,  wo  eine  umlautlose  form  in  ein  para- 
digma hineingekommen  ist,  das  lautgesetzlich  keine  einzige  unumgelautete 
form  aufzuweisen  hätte.  Hier  ist  also  die  analogie  anderer  paradigmen 
massgebend  gewesen,  z.  b.  gata  statt  "^gotua  (got.  gativö)  gasse  zu  pl.  isl. 
ggtor,  anorw.  gatiir,  nach  dem  Verhältnis  von  saga  aussage  zu  pl.  spgor, 
sagur  u.  dgl;  ebenso  suala  statt  *solua  (s.  §  72,  10)  schwalbe  zu  pl.  suplor, 
snalur  u.  a.  m.  Vgl.  noch  tiara  theer  statt  Hioriia  (finn.  lehnw.  terra)  zu 
obl.  kas.  tioru  (später  isl.  ti  pro,  anorw.  tiaru;  s.  §  71,  4)  nach  stiarna 
gestirn  zu  stiornu  (später  stiprno,  stiarnu)  u.  a.;  ebenso  flara  strandwasser 
statt  *fiorua  (lapp.  lehnw.  fjervva)  zu  fioru  (später  fipro,  fiaru). 


III.    Sonstige  Verschiebungen  des  vokalsystems. 

§  80.  á  fällt  allmälich  im  laute  mit  6  zusammen.  Schon 
um  1250  ist  diese  entwickelung-  abgeschlossen,  und  seither 
wird  von  den  beiden  nunmehr  gleichwertigen  zeichen  á  und  ó 
nur  jenes  —  also  mit  der  lautlichen  geltung  des  ehemaligen  ó 
—  gebraucht,  z.  b.  pl.  áto  assen,  sár  wunden  statt  älteren  oto, 
sor  u.  s.  w.  (Anfangs  bisweilen  umgekehrt  ó  statt  á,  z.  b.  in 
No.  Hom.  vorr  unser,  mal  spräche,  kuoma  ankunft  st.  várr,  mal, 
kuäma,  s.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  76). 

§  81.  e  geht  im  anorw.  schon  um  1200  in  œ  über 
zwischen  v  oder  w  (kons,  u)  und  r,  z.  b.  vœrk  werk,  vœrha 
werden,  huœrfa  weg  gehen,  suærb  sch  wert;  in  gewissen  dialekten 
in  geschlossener  silbe  nach  v  oder  w,  weniger  konsequent  nach 
b,  r,  l,  z.  b.  vœl  wol,  vœsir  westen,  vœgr  weg  (aber  pl.  vegar, 
wonach  analogisch  sg.  vegr),  suœfn  schlaf,  kuœt5r  (kuebr  zu 
kueba)  sagt,  bœrg  berg,  bœrr  {berr  zu  bero)  trägt,  rœgn  regen, 
brœgi)a  schwingen,  blwza  segnen,  klær  kr  clericus.  Endlich  in 
anderen  dialekten  tritt  œ  überall  ausser  nach  g  und  k  ein, 
z.  b.  nœma  nehmen,  pl.  vœgar  wege,  bcct^a  tragen  (aber  gefa 
geben,  gela  bekommen,  kerie  kerze).  Vgl.  Sievers,  Tübinger 
brucbstücke,  s.  9;  Wadstein,  a.a.O.,  s.  55  if.;  Brenner,  Literatur- 
blatt für  germ.  und  rom.  philol.  1885,  sp.  52. 

Anm.  Weil  dieser  Übergang  in  schwaclitonigen  silben  unterbleibt, 
steht  also  in  Wörtern,  die  oft  proklitisch  oder  enklitisch  vorkommen,  e 
neben  Wj  z.  b.  vera,  seltener  væra,  sein. 


58  §  82.  83.    Sonstige  Verschiebungen  von  i,  i,  u. 

§  82.     /,  i  werden  zu  e,  resp.  é,  wenn  unmittelbar  nach  dem 

vokal  ein  nasal  in  vorliterarischer  zeit  (nach  §  207  oder  §  239, 

2 — 4)  geschwunden  ist,  z.  b.  drekka  trinken,  brekka  brink,  ekke 

(ags.  inca)  schmerz,  rekkr  (ags.  rinc)  mann,  sßkkua  (aus  "^sekkua 

s.  §  72,  3,  wo  auch  viele  andere  hierhergehörige  beispiele  mit  ð) 

sinken,   kletir   (aschw.  klinter)   feisen,   kleppr   (aschw.   kumper) 

klumpen,  krepp-hendr  (vgl.  mhd.  krimpferi)  mit  krummen  bänden, 

skreppa   (nschw.  skrympa   aus   *skrimpa)  gleiten;   mit   dehnung 

des  e  (nach  §  110)  mél  (aus  "^mbinl-,  ^minJ4-,  ags.  midi,  ahd.  ga- 

mindii)  mittelstück  des  gebisses;  (mit  urspr.  i)  lérept  leinwand 

zu  lin  lein. 

Anm.  1.  Durch  ausgleichung  kann  i  wieder  hergestellt  werden,  z.  b. 
imperat,  sprikk  zu  springa  zerspringen,  hitt  zu  hinda  binden,  vittr  (alt 
und  selten)  neben  vet{t)r  winter  aus  urspr.  nom.  vettr,  dat.  "^vintri,  (selten) 
Uript;  ebenso  gen.  ykkar  euer  beiden,  dat.  ykkr  euch  beiden  aus  urspr. 
*ynkuar  (got.  igqara),  "^'Bkkr  (got.  igqis).    Vgl.  §  207,  anm.  3. 

Anm.  2.  Weil  der  Übergang  in  schwachtoniger  silbe  unterbleibt, 
steht  in  Wörtern,  die  gewöhnlich  proklitisch  sind,  natürlich  i  (i),  z.  b.  í  in 
(vgl.  aschw.  sehr  selten  starktoniges  œ  aus  *é,  etwas  häufiger  —  wiederum 
schwachtonig  gewordenes  —  e,  z.  b.  in  e  f^rstonne  anfänglich,  e  mœllan 
zwischen,  e  gen  wiederum  u.  dgl.). 

§  83.  u  wird  zu  o  {o)  in  folgenden  fällen: 
1.  'Wenn  unmittelbar  nach  dem  vokal  ein  nasal  in  vor- 
literarischer zeit  (nach  §  207  oder  §  239,  2 — 4)  geschwunden 
ist,  z.  b.  sokkenn  gesunken,  {h)rokkenn  (dän.  runken)  runzlich, 
stokkenn  (got.  slugqans)  gesprungen,  okkarr  (got.  ugkar)  uns 
beiden  zugehörig,  þokke  (agutn.  þunki)  wolwollen,  skroppemi 
(nschw.  sk?'umpen)  entschlüpft,  kropp en\\{2i^Q\iyf.  krumpln)  ein- 
geschrumpft, toft  (^lumft-,  ahd.  zumft)  bauplatz,  Rata-toskr 
i^iunsk-,  ags.  túsc  zahn)  mytischer  eichhorn;  mit  dehnung  des  o 
(nach  §  110)  ósk  wünsch,  orer  i^unnren,  ^unzare-z)  die  unsrigen, 
0SS  (^ósiR,  got.  unsis)  uns,  ós  (got.  uns;  vgl.  øs  und  oss,  beides 
von  ÖS  und  ^ss  kontaminiert)  uns. 

Anm.  1.  Durch  ausgleichung  kann  u  wieder  hergestellt  werden, 
z.  b.  drukkenn,  -inn  getrunken  statt  ^'drunkinn  (vgl.  aschw.  drunkna  er- 
saufen) nach  präs,  drekk(r),  prät.  drakk-,  stuttr  (aschw.  stunter)  kurz  aus 
nom.  *stottr,  acc.  *stimtan.    Vgl.  §  207,  anra.  3. 

Anm.  2.  Weil  der  Übergang  in  schwachtoniger  silbe  unterbleibt, 
steht  in  Wörtern,  die  gewöhnlich  pro-  oder  enklitisch  sind,  u,  z.  b.  pyk{k)ia 
{*pukkia),  pik{k)ia  (vgl.  §  126  und  §225,  1)  dünken,  scheinen.  Wo  die 
betonung  schwankt,  entstehen  doppelformen,  z.  b.  präfix  schwachton.  (bes. 


§  84—86.    Sonstige  Verschiebungen  von  o,  œ,  &.  59 

anorw.)  ú-  neben  starkton.  o-  un-;  ßuridr  weiblicher  name  neben  Þórr 
(nach  dat.  Þór,  -e  aus  *Atr?rc)  Donner(gott);  Þyri  (früher  mit  haupttoniger 
ultima)  neben'^ári'é  weiblicher  name;  fuss  (aus  Zusammensetzungen  wie 
Vigfüss  u.  a.)  neben  aschw.  fös  (ahd.  funs)  begierig;  ebenso  i/skia  {*ú8kia, 
vgl.  aschw.  üsk  wünsch)  neben  óskia  wünschen. 

Anm.  3.  Die  scheinbaren  ausnahmen  hiisl  (got.  himsl)  sakrament, 
dust  (ahd.  dunst)  staub  sind  aus  ags.  húsl,  dust  entlehnt. 

2.  Vor  (dem  Dach  §  174  aus  z  entstandeneD)  r.  In  dieser 
Stellung  musste  o  durch  R-umlsiüt  zu  s  werden;  beispiele 
s.  §  68,  3  (vgl.  auch  §  69). 

§  84.  g  geht  im  isl.  überall  ausser  vor  ng,  nk  (s.  §  102) 
in  (offenes)  s  (neuisl.  ö  geschrieben)  über;  dies  in  einzelnen 
gegenden  schon  im  13.,  sonst  allgemein  im  14.  jahrh.,  z.  b.  dat. 
sg.  ntr.  /)(^ru  (gbro)  anderem,  dat.  sg.  ^^/w  (ffofo)  gasse.  Vgl. 
Lyngby,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  II,  300  f.;  L.  Larsson,  Isländska 
handskriften  Nr.  645,  4^  s.  LIIL 

Anm.  Im  anorw.  (wie  im  ostn.)  kommt  dieser  Übergang  nur  vor  r 
und  kakuminalem  l  und  nur  in  gewissen  dialekten  (aber  schon  in  den 
ältesten  hdschr.)  vor,  z.  b.  4)rn  [prn]  adler,  ^l  {(ß)  bier. 

§  85.  æ  fällt  im  isl.  früh  —  im  allg.  schon  im  anfang 
des  13.  jahrhs.  —  orthographisch  und  wol  auch  lautlich  mit  e 
zusammen,  z.  b.  selia  (anorw.  sœlia)  übergeben,  er/'a  (anorw. 
œrfa)  erben  u.  s.  w.  Vgl.  L.  Larsson,  a.  a.  o.,  s.  LII.  —  Dagegen 
im  anorw.  tritt  der  Übergang  œ  ^  e  im  allgemeinen  nur  vor 
nn  so  wie  vor  ?2  mit  folgendem  heterosyllabischen  konsonanten 
ein;  dies  schon  im  anfang  des  13.  jahrhs.,  z.  b.  kemia  (got. 
kannjan)  kennen,  menn  männer,  dat.  hende  (aber  pl.  lucndr) 
hand,  lenge  lange  (aber  lœngr  länger).  S.  Wadstein,  a.  a.  o., 
s.  50  f.;  Sievers,  a.  a.  o.,  s.  8. 

§  86.  Geschlossenes  />  (nach  §  63,  3,  §  68,  3,  §  71,  3  und 
§  72,  3  entstanden)  wechselt,  bes.  in  isl.  hdschr.,  mit  e,  ohne 
dass  man  überall  im  stande  ist  zu  entscheiden,  ob  ein  laut- 
licher Übergang  fi  ^  e  vorliegt.  In  einzelnen  fällen  kann 
nämlich  e  der  alte,  nicht  durch  u-  oder  w-umlaut  veränderte, 
laut  sein,  z.  b.  ket  {k^i)  fleisch,  smer  (snifír)  butter;  in  anderen 
fällen  vielleicht  (nach  §  85)  aus  æ,  dem  /-umlaut  eines  in  ab- 
lautsverhältnis  zu  o  {/>)  stehenden  a,  entstanden  sein,  z.  b.  isl.  pl. 
hnetr  (hn/f(r)  nüsse,  vgl.  hnataskög?^  nussgebüsch  und  die  anorw. 
flexion  netr,  gen.  naia,  dat.  natum\  mergenn  {mf)rgenn)  morgen, 
vgl.   aschw.    (selten)    marghan    neben    morghon  u.  a.     Sonstige 


60  §  87.    UebergaDg  von  ø  'm  cé.    §  88—90.    Brechung. 

bei  spiele  sind  n.  a.  präs.  kenir  {kønw)  kommt,  sefr  {søfr)  schläft, 
tre<)r  (trßbr)  tritt,  prät.  konj.  per^e  (psi^t^e)  wagte,  part.  prät. 
frerenn  {fr^renn)  gefroren,  pl.  slet)r  (stsbr)  stützen,  sener  {sðner) 
söhne,  komparat.  efre  {fífré)  oberer,  ner'^re  {nørhré)  nördlicher. 

§  87.     0  geht   im  isl.   schon  etwas  vor  1250,  in  é  über, 

z.  b.    dœma    (døma)    richten,    starre    {større)    grösser    u.  s.  w. 

S.  J.  Þorkelsson,  Breytingar  á  myndum  etc.,  s.  30  f. 

Anm.  Sporadisch  kommt  sowol  im  anorw.  wie  im  isl.  ý  statt  ø  un- 
mittelbar vor  gl,  kl  vor,  z.  b.  ýgis-  (øgis-)  hialmr  schreckhelm,  f/giask 
stössig  werden  (aber  øgla  schreck  einflössen),  ýgr  (øgr)  wild  (nach  acc. 
ýgian  u.  dgl),  ýki  Übertreibung  (zu  got.  wakan,  wök).  S.  Bugge,  Arkiv  II, 
350  íf. 

IV.    Brechung. 

§  88.  Unter  brechung  verstehen  wir  hier  die  entstehung 
eines  parasitischen  vokals  nach  einem  andern  durch  den  ein- 
fluss  eines  in  der  nächsten  silbe  folgenden  (sonantischen  oder 
konsonantischen)  vokals.  Brechung  tritt  im  isl.-anorw.  nur  bei 
dem  aus  urnord.  zeit  stammenden  e  ein,  welcher  vokal  —  mit 
den  unten  §  91  erwähnten  ausnahmen  —  gebrochen  wurde,  so 
oft  in  der  nächsten  silbe  ein  —  in  literarischer  zeit  oft  in 
folge  der  synkope  (§  130  ff.)  geschwundenes  —  a  oder  u  (son. 
oder  kons.)  folgte.  Je  nach  der  verschiedenen  qualität  des  para- 
sitischen vokals  haben  wir  zu  unterscheiden  zwischen  der 
durch  a  hervorgerufenen  a-b rechung  und  der  vor  u  (w)  ein- 
tretenden u-  (und  w-)brechung. 

§  89.  Durch  die  «-brechung  wird  aus  e  zunächst  *ea, 
woraus  dann  ia  (vgl.  §  106,  a  und  §  59),  z.  b.  biat^ffa  bergen, 
hiarta  herz,  stiania  stern,  gialda  vergelten,  hialdr  (urnord.  Tjurkö 
Helt^aR  als  personenname)  kämpf,  sialdan  selten,  iafa  eben, 
siat7ia  sich  vermindern,  iat)arr  rand,  iaxl  backzahu  u.  a. 

Anm.    Ueber  a(ost)norw.  ice  aus  ia  s.  §  63  anm.  1. 

§  90.  Durch  die  u-  (w-) brechung  wird  aus  e  zunächst 
*éfö^  aus  welchem  später  io  wird  (vgl.  §  106,  a  und  §  59),  z.  b.  iort^ 
erde,  ]iior()  herde,  i  fiorb  (gr.  jiúqvöl)  im  vorigen  jähre,  hiortr 
(ags.  heorot)  hirsch,  hiorr  (got.  hairus)  schwert,  fior  (got.  fairhus) 
leben,  iniolk  (got.  miluks)  milch,  ßol'igoi.  ßlu)  viel;  ioforr,  -urr  eher, 
fürst,  iotonn,  -unn  riese,  miok  (gr.  nija)  sehr,  tiogo  (vgl.  tegr  zehnl^^^ 


§  91.  92.    Brechung.  61 

zwanzig,  kiot  (dat.  kioiue,  -i)  fleisch  u.  s.  w.  Dies  io  ist  aber 
später  in  den  weitaus  meisten  fallen  durch  ein  auf  analogischem 
wege  geschaffenes  ig  (w-,  w-umlaut  von  ia,  s.  §  71,  4  u.  §  72,  9) 
verdrängt  worden,  z.  b.  /orð  (statt  iort))  nach  gen.  iartiar  u.  s.  w. 
Wo  verwandte  formen  mit  ia  nicht  vorhanden  waren,  blieb  io 
verhältnismässig  lange  (wie  in  fiogor  vier,  miok,  kiot,  i  /iort>)^ 
bis  es  endlich  dem  spät-isl.-anorw.  i^  (neuisl.  io  geschrieben) 
wich. 

Anm.  In  einigen  fällen  findet  man  iu  statt  oder  neben  io,  z.  b.  fiogor, 
-ur,  fiugur  vier  (ntr.),  þiokkr,  þiukkr  (dies  besonders  in  anorw.  hdschr.) 
dick,  SiugurZr  Sigwart.  Wahrscheinlich  steht  m  ursprünglich  nur  vor 
erhaltenem  u. 

§  91.  Brechung  findet  nicht  statt,  wo  ein  v,  w  (kons,  w), 
/  oder  r  dem  e  unmittelbar  vorhergeht,  oder  heterosyllabisches 
h  (das  früh  hauchlaut  geworden  war,  s.  §  177,  1)  folgte,  z.  b. 
verha  (anorw.  vœ?^ba  §  81)  werden,  velta  (vœlta)  wälzen,  vefa 
weben;  huer  f  a  ihuærfd)  sich  wenden,  suelta  {suœlta)  hungern; 
lesa  lesen,  leka  leck  sein,  reka  treiben,  rðkkr  (vgl.  dagegen 
þiokkr)  finsternis;  siá  (aus  "^séa  §  106,  b,  2)  sehen. 

§  92.     Wo  in   einem   paradigma   oder   einer  gruppe   von    <^r-nL^ 
verwandten    Wörtern    gebrochene    und    ungebrochene    formen   ^e/ci^el^- 
wechseln  sollten,  ist  oft  ausgleichung  eingetreten,  so  dass  ent-         it.<r/qA 
weder  der  gebrochene  vokal  durchgeht,  z.  b.  iatiarr,  dat.  iat^re,  -i 
{eðre  bei  Þióðolfr  um  900,  s.  Hoffory,  Arkiv  I,  45  f.)  rand,  ioforr, 
-urr,  dat.  iofre,   -i  (ÞióÖolfr,  Yt.  36,   noch  efre)  fürst;    oder   es 
ist    der    ungebrochene    vokal    verallgemeinert    worden,    z.  b. 
selr  (aschw.  sicel)  seehund,    sterlr   (aschw.  stiœrler)    sterz,   hera 
(aschw.  biœra)  tragen,   mela  (aschw.  micela)   messen,  þele,  gen. 
þela  (statt  '^piala-^  aschw.  þiœii,  gen.  -a)  frost  in  der  erde;  oder  end- 
lich  sind   doppelformen  entstanden,   z.  b.   biarg  und  berg  feis, 
skialla  und  (jünger)  skella  klatschen,   kiaplr,   kioptr   und   keptr 
kinnlade,  spiall  und  spell  schaden,  giafa  (sehr  selten)  und  gefa 
geben,  giata  (sehr  selten)  und  geta  bekommen,  u.  a.  m. 

Anm.  1.  Das  den  brechungs vokalen  zu  grunde  liegende  c,  kann  in 
gewissen  formen  (zu  e)  ?/;-umgelautet  worden  sein  (§  72, 3),  in  anderen  schon 
in  urgermanischer  zeit  (zu  i)  i-umgelautet  (s.  §  139,  1),  endlich  in  andern 
zunächst  in  genannter  weise  i-,  dann  (zu  y)  tü-umgelautet.  Durch  aus- 
gleichung entstehen  dann  doppelformen  wie  z.  b.  tiogo  (sehr  selten)  zwanzig  : 
tigo,  -u,  acc.  pl.  zu  iigr  {tcgr)  anzahl  von  zehn,  ShigurÖr  :  Sigurdr  Sig- 
wart; miorkuc,  -i  {miorkac)  :  tiujrkuc,  -i  duukelheit;   piokkr  {þiokkr)  oder 


62  §  93.  94.    Brechung. 

þkikkr :  þykhr  dick;  smior  [smior) :  syner  (smer),  dat.  auch  (anorw.)  smyrui, 
butter;  klot  (kipt)  :  ket  {ket)  fleisch. 

Anra.  2.  Auch  wo  a-brechung  mit  it-brechung  innerhalb  eines 
paradigmas  wechselte,  sind  bisweilen  ausgleichungen  eingetreten  oder 
doppelformen  entstanden,  z.  b.  fiptorr,  fiaturr  (kontaminirt  von  fioturr, 
pl.  fiatrar,  s.  Kock,  Sv.  Landsm.  XII,  7,  s.  24  note;  vgl.  aschw.  fiœtur)  fessel, 
iptonn,  iatunn  (vgl.  aschw.  iœtim)  riese;  kipptr  und  kiapfr  kinnlade,  ipdorr, 
iab'urr  und  iadarr  rand  u.  dgl.     Vgl.  §  79,  anm.  2  über  tiara,  fiara. 

§  93.  In  schwachtoniger  silbe  tritt  keine  brechung  ein, 
z.  b.  nema  wenn  nicht,  et^a  oder,  ef  wenn  (vgl.  aschw.  icef 
zweifei).  Verschiedene  betonung  giebt  anlass  zu  doppelformen 
wie  z.  b.  ßall  feisen  :  Mos  fell  u.  a.  Ortsnamen,  spiall  schaden  : 
forspell  schwerer  verlust,  lak  (sehr  selten) :  ek  ich,  iiogo  (sehr 
selten)  zwanzig  :  tego,  acc.  pl.  zu  tegr  (aschw.  iiughe?^)  anzahl 
von  zehn. 

§  94.  Wahrscheinlich  haben  wir  auch  in  betreff  der 
brechung  mehrere  perioden  —  in  hauptsächlicher  Überein- 
stimmung mit  denjenigen  der  nahe  verwandten  umlaute  (s.  §  6G, 
§  78)  —  zu  unterscheiden;  also  z.  b.  bei  der  «-brechung: 

1.  Eine  periode  wo  brechung  nur  durch  dasjenige  a  be- 
wirkt wird,  welches,  in  ultima  oder  vor  einer  schwachtonigen 
silbe  stehend,  nach  langer  starktoniger  silbe  synkopiert  wird 
(vgl.  §  130,  1  und  2).  Formen  wie  hialdr  (urnord.  Helt)aR  Tjurkö 
um  500 — 600)  kämpf,  hiarg  i^herga)  gehören  demnach  schon 
der  letzten  urnord.  zeit,  weil  das  betreifende  a  um  700  nicht 
mehr  da  war. 

2.  Eine  periode  —  etwa  das  8.  jahrh.  —  wo  keine 
brechung  bewirkt  wird,  weder  durch  erhaltenes  a,  noch  durch 
dasjenige,  welches,  vor  einer  starktonigeu  silbe  stehend,  nach 
langer  starktonigeu  silbe  synkopiert  wird,  z.  b.  herghüe,  -i 
felseneinwohner  aus  ^tfergabüe  zu  hiarg  isberga)  berg,  ert)gróenn 
(bei  Egell  Skallagrimsson  mit  verba  assonierend)  aus  der  erde 
gewachsen  zu  iorb  {;ig?^'()),  gen.  iarüar,  erde.  Vgl.  Kock,  Arkiv 
VI,  49  note. 

3.  Eine  periode,  wo  brechung  wieder  auftritt,  bewirkt 
durch  dasjenige  a,  welches  nach  kurzer  starktoniger  silbe 
synkopiert  wird,  z.  b.  giafmildr  freigebig  aus  *gefjamilÖ{i)ii. 

4.  Eine  periode,  wo  brechung  durch  erhaltenes  a  hervor- 
gerufen wird,  z.  b.  hiarla  herz.     Dieser  fall  ist  schon  um  900 


§  95.  96.    Entwickelung  der  alten  diphthonge.  63 

belegt  durch  assonanzen  wie  hlat)  :  fiahrar  (Þióðolfr).  got)vart)r : 
iart)o  (Hornklofe),  dat.  sg.  nach  gen.  iartiar  umgebildet. 

Anm.  1.  Assonanzen  wie  vez  :  peza  (I^ióðolfr  um  900),  vczla  \  peza 
(Kormak  im  10.  jahrh.)  beweisen  nicht,  dass  brecliung  vor  a  noch  nicht 
eingetreten  wäre,  sondern  nur,  dass  die  lautgesetzliche  flexion  des  riesen- 
namens  nom.  peze,  gen.  þiaza  durch  ausgleichung  zu  einer  doppel- 
formation  peze,  gen.  -a  und  piaze,  gen.  -a  anlass  gegeben  hat  (vgl.  §  92). 

Anm.  2.  Die  entsprechenden  perioden  der  n-brechung  treten  natür- 
lich respektive  etwas  später  ein  in  folge  der  späteren  synkopierung  des 
u  in  den  betreifenden  Stellungen  (vgl.  den  it-umlaut  §  78).  So  z.  b.  wird 
urnord.  *skeWuR  erst  im  8.  jahrh.  zu  s/iioWr  schild,  *meku  erst  im  10.  jahrh. 
zu  miok  viel  (vgl.  dass  Egell  um  950  miot  aus  *metu  u.  dgl.  als  einsilbiges 
reim  verwendet). 

V.    Die  diphthonge. 

A.     Alte    diphthonge. 

§  95.  œi  (urnord.  ai,  s.  §  57)  wird  im  anorw.  (in  aeii 
meisten  gegenden)  als  solches  erhalten,  dagegen  im  isl.  musste 
es  natürlich  bei  dem  Übergang  des  ce  in  e  (s.  §  85)  zu  ei 
werden,  z.  b.  anorw.  hccit,  isl.  heit  (got.  halt)  biss,  œinn,  einn 
(got.  ains)  ein,  hceill,  heill  (got.  hails)  heil,  hœita,  heita  (got. 
haitan)  heissen.  Nur  wo  es  durch  den  schwund  eines  (schon 
in  urnord.  zeit  auslautenden)  g  (s.  §  233,  1)  in  den  auslaut  zu 
stehen  kam,  wurde  es  in  é  kontrahiert,  z.  b.  1.  sg.  prät.  {h)né 
zu  {h)niga  sich  neigen,  sie  zu  sliga  steigen,  sé  zu  siga  sinken, 
mé  zu  miga  harnen.  Dialektisch  (z.  b.  in  Codd.  AM.  677,  4" 
und  655,  4^)  kommt  —  etwas  vor  1250  —  dieselbe  kontraktlen 
auch  in  anderen  Stellungen  vor  (s.  L.  Larsson,  Arkiv  V, 
142  ff.) 

Anm.    lieber  die  kürzung  von  cei,  ei  zu  æ,  e  s.  §  115. 

§  96.  ou  (urnord.  au,  s.  §  58)  wird  in  einigen  dialekten 
als  solches  erhalten,  im  allgemeinen  anorw.  zu  ou,  isl.  zu  au, 
z.  b.  anorw.  gout,  isl.  gaut  (got.  gaut)  goss,  ouka,  auka  (got. 
aukan)  vermehren,  dout)r,  dau^r  (got.  dauþus)  tod,  ouga,  auga 
(got.  augö)  äuge.  Nur  wo  es  durch  den  schwund  eines  (schon 
in  urnord.  zeit  auslautenden)  ^  (s.  §  233,  1)  in  den  auslaut 
treten  sollte,  wurde  es  in  6  kontrahiert,  z.  b.  1.  sg.  prät.i  nd.  lo 
(got.  laug)  zu  linga  lügen,  so  zu  süga  saugen,  smö  zu  smiuga 
schmiegen.  Dialektisch  (z.  b.  in  den  §  05  genannten  hdschr.) 
kommt   —   etwas   vor  1250  —   dieselbe  kontraktiou  auch  in 


64   §  97.  98.  Entwickel.  d.  alten  diphtli.    §  99.  Isl.-anorw.  diphthongierung. 

anderen  Stellungen  vor  (s.  L.  Larsson,  a.  a.  o.);  selten  steht  ø 
(z.  b.  oft  in  Cod.  AM.  645,  4^,  s.  L.  Larsson,  Isländska  hand- 
skriften Nr.  045,  4<*,  s.  XLVIII)  oder  ú  (in  Shetländischen  Ur- 
kunden, s.  Wadstein,  Fornn.  hom.,  s.  67  note),  z.  b.  høh,  hud 
statt  haut)  bot. 

§  97.  Das  durch  palatalen  umlaut  aus  m,  ou  entstandene 
fiy  ist  demnach  überwiegend  anorw.,  das  aus  au  entstandene 
eij  (anorw.  œ\j)  vorzugsweise  isl.  Im  13.  jahrh.  schwindet  f^y 
im  isl.  ganz,  wozu  der  in  §  86  erwähnte  Übergang  ei  '>  e  bei- 
getragen haben  mag.  Dialektisch  kommt  kontraktion  in  0  vor 
(z.  b.  in  den  §  96  genannten  hdschr. ,  s.  L.  Larsson,  a.  a.  0.); 
selten  steht  ý^  (z.  b.  in  Cod.  AM.  320  fol.  und  625,  4  0,  s.  Gislason, 
Om  navnet  Ymir,  s.  7  ff.,  Um  frumparta,  s.  196),  z.  b.  hyra  statt 
heyra  (hœyrd)^  Iwyra  {høra)  hören. 

§  98.  lö  (urnord.  eo,  s.  §  59)  bleibt  als  solches  erhalten, 
z.  b.  (h)liómr  ton,  þiófr  (selten  jnufr\  ahd.  diob)  dieb,  miökr 
(gewöhnlich  miiikr  s.  unten)  weich.  Dagegen  lü  (urnord.  eu,  lu, 
s.  §  59)  steht  nur  vor  f,  g,  k,  p  und  im  auslaut,  z.  b.  liúfr  lieb, 
fliúga  fliegen,  siuki-  krank,  kriúpa  kriechen,  hiú  pl.  mann  und 
weib;  in  den  übrigen  Stellungen  (also  vor  dentalen  konsonanten) 
steht  10,  das  zwar  oft  wol  aus  urnord.  wechselformen  mit  eo 
(s.  §  141)  stammt,  aber  zum  teil  doch  sicherlich  durch  laut- 
lichen Übergang  von  iü  in  iö  (eigentlich  wol  iu  >  io,  vgl.  §  59) 
entstanden  ist,  z.  b.  sion  (got.  siuns)  das  sehen,  þiót)  volk,  kiosa 
wählen. 

Anm.  Hiún  mann  und  weib  (neben  hión)  ist  wol  vom  gleich- 
bedeutenden hlú  beeinflusst.  Unklar  ist  das  seltene  iúl  neben  iól 
Weihnachten. 

B.     Isl.-anorw.  diphthongierung. 

§  99.  In  gewissen  anorw.  hdschr.  aus  dem  anfang  des 
13.  jahrhs.  (und  später)  stehen  statt  e,  œ,  œ  resp.  ei,  æi,  éi, 
wenn  die  folgende  silbe  ein  i  enthält,  z.  b.  dreipinn  getödtet, 
veirii  gewesen,  hæifir  hat,  sæilium  (wir)  setzen,  lœiyi  lage, 
landamœiri  grenze;  s.  V.  Dahlerup,  Agrip,  s.  XIV,  Wadstein, 
a.  a.  0.,  s.  62.  Dagegen  im  isl.  tritt  seit  1300  statt  e  —  altes 
oder  (nach  §  85)  aus  œ  entstandenes  —  vor  ng  überall  —  doch 
nicht  im  westlichen  teil  der  insel  (mitteilung  des  herrn  ama- 
nuensis R.  Arpi)  —  ei  ein,  z.  b.  geingu  (sie)  gingen,  leingi  lange. 


§100—103.  Isl.-anorw.  diphthongierung.    §103.  Kontraktion  bei  hiatus.  65 

§  100.  é  wird  im  isl.  zu  ié,  dialektisch  schon  um  1200, 
allgemein  erst  um  1300,  z.  b.  hier  hier,  iél  sehneeschauer,  miér 
mir,  lief  liess.  Die  schrift  behält  gewöhnlich  das  zeichen  é. 
S.  J.  Dorkelsson,  Breytingar,  s.  34,  Dahlerup,  Aarbøger  1889, 
s.  248.  Nach  (den  palatalen)  k,  g,  h  hat  kurzes  geschlossenes 
e  die  analoge  entwickelung  zu  ie  durchgemacht,  z.  b.  kielill 
kessel,  giekk  ging.  Mekk  hing  (danach  wol  analogisch  ßekk 
bekam),  hielt  hielt  (danach  anal,  fiell  fiel),  hiet5an  von  hier,  hieri 
(vgl.  §  68  anm.  1)  hase,  Biebinn  personenname.  Vgl.  Sievers, 
Beitr.  XVI,  242;  Hoffoiy,  Kuhns  Zeitschr.  XXVII,  602. 

Anm.  Hiérad  (zu  ags.  Mered  familie)  ist  wol  ursprünglich  von  herati 
—  anorw.  hcer(r)ad,  aschw.  hcer{r)ap,  harap  zu  hcerr  heer,  vgl.  Noreen, 
Arkiv  V,  390  f.  note  —  bezirk  verschieden  gewesen. 

§  101.  y  wird  sporadisch  im  aostnorw.  des  14.  und 
15.  jabrhs.  zu  iu  (selten  io)  vor  r  oder  /  mit  folgendem  konso- 
nanten, z.  b.  Giurh(e)r  (Gyrbr)  personenname,  hiurtiir  {hyrt5ir 
aus  hirt)ir  nach  §  74)  hirt,  kiorkia  (kyrkia,  kirkid)  kirche,  kiulna 
{kylna)  darrofen,  miulna  (mylna)  mtihle.  Der  Übergang  tritt 
auch  in  —  stark  nebentonigen?  —  ableitungssilben  ein,  z.  b. 
lykiull  {lykyll  §  124  anm.  4,  lykilí)  Schlüssel,  mykiuU  gross,  kœtiull 
kessel.    S.  Noreen,  Arkiv  Vi,  335. 

§  102.  0  geht  im  isl.  in  an  über  vor  ng  und  yik,  z.  b. 
siaung  {stong)  stange,  nom.  acc.  ntr.  pl.  laung  {long)  lang, 
haunk  (Jionk)  handhabe.     Spuren  hievon  zeigen  sich  um  1300. 

VI.   Kontraktion  bei  hiatus. 

§  103.  Wo  zwei  gleiche  sonanten  —  e,  é  sind  hierbei 
mit  i,  i,  so  wie  o,  ó  mit  u,  ú  gleichwertig  —  zusammentreffen, 
werden  sie  zu  einem  langen  von  der  qualität  des  stärker  be- 
tonten kontrahiert.  Hier  wie  in  allen  folgenden  kontraktions- 
fallen  bieten  die  ältesten  skaldengedichte  (bis  gegen  1200)  sowie 
mehrere  Eddalieder  noch  häufig  unkontrahierte  formen  (s.  Sievers, 
Beitr.  V,  515,  Gislason,  Njála  II,  260  ft'.).  Z.  b.  fá  (got.  f^ä/ian) 
bekommen,  acc.  sg.  m.  blá?!  (älter  bláan)  zu  bldr  blau,  der  OÖens- 
name  //árr  aus  Hä-arr,  Ic  {lue)  sichel,  3.  sg.  präs.  konj.  sé  (sée) 
sehe,  dat.  sg.  knc  {knée)  knie,  dat.  pl.  skom  {^skó[h]om)  zu  skor 
schuh,  bände  i^böunde  neben  búande)  bauer,  {Ií)rólfr  (^Hróolfr) 
Rudolf,    dat.  pl.   húsfrúm    {-frúom)   hausfrauen,    gen.    sg.    Irü 

Noreen,  Altisl.  gramm.     2.  aufl.  5 


66  §  104—106.    Kontraktion  bei  hiatus. 

{trúu)  zu  trua  glaube.      Später   treten   durch   analogie  hiatus- 

formen  wie  hlämi  (zu  hlár  nach  trúan  zu  trur)  u.  dgl.  wieder  auf. 

Anm.  Wo  der  eine  komponent  ein  diphthong  ist,  bleibt  dieser  als 
kontraktionsprodukt,  z.  b.  vœill,  veill  {'^ve[h]œill)  krank. 

§  104.     á  -\-  0,   u  giebt  ó,   z.  b.  dat.  sg.  ntr.  blo  (bláo)   zu 

blår  blau,    dat.  pl.  óm   (áom),   óm   (s.  §  73,  2,  c)   zu   nom.  pl.  ár 

(aar)   flüsse.     Später  wurde  o,  wie   gewöhnlich  (§  80),   von  á 

verdrängt,  also  am  u.  dgl.    Noch  jünger  sind  analogiebildungen 

wie  áu?n  nach  anderen  dat.  pl.  auf  -um  u.  s.  w. 

Anm.  Wo  ausnahmsweise  kurzes  a  mit  folgendem  u  zusammentrifft 
(vgl.  §  231),  entsteht  der  diphthong  ou,  ou,  au  (vgl.  §  97),  z.  b.  isl.  Jiaiikr, 
anorw.  hoiikr  {*hahikaR)  habicht. 

§  105.     á  -\-  e,  i  bleibt  unverändert,  z.  b.  dáenn,  -inn  todt, 

páe,  -i  pfau. 

Anm,  Ausnahme  macht  urnord.  *hähistaR  (aus  urgerm.  *hanhistoz, 
vgl.  ahd.  hengist)  pferd,  woraus  mit  diphthong  ai  zunächst  *haistR,  *Jiœistr, 
dann  (nach  §  115)  anorw.  liœstr,  isl.  hestr  (vgl.  aschw.  dial.  heist,  nschw. 
dial.  hest,  hist). 

§  106.  e,  é,  i,  i,  +  a,  å,  o,  o,  u,  ú  werden  in  mehrfacher 
weise  behandelt: 

a)  Wo  der  zweite  vokal  starktonig  ist,  geht  der  erste  in 

konsonantisches  i  über,   z.  b.  ßorer  aus  *fe{h)wöriR   (vgl.  sskr. 

catväras)  vier,   niol  (ahd.  nebul)  dunkelheit,   biorr  (ags.  beofor) 

biber,   ßös    ijfé-hós,  -Ms,   -hansu,    s.  §  73,  2,  c,    zu    got.    hansa 

Sammlung)    Viehhof,    miÖialdre   von    mittleren   jähren,    namen 

wie   líœr-,   Heriulfr   aus   urnord.   Hariwulf(a)R,   Ncef-,   Nefiulfr, 

Bryniolfr  u.  a.  dgl.  (s.  Sievers,  Beitr.  XII,  486  fif.,  Zeitschr.  f.  d. 

philol.  XXI,  104  note),  frials  aus  "^fri-hálsan  (vgl.  got.  freihals 

freiheit)  freigeboren. 

Anm.  1.  Dieselbe  entwickelung  scheint  auch  bei  ý,  de  +  o,  ó,  u,  ú 
vorzukommen,    z.  b.  móskióttr  {^mó-skýóttr?)   dunkelfleckig,    namen  wie 

Biolfr  {""By-olfr?),  Siolfr  {*Sœ-olfr?\  Sniolfr  {*Snœ-olfr?). 

b)  Wo  der  zweite  vokal  schwachtonig  ist,  wird  die  Ver- 
bindung verschieden  behandelt:  1.  Nach  v,  rv  (kons,  u)  bleibt 
überall  der  hiatus,  z.  b.  g.  pl.  vea,  dat.  pl.  véom  zu  vé  heilige 
Stätte,  pl.  Suiar  die  Schweden.  2.  Sonst  zeigt  sich  ein 
schwanken,  so  dass  in  gewissen  Wörtern  nur  hiatusformen  auf- 
treten, z.  b.  nio,  -u  neun,  tio,  -u  zehn,  sia  seihen,  sia  ge- 
schmolzenes eisen,  knia  diskutieren;  in  anderen  geht  (ausser  in 


§  107.  108.    Kontraktion  bei  hiatus.     §  109.    Dehnung.  67 

gewissen  anorw.  hdschr.,  s.  z.  b.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  53)  ohne 
ersichtlichen  grund  der  erste  vokal  in  kons,  i  über,  wobei  der 
zweite  vokal  gedehnt  wird  (eventuell  seine  ursprüngliche 
länge  behält),  z.  b.  siá  (anorw.  auch  séa)  sehen,  IIa  (léa)  leihen, 
gen.  sg.  ßar  {féar)^  t'uinde  (neben  ßande  s.  §  114, 1;  aschw.  fiande) 
feind,  dat.  pl.  fiöm  {féom)  zu  fé  vieh,  ntr.  þriú  zu  þrir  drei. 

Anm.  2.  Sehr  selten  zeigt  sich  in  diesem  falle  anorw.  (dialektisch) 
ein  hiatusfüllendes  kons,  i  zwischen  den  beiden  vokalen,  z.  b.  freiadagr 
(isl.  friddagr,  aschw.  fréadagher)  freitag;  s.  Bugge,  Arkiv  IV,  123. 

Anm.  3.  Ausnahmsweise  scheint  ý  (ø?)  +  a,  o,  u  in  diesem  falle 
auch  zu  id,  resp.  ió  entwickelt  worden  zu  sein,  z.  b.  gen.  sg.  Mar  {^hýar?)^ 
dat.  pl.  hióm  {*hýom?)  zu  hijr,  hør  dorf.    Vgl.  anm.  1. 

§  107.  0,  Ó,  u,  Ú  -{-  a,  á,  e,  e,  i,  i  werden  in  zweifacher 
weise  behandelt: 

a)  Wo  der  zweite  vokal  starktonig  ist,  geht  der  erste  in 
konsonantisches  u  über,  z.  b.  die  namen  Bo^uarr,  Botiuildr  aus 
resp.  '^Bat5u-{h)arR,  -{h)ildR,  fioluerrenn  vielbeschäftigt  zu  fiol 
(got.  filu)  und  errenn  (vgl.  Sievers,  Beitr.  XII,  487  f.). 

b)  Wo  der  zweite  vokal  schwachtonig  ist,  bleibt  gewöhn- 
lich der  hiatus,  z.  b.  roa  rudern,  floe  untiefe  wassersammlung, 
snúa  wenden,  húe^  -i  bewohner.  Selten  geht  der  erste  vokal 
in  kons,  u  über  (vgl.  §  106,  b,  2),  z.  b.  skuár  (und  skúar)  schuhe; 
vgl.  Wadstein  a.  a.  o.  s.  79. 

Anm.  Ebenso  setzen  wol  anorw.  Rdl'b{é)r  neben  Röaldr  (isl.  Hröaldr) 
und  gen.  sg.,  nom.  acc.  pl.  brdr  neben  brúar  zu  bm  brücke  älteres  *Riüdldr, 
*briodr  voraus ;  s.  Bugge,  Beitr.  XV,  396  f. 

§  108.  Bei  y,  œ,  0  -\-  e,  i  schwanken  schon  die  ältesten 
hdschr.,  sodass  bald  hiatus,  bald  kontraktion  in  resp.  ý,  é,  é 
stattfindet,  z.  b.  mýell,  -ill  und  mýll  ball,  nye  der  neue,  dat.  sg. 
hlýe  blei,  fré  und  frcee,  -i  samen,  hée  dorf  zu  resp.  hlý, 
frœ,  hør,     sÁ^H^    'Uetf;  .3  s^  f  ri't  c^  .    ^  <ig<>    (^i^  c)    '^r^^^' 

VII.    Dehnung. 

§  109.  Gedehnt  wird  jeder  kurze  vokal,  der  entweder 
ursprünglich  oder  durch  Schwund  eines  konsonanten  aus- 
lautend steht,  z.  b.  sá  (got.  sa)  dieser,  fm  (got.  />w)  du;  á  an, 
þá  dann,  i  in,  så  (got.  sah)  sah,  ó  (got.  aha)  fluss,  fé  (got. 
faihu)  vieh,  prat.  vå  zu  vega  aufheben,  brå  zu  hregt)a  schwingen, 
präs.  má  zu  meya  können,  kné  i^knewa)  knie,  tré  bäum. 

Anm.  Wo  im  auslaute  kein  konsonant  geschwunden  ist,  kann  die 
länge  des  vokals  möglicherweise  schon  urgermanisch  sein. 

6* 


68  §110.111.    Dehnung. 

§  110.  Sogenannte  ersatzdehnung  kommt  vor,  wo  un- 
mittelbar nach  dem  vokal  ein  konsonant  schwindet  ohne  sich 
einem  folgenden  zu  assimilieren  (d.  h.  ohne  konsonantische 
ersatzdehnung),  z.  b.  tår  zähre,  når  i^nawiR)  leichnam,  får  (vgl. 
got.  fawai)  gering  an  zahl,  påe  (lat.  pavo)  pfau,  Ale,  Öle  (ahd. 
Analo,  resp.  Anuló)^  þórr  der  donnergott,  gós  gans,  óst  (got. 
ansts)  liebe,  åss  (got.  ans)  balken,  Åke  (ahd.  Enihho)^  nom. 
pl.  hvårer  zu  huabarr  (gewöhnlich  huårr  nach  dem  pl.;  got. 
haþar)  welcher  von  beiden,  Gór^(5r  statt  Gobr-øbr  Gottfried, 
Frírekr  Friedrich,  7iól  nadel,  7nål  (got.  maþl)  spräche  u.  a.  m. 
(s.  §§  232—244). 

§  111.  Dehnung  vor  konsonantenverbindungen  tritt 
in  folgenden  fällen  ein: 

1.  Vor  ht  (später  zu  ti  assimiliert,  s.  §  209),  z.  b.  dóííer 
tochter,  åtta  acht,  rétía  richten;  vgl.  Kock,  Beitr.  XV,  252  note. 
Die  dehnung  muss  schon  um  900  vorhanden  gewesen  sein, 
weil  die  assimilation  ht  >  tt  schon  aus  dem  10.  jahrh.  be- 
legt ist. 
jL  pfUAM^.it.  2.  Yorrh  und  Ih  (später  r,  resp.  /,  s.  §  234)  findet  selten 
i^e[\.C|^>^<^e^igpQy^(^|ge]2e  dehnung  statt,  z.  b.  ßre,  -i,  fyre,  -i  und  fura, 
fura  (ahd.  foraha)  föhre,  pl.  Våler,  Valer  (vgl.  ahd.  Valaho) 
Kelten;  aber  nur  pl.  firar  (asächs.  firllws)  männer,  marr  (ags. 
mearh)  pferd,  fior,  fior  (ags.  feorh)  leben,  þuerr  (ags.  þweorh) 
quer,  for  (doch  schwed.  dial.  für)  furche,  fela  (got.  filhan)  ver- 
bergen, fair  hülse,  Fialarr,  Fiolner,  -ir  '(meth)verstecker',  or 
(ags.  earli)  pfeil,  selr  (ags.  seolli)  seehund,  var  (aber  als  mengl. 
lehnwort  wär\  ahd.  war  ali)  eiter,  hiartr  (ags.  heorht)  hell,  licht 
u.  a.;  vgl.  Bugge,  Studier  over  de  nordiske  gude-  og  heltesagns 
oprindelse,  s.  208  not;  Brate,  Beitr.  X,  64  f. 

3.  Vor  kakuminalem  /  (s.  §  40,  2)  -|-  konsonant  (also  haupt- 
sächlich vor  //;  lg,  Ik,  lm,  lp)  sind  a,  o,  o,u  im  i  sl.,  wenigstens 
seit  der  mitte  des  13.  jahrh.  gedehnt,  z.  b.  hål  fr,  f.  hol  f  {half) 
halb,  úlfr  wolf,  golf  fussboden  im  zimmer;  gålgi  galgen,  sólginn 
verschlungen;  skålkr  diener,  folk  volk;  hålmr  stroh,  hiålmr, 
dat.  pl.  hiólmum  (hiålmum)  heim,  hólínr  kleine  insel;  hiålpa 
helfen,  hiólp  (hiålp)  hilfe,  hólp'mn  geholfen. 

Anm.  1 .  Die  seltenen  ausnahmen  beruhen  auf  analogie,  z.  b.  prät. 
halp,  hulpum  zu  hidlpa  (älter  hiáÍ2>a)  helfen,  sualg,  sulgum  zu  suelga  ver- 
schlingen, skalf,  shdfuyn,  part.  prät.  skolfinn  zu  skidlfa  (skialfa)  zittern 
nach  barg,  biirgiim,  borginn  zu  biarga  bergen  u.  dgl. 

I    ^^  U.       (  ^ci^  ,{u\^.     -$^   ^+.  -fu(  Uv^  í^     '^-^  '^-^  ' 


§112.113.    Dehnung.    §114.    Kürzung.  69 

Anm.  2.  Vor  dentalen  ist  kakuminales  l  äusserst  selten,  ausser  wo 
die  gruppe  durch  nordische  synkope  entstanden  ist  (z.  b.  valda  ich  wählte), 
in  welchem  falle  keine  dehnung  stattfindet;  vgl.  §  40,  1.  Demnach  steht 
dehnung  nur  in  hals  neben  hals  hals,  óln  (din)  neben  gin  elle;  vgl.  schwed. 
diall.  hals,  aln  mit  kakuminalem  l. 

Anm.  3.  Sehr  selten  sind  beispiele  dieser  dehnung  in  anorw.  dia- 
lekten, z.  b.  kdlfr  (kalfr)  kalb,  skdlf  (skalf)  zitterte,  hals  {hals)  hals; 
s.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  121. 

4.  Vor  ng,  nk  wird  a  im  isl.  —  doch  nicht  im  westlichen 
teil  der  insel  (mitteilung  des  herrn  amanuensis  Arpi)  — 
wenigstens  um  1350  gedehnt,  z.  b.  längr  lang,  kránkr  krank. 
Vereinzelt  steht  kóngr  (kongr)  neben  konungr,  -ongr  könig. 

§  112.  Zu  welcher  zeit  die  in  der  jüngeren  spräche  aus- 
nahmslos durchgeführte  dehnung  jedes  kurzen  vokals  in  offener 
silbe  eingetreten  ist,  ist  unsicher.  Wahrscheinlich  fand  sie 
statt  zu  verschiedenen  zeiten  je  nach  verschiedenen  orten,  auf 
Island  wol  erst  nach  1400,  stellenweise  jedoch  vielleicht  schon 
im  13.  jahrh. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Beretning  om  forhandlingerne  på  det  første 
nordiske  filologmøde,  s.  141,  Th.  Wisén,  Riddara  Rimur,  s.  V,  Wimmer, 
Oldn.  Læsebog*,  s.  XVI  fif.,  Dahlerup,  Agrip,  s.  VII,  Kock,  Studier  i 
fornsvensk  Ijudlära,  s.  234  ff. 

§  113.     Sonstige  fälle: 

1.  Vor  dem  aus  urnord.  r  (urgerra.  z)  entstandenen  r  steht 
sporadisch  gedehnter  vokal,  z.  b.  präpos.  ör,  år,  er,  ijr  (got.  us) 
'aus'  neben  privativ-präfix  or-,  ur-,  ør-,  prät.  sera  (selten),  sera 
(got.  saiisö)  säete,  smra  (selten),  snora  wandte,  låm,  tarn  eisen 
(vgl.  Noreen,  Arkiv  IV,  HO  note). 

2.  lieber  io,  lu  >  iö,  resp.  iü  s.  §  59. 

3.  lieber  eventuelle  dehnung  bei  hiatus  (z.  b.  fear  >  fmr 
Viehes)  s.  §  10(5,  b,  2. 

VIII.    Kürzung. 

§  114.  Vor  zwei  konsonanten  —  doch  nicht  den  in 
§  111  genannten  Verbindungen  —  oder  geminata  tritt  kürzung 
eines  laugen  vokals  ein,  aber  zu  sehr  verschiedenen  zeiten  je 
nach  verschiedenen  Stellungen.  Doch  ist  dies  Verhältnis  sehr 
oft  nicht  mehr  aufrecht  erhalten,  so  dass  faktisch  die  laut- 
gesetzliche kürze  nur  in  verhältnismässig  wenigen  fällen  auf- 
tritt.    Dies   beruht  teils   auf  ausgleichuugen  nach  verwandten 


70  §  114.    Kürzung. 

formen,  wo  die  länge  vor  nur  einem  konsonanten  stand,  teils 
wol  auch  darauf,  dass  in  gewissen  dialekten  die  kürzung-  vor 
gewissen  Verbindungen  nie  eingetreten  ist.  Jedenfalls  ist  das 
lautgesetz  durch  die  isolierten  formen  als  solches  gesichert. 
Von  beispielen  mögen  hier  angeführt  werden: 

1.  á  >  a  in  hann  (gen.  hans)  er  zu  dat.  honom,  hánum  (Jiónom) 
ihm,  gasse  gänserich  zu  gas  gans,  vabmál  (váb-)  kleidstoff  zu 
vót^  zeug,  fiande  (fianäe)  feind  zu  fiå  hassen,  skald  {skåld) 
dichter,  vandr  (vandr)  böse,  haske  (håske)  gefahr,  arna  (åma) 
bote  sein,  nait  (gewöhnlich  nåtl,  nótt,  nótt)  nacht,  att  (gew.  ått, 
óu)  geschlecht,  gen.  hals  (håls)  zu  hål  Scheiterhaufen,  ntr.  vari 
(vårt)  unser  zu  f.  vår  {vor,  ör),  ntr.  sart  (sårt)  verwundet  zu 
f.  sår  (sór)^  nakkuatT  (s.  §  57,  4,  a)  irgend  ein. 

2.  é  ">  e  in  þrettan  dreizehn  zu  þrir  (vgl.  aschw. 
þrer)  drei. 

3.  i  >  i  in  minn,  þinn,  sinn  (ntr.  mitt,  þitt ,  sitt)  zu 
f.  min,  þin,  sin  mein,  dein,  sein,  vitke,  -i  (ags.  wit^a)  zauberer, 
pl.  litlir,  -er  (selten  titler)  zu  litill,  -eil  klein,  Skirnir,  -er  zu 
skir  a  (prat.  skir-a,  skirba)  hell  machen,  skirr  (skirr)  zu  acc. 
skiran  hell,  Vig  fuss  zu  vig  kämpf,  sild  {sild,  vgl.  sil)  häring,  huilb,  -d 
(huilb,  -d)  ruhe  zu  huila  ruhen,  litt  (litt)  neben  litit,  -et  wenig,  iss 
(iss)  zu  pl.  isar  eis,  ntr.  frltt  (fritt)  zu  f.  /rið  schön,  fifl  (fiß) 
idiot,  ibvandr  (ib-)  thatkräftig  zu  ib  that. 

4.  ö  >  0  in  þorstœinn  (-steinn),  -finnr  u.  a.  neben  þóroddr, 
-(fi)ildr  u.  a.,  Solvœig  (-veig)  zu  söl  sonne,  isl.  Hrobhiartr  (Hrób-\ 
ferner  Hrolleifr,  Hrollaugr,  Hrokkell  u.  a.)  zu  hröbogr  ruhm- 
voll, ntr.  gott  (gott)  zu  f  gob  gut,  toft  (tófi)  bauplatz,  drot(t)ning 
(drot-)  königin  zu  drotterin  (drottenn)  könig,  tolf  (^tó-lef)  zwölf, 
tottogo  i^lo-togo)  zwanzig,  ogn  (ógn)  schreck,  forii  (föni)  opfer, 
hriost  (briost)  brust,  Þorbr  (Þórbr)  ein  personenname,  lioss  (liöss) 
zu  acc.  liósan  licht,  hell,  fiorbe  (fiörbe)  vierte  zu  florer  vier. 

5.  Ú  >  u  in  hrulloup,  -laup  hochzeit  zu  hrübr  (gen.  hrubar) 
braut,  Bv^ití:r-^^--''mi'§^^T-^úngr  zu  ^z^d^buder- 

6.  ?/  >  ?/  in  KnylVmgr,  -engr  zu  Knúlr  (dat.  Knuti,  -e)^  pl. 
ymsir,  -er  zu  ýmiss  (anal,  ymiss)  wechselnd,  ytii,  -e  (ýtri,  -e) 
äusserer,  yzlr  (ýzír)  äusserster  zu  út  hinaus,  dyrka  (dyrka) 
verehren,  dyrb  (dtjrb)  herrlichkeit ,  dtjrr  (dijrr)  zu  acc.  di/rayi 
teuer,  hyski,  -e  Wirtschaft  zu  hús  haus,  prät.  sißida  (synda)  zu 
syna  zeigen,  brynn  (brynn)  augenscheinlich  zu  acc.  hrynan. 


§115.116.  Kürzung.    §117.  Die  schwachton.  silben.  Urnord.  Vorgänge.  71 

7.  cé  >  äP  (isl.  e)  in  henyie  ihr  neben  hánum  ihm,  væt(f)r 
{vetlr,  vetr)  und  vœl{t)r  wicht. 

8.  ^  >  ^  (isl.  auch  ß  s.  §  86)  in  ðss  (und  ö^í  s.  §  83,  1) 
neben  os  (und  ø^)  uns,  isl.  stedda  stute  neben  ^/óð  gestüte,  edda 
poetik  zu  öðr  poesie.       rUdda 

Anm.  Vgl.  K.  Gislason,  Aarbøger  1866,  s.  242  ff..  Annaler  1858,  s.  89, 
Om  helrim,  s.  49  f.,  Njåla  II,  953;  E.  Mogk,  Anzeiger  f.  d.  Alt.  X,  62  f.; 
Wimmer,  Oldn.  Læsebog.  ^  s.  XIII  ff. 

§  115.  In  ganz  derselben  weise  wird  der  diphthong  cei 
(isl.  ei)  in  æ  (isl.  e)  verkürzt,  z.  b.  œkki,  ekke  (elke)  'nichts'  aus 
"^œiti-gi,  "^eitt-ge,  nœkkuœrr,  -arr,  nekkuerr,  -arr  irgend  ein 
aus  "^ne-wæit-ek-hwærr,  -hwarr,  hælgi,  helge  der  heilige  zu 
hceilagr  (analogisch  hœlagr)^  heilagr  heilig,  superl.  mœsir,  mestr 
zu  mæiri,  meire  grösser,  fJœsir,  flestr  zu  flœirl,  fleire  mehrere, 
læsta,  lesta  (lat.  læderé)  verletzen,  œllifu,  ellefo  (got.  ainlif)  elf, 
flœsk,  flesk  (schweine-)fleisch,  ældr,  eldr  (ags.  éled)  feuer,  isl.  edda 
grossmutter  zu  eit)a  (vgl.  got.  aiþei)  mutter,  frœ{i)sta,  fre(i)sía 
versuchen,  ve(i)tka  ich  weiss  nicht,  gen.  pl.  þœ(i)rra,  þe(i)rra 
ihr,  klœ{i)ss,  kle(i)ss  lispelnd,  Endribe  {^Ei7in-þri(3e  §  176),  ve{i)zla 
bewirtung,  œ{i)nn,  e{i)nn  ein,  œ(í)ngi,  e{i)nge  kein,  isl.  endeme 
(eindømé)  etwas  alleinstehendes,  pl.  œ(i)gnir,  e(i)gner  zu  ceiginn 
(anal,  cegin)^  eigenn  eigen,  suce{i)nn,  sue{i)nn  bursche. 

Anm.  Sehr  selten  und  unsicher  sind  spuren  einer  dergleichen 
kürzung  von  gu  {ou,  au)  zu  g  (o  oder  a),  s.  Wadstein,  a.  a.  o.,  s.  76  und  s.  50. 

§  116.  Ein  langer  vokal  wird  unmittelbar  vor  einem 
andern  verkürzt,  wenigstens  fakultativ  bis  um  1400  (später 
steht  wieder  ausschliesslich  länge),  z.  b.  bua  iþúa)  wohnen^  gloa 
{gloa)  glühen,  huinn,  -enn  {húinn,  -enn)  fertig,  aber  pl.  húnir,  -er. 

Anm.  1.  Vgl.  Bugge,  Første  nordiske  filologmøde,  s.  142  f.,  Beitr.  XV, 
391  ff.;  Sievers,Beitr.  V,  462,  468,  XV,  401  ff".;  J.  Þorkclsson,  Beyging  sterkra 
sagnorða,  s.  59;  Gislason,  Njåla  II,  945  (vgl.  dagegen  Hoffory,  Gott.  gel. 
auzeig.  1888,  s.  155  f.;  Wadstein,  Arkiv  VIII,  87.). 

Anm.  2.  Eine  derartige  kürzung  darf  man  als  Zwischenstufe  in  den 
Übergängen  ó,  i,  i/,  œ  ^==-  kons,  i  (§  1 06,  a  mit  anm.  1  und  3)  und  ó,  ú  :^ 
kons.  10  (§  108,  b)  voraussetzen. 

Kap.  2.   Lautgesetze  der  scliwachtonií^en  silben. 

I.    Urnordische  Vorgänge. 

§  117.  au  ist  durch  kontraktion  zu  ö  mit  altem  ö  zu- 
sammengefallen.    Dies  ö   (später  nach  §  121,  4  gekürzt)    und 


72  §  11'7-    Urnord.  Vorgänge  in  schwachton.  silben. 

das  alte  aus  urgerm.  zeit  übernommene  o  haben  —  wenn 
auch  zu  sehr  verschiedenen  zeiten  —  ganz  dieselbe  ent- 
wickelung  durchgemacht  und  treten,  wo  sie  nicht  später  ge- 
schwunden sind,  in  historischer  zeit  in  zweifacher  gestalt  auf: 

1.  Als  u,  0  —  über  deren  Wechsel  s.  §  125  —  unmittelbar 
vor  in,  in  unnasaliertem  auslaut,  und  wenn  in  der  nächsten 
silbe  ein  u  (o)  steht  oder  doch  in  urnord.  zeit  gestanden  hat, 
z.  b.  dat.  pl.  rúnum,  -om  (got.  rünöm)  runen,  1.  pl.  präs.  ind. 
anorw.  kalium,  isl.  kollom  (urnord.  "^kallöju)  rufen,  Mndum,  -om 
(got.  hindam,  urgerm.  '^f)indomi\z?'\}  binden,  dat.  sg.  m.  hlindum, 
-om  (got.  blindammd)  blind;  dat.  sg.  anorw.  strandu,  isl.  sh^ondo 
ufer,  dat.  sg.  ntr.  hlindu,  -o  blind,  nom.  sg.  f.  su  (nach  §  109 
in  haupttoniger  Stellung  aus  urspr.  "^su  gedehnt;  got.  so)  diese; 
3.  pl.  prat.  ind.  isl.  kollo^o  (aus  ^kallö(5un)  riefen,  nom.  f.  sg. 
und  nom.  acc.  n.  pl.  anorw.  annur,  isl.  minor  (got.  miþara, 
urgerm.  '^anþorö)  ander. 

2.  Als  a  in  allen  übrigen  Stellungen,  z.  b.  gen.  sg.  sonar 
(got.  sunaus)  sohnes,  alta  (got.  ahtau)  acht,  1.  sg.  konj.  gefa 
(got.  gibau)  gebe,  géfa  (got.  gebjau)  gäbe;  nom.  acc.  pl.  runar 
(got.  rünös,  urn.  runo^  Tjurkö,  Järsbärg,  später  rmiaR  Istaby), 
gen.  pl.  runa  (urn.  runo  Björketorp)  runen,  iu7iga  (got.  iuggo) 
zunge,  Marta  (got.  hairíö)  herz,  1.  sg.  präs.  ind.  kalla  nenne 
(aber  kgllomk  nenne  mich,  nach  1),  2.  sg.  kallar  nennst,  1.  sg. 
prat.  ind.  orta  (urn.  worahto  Tune,  später  wrta  Etelhem)  machte, 
fát5a  (urn.  faihibo  Einang)  ritzte,  kallada  i^kallö^ö  <  '^-öni)  rief, 
mánat)r  (got.  menöþs)  monat,  komp.  fró^are ,  sup.  -astr  (got. 
frödöza,  -ösís)  klüger,  -st,  acc.  sg.  f.  blinda  blind^  inf.  kalla  (*kallön) 
rufen;  acc.  pl.  daga  (urgerm.  *Öagonz)  tage,  inf.  und  3.  pl.  präs. 
ind.  bi?ida  binden,  acc.  sg.  m.  blindan  blind,  acc.  sg.  ha7ia  hahn. 
Vgl.  noch  fälle  wie  en{n)da  (^enn-bö)  "und  (doch)"  neben  en  þó 
(got.  þauh,  s.  §  58)  "und  doch";  hérna  (got.  her  null,  s.  §  55) 
eben  hier,  dat.  pl.  isl.  þeima  (got.  "^þa'mmh,  s.  §  55)  diesen;  acc. 
sg.  f.  þá  (nach  §  109  in  haupttoniger  Stellung  aus  */>«  gedehnt; 
got.  þo)  die,  vgl.  nom.  acc.  pl.  f.  þœr  (got.  þös)  die,  íuœr  (got. 
Irvös)  zwei  aus  ^þaR,  resp.  ^IwäR  (§  68,  2)  statt  "^þöR,  "^þwön,  nach 
zweisilbigen  formen  wie  blindar  blinde  u.  a.  umgebildet  (vgl. 
jedoch  auch  got.  twa  in  twa  þUsundja  zwei  tausend). 

Anm.  1.   Der  Übergang  von  ö  in  a  gehört  der  späteren  urnordischen  zeit, 
wie  aus  Istaby  runaR,  Etelhem  tvrta  statt  älteren  runo  r  (Järsbärg,  Tjurkö), 


§  118.  119.    Urnord.  Vorgänge  in  schwachton.  silben.  73 

tvorahto  (Tune)  erhellt;  auffallend  bleibt  der  späte  gen.  pl.  runo  (Björke- 
torp,  vgl.  runono  Stentofta),  worüber  —  aber  nicht  überzeugend  —  Kock, 
Beitr.  XV,  257  f.  Dagegen  tritt  urg.  o  schon  in  den  allerältesten  um.  in- 
schriften  als  a  auf,  z.  b.  in  den  zahlreichen  nom.  und  acc.  sg.  auf  -ür,  -a 
(gr.  -oq,  -ov,  lat.  -US,  -um),  wie  -pewan  Thorsbjærg,  erilaR  Kragehul, 
Ða^ar  Einang,  horna  Gallehus. 

Anm.  2.  Oft  wechseln  innerhalb  eines  paradigmas  a  und  u  (o),  je 
nach  dem  die  folgende  silbe  urspr.  u  enthielt  oder  nicht,  z.  b,  þrifnutir, 
-ol5r  (got.  -ðdus)  das  blühen,  gen.  þrifnadar,  gen.  pl.  -a(ia,  dat.  pl.  -utiom, 
-odom;  skipun,  -on  anordnung,  gen.  -anar;  kallada  ich  rief,  pl.  isl.  kpllo- 
tiom  u.  s.  w.  Bisweilen  ist  aber  ausgleichung  dieses  wechseis  eingetreten, 
so  dass  entweder  doppelforraen  entstanden  sind,  wie  bei  den  fem.  auf 
-im  {-on),  -an  z.  b.  skipun  {-on),  -an,  gen.  sg.  skijmnar  {-onar),  -anar,  und 
den  mask.  auf  -utir  {-otir),  -atír,  z.  b.  þrifnutir  {-o'd'r),  -ad'r;  oder  es  ist  a 
als  der  häufigst  vorkommende  laut  überall  durchgedrungen,  was  im 
anorw.  fast  regelmässig  der  fall  ist,  z.  b.  kalladom  statt  isl.  kpllodom 
nach  kallatSa,  dat.  pl.  spakastom  statt  isl.  spgkostom  nach  spakastc  der 
weiseste. 

Anm.  3.  Aus  obigem  geht  hervor,  dass  man  iu  fällen  wie  glika 
(got.  galeikö)  gleich,  1.  sg.  prät.  ind.  ser<x  (got.  saísö)  säete  nasalierten 
auslaut,  resp.  analogiebildung  nach  Wörtern  mit  nasaliertem  auslaut  voraus- 
setzen muss. 

§  118.  ai  ist  durch  kontraktion  zu  e  mit  altem  e  zu- 
sammengefallen. Wo  dies  e  (später  nach  §  121,  2  gekürzt) 
nicht  später  geschwunden  ist,  zeigt  es  sich  in  historischer  zeit 
als  i,  e  —  über  deren  Wechsel  s.  §  124  —  z.  b.  3.  sg.  präs. 
konj.  fare  (got.  farai)  fahre,  2.  sg.  präs.  ind.  Iiœ/ir,  he  f  er  (got. 
habais)  hast,  2.  sg.  präs.  imperat.  liß,  -e  (got.  libai)  lebe,  nom. 
pl.  m.  hlincUr,  -er  (got.  hlindai,  vgl.  urn.  smosieR  Tune)  blinde, 
1.  sg.  präs.  ind.  hcciti,  heile  (urn.  halle  Kragehul)  heisse,  dat. 
sg.  f.  þœirí,  þeire  (got.  jAzaí)  der,  dat.  sg.  ulß,  -e  (vgl.  urn. 
Hile  Järsbärg,  -kurne  Tjurkö  u.  a.)  wolf;  2.  sg.  prät.  ind.  valber 
(got  waliües)  wähltest,  fatler  (gr.  narijo)  vater,  3.  sg.  prät.  ind. 
orte  (urn.  wurte  Tjurkö)  machte,  hane  (vgl.  gr.  "ElXiiv  u.  dgl.)  hahn. 

§  119.  Svarabhakti  (d.  h.  entwickelung  eines  vokals 
aus  dem  stimmton  eines  tönenden  konsonanten)  tritt  sporadisch 
schon  in  den  ältesten  urnord.  Inschriften  ein,  indem  kon- 
sonantengruppen,  die  r,  l  oder  (seltener)  n  enthalten,  ein  para- 
sitisches a  zeigen,  z.  b.  //ar/?ja' Skaäng  {llar\i]ija  Vi;  vgl.  isl. 
llrinfjr\  wi^rail  Istaby  (isl.  reit)  schrieb,  2.  dual.  prät.  ind. 
waritu  Järsbärg  schrieben,  3.  sg.  präs.  ind.  harulR  (isl.  hríjlr^ 
Björketorp,  hariulip  (got.  hrmtiþ)  Stentofta  bricht,   1.  sg.  prät. 

'    i/y{.   >r-t<  w^    nr.3  I 


74     §  120.    Urnord.  Vorgänge  in  schwachton.  silben.    §  121.    Kürzung. 

ind.  worahto  (isl.  ortd)  Tune  machte,  uþara'bas'ba  (isl.  úþar- 
faspo)  Björketorp  unheilbringende  prophezeiung;  dat.  sg.  halai- 
f)an  (vgl.  got.  ga-hlaiha)  Tune  genösse,  falahak  (isl.  falk)  Björke- 
torp ich  verbarg,  -wulqfR  Istaby,  -wolafR  Stentofta  (isl.  -ulfr, 
-Ol fr)  wolf,  gen.  sg.  A[7i\su^isalas  (isl.  Äsgisls)  Kragehul;  Hara- 
"banaR  (isl.  Hrafn)  Järsbärg  u.  a.  Dies  a  ist  aber  später  überall 
geschwunden. 

§  120.  Kurzer,  unnasalierter,  auslautender  vokal  ist  schon 
vor  600  apokopiert  worden,  z.  b.  1.  3.  sg.  prät  ind.  was 
Tanum  war,  w^rail  Istaby  schrieb  (vgl.  gr.  fotoa,  foíós  =  isl. 
veit  weiss),  2.  sg.  imperat.  isl.-anorw.  bitt  (urn.  *i)ind)  binde 
(vgl.  gr.  g)tQ6  =  isl.  ber  trage)  u.  a. 

Anm.    Ueber  sonstige  synkope  in  urnord.  zeit  s.  §  130  ff. 

II.    Kürzung. 

§  121.  Kürzung  langer  vokale  tritt  schon  vorliterarisch 
und  wol  zum  teil  sehr  frühe  ein.     Die  fälle  sind: 

1.  á  y-  a,  z.  b.  Olaf  r  neben  Óláfr  (mit  stark  nebentoniger 
ultima),  higemarr  (bei  Tacitus  higuiomerus;  vgl.  neunorw.  dial. 
Ingemar  aus  -^märr)  zu  íticérr  (urnord.  -mariR  Thorsbjærg, 
s.  §  65  anm.)  berühmt,  vesall  (selten  anorw.  vesäll,  neunorw. 
dial.  vesal)  unglücklich  zu  seil  ^salÍR)  glücklieb,  ok{k)la  (ahd. 
anchläo)  fussknöchel,  fora^  i^for-rát^  s.  §  51, 1,  a)  Verderb,  isl. 
heraÖ,  anorw.  hœr{r)at)  (*-ráð)  bezirk,  gamall  alt  zu  mål  zeit, 
afrah  neben  afrá^  abgäbe,  anorw,  cerfabe  neben  œrfœbe  (s.  §  65) 
arbeit,  acc.  pl.  m.  bát5a  (^bá-bá,  got.  ba7is  þans,  vgl.  §  109)  beide, 
acc.  sg.  hana  neben  (seltenem)  haupttonigem  häna  sie,  nafarr 
bohrer,  Ifarr,  Þórarr,  (B)róarr  aus  -'^drr  (s.  §  57,  4,  b),  die 
negierenden  verbalsuffixe  -a  (vgl.  §  57,  3)  und  -at  (vgl.  §  57,  4,  b) 
neben  haupttonigem  cé  (aschw.  auch  ä;  got.  aiw)  immer, 
resp.  œitt  (eitl',  got.  ainala)  etwas,  missare  neben  misser e  (aus 
"^-ære)  halbjahr  zu  år  Jahr,  dómare  neben  (seltnerem)  dómere 
richter  u.  a.  auf  -are  (und  -ere,  s.  §  64  und  vgl.  ahd.  -är/). 

2.  é  >  i  {e,  s.  §  124),  z.  b.  Hamt^er  aus  älterem  Ilamþér 
(s.  §  51,  2,  a),  {H)lobver  aus  -vér  (afränk.  Chlodorvich)^  hual- 
velna,  -vitna  was  auch  immer  und  mjvit  {eyvet\  -ar,  -u  (-o) 
nichts  zu  véttr  wicht,  ding.     Andere  beispiele  s.  §  118. 

3.  i  >  i  {e,  s.  §  124),  z.  b.  hirbir,  -er  (got.  hair  deis)  hirt, 
frébe   (got.  frödei)  Wissenschaft,   nom.  pl.  gæstir,  gester   (got. 


§  122.     Kürzung  in  schwachton.  silben.  75 

gasleis)  gaste,  1.  pl.  prät.  konj.  hybim,  -em  (got.  budeima)  böten, 
Þyri  (s.  §  51,  1,  a)  weiblicher  personenname,  Alrekr  (§  51,  2,  a) 
Alarich,  {H)rørekr  Rodrich  u.  a. 

4.  Ó  wird  bei  älterer  kürzung  —  vor  700  —  teils  zu  u 
(o,  s.  §  125),  teils  zu  a  nach  §  117.  Bei  späterer  kürzung  steht 
immer  o  (seltener  u),  z.  b.  hon,  hun  sie,  honom  (sehr  selten  isl. 
hunom)  ihm,  das  negierende  prefix  o-,  u-  neben  haupttonigem 
resp.  hon,  honom,  6-. 

5.  II  ^  u  {p,  s.  §  125),  z.  b.  gen.  dat.  acc.  sg.  imigu,  -o,  nom. 
acc.  pl.  iungur,  -or  (ahd.  zungün)  zunge,  -en,  nom.  acc.  pl. 
ougu{n),  augo  (ahd.  "^ougUn,  ougun)  äugen,  uian  von  aussen  her 
und  uiar  weiter  hinaus  neben  seltnerem  iitaii,  resp.  ú/«r  zu  wí 
hinaus  (und  uti,  -e  draussen),  nu,  no  (bisweilen  suffigiert)  neben 
nú  nun,  gefbu,  -o  du  willst,  estu,  -o  du  bist  zu  þú  du  (s.  L.  Larsson, 
Stud.  over  d.  Stockh.  homilieboken,  s.  54). 

6.  Ó  wird  bei  älterer  kürzung  —  während  der  vikinger- 
zeit  —  zu  M  (o  s.  §  124),  z.  b.  dat.  pl.  dömorom  richtern,  nom. 
sg.  f.  und  nom.  acc.  pl.  ntr.  gamul,  gomol  alt,  vesol  unglücklich, 
nom.  acc.  pl.  foro^  verderb,  hœr{r)ot5,  her  ob  bezirk,  isl.  a  fr  ob 
abgäbe,  s.  oben  1 ;  anorw.  ærfub  aus  *-oð  {^-äbu,  '^-aibu)  arbeit. 
Vgl.  §  127.  Bei  späterer  kürzung  steht  wol  g,  z.  b.  Algf  {Alo/') 
weiblicher  eigenname  zu  Äleifr,  Óláfr\  -lafr\  isl.  honom  (vgl.  4 
oben)  neben  honom  ihm. 

7.  é'>  e,  z.  b.  missere  halbjahr,  domere  richter  u.  a.,  s.  1 
oben. 

8.  Ó  ^  i  {e,  s.  §  124),  z.  b.  isl.  ejideme  {-dimi)  neben  cin- 
døme  (mit  stark  nebentoniger  pænultima)  etwas  ausserordent- 
liches. 

§  122.    Die  diphthonge  werden  ebenso  verkürzt: 

1.  œi  {ei)  >  /  (^  §  124),  z.  b.  bá^er  aus  *bá-pæir  (got. 
bai  þai,  s.  §  57,  anm.  3)  beide,  þórer  (altir.  lehnwort  Thomrair) 
neben  þorgœirr,  -geirr  (vgl.  §  57,  4,  b),  Indribe  neben  Ein{d)ri(3e 
(s.  §  51,  1,  a),  huimleibr  (mit  haupttoniger  ultima,  vgl.  aschw. 
huémleþer)  'jedem  verhasst'  zu  huœim,  hueim  jedem. 

2.  gu  {pu,  au)  >  o,  z.  b.  Hålogaland  land  der  Hälmjgir, 
valrof  (ags.  wœlréaf)  beute,  ok  'und'  neben  starktonigem  aak 
auch,  anorw.  mHog,  œriug  (vgl.  agutn.  erlaug)  münze. 

3.  tu  >  i  (e  §  124),  z.  b.  dat.  sg.  sipii,  -e  (ahd.  simiu)  söhn, 
øy  rir,  eyrer  (lat.  aureus)  münze. 


76       §  123.  124.    Qualitative  Veränderungen  in  schwachton.  silben. 

III.    Qualitative  Veränderungen. 

§  123.     a  wird   im    ostnorw.   des    14.  jahrlis.  zu  æ  nach 

langer  Wurzelsilbe,   z.  b.   sendœ  senden,    liøyræ  hören  u.  s.  w. 

(gegenüber  gera  machen,  viia  wissen  u.  a.). 

Anm.  1.  Anderer  art  muss  das  schon  im  ostnorw.  des  13.  jahrhs. 
allgemein  auftretende  œ  statt  a  in  den  pronominalen  Wörtern  þœi  das, 
þœn  den,  þœr  dort  sein. 

Anm.  2.  Im  anorw.  des  15.  jahrlis.  steht  oft  durch  dänischen  ein- 
fluss  e  statt  a  in  endungen  (oft  auch  sonst  danisierter  Wörter),  z.  b.  høre 
hören,  seghe  suchen. 

§  124.  i  (altes  oder  nach  §  118,  §  121,  2,  3  und  8,  §  122, 
1  und  3  neuentstandenes)   geht  schon  vorliterarisch  in  e  über: 

1.  Isl.  in  allen  Stellungen,  z.  b.  acc.  pl.  geste  (got.  gast  ins) 
gaste,  acc.  sg.  hirbe  (got.  hairdi)  hirt,  2.  pl.  präs.  ind.  hmbeb 
(got.  biudiþ)  bietet,  valeb?^  (got.  walids)  gewählt;  nur  dass 
gewisse  alte  hdschr.  i  nach  k  und  g  bevorzugen,  z.  b.  mlkill, 
-eil  gross,  eigi^  ~e  nicht.  Aber  schon  vor  1250  tritt  statt  e 
allgemein  wieder  i  ein,  z.  b.  gesti,  biöbitS  u.  s.  w.,  wenn  auch 
iü  einigen  endungen  das  e  (wenigstens  in  gewissen  hdschr.) 
weit  länger  bleibt,  z.  b.  nom.  sg.  der  verwandtschaftswörter 
wie  f  ab  er,  -ir  vater,  mober,  -ir  mutter,  nom.  pl.  m.  der  adj.  wie 
blinder,  -ir  blinde,  präpos.  wie  under,  -ir  unter,  yfer,  -ir  über, 
epler,  -ir  nach;  in  Egils  saga  nach  Möðruvallabók  steht  (wie 
im  aschw.)  e  fast  nur  nach  langer  Wurzelsilbe  oder  neben- 
toniger ableitungssilbe.  Dialektisch  (z.  b.  in  der  Flateyjarbók) 
tritt  wiederum  im  ende  des  14.  jahrhs.  e  statt  i  auf,  dann  aber 
vorzugsweise  in  offenen  silben. 

2.  Anorw.  nur  wenn  die  vorhergehende  silbe  ein  a,  á,  e, 

é,  0,  Ó,  0,  0  oder  6,  é  enthält,   z.  b.  nom.  pl.  m.  marger  viele, 

rábenn  geraten,  3.  sg.  präs.  konj.  gefe  gebe,  rélíe  richte,   dat. 

sg.  kononge  könig,    döine  urteil,    sone  söhn,    nom.  pl.  m.  soler 

süsse,  nónge  nachbar,  3.  sg.  prät.  ind.  mælte  sprach  (gegenüber 

stjnir  söhne,  spurbi  fragte,  dat.  sg.  vœlli  feid,  skildi  Schild,  vini 

wein,  hofbi  köpf  u.  s.  w.).     In  gewissen  hdschr.  steht  jedoch  i 

bisweilen   nach   é,    selten  nach   e,  c;    umgekehrt   e   bisweilen 

nach  ce,  selten  nach  ou  {au). 

Anm.  1.  Spuren  einer  derartigen  vokalharmonie  zeigen  sich  auch 
in  einigen  alten  isl.  hdschr.,  in  so  fern  dass  i  statt  e  nach  i  (so  z.  b.  in 
Stockh.  Ilom.  und  Plácitús  dråpa)  und  y  (z.  b.  in  Plác.-dr.)  beliebt  ist. 


§  125.    Qualitative  Veränderungen  in  schwachton.  silben.  77 

Anm.  2.  Wenn  in  gewissen,  sowol  isl.  wie  anorw.,  hdschr,  das 
Suffix  -ing-  regelmässig  i  zeigt,  so  beruht  dies  darauf,  dass  -ing-  starktonig 
war  (s.  §  51,  2,  b),  z.  b.  drotning  (schwachton.  -eng)  königin.  Bei 
schwankender  betonung  finden  sich  natürlich  doppelformen,  z.  b.  andlet 
neben  andlit  (mit  noch  starktoniger  ultima)  antlitz. 

Anm.  3.  Unklar  bleiben  anorw.  mek  mich,  pek  dich,  sek  sich,  vet, 
met  wir  zwei  neben  (vorzugsweise  isl.)  mik,  pik,  sik,  vit,  mit-,  ebenso 
der  umstand,  dass  im  anorw.  das  suffix  -lig-  in  gewissen  hdschr.  regel- 
mässig die  form  -leg-  hat  ohne  rücksicht  auf  den  vorhergehenden  vokal, 
z.  b.  nijlegr  neulich,  tnildlegr  mild,  u.  a. 

Anm.  4.  Statt  i,  e  zeigt  sich  dann  und  wann  y,  wenn  ein  y  vorher- 
geht, z.  b.  isl.  systkyn,  -in,  -en  geschwister,  anorw.  pykkyr,  -ir  es  dünkt, 
mijkyll,  -ill  gross,  lykyll,  -ill  Schlüssel. 

Anm.  5.  Vgl.  u.  a.  Wadstein  a.  a.  o.,  s.  88  ff.;  Gering,  Finnboga  saga 
s.  VIII,  Isl.  Ævintýri  I,  XV;  J.  torkelsson,  Nokkur  blöð  úr  Ilauksbók, 
s.  XXI;  Keyser  u.  Unger,  Olafs  saga  (Chra.  1849),  s.  IX  Wisén,  Homiliu- 
Bók,  s.  VI,  VIII;  Sievers,  Tübinger  bruchstücke,  s.  11  f.,  Beitr.  XII,  482  if.; 
G.  Storm,  En  tale  mod  biskoperne  (Chra.  1885),  s.  XVI  f.;  Kock,  Studier 
i  fornsvensk  Ijudlära,  s.  228  (und  Arkiv  VIII,  362  note);  J.  Storm,  ibid. 
s.  321  f.;  F.  Jónsson,  Egils  saga,  s.  VIII. 

§  125.  u  (altes  oder  nach  §  118,  1,  §  122,  5  und  6,  §  127 
entstandenes)  geht  schon  vorliterarisch  in  o  über: 

1.  Isl.  in  allen  Stellungen,  z.  b.  acc.  pl.  sono  (got.  sununs) 
söhne,  nom.  acc.  pl.  gotor  gassen,  1.  pl.  präs.  ind.  hindom  binden; 
ebenso  in  proklitischen  und  enklitischen  Wörtern,  z.  b.  mono 
werden  (nioyi  wird),  skolo  sollen,  of  (selten  vf,  später  nicht  vor- 
handen) um,  heyrtio  höre  (du),  sono  so  (nun).  Aber  schon  um 
1225  tritt  bei  einigen  Schriftstellern  u  in  geschlossener  silbe 
ein,  z.  b.  hindum  u.  dgl.;  nur  dass  in  gewissen  hdschr.  (z.  b.  der 
norvagisierenden  Agrip)  o  vor  r  fortwährend  beliebt  ist,  z.  b. 
Ooto)\  -ur.  Seit  1300  ist  u  auch  in  offener  silbe  gewöhnlicher 
als  0,  z.  b.  sonu,  munu,  skulu  u.  s.  w. 

2.  Anorw.  nur  wenn  die  vorhergehende  silbe  ein  e,  é, 
0,  0,  ð,  0,  oder  å,  6,  é  oder  endlich  ein  nebentoniges  a  ent- 
hält, z.  b.  dat.  pl.  vegom  wegen,  velom  kunstgriffen,  acc.  sg.  kono 
weib,  8.  pl.  prät.  ind.  ioko  nahmen,  acc.  sg.  ^Ö/o  eidechse, 
møi^gor  mutter  und  tochter,  acc.  sg.  gáto  rätsei,  .3.  pl.  prät.  ind. 
vóro  waren,  dat.  pl.  þrœlom  knechten,  3.  pl.  prät.  ind.  þiónat)o 
dienten  (gegenüber  acc.  sg.  dúfu  taube,  mylnu  mühle,  vlku 
woche,  3.  ])1.  prät.  ind.  haftiii  hatten,  buhu  boten  u.  s.  w.);  doch 
scheint  u  vor  m  hie  und  da  gegen  die  regel  beliebt  zu  sein. 
In    gewissen    hdschr.    steht   o    auch    nach   cc,    seltener    nach 


78       §  126.  127.    Qualitative  Veränderungen  in  schwachton.  silben. 

(starktonigem)  a,  nach  o  und  ou  (au)\  umgekehrt  nicht  selten 
u  nach  e,  é. 

Anm.  1.  Spuren  solcher  vokalharmonie  zeigen  sich  gewissermassen 
auch  in  einigen  isl.  hdschr.,  indem  u  statt  o  nach  u,  g,  s  (so  z.  b.  in 
Stockh.  Hom.  und  AM.  645,  4"),  bisweilen  auch  nach  y  und  au  (z.  b.  AM. 
645,  40)  beliebt  ist. 

Anm.  2.  Vgl.  u.  a.  die  §  124,  anm.  5  angeführte  literatur  sowie 
Mogk,  Anz.  f.  d.  alt.  X,  67;  L.  Larsson,  Stud.  over  d.  Stockh.  homilie- 
boken,  s.  67,  Isländska  handskriften  nr.  645,  4°,  s.  XLVI;  Kock,  Arkiv  VII, 
370  note. 

Anm.  3,  Spuren  eines  Überganges  u  ==-  (geschlossenes)  s  zeigen 
sich  im  isl.  hie  und  da  schon  vor  der  mitte  des  13.  jahrhs.;  s.  Gislason, 
Um  frumparta,  s.  129;  L.  Larsson,  a.  a.  o.,  s.  XLVII. 

§  126.  y  wird  vorliterarisch  zu  i  {e  §  124),  wenn  die  folgende 
silbe  i  enthält  —  dies  also  eine  art  von  ?-umlaut  — ,  z.  b.  ifir, 
-er  über,  firi{r),  -e(f)  für,  þikia  dünken,  konj.  skilt,  -e  solle, 
prät.  skil  dl,  -e  sollte,  mindi,  -e  würde  neben  starktonigem  yfir, 
-et\  fyrl(r),  -e{r),  þykkia  u.  s.  w.;  apinia  affin,  inniß,  -e  ein- 
geweide  neben  apynia,  innyfli,  -e  mit  starktonigem  y.  Minni,  -e 
mündung,  hrinia  brünne,  higgia  verstand,  lif,  pl.  lifia?"  arznei- 
mittel  neben  mynni,  -e  u.  s.  w.  sind  wol  aus  Zusammensetzungen 
wie  árminni,  -e  flussmündung  u.  dgl.  entstanden.  Wo  ausnahms- 
weise ý  ZU  grunde  liegt  dürfte  zunächst  kürzung  (nach  §  114 
und  §  121)  zu  y  anzunehmen  sein,  z.  b.  prät.  sindig  -e  zeigte, 
anorw.  imiss  wechselnd,  hibili  wohnsitz  neben  sýndi,  -e,  ýmiss 
(pl.  ymsir  §  114,  6),   Mhjle.     S.  Noreen,   Arkiv  I,  168  f.;   Kock, 

ib.  IV,  166  if. 

Anm,  Unklar  bleibt  das  seltene  anorw.  brillouj)  neben  brylloup 
hochzeit.  —  Hihýli,  -e  neben  lautgesetzlichem  hýhýli,  -e  ist  natürlich  nach 
§  72,  ()  zu  beurteilen. 

§  127.  0  und  nach  §  121 ,  6  gekürztes  6  werden  vor- 
literarisch  zu  w  (ö  §  12^),  z.  b.  fort5om  {-um)  aus  */br- 
þo7n  (got.  f  aur  þammd)  ehedem,  Nít)u^r,  -ot5r  (ags.  Ni^had)^ 
gen.  -a(5ar  zu  }iot5r  krieg,  nom.  sg.  f,  nom.  acc.  pl.  ntr.  7iokkor 
irgend  welche  zu  huor  welche,  orrosta  {-rasta,  -rosta\  urspr. 
nom.  orrasla,  gen.  dat.  acc.  orrostu,  -rosio,  vgl.  ahd.  rasta  ruhe) 
streit,  Sig-,  Siugur'hr  {Sigvart)r;  urspr.  nom.  Sigurc^r,  gen.  Sig- 
vart)  ar)  Sigwart  zu  vgr(5r  wache,  lor  undr  zu  vgndr  stock,  ruthe, 
anorw.  gen.  dat.  acc,  Botolfsoko  zu  nom.  Bótolfsvaka  vigiliæ 
S.  Botulphi,  anorw.  liufut)  (urspr.  die  form  eines  schwachtonigen 
kompositionsgliedes)  neben  hafut^  (isl.  hgfob)  kopf,  hinnug,  -og 


§  128.  129.    Qualit.  veränd.  in  schwachton.  silben.     §  130.    Synkope.      79 

dort  (vgl.  aschw.  vagher  weg),  ondugt,  -oge  hochsitz,  úogort^r 
früfetück  (vgl.  aschw.  varþer  malzeit),  gndort^r  anfänglich  (vgl. 
as.  -wardes),  Aubon  personenname,  véorr  {*vé-vgr(5r,  s.  §  245,  3) 
Wächter  des  heiligtums  u.  a.  (vgl.  §  121,  6).  S.  Noreen,  Arkiv  VI, 
306  if. 

§  128.  æ  und  nach  §  121,  7  gekürztes  æ  werden  vor- 
literarisch zu  e,  z.  b.  anorw.  pl.  gefendr  zu  ge fände  geber, 
skynseme  Vernunft  zu  skijnsamr  vernünftig,  2.  3.  sg.  präs.  ind. 
hefer  hast,  hat,  huerr  welcher,  epter  'nach'  neben  starktonigem 
anorw.  hœfir,  resp.  huœrr,  œptir  u.  a.  (§  121,  7).  S.  Wadstein, 
a.  a.  0.,  s.  52. 

Anm.  Die  auch  im  anorw.  fast  ausnahmslos  mit  e  geschriebenen 
gera  machen,  mega  können,  1.  pl.  präs.  ind.  knegom  vermögen  haben 
wahrscheinlich  altes  e,  s.  Wadstein,  s.  54  f.  (gegen  Sievers,  Tübinger 
bruchstücke,  s.  8);  Brate,  Bezz.  Beitr.  XIII,  44  f. 

§  129.     Ueber  é  >  i  {e)  s.  §  118  und  §  121,  2;   ó>  u  (o) 

s.  §  117,  1,  >  ö  s.  §  117,  2;  0>  i  (e)  s.  §  121,  8. 

Anm.  1.  In  den  wenigen  fällen,  wo  ein  altes,  kurzes  e  in  schwach- 
toniger  Stellung  zu  stehen  kommt,  geht  es  ebenso  wie  é  in  i  über, 
welches  nach  §  124  wieder  mit  e  wechselt,  z.  b.  hinnig,  -eg  aus  Viinnweg 
(§  218)  dort,  der  bestimmte  artikel  enn  (in  gewissen  anorw.  hdschr.  so 
immer  ohne  rücksicht  auf  benachbarte  vokale,  s.  Wadstein,  s.  88  und  61), 
inn  der,  die,  das,  en,  in  noch  (vor  komparativen ,  z.  b.  en,  in  mceira, 
meira  noch  mehr)  neben  starktonigem  enn  noch,  ausserdem. 

Anm.  2.  Ob  das  präfix  af-  neben  of-  über-,  allzu-  (z.  b.  of-,  afstope 
Übermut)  einen  Übergang  o  :^  a  (vgl.  d  ::^  a  §  117,  2)  bezeugt,  bleibt  un- 
sicher (vgl.  Wadstein,  s.  48  f.). 

IV.    Synkope. 

§  130.  Gegen  das  ende  der  urnordischen  zeit  und  im 
anfang  der  vikingerzeit,  also  etwa  zwischen  650  —  900,  wird 
jeder  unbetonte  vokal  in  "kurzer  silbe"  (s.  §  49)  synkopiert. 
Wenn  also  in  einer  solchen  silbe  der  vokal  geblieben  ist,  so 
rauss  er  zur  zeit  der  synkope  haupt-  oder  nebentonig  gewesen 
sein.  —  Ueber  die  Chronologie  der  einzelnen  synkopierungs- 
fálle  sind  folgende  allgemeine  bemerkungen  zu  machen: 

1.  Synkope  tritt  früher  nach  lauger  als  nach  kurzer 
Wurzelsilbe  ein,  weil  nach  jener  nicht  wie  nach  dieser  ur- 
sprünglich ein  nebenton  folgte,  der  erst  schwinden  rausste.    So 


80  §  130.    Chronologie  der  synkope. 

z.  b.  hat  die  Sölvesborg-inschrift  (c.  750 — 775)  im  acc.  sg.  der 
M-stämme  ^smu[n]l  (isl.  Asmwid),  aber  sunu  (isl.  sun)  söhn,  die 
adän.  inscbr.  von  Helnæs  (c.  800 — 825)  ebenso  Kuþumu[n\t  (isl. 
Gubmund)^  aber  sunu.  In  der  kompositionsfuge  ist  synkope 
vorbanden  bei  Sölvesborg  Asmu[n]t  aus  '^Asumundu  (vgl.  urnord. 
A\n\su^isalas  Kragehul),  nicht  aber  bei  Helnæs  Kuþumu[n\t. 
Abecedarium  nordmannicum  (eine  St.  Gallener  hdschr.  aus 
dem  9.  jahrh.,  welche  die  nordische  runenreihe  mitteilt)  hat 
die  runennamen  sól  (^sölu)  'sonne',  aber  feu  (isl.  fe)  'vieh' 
und  lagu  (isl.  logr)  'flüssigkeit'.  Die  3.  sg.  präs.  ind.  weist 
in  der  Björketorp-inschr.  (c.  700)  die  form  harulR  (isl.  bryl?^) 
'bricht'  auf,  aber  noch  die  aschw.  inschr.  von  Rök  (c.  900 — 925) 
hat  sitiR  (isl.  silr)  'sitzt'  als  archaische  form  in  der  poesie 
neben  z.  b.  nipR  (got.  niþjis)  'verwandter'  in  der  prosaischen 
darstellung  (vgl.  den  runennamen  þuris  =  isl.  purs,  in  Abeced. 
nordm.). 

2.  Synkope  tritt  früher  in  ultima  und  vor  schwachtoniger 
silbe  ein  als  zwischen  zwei  starktonigen  silben.  In  isl.-anorw. 
1.  sg.  prät.  ind.  démt^a  richtete  ist,  wie  der  umlaut  beweist, 
synkope  (aus  "^(^ömiðö)  früher  eingetreten  als  in  kucmfany  (aus 
'^kwUmfany)  heirat.  Vgl.  §  66  und  §  78;  Noreen  im  Grundriss  I, 
453  f. 

3.  Synkope  tritt  früher  bei  unnasaliertem  als  bei  nasa- 
liertem vokal  ein.  Die  Istaby-inschr.  (um  700)  hat  schon  nom. 
sg.  -wulqfR  (aus  '^wulfaR,  s.  §  119),  aber  noch  acc.  sg.  -wulq/a 
(aus  "^-wulfa  mit  nasaliertem  a,  weil  aus  -om,  lat.  -um,  gr.  -ov); 
ebenso  die  gleichzeitige  inschr.  von  Gommor  acc.  sg.  -rvolafa, 
erst  die  Helnæs-iuschr.  -ulf  wolf. 

4.  Synkope  tritt  am  frühesten  bei  a  ein,  wol  etwas  später 
bei  i,  am  spätesten  bei  u\  aber  die  zeitlichen  differenzen  sind 
ziemlich  unbedeutend.  Schon  um  700  fehlt  unnasaliertes  a 
nach  langer  Wurzelsilbe,  z.  b.  Istaby  -wulqfR\  vor  900  auch 
nasaliertes  a  nach  kurzer  silbe,  z.  b.  in  der  adän.  inschr.  von 
Tryggevælde  acc.  sg.  iiar  (isl.  ver)  mann.  Fast  gleichzeitig 
schwindet  l,  z.  b.  nach  langer  silbe  Björketorp  barutR,  nach 
kurzer  Rök  niþR.  Bei  u  zeigt  sich  synkope  nach  langer 
silbe  erst  in  dem  AsmiilnY  der  Sölvesborg-inschr.,  nach  kurzer 
silbe  um  900  wie  in  acc.  sg.  sun  söhn  der  aschw.  inschr.  von 
Gursten  (vgl.  §  78,  3). 


§  131.  132.    Synkope.  81 

Wir  gehen  jetzt  dazu  über  die  verschiedenen  synkopierungs- 
fálle  zu  besprechen. 

§  131.      In    unbetonter   kurzer    vorsilbe    wird   antekonso- 

nantischer  vokal   synkopiert,   antesonantischer  vokal   dagegen 

nach  §  103  ff.   behandelt,   z.  b.  granne   (got.  garazna)  nachbar, 

grceiba,  greit5a  (got.  garaidjan)  in  Ordnung  bringen,   glikr   (got 

galeiks)  gleich,  gnógr   (got.  ganöhs)   hinreichend,  gnúa   reiben, 

gnaga   nagen,  grœin,   grein   (got.  garaide'ms)   zweig,   abschnitt, 

isl.  gredder    einer    der    zu   speisen   giebt   (vgl.  ags.  gereordian 

speisen),  géta  auf  die  weide  führen  (vgl.  as.  ähüan  verfolgen), 

gåta   hüten    (zu   etla   der   acht   und   meinung   sein,   as.  ahtön 

beachten),  gå  mit  aufmerksamkeit  folgen;   vœill,  veill  schwach 

aus    "^ve-hæill  (zu   hceill,   heill   gesund);    prät.  sg.  suœip,   sueip 

i^seswœip)  zu  suceipa,  sueipa  einhüllen,  prät.  sg.  hceit,  heit  (got. 

haihait)  neben  het  zu  hceita,  heita  heissen;  prät.  sg.  iök  (got.  aiauk) 

zu  auka  vermehren;  sUkr  (got.  swaleiks)  solcher;  postole  apostel, 

pisiill,  -eil  epistel,   spitale  hospital,  pat5reimr  hippodrom,   Púl 

Apulien  u.  a.  —   Vgl.  mit  betonter  vorsilbe  gamall  alt   zu  mal 

zeit,  gaman  freude   (got.  gaman  gemeinschaft),   pl.  gotuar  (ags. 

getáwe,   ^eatwe)   rustung,    prät.   sera    (got.   saisö)    aus    älterem 

*sezo    zu  sä  säen. 

Anm.  S.  Bugge,  Arkiv  II,  212  f.,  226  f.,  238  ff.;  Noreen  ibid.  III,  16  ff.; 
Kluge,  K.  Z.  XXVLTO:  Hoffory  ibid.  XXVII,  593  ff.  Å^e  ré^^-^.n^,    A^t> 

§  132.  Unbetonte  'kurze'  (vgl.  §  49)  ultima  wird  synkopiert, 
z.  b.  dagr  (urn.  ^agaR  Einang)  tag,  hceitinn,  heit  enn  (urn.  haitinaR 
Tanum)  geheissen,  gœstr,  gestr  (urn.  -^astiR  Gallehus)  gast,  sunr, 
sonr  (got.  sunus)  söhn,  fé  (got.  faihu)  vieh,  acc.  sg.  stcein,  stein  (urn. 
staina  Tune)  stein,  horn  (urn.  horna  Gallehus)  horn,  mgg  (urn. 
ma^u  Strand)  söhn,  nom.  sg.  £  und  nom.  acc.  pl.  ntr.  annur,  gnnor 
(got.  anþara)  andere,  gen.  sg.  gisls  (urn.  -gisalas  Kragehul)  geiseis, 
dat.  sg.  fœbr,  febr  (lat.  patri)  vater,  acc.  sg.  m.  œimi,  einn 
(got.  ainnö-hun)  ein,  blindan  (got.  blindana)  blinden,  dat.  sg.  m. 
hlindum,  -om  (got.  Uindammd)  blindem,  nom.  pl.  détr  (urn.  dohtrÍR 
Tune)  töchter,  1.  pl.  konj.  präs.  berem  (got.  bairaima)^  prät. 
bærem  (got.  bereima),  1.  sg.  präs.  ind.  ber  (got.  baird)  zu  berå 
tragen,  2.  sg.  imperat.  søk  (got.  sökei)  suche,  fiol-  (got.  filu) 
viel-,  hældr,  heldr  (got.  haldis)  mehr,  hatr  (got.  hatis)  hass, 
2.  sg.  präs.  ind.  brijtr  (got.  bi^iutis)  brichst  u.  a.  —  Vgl.  dagegen 

Noreen,  Altai,  gramm.     2.  aufl.  ß 


82  §  133.     Synkope. 

mit  nebentoniger  ultima  z.  b.  3.  pl.  prät.  ind.  hut5u,  -o  (got. 
budun,  sskr.  buhudhús)  boten,  3.  sg.  prät.  konj.  hyndi,  -e  (got. 
bundl)  bände,  dat.  sg.  ntr.  blindu,  -o  (ahd.  bliniu)  blindem.  Wo 
die  betonung  schwankt,  entstehen  doppelformen,  z.  b.  dat.  sg. 
hcem{i),  heim{e)  heim,  lougiu),  laugio)  bad.  —  Ferner  bleibt  ja 
der  vokal  in  urspr.  'langer'  silbe,  z.  b.  nom.  pl.  gœstir,  gester 
(got.  gast  eis)  gaste,  fiskar  (got.  fiskas)  fische,  acc.  pl.  daga 
(got.  dagans)  tage,  gæsti,  geste  (got.  gastins)  gaste,  sunu,  -o  (got. 
sununs)  söhne,  gen.  pl.  runa  (got.  rUnö  mit  urspr.  nasaliertem  ö, 
weil  aus  *-ö//í)  runen,  fatier  (gr.  jtaxTJQ)  vater,  1.  sg.  präs.  ind. 
pass.  gripumk,  -omk  zu  akt.  grip  (aus  '^gripu)  greife  (vgl.  §  135), 
acc.  sg.  tungu,  -o  (ahd.  zungün)  zunge  u.  a.     Vgl.  weiter  §  134. 

Anm.  Niu,  -o  (got.  niun)  neun  und  tíu,  -o  (got.  taíhun)  zehn  haben 
-u  in  anschluss  an  niunde  neunte,  Hunde  zehnte  bewahrt,  resp.  an- 
genommen. Die  lautgesetzlich  synkopierten  formen  liegen  z.  b.  in  ní-ródr 
90  jähre  alt,  té-rødr  100  Jahre  alt  vor.  —  Die  infinitive  auf -a  (got.  -an 
und  -ön)  haben  keine  synkope  teils  auf  grund  eines  urspr.  nebentones, 
z.  b.  vita  (aschw.  noch  dialektisch  vitä  u.  dgl.)  wissen;  teils  weil  die  ultima 
lang  war,  z.  b.  fagyia  (got.  faginðn)  sich  freuen;  teils  durch  analogie- 
bildung  nach  dem  letztgenannten  falle;  teils  wol  auch  weil  urspr.  drei- 
silbige formen  (auf  urgerm.  -ayii)  vorhanden  waren. 

§  133.  Unbetonte  kurze  pænultima  wird  synkopiert,  z.  b. 
1.  sg.  prät.  ind.  fába  (urn.  faihit5o  Einang)  schrieb,  gen.  pl.  augna 
(ags.  éa^ena)  äugen,  gen.  dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  resp.  blindrar, 
-re,  -ra  (ahd.  blinlera)  blinder,  gen.  pl.  gumna  (got.  gumane) 
männer,  nom.  acc.  pl.  himnar,  -a  (got.  himinös,  -ans)  himmel, 
numner,  -a  (got.  numanai,  -ans)  genommene,  dat.  pl.  hof^om 
(got.  haubidam)  köpfen,  œllri,  ellre  (got.  alþizd)  älter,  minzJti,  -e 
(got.  minnista)  der  kleinste,  fagna  (got.  faginön)  sich  freuen  u.  a. 
—  Vgl.  mit  urspr.  langer  (ev.  auch  nasalierter)  oder  neben- 
toniger pænultima  die  in  §  132  und  §  134  angeführten  bei- 
spiele,  wo  in  3-  oder  mehrsilbigen  Wörtern  die  ultima  (ev.  auch 
die  antepænultima) ,  nicht  aber  die  pænultima,  synkopiert 
worden  ist;  ausserdem  fälle,  wo  gar  keine  synkope  stattfinden 
konnte,  weil  die  pænultima  nebentonig,  die  ultima  lang  (ev. 
nasaliert)  war  oder  umgekehrt,  z.  b.  armare  (got.  armöza,  mit 
urspr.  nasaliertem  -a,  weil  aus  *-^n)  ärmer,  skapere  (vgl.  ahd. 
-äri,  got.  -ar eis)  Schöpfer,  1.  sg.  prät.  ind.  losnaba  (got.  lusnöda, 
mit  urspr.  nasaliertem  -a,  weil  aus  *-öm)  wurde  los. 


§  134.  135.    Synkope.  83 

Anm.  Fälle,  wo  scheinbar  sowol  die  ultima  als  die  pænultima 
synkopiert  worden  ist,  erklären  sich  teils  nach  §  136,  teils  ist  gar  keine 
zweite  Silbe  vorhanden  gewesen,  z.  b.  acc.  sg.  m.  œin^i,  einn  'ein'  nicht 
gleich  got.  ainana  (das  im  seltenen  aschw.  énan  vorliegt),  sondern  gleich 
got.  ainnü{hun);  nom.  acc.  sg.  ntr.  hlint  blindes  ist  nicht  gleich  got. 
hlindata,  sondern  setzt  ein  goi.*hlindat  voraus,  wie  pat  'das'  nicht  got. 
þata,  sondern  pat  (in  pat-üh;  got.  pata  aus  "^patð  gäbe  in  Verbindung 
mit  -Uh  ein  *patöh,  s.  Noreen,  Arkiv  VI,  374  note)  entspricht  (got.  pata 
wäre  isl.  '^ppt).  In  einem  falle  endlich  wie  acc,  sg.  m.  minn  statt  des  laut- 
gesetzlichen *minm  (um,  minino  Strand)  ist  analogiebildung  nach  formen 
wie  cein7i,  einn  anzunehmen. 

§  134.  Unbetonte  kurze  antepænultima  und  ultima  werden 
beide  synkopiert,  z.  b.  dat.  sg.  m.  hundnum,  -om  (got.  hunda- 
nammd)  gebundenem,  acc.  sg.  m.  valban  (got.  walidana)  ge- 
wählten. —  Vgl.  dagegen  mit  nebentoniger  antepænultima  und 
langer  ultima  —  deshalb  mit  synkopierter  pænultima  nach 
§  133  —  z.  b.  gen.  dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  mikülar  {-ellar),  -Uli 
(-eile),  -illa  {-ella)  zu  mikill,  -eil  gross. 

Anm.  1.  Ueber  fälle  wie  acc.  sg.  m.  bundinn,  -enn  gebunden,  nom. 
acc.  sg.  ntr.  hœilagt,  heilagt  heiliges,  die  scheinbar  got.  bundanana  (in 
aschw.  bundnan  vorliegend),  hailagata  entsprechen,  s.  §  133  anm. 

Anm.  2.  Fälle  wo  drei  silben  nach  einander  synkopiert  zu  sein 
scheinen,  sind  natürlich  anders  zu  erklären.  So  z.  b.  entspricht  nom.  acc. 
sg.  ntr.  valt  gewähltes  nicht  got.  ivalidata,  sondern  einem  Hvalidat  (vgl. 
§  133  anm),  das  lautgesetzlich  *vœlit  gäbe,  aber  nach  analogie  von  dem 
Verhältnis  blindr  :  blindan  :  blint  wie  vaWr  :  valtan  :  x  in  valt  umgeformt 
worden  ist. 

§  135.  Enklitische  einsilbige  Wörter  werden  —  wo  nicht 
association  hindert  —  wie  sonst  unbetonie  ultima  (s.  §  132) 
synkopiert,  z.  b.  emk  (em  ek)  ich  bin,  mœllak  {mélta  ek)  ich 
sprach,  kollomk  {^kallö[m\-mik)  ich  nenne  mich,  Utom  {^létu-mR  aus 
*lélu-meR  gleich  léto  mér)  sie  Hessen  mir,  kallask  (*kalla-sik) 
sich  nennen,  snúas  i^snúa-sR  aus  ^snúa-seR)  sich  wenden,  sås 
{sá  es),  þeims  (þeim  es)  derjenige,  demjenigen  welcher,  nús  {nú  es) 
nun  ist,  þaz  {þal  es)  das  ist,  suát  {suá  at)  so  dass,  anorw. 
(selten)  hit  {*hi-at)  hierher,  mattet  (*máiti-at)  konnte  nicht,  þát 
eins  {þá  at  eins)  nur  dann,  est  (estu  aus  *es-bu)  du  bist,  vilt 
{vil tu)  du  willst,    skald  Stockh.  hom.  {skal du)  du   sollst,   ken?id 

{þú)  kenne  (du),  anorw.  aldregin  (isl.  ne aldrege)  nie,  huárgen 

(isl.  ne  .  .  .  .  huárge)  keiner  von  beiden  u.  a. 

Anm.  1.     In    derselben    weise    sind   wol   —   nach    einer   Vermutung 
E.  Lidéns  —   entstanden    die   formen   der    2.  pl.,    z.  b.  bindit,  -et   (aus 

6* 


84  §  136.  137.    Synkope.     §  138.    Svarabhakti. 

"^binditi-t  s.  §  210,  2,   §  225,5),    anorw.   bindir   (bindití-r  s.  §  232)   gleich 
bindid  it,  ér  (auch  bindi  þit,  per)  ihr  bindet. 

Anm.  2.  In  den  zweisilbigen  verbalformen  erom,  erotS  (-t),  ero  wird 
e  nur  nach  unmittelbar  vorhergehendem  r  synkopiert.  Das  dadurch  ent- 
standene rr  wird  bisweilen  vereinfacht  (§  225  anm.  2),  das  o  der  ultima 
gewöhnlich  gedehnt.  Z.  b.  vér{r)óm  {vér  erom)  wir  sind,  þeir{r)ó  {peir 
ero)  sie  sind,  sœlerró  (scéler  ero)  selig  sind. 

§  136.  Wo  innerhalb  eines  paradigmas  synkopierte  und 
unsynkopierte  formen  (resp.  formen  mit  synkopierter  ultima 
und  pænultima)  mit  einander  wechselten,  ist  oft  ausgleichung 
—  gewöhnlich  zu  gunsten  der  synkopierten  formen  —  ein- 
getreten oder  doppelformen  entstanden.  Z.  b.  valðr  neben 
valibr  nach  pl.  valder  gewählt,  danskr  nach  pl.  dansker-  dänisch, 
karl  (aschw.  run.  noch  karilR)  nach  pl.  karlar  kerl,  œldr,  eldr 
(aschw.  noch  selten  eledh)  nach  dat.  œldi,  elde  feuer,  Horpr 
(aschw.  run,  noch  ^en.  Haruþs)  nach  dat.  Uœrt5i,  Her^e  ein 
Personenname,  skirn  (got.  skeireins)  nach  gen.  skirnar  taufe, 
dýpþ  (got.  diupiþa)  nach  gen.  dýpþar  tiefe,  hœztr  (bezír)  und 
baztr  aus  urspr.  *bœtisír  (got.  batisís),  acc.  baztan  bester,  magn 
und  mœgn  (megri)  neben  mægin  {megen)  nach  dat.  magne 
stärke  u.  a. 

§  137.  Weit  später,  erst  zur  zeit  der  ältesten  hdschr. 
durchgeführt,  ist  die  synkope  des  anlautenden  vokals  im  pron. 
enn,  inn  bei  dessen  Übergang  in  den  suffigierten  artikel.  Das 
nähere  hierüber  s.  §  401,  1. 

Anm.  1.  Sonstige  beispiele  späterer  synkope  sind  selten  und  unklar, 
z.  b.  TLálgalánd  (seit  ijm  1400)  statt  älteren  Hålogaland  (Hólogaland)  der 
nördlichste  teil  Norwegens,  gen.  pl.  srna  neben  srinda  tax  srindi,  -e  in 
der  spec.  bedeutung  'notdurft',  mdmatr  neben  mánamatr  (zu  mdne  wie 
das  gleichbedeutende  mdnadarmatr  zu  mdnadr)  proviant  für  einen  monat, 
•M^^-i^dfíllj&iebtljifíben  húit^  -.pi-^^eftigi--(¥gl«_§J.^2-aBffi'.'^  Vielleicht  auf 
dissimilation  beruhen  (adv.)  lít{t)  wenig  neben  (adj.)  litit,  -et  klein  (vgl. 
§  357,  5),  kongr  neben  konongr  könig,  pengr  neben  pen[n)ingr  münze. 

Anm,  2.  Das  schon  vorliterarisch  entstandene  dis  ehrwürdiges  weib, 
Schwester  statt  *idis  (ags.  ides,  as.  idis,  ahd.  itis,  itins)  dürfte  aus  laut- 
gesetzlich synkopierten  Zusammensetzungen  wie  iód{d)is  (aus  *i6d[i\ti'ís 
s.  §  183,  1,  a)  milchschwester,  Valdis  u.  a.  namen  abstrahiert  sein.  Wenn 
die  zweite  silbe  haupttonig  gewesen  ist,  kann  das  wort  doch  auch  zu 
§  131  gehören. 

V.    Svarabhakti. 

§  188.  Svarabhakti  tritt  in  etwas  jüngerer  spräche  zwischen 
auslautendem  r  und   einem   vorhergehenden  konsonanten  ein: 


§  139.    Spuren  urgerm.  lautgesetze.  85 

a)  Im  isl.  ist  der  svarabhaktivokal  u,  von  dem  spuren 
schon  vor  1300  sich  zeigen,  z.  b.  yikur  statt  rikr  mächtig,  pl. 
høndur  {héndr)  bauern  u.  s.  w.  Um  1400  ist  wol  die  ausspräche 
-ur  allgemein  üblich  gewesen,  ob  wol  die  Schreibung  -ur  erst 
nach  1550  völlig  durchdringt.  S.  J.  Þorkelsson,  Um  r  og  ur  i 
niðrlagi  orða. 

b)  Im   an  or  w.  ist   der   svarabhaktivokal  verschieden  in 

verschiedenen   gegenden.     Westnorw.   (wenigstens  südlich  von 

Bergen)  tritt  u  oder  o  ein,  ostnorw.  dagegen  regelmässig  a,  in 

gewissen    gegenden    auch   e  oder  æ,    z.  b.   wnorw.  aftiir,  -or, 

onorw.   aftar,   -er,   -ær    statt    aftr    zurück,   u.  s.  w.     Die   ent- 

wickelung    ist   wol    im    allgemeinen   während   des   14.  jahrhs. 

vollzogen  worden.     Vgl.  J.  Storm,  Norvegia  I,  35. 

Anm.  In  anorw.  runeninschriften  kommen  auch  nicht  selten  im  In- 
laut spuren  von  svarabhakti  nach  der  art  der  urnord.  inschriften  (s.  §  119) 
vor,  z.  b.  beleitir  (d.  h.  bleytir,  Aaardal,  13.  jahrh.)  netzt,  acc.  huruþiir 
(d.h.  hrótior  Tanberg)  bruder.  S.  Bugge,  Foreningen  til  norske  fortids- 
mindesmerkers  bevaring,  Aarsberetning  for  1868,  s.  33. 

Kap.  3.   Vokalwechsel  aus  urgermanischer  zeit 

stammend. 

I.    Spuren  urgermanischer  lautgesetze. 

§  139.  e  wm-de  urgerm.  zu  i  (s.  Noreen,  Utkast  till  före- 
läsningar  i  urgerm.  judlära,  §  6,  2): 

1.  Wenn  in  der  nächsten  silbe  ein  /  (altes  oder  in  un- 
betonter silbe  aus  e  entstandenes),  i  oder  /  stand.  Daher 
wechseln  im  isl.-anorw.  e  und  i  in  fällen  wie  pari  prät.  benenn  zu 
bi(5ia  bitten,  me^al-  mittel-  neben  mi^r  (got.  mlójis,  lat.  medius) 
mittlerer,  ver^r  wert  und  virha  (urg.  '^wirt3ian)  würdigen. 
Ebenso  erklären  sich  z.  b.  miok  (^meku)  viel  neben  mikill,  -eil 
gross,  fiort)r  {ftort^r,  gen.  ßar^ar]  aus  urnord.  "^fer^uR,  resp. 
'^fer^öR)  mit  pl.  firt^ir,  -er  meerbusen,  sniallr  i^snellaR)  begabt 
neben  snilli,  -e  begabung,  Siugurt^r  {^Se^u-Jvart^uR  >  *Siugwgrbr) 
Sigwart  neben  (Sigu?^()r  und)  sigr  {^siglR)  sieg;  iolstr  :  ils  tri,  -e 
Salix  pentandra.  Oft  ist  der  Wechsel  ausgeglichen  worden, 
so  dass  entweder  der  eine  vokal  überall  durchgeführt  worden 
ist,  oder  auch  doppelformen  entstanden  sind,  z.  b.  dat.  ver(5e 
und  (selten)  virbi,  -e  zu  verbr  (anorw.  vcer^r)  malzeit,   gen.  pl. 


86  §  140.  141.    Spuren  urgerm.  lautgesetze. 

Venba  (selten)  und  Tmða  zu  Vin^r  (ahd.  Winid,  vgl.  Venedi 
bei  Plinius)  Wenden,  iegr  {iøgr)  und  ügr  (nach  pl.  tigir)  an- 
zahl  von  zehn,  niöl  (ahd.  nebul\  s.  §  231)  finsternis  neben  nifí. 
(*nWil)  nebel,  efe  und  (alt)  iß,  -e  zweifei,  þiokkr  (^þekhvuR) 
und  þykkr  i^þikkwia-)  dick,  miorkue  und  myrkue  dunkelheit. 

2.  Unmittelbar  vor  nasal  mit  folgendem  konsonanten. 
Daher  gen.  pl.  kuinna  i^kwen-nö,  gebildet  wie  got.  aúhsne, 
ahne  u.  a.)  neben  kuenna  (aus  ^kwenana  synkopiert,  vgl.  got. 
qinönö)  zu  kona  weib,  snema  und  snimma  (durch  kontamination 
auch  snemma  und  snima)  früh.  Ebenso  ist  aus  brinna  (alt  und 
selten),  rinna  (a.  u.  s.)  neben  hrenna  brennen,  renna  fliessen  zu 
erschliessen,  dass  in  der  urspr.  flexion  dieser  verben  nn  mit  n 
gewechselt  haben  muss  (vgl.  bruni,  -e  brunst,   runi,  -e  rinnen). 

§  140.  i  wurde  zu  e,  wenn  in  der  nächsten  silbe  ein  a, 
ä  (ce)  oder  o,  ö  ohne  dazwischenliegendes  J  oder  nasal  +  kons, 
stand  (s.  Noreen,  a.  a.  o.,  §  4,  3,  b),  z.  b.  part.  prät.  bebenn  (statt 
*bebann,  got.  bidans)  zu  bit^a  warten,  nettan  von  unten  neben 
nibri,  -e  (auch  nebre,  nebarre)  niedere.  Durch  ausgleichung 
ist  der  Wechsel  beseitigt  worden,  resp.  sind  doppelformen  ent- 
standen wie  Stege  (selten),  stigi,  -e  aus  urspr.  nom.  stigi,  (gen. 
dat.)  acc.  stega\  ebenso  sele,  silt,  -e  siele,  sege,  sigi^  -e  schnitte, 
klefe,  (selten)  kliß,  -e  kleine  stube,  vega,  anorw.  auch  viga 
kämpfen,  töten,  personennamen  auf  -{f)rebr,  -{f)rsbr  (wie  Hall- 
frehr,  Geirr ðbr)  neben  fribr  friede;  ßekkr  Stückchen  neben  /lik 
kleidstück;  ku-økua  {kuekua,  vgl.  ahd.  quec)  :  k^sykua  {kueikm) 
anzünden,  kuikr  lebendig. 

§  141.  u  ging  in  o  über  unter  denselben  bedingungen 
(§  140),  die  den  Übergang  i  >  e  hervorriefen  (s.  Noreen,  a.  a.  o. 
§  4,  3,  a).  Dieser  Wechsel  ist  aber  f^^st  überall  ausgeglichen 
worden,  so  dass  man  nur  ganz  ausnahmsweise  eine  hdschr. 
finden  kann,  die  das  lautgesetzliche  Verhältnis  aufrecht  hält, 
z,  b.  nom.  sunr,  gen.  sonar,  dat.  sy7ii,  acc.  sun,  pl.  nom.  synir, 
gen.  sona  u. s.w.  (s.  Gering,  Islendzk  æventyri  I,  XVI).  Ziemlich 
oft  sind  aber  doppelformen  entstanden  wie  sonr,  sunr  söhn, 
hugr,  hogr  sinn,  fugl,  (alt)  fogl  vogel,  gull,  (alt)  goll  gold,  gob 
(vorzugsweise  von  den  heidnischen  göttern),  gub  (vorzugsw. 
von  dem  christlichen  Gott)  gott,  bukkr,  bokkr  bock,  munr,  monr 
sinn,  unterschied,   uxi   -e,  oxe  ochs,  kona,  (selten)  kuna  weib, 


§  142.    Ablaut.  87 

koma,  anorw.  auch  kuma  kommeD,  hœrioge  (her-),  -tugi,  -e 
herzog,  nwninn,  -enn,  anorw.  auch  nomenn  genommen,  lokenn, 
sehr  selten  Iuke?in  geschlossen,  klukka,  klokka  glocke,  stob,  siub 
stütze,  runi,  -e  ferkel  neben  rone  pferd,  got^e,  (selten)  gut^i,  e 
priester,  burr,  horr  söhn,  holr,  hulr  rümpf,  bolstr,  bulstr  polster, 
flug,  flog  geschwindigkeit,  gul,  -a,  gol,  -a  windstoss,  kuß,  kofl 
kapuze,  hucerskonar  (huers-),  -kunar  von  jeder  art,  rub,  (selten) 
röð  neuland,  ulfr  wolf  neben  personennamen  auf  -ol/r  (wie 
Þórolfr,  Heriolfr  u.  a.;  vgl.  urnord.  Hariwulqf^,  HaþuwulqfR 
Istaby  neben  HarlwolafR,  HaþmvolafR  Stentofta),  u.  a.  m. 

Anm.  ].  u  statt  sonstigen  o  ist  besonders  in  dem  färöischen  dialekt 
beliebt,  z.  b.  hrut  (brot)  bruch,  mula  (mola)  zermalmen,  turf  {torf)  torf  u.  a., 
s.  Bugge,  Aarbøger  1875,  s.  40. 

Anm.  2.  In  derselben  weise  wechselten  ursprünglich  die  diphthongen 
iu  [eu]  und  io  (eo)  mit  einander,  aber  das  urspr.  Verhältnis  ist  hier  nicht 
nur  durch  ausgleichung,  sondern  auch  durch  das  §  98  erwähnte  lautgesetz 
verdunkelt  worden.  Doppelformen  wie  miúkr,  (selten)  miókr  weich,  þiúfr 
(selten),  þiófr  dieb  sind  äusserst  selten. 

II.    Ablaut. 

Unter  a  blaut  verstehen  wir  jeden  Vokalwechsel,  den  das 
urgermanische  aus  indoeuropäischer  zeit  übernommen  hat.  Je 
nach  der  natur  der  wurzeln  ist  der  ablaut  verschiedener  art. 
Innerhalb  einer  gruppe  von  verwandten  Wörtern  zeigt  sich  in 
den  germanischen  sprachen  wenigstens  eine  von  folgenden 
sieben  ablautsreihen,  die  besonders  häufig  und  deutlich  in  der 
tempusbildung  der  sog.  starken  verben  hervortreten.  Vgl. 
Noreen,  a.  a.  o.,  §  11  if.. 

§  142.     Die  erste  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  t  —  ai  —  i  (e  %  140);  anorw. -isl.  i  —  œi  (ei) 
—  i,  e. 

Z.  b.  bita  beissen  :  prat.  bæii  (beit)  :  pl.  bitum,  -om  :  part. 
prat.  bitiyin,  -enn  (vgl.  benenn  zu  bit5a  warten)  u.  a.  verben;  ferner 
stigr  :  stigr  pfad;  vit^ir,  -er  weidebusch  :  vit>  gerte;  vig  kämpf:  vega, 
viga  (§  140)  kämpfen;  flik  kleidungsstück  :  flikki,  -e  Speckseite, 
flekkr  Stückchen;  skirr :  skérr  (^skairiR)  hell;  hæitr  (heit?^)  heiss  : 
hit  i,  -e  hitze;  fæitr  (feiir)  fettig  :  ßa  fett;  klæif  (klei f)  reihe 
von  klippen  :  kli  f  klippe;  kæikr  (keikr)  zurückgebogen  :  kikna 
hinsinken;  vætt  r  (sehr  selten  våttr\  *rvaiht-)  :  véttr  (vitr;  *rvihi-) 
wicht;  anorw.  ærfat)e,  -é()e  (s.  §  65)  :  æ?Yibi  arbeit;  u.  a. 


88  §  143.  144.     Ablaut. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  auch  ein  ablautsvokal  urgerm. 
e,  isl.-anorw.  é  vor,  z.  b.  her  ihitira  (alt),  he^ra  hier,  higat,  hegat  hierher, 
hetian  hievon :  anorw.  (selten)  hü  hierher;  í;ér  :  (sehr  selten)  vir  (aschw. 
vir,  got.  weis)  wir;  prät.  hét :  hœita  (heita)  heissen;  prät.  lék  :  lœika  (leika) 
spielen;  {h)lé  :  {h)lýf  {Vilnv-)  obdach,  {h)lýia  (aber  prät.  hlé^a  aus  ^hléw- 
§  72,  4)  schirmen. 

§  143.     Die  zweite  ablautsreihe  lautet: 

urg.  eu  {iu  §  139,  eo  §  141  anm.  2)  —  au  ~  u  {o  %  141) 
oder  w;  anorw.-isl.  tu  (ió  §  98)  —  gu  {ou,  au)  —  u,  o   oder  ü. 

7i.  b.  verben  wie  krmpa  kriechen  (^gióía  giessen,  süpa 
saufen) :  prät.  kroup  {kraup) :  pl.  krupum,  -om  :  part.  prät.  kropenn', 
ferner  riót5r  :  rauter  rot :  ro(5e  röte;  styra  (got.  stiurjan)  steuern  : 
staurr  stange;  {h)riúfr  schorfig  :  {h)rufa  rinde  einer  wunde  : 
{h)ryß,  -e  schorf;  Huga  lügen  :  lygi,  -e  Itige  :  lúgvitni,  -e  falscher 
zeuge;  striúpi,  -e  :  (selten)  strupt,  -e  kehle;  striúgr  :  strúgr  neid; 
hrau^  brot  :  l)ro(5  brühe;  gnaiS  :  gny^r  lärm;  fraut5  :  fro^a 
schäum;  frau(5r  :  froskr  frosch;  daufr  taub  :  dofe  duselei;  løygr 
(leygr)  flamme  :  loge  lohe;  blautr  weich  :  hlotna  weich  werden; 
þraut  anstrengung  :  þrote  schwulst :  þrútinn,  -enn  geschwollen ; 
aurr  gries  :  úr  schlacke;  lauss  los  :  losna  los  werden;  raun 
probe  :  run  geheimnis;  tryggr  {^t?Huw-)  treu  :  traust  trost  :  trua 
trauen;  gr  øy  f  a  {greyfa)  :  gry  fa  vorüber  beugen;  suin  (^su-) 
Schwein  :  syr  i^su-)  sau;  kiúklingr  küchlein  :  kok  kr  hahn;  {h)rúga 
häufen  :  (h)roke  (schwed.  rage) '  aufmass^;  bi^kr  bauch  :  hogenn  ge- 
bogen; út  hinaus  :  oddr  spitze  (vgl.  §  257,  4). 

Anm.  Sehr  selten  kommt  in  dieser  reihe  ein  ó  vor,  z.  b.  hónde 
bauer,  landhole  (orknöisch  -húli)  pächter,  hol  Wohnort,  bøle  dorf,  hør  dorf 
neben  húa  (anorw.  selten  höa)  wohnen,  húande  (hóande)  bauer,  hú  Wohn- 
sitz, hútí  bude,  húi,  -e  einwohner,  húr  stube,  hýhýli,  -e  wohnung,  hýr  dorf 
und  hyggua  wohnen.  Kaum  hierher  gehören  mannfóle  tor  :  mannfýla 
Schelm;  Zdn  :  anorw.  (sehr  selten)  lún  kleiner  landsee;  skor  (got.  skðhs)  : 
pl.  skúar  (und  skuár)  schuh;  skole  :  (seltener)  skúli,  -e  schule  (deutsches 
lehnwort,  wie  wol  auch?)  dókr  :  (häufiger)  dúkr  tuch. 

§  144.     Die  dritte  ablautsreihe  lautet: 

urg.  e  (i  §  139)  —  a  —  u  {o  §  141);  anorw.-isl.  e,  l  —  a 
—  u,  0. 

Z.  b.  verben  wie  verpa  {vœrpd)  werfen  :  prät.  varp  :  pl. 
urpufn,  -om  :  part.  prät.  or  penn;  binda  binden  :  prät.  batt  :  pl. 
bundum,  -om  :  part.  prät.  hundinn,  -etin;  ferner  giallr  (*gella-)  : 
gallr    hell    tönend;    bialke   balken  :  holkr    Scheidewand;    verter 


V    A^Y    ^Uv-^  ^  ^'^'<^    7'^  {^    ^z^^ 


§  145.  146.    Ablaut.  89 

(værbr)  mahlzeit  :  dgr/orbr,  dagurt^r  (*-wgrbr  §  127)  frühstück; 
gndverbr  :  -orbr  vorwärts  gerichtet;  tindr  zahn  am  rade  :  tonn 
zahn;  miolk  (^melku)  milch  :  molka  melken;  hiarg  berg  :  horg 
bürg,  Borgund  Ortsname;  kiarni,  -e  kern  :  korn  korn;  verk  [værlt) 
werk  :  yrkia  machen;  duer  gr  {ducergr)  zwerg  :  dyrgia  zwergin; 
lænd  {lend\  Handi-^  lende  :  pl.  liindir,  -er  schinken;  isl.  mergenn 
(vgl.  aschw.  selten  marghan)  :  myrgenn,  morgonn  morgen;  stærkr 
{s  ter  kr)  :  styr  kr  stark;  ggltr  (^galtuR)  ferkel  :  gyltr  sau;  f  aldr  : 
anorw.  (selten)  foldr  falte;  trgll  (s.  Aarbøger  1890,  s.  256)  :  troll 
(mhd.  trolle)  dämon;  suarlr  schwarz  :  sortna  schwarz  werden, 
Surtr  ein  feuerriese;  valda  walten  :  prat.  olla. 

Anm.    Ueber  den  ablaut  i  —  a  —  u  in  ableitungssilben  s.  §  15U. 

§  145.     Die  vierte  ablautsreihe  lautet: 

urg.  e  (i  §  139)  —  a  —  æ  —  u  (o  %  141);  anorw.-isl.  e,  i 

—  a  —  ^  (§  54)  —  u,  0. 

Z.  b.  verben  wie  stela  stehlen  :  prat.  stal :  pl.  siolom  (stálom) 
:  part.  prat.  stolemi\  nema  nehmen  :  nam  :  nomom  (námom) 
:  numinn,  -enn  (anorw.  auch  riomenn);  ferner  g.  pl.  kuenna, 
kuinna  (§  139,  2)  :  kuen  (^krvani-)^  kum  {kuán ;  "^kwánu)  :  kona, 
kuna  weib;  suima  schwimmen:  prat.  suam  :  pl.  suomom  {suåmom) 
:  symia  schwimmen ,  sund  das  schwimmen ;  suefn  schlaf : 
.9WÚ!/* .schlief :  pl.  sófom  {suófom,  suäfom,  §  71,  6) :  sofa  schlafen;  vinr 
freund  :  vanr  gewohnt,  Aubo7i  (-*wgn)  Edwin  :  u7ia  zufrieden 
sein;  grimmr  '.gramr  feindselig;  Blorgvin  :  gen.  Biorgyniar  Bergen; 
me^al-  mittel-,  mit5r  mittlerer  :  undorn  {*umb-)  nachmittag;  trab 
tritt  :  pl.  tróbom  {trát^om)  :  íroba  treten;  vatn  wasser  :  váfr  nass  : 
otr  otter;  fréndsæmi ,  -seme  :  -symi,  -e  Verwandtschaft;  g.  pl. 
{h)na(a  :  {h)not  nuss;  duælia  (duelia)  verzögern  :  dy  lia  ver- 
schweigen; {h)rat)r  :  hor  skr  geschwind;  maþkr  made  :  motte 
(§  252,  4;  §  186)  motte. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  ó  vor,  z.  b.  kømr  {*kömi-) 
neben  kimmr  {*kwämi-)  passabel,  zu  pass  :  koma  kommen  :  prät.  kiiam. 
Vgl.  §  147  anm.,  1 148  anm.     y^^ra    ^JT^'^'^1'  :  JS^^r^    ^;r(«<^oU^A\  ^r^^'t 

§  146.     Die  fünfte  ablautsreihe  lautet: 

urg.  ^  (^  §  139)  —  a  —  œ;  anorw.-isl.  e,  i  —  a  —  á 
(§  54). 

Z.  b.  verben  wie  gefa  geben  (hi<)ia  bitten)  :  prät.  gaf  : 
pl.  gofom   (gdfom)  :  part.   prät.  gefenn\   ferner   stiakl,  -e   kleiner 


90  §  l-l^.  148.    Ablaut. 

stecken  :  stake  stecken;  gista  (*gestian)  als  gast  besuchen  :  gœs/r 

(gestr)  gast;  bikkia  :  grmj-,  grey-haka  hündin;    gri^ungr,  -ongr  : 

grabungr,  -072gr  stier;  nitian  (-*teha7i)  neunzehn  :  fibrtcm  i^-táhan, 

vgl.  got.  tehund)  vierzehn ;  vegr  weg  :  hinnug,  -og  i^-nwg  §  127)  dort; 

af '.  åf  ab,  von;  at  :  dt  zu;  ó  (got.  a/i/d)  fluss  :  Æger  der  meer- 

gott;  mogr  söhn  :  magr  verwandter  durch  heirat;  huet-vetna  was 

auch  immer,  nekkuet  i^-huet)  etwas  :  huat  was. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  ó  vor,  z.  b.  løkr  {*löki-) 
bach  :  leka  leck  sein  :  prät.  lak  :  pl.  lokom;  mót  form,  art  :  meta  messen  : 
prät.  mat  :  mdte  art  und  weise ;  fótr  fuss  :  fet  fusstapfe,  fit  schwimmfuss  : 
prät.  fat  fand  einen  weg :  pl.  fotom ;  sót  russ :  sitia  sitzen  :  prät.  sat  :  pl. 
sótom;  røkr  legitim,  røkia  beachten  :  réíír  recht,  rsk  {*reku):rpk  mani- 
festation,  beweis,  rækia  (rekia)  spüren ;  snigill,  -ell  Schnecke  :  sndkr  :  snókr 
ringelnatter.    Vgl.  §  147  anm.,  §  148  anm. 

§  147.    Die  sechste  ablautsreihe  lautet: 

urg.  a  —  ö;  anorw.-isl.  a  —  ó. 

Z.  b.   verben  wie  skafa   schaben  :  prät.  skóf :  pl.  skófom  : 

part.  prät.  skafenn]   ferner  hagr  geschickt :  hégr,  hóglegr  leicht 

zu   bewältigen;    dagr   tag  :  dðgr  tag   oder  nacht;    sta^r  platz  : 

'Siéhingr  -einwohner;  oln  [ohi,  áln)  :  óln  (gr.  œlévt])  elle;  dalr  : 

døl  tal;    7iœt  (net)  netz  :  ?2Ó/  zugnetz;    hane  hahn  :  høna  henne, 

høns   htihner;    fnasa :  fnésa  schnauben;    huatr  unerschrocken: 

hota  drohen;  skabe  :  skót)  schade;  skage  Vorgebirge  :  skógr  wald; 

abal  eigenart :  óbal  eigentum ;  batna  besser  werden,  bæiri  (betre) 

besser  :  bot  besserung,  busse;  sama  :  soma  passen;  hake  haken: 

høkia   krücke;    age  schreck  :  ógíask   erschrecken,    otte  furcht; 

slakr  schlaíf :  ^/öÄ:r  herumschlenderer;  gras  gX2i^  :  groa  keimen. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  ein  ablautsvokal  urgerm.  œ, 
isl.-anorw.  ä  vor,  z.  b.  kucéfa :  k{u)œfia  {kefia)  ersticken,  k{u)afna  erstickt 
werden  :  køfa  ersticken ;  grcéfr  :  grøfr  einer  der  begraben  werden  darf  : 
grafa  graben;  äkriakr  acker,  aka  fahren  :  prät.  d/r;  hdfr  üs(ih\iB.men  :  Jiceßa 
{hefia)  heben  :  prät.  höf;  athœfe  verhalten,  auti{h)ä'fe  reichtum,  anorw.  lidfa 
hab  und  gut  :  liafa  haben,  behalten,  enthalten,  hafask  sich  verhalten :  hóf 
das  richtige  Verhältnis,  køfa  das  ziel  erreichen,  aa'd'{h)øfe  reichtum. 
Vgl.  §  148  anm. 

§  148.     Die  siebente  ablautsreihe  lautet: 

urg.  ce  —  ö;  anorw.-isl.  á  —  ó. 

Z.  b.  grata  weinen  :  grata  zum  weinen  bringen;  landamére: 
-møre  grenze;  hlár  blau,  blœia  :  bleia  gefärbtes  stück  zeug;  rdmr 
heiser  :  romr   stimme;   néra   nähren  :  yiéra   stärken;   fégelegr  : 


§  149.    Ablaut.  91 

føgelegr  angenehm;  dqtS  (dáb)  geschickliehkeit,  dánde  tüchtig, 
dæil  fügsam  :  dómr  urteil;  gråpa  zu  sieh  raffen  :  gröpasamlega 
brutalerweise;  (/^ya/:  (Ä)rö/ schirmdach;  skcefa  (got.  skewjan) 
gehen  :  skår  schuh. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  a  vor,  z.  b.  latr  faul :  lata 
lassen  (:  aschw.  löt  Hess);  krake  :  krdkr :  krókr  haken.    Vgl.  §  145 — 7,  anm. 

§  149.  Berührungen  dieser  reihen  unter  einander  (vokalische 
'Wurzelvariation')  sind  nicht  selten.  Ausser  dem,  was  schon 
in  den  anm.  zu  §§  145 — 148  angeführt  worden  ist,  mögen  hier 
noch  folgende  fälle  in  aller  kürze  erwähnt  werden: 

1.  Vermischung  der  1.  und  2.  reihe,  z.  b.  in  skirr,  skœrr 
(§  142)  :  skijrr  hell,  rein;  ?i/'a  :  riúfa  zerreissen;  gripa  greifen, 
grœip  (greip)  klaue  :  greypa  {greypa)  in  einander  hineingreifen 
lassen;  gnipa  :  gyiupr  steiler  abhang,  gnmjpr  [gneypr)  vorüber- 
liegend; skit)i,  -e,  pl.  skœltiir  [skeit) er)  :  pl.  skout5ir  {skauta er) 
scheide;  {h)rista  rütteln  :  {h)riósa  schaudern;  stritask,  strceitask 
{streitask)  sich  sträuben  :  þriótr  widerspänstigkeit ,  þriózkr 
widerspänstig  (über  st :  þ  s.  §  256);  sleipner  'springer',  Odins 
pferd  :  (Ji)laupa  springen  (vgl.  §  256);  cellifu  {eile f o)  :  anorw. 
(selten)  cellugu  (vgl.  aschw.  œllovo,  ahd.  einluph,  ags.  endlufan, 
afr.  andlova)  elf;  griär  (selten)  grau  :  grýia  grauen,  osgrúa  das 
aschgraue;  hrimi,  -e  feuer  :  hreyma  {breyma)  brünstig;  sima  strick 
:  saumr  Saumnaht. 

2.  Vermischung  der  1.  und  7.  reihe,  z.  b.  in  gnipa  (vgl.  1) 
steiler  abhang  :  gnapa  vorüberließen ;  \yw?jt?a,  suœipa  (sueipa) :  sópa 
fegen;  Suiar  die  Schweden  isuénskr  {sénskr  §  71  anm.  3)  schwe- 
disch; gripa  greifen,  grœip  {greip)  klaue  :  gråpa  zu  sich  raffen, 
gröpasamlega  brutaler  weise  (§  148,  vgl.  §  149,  1) ;  prät.  lél  und 
(selten)  Iceit  {leit),  pl.  (selten)  litu,  -o  :  lata  lassen,  latr  faul 
(§  148  anm.);  prät.  gret  und  grælt  {greit)  :  grata  weinen,  g?'øta 
zum  weinen  bringen  (§  148);  vér  :  (selten)  vær  wir,  vdrr  unser; 
bleikr  bleich  :  blakkr  fahl;  huisla  flüstern  :  liuása  zischen;  blistra 
pfeifen  :  blåsa  blasen;  gi^ina  greinen  :  grœnia  {grenia)  heulen. 

3.  Vermischung  der  2.,  6.  und  7.  reihe,  z.  b.  in  fjiýsa  : 
f  nasa,  f  nøsa  (§  147)  schnauben;  gnúpr  steiler  abhang,  gneypr 
(cjneypr)  vorüberliegend  :  gnapa  vorüberliegen  (vgl.  1  u.  2); 
gríjia  grauen,  osgrúa  das  aschgraue  (vgl.  1)  :  ^rár  grau;  tugr, 
togr  (vgl.  ahd.  zwein-zug,  -zog)  :  ligr,  tegr,  tf^gr  anzahl  von 
zehn  (vgl.  -tiån  :  -tån  §  146);  gnaub,  gmßr  (§  143)  lärm  \  gnadd 


92  §  150.    Ablaut. 

brummen;  dys  Steinhaufen  :  dœs  (des)  heuhaufen;  húfa  haube, 
haufo(5  (selten)  :  hofot5  (anorw.  hafub)  haupt;  kllúfa  spalten, 
khuf  {klauf)  gespaltene  klaue,  klyf :  klafe  etwas  zweispaltiges, 
saumsattel;  gréypa  {greypa)  hineingreifen  lassen  :  grópasamlega 
brutaler  weise,  gröp  aushöhlung,  grápa  zu  sich  raffen  (vgl.  1 
u.  2  u.  §  148);  naust  haus  für  schiffe  :  nor  schiff;  sifkn  dagr  : 
anorw.  auch  søkn  dagr  tag  auf  dem  man  gerichtlich  belangen 
darf,  søkia  gerichtlich  belangen,  sgk  sache;  -ðyrmdi  (eyrende)  : 
ærindi  {erende)^  ørindi,  -ende  (vgl.  ahd.  arunti  und  §  71  anm.  2) 
geschäft;  haula  kuh,  hylia  toben  :  hœlia  {belia)  brüllen;  lasmøyrr 
{-meyrr) :  -merr  gebrechlich;  brun  braue  :  hró  (bra)  wimper;  stofn 
stamm  :  stafn  steven;  stubbr  stumpf:  stafr  stab;  stylta  stützen  : 
stœt5ia  {stehid)  fixieren;  knütr  knoten,  ú-knytter  böse  streiche  : 
knoitr  ball;  fliúga  fliegen,  ßokkr  flocke  :  floke  haarflocke;  snúa 
zwirnen  :  s7iara  schlinge ,  snøre  schnür ,  snslda  spindel ;  raukn  : 
rœkinn  (rekenn)  zugvieh.  Ob  auch  hierher  haidbr  :  hglðr  freier 
grundbesitzer,  halr  freier  mann,  'held';  øybla  (eybia) :  œ(5la  (ebla) 
eidechse;  aublingr  :  sblingr  (*abul-)  prinz;  haukstaldr  vornehmer 
mann  :  urnord.  (Valsfjord)  Ha^ustalbaR? 

4.  Vermischung  der  3.,  4.  und  6.  reihe,  z.  b.  in  part. 
prät.  sorenn  :  suarenn ,  prät.  sor  zu  suceria  (suer'ia)  schwören; 
prät.  pl.  nxum,  -am  :  vaxa  wachsen,  prät.  sg.  óx\  kuldi,  -e  kälte  : 
kala  frieren,  prät.  kol;  miol  mehl,  mole  brocken,  mold  (staub)- 
erde  :  mala  mahlen,  prät.  mól\  fiort^r  (fiort^r)  enger  meerbusen, 
'fahrwasser',  fár  gefahr  : /ttra  fahren,  prät.  för;  anorw.  drega 
ziehen,  dorg  angelschnur  :  draga  ziehen,  drog  streifen;  kunna 
können,  kann  (und  kna)  kann  :  kenn  erfahren;  gnott  (ahd. 
ginuht)  reichlichkeit  :  gnögr  (got.  ganöhs)  reichlich. 

Anm.  Noch  verwickelter  sind  die  Verhältnisse  z.  b.  in  hiprtr  (hiortr) 
hirsch  :  (h)rútr  widder;  higrn  (biorn)  bär  :  brúnn  braun;  duergr  zwerg, 
dyrgia  zwergin  (§  144) :  draugr  gespenst.  Ganz  unklar  sind  z.  b.  /er-  (aus 
"^fér-,  *fetír-  §  232,  vgl.  §  200  anm.  2,  verkürzt?)  vier-  :  ßorer  vier;  þcrna 
dirne :  þiónn  diener. 

§  150.  Ein  —  in  vielen  fällen  unursprünglicher  —  ablaut 
i  —  a  —  u  kommt  in  ableitungssilben  häufig  vor,  wie  in: 

1.  Suffix  -//-,  -al-,  -ul-,  z.  b.  vat)ill ,  -eil  :  vaðall  :  vgboll 
(anorw.  vat^ull)  furt;  hceimill,  heimel l :  sholoyw.  hceimall'.hceimull, 
heimoll  verfügbar;  bitill,  -eil  :  -ull,  -oll  gebiss;  virgill,  -eil :  -ull, 
-oll  strick;  færill,  ferell  :  farull,  foroll  reisender;  gymbill,  -eil : 


§150.     Ablaut.  93 

gumhull,  -oll  schaf;  isl.  Reikell :  reikoll  fahrender;  pagall :  þogoll 
(anorw.  þagiilí)  schweigsam;  giafall :  giofoll  {giafuU)  freigebig; 
Jiugall  '.  -ull,  -oll  achtsam;  ävitall '. -ull ,  -oll  aDzeichen;  suipall : 
-ull,  -ö// veränderlich ;  vœítall,  veitall :  -ull,  -oll  freigebig;  smugall 
:  smogoll  durchschlüpfend;  miM ,  -el  :  mebal  (vgl.  §  139,  1) 
zwischen. 

2.  Suffix  -md-,  -and-,  -und-,  z.  b.  réitindi,  -e  :  -œndi,  -ende  : 
-yndi,  -e  recht;  sannindi,  -e  :  -œndi,  -ende  und  (nach  §  64)  -ayide  : 
-yndi,  -e  Wahrheit;  harbindi,  -e  :  -œndl,  -ende  :  -yndi,  -e  härte; 
fœgrindi,  fegrinde  :  -œndi,  -ende  :  -yndi,  -e  Schönheit ;  hégindi,  -e 
:  högende  :  -ynde  bequemlichkeit,  kissen ;  {h)lu7inindi,  -e  :  -œndi, 
-ende  :  -yndi,  -e  landwirtschaftliche  ntitzlichkeit;  iibindi,  -e  : 
-œndi,  -ende  neuigkeit;  cerindi,  erinde  :  -œndi,  -ende  (vgl.  §  149,  3) 
geschäft,  auftrag;  bindindi,  -e  :  -ændi,  -ende  und  -ande  enthalt- 
samkeit;  hceilindi,  heilinde  :  -ændi,  -ende  :  -yndi,  -e  gesundheit; 
rangindi,  -e  :  -yndi,  -e  ungebürlichkeit;  vitind:  -and:  -und  wissen; 
nitiände  i^-tehand-)  neunzehnte  :  iiundi,  -e  zehnte. 

3.  Suffix  -ing-,  (-ang-,)  -ung-,  z.  b.  virbing  Schätzung  :  ver- 
t5ung,  -ong  ehrengeleit;  cettingi,  -e  :  óttongr  (áltungr)  verwandter; 
hæmingr,  hemingr  :  hamungr,  homongr  haut  eines  hinterfusses ; 
vgl.  agutn.  laipingr  :  isl.  leit)angr,  anorw.  Iceibangr  :  aschw. 
lepungr  kriegsexpedition. 

4.  Suffix  -ig-,  (-ag-,)  -ug-,  z.  b.  gqfegr  (anorw.  gafegr)  :  -ogr 
(-ugr)  edel;  naut)egr  (noubigr)  :  -ogr  (-ugr)  genötigt;  gfegr 
(afegr)  :  -ogr  (-ugr)  umgekehrt;  aubegr  (oubigr)  :  -ogr  (-ugr) 
reich;  vgl.  hœilagr,  heilagr  heilig. 

5.  Sonstiges,  z.  b.  myrginn,  -enn    (morgenn,  mergenri)  :  mor- 

gonn  morgen  (vgl.  apiann  :  œpiann,  eplann  abend,  das  ein  "^œptinn 

voraussetzt) ;  undarn :  -orn  nachmittag;  ia^arr :  iat)urr,  iot)orr  rand; 

preskildr  :  -aldr  :  -oldr  (durch  Volksetymologie  auch  preskioldr, 

prepskioldr)  türschwelle;  u.  a. 

Anm.  In  gewissen  Suffixen  ist  der  vokal  synkopiert  worden,  aber 
der  einstige  ablaut  ist  noch  in  den  verschiedenen  Wirkungen  auf  den 
wurzelvokal  zu  spüren,  z.  b.  œx  {ex),  4)x  (vgl.  got.  aqizi) :  ax,  ox  (ahd.  acchus) 
axt;  œr{r),  ^r{r):pr{r)r  narbe;  sig{r)  sieg :  ASm^itrðV  Sigwart;  setr  (gr. 
f!öog)  :  Slot  sitz;  œlftr,  elptr  (ahd.  albiz) :  glft,  alpt  schwan;  halr  'held',  freier 
ina.un  :JtpWr  freier  grundbesitzer;  vær,  ver  (ahd.  iveri(l):vpr  (ags.  warod) 
platz  an  der  see. 


94  §  1^1 — 153.    Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten. 

Kap.  4.    Etymologische  übersieht  über  die 
^  sonanten. 

mm^ '^c.ti  \r,w  '■    Die  sonanten  der  starktonigen  Silben. 


/ 


7—-,  §  151.    Isl.-anorw.  a  hat  folgenden  Ursprung: 


rtA^.^^u^  1.    Gewöhnlich   geht  a  auf  urgerm.  a  zurück,   z.  b.  ftí^er 

^^uuxA.-        vater,  halda  halten,  hafa  haben,  dagr  tag,  band  band,  allr  all. 
^  2.    Im   diphthong   ia  ist  a   durch   brechung   eines  e  ent- 

standen.   Beispiele  s.  §  89. 
^2l.c<^.  3.    Bisweilen    ist   a   aus   älterem   á  verkürzt,    s.  §114,1; 

§  152.     á  ist: 

hvA/nfi/  .(í<fi'.'h\é^cv    1.    Gewöhnlich  urgerm.  i'^,  s.  §  54. 

^íLfe,     •  ^Aí^tvKt    2.    Bisweilen  aus  a  gedehnt,  s.  §§  109—113. 

(Ji^ßkA^^UJo^^^)  3.    In  einigen  fällen  urgerm.  ai,  s.  §  57.    V^k.f  KUt^oSifliM. 
^øtiJfU  .'6tLj\     4.    Selten  urgerm.  ä,  z.  b.  få  (got  f ähan)  bekommen,  þátta 

^- iet/u.-teif^^got.  þnhta)  ich  wurde  gewahr,  gått  (got.  gähts)  türpfosten, 
/>6i//r  (ahd.  dähl)  abteilung,  ha  (vgl.  lit.  kanka  quäl)  plagen, 
Aar  hai,  rå  (jý,  ro)  ecke,  sáttr  (lat.  sanctus)  versöhnt,  ^á  mit  auf- 
merksamkeit  folgen,  kátr  munter,  tå  {tó,  to)  hofplatz,  all  (ólí)  keim, 
dl  (Ol)  riemen,  hctband  (vgl.  ags.  höh,  isl.  hell  ferse)  vinculum 
nervös  poplitis  adstringens,  gát  (gót;  vgl.  géta,  as.  ähtlan)  auf- 
merksamkeit;  vielleicht  þá  (got.  þahö)  lehmboden  u.  a.,  vgl. 
oben  §  73,  2,  c  und  Noreen,  Arkiv  III,  41 ;  Falk,  ib.  VI,  115. 
Dies  á  ist  immer  nasaliert  (s.  §  53). 

Secrc^^£2j5ii)^  Anm.    lieber  a  als  orthographischer  Stellvertreter  des  älteren  ó  s.  §  80. 

xsUM-i^ta^UieLe^  ^  153.     ^  hat  folgenden  Ursprung: 

UniKo  L^J^  f^T^'h.  Gewöhnlich  urgerm.  e,  z.  b.  nema  nehmen,  gefa  geben, 
i^^or  Wetter,   vegr  weg,   isl.  2;i;ro«  (anorw.  vcerba  §  ol)  werden. 

2.  Seltener  urgerm.  i,  s.  §  82. 

3.  Im  isl.  allgemein  (vgl.  §  165),  im  anorw.  selten  aus 
älterem  æ  entstanden,  s.  §  85. 

4.  Bisweilen   kürzung   eines  älteren  é,    s.  §  114,  2;  §  116. 

5.  Sporadisch  kommt  e  neben  älterem  ^  vor,  s.  §  86. 

6.  Der  diphthong  ei  ist  teils  (im  isl.  allgemein)  altes  cei, 
s.  §  95;  teils  in  späterer  zeit  (im  isl.  und  anorw.)  unter  ge- 
wissen bedingungen  aus  e  entstanden,  s.  §  99. 


§  154  —  158.    Uebersicht  über  die  starkton.  sonanten.  95 

§  154.     é  hat  ebenso  verschiedenen  Ursprung: 

1.  Urgerm.  e  regelmässig,   z.  b.  her   (got.  hei^)   hier,  prät.   «?>**   /3.  JA.^ 
wie  Ut  (ags.  Ut)  Hess,   rét>  riet,   het  hiess  u.  a.,   s.  §  142  anm.;  dLJ?kK<n^qle.ri 

2.  Urgerm.  2  {i),  s.  §  56;  §  82.  -^e^  3«.  -fi^  -fe'^.  öjl^        '^'^ 

3.  Gedehnt  aus  älterem  e,  s.  §§  109—113.      -tuiy^M.  /^.]^.-Ux^j^^ 

4.  Kontrahiert  aus  œi  (urnord.  «0.  s.  §  95.         ^^  /^^'^  •^^'^-  ^^^^^^^ 
Anm.    Hie  und  da  beruht  é  auf  entlehnung  aus  dem  deutschen,  z.  b. 

A;Zéí2*\klein,  þé7ia  (die  echt  nordische  form  ist  pióna)  dienen,   bréf  brief, 
Un  (echt  nordisch  Za'íi  §  57,  1)  lehn. 

§  155.    i  vertritt: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  i,  z.  b.  bmda  binden,  sitia  sitzen, 
bitum,  -o?n  (wir)  bissen,  fiskr  fisch,  /nWr  mittlerer. 

2.  Hie  und  da  urgerm.  t,  nach  §  114,  3  und  §  116  verkürzt. 

Anm.  Ueber  i  aus  y  (ý)  in  urspr.  schwachtonigen,  dann  aber  auch 
starktonig  gebrauchten,  silben  s.  §  126. 

§  156.     i  entspricht: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  t,  z.  b.  Uta  (got.  heitan)  beissen, 
rifa  reiben,  iss  eis,  siba  seite,  rikr  reich  (adj.). 

2.  Bisweilen  urgerm.  i,  nach  §§  109 — 113  gedehnt. 

§  157.    0  entspricht: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  0,  z.  b.  oddr  ort,  spitze,  ^orð'  bord, 
tisch,  hollr  hold,  hora  bohren,  pl.  hogar  bogen. 

2.  Selten  älterem  0,  nach  §  114,  4,  §  116  verkürzt. 

3.  Selten  urgerm.  u,  s.  §  83. 

4.  Selten  postkonsonantischem  uo,  s.  §  72,  10  (§  73,  1). 

5.  Im  isl.  (spät)  e  nach  tautosyllabischem  hu-,   s.  §  75,  2. 

6.  Der  diphthong  io  ist  teils  durch  brechung  eines  e  ent- 
standen, s.  §  90;  teils  entspricht  er  altem  eo,  s.  §  59.  Vgl.  noch 
§  101. 

§  158.     Ó  hat  sehr  verschiedenen  Ursprung: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  0,  z.  b.  bróber  (got.  bröþar)  bruder, 
hók  (got.  boka)  buch,   frót5r  (got.  fröþs)  gelehrt,  prät.  fór  fuhr. 

2.  Dehnung  eines  0,  s.  §§109—113.  ^ 

3.  Urgerm.  ü  (u)  in  einigen  fällen,  s.  §  55,  §  83.  ^^k>  0't^-^<i^^^^ 

4.  Aus  ou  (urnord.  au)  kontrahiert,  s.  §  96.         .        .      f^^    "  .ff. 

5.  Urgerm.  au,  s.  §  58.  L----^J^>^.       ..■  ^uU^^ 

6.  Aelteres  6,  s.  §  73,  2  (wo,  w«  §  71,  6). 


96  §  159 — 164.    Uebersicht  über  die  starkton.  sonanten. 

7.    Aelteres  á{w),  s.  §  72,  2 ;  isl.  (spät)  á  nach  v,  s.  §  75,  1. 

Anm.  Der  diphthong  ió  ist  teils  urgerm.  eo,  s.  §  59;  teils  älteres  m, 
s.  §  98;  teils  e,  i,  ý  +  o  (it)  s.  §  106. 

§  159.    u  entspricht: 

1.  Fast  überall  urgerm.  u,  z.  b.  hundr  hund,  ungr  jung, 
/>wrr  dürr,  bundinn,  -enn  gebunden,  gutum,  -om  (wir)  gössen. 

2.  Selten  älterem  ü,  nach  §  114,  5,  §  116  gekürzt. 

3.  Der  diphthong  iu  ist  teils  altes  iu  {eu)^  s.  §  59;  teils 
durch  brechung  eines  e  entstanden,  s.  §  90  anm.;  teils  endlich 
im  anorw.  vertritt  er  bisweilen  älteres  y,  s.  §  101. 

§  160.     Ú  entspricht: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  ü,  z.  b.  du  f  a  (got.  dühö)  taube,  hús 
(got.  hus)  haus,  bi^út)r  braut,  luka  (ags.  lúcan)  schliessen. 

2.  Bisweilen  urgerm.  u,  nach  §§  109 — 113  gedehnt. 

Anm.  Der  diphthong  iu  ist  urgerm.  eu  (m),  s.  §  59.  Vgl.  doch 
§  106. 

§  161.     y  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gewöhnlich  /-umlaut  von  u  oder  iu,  s.  §  63,  5  und  13. 

2.  Seltener  u-^  w;-umlaut  von  i,  s.  §  72,  5  und  §  74,  oder 
von  ui,  s.  §  71,  7  und  §  72,  11. 

3.  Selten  kürzung  von  ý,  s.  §  114,  6;  §  116. 


/,         ,    p^i-         §  162.     ý  hat  mehrfachen  Ursprung: 

^íc  .sil  (suó) '      ^'    Grewöhnlich  i-  oder  >R-umlaut  eines  ú  oder  iú,  s.  §  63,  6 


§  162.     ý  hat  mehrfachen  Ursprung: 

t ^  /ef^^^.6<i.un(i  14;  §  68,  5  und  7. 
^tl^'^^-^heluHó      2.    Selten  w;-umlaut  eines  i,  s.  §  72,  6,  oder  ui,  s.  §  72,  12. 
^.MMto.^e^MiM^^   Dehnung  eines  y,  s.  §§  109— 113. 
fe^^   ^  mKMf^       ^    Dialektische  kontraktion  von  ^y  {ey\  s.  §  97. 

§  163.  0  ist  überall  durch  u-,  z^-umlaut  eines  a  entstanden, 
s.  §  71,  1;  §  72,  1.  Ebenso  ist  der  diphthong  ig  umlaut  eines 
ia,  s.  §  71,  4;  §  72,  9;  §  90.  Der  diphthong  gu  (isl.  au,  anorw.  ou, 
s.  §  96)  entspricht  allgemein  urgerm.  au,  s.  §  58;  im  späteren 
isl.  ist  er  auch  durch  diphthongierung  eines  g  entstanden, 
s.  §  102. 

/        L    '     ,  §  164-     9  ist  zweierlei  Ursprungs: 

^•^^'  1.    Gewöhnlich   w-umlaut  von  ú,  s.  §  71,  2;   über  6  aus  cm 

s.  §  104;  über  6  gleich  sonstigem  á  in  späterer  zeit  s.  §  80. 
2.    Selten  dehnung  eines  o,  s.  §§  109 — 113. 


§  165 — 168.    Uebersiclit  über  die  starkton.  sonanten.  97 

§  165.     Anorw.   œ   (isl.   überall   durch  e  ersetzt,   s.  §  85; 
vgl.  §  153,  3)  ist: 

1.  i-  oder  ^-umlaut  eines  a,  s.  §  63,  1;  §  68,  1. 

2.  i-nmlaut  von  la,  s.  §  63,  10. 

3.  Aus  älterem  e  entstanden,  s.  §  81. 

4.  Aus  cei  verkürzt,  s.  §  115. 

5.  Aus  ce  verkürzt,  s.  §  114,  7  und  §  116. 

6.  Der  diplithong  læ  geht  auf  ia  zurück,  s.  §  63  anm.  1. 

7.  Der  diphthong  œ'i  (isl.  ei,  s.  §  95)  entspricht  gewöhnlich 
urgerm.  ai,  s.  §  57;  später  auch  dialektisch  älterem  œ,  s.  §  99. 

§  166.     é  hat  folgenden  Ursprung:  ,  ^    , 

1.  i-  oder  ^-umlaut  eines  å,  s.  §  63,  2;  §  68,  2.    (^tt.^^.œiUs . 

2.  Isl.  statt  älteren  6,  s.  §  87.^ 

3.  Sehr  selten  dehnung  eines  œ,  s.  §§  109 — 113. 

Anm.    Der  diphthong  œi  steht  dialektisch  statt  älteren  á,  s.  §  99. 

§  167.     ^  hat  sehr  mannigfachen  Ursprung: 

1.  i-umlaut  eines  o,  s.  §  63,  3. 

2.  Ä-umlaut  eines  o  (aus  w),  s.  §  68,  3. 

3.  i-umlaut  eines  o,  s.  §  63,  7;  im  isl.  später  jedes  o  ver- 
tretend, s.  §  84. 

4.  i-umlaut  eines  io,  s.  §  63,  11. 

5.  u-,  ?^•-umlaut  eines  e,  s.  §  71,  3;  §  72,  3;  im  isl.  spät 
auch  sonst  aus  e,  s.  §  75,  3. 

6.  y^-umlaut  eines  ce,  s.  §  72,  7. 

7.  w^-umlaut  von  uœ,  s.  §  72,  13. 

8.  Kürzung  eines  é,  s.  §  114,  8;  §  116. 

9.  Der  diphthong  øy  (ey,  œy,  ay,  s.  §  97)  ist  gewöhnlich 
i-  oder  iz-umlaut  von  ou  {ou,  au),  s.  §  63,  9;  §  68,  6;  selten  /^-um- 
laut  von  œi  (ei),  s.  §  72,  8. 

VC 

§  168.    0  hat  ebenso  sehr  verschiedenen  Ursprung:  £Cu^^  ^  J^  ( ei 

1.  i-  oder  Ä-umlaut  eines  6,  s.  §  63,  4;  §  68,  4.  \yljA       ^ ^_/^b[^  ^ 

2.  /-Umlaut  eines  Ó,  s.  §  63,  8.  Uti'^  * 

3.  /-Umlaut  von  ió,  s.  §  63,  12.  ^^ 

4.  /^-Umlaut  eines  é,  s.  §  72,  4. 

5.  Dialektisch  kontraktion  von  ou  {au,  ou),  s.  §  96. 

6.  Dialektisch  kontraktion  von  eiy,  s.  §  97. 

7.  Dehnung  eines  »,  s.  §§  109—113. 

Noroen,  Altisl.  gramm.    2.  auli.  7 


98         §  169 — 172.    Uebersicht  über  die  schwachtonigen  sonanten. 


II.    Die  sonanten  der  schwachtonigen  Silben. 

§  169.     a  entspricht: 

1.  Urgerm.  und  um.  ö,  s.  §  117,  2. 

2.  Urgerm.  o,  urn.  a,  s.  §  117,  2. 

3.  Urgerm.  au,  urn.  ö,  s.  §  117,  2. 

4.  Seltener  älterem  å,  nach  §  121,  1  verkürzt. 

5.  Später  ist  a  im  aostnorw.  svarabhaktivokal,  s.  §  138,  b. 

§  170.     e  und  i,  nach  §  124  wechselnd,  entsprechen: 

1.  Urgerm.  i,  s.  §  121,  3. 

2.  Urgerm.  i,  z.  b.  ynglingr,  -engr  Jüngling,  vali(5r,  -et)r 
gewählt,  acc.  pl.  gæsti,  geste  (got.  gastins)  gaste,  2.  pl.  präs.  ind. 
und  imperat.  Utib,  -eb  beisset,  part.  prät.  hUinn,  -enn  ge- 
bissen u.  a. 

3.  Urgerm.  e,  s.  §  118;  §  121,  2. 

4.  Urgerm.  ai,  urn.  e,  s.  §  118. 

5.  Urgerm.  eu,  iu,  urn.  tu,  s.  §  122,  3. 

6.  Selten  urgerm.  e,  s.  §  129  anm.  1. 

7.  Selten  älterem  y,  s.  §  126. 

8.  Selten  älterem  cci,  s.  §  122,  1. 

9.  Sehr  selten  älterem  é,  s.  §  121,  8. 

Anm,  Ohne  mit  i  zu  wechseln  kommt  e  bisweilen  vor,  teils  ans 
älterem  ce,  s.  §  128,  teils  aus  älterem  œ,  s.  §  121,  7,  entstanden;  teils  end- 
lich im  späteren  aostnorw.  als  svarabhaktivokal,  s.  §  138,  b. 

§  171.     0  und  u,  nach  §125  wechselnd,  entsprechen: 

1.  Urgerm.  ö,  s.  §  117,  1. 

2.  Urgerm.  o,  s.  §  117,  1. 

3.  Urgerm.  Ti,  s.  §  121,  5. 

4.  Selten  urgerm.  u,  z.  b.  acc.  pl.  suno,  -u  söhne. 

5.  Selten  älterem  6,  s.  §  121,  6. 

6.  Aelterem  o,  s.  §  127. 

7.  Im  späteren  isl.  und  awestnorw.  ist  u,  o  svarabhakti- 
vokal, s.  §  138. 

Anm.  Ohne  mit  %i  zu  wechseln  kommt  o  bisweilen  statt  älteren  ou 
{au,  ou)  vor,  s.  §  122,  2. 

§  172.  Von  den  übrigen  vokalen  kommen  in  schwach- 
toniger  Stellung  nur  ce  und  ^,  beide  verhältnismässig  selten,  vor : 


§  173.    Die  konsonanten.    §  174.    Urnordische  Vorgänge:  z.         99 

1.  ce  kann  im  späteren   aostnorw.   teils   älteres   a  ver- 
treten, s.  §  123;  teils  svarabhaktivokal  sein,  s.  §  138,  b. 

2.  /)  kommt  nur  sporadisch  in  etwas  späteren  isl.  hdschr. 
statt  eines  älteren  u  vor,  s.  §  125  anm.  3. 


.   Abschnitt.     Die  konsonanten. 

§  173.     Das   urnordische  übernahm  aus  urgerm.  zeit  fol- 
gende konsonanten: 


labiale 

interdent. 

dentale 

palatale  u.  gutti 

Explosivæ:  tonlose: 

P,    pp 

i,   tt 

k,  kk 

tönende: 

h,  bb 

— 

d,  da 

g,  99 

Spiranten :    tonlose : 

f- 

P 

S,    SS 

h   — 

tönende: 

Í  — 

ð 

z  — 

6 

Nasale: 

m,  mm 

n,  nn 

n 

Liquidæ: 

l,  r;  U,  rr 

t 

Halbvokale: 

TV,  wrv 

./,  i/. 

Anm.  1.  b,  d,  g  kamen  wahrscheinlich  nur  nach  den  entsprechenden 
nasalen  vor.    Vgl.  Paul,  Beitr.  I,  147  if. 

Anm.  2.  Ob  es  iirgerm.  ff,  p/>,  hh  gab  ist  sehr  unsicher;  s.  Kluge, 
Beitr.  IX,  157  ff.;  Kauffmann,  ib.  XII,  504  ff. 

Die  entwickelung-  dieser  laute  innerhalb  des  (urnordischen 
und)  altwestnordischen  wurde  durch  folgende  lautgesetze 
bestimmt. 

Kap.  1.    Urnordische  Vorgänge. 

§  174.     Die  tönende   spirans  z  (weiches  s)   ist   schon   in 

den  allerältesten  urnord.  inschriften  —  aber  noch  nicht  in  den 

ältesten  finnisch-lappischen  lehnwörtern  —  durchgehends  zu  r 

(palatalem  r)    geworden,    z.  b.   Thorsbjærg  -pervaR    (got.  þius) 

diener,  mariR  (got.  mers)  berühmt,  Gallehus  -^astiR  (got.  gasts) 

gast,   Einang  Ða^aR   (got.  dags)   tag   (als   personenname) ;    vgl. 

dagegen   finn.   armas   (got.   arms,   isl.   ar  mr)   elend,   tiur  is   (isl. 

dyr  r)  teuer  u.  a. 

Anm.  Dass  urnord.  r  wirklich  einen  r-  und  nicht  einen  s-laut  be- 
zeichnet, beweisen  wol  einige  inschriften  (Einang?,  Tune,  JUrsbärg),  wo 
in  ein  paar  Wörtern  r,  wie  es  scheint,  statt  eines  etymologisch  berechtigten 
r  (alten  r)  eingetreten  ist. 

7* 


100 


§  175—177.     Umordische  Vorgänge:  j,  þ,  h. 


§  175.     Anlautendes  /  schwindet,   z.  b.  anorw.-isl.  är  jähr, 

ok  joch,  U7igr  jung,  enn  (got.  Jains)  der,  osfr  (finn.  juusío)  käse, 

ýsa  (finn.  /wA-^ö)    gadus    æglefinus,   æinir,  einer   (lat.  jUni-perus) 

wachholder,    ^ykr,  eykr   zugvieh   (vgl.  got.  juk  joch),   iól   (ags. 

geohhoi)  Weihnachten,   ýlir^  -er   (got.  jiuleis)    weihnachtsmonat, 

iokoll  (ags.  ^?c^/)  eiszapfen. 

Anm.  1.  Eine  scheinbare  ausnähme,  die  bejahende  partikel  id  (got. 
ja)^  erklärt  Lidén,  Arkiv  III,  235  íf.  laga  jagen,  iungfrú  Jungfrau  u.  dgl. 
sind  (spät)  aus  dem  deutschen  entlehnt. 

Anm.  2.  Die  ältesten  Inschriften  bewahren  das  j  noch,  z.  b.  Kragehul 
jah  (Järsbärg  iah,  got.jah)  'und'.  Dass  aber  schon  um  700  j  geschwunden 
war,  beweist  die  Istaby-inschrift,  wo  die  alte  jära-Yune  die  bedeutung  a 
(nicht  mehr  j)  hat.  Ihr  name  war  also  schon  damals  är  (nicht  mehr  jära), 
wie  im  Abcdarium  nordmannicum  (aus  dem  9.  jahrh.).  Vgl.  auch  das  air. 
lehnwort  amor  jammer  (zu  isl.  amra  jammern),  ^f-^j    2.6^    -f  i"'3 

§  176.     Die  tonlose  spirans  þ: 

1.  Wird  nach  vokalen  und  r,  so  wie  anlautend  in  schwach- 
toniger  silbe  zu  (5,  z.  b.  brober  (got.  bröþar)  bruder,  kue^a  (got. 
qiþayi)  sagen,  verba,  værba  (got,  wairþan)  werden,  Sigbir,  -er 
i^SigiþewaR)^  Hamber,  Eggber  u.  a.  mit  urnord.  -þervaR  zusammen- 
gesetzten Personennamen;  bu  du,  binn  dein,  bat  das,  besse 
dieser,  bar  dort  u.  a.  neben  betonten  þú,  þinn  u.  s.  w. 

2.  Schwindet  vor  /,  z.  b.  mal  (got.  maþí)  spräche,  nól  (got. 
neþla)  nadel,  stál  (ahd.  stadal)  der  einer  halbstrophe  eingefügte 
parenthetische  satz,  válab  (vgl.  ahd.  rvadaí)  elend,  vele  (vgl.  ahd. 
wedií)  schweif. 

Anm.  1.  Durchsichtige  Zusammensetzungen  behalten  oft  p  nach 
massgabe  des  simplex,  z.  b.  arfþege  erbe,  hiprþing  schlacht,  Suípió^ 
Schweden  u.  a.  neben  selteneren  lautgesetzlichen  formen  wie  arßege, 
higrding,  Suítíiód  u.  s.  w.  zu  resp.  piggia  empfangen,  ping  gericht,  piód 
Volk  u.  a.  (s.  Falk,  Arkiv  V,  120). 

Anm.  2,  Die  ältesten  Inschriften  scheiden  noch  p  und  ð  (s.  Bugge, 
Aarbøger  1884,  s.  86).  Aber  schon  um  700  zeigen  sich  Verwechselungen, 
die  wol  den  Übergang  /)===-  ð'  beweisen,  z.  b.  Björketorp  ðattðe  (vgl.  got. 
daupus)  tod ;  umgekehrt  Stentofta  3.  sg.  präs.  ind.  f/ariutip  bricht. 

§  177.     Die  tonlose  spirans  h  (deutsch  ch)  wird: 
1.    Vor  sonanten  zu  blossem  hauchlaute  (/?),  z.  b.  horn  horn, 
hane  hahn,  hœföa,  heßa  heben. 

Anm.  1.  Der  Übergang  ist  aus  dem  anfang  der  vikingerzeit  bezeugt 
durch  das  air.  lehnwort  elta  knöpf  oder  Schutzvorrichtung  am  schwert, 
aus   urnord.  *helta  (isl.  Malt).     Vgl.  ferner  Noreen  im  Grundriss  I,  422  f. 


§  178—180.     Urnordische  vorgäuge:  b,  ð,  ^,  d,  g.  101 

2.  Vor  l,  n,  r  zu  tonlosem  /,  n,  r  (geschrieben  /z),  z.  b. 
isl.  hlaupa  springen,  hniga  hinsinken,  hringr  ring. 

Anm.  2.  Der  Übergang  ist  schon  etwas  nach  700  bezeugt  durch  die 
Schreibung  der  Vatn-inschrift:  Rlioaltn  statt  urnord.  *IIrotiuwaWaR  (isl. 
Hróaldr).    Vgl.  weiter  Noreen,  a.a.O. 

3.  Zwischen!  kurzem  vokal  und  ^  zu  ^  (ks  geschrieben  x), 
z.  b.  ax  (got.  aJis)  ähre,  sex  sechs,  vaxa  wachsen,  fylxni,  -e  (got. 
fulhsni)  versteck. 

Anm.  3.  Der  Übergang  muss  urnordisch  sein,  weil  älter  als  die  in 
§  55  und  §  56  erwähnten  Übergänge  u^:=-'  o  und  i^-  e  vor  li.  Sonst  wären 
formen  wie  uxi,  -e  ochs,  vixl  Wechsel  unmöglich. 

Anm,  4.  Zwischen  langem  vokal  und  s  bleibt  h  einstweilen,  schwindet 
aber  dann  nach  §  234  (s.  Tamm ,  Arkiv  II,  342),  z.  b.  pisl  deichsei,  ni/sa 
(got.  niuhsjan)  spähen,  niósn  das  spähen,  liós  (vgl.  got.  liuhap)  licht, 
lióss  hell. 

§  178.     Die   tönenden   spiranten  g,  t5,  ^  gehen  anlautend 

—  ð  ausserdem   nach  /   —   m  h,  d,  a  über    (s.  Wimmer,    Die 

runenschrift,    s.  220  ff.),    z.  b.    hrýír    (urn.   ^aruiR   Björketorp) 

bricht,  dagr  (urn.  Ða^aR  Einang)  tag,  gœsir,  gestr  (urn.  -gastin 

Gallehus.  Berga)  gast,  Jlialdr  (urn.  HelbaR  Tjurkö),  hauksialdr 

(urn.  Ha^usiaWaR  Valsfjord)  vornehmer  mann. 

Anm.  Der  Übergang  ist  —  wenigstens  für  Id  ^==-ld  —  bald  nach  700 
bezeugt  durch  die  Vatn-inschrift,  welche  Rhoaltn  (wie  isl.  Hróaldr  aus- 
zusprechen), nicht  *RhoaltÍR,  hat. 

§  179.  Altes,  oder  nach  §  176,  1  aus  þ  entstandenes,  ð 
schwindet  vor  w,  wenn  der  folgende  vokal  starktonig  ist 
(s.  Noreen,  Arkiv  VI,  315  ff.) ,  z.  b.  fiörir,  -er  (vgl.  got.  fidwör) 
vier,  {H)rölfr  (ags.  Hrót5wulf)  Rudolf,  Holfr,  Hdlfr  (urn.  Haþu- 
wulqfR  Istaby,  -wolafR  Stentofta),  Olfr,  Alf  r  (ags.  Æ^widf)  Adolf, 
(hin,  Arm  (ahd.  Adwin)^  Amin  (ags.  Eádrvine)  neben  Aut5an{n), 
-on  (vgl.  §  127),  Auisl  neben  Au^gisl,  {H)róaldr  (ahd.  Hrödowald), 
Moold  f.  (vgl.  ahd.  Mödowald  m.),  Borbr,  Bdrbr  (ahd.  Badwar d)^ 
{H)róarr  (^Hró^rváRR,  ags.  I/rót)gár)  Rüdiger,  Móeibr  (^Mót5wœibr, 
*iyó(JuhœibR). 

Anm.  Das  alter  der  erscheinung  wird  durch  RhoaltR  =  Hróaldr  in 
in  der  Vatn-inschrift  erwiesen. 

§  180.  Auslautendes  nd,  ng  wird  zu /z/,  ?^A:  (woraus  später 
//,  kk  nach  §  207,  2  und  3),  z.  b.  imi)erat.  bill,  sprikk,  prät.  hall, 
sprakk  zu  bi7ida  binden,  resp.  spri7iga  zerspringen.  Ebenso 
wird  urnord.  Id  (aus  urgerm.  /ð  nach  §  178)  auslautend  zu  //, 


102    §181-  Um.  Vorgänge :  m.    §182.  Awestn.  lautgesetze:  Die  tön.  spir.  ^. 

z.  b.  imperat.  giall,  prät.  galt  zu  gialda  bezahlen.  Scheinbare 
ausnahmen  wie  imperat.  giald,  hald,  gang  neben  gewöhnlichem 
gialt,  halt,  gakk  zu  gialda,  halda  halten,  ganga  sind  dem 
infinitiv  nachgebildet. 

Anm.  1.  Der  Übergang  ist  später  sowol  als  derjenige  von  W  in  kl 
(§  178)  wie  als  die  in  §  12u  erwähnte  apokope;  andererseits  aber  früher 
als  die  synkope  eines  auslautenden  nasalierten  a  nach  langer  Wurzelsilbe 
(§  130),  wie  aus  dem  erhaltenen  d,  g  in  formen  wie  acc.  sg.  band  (um, 
*tfandq)  band,  giald  bezahlung,  gang  gang  erhellt. 

Anm.  2.  Ein  entsprechender  Übergang  -mb  =^  -mp  (-pp  nach  §  207,  1) 
ist  wol  anzunehmen,  wenn  auch  sichere  beispiele  fehlen. 

§  181.  mn  wird  zu  dn,  z.  b.  nafn  name,  sta/h  (gr.  ozáfivog) 
steven,  safa  Sammlung  (zu  saman  zusammen),  dat.  sg.  hifni,  -e 
(analogisch  wieder  himni,  -e\  gafne  (gamné)  zu  hiniinn,  -enn 
himmel,  resp.  gaman  frende;  hierher  wol  auch  der  schlangenname 
Fåfner  (^Fabmnir  §  232  anm.)  neben  Farmer  'umarmer'  wie 
adän.  fafnœ  neben  isl.  fa6ma  umarmen. 

Anm.    Dies  Ijn  kann  später  wieder  zu  mn  werden,  s.  §  182,  2. 

Ohne  zweifei  sind  mehrere  der  im  folgenden  behandelten 
lautgesetze  auch  der  urnordischen  zeit  zuzuschreiben,  was  jedoch 
zur  zeit  nicht  erweisbar  ist. 

Kap.  2.    Altwestnordische  lautgesetze. 
I.    Wechsel  der  artikulationsarten. 

A.    Die  tönenden  spiranten. 

-  ,      I         §  182.     Í  unterliegt  folgenden  Veränderungen: 

/vacuu^^tii  y  \y  ^  ^     2u  (tonlosem)  f  vor  k,  s,  t,   z.  b.   n/Zra   vermehren   zu 

\clunMd(>i'lnlou^^r^fr  (ndd.  nhe)  freigebig,  gen.  liúfs  und  nom.  acc.  sg.  ntr.  Hüft 

y^v.^  zu   Im  f  r   lieb.     Nach   k,   s,   t  ist  /  selten,    weil  gewöhnlich 

associationsbildungen  eintreten;  vgl.  jedoch  z.  b.  knesföt  neben 

knesbot  (zu  bot  <  *íó/  bucht,  §  178)  kniehöhle,  vett  f  angr  neben 

véttvangr    (zu   vangr  <  ^^angr  §  197  <  "^wangR  §  194  feid)    ort 

an  dem  ein  kämpf  stattgefunden. 

Anm.  1.  Ueber  die  weitere  entwickelung  von  f 8,  ft  zu  ps,pt  s.  §  185 
anm.  4. 

2.    Zu   nasaliertem  f)   (geschrieben  mf,  selten  /w),   woraus 

^}   um  1200  m,  vor,yz.und  vorzugsweise  anorw.,  z.  b.  iafn,  lamfn, 

iamn  (iœmii)  eben.     In  gewissen  (anorw.)  dialekten  tritt  ^n  >  mn 


Inf 


§  183.    Die  tönenden  spiranten:  ð.  103 

überall   ein;   in   andern   nur  wenn  f)n  tautosyllabisch  ist,  z.  b. 

suem7i,   dat.  suefne,   schlaf  (dann  ausgleicbungen);  in  anderen 

(wie  z.  b.  färöisch)  nur  vor  konsonanten,  z.  b.  nafn,  gen.  nam{n)s, 

name;  in  andern  nur  vor  labialen  konsonanten,  z.  b.  iam(n)fribr 

ebenso  schön,   aber  iafndiarfr  ebenso  kühn;   in   andern  nur  in 

schwachtoniger  silbe,   z.  b.  (mit    haupttoniger    ultima)    anorw. 

iam{7L)vcel  (statt  "^emnvel,  aschw.  œmvœl,  s.  §  93)  'ebenso  wol'  zu 

iafii  eben;  in  andern  (isl.)  endlich  nie;  vgl.  Wadstein,  s.  108  f.; 

Kock,  Arkiv  VI,  37  f.     Bisweilen  zeigt  sich  auch  m  statt  ^  vor 

einem  nasalierten  vokal,  z.  b.   ofan,  (anorw.)  oma7i  von  oben, 

(selten)  hcelfingr  Qielfingr)^  hælmingr  {helmlngr)  hälfte,  skilfingr, 

(selten)  skUmingr  könig  in  Upsala,  Þambarskelfe,  (selten)  -skelme 

ein  name;   hierher  auch?  (selten)  nefa,  nema  'wenn   nicht'   (zu 

ef  wenn?).  —   Unklar  ist  isl.  þermlask   (sehr   selten  þer flask) 

entbehren  zu  þgrf  bedürfms. 

Anm.  2.  Ob  seltene  Schreibungen  wie  sopna  (sofna)  einschlafen,  dat. 
hipni  {hifni)  himmel  die  neuisl.  ausspräche  von  fn  wie  bpn  andeutet, 
bleibt  unsicher. 

3.  Zu  b  im  westisländischen  des  13.  und  14.  jahrhs.  nach 
l  und  r,  z.  b.  tolb  {tolf)  zwölf,  þorb  {þorf)  bedürfnis;  s.  Hoifory, 
Arkiv  II,  14;  Vigfusson,  Eyrbyggja  Saga,  s.  XLV. 

§  183.  ^ist  ebenso  in  mehrfacher  weise  verändert  worden: 

1.    Zu  d  in  folgenden  fällen:  i/^  OüJUut t^y 

a)  Wo   zwei  ð  durch   synkope  zusammentreffen,  entsteht   WirÅlr 
schon  in  der  vikingerzeit  dd,  z.  b.  prät.  ðydda,  eydda  {^aubibö  < 
^auþibö  §  176;  vgl.  got.  auþs  öde)  zu  hyt)a,  eyba  veröden,  fódda 

zu  /'óba  nähren,  gladda  zu  glebia  freuen,  hadda  {^habiöö,  vgl. 
lat.  caiend)  kette,  stedda  stute,  edda  poetik  (§  114,  8),  edda 
grossmutter  (§  115),  rudda  keule  zu  ryt)ia  aufräumen. 

Anm.  1.  Schreibungen  mit  t>d  {pd,  §  35  anm.)  beruhen  auf  ana- 
logischem auschluss  an  formen  mit  einfachem  ð  (z.  b.  føtida,  fópda  nach 
/lýða),  s.  Hoffory,  Arkiv  II,  31  f.  note. 

Anm.  2.  Nach  konsonant  tritt  ðð  teils  als  d  (aus  dd  nach  §  223), 
teils'  als  ð  auf,  z.  b.  prät.  hirda  (MrMa,  hirpda,  s.  anm.  1)  und  hirda  zu 
Inr'Öa  bewachen.  Spätere  formen  wie  prät.  hirta  (aus  hirti-ta)  haben  zur 
Verdeutlichung  des  tempus  t  angenommen  nach  der  analogie  anderer  verba 
mit  lautgesetzlichem  t  (wie  rcena  rauben,  prät.  rœnta). 

Anm.  3.     Ueber  /^ð  {ztí)  ^dd  s.%  208. 

b)  Nach  //,  nn  (wo  sie  nicht  aus  Iþ,  np  entstanden  sind, 
s.   unten  2,  b)   ^chon    vorliterar[sch ,    z.  b.    prät.   fcclda,   fei  da 


104  §  ^83.    Die  tönenden  spiranten:  ð. 

{^fallit5o)  fällte,  kenda  kaDnte,  skal{l)du,  -o  du  sollst,  mun{n)du,  -o 
(f/iondo)  du  wirst  zu  t)u  {þú,  §  176, 1),  Halldorr  zu  þórr  (§  176,  1), 
Endribe  (§  115).  Um  1200  auch  nach  den  übrigen  auf  /^  n  aus- 
lautenden langen  silben  (ausser  in  dem  unten  2,  b  erwähnten 
falle),  z.  b.  Qiuil^)  huild  ruhe,  prät.  {girnt^a)  girnda  machte  be- 
gierig, Steindorr  zu  þórr.  Etwas  später  nach  einer  auf  /,  n 
ausl.  kurzen  silbe,  z.  b.  prät.  {tal^a)  talda  zu  iælia,  telia  zählen, 
(vanba)  vanda  zu  vœnia,  venia  gewöhnen,  Valdiúfr  zu  þiúfr 
[þiófr)  dieb  (§  176,  1).  Noch  später,  im  anorw.  jedoch  schon 
vor  1250,  im  isl.  erst  um  1300  oder  etwas  später,  auch  nach 
h,  If  (d.  h.  /i;),  lg,  ng  und  (am  frühesten,  wenigstens  im  anorw.) 
m,  z.  b.  prät.  kœmbda  (älter  kætnbba)  zu  kœmha  kämmen,  skœlfda 
zu  skœlfa  schütteln,  ftjlgda  zu  fylgia  folgen,  hœngda  zu  hœngia 
hängen,  tamda  zu  læmia  zähmen;  vgl.  Wimmer,  Læsebog'^  X  f.; 
Wisén,  Homil.  Buk,  s.  XII;  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X,  247; 
Wadstein,  s.  106. 

Anm.  4.  Wo  also  in  älterer  zeit  c?  nach  einer  kurzen  auf  l,  n  aus- 
lautenden silbe  auftritt,  wie  in  prät.  selda  zu  selia  verkaufen,  vilda  7a\ 
vilia  wollen,  skylda  zu  skolo,  skulii  sollen,  munda  zu  mono,  mimii  werden, 
hat  keine  synkope  stattgefunden,  sondern  d  ist  nach  §  178  und  §  173 
anm.  1  zu  beurteilen. 

2.  Zu  þ,  woraus  dann  t,  allgemein  nach  und  vor  tonlosen 
konsonanten,  also: 

a)  Nach  s,  z.  b.  prät.  rceista,  reisia  (got.  raisida)  zu  ræisa, 
reisa  aufrichten,  huœsta  zu  huœssa  schärfen,  busta  zu  hysja 
strömen,  estu^^es-bu)  du  bist,  anorw.  lægstu  'du  legst  dich'  zu 
bu  (pú)  du,  u.  a.  (s.  Wadstein,  s.  115). 

Anm.  5.  Die  mittelstufe  þ  zeigt  sich  in  runeninschriften,  z.  b.  raispi 
er  richtete  auf. 

b)  Nach  //,  7m,  wo  sie  aus  Iþ,  nþ  entstanden  sind  (s.  §  215), 
so  wie  nach  /,  n,  vor  welchen  ein  tonloser  konsonant  steht 
oder  in  urn.  zeit  gestanden  hat,  wodurch  /,  7i  auch  einmal 
tonlos  geworden  sind  (eine  ausspräche  dieser  laute,  die  vielleicht 
noch  in  literarischer  zeit  einstweilen  stattfand;  vgl.  Hoffory, 
Zeitschr.  f.  d.  A.  XXII,  375  ff.),  z.  b.  prät.  vilia  zu  villa  (vgl. 
got.  wilþcis)  irre  führen,  nenta  zu  7ienyia  (got.  nanþja7i)  wagen; 
0x{l)ta  zu  éxla  vermehren,  vix{í)ta  zu  vixla  wechseln,  mœlla  zu 
mæla  (got.  maþlja7i)  sprechen,  stœlta  zu  stœla  (vgl.  ahd.  stahaí) 
stählen,  velta  zu  vela  (lit.  vcikalóíi)  sich  beschäftigen,  vœpnta 
zu  væpna  bewaffnen,  rcenía  zu  rena  (ahd.  hi-ralunœn)  berauben. 


§  183.    Die  tönenden  spiranten:  ð.  105 

c)  Nach   (tonlosem)  f,  k,  p,  wo  die  älteste  literatiir  noch 

die  mittelstufe  þ  bewahrt.     Nach  langer  silbe  tritt  aber  t  neben 

þ  schon   um    1200   auf  und    wird    ziemlich    bald    herrschend, 

z.  b.  (tylfp)  tylft   zwölfter,   mcerkta,   merkla   zu   mœrkia,   merkia 

bezeichnen,  drøypta,  dreypta  zu  drmjpa,  dreypa  tropfen  lassen; 

nach  kurzer  silbe  dagegen  dringt  i  erst  später  durch,  z.  b.  prät. 

vakþa,  vakta  zu  vœkia,  vekta  wecken,  glapþa,  glapta  zu  glœpia 

glepia  narren;   vgl.  Wimmer,  a.  a.  o.,  Hoifory,  Tidskr.  f.  Filol. 

N.  R.  III,  293,  Wadstein,  s.  107. 

Anm.  6.  Wo  also  in  den  ältesten  hdschr.  í  nach  f,p  ausschliesslich 
herrscht,  wie  in  prät.  purfta,  k&ypta  zu  ßurfa  bedürfen,  kaupa  kaufen, 
ist  t  schon  urgermanisch,  purfta  ist  got.  þaúrfta;  koypta  ist  *keypt?ía 
(§  210,  2,  §  223)  zu  einem  einst  vorhandenen  verb  *keypta  (got.  kaupatjan). 

Anm.  7.  Hœlfp,  -t  {helfþ,  -t)  hälfte  neben  lautgesetzlichera  (anorw.) 
hœlfb',  -cl  {*halMt)-)  ist  nach  tylfp,  4  umgebildet  worden. 

d)  Vor  s,  wo  nicht  association  hindert.  So  steht  häufig 
schon  in  den  ältesten  hdschr.  z  statt  (5s  in  ableitungen  auf 
-ska,  -sla,  -sli  superl.  auf  -st  und  2.  pl.  reflex.  der  verben,  z.  b. 
gézka  gute  zu  gó^r  gut,  fézla  nahrung  zu  fø^a  nähren,  hrigzli,  -e 
Vorwurf  zu  bregba  schwingen,  sizt  'am  wenigsten'  zu  sibr  weniger, 
2.  pl.  {h)?'ébezk  zu  (h)rcébask  fürchten;  selten  vor  s  in  ein- 
silbigen reflexivformen,  z.  b.  prät.  kuazk  zu  kuetía  sagen,  und 
im  gen.  sg.,  z.  b.  góz  zu  gó^r  gut,  adv.  viz  weit,  eigentlich 
gen.  sg.  zu  vib}^  weit;  in  den  ältesten  anorw.  hdschr.  sind 
aber  formen  wie  die  letzten  nicht  gerade  selten  (in  einigen 
späteren  alleinherrschend);  in  isl.  hdschr.  werden  sie  während 
des  laufes  des  13.  jahrhs.  regel,  wo  dem  ð  ein  r  vorhergeht, 
z.  b.  gen.  sg.  orz  zu  orb  wort.  Am  seltensten  ist  z  (ts)^  wo  ð 
und  s  verschiedenen  Zusammensetzungsgliedern  gehören,  z.  b. 
bazlofa  (bat)stofa)  badstube,  Hœizévesþing  gerichtsversammlung 
der  Upplond.  Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  32  ff.,  86  ff.,  Mogk,  Anz. 
f.  d.  A.  X,'^64,  Gering,  Isl.  Æventyri  I,  XVIII  f. 

Anm.  8.  Die  toxtausgaben  haben  hier  gewöhnlich  etymologische 
Schreibung  mit  ðs. 

e)  Vor  k,  z.  b.  hlipka  sänftigen  zu  blit)r  sanft,  viþka  er- 
weitern zu  vibr  weit.  Hier  bleibt  gewöhnlich  b,  þ  durch 
association;  vgl.  (ohne  solche)  den  namen  {Ii)rokkeU  síwb'*' Uro  (kell 
(s.  §  213,  1)  und  dies  aus  ^J/rob-keil. 

Anm.  9,  Auch  hier  haben  die  meisten  textausgaben  etymologische 
Schreibung  mit  ð. 


106  §  184.    Die  tönenden  spiranten:  ^. 

f)  Ausserdem  wird  im  etwas  späteren  isl.  dialektisch  ð 
zu  þ,  dann  t,  auslautend  nach  schwachtonigem  vokal,  z.  b.  mei 
(selten)  neben  ?}ieb  mit,  skilnat  acc.  sg.  zu  skilnabr  Verschieden- 
heit, hreinsut  nom.  sg.  f.  zu  hreinsabr  gereinigt;  s.  Gering,  Isl. 
Æv.  I,  XVIII,  L.  Larsson,  Isländska  hdskr.  No.  645,  4»,  s.  LXV. 

Anm.  10.  Formen  wie  acc.  bet  statt  bet)'  bett,  prät.  kuat  st.  kuad 
sprach  u.  d.  sind  aus  gen.  bez,  pass.  kuazk  (d  oben)  abstrahiert.  Natürlich 
können  so  auch  formen  wie  forat  (-að)  verderb,  hßfut  (hgfod)  köpf 
erklärt  werden. 

Anm.  11.  Unerklärt  bleibt  anorw.  Outn,  Autn  als  ortsname  neben 
oudn,  autin  (vgl.  got.  auþs)  einöde. 

Anm.  12.  Was  bedeutet  t^  statt  ð,  z.  b.  mattir  {mab'r)  mann,  yttír 
[ytir]  euch,  bitdia  (bitiia)  bitten  u.a.  im  anorw.  (þidreks  saga)? 

3.  Dialektisch,  besonders  im  anorw.,  scheint  ð  auslautend 
und  (besonders)  vor  /,  n,  s  in  einen  (interdentalen?)  r-laut 
(ðr  geschrieben)  übergegangen  zu  sein,  z.  b.  orbr  (schon  in 
St.  Hom.)  statt  orð  wort,  gen.  gubrs  zu  gub  Gott,  pl.  hœibrnir  zu 
hccibinri  heidnisch,  œbrli  (isl.  eble)  natur. 

Anm.  13.  Auf  dissimilation  beruht  wol  Suidior  st.  Suítíiod  (Suípiód 
§  176  anm.  1)  Schweden.  Ebenso  anorw.  hofudbarmr  (-badmr)  männliche 
Seite  (Stammbaum),  isl.  hródrbarmr  'ruhmbaum'  (doch  auch  céttbarmr, 
-ba'ðmr  Stammbaum).  Aber  anorw.  lanzøyra  neben  landeyda  Verwüstung 
eines  landes? 

Anm.  14.    Ueber  rð  ::=- kakum.  l  s.  §  195. 

§  184.     ^  wird  in  folgender  weise  verändert: 
1.    Zunächst  tonlos,  dann  zu  k: 

a)  Regelmässig  nach  ^,  /,  z.  b.  gen.  sg.  m.  œnskis,  enskes 
zu  œngi,  enge  keiner,  huärskes  zu  huár{r)ge  keiner  von  beiden, 
lýski,  -e  lauskrankheit  zu  lüsugr  lausig;  acc.  sg.  m.  fnát(t)kart 
zu  mdltegr  mächtig,  huatke  (dat.  huigi,  -e)  was  auch  immer, 
huár(i)ke  keines  von  beiden,  viike  zauberer  zu  vitugr,  -ogr  sagax 
oder  zu  ags.  7vit{e)^o,  ahd.  wtzago  prophet  (vgl.  §  114,  3),  sys{t)kin, 
-en  (vgl.  fœ^gln,  feigen  eitern)  geschwister. 

b)  Häufig  auch  vor  s,  t,  z.  b.  gen.  Nor  ex  zu  Nbregr  Nor- 
wegen, dax  zu  dogr  tag;  hrixli,  -e  aus  %nk{i)sli,  btHgzli  (oben  d) 
Vorwurf,  ntr.  hœ'Uakt  (heilakt),  dr'mkl  zu  hceilagr  {heilagr)  heilig, 
driugr  tüchtig.  Dass  man  häufiger  g  als  k  geschrieben  findet, 
beruht  auf  association. 

Anm.  1.  Der  Übergang  in  k  vor  t  ist  früher  in  unbetonten  silben 
eingetreten  als  in  betonten,  welche  in  den  allerältesten  isl.  hdschr.  noch 
immer  g  aufweisen;  vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  19  íf.,  Wadstein,  s.  110. 


§  185.    Die  tonlosen  spiranten.  107 

Anm.  2.  Isoliert  steht  das  seltene  pannoTc  neben  þannog  dorthin; 
vgl.  §  183,  2,  f. 

2.  Dialektisch  geht  g  im  13.  jahrh.  vor  n  in  gutturalen 
nasal  (oft  ny,  seltener  ^  geschrieben)  über,  z.  b.  skyngn  st. 
skygn  klarsehend,  gen.  r^e^s  (aus  reians  §  245,  8  st.  regns)  regens. 

Anm.  3.  Daher  erklärt  es  sich,  dass  statt  etymologisch  berechtigten 
ng  nicht  selten  gn  geschrieben  wird,  z.  b.  gen.  f  agns  {fangs)  zu  fang  griff, 
empfang. 

3.  lieber  g>  gg  bei  dehnung  s.  §  220,  1. 

4.  ^  (^  §  178)  +  t  oder  h  wird  zu  k,  z.  b.  kuisl  (^la-twlslu 
nach  §  131,  vgl.  ahd.  zwisala)  zweig  eines  flusses,  kuisb-  i^ga- 
íwistaR,  vgl.  me.  twist,  nhd.  zwisl]  jedoch  vielleicht  zu  ahd. 
questa,  aschw.  kuaster  besen)  zweig  eines  baumes;  káti^  i^ga- 
hähtaR)  lustig  (s.  Noreen,  Arkiv  III,  17  f.);  vgl.  noch  schwed. 
knäcka,  knycka  :  isl.  hnekkia,  hnykkia  u.  a. 

B.    Die  tonlosen  spiranten. 

§  185.     lieber  £  ist  folgendes  zu  bemerken:  íIw^íxmÆuíjÍ  eÅJ} 

1.  Nach  vokalen  und  /,  r  wird  es,  wenn  kein  s,  t  oder  þ 
folgt,  gegen  das  ende  der  vikingerzeit  tönend  (d.  h.  $)  z.  b. 
hæfia,  hefia  (got.  hafjan)  heben,  ulfr  wolf,  þar^f  bedarf. 

Anm.  1.  Dass  derselbe  Übergang  lautgesetzlich  auch  da  eintrat,  wo 
f  als  anlaut  des  späteren  gliedes  eines  zusammengesetzten  wortes  stand, 
geht  aus  Schreibungen  wie  (anorw.)  Þorvastr  =  Þor-fastr,  tvevalldr  =  tvé- 
faldr  doppelt  u.  dgl.  hervor. 

Anm.  2.  Dass  dieser  Vorgang  nicht  der  urnordischen  zeit  angehört, 
beweisen  runeninschriften  der  vikingerzeit,  die  noch  in  der  bezeichnung 
streng  zwischen  dem  tonlosen  /'  (got.  f)  und  dem  tönenden  t)  (got.  b) 
scheiden;  s.  Noreen  im  Grundriss  I,  460. 

2.  Vor  s,  t  geht  es   ohne  klare  regel  in  /;  über.    Schon 

in  den  ältesten  hdschr.,  sowol  isl.  als  anorw.,  finden  sich  eine  A/-  ^t^  /^ 
menge  hierher  gehöriger  beispiele  (neben  formen  mit  fs,  fi)^  -j^  ^eire^tc^toi 
z.  b.  rœpshig,  repsing  (vgl.  ahd.  ref  san)  Züchtigung,  gen.  þórolps  ^^ 

zu  þórolfr,  hœpta  (hepta)  hindern;  besonders  beliebt  ist  pt  nach 
schwachtonigem  vokal,  z.  b.  epler  neben  œftir,  efler  (vgl.  got. 
aftd)  nach,  œllipti,  ellepte  elfte;  oder  wo  pt  tautosyllabisch  ist, 
z.  b.  opt  oft;  oder  wo  verwandte  formen  mit  p  vorhanden  sind, 
z.  b.  skipta  verteilen  neben  skipa  ordnen;  vgl.  Kock,  Arkiv  VI, 
42,  Wadstein,  s.  109.  Später  ist  in  isl.  hdschr.  pt,  in  anorw. 
hdschr.  ft  (vielleicht  wieder  aus  pl  entwickelt,  s.  §  191)   regel. 


108  §  186—188.  Die  tonlosen  spiranten.    §  189. 190.  Die  tönenden  explosivæ. 

Anm.  3.  Die  2.  sg.  prat.  starker  verben  richtet  sich  gewöhnlich 
nach  der  1.  sg.;  also  draj),  drapt  tödtete,  -test,  aber  gaf\  gaft  gab,  gabst. 
Auch  sonst  Hegen  vielfach  analogiebildungen  vor. 

Anm.  4.  Auch  das  aus  ^  (nach  §  182,  1)  entstandene  f  kann  in  j; 
übergehen,  wenn  auch  dies  weit  öfter  durch  analogiebildung  verhindert 
wird,  z.  b.  Isyj^t  (leypt),  løyft  (leyft)  gelobt  zu  leyfa  {leyfa)  loben,  ^pstr, 
Jdfstr  oberster.    Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  4  ff. 

Anm.  5.  Die  nicht  seltenen  Schreibungen  ^/"i,  (seltener) /þí  drücken 
wol  verschiedene  Übergangsstadien  aus;  vgl.  Noreen,  a.  a.  o. 

Anm.  0.  Nach  s  ist  f  zu  p  geworden  in  fmn¥^  húsprsyia  neben 
húsfreyia  (nach  froyia  umgebildet)  hausfrau. 

§  186.  Wenn  es  ein  urgerm.  þþ  gab  (s.  §  173  anm.  2), 
so  ist  dies  zu  tt  geworden,  z.  b.  motte  (ags.  ?no(5Öé)  motte, 
spotta  spotten,  rytfa  (ags.  ry'^t^a)  lumpenbund,  tirotfall  (als  lehn- 
wort  im  ags.  broþþfall ,  noch  im  Orrmulnm)  fallsucht.  Nacb 
scbwachtonigem  vokal  steht  ð  (aus  þ  §  176, 1  und  dies  aus  þþ 
§  225,  1),  z.  b.  mehan  (got.  miþþmi-ei)  während,  sihan  (ags. 
sibban)  'seit'  neben  sibo.n  (nacb  sibare  'später'  umgebildet) 
'nacbber',  et5a  (got.  aiþþau)  'oder'  neben  sebr  seltenem  etþa 
(kompromiss  von  ^etta  und  ^ða),  Gobormr  (mit  baupttoniger 
ultima)  neben  (s.  §  51,  1,  a)  Guttormr  (Gutlhormr,  Giihþormr  u.a. 
Schreibungen)  zu  þyrma  ebren.     i^*^(   1^^  ^.'^^  ^'7 

§  187.  W  wird  in  westnorw.  mundarten  schon  im  14.jabrb.  zu 
//,  z.  b.  sijtla  {sysla)  bescbäftigung,  P'mtlar  {P'mslar)  ein  Ortsname. 

Anm.    lieber  Is,  rs  ==-  kakum.  s  s.  §  195. 

§  188.  hw  wird  zu  kv  westnorw.  8cbon  im  14.  jabrb., 
ostnorw.  um  1400,  im  norden  und  westen  Islands  wol  nocb 
später,  z.  b.  kvat  (Jmal)  was,  kvitur,  -ar  {huit?)  weiss. 

C.    Die  tönenden  explosivae. 

§  189.  d  gebt  scbon  zur  zeit  der  ältesten  bdscbr.  vor 
und  nacb  k,  s  —  wo  nicht  association  hindert  —  in  t  über, 
z.  b.  stœntk,  slentk  {stœnd  ek)  ich  stehe,  Otkell  i^Odd-keU)  ein 
Personenname,  Mfírtalr  {^Myrk-dalr)  Ortsname;  Gaustalr  Orts- 
name, tijrst{d)agr  (tijsdagr)  dienstag,  þórsl{d)agr  {þórsdagr) 
donnerstag,  gen.  sg.  layiz  zu  la^id  land,  œlz,  elz  zu  œldr,  eldr 
feuer.     Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  92  ff.       i^d  ^  ló^  ^    "l-W 

Anm.  In  den  ältesten  skaldengedichten  (und  einigen  späteren)  ist 
jedoch  dSj  nach  ausweis  der  reime,  noch  erhalten;  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  05. 

§  190.  g  wird  zur  selben  zeit  vor  (tonlosem)  f,  s,  t  — 
wo   nicht   association   hindert   —   zu  k,   z.  b.  iunkfru  (iungfru) 


§  191 — 193.    Die  tonlosen  explosivæ.  109 

Jungfrau;    ynxii,  -e  der  jüngste,  gen.  konunx  königs;   ntr.  glffkt 
zu   gUggr   deutlich,  i^ankl  zu  rangr  verkehrt. 

D.    Die  tonlosen  explosivae. 

§  191.  pt  tritt  im  anorw.  sehr  selten  als  ft  auf,  z.  b. 
prät.  køy  fli  (køypti  §  183  anm.  6),  leyfü  (leypti)  zu  kaupa  kaufen, 
leypa  laufen  lassen;  s.  Wadstein,  s.  109  note.  Key  f  te  kommt 
auch  im  isl.  ein  paar  mal  vor. 

§  192.  In  unbetontem  auslaut  v^erden  t,  k  nach  vokal 
häufig  zu  t),  re^p.  ^.  Beispiele  kommen  (wenigstens  bei  /  >  ð), 
wenn  auch  selten,  schon  in  den  allerältesten  hdschr.  bei  einigen 
pro-  und  enklitischen  Wörtern  vor,  z.  b.  «ð  {at),  'zu',  'dass'. 
Später  werden  die  fälle  häufiger.  In  hdschr.  des  13.  jahrhs. 
treffen  wir  z.  b.  miog  (migk)  viel,  ?n/g  (mik)  mich,  t)ig  {pik)  dich, 
sig  {sik)  sich,  vit^  {vit)  wir  zwei,  ið  {it)  ihr  zwei,  skyldut) 
{skyldu-at)  sie  sollten  nicht,  nom.  acc.  sg.  ntr.  wie  mikib  {-it) 
gross,  kallat)  {-at)  geheissen,  þakit5  {-it)  das  dach  u.  dgl.  Um 
1300  und  später  werden  die  beispiele  noch  häufiger,  z.  b.  eg 
{ek)  ich,  og  {ok)  und,  huw^  {huai)  was,  hih  {hit)  jenes. 

Anm.  1.  Einige  isl.  hdschr.  (z.  b.  Finnboga  saga  nach  Möðruvallabók 
und  Jomsvikinga  saga  nach  cod.  AM.  291,  4°),  die  nicht  zu  den  ältesten 
gehören,  haben  eine  art  dissimilation  durchgeführt,  so  dass  immer  ð  steht, 
wenn  die  silbe  mit  t  anlautet,  z.  b.  liW^  wenig;  sonst  ist  t  häufiger,  z.  b. 
ieÄ;^^  genommen ;  vgl.  Gering,  Finnb.  S.,  s.  XI.  Umgekehrt  ist  bisweilen  t 
besonders  gut  bewahrt,  wenn  die  silbe  mit  ð  oder  d  anlautet,  z.  b.  hoMt 
geboten,  bundit  gebunden;  vgl.  P.  Pálsson,  Krókarefs  saga,  s.  XV. 

Anm.  2.  Im  anorw.  des  15.  jahrhs.  steht  durch  dänischen  einfluss 
bisweilen  b,  d,  g  statt  p,  t,  k  auch  nach  haupttonigem  vokal. 

Anm.  3.  In  'Rimur'  des  15.  jahrhs.  steht  regelmässig  (sporadisch 
weit  früher)  ð  statt  t  auslautend  nach  langem  haupttonigen  vokal,  z.  b. 
séð  (sei)  gesehen,  spät)  {spät)  prophezeit.  Häufig  kommt  schon  früher 
öúð'als  adv.  'vielleicht'  neben  buet  als  adj.  'fertig'  vor;  ob  verschiedene 
Wörter? 

Anm.  4.  Die  schon  in  der  ältesten  zeit  auftretende  entwickeluug 
-likr  ^=- -likr  ^=^ -ligr, -legr  in  adj.  wie  dagligr  täglich  u.  dgl.  beruht  ohne 
zweifei  auf  anschluss  an  adj.  wie  autiigr,  -egr,  ntr.  audikt,  -ekt  reich; 
ebenso  in  adv.  wie  œlligar,  ellegar  (got.  aljaleikös)  'sonst'. 

§  193.  Anlautendes  kn  wird  im  isl.  (doch  nicht  in  den 
nördlichen  mundarten)  —  selten  im  anorw.  —  des  15.  jahrhs. 
zu  h7i,  z.  b.  hnútur  {knúlr)  knoten,  hnifar  {knifr)  messer. 

Anm.  Hieraus  erklärt  sich,  dass  hie  und  da  Schreibungen  mit  kn 
statt  etymologisch  berechtigten  hn  anzutreffen  sind. 


110  §  194 — 196.    Die  halb  vokale,  nasale  und  liqiiidæ. 

C^eM^J^  ^.-^^  ^-    ^^®  halbvokale,  nasale  und  liquidae. 

Ijjltl^  Vrv  ii,a       §  194.  jrv   fd.  h.  kons,  u)   gebt   (wo   es   nicht    schwindet, 

,e,i,<t  (^A-^    s.  §  244)  allmälich,  ausser  nach  tautosyllabi^chen  konsonanten, 

cuvi.CirT^jHAAc-s  gegen    das    ende    der    vikin derzeit    (nach    heterosyllabischen 

^^.eu^.Grv4. konsonanten  jedoch  wol  erst  nach  1200|  in  bilabiales_g^  woraus 

ii-ir«nrk.)i.l/i)CA/.  dann   (s.  §  197)   dentilabiales  v,    über,    z.  b.   var  (urnord.  was 

"^^A'^  ,       .    Tanum)   war,   vinna   (got.  rvinnan)   ertragen,   pl.  háfer  zu   hör 

jU.  ^^^-^^^^'Qiár^  hoch,  œfe  (vgl.  got.  aiws  zeit)  leben,  sniofa_(8ihå.  smwan) 

'f^f*^^r.'?r^schneien,    part.   snißyin,  -enn   beschneit;    nach  1200   auch   z.  b. 
^yt^ca  rSiÆÆO^}         ^  /    11   -T  /  wx  V..      /..1, 

'"'      gœrfi ,  gerfe   kleidung    (zu   gcerr,   gerr  gemacht),    sioofa    (alter 

sto(5ua)   hemmen;   vgl.   auch   neuschöpfungen   wie   mäfr   möwe 

statt  mar  (má?^)  nach  pl.  máfar  (§  72,  2)  dat.  sg.  f.  ggrfre  (statt 

ggrre  nach  acc.  ggr/'a  zu  ^orr  gemacht.     Noeh_bei  skalden  des 

10.  jahrhs.  alliterieren  (son.)  u  und  w  (kons.  u\,  z.  b.  und  :  wgllr 

bei  Egell;  aber  schon  zur  selben  zeit  assonieren  ^  aus  w  und 

altes  d,  z.  b.  Suifor  :  /«/(?  bei  Þorbiorn  Dísarskald.     Vgl.  Gering, 

Beitr.  XIII,  202,   Kock,   Arkiv  V,  88,  94.   —  Weit  später  (und 

wol  zu  sehr  verschiedener  zeit  in  verschiedenen  dialekten)  tritt 

derselbe    Übergang    nach    tautosyllabischem    konsonanten    ein, 

z.  b.  svartr  st.  suarlr  u.  s.  w.     Nach  h  ist  w  in  gewissen  gegen- 

den  noch  erhalten,  z.  b.  nisl.  huat  neben  (nördlich  u.  westlich) 

kvat  (beides  Jival  geschrieben);  vgl.  §  188. 

§  195.  r  und  kakuminales  /  schmelzen  im  ostnorw.  — 
zu  sehr  verschiedener  zeit  in  verschiedenen  mundarten  —  mit 
folgendem  d  (p),  n,  s,  t    zu    resp.   kakum.   d  (geschrieben   7^d, 

Id,  d),  n  (rn,  In,  w),  s  {rs,  Is,  5),  t  (ri,  It,  t)  zusammen,  z.  b. 
runisch  (schon  Flatdal)  gen.  sg.  m.  kamas  (d.  h.  gamals)  zu 
g amall  alt;  nach  1300  kölsbro^er  (st.  kó?^s-)  kanonikus,  gen.  sg. 
Bœrdóls  st.  Bœr{g)t)ó?^s  {^Bergþörs)^  Giuls  st.  Giur{t))s,  Vardhifr 
st.  Valdiüfr  ( Valþiófr)^  Pa{l)ne,  miu{l)na  mühle,  kiu{í)na  darrofen. 

§  196.  /  wird  bisweilen  durch  dissimilation  zu  r  oder  n, 
z.  b.  hialmur-,  hialmun-  {lüglmon-)  neben  hialmul-vglr  (eine  tauto- 
logische  Zusammensetzung,  denn  hialmul-  =  liialmvgl-  nach 
§  127)  helmstock,  alemandr  neben  alemandel  mandel,  anorw. 
(selten)  yiykill  st.  lykill  Schlüssel.  —  Warum  kgngol-  statt  und 
neben  kongorváfa  spinne? 

Anm.  1.  Unklar  ist  Z  :  w  in  ulfalde  kamel  gegen  got.  idbandus,  ags. 
olfend;  bulki,  -e  (eugl.  bulk)  :  anorw.  bunki  (afr.  bunk)  Schiffsladung. 


§197—199.    Dielabiale.    §200.    Die  interdentale.  111 

Anm.  2.  Unklar  ist  auch  m  :  f  in  ialmr  :  ialfr  geräusch,  pialme 
(kelt.  tailm,  telm)  :  pial f e  scMingQ,  pyrma  :2iiiorw.  (1-mal)  pyrfa  schonen, 
ehren,  wo  ni  das  ursprüngliche  sein  dürfte ;  umgekehrt  wol  in  huilft  (vgl. 
got.  luilftri  sarg)  :  huilmt  höhle,  ntr.  féskylft  (vgl.  schwed.  sköfla  vergeu- 
den) :  -skylmt  geld  vergeudend.  Skœmill  {skemell)  :  skœfill  (skefell)  schemel 
ist  lat.  scamellum,  resp.  scahellum. 


II.    Wechsel  der  artikulationssteilen. 

A.    Die  labiale. 

§  197.  Die  bilabialen  spiranten,  urgerm.  und  noch  urn.  f 
und  f),  gehen,  wol  während  des  13.  jahrhs.,  in  die  entsprechen- 
den dentilabialen  spiranten  (beide  mit  f  bezeichnet)  über. 

§  198.  tf  wird  in  anorw.  raundarten  sporadisch  zu  g, 
z.  b.  acc.  sg.  stugu  (stofo)  stube,  Algarœim  (isl.  Alfarheimr)^ 
Libskialg  (isl.  Hlibskialf)^  hœlgdat^-  (hœlft)ar-)land  stück  land 
von  gewisser  grosse,  Staglo  {StaflÖ)  ortsname,  nagle  (gewöhn- 
lich nafle)  nabel,  Valdiúgœr  {Valdiúf?%  isl.  Valþiófr)^  œllugu 
(œllifu)  elf;  daher  auch  ollykti  (§  184,  1,  b;  æWfti)  elfte. 


>n 
(j  \  iBi.  «M/h: 


§  199.     m  wird  vor  g^_k^  —  wo  nicht  association  hindert  ä)  ir^rr  ^,I<' 

—  zu   gutturalem   nasal ,   z.  b.   allyngis,   ollonges  u.  a.  (s.  §  64)  75-             , , 

'ganz  und  gar'   zu   dat.  pl.  allum,  ollom  allen,   dat.  pl.  molonge  "^.^^*  ^  ^' 

zu   molom  malzeiten ,   dat.   sg.   pl.   huoronge  {-omge)   zu   huárge  i ,    ^ 

keiner   von    beiden,    huceriungi,   huerionge    zu    liuœrqi ,    huerge  ^)  yF^^*^^'^' 

keiner   von    allen,   ceinungi,    einonge  zu   œngi,  enge  kein,   1.  sg.  y.^  ^5    ^ 

präs.   ind.   pass.    minnunk,  -onk    (gewöhnlich    -umk,  -omk)    ich  i^  íUt3U^t^ 

erinnere  mich.  ^      -f^-rt 

Anm.    1.      Auf  dissimilation    beruht   m  ==-  w   in   megin,  -en   neben      1   l^  \T^^^ 
megom  (s.  §320  anm.)   'zu  —  Seiten',   dnu-mapkr  statt  dmu-mapkr   eine  ^ 

art  made ;  vielleicht  auch  mö^ia  mutter  =  ahd.  muoma  (aber  ndd.,  mengl. 
möne)  muhme.  —  Bukran,  -ram  eine  art  zeug  ist  mlat.  hucaramim,  resp. 
mhd.  buckeram.  —  Vereinzelt  steht  (selten)  Handir  statt  älteren  Hamder.  ^((  ^^"^  \.U-''- 

Anm.  2.    Ueber  den  Wechsel  f :  p  s.  §  200  anm.  1. 

B.    Die  interdentale  und  dentale. 

§  200.  Schon  urnordiscli  scheint  —  wie  in  den  wgerm. 
sprachen  —  urgerm.  pl  im  silbenanlaut  zu  /7  geworden  zu  sein, 
z.  b.  /lý'ia  (got.  plliihan)  fliehen,  /lår  (vgl.  got.  ga-plaihan  lieb- 
kosen) falsch,    innyßi,  -e  (Sievers,  Beitr.  V,  529  ff.)  eingeweide. 


112  §'20 1.  202.    Die  dentale. 

Anm.  1.  Unklar  ist  das  Verhältnis  von  þ  zu  f  m  þél,  (1-mal  wahr- 
scheinlich, s.  B.  M.  Olsen,  Aarbøger  1888,  s.  85  f.,)  fei  f.  (aschw.  fæl,  ahd. 
fihala;  vgl.  Hellquist,  Arkiv  VII,  160  note)  feile;  þél  n.  (sch w.  fil-mjölk) 
geronnene  milch ;  pengell  (ags.  fengel,  þengel)  fürst ;  fós,  später  þiós  wall- 
fischfleisch;  pili,  -e  (ahd.  dili)  dielung,  aber  flórfili,  -e  (vgl.  figl  brett) 
dielung  eines  viehstalls;  vgl.?  aschw.  misfyrma  =  isl.  misþyrma  miss- 
handeln, ahd.  finstar,  dinstar  finster,  ags.  fœcele,  þœcele  fackel  u.  a. 

Anm.  2.  ð  scheint  zu  g  geworden  zu  sein  in  gagarr  (aus  air.  ga- 
dhar)  hund,  iúgr  neben  iúr  {*iút)r  §  232;  afr.  iader,  mndd.  jeder)  euter, 
fagma  (selten)  neben  fatima  (vgl.  ags.  fœtim)  umarmen;  vielleicht  auch  in 
fiog{o)r-,  fiug{u)r-tdn  vierzehn  neben  fer-faldr  (aus  "^/eðV-?  §  232,  aschw. 
fioper-,  ags.  fytier-,  got.  fidur-)  vierfältig. 

§  201.  nn  wird  vor  r  (nicht  vor  n,  s.  §  217,  4,  b)  zu  ð, 
z.  b.  rbri,  -e  aus  "^inneri  innerer  (vgl.  minni,  -e  aus  '^minnim,  got. 
minniza  minder),  su(5r  südwärts  zu  sunnan  von  Süden,  pl.  attrer 
zu  anyiarr  anderer.  Da  die  gruppe  nnr  überall  durch  synkope 
entstanden  ist,  fällt  demnach  dieser  Übergang  in  die  vikinger- 
zeit.  Aber  auch  wo  etwas  später  ein  aus  R  entwickeltes  r 
(s.  §  206)  zu  nn  tritt,  findet  dieselbe  entwickelung  statt,  z.  b. 
pl.  mœ(5r,  mebr  (aus  "^mœnn  mit  neu  zugetretenem  plural-r) 
neben  menn  (^manniR,  got.  mans)  männer,  2.  sg.  präs.  bre(5r 
i^brenn  +  r)  neben  brenn  (got.  brinnis)  zu  brenna  lodern.  Durch 
ausgleichung  entstehen  dann  häufig  nebenformen  mit  nnr,  z.  b. 
innri,  -e  (ibri,  -e)  nach  innan  innerhalb,  (selten)  mannr  (mat^r) 
nach  dat.  manne  mann,  brurmr  {brubr)  brunnen,  munnr  (mubr) 
mund  nach  pl.  brunnar,  munnar,  suinnr  (suibr)  weise,  sa^inr 
{sat)r)  wahr,  kunnr  {kut5r)  kund  nach  acc.  suinnan,  sannan, 
kunnan,  iuennr  (tuebr)  neben  tuenne  doppelt,  2.  sg.  präs.  ßyinr 
(/■/ðy),  vlnnr  (vibr)  zu  finna  finden,  vinna  ausführen  u.  s.  w. 

§  202.     n   wird   —  wo   association   nicht  hindert  —  zu 

1.  m  vor  b  und  p,  z.  b.  almbog e  (sehr  selten)  neben  ol{n)boge, 
alboge  ellenboge,  acc.  sg.  isl.  Gestumblinda  aus  "^Gœst  unblinda 
'den  nicht  blinden  gast'  (Kock,  Arkiv  VII,  180);  kampr  neben 
kanpr  (afr.  kanep,  kenep,  ags.  cenep)  Schnurrbart,  hampr,  hanpr 
(ags.  hænep)  hanf,  Dampr,  Danpr  (got.  Danaper)  Dniepr. 

Anm.  Daher  erklärt  es  sich,  dass  (selten)  np  statt  alten  mp  ge- 
schrieben wird,  z.  b.  isl.  kenpa,  kempa  kämpe. 

2.  Gutturalem  nasal  {w,  gew.  n  geschrieben)  vor  g  und  — 
wo   der  nasal  nicht   schwindet   (s.  §  239,  1)  —  k,   z.  b.  mumt 


§  203.    Die  dentale.     §  204.    Die  p:.ilatale  und  gutturale.        113 

(mmígáf)  heim\sehes  h\e\\  v'wiof  ivingiof)  sclilüsselgeld ;  kanunkr 
{kanúkr)  canoniciis,  u.  a. 

§  203.  r  (altes  oder  nacli  §  206  aus  r  entstandenes)  wird 
bisweilen  zu  <)  durch  dissiinilation  in  folge  eines  in  der  vorher- 
gehenden silbe  vorkommenden  r,  z.  b.  isl.  hrffhask  nel)en 
hrðrna  in  verfall  gerathen,  hrotSe  oder  hrót5a  unruhe  zu  hi^óra 
bewegen,  anorw.  Fribikr  {Fririkr  aus  Frit)rikr  §  232)  Friedrich, 
Ptißikr  {Prijtnkr)^  RagncUtir  (nach  §  183,  1,  b  aus  *-ðzör,  *-W()>). 
Vgl.  Bugge,  Arkiv  II,  241  f,  247  if. 

Anm.  1.  Sehr  fraglich  bleibt,  ob  ð  aus  tí  durch  dissiinilation  wegen 
eines  folgenden  r  oder  r  entstanden  ist  in  yöuarr  {"^idwarüR,  ?*imvaraR, 
got.  izwar)  euer,  ydr  {*i'd'ivÍR,  '^^írivír,  got,  izivis)  euch. 

Anm.  2.  Unklar  bleiben  auch  einige  fälle  von  (seltenem)  ð  statt  r, 
wo  dissimilation  nicht  vorliegen  kann ,  z.  b.  bóféd'a  neben  -ßra  brünne 
(vgl.  hohfara  brünne),  mannlotia  neben  -lera  (und  mannloysi)  verächt- 
licher mensch,  dat.  sg.  hg^ui  und  hgriii  zu  hgrr  bäum.  Vgl.  §  183 
anm.  13. 

Anm.  3.  Badmr  in  derselben  bedeutung  wie  fadmr  'die  aus- 
gebreiteten arme'  ist  wol  nicht,  wie  allgemein  angenommen  wird,  mit  got. 
harms  'busen'  zu  identificieren,  sondern  eine  nebeuform  zu  fadnir,  über 
deren  erklärung  vgl.  Noreen,  ürgerm.  judlära,  §  31  anm.  2. 

C.    Die  palatale  und  gutturale. 

§  204.  Die  gutturale  sind  —  vielleicht  schon  in  ur- 
nordischer, oder  gar  urgermanischer,  zeit  —  vor  palatalen 
vokalen  palatisiert  worden.  Die  in  dieser  weise  modificierte 
ausspräche  erhält  der  regel  nach  keine  besondere  bezeichnung 
(vgl.  doch  §  37  anm.  1,  §  39  anm.  1).  Wo  aber  durch  synkope 
eines  zwischensteheuden  palatalen  vokals  ein  palatales  k,  g,  ^ 
vor  einem  nicht  palatalen  vokal  zu  stehen  kommt,  treten  sie 
als  kl,  gl  auf,  was  ohne  zweifei  in  sehr  vielen  mundarten  als 
resp.  k,  g,  ■^-\-  konsonant,  i  aufzufassen  ist,  z.  b.  mcerkia,  merkia 
(2-silbig)  aus  "^markian  (3-silbig)  merken,  dat.  pl.  likiim^  om, 
ængiuni  (engiom)^  hcgiom  zu  riki,  -e  reich,  œngi  {enge)  wiese, 
hege  lage.  Ein  durch  vorhergehenden  palatalen  vokal  hervor- 
gerufenes ki,  gi  tritt  (fast)  nur  in  lehnwörtern  auf,  z.  b.  kirkia 
(ags.  c'irlce,  ahd.  chirihha)  kirche,  Grikkiar  (und  Grikkir,  -er) 
Griechen,  fikia  (sehr  selten  fika,  lat.  ficus)  feige,  gigia  (mhd. 
gigr)    geige    (und   jlekkr,    g.  pl.  -ia,   Hecken).      In   mcrgr,    gen. 

Nor  COM,  Altisl.  gramin.     2.  aufl.  g 


114    §  205.  206.  Die  palatale  und  gutturale.   §  207.  Regressive  assimilation. 

mergiar  mark  scheint  gl  durch  das  einst  vorhergehende  pala- 
tale n  (vgl.  asl.  mozgu)  hervorgerufen  zu  sein. 

Anm.  Sehr  selten  stehen  A:,  g  statt  zu  erwartenden  Id,  gi,  z.  b. 
dryMc{i)a  trunk,  dat.  pl.  v(Éng{i)om  flügeln,  was  vielleicht  nur  un- 
genaue Schreibung  ist,  vielleicht  aber  auch  eine  verschiedene  ausspräche 
anzugeben  hat. 

§  205.  Gutturaler  nasal  (;j)  ist  zu  dentalem  n  geworden 
in  œnskr,  enskr  aus  œng{l[)skr,  eng{t)skr  englisch,  hm^hœnskr, 
-ens kr  einer  aus  Harðangr;  zu  m  in  lumfrü,  iomfrú  neben 
iungfrü  Jungfrau;  beides  durch  partielle  assimilation  an  den 
folgenden  konsonanten. 

§  206.     Das  aus  urgerm.  z  entstandene  urnord.  r  (s.  §  174) 

ist   schon   vorliterarisch   —    am   frühesten   nach   dentalen  und 

interdentalen  konsonanten   —  mit   altem  r  zusammengefallen, 

z.  b.  hatre,  hœíri   {heíre',   got.  hatiza)  besser,    mceiri   (meire;  got. 

maiza)  mehr,  e?"  (got.  iz-ei)  welcher  u.  a.  (s.  §  68  und  §  69). 

Anm.  Unklar  ist  das  Verhältnis  von  trane  zu  mhd.  krane  (ags.  cran) 
kranich ;  batimr  zu  got.  hagms  bäum ;  anorw.  (sehr  selten)  kgfurr  zu  kpgurr 
teppich.  Skarlat,  -ak  sind  merigl.  scarlat,  resp.  mhd.  Scharlach.  Wenn 
Cod.  AM.  655,  4^,  III  bisweilen  z  statt  x  schreibt,  so  ist  wol  dies  nur  eine 
orthographische  grille  (anders  Hoffory,  Arkiv  II,  83  note);  vgl.  das  aschw. 

lil.    Quantitative  Veränderungen. 

A.    Dehnung. 

1.    Assimilation. 

a)   Regressive  assimilation. 

§  207,  Die  nasale  werden  schon  in  der  vikingerzeit  in 
folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  mp  >  pp,  z.  b.  kapp  kämpf,  kappe  kämpe,  kleppr 
(aschw.  klimper)  klumpen,  kroppenn  (aschw.  krumpbi)  geschrumpft, 
skreppa  (schw.  skrympa)  gleiten,  suoppr  (schon  als  air.  lehn- 
wort  sopp\   mhd.   swamp)    schwamm,   apr   (^appr  §  224;    schw. 

amper)  bitter. 

Anm.  1.  mp  kommt  wol  nur  in  lehnwörtern,  oder  wo  es  (nach 
§  202,  1)  älteres  np  vertritt,  vor. 

2.  nt  (altes  oder  nach  §  180  aus  nd)  >  it,  z.  b.  siutlr 
(aschw.  slunter)  kurz,  veir  i^veUr  §  224)  winter,  isl.  Hroite  (vgl. 
ags.  Ilruniing)  name  eines  Schwertes,  kleltr  (aschw.  klinter)  feis, 
sprella  (asl.  pr^.dali,  lit.  spréndzu)  springen,  skuetla  (gr.  úJrtróeLv) 


§  207.    Regressive  assimilation.  115 

verscbiitten.  vollr  (a>cliw.  vanter)  handscliuli,  fatlr  (lat.  pandiis) 
biegsam,  br  attr  (ascliw.  hranter)  steil;  (mit  nt  aus  nd)  prat. 
hatt  (sehr  selten  bant  mit  wieder  an  alogisch  eingeführtem  w), 
imperat.  bitt  zu  binda  binden,  prat.  bletl  zu  blanda  mischen, 
vatt  zu  vinda  winden,  {Ji)ratt  zu  {Ji)rinda  stossen  u.  dgl.  Auch 
alte  lehn  Wörter  nehmen  an  dieser  assimilation  teil,  z.  b.  isl. 
mottoll  (anorw.  aucli  mmitull)  mantel.  Wenn  aber  nt  erst  durch 
synkope  entstanden  ist: 

a)  bleibt  es  in  starktoniger  silbe,  z.  b.  prät.  nenla  zu  nenna 
wagen,  ntr.  vanl  zu  vanr  gewöhnt,  blint  zu  blindr  blind,  lœibint, 
leit^int  zu  -indr  (mit  stark  nebentoniger  ultima)  langweilig. 
Scheinbare  ausnahmen  sind  ntr.  satt  zu  sannr,  sa()r  (§  201) 
wahr,  wo!  dem  m.  sat)r  nachgebildet  (nach  der  analogie  góhr  : 
ff  Ott  gut  u.  dgl.)  und  superl.  sijzter  (neben  syniiztr)  nach  komp. 
syt^ri,  -e  südlich;  ferner  ntr.  mitt,  pitt  (ð///),  sit  f,  œitt  (eitt)  zu 
??ii7m  mein,  piim  (ðmr/)  dein,  sin^i  sein,  œi?i7i  {einn)  ein,  wo  der 
grund  der  assimilation  in  dem  überaus  häufigen  gebrauch  der 
Wörter  als  schwachtonige  (s.  unten  b)  zu  suchen  ist; 

b)  wird   es  in   schwachtoniger   silbe  zu  tt,   welches   aber 

—  wo   die   form   nicht   später   als  starktonige  gebraucht  wird 

(wie  mitt  u.  s.  w.,  s.  oben  a)  —  nach  §  225,  5  zu  t  verkürzt  worden 

ist,  z.  b.  ntr.  bundit,  -et  zu  hundimi,  -enn  gebunden,  hceit)it,  heilet 

zu  hceit)inn,  heibenn  heidnisch,  et,  it  {^oi.  jainata)  'das'  (als  artikel); 

auch  in  lehnwörtern  wie  z.  b.  klemezmessa  missa  Clementis. 

Anm.  2.  Nicht  durch  synkope  entstandenes  nt  kommt  wol  nur  in 
einigen  lehnwörtern  vor,  sowie  in  2.  sg.  prät.  ind.  wie  kannt  kannst,  mant 
erinnerst  dich,  mant  wirst  u.  dgl.  formen,  die  nach  1.  3.  sg.  kann, 
man  u.  s.  w.  neugebildet  sind. 

3.  nk  (altes  oder  nach  §  180  aus  ng)  >  kk,  z.  b.  drekka 
trinken,  brekka  brink,  ekke  (ags.  inca)  schmerz,  rekkr  (ags. 
rinc)  mann,  sf)kkua  sinken,  pokke  (agutn.  punki)  wolwollen, 
okkarr  (got.  ugkar)  uns  beiden  zugehörig,  pykkia  dünken, 
stfikkua  (aschw.  stiunka)  springen,  {h)r/)kkua  (vgl.  aschw.  rynkia) 
zurückweichen,  kUkkua  (dän.  klynke)  stöhnen,  dffkkr  (afries. 
djunk)  dunkel,  /ikkr  (lat.  inguen)  schwulst,  ykkarr  (got.  igqar) 
euch  beiden  zugehörig,  œkkia,  ekkia  (aschw.  amkia)  wittwe, 
bœkkr,  bekkr  bauk,  lœkkr,  lilekkr  (aschw.  lamker)  fessel,  pakka 
danken,  blakkr  (ahd.  blanch)  blass,  pœkkia,  pekkia  (got.  pagkjan) 
gewahr    werden,    ok(k)la    (ahd.    a.nchläo\    vgl.    aschw.    ankul) 


il6  §  208.    Regressive  assimilation. 

knöcbel  am  fuss,  makke  (schw.  manke)  wampe  u.  a.;  (mit  nk 
aus  ng)  prät.  stakk  zu  stinga  stechen,  sprakk  zu  springa  zer- 
springen, gekk  zu  ganga  gehen,  hekk  zu  hanga  hängen,  fekk 
neben  pl.  fengom  zu  fá  bekommen  u.  dgl.  Auch  bei  alten 
lehnwörtern  tritt  assimilation  ein,  z.  b.  akkere  anker,  Frakkar 
{Frankar)  Franzosen,  lieber  die  behandlung  eines  durch 
Synkope  entstandenen  nk  s.  §  239,  1. 

Anm.  3.  ixk  ist  (ausser  in  lehnwörtern  wie  krankr  krank  n.  a.) 
äusserst  selten,  z.  b.  hpnk  lienkel,  hanke  haspen,  die  wol  darauf  beruhen, 
dass  die  gruppen  m]),  nt,  nk  einstweilen  vor  nebentonigem  vokal  un- 
assimiliert  blieben;  also  z.  b.  einst  ^hgkk,  gen.  hankar  u.  dgl.,  was  zu  ver- 
schiedener ausgleichung  anlass  geben  konnte  (s.  weiter  Noreen  im  Grund- 
riss  I,  461). 

Anm.  4.  Beispiele  einer  assimilation  mb  ==-  hb  sind  vielleicht  klubba, 
klumba  keule,  kubbr,  kimibr  klotz;  vgl.  dagegen  kamb  kamm,  lanib  lamm, 
vpmb  bauch  u.  a. 

4.  7il  >  //  wahrscheinlich  nur  unmittelbar  vor  urspr.  haupt- 
tonigem  vokal,  z.  b.  œlUfu,  ellefo  (got.  ainlif\  vgl.  §  51,  1,  a)  elf, 
mullaug  (mit  urspr.  haupttoniger  ultima)  neben  mun(ä)laug 
Waschbecken  zu  mund  band,  lieber  die  behandlung  des  nl 
nach  haupttonigem  vokal  s.  §  239,  2. 

§  208.  /íð,  iin  (urgerm.  2Ö\  zii)  werden  zu  (ðð,  woraus  nach 
§  183,  1,  a)  dd,  resp.  nn,  z.  b.  gaddr  (got.  gazds)  stachel,  liodd 
(got.  huzd)  hort,  rodd  (got.  razda)  stimme,  oddr  ort,  spitze, 
broddr  (ahd.  brort)  spitze,  isl.  gredder  einer  der  zu  speisen 
giebt  (vgl.  ags.  gereordian  speisen);  rann  (got.  razn)  haus, 
granne  (got.  garazna)  nachbar,  <mn  (ahd.  (iran\  vgl.  got.  asans) 
Jahreszeit  für  feldarbeit,  {h)rpnn  (ags.  hcern)  woge,  luennr,  tuinnr 
i^ltvizn-^  lat.  hlni  aus  *d?pisn-)  doppelt,  prennr,  þrinnr  dreifach, 
fonn  (lit.  pusriis)  schneefeld.  Ueber  die  scheinbaren  ausnahmen 
ia)m  eisen  und  prät.  œirt5i,  eirt)e  (aschw.  edde)  zu  œira,  eira 
(aschw.  edha)  gefallen  s.  Noreen,  Arkiv  IV,  110  note  und  V, 
394  note. 

Anm.  1.  Diese  assimilation  muss  sehr  früh,  vor  dem  eintritt  des 
Ä-umlautes  (ob  auch  vor  dem  Übergang  2^  ==>  7^?),  durchgeführt  worden 
sein;  sonst  würde  man  ja  Ä-umlaut  des  vorhergehenden  vokals  (§08) 
finden. 

Anm.  2.  Ueber  eine  —  vielleicht  schon  urgerm.  —  assimilation 
zl  ===-  II  in  knylla  schlagen  zu  knosa  zerstossen,  {h)rolla  zittern  zu  {h)riósa 
schaudern  s.  Kluge,  Beitr.  VIII,  524.  Ob  hierher  auch  illr  bös  zu  air.  isel 
niedrig? 


§  209—211.     Regressive  assirailation.  117 

§  200.  lu  wird  in  der  vikiugerzeit  zu  //,  z.  b.  daller  (vgl. 
urn.  pl.  bohtriR  Tune)  toeliter,  rélla  richten,  nólt,  nålt  nacht, 
alla  acht,  måtla  mochte  u.  a.  m. 

Anm.  1.  Unerklärterweise  steht  í  statt  tt  in  gœta  hüten,  (jæta  auf 
die  weide  führen,  knés-böt  (vgl.  d.  bucht)  kniehöhle,  kœtc  lustigkeit,  frœta 
(gewölml.  fretta)  ausfragen,  þrœt{t)a  grollen,  prät.  þót{t)a  schien,  nit{t)a 
(vgl.  nœita,  neita)  verneinen,  süt,  sutt  gram  neben  sott,  söt  krankheit 
(s.  §  55  anm.  3).  Atian  achtzehn,  œtla  meinen,  rót{t)r  recht,  richtig, 
mät{t)egr  mächtig,  dót{t)er  tochter,  drót{t)enn  fürst  u.  a.  erklären  sich 
nach  §  224.    Ueber  iäta  :  iätta  s.  Lidén,  Arkiv  III,  238  f. 

Anm.  2.  Ob  seltene  Schreibungen  wie  reda  st.  retta,  magtiqr  st. 
mdttegr,  gcct  st.  gœt,  aktag  st.  attak,  pokt  st.  þótt,  freckt  st.  frctt,  lyridar 
st.  li/ritar  {^lijdrcttar)  eine  dialektische  ausspräche  des  alten  gutturals 
(noch  in  literarischer  zeit)  bezeichnen  oder  nur  Schreibfehler  sind,  bleibt 
unsicher;  vgl.  Bugge,  Arkiv  IV,  11 6  f.,  Wadstein,  s.  110,  Kock,  Undersök- 
ningar  i  sv.  språkhistoria,  s.  81  íf.  Noch  unklarer  sind  Schreibungen  wie 
lyriftar,  liriptar  (vgl.  typta  st.  tykta  züchtigen;  deutsches  lehnwort). 

§  210.     d  und  ð  werden   in    folgenden   fällen  assimiliert: 

1.  dt,  ddl  >  tl  ausnahmslos,  z.  b.  ntr.  hlinl  (aus  ^blínlt 
nach  §  223)  zu  hlindi'  blind,  fall  zu  fóddí^  geboren. 

2.  ð/  >  It  ausnahmslos,  z.  b.  ntr.  (jlatl  zu  glabr  froh,  golt 

zu  gót)7^.         ~~~  "  '  -^k^  kk'^. 

Anm.  1 .    Glatit,  goUt  u.  dgl.  in  späteren  hdschr.  sind  wol  nur  ety-    Myrrhk^Xi. 
mologische  Schreibungen.    Anders  Iloffory,  Arkiv  II,  31  note. 

3.  t)d  >  dd  (wo  nicht  association  hindert),  z.  b.  guddomr 
gottheit  zu  gu'(5  Gott,  hofoddukr  kopftuch  zu  hofoti  köpf. 

4.  ð/  >  //,  z.  b.  frilla  konkubine  zu  fri(5ill,  -eil  liebhaber, 

á  milli,  -e,  millum^  -om  neben  å  mehal  zwischen,  hrullaup  hoch- 

zeit   zu   hrvÅ)r  braut,   silla,  sibla   spät,   hrálla,   hrát)la  plötzlich, 

traulla  {irau()lega)  kaum,   {li)rapallegr  eilend  zu  {h)rapa<)r  eile, 

liuilla  wehklage   zu   kuit)a   ängstlich  sein,  die   personennamen 

Ilrolleifr  (anorw.  RoUce'ifr)^  {H)rollaugr  statt  '^Hrói)-lœifr,  -laugr, 

frolleikr  (St.  Hom.),  fröhlœikr,  -kikr  wissen.    Unter  —  noch  nicht 

bestimmbaren  —  umständen  bleibt  t)l,  z.  b.  /fyt^la  {eybla)^  ctila 

eidechse,  (ca)H,  eble  natur  u.  a.  m.     Vgl.  endlich  §  232  anm. 

Anm.  2.  ddl  ist  ebenso  zu  II  geworden  in  dem  eigennamen  isl. 
Olleifr  aus  Odd-lcifr. 

§  211.  Das  tönende  f  (íj)  kann  sich  einem  folgenden  b 
oder  tonlosem  /  assimilieren,  z.  b.  abbragt)  statt  afbra/ji)  das 
was  sich  vor  andern  auszeichnet,  abbindi,  -c  stuhlzwang,  abburt^r, 


118  §  212.  213.    Regressive  ussimilation. 

o/'burbr  Überlegenheit,  ohbældi,  -helde  {o/'bældi,  -beide)  Übermut; 
a/for  abreise.     Vgl.  Hoffoiy,  Arkiv  II,  9. 

§  212.  r  wird  im  isl.  und  vielen  anorw.  mundarten  in 
literarischer  zeit  in  folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  rl  >  II,  z.  b.  kall,  karl  alter  mann,  iall,  iarl  jarl,  valla, 
varla  kaum,  framalla,  framarla  weiter  vorwärts,  die  personen- 
namen  Þollcifr,  Þorlœifr  und  Þollákr,  Þorlákr,  u.  a.  m.  Bei- 
spiele kommen  schon  aus  dem  anfang  des  13.  jahrhs.  vor, 
s.  Gislason,  Njála  II,  435  íf. 

2.  rn  >  nu,  z.  b.  auorw.  bionn  (schon  im  Hoprekstad-buche 
vor  1300)  bär,  lionn  horn  st.  biorn,  horn,  pl.  pr  es  I  anner  {-arner) 
die  priester,  pdf  anner  die  päbste;  vgl.  J.  Storm  in  Norvegia  I, 
101,  124  note.  Im  isl.  ist  wol  die  assimilation  etwas  später 
eingetreten. 

3.  i^s  >  SS  (jedoch  —  der  association  wegen  —  nicht  wo 
s  der  flexionsendung  gehört),  z.  b.  foss,  fors  Wasserfall,  huœssu 
{/messa),  huœrsu  {huer so)  wie;  in  einigen  hdschr.  nur  wenn  n* 
antekonsonantisch  steht,  weshalb  ss  (nach  §  224)  zu  s  verkürzt 
wird,  z.  b.  fy{r)slr  erster,  væ{t^)sna,  ve{i^)sna  sich  verschlimmern, 
po{r)skr  dorsch,  bu{r)st  börste  u.  a.  m.  Die  assimilation  ist 
nach  ausweis  der  skaldenassonanzen  wenigstens  schon  um  1300 
da;  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  186. 

Anm.  1.  Hieraus  erklärt  es  sich  wol,  dass  man  (durch  umgekehrte 
Schreibung)  bisweilen  rs  statt  etymologisch  berechtigten  ss  geschrieben 
findet;  so  besonders  in  anorw.  hdschr. 

Anm.  2.  Ueber  eine  andere  behandlung  der  gruppen  rn,  rs  (und  rl?) 
im  ostnorw.  s.  §  195. 

§  213.     t  wird  in  folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  ik,  ttk  >  kk,  z.  b.  nœkkuœrr,  nekkuerr  (aus  "^ne-wœií-ek- 
hwœrr)  irgend  ein,  hnakke  (selten),  huaike  was  auch  immer, 
(vkki,  ekke,  clke  (selten)  nichts,  vekke,  vel{t)ke,  vceltke  nichts, 
acc.  sg.  m.  (schon  in  der  Flatdal -inschr.  um  1150)  almakkan 
(aus  -mäitkan^  §  184,  1,  a)  zu  alniátlegr  allmächtig,  isl.  Hrokkell 
(s.  §  183,  2,  e)  ein  personenname,  hlykk  (aus  hlýí-ek)  ich  be- 
komme, lekkat)  (aus  Iwl-ek-ai)  ich  lasse  nicht,  anorw.  vœkka 
(^vœika)  feuchtigkeit  u.  a.;  s.  Bugge,  Tidskr.  t  Phil,  og  Pæd. 
IX,  125;  Studier,  s.  137  note. 

2.  ts  {z)  >  SS  dialektisch  schon  um  1150,  allgemein  (wo 
nicht  association  hindert)  seit  um  1250,  z.b.  Gissurr  {Glzorr)^  þiassi 


§  2U.  Regressive  assimilation.    §215 — 217.   Progressive  assimilation.   HO 

(piazc),  þi^ióska  {þríózka  §  224)  widerspänstig-keit  u.  a.;  s.  Mogk, 
Anz.  f.  d.  A.  X,  ßß;  GislasoD,  Njála  II,  626  ff.;  Wadstein,  s.  119. 
§  214.     ggk  wird  kk,  z.  b.  hijkk  {Jnjgg  ek)  ich  denke,  pikkat 
i^pigg-ek-al)  ich  empfange  nicht. 

b)  Progressive  assimilation. 
§  215.  Ip,  np  werden_(vor  9QQ)  zu  //,  resp.  nn^  z.  b.  goll, 
gull  (got.  gulp)  gold,  hollr  (got.  hulp-s)  hold,  ællri,  cllre  (got. 
alpizd)  älter,  liallr  (vgl.  got.  halpei)  geneigt,  prat.  fell  (sehr 
selten;  gewöhnlich  felt,  dem  präs.  nachgebildet,  nach  §  180; 
vgl.  got.  faifalp)  zu  faldan  falten,  prät.  hell  {lielt,  s.  §  251,  2)  zu 
hal  da  halten,  prät.  olla  zu  valda  walten,  Ullr  (got.  wulpus\  vgl. 
urn.  Orvlpu-pewaR  Thorsbjærg)  uame  eines  gottes;  annar  (got. 
anpar)  ein  anderer,  ^/ma  (got.  finpaii)  finden,  munnr  (tuubr  §  201; 
got.  munp-s)  mund,  skinn  (vgl.  urn.  Ski[n]pa-leuDaii  Skärkind 
und  ahd.  scindan)  haut,  linnr  (ahd.  lint)  lindwurm,  ihina  (vgl. 
mild,  zinden)  flinte,  sinn  (vgl.  got.  sinp-s)  gang,  kijnnl,  -e  (got. 
kunpi)  kunde,  prät.  kunna  (got.  kunpa)  konnte,  prät.  U7i7ia  liebte, 
nenna  (got.  nanpjan)  wagen,  tonn  (vgl.  got.  lunpus)  zahn,  svhinr 
(svibr;  got.  swinp-s)  weise,  sumian  (ags.  sút5a7i)  von  Süden  her, 
^a?2?ir  (sabr;  ags.  ^öð)  wahr,  alunn^  olonn  (vgl.  ahd.  olunt)  eine 
fischart,  Ajvwrr  {*A?m7ión\  "^Arn-þórr)  ein  personenname,  sti7inr 
(stit)r\  ags.  íí^'ð)  steif,  u.  a.  m.  (vgl.  §  251,  2). 

§  216.  _/ð  wird  zu  tt  ausnahmslos,  z.  b.  alte  (got.  ahtudd) 
der  achte,  a//ß  i^atii)e)  seh  wert  zu  ætta  (etid)  hetzen,  prät.  holla 
(got.  botida)  büsste,  prät.  77iatta  (got.  matida)  speiste,  ga  f  tat  tu 
(aus  gaft-at-tiu)  du  gabst  nicht,  briöltu  {briöt  bu)  brich  (du), 
poltu  (aus  />óf/í]-a/-ði<)  obgleich  du,  littat  {litt  bat)  ein  wenig,  u.  a. 
(s.  Wadstein,  s.  115).  —  Ebenso  würde  dti  zu  ^í^  werden;  nach 
§  223  ist  aber  kürzung  des  dd  eingetreten,  z.  b.  prät.  veiida 
(aus  *wænd-ba)  zu  venda  wenden. 

§  217.  Die  gruppen  Ir,  7ir,  r  r,  sr  wurden  in  der  vikingerzeit 
fast  überall  zu  resp.  //,  7i7i,  rr,  ss  (woraus  später  oft  /,  7i,  r,  s, 
s.  §  223,  §  225,  5,  §  226).    Folgende  fälle  sind  zu  unterscheiden: 

1.  Wo  ein  langer  vokal  (oder  diphthong)  oder  ein  kurzer, 
schwachtoniger  vokal  vorhergeht,  tritt  assimilation  ein,  z.  b. 
stall  (got.  slöls)  stuhl,  hu'ill,  heilt  heil,  kœtill,  ketell  kessel; 
3.  sg.  präs.  sld7in  zu  skina  glänzen,  stcainrij  steinn  (urn.  stainaR 
Krogstad)    stein,    hœitinn,   heite7i7i    (urn.   haitinaR   Tanuni)    ge- 


120  §  217.    Progressive  assimilation. 

heissen;  nuerr  (iirn.  mar'iR  Thorsbjærg')  berühmt,  aur  r  sand, 
liamarr  bammer;  iss  eis,  8.  sg*,  präs.  øijss  zu  ausa  scböpfen, 
laiiss  (urn.  -laus R  Björketorp)  los,  ýmiss  wecbselnd. 

Anm.  1.  Statt  ss  tritt  um  1300  bei  adj.  auf -b' in  den  obliquen  kasus 
analogisches  sr  auf,  z.  b.  g.  pl.  vissa,  später  visra  (nach  gödra  u.  a.  formen 
gebildet)  zu  viss  weise,  g.  sg.  f.  i/niissar,  -srar,  dat.  sg.  f.  t/missi,  -e,  -sri, 
g.  pl.  ýmissa,  -sra. 

2.  Wo  ein  kurzer,  starktonig-er  vokal  vorhergeht: 

a)  Treten  rr,  ss  überall  ein,  z.  b.  barr  (vgl  got.  bariz-ehis) 
nahrung,  farre  (vgl.  nhd.  färse)  stier,  hyrr  günstiger  fahrwind, 
pur  r  (vgl.  got.  þaúrsus)  dürr,  vœrri,  verre  (vgl.  got.  vairsiza) 
ärger,  3.  sg.  präs.  f  ær  r,  ferr  zu  fara  reisen,  less  zu  lesa  lesen, 
yss  lärm,  Jnjss  getümmel,  gyss  spott.     Vgl.  §  226  anm.  2. 

b)  Dagegen  ist  //  verhältnismässig  selten,  z.  b.  fiall  feisen, 
3.  sg.  präs.  gæll,  geil  (und  gælr,  geir)  zu  gala  singen,  stell 
(und  sleh^)  zu  stela  stehlen,  skill  (und  skilr)  zu  skUia  scheiden, 
vill  (sehr  selten  vilr)  zu  villa  wollen.  Gewöhnlich  aber  steht 
//•,  z.  b.  3.  sg.  präs.  hylr  zu  hylia  hüllen,  selr  seehund,  inelr 
sandhaufe.  Der  grund  der  doppelheit  ist  unklar  (vgl.  Tamm, 
Beitr.  VII,  453;  Kock,  Svensk  akcent  II,  452  f..  Arkiv  VI,  52  f.). 

c)  nr  bleibt  unassimiliert,  z.  b.  suanr  schwan,  linr  mild, 
3.  sg.  präs.  vccnr,  venr  zu  vænia,  venia  gewöhnen,  u.  a.  m.  Nur 
scheinbare  ausnahmen  sind  solche  fälle,  wo  der  vorhergehende 
vokal  entweder  ursprünglich  lang  gewesen  ist,  z.  b.  hayin  er 
(§  114,  1),  henne  (gen.  hemiar)  ihr  (§  114,  7),  minn  mein,  Jnnn 
dein,  sin7i  sein  (§  114,  3);  oder  gewöhnlich  schwachtonig  ist, 
z.  b.  enn,  inn  (got.  jains)  'der'  (als  artikel),  hinn  jener  (auch 
als  artikel);  solche  formen  sind  also  nach  1  oben  regelmässig. 

3.  Wo  ein  konsonant  vorhergeht,  müssen  die  durch  assi- 
milation entstandenen  //,  n7i,  rr,  ss  zu  /,  n,  r,  s  werden 
(§  223),  z.  b.  iarl  (vgl.  urn.  erilaR  Kragehul,  Järsbärg,  Lind- 
holm) jarl,  {}i)rafn  (urn.  HarattanaR  Järsbärg)  rabe,  vakr  (urn, 
WakraR  Reidstad)  wachsam,  døl{t)r  (urn.  bohtriR  Tune)  töchter, 
þurs  riese,  lax  lachs. 

Anm.  2.  In  adj.  auf  -n  ist  in  den  obliquen  kasus  das  r  analogisch 
wider  hergestellt  worden,  z.  b.  gen.  sg.  f.  iafnrar  (nach  gótirar  u.  dgl.), 
dat.  sg.  f.  icifnre,  g.  pl.  iafnra  zu  iafn  eben.  Später  können  auch  der- 
artige formen  bei  adj.  auf  -s  vorkommen,  z.  b.  friáls{r)ar,  -{r)i,  -{r)a  zu 
fridls  freigeboren,  huass{r)ar,  -(r)i,  -{r)a  zu  Jiuass  scharf 

Anm.  3.     Ueber  die  Wörter  auf  -II,  -nn  s.  unten  4. 


§  218.    Progressive  assimilation.  ,  121 

4.  Eine  Sonderstellung  nehmen  die  Wörter  auf  -//  und 
-nn  ein: 

a)  Naeli  //  steht  fast  ausnahmslos  r,  was  sehr  wol  laut- 
gesetzlich  sein  kann  in  den  fällen,  wo  //  aus  Iþ  (§  215)  ent- 
standen ist,  z.  b.  hollr  hold,  ccllri,  eure  älter;  denn  in  dieser 
Stellung-  ging  r  (nach  §  206)  sehr  früh  in  r  über,  welches  nicht 
assimiliert  wird.  Aber  sonst  muss  wol  llr  auf  analogiebildung 
(statt  des  sehr  seltenen  //)  beruhen,  z.  b.  3.  sg.  präs.  fœllr, 
fellr  zu  falla  fallen,  allr,  gen.  pl.  altra  (No.  Hom.  1-nial  alld)^ 
gen.  sg.  f.  allrar  (St.  llom.,  Phicitiisdr.  und  No.  Hom.  je  1-mal 
«//ötr),  dat.  sg.  f.  allre,  ganz,  illr,  gen.  pl.  illra  (St.  Hom.  1-mal 
illa),  bös. 

b)  Nach  altem  nn  ist  r  assimilirt  in  minni,  -e  (got.  minniza) 
minder,  pl.  mcnn  (^mamiiR,  got.  mans)  neben  ?/iæ(^r,  met)r  (selten 
mennr,  §  201)  männer,  3.  sg.  präs.  brenn  (alt;  später  hrennr, 
hrebr)  brennt,  remi  (rewir)  rennt,  fiiesst;  sonst  steht  allgemein 
(analogisches)  72)ir  oder  (nach  §  201)  ð>,  z.  b.  hrunnr,  brutir 
brunnen,  7nat5r  (selten  mannr,  erst  spät  mann  nach  dem  acc.) 
mann,  u.  a.  m.,  s.  §  201.  Wo  aber  nn  aus  nþ  entstanden  ist 
(§  215),  steht  lautgesetzlich  ð>  oder  (analogisch)  mir,  weil  in 
dieser  Stellung  r  sehr  früh  (nach  §  206)  zu  nicht  assimilierbarem 
r  wurde,  z.  b.  su^r  (ags.  sú(5)  südwärts,  gut)r,  gunnr  (ags.  ^wð) 
streit;  jedoch  hat  man  neben  pl.  iœi)r,  tebr  (selten  iennr)  auch 
te7in  Zähne  (vgl.  sg.  lonn  neben  Hildet annr)^  neben  ut)r,  imnr 
(ags.  11(5)  woge  die  vielen  weiblichen  eigennamen  auf  -unn,  z.  b. 
Ihunn,  Þórunn. 

Anm.  4.  mr  ist  wol  nach  schwachtonigem  vokal  zu  mm  (woraus 
dann  nach  §  225,  5  m)  assimiliert,  wenigstens  kommt  im  No.  Hom.  lO-mal 
dat.  pl.  ollumm  neben  sonstigem  pllom,  alluni  'allen'  vor  (s.  Wadstein, 
s.  135),  Vgl.  dat.  pl.  tuceimr  {tiieimr)  zweien,  þrimr  dreien  mit  -mr  nach 
starktonigem  vokal  und  um.  ^estuniR  (Stentofta)  gasten  mit  noch  uu- 
assimiliertem  -niR.  —  Framm  (got.  franiis,  Sievers,  Beitr.  XV,  405  note) 
'hervor'  ist  wol  ursprünglich  nur  schwachtonig  gewesen  (daher  später 
frcmi  nach  §  225,  1  und  3),  dann  aber  auch  starktonig  gebraucht  worden. 

§  218.  Eine  eigentümliche  assimilation  von  anlautendem 
fv  mit  einem  vorhergehenden,  auslautenden  nasale  kommt  vor 
in  fallen  von  enklise  wie  isl.  (ßrom  megen  oder  megom  (statt 
vegoin)  zu  andern  selten,  bóöom  ni.  zu  beiden  selten,  ollom  m. 
zu  allen  Seiten  u.  a.;   dann   steht   megen,  megom  auch   in   aus- 


f 


122     §  219.    ProgT.  assimilation.     §  220.    Sonstige  konsonantendehnung. 

drücken,  wo  das  näcbstvorbergeliende  woit  nicht  auf  w  endet. 

In    derselben    weise    sind    die    (fast    ausscbliesslicb)    anorw. 

formen  mit,  met  neben  vit,  vel  'wir  zwei',  méi^  neben  ver  'wir' 

entstanden,  denn  diese  pronomina  standen  oft  unmittelbar  nach 

ihrem  verbum,  das  auf  -m  auslautet,  z.  b.  kalium  mér  wir  rufen. 

Hierher  auch  die  adv.  hinnig,  -eg  (oder  liinnug,  -og  §  127)  dort, 

panneg  {þannug,  -og\   auch  pinnig,  -eg,   vielleicht   nach   hinnig, 

-eg)  dorthin,   annanneg  anderswohin,   diö  aus  ^hinn-weg  u.  s.  w. 

entstanden  sind. 

Aum.  Gewissermassen  zu  vergleichen  ist  anorw.  acc.  sg.  Bótolfs 
soko  (sahi)  statt  vpkii  vigiliæ  S.  Botulplii  (vgl.  jedoch  Bötolfsoko  §  127). 
Üb  auch  for(r)ad  gefahrlicher  platz,  wie  Wadstein  (s.  133)  meint,  aus  */br- 
wa'd  (zu  vada  gehen)  entstanden  ist?  Vielleicht  sind  hier  zwei  urspr. 
verschiedene  Wörter  (vgl.  §  51,  1,  a)  mit  einander  zusammengefallen. 

§  219.  Id,  nd  werden  in  ostnorw.  mundarten  im  14.  jahrh. 
zu  U,  resp.  nn,  z.  b.  V esl  f  oll  {-fold),  Rangnill  (Ragnhildr),  hann 
(band)  band. 

Anm.  1.  Eine  assimilation  td  =^  tt  (vgl.  §  2 IG),  woraus  nach  §  223  t, 
zeigen  anorw.  Ortsnamen  wie  Aftalr  {*Aft-dalr),  Gœstalr  u.  a.  (s.  Fritzner, 
Ordbog  I,  236). 

Anm.  2.  mb  wird  nach  schwachtonigem  vokal  (vgl.  §  207  anm.  4) 
zu  mm,  woraus  nach  §  225,  1  m.  Beispiel  ist  nur  die  präpos.  umb  (alt  und 
dichterisch),  später  iimm  (anorw.  bald  nach  1200,  s.  Wadstein,  s.  135),  ge- 
wöhnlich um  um.     Vgl.  §  65  anm. 

2)   Sonstige  fälle  von  konsonantendehnung*. 

§  220.  Vor  einem  anderen  konsonanten  tritt  dehnung 
in  folgenden  fällen  ein: 

1.  Vor  konsonantischem  i  werden  (vor  900)  ^  und  k  nach 
kurzem  vokal  zu  {gg,  woraus  —  vgl.  ð'ð  >  dd  §  183, 1,  a  — )  gg, 
resp.  kk,  z.  b.  Iceggia  {leggia\  got.  lag  jan)  legen,  hyggia  (got. 
hngjan)  denken,  (ji)rijggr,  gen.  -iar,  rückgrat,  œgg  {egg),  -iar, 
schneide;  lykkia  schlinge  zu  lok  schluss,  hikkia  neben  grmj-,  greij- 
baka  hündin,  bœkh-  {bckkr) ,  gen.  -iar,  bach.  Weil  in  den 
meisten  fällen  nach  ^,  k  bald  kons.  /  stand,  bald  nicht,  ist 
sehr  oft  ausgleichung  eingetreten  —  bei  ^  gewöhnlich  zu 
gunsten  der  geminata  {gg),  bei  k  gewöhnl.  (besonders  im  isl.) 
zu  gunsten  des  kurzen  lautes  — ,  oder  auch  sind  doppelformen 
entstanden,  z.  b.  präs.  liggr  statt  (anorw.  nicht  seltenen)  ligr 
(aschw.  ligher,  got.  ligis)    nach    liggia   liegen,  pig{g)r  zu  piggia 


§  220.     KonsouanteudehuLiug  vor  kousonanten.  123 

cmpfang-en,  sœggia  {seggia)  neben  gewöhnlicherem  sœgia  (segia) 

sagen   nach   präs.  sœgir  {segcr)\  þœgía   {þegia,   selten  þeggia) 

schweigen    nach    präs.    þœgír    {peger);    pl.    Grlkklr ,  -cv    (und 

Grikkiar,    selten    G?ik(r,  -et^)     nach     gen.     Grikkia    Griechen, 

vrckkia   (vekkia)   neben   vœkia  (vckia)   wecken   nach   präs.   vækr 

{vekr\   anorw.  acc.  sg.  sœkkian   neben  isl.  sekian  zu  sœkr,  sekr 

schuldig,  anorw.  þœkkia  neben  isl.  þekla  decken  zu  þak  dach, 

anorw.  rœkkia   neben   isl.   rekia   recken,   isl.  (oft)  rckia   neben 

rekkla  bett   (vgl.   u.  a.   Bugge,    Beitr.  XIII,   171  f.,    Gislason, 

Njála  II,  352,  Annaler  f.  n.  0.  1860,  s.  329). 

Anm.  1.  In  literarischer  zeit  tritt  im  anorw.  (ziemlich  sporadisch) 
dehnung  auch  bei  n  und  t  (hier  auch  im  isl.  obwol  sehr  selten)  vor  kons. 
i  auf,  z.  b.  syiinia  weigern,  hrynnia  brünne,  vittia  besuchen,  aættia 
setzen,  sittia  sitzen  u.  a.  gleich  isl,  synia  u.  s.  w. 

2.  Vor  konsonantischem  u  (//')  wird  (wol  zur  selben  zeit) 
k  zu  kk,  z.  b.  slokkaa  auslöschen  zu  slo  kenn  erloschen,  nokkue 
nachen.  Oft  kommen  durch  ausgleichuug  doppelformen  vor, 
z.  b.  r.ok{k)ua  finster  werden,  r.ok{k)r  (got.  riqis)  finsternis, 
acc.  sg.  m.  kiäkuan  neben  seltnerem  kuikkuan  {kykkuan)  nach 
dat.  kuikum,  -om  zu  kuikr  lebendig,  nfik{k)uet^r  (vgl.  got.  naqaþs) 
nackt,  anorw.  präs.  vœkkir  zu  vøk{k)ua  zum  fliessen  bringen. 

3.  Vor  d  (nicht  ð)  werden  bald  nach  1200  /  und  n  ge- 
dehnt, z.  b.  hallda  (älter  halda)  halten,  prät.  fœllda,  fellda  fällte 
statt  fœlda,  f  elda  (aus  ^fœllba  nach  §  224,  §  183,  1,  b),  sellda 
aus  selda  verkaufte;  lannd  (älter  land)  land,  sen{ii)da  senden, 
prät.  ken{n)da  kannte.  Dagegen  z.  b.  prät.  valba  wählte,  vanöa 
gewöhnte,  woraus  später  valda,  vanda\  doch  kommen  im  anorw. 
auch  formen  wie  vallda  vor  (s.  Wadstein,  s.  134),  weil  hier  /ð 
weit  früher  (vor  1250,  s.  §  183,  1,  b)  als  im  isl.  zu  Id  wurde. 

4.  Vor  i  wird  zur  selben  zeit  /  gedehnt,  z.  b.  alU  aus  all 
(aus  *«///  nach  §  224)  alles,  part.  prät.  fœl{l)t,  fel{l)t  gefällt, 
sel{i)t  verkauft,  prät.  mœl{l)ia  sprach.  Doch  steht  z.  b.  valt  ge- 
wählt u.  dgl.,  mit  valha  (oben  3)  übereinstimmend. 

5.  Vor  /  werden  ^,  k  sporadisch  zu  {gg,  woraus)  gg,  resp. 

kk,   'L.  b.  mofj{g)lan  das  brummen,  pl.  mik{k)lir,  -er  zu  mikill,  -eil 

gross,  dat.  iok{k)li,  -e  zu  iokull,  -oll  eiszapfen  u.  a.;  vgl.  Gislason, 

Njála  II,  443,  Wadstein,  s.  134. 

Anm.  2.  Vor  r  werden  im  anorw.  (selten  im  isl.)  k  und  t  spo- 
radisch gedehnt,  z.  b.  blak{k)ra  flattern,  vak{k)r  wachsam,  gen.  pl.  spak{k)m 


124  §  221.    Konsonantendehmm^  nach  langem  vokal. 

zu  sjJdkr  weise;   bœt{t)ri  besser,    rit{f)ra  Weisheit,  präs.  ettar  (§  138,  b) 
statt  etr  zu  eta  (bisweilen  analogisch  etta)  essen.   Vgl.  u.  a.  Wadstein,  a.  a.  o. 

Anm.  3.  Vor  n  kommt  dehnung  sehr  selten  vor,  z.  b.  isl.  vit{t)ne 
zeuge,  Þöt{t)n  ein  ortsname,   nom.  pl.  m.  lyg{g)ner  zu   lygcnn  lügnerisch. 

§  221.  Nach  langem,  haupttonigem  vokal  mit  stark 
gesell  nitte  nem  accent  (s.  §  52,  1)  wird  schon  vorliterarisch, 
wofern  nicht  —  wie  oft  der  fall  ist  —  association  hindert, 
jeder  konsonant  gedehnt;  s.  Noreen,  Arkiv  VI,  319  ff.  (zum 
teil  anders  Kock,  ib.  VII,  334  ff.).     Die  fälle  sind: 

1.  In  ursprünglichem  (d.  h.  urnordischem)  auslaut,  z.  b. 
Partikel  wie  7nói{t)  neben  mote  gegen,  anorw.  tut  neben  út 
(nach  úti  draussen)  hinaus;  2.  sg.  des  starken  prät.  z.  b.  bióít 
wohntest,  hiott  hiebst  (selten  hiot,  hiot)  zu  1.  sg.  hiö,  hw\  2.  sg. 
imperat.  des  starken  verbums,  z.  b.  hldlt  opfere,  grått  weine 
(oft  hlöt,  gråt)  zu  blota,  grata-,  mit  kürzung  des  vokals  (nach 
§  114)  upp  (ahd.  üf,  ags.  úp)  'hinauf  neben  seltenem  úp  nach 
üpe,  -i  (gewöhnlich  uppi,  -e  nach  upp)  'oben',  brott  'weg'  aus 
^brót  i^braut  s.  §  117),  wol  auch  prät.  feil  fiel  aus  */V/  (ahd. 
fial)^  aber  het  (jedoch  hett  in  Elucidarius)  hiess,  let  Hess  u.  dgl. 
statt  Hett  (aschw.  lætt  neben  Icet)  nach  pl.  letum,  -om. 

2.  Wo  der  konsonant  durch  synkope  mit  dem  vokal  zu- 
sammentrifft, z.  b.  in  der  adj.-flexion  nom.  sg.  m.  grårr,  ntr. 
grått,  gen.  sg.  m.,  ntr.  grass,  f.  grårrar,  dat.  sg.  f.  grårre,  gen. 
pl.  grårra  grau,  kompar.  færre  weniger,  smcerre  geringer,  in 
der  subst. -flexion  gen.  sg.  ntr.  véss,  buss  zu  vé  heilige  statte, 
bú  Wohnung;  ferner  z.  b.  sék{k)a  aus  '^sé-{e)k-a  sehe  nicht, 
åk{k)a  ich  habe  nicht  u.  a.  —  Vgl.  dagegen  acc.  sg.  m.  grån, 
dat.  sg.  m.,  dat.  pl.  grom  grau  u.  dgl.  ohne  dehnung  des  kon- 
sonanten, weil  die  formen  nicht  synkopiert,  sondern  aus  (noch 
literarisch  bezeugten)  gråan,  gråum  kontrahiert  sind. 

Anm.  1.  Bei  r  ist  die  dehnung  noch  nicht  in  den  ältesten  hdschr. 
durchgeführt,  also  z.  b.  grár  (auch  später  häufiger  als  grárr),  grdrar,  -rc, 
-ra,  f  ære,  smœre  u.  a. 

Anm.  2.  Von  komp.  adv.  wie  ncérr  aus  nær  (got.  nehis)  ist  wol  -rr 
neben  -r  analogisch  übertragen  worden  in  formen  wie  optar{r)  'öfter', 
netSar{r)  'weiter  unten'  u.a.,  entsprechend  den  got.  adv.  auf-ös.  Ebenso 
stammt  wol  das  schon  in  einigen  der  ältesten  hdschr.  alternativ  vor- 
kommende -rr-  der  unsynkopierten  formen  des  pron.  sei  'der'  aus  der 
adj.-flexion,  also  þæir{r)ar,  -r(r)i,  -r{r)a,  isl.  þcir{r)ar,  -r{r)e,  -r(r)a  nach 
grdr{r)ar  u.  s.-w.  Nach  derselben  analogie  entstehen  ferner  zum  pron. 
sid  'dieser'  þessar{r)ar,  -ar{r)e,  -ar{r)a  statt  pessar,  -se,  -sa. 


§  222.    Konsonantendehnung.    §  223.  224.   Konsonantenkürzung.      125 

3.  In  der  kompositionsfnge,  wo  ein  auslautender,  langer, 
stark  geschnittener  vokal  mit  dem  anlautenden  konsonanten 
eines  unbetonten  zusammensetzungsgliedes  zusammentrifft,  z.  b. 
isl.  Hlórrit)e,  Hlorribe  (vgl.  ags.  hlowan  brüllen)  name  des  donner- 
gottes,  totlogo,  tuttngu  (vgl.  gr.  óœ-óexa  u.  a.)  zwanzig,  þrellán 
(ahd.  drl-zehan)  dreizehn,  alle  mit  nach  §  114  gekürztem  vokal. 

§  222.     Unklar  ist   der  grund  der  dehnung  in  dem  auch 

sonst  nicht  ganz  klaren  worte  i^ass  (neben  ars)   arsch;  ebenso 

bei  dem  auslautenden  -pp  statt  -p  im  anorw.  Cod.  Tunsbergensis. 

Anm.  1.  Einige  unklare  fülle  von  tt  statt  t  s.  bei  Falk,  Arkiv  V, 
121  f.    Ueber  sneyn{m)a,  snim{m)a  u.  a.  dgl.  s.  §  139,  2,  §  252,  2. 

Anm.  2.  Was  bedeutet  die  doppelschreibung  eines  konsonanten 
nach  l,  n,  r  in  der  anorw.  Barlaams  saga,  z.  b.  hirtta  offenbaren,  endda 
enden,  halldda  halten;  nach  f,  g,  r  in  der  Flateyjarbók;  eines  l  nach  r 
und  eines  n  nach  f,  g,  r  im  anorw.  Cod.  AM.  655,  IX,  B,  4"  und  Cod. 
Holm,  der  Olafs  saga  helga  (vgl.  Brenner,  Beitr.  X,  436fif.)?  Wahrschein- 
lich ist  hier  eine  dialektische  dehnung  anzunehmen,  denn  eine  solche 
scheint  in  entsprechenden  fällen  im  aschw.,  wie  sicher  in  nschw.  diall., 
vorzuliegen  (vgl.  Kock,  Skandinavisches  Archiv  I,  54  if.). 

B.    Kürzung. 

§  223.  Nach  einem  anderen  konsonanten  wird 
geminata  verkürzt,  z.  b.  ntr.  hiint  (aus  ^blintl  §  210,  I;  got. 
blindaid)  blind,  prät.  venda  (aus  ^vændda,  -dba  §  216,  1)  zu  venda 
wenden,  ntr.  huári{t)uœggia,  -{i)uegg'ia  jedes  von  beiden,  karl 
(^karll,  ^karlR  §  217,  3)  alter  mann,  botn  (^botnn,  %olnR)  boden, 
lax  (^lakss,  "^laksR)  lachs,  hiarne  i^hernne,  "^lierRne  §  208;  vgl. 
Marse  Scheitel)  hirn,  þorna  i^þorRna,  vgl.  got.  þaúrsus)  dorren. 

§  224.  Vor  einem  andern  konsonanten  sind  schon 
vor  1200  alle  geminaten  —  wenigstens  in  der  schrift  —  ver- 
einfacht worden,  ausser  //,  mm,  nn,  rr  vor  l,  m,  n,  r  und  gg, 
kk  vor  kons,  i,  v.  Doch  ist  schon  in  den  ältesten  hdschr. 
diese  regel  durch  analogische  ausgleichung  vielfach  durch- 
brochen worden  (so  wie  durch  die  in  §  220  erwähnten  späteren 
dehnungen).  Beispiele  des  alten  Verhältnisses  sind  u.  a.  {h)látr 
(ahd.  hlahtar)  gelächter,  nœtr  (sg.  nótt)  nachte,  dúlr  (selten  dólh^) 
töchter,  vál{l)r  zeuge,  slálr  schlachtfieiscli,  látr  ruhestätte  der 
Seehunde,  vetr  winter,  cclla  {^ahlUfm,  vgl.  ahd.  ahiön)  die  absieht 
haben,  áliún    (zu  Ulla  acht,   also  eigentlich  *átí-lián)  achtzehn, 


126  §  225.    Konsonantenkürzung. 

Uætlingr  (kelUngr^  jiiüg-e  katze  (zu  kolir  katze),  Oikell  (^Odkell, 
"^Oddkelí),  lAtle  (vgl.  got.  Atíilaf),  œtki  {etki)  nichts  (zu  œitt,  eití 
ein),  vetke  gar  nichts  {*wétí-gi,  vgl.  ahd.  wihf),  broifall  (§  186) 
fallsucht,  miskunn  barmherzigkeit  (zu  präfix  miss-),  gkla  (ahd. 
anchläo)  fussknöchel,  gugna  verzagt  werden  (zu  gugginn,  -enn 
verzagt),  vgla  eule,  skygna  i^skuggwinön)  spähen,  galdr  {*gabl- 
§  249,  3,  zu  gaddr)  fusstapfen  im  schnee,  ntr.  purt  zu  þurr 
dürr,  prät.  kipia  zu  kippa  rücken,  apr  (aschw.  amper)  bitter. 
Vgl.  Hoifory,  Arkiv  II,  38  íf.,  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  61  if.,  Wad- 
stein, s.  127  if. 

§  225.  Nach  schwachtonigem  vokal  tritt  regelmässig 
kürzung  ein,  doch  zu  sehr  verschiedenen  zeiten  in  verschiedenen 
fällen,  je  nachdem  ein  ursprünglich  starktoniger  vokal  früher 
oder  später  schwachtonig  wird.     Beispiele  sind: 

1.  Enklitische  und  proklitische  Wörter  (von  denen  die 
meisten  natürlich  auch  oft  haupttonig  vorkommen,  dann  fast 
immer  mit  erhaltener  geminata),  z.  b.  e(>a  oder,  me'^an  während, 
sitiati  seit  (vgl.  über  diese  drei  §  186),  pikia  (hauptt.  pijkkia, 
vgl.  §  126)  scheinen,  ek{k)e  nicht,  os{s)  uns,  kan{n)  kann,  han{n) 
er,  hiniyi)  der  (als  artikel),  en{n)  noch,  pan{n)  den,  huœr{r), 
huer{r)  jeder,  pes{s)  des,  um  {umm,  umh  §  219  anm.  2)  um, 
hin{n)ig,  -eg  dort,  pan{n)eg  dorthin,  ?;//(/)  will,  anorw.  nok{k)or{r) 
irgend  ein,  isl.  pes{s)a  dieses,  -er  (gen.  sg.  u.  pL),  sin{n),  sii{i)  sein. 

2.  Schwachtonige  Vorsilben  einfacher  Wörter,  z.  b.  teningr 
(mit  haupttoniger  pænultima  tenningr,  s.  §  51,  1,  b)  Würfel, 
pen{n)ingr  pfennig,  pre(n)ning  dreieinigkeit,  ke(n)mng  poetische 
umschieibung,  mi(n)ning  erinnerung. 

3.  (Ursprünglich)  schwächt,  erste  Zusammensetzungsglieder 
(s.  §  51,  1,  a),  z.  b.  forynia  vorbote,  fo{r)rat^  gefährlicher  platz, 
Verderb,  puritir  ein  wei  bern  ame,  ió(d)dís  (§  137  anm.  2)  milch- 
schwester,  or  osta  (und  or  ros  (a  §  127)  kämpf,  fósystir,  -er  aus 
*/ós{í)sysíir  und  dies  aus  fost {7')sys tir,  -er  (vgl.  §  245,  9  und  10) 
pflegeschwester,  Gubormr  [GuKormr,  vgl.  §  186),  anorw.  hœrat) 
neben  pl.  hœj\r)oti  bezirk. 

4.  Schwachtonige  zweite  Zusammensetzungsglieder,  z.  b. 
vinát{t)a  freundschaft ,  miskun{n)n  barmherzigkeit,  œmbœl{l)e, 
embœi{t)e  amt,  dienst,  ^yvit  (eyveí),  -ar,  -u  {-o)  nichts  zu  vétir 
wicht,  ding,  lýritr  (acc.  iýrit)  gesetzliches  verbot  zu  réítr  recht. 


§  220.    Konsouantenkürzung.  127 

5.  Scliwaclitonig-e  ableituDgs-  und  enduDgssilbeu,  z.  b.  dat. 
sg.  m,  hlindum,  -om  (got,  hUndamma)  blindem,  dat.  pl.  oUom 
{ollumm  §  217  anm.  4)  allen,  nom.  acc.  sg.  ntr.  hundit,  -et  i^bundint 
§207,  2,  b)  gebunden,  kallat  (^kallat^t  §  210,  2)  gerufen,  hofo{d)- 
dxikr  aus  iiofiu^-dükr  (§  210,  3)  kopftuch.  Nach  langem  vokal 
(auch  wo  dieser  schon  in  der  ältesten  literatur  verkürzt  worden 
ist)  und  wo  die  geminata  verhältnismässig  spät  entstanden  ist, 
bleibt  sie  einstweilen,  z.  b.  gen.  sg.  hirt^iss,  -ess  (vgl.  þess,  huess) 
zu  hirbir,  -er  (got.  hair  deis)  hirt,  koll  ót  ir  kahl,  kœtill,  ketell  kessel, 
gen.  sg.  kyrennar  der  kuh  u.  dgl.  Später  kann  die  geminata 
auch  in  diesen  fällen  verkürzt  werden;  im  isl.  kommt  dies  nur 
ziemlich  sporadisch  vor,  z.  b.  anyiar{r)  anderer,  dröiienin)  herr 
u.  dgl.  in  St.  Hom.  (andere  beisp.  bei  Gislason,  Njála  II,  628  íf.), 
aber  im  anorw.  (bes.  ostnorw.)  ist  diese  kürzung  nach  1200 
ganz  regelmässig,  z.  b.  nokkorif)  irgend  ein,  krislin{n)  kristen, 
dreperi(n)  getötet  (Tüb.  bruchst.),  gamal{l)  alt,  annar{r)  anderer, 
gen.  pl.  /i'ugur{r)a  vier  (Cod.  Tunsberg.),  mykii{l)  gross,  hlmin{n) 
himmel,  ambói{i)  dieustmagd  (No.  Hom.;  weitere  beisp.  bei 
Wadstein,  s.  130  ff.),  gen.  pl.  ýnns{s)a  zu  ýmis{s)  wechselnd, 
der  suffigierte  artikel  -en{7i),  -in{n),  gen.  f.  sg.  -en{n)ar, 
-in{ii)ar  u.  s.  w. 

Anm.  1.  Anders  zu  beurteilen  sind  fälle  wie  z.  b.  die  namen 
IIdkiin{n),  -on,  Audiin{n),  -on{n)  und  das  urspr.  2-silbige  (s.  §  179)  [^n{n), 
An{n),  wo  auch  in  isl.  hdschr.  -n  häufiger  als  ~nn  ist.  In  jenen  formen 
fehlt  nämlich  die  nominativendung  (vgl.  vin,  son,  mun  neben  vinr  freund, 
sonr  söhn,  miinr  sinn  u.  dgl.) 

Anm.  2.  Die  oben  erwähnten  kürzungen  können  auch  dann  ein- 
treten, wenn  die  geminata  aus  dem  auslaut  eines  Wortes  und  dem  anlaut 
eines  folgenden  besteht,  z.  b.  þákua{ti)  ^at  Blindr  'dann  sprach  so  B.', 
drepi{t>)  d'd  tötet  sie,  pykki  tSér  aus  ^ þykkiti  (got.  þugkeiþ)  der  (per)  'es 
scheint  dir',  fí(ð")  Öat  {at  pat,  s.  §  192,  §  176)  'dass  es',  tóko{m)  mér  (mit) 
'wir  (zwei)  nahmen',  pœi{ni)  mon  'in  dem  masse',  vé{r)  röm  aus  vér  erom 
(§  135  anm.  2)  'wir  sind'. 

§  226.  Nach  langem  starktonigen  vokal  (oder 
diphthong)  wird  auslautende  geminata  in  isl.  hdschr.  nur 
ganz  ausnahmsweise  (sporadisch)  verkürzt,  z.  b.  piönin) 
knecht,  3.  sg.  präs.  skin{n)  leuchtet,  is{s)  eis,  laus{s)  los,  vis{s) 
weise,  3.  sg.  präs.  frýs{s)  friert,  slól{í)  stuhl,  sœl(l)  glücklich, 
heil{i)  gesund,  piór{?-)  stier,  skir{r)  klar  u.  a.  schon  um  1200 
(s.  Gislason,  a.  a.  o.),  fälle  die  wol  sämmtlich  auf  Übertragung 
aus  formen  mit  lautgesetzlich  einfachem  konsonanten  (wie  acc. 


128  §  227.  228.    Konsonantenschwund  im  anlaute. 

sg.,  1.  sg.  präs.  11.  dgl.)  beruhen    können.     Dagegen  in  anorw. 

(bes.  ostnorw.)  hdscbr.  ist  diese  kürzung  durcbaus  regelmässig 

(s.  Wadstein,  a.  a.  o.),   z.  b.  ntr.  brat  zu  b?m(^r  hastig   (aber   sali 

zu    sat^r   wahr),    vis   weise    (aber   koss   kuss),    krös    (vgl.   ahd. 

chrüzf)  neben  kross  kreuz. 

Anm.  1.  Ueber  das  unklare  intervokalische  t  sta.it  tt  aus  ht  s.  §  209 
anm.  1.  Ueber  sonstige  fälle  von  Vereinfachung  intervokahscher  geminata 
nach  langem  vokal  s.  Wadstein,  s.  120. 

Anm.  2.  Fälle  wo  eine  geminata  nach  kurzem  starktonigen  vokal 
verkürzt  worden  zu  sein  scheint,  beruhen  wol  auf  analogischer  Über- 
tragung, z.  b.  .3.  sg.  präs.  selten  skil,  fœr  {fer),  les  statt  sJcill  (skih') 
scheidet,  fœrr  (ferr)  fährt,  less  liest,  wol  durch  entlehnung  aus  der  1.  sg. 
präs.  Unklar  bleiben  kysa  (so  immer  in  St.  Hom.)  neben  kyssa  küssen, 
þaka  (so  immer  in  Cod.  AM.  045,4")  neben  pakka  danken. 

IV.    Uebrige  lautgesetze  der  konsonanten. 

A.  Wegfall  von  konsonanten. 
1)  Im  anlaute. 
§  227.  Wo  durch  synkope  einer  unbetonten  vorsilbe 
(§  131)  eine  unaussprecbbare  konsonantengruppe  entstehen 
sollte,  schwindet  der  anlautende  konsonant,  z.  b.  &^<rð>  aus 
'^g{a)fjurbiR  (got.  gahaúrþs)  geburt  u.  a.  Vgl.  prät.  suceip  (sueip) 
aus  '^s{é)srvaip  einhüllte  u.  dgl. 

§  228.  w  ist  schon  vorliterarisch  in  folgenden  fällen  fort- 
gefallen : 

1.    Vor  0,  ó,u,  Ú,  y,  tj,  fí,  6,  vor  /  und  vor  r,  wenn  einer  der 

w-  ÖTvi .  genannten  vokale   darauf  folgte   (s.  Bugge,  Ant.  Tidskr.  f.  Sv. 

^  Ihk      .      X,  265),  schon  um  800,  z.  b.  3.  sg.  präs.  orte  (schon  Sölvesborg 

.dv -fi)u^e<  ?tfe  urli,   got.  rvaurlüd)  machte,    ormr   (got.  waúrms)  schlänge,    ort) 

íXmI  Ca^  (?t(cU  wort,    Obenn   (ahd.  Wuolan)   vater   der   gotter,    ull   (got.  ivulla) 

ituhU)  wolle,    iil/r   (noch  Räfsal  gen.  -wulfs)  wolf,    opa   (got.  wöpjan) 

csßxtcleU         schreien,    yrlda  (got.  waúrkjari)  machen;    lilr  (got.  wlils)  färbe, 

Uta  (ags.  wlilan)  sehen,   hmdr  hain   (Lidén,  Beitr.  XV,  521  f.); 

rola    (ags.   rvrolaii)    aufwühlen,    rogia    (as.    rvrögian)   vorwürfe 

machen,  rag  streit,  ros  kenn  (zu  got.  gawrisqan)  gereift. 

Anm.  1.  Nachdem  w  zu  v  geworden  ist  (§  194,  §  197),  kann  der 
in  vielen  Wörtern  bestehende  Wechsel  zwischen  formen  mit  und  ohne 
V  in  der  weise  beseitigt  werden,  dass  v  überall  eingeführt  wird,  z.  b. 
vinna  ausfüliren,  prät.  vann,  pl.  unniim,  -om,  später  vunnum,  part.  prät. 
unninn,  -enn,  später  vunninn;  part.  prät.  ordenn,  später  vor'd'inn  zu  verÖa 


§  229.    Konsonantenschwund  im  anlaute.  129 

(anorw.  vœrd'a)  werden ;  prlit.  óx,  später  vóx  zu  vaxa  wachsen.  Beispiele 
zeigen  sich  gegen  das  ende  des  13.  jahrhs.,  am  frühesten  in  anorw.  hdschr., 
dann  aber  auch  in  isl.  hdschr,,  wo  aber  diese  erscheinung  immer  ziemlich 
selten  bleibt. 

2.    Später  aucli  vor  r  in  den  übrigen  Stellungen,  z.  b.  ræit5r, 

reibr  (aschw.  vreþer)  zornig,   reka  (aschw.  vrceka,    got.  rvrikan) 

treiben,  rangr   (asebw.  vranger,    engl,  wrong)  falsch,   rata  (got. 

wratön)  wandern,  rist  (schwed.  vrist)  rist,  risi,  -e  (vgl.  as.  rvrisi- 

lík)  riese,   rit5a   (aschw.  vrtþa,   ags.  wriban)  dreben,   riia   (ags. 

Tvritan)  schreiben,  rát5e  (vgl.  ags.  wré(3,  got.  rvreiþus,  d.  b.  "^wreþus) 

ferkel. 

Anm.  2.  Noch  im  10.  jahrh.  ist  w  in  dieser  Stellung  nicht  fort- 
gefallen, wie  bewiesen  wird  durch  gedichte,  die  zu  dieser  zeit  verfasst 
worden  sind,  wo  Wörter,  die  später  mit  r  anfangen,  durch  die  alliteration 
mit  solchen  Wörtern  verbunden  sind,  wo  iv  als  v  auch  später  bleibt;  z.  b. 
þrymskuíða:  [TTJmðr  vas  (pd)  Vingpórr,  es  (hann)  vahiad'e,  u.  a.  Noch 
später  als  auf  Island  schwand  iv  in  Norwegen,  und  hier  später  im  süden 
(wo  noch  heute  tvr  als  vr  in  vielen  dialekten  herrscht)  als  im  westen  und 
norden. 

Anm.  3.  In  anorw.  hdschr.  seit  dem  13.  jahrh.  kommt  es  einigemal 
vor,  dass  statt  Wegfall  von  iv  metathesis  von  lu  und  r  eingetreten  ist, 
z.  b.  ruœidi  (gewöhnlich  rœidi)  zorn.  Auch  giebt  es  in  der  isl. -anorw. 
literatur  einige  seltene  fälle,  wo  nicht  w  sondern  r  fortgefallen  ist,  z.  b. 
vd  (sehr  selten;  gewöhnlich  rq,  ró,  rd]  aschw.  vrä)  winkel,  -yeina  wiehern 
(vgl.  aschw.  vrenskas  wiehern,  isl.  reine  hengst),  veit  (neben  reitr,  aschw. 
vreter)  streifen,  vangr  (gewöhnl.  rangr,  aschw.  vranger)  falsch.  Vgl. 
Noreen,  Arkiv  VI,  303. 

§  229.  Im  anorw.  schwindet  h  (d.  b.  tonloses  /,  n,  r, 
s.  §  177,  2)  schon  vorliterariscb  vor  /,  n,  r,  z.  b.  lutr  (isl.  hlutr) 
teil,  niga  (isl.  Imiga)  sich  neigen,  rœinn  (isl.  hreinn)  rein. 

Anm.  1.  Die  alliteration  der  ältesten  anorw.  gedichte  zeigt,  dass 
im  10.  und  11.  jahrh.  h  noch  dawar;  andererseits  fehlt  es  bei  Theodoricus 
Monachus  (um  1175).  In  dem  dialekt  der  Orknöer  bUeb  es  wenigstens 
bis  ins  13.  jahrh.  (s.  Vigfusson,  Eyrbyggja  S.,  s.  XXXV). 

Anm.  2.  Auch  in  isl.  hdschr.  des  13.  und  14. jahrhs.  finden  sich 
einige  beispiele  von  dem  wegfall  des  li  vor  Z,  n,  r  (s.  z.  b.  Bugge,  Norr. 
Fornkv.,  s.  XII  und  446;  Gering,  Isl.  Æveut.  I,  XX). 

Dagegen  fehlt  sporadisch  —  sowol  in  isl.  als  anorw. 
hdschr.  —  anlautendes  h  vor  vokalen;  so  z.  b.  oft  in  St.  Hom., 
in  Agrip  u.  a. 

Anm.  3.  Dieser  Unsicherheit  des  anlautenden  h  verdankt  wol  das 
bisweilen  zugesetzte  unetymologische  h  (§  247,  4)  sein  dasein. 

Noreen,  Altsl.  gramm.    2.  aufl.  O 


130     §  230.   Kons.-schwimd  im  anlaute.    §  231.  232.   Im  in-  und  ausl.:  fi,  ð, 

§  230.  ^ei^  1300  schwindet  im  isl.  g  vor  n,  z.  b.  Jji}naga 
nagen,  {g)neisti  funke. 

Anm.  Die  schon  früher  (und  auch  anorw.)  auftretenden  nógr  hin- 
reichend, Uhr  gleich  neben  älteren  gnögr,  glikr  sind  wol  selbständige 
bildungen  ohne  das  präfix  ;^a-. 

2)  Im  in-  und  auslaute. 
§  231.  f)  ist  —  wo  nicht  association  hindert  —  vor- 
literarisch vor  21  (ehe  dies  synkopiert  wurde)  geschwunden, 
z.  b.  bión^  (ags.  oeofor)  biber,  hlörr  (lat.  fíbrd)  streifen,  taur 
^lauDur,  vgl.  ahd.  zoubnr)  neben  gewöhnlicherem  taufr  (nach 
den  synkopierten  kasus)  Zauberei,  haukr  (ahd.  habuh,  ags. 
heofoc)  habicht,  niöl  (ags.  nifol,  ahd.  nehul\  vgl.  isl.  nifl  aus 
'^nfoil)  finsternis,  siau  sieben,  Ghi/d,  -e  (^GiDuki,  vgl.  ahd.  Gihihho) 
ein  Personenname,  lörvik  (aus  ags.  Eoforrvic)  York,  ýrinn,  -enn 
{^a\)urlnR,  Vgl.  ahd.  uhur^  neben  yfrinn,  -enn  überschüssig,  zahl- 
reich, siöle  (vgl.  mhd.  un-sivel  unfreundlich)  eine  benennung 
des  fürsten,  anorw.  (selten)  œllbiftí  (kontaminiert  aus  "^œlliu  = 
œll'rfu  elf  und  ccllifti)  elfte,  Jianss  schädel  (zu  hofo(5,  liafu(5 
köpf),  präfix  au-  {^alm-,  gr.  anv  =  ajio)  ab-  in  anvirt)  (ags. 
æfnnjrd)  verächtlicher  mensch,  aukuisl,  -e  entarteter  mensch, 
aulancle  landflüchtiger,  auvisU,  -e  schade,  präfix  aur-  (ahd.  abur- 
zurück,  gegen)  in  aurkunnask  entarten,  aurvnse  einer  der  wieder 
zum  kind  geworden  ist  (vgl.  schwed.  rase  hübe),  aur  gate 
empfang  {zn  gefa)  u.a.;  ferner  haus  i  r  herbst^  «wwr  unglücklieh, 
über  welche  s.  §  240,  2.     S.  Noreen,  Arkiv  I,  163  f,  VI,  310  ff. 

VtrT-í'.  6". 'H.  lAt  §  232.  ð  (altes  oder  nach  §  176  aus  p)  schwindet  spo- 
radisch vor  r,  n,  z.  b.  Górðt)r  {Got)r.ot^r)  Gottfried,  Gýritir 
(Gu(^ri(^r),  Þrý{b)rekr,  Mórekr  (ahd.  Möderih),  /Járekr  {^Bgbrikr, 
ahd.  Paturlh),  Frirekr  {Frit5rekr)  Friedrich,  Þió{p)rekr  Dietrich, 
{H)ró{p)rekr  Roderich,  á{(i)r  vorher,  iúr  euter,  ncra  {nebra) 
weiter  nach  unten,  yr,  ijr  (yt^r)  euch,  iýriír  i^lýbrétir)  gesetz- 
r  w  ^J  liches  verbot,  pl.  huårer  zu  hua<)arr  (gewöhnl.  analogisch  hucirr) 
^*^  wer  von  zweien;  Skåamj,  -ey  (ags.  Scedeni^,  lat.  Scadinavia) 
Schonen,  llœinir,  Heiner  einwohner  der  Hœu)mork,  grcein,  grein 
zweig  zu  grœit^a,  greiÖa  aussondern,  lionar  männer  zu  hjiir 
leute,  rfiynir,  reyner  sperberbaum  zu  rau(5r  rot,  pl.  troner 
{trobnei^)  zu  trobcnn  getreten.  Beispiele  schon  bei  Þióðolfr 
(um  900).  Vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  V,  41,  Ilingen  i  Forså 
kirke,  s.  56,  Arkiv  II,  212  f,  218  f.,  246  ff. 


§  233.  234.     Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  ^,  h.      131 

Anni.  Ganz  ausnahmsweise  ist  ð  vor  anderen  konsonanten  ge- 
schwunden, z.  b.  in  ó{p)liijr,  -Zcí/r  wütend,  gó{ti)lujr,  -legr  schön,  {H)r<){'d)- 
mundr,  {H)ró{'d)biartr,  Fäfner  (§  181),  bófúra  neben  hoöfara  brilnne  (vgl. 
Noreen,  Arkiv  VI,  318). 

§  233.  1.  Auslautendes  g  ist  wol  schon  uvnordiscb  zu  h 
geworden,  welches  dann  weggefallen  ist  (vgl.  §  234),  z.  b.  präs. 
md  zu  mega  können,  prät.  þá  zu  þiggia  (aus  */>/^/Vz  §  220,  1) 
empfangen,  ^ró  zu  draga  ziehen,  sie  (*i/ä?/g- §  95;  analogisch 
wider  stœig,  steig)  zu  siiga  steigen,  lö  {^Igug  §  96;  anal,  loug, 
laug)  zu  liúga  lügen,  inf.  óask  sich  furchten  nach  präs.  akt. 
*ó  (got.  ög). 

2.  Inlautendes  g  ist  ohne  ersichtliche  regel  fortgefallen  in 
Zusammensetzungen  auf  -gisl,  -gisl  (§  114,  3),  -gils  (§  249,  1), 
gœirr  {-geirr),  -genge,  z.  b.  At)isl ,  At)ils  (alt  Abgiis),  Auisl 
(selten)  neben  Au(5gisl  (ags.  Eädgils) ;  {H)röarr  (ags.  Hróiígár), 
Þórarr  (Þorgeirr),  J/'arr  (air.  Imliair),  na  f  arr  (ahd.  nahager) 
bohrer  (vgl.  §  57,  4,  b);  væring  i ,  -e  (ags.  rvœrgenga)  fremdling, 
Söldner,  foringi,  -e  (ags.  foregniga,  got.  faúragaggja)  vorsteher, 
lanzofringi,  -e  vagabond,  auorw.  unniyigi,  undingi  (ags.  úbgenge) 
entwischter  sklave  (s.  Bugge,  Arkiv  II,  224  f.). 

Anm.  1,  Wenigstens  in  den  namen  auf  -isl  ist  der  wegfall  schon 
urnordisch,  z.  b.  ;icc.  sg.  Hahaisla  (Möjebro)  ==  aschw.  Haisl  (Rök). 

Aum.  2.  Unklar  sind  iartœin,  -tein  Wahrzeichen  neben  iarte{i)gn 
(später  iarteikn,  selten  iardteihi,  hiartegn,  iargtegn,  iartign,  avtegn;  vgl. 
Wadstein,  s.  60),  anorw.  sgn  saka  neben  sggn  (sgkn)  saka  'unschuldig', 
fo{g)uti  (fogiitti,  folgiiti,  fuviti  u.  a.)  vogt  und  die  vielen  Zusammen- 
setzungen auf  -{Ji)iVd,  -i/t)  neben  -{li)ugd,  -gg'd',  z.  b.  munüt)  {-u()',  -ugd, 
-ygta,  -Imgti)  heisse  liebe,  ást{li)úd  liebe,  íllúd  bosheit  (vgl.  Bugge,  Beitr. 
XllI,  508).     Ueber  adv.  auf  -la  {*-leJia)  neben  -liga,  -lega  s.  §  251,  3. 

Anm.  3.  Gegen  das  ende  des  13.  jahrhs.  wurde  g  vor  kons,  i  nicht 
mehr  ausgesprochen,  wie  aus  Schreibungen  wie  gyiar  statt  gi/giar  zu  gggr 
riesin,  pyglar  statt  pijiar  zu  þýr  magd,  hlcgia  statt  hlcéia  decke,  orcnœgiar 
statt  Orkneyiar  die  Orknöer  u.  a.  erhellt. 

§  234.  h  ist  überall  fortgefallen  (inlautend  vor  800,  aus- 
lautend etwas  später),  z.  b.  o,  pl.  är  (got.  ak-a,  ahös)  fluss,  siá 
(got,  sai/van)  sehen,  feia  (got.  filhan)  verbergen,  prät.  fal  (urn. 
falah  Björketorp),  for  furche,  fá  (got.  fühan)  bekommen,  fé 
(got.  faihii)  vieh,  prät.  fát)a  (urn.  failiitio  Einang)  schrieb, 
pi'äs.  å  (urn.  aili  Fonnas)  besitze,  -t,  malr  (ahd.  malaha)  sack. 
In  Zusammensetzungen  wird  li  natürlich  oft  durch  association 
erhalten;   doch   kommen   auch   oft   lautgesetzlichc   formen  vor, 


132       §  235— 23t.    Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  i,  k,  l. 

z.  b.  aiQi)œfe  gebärde,  ør{Ji)éfe  küste  ohne  hafen,  ðr{h)óf  un- 
menge,  aust?^-,  vestr-,  nort5r{h)alfa  östlicher  u,  s.  w.  weitteil, 
œlsk{h)ugiy  elsk{h)uge  liebe,  afr{h)endr  vollendet,  Hk{h)amf%  -me 
korper,  frials  (vgl.  got.  freihals)  frei,  Gimle  Wohnort  der  seeligen 
(zu  hlé  obdach),  gullab  (gullhlab)  goldenes  band,  brullaup  (alt 
und  selten  brút^hlaup)  hochzeit,  æiii-,  ein(fi)ar^7-  zuverlässig, 
vari)(h)ald  wache;  ferner  eine  menge  von  personennamen,  z.  b. 
lllugi,  -e  (zu  hugi,  -e),  Nibu(3r,  -obr  (gen.  -at)ar  zu  hobr\  ags. 
Nibhad),  Móæibr,  -eit)r,  Bandeibr,  Arn{h)eit)7^  (zu  hœi^r,  heiter), 
Bgduildr,  Inguildr,  Grm{h)ildr  (zu  hild?"),  Siguatr  (zu  huatr) 
und  besonders  die  vielen  auf  -arr  (zu  hcerr,  herr),  z.  b.  Gunnarr 
(ahd.  Guntheri),  Ottarr  (ags.  Óhthere),  Harr  (alt  Häarr). 

§  235.  Konsonantisches  /  ist  tiberall  ausser  vor  a,  å,  o,  6,  g,  6, 
u,  Ú  nach  kurzer  silbe  fortgefallen,  z.  b.  2.  pl.  präs.  vœlít^,  veleb 
(got.  waljiþ),  2.  sg.  präs.  vœlr,  velr  zu  vœlia,  vella  wählen,  vill, 
-e  (gen.  vilia)  wille,  hœdr,  bebr  (acc.  sg.  bœb,  aber  gen.  pl. 
bcebia,  dat.  pl.  bcebium)  bett,  gen.  pl.  kirkna  zu  kirkia  (vgl. 
§  204)  kirche.  In  alten  gedichten  zeigt  sich  noch  bisweilen  i 
vor  æ,  Jd,  z.b.  nom.  pl.  part.  präs.  dyliœndr  verneinend,  hyggiœndr 
denkend,  vini-øy  Weideland  am  wasser  u.  a.  (s.  Sievers,  Beitr. 
XII,  486,  Z.  f.  d.  Phil.  XXI,  104  note).  Später  kann  lautgesetz- 
lich erhaltenes  i  durch  analogie  schwinden,  z.  b.  mit){i)aldre 
'von  mittleren  jähren'  (nach  inibr  mittlerer),  skægg-,  skegg{%)old 
kriegerische  zeit  (nach  skœggðx  'securis  barbata'  u.  dgl.).  — 
Durch  dissimilation  ist  i  geschwunden  in  siautän,  selten  sautián 
(seytián)  neben  siautián  siebzehn  (Gislason,  Aarbøger  1879, 
s.  161;  Noreen,  Arkiv  VI,  331  f.). 

Anm.  Ueber  das  scheinbar  erhaltene  i  nach  langer  auf  ^,  g,  k 
endenden  silbe  s.  §  204. 

§  236.  k  kann  vor  sk  durch  dissimilation  schwinden,  z.  b. 
prät.  pass.  lau(k)sk  schloss  sich,  tó{k)sk  nahm  sich,  fe{kk)sk 
(vgl.  §  224)  empfing  u.  dgl.  (s.  Wadstein,  s.  139),  gri{k)skr 
griechisch,  haljöy{g)skr  aus  Hålogaland  stammend. 

§  237.  l  schwindet  dialektisch  im  anorw.  vor  labialen 
konsonanten,  z.  b.  3.  präs.  konj.  (runisch)  hiabi  (Aardal,  Bygland), 
d.  h.  hiåpe  (hialpe)  helfe,  üfaldl  (Hoperstad)  statt  ulfalde  kamel, 
Þó{l)fr  ein  personenname,  háfsáld,  -sælda  halbes  mass,  Am- 
{Alm-)daler    ein    ortsname.    Hörn-  {Holm-)slœinn    ein    personen- 


§  238.  239.    Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  m,  n.        133 

name;  vgl.  umgekehrte  Schreibungen  wie  þiolfr  st.  þiófr  dieb. 
—  Shetländisch  ist  Hiatland  (schon  1226)  st.  Uialtland  (s.  Wad- 
stein, s.  67  f.  note). 

Anm.  Ausnahmsweise  kann  Z,  sowol  isl.  als  anorw.,  im  unbetonten 
auslaut  nach  vokal  schwinden,  z.  b.  hcelzti{l)  allzu,  nokkurstiil)  'ein 
bisschen  zu',  ska{l)  soll. 

§  238.    m  schwindet: 

1.  In  urspr.  auslaut,  z.  b.  frá  (got.  fram)  'von'  (vielleicht 
noch  mit  lautges.  inlaut.  m  in  St.  Hom.  framhœrr  neben  fråbcerr 
'ausgezeichnet'). 

2.  Vor  (urspr.  tonlosem)  f  z.  b.  fifl  'riese,  tor'  neben 
fimbul-  'riesen-',  toft  {toft  §  114,  4)  'bauplatz'  neben  tomt,  beides 
aus  "^tumft-  (ahd.  zumft)  und  dies  wol  aus  ^tumþ-  (vgl.  got. 
-qumþs,  ahd.  kymft);  fim,  fimm  (got.  fim  f)  fünf  hat  sich  nach 
fimti,  -e  (got.  fim  f  ta),  fimtán  u.  a.  gerichtet  (s.  Noreen,  Arkiv  III, 
39  f.  note). 

3.  Vor  s,  z.  b.  lass  (^lamsaR  zu  isl.  lom,  lat.  lamlna,  s.  Noreen, 
a.  a.  0.,  s.  13)  riegel. 

§  239.    n  ist  in  folgenden  Stellungen  fortgefallen: 

1.  Vor  k,  wo  die  laute  durch  synkope  zusammentreffen  und 
nicht  association  oder  gelehrter  einfluss  das  n  erhält  (dann  als 
gutturalen  nasal),  z.  b.  Åke  (ahd.  Anihho\  Hake  (ahd.  Hannihho)^ 
dijkr  {dynkr  zu  dij^)  lärm,  múk?^  {munkr,  lat.  monachus)  mönch, 
kan(n)úkr  {kanóke,  kanunkr)  canonicus,  pl.  pikisdagar  (vgl.  lat. 
pentecoste)  pfingsten  (vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X,  42  note); 
aber  scchika  verzögern  zu  sœinn  spät,  Suceinki  zu  Suceinn  u.  s.  w. 

2.  Vor  /  nach  starktonigem  vokal  (vgl.  §  207,  4),  z.  b. 
Åle  (ahd.  Analo)^  Öle  (latinisiert  Anulo  §  73,  2,  c),  Ålæifr,  -lei f  r 
(air.  Amlaih,  ags.  Anla  f),  Olaf  r,  Ålof,  Gró{n)land,  Gréland  {Gren- 
land)^ mel  i^minnl-,  '^-minþl-,  ags.  midl,  ahd.  mindil)  mittelstück 
des  gebisses. 

3.  Vor  r,  z.  b.  lérept  (zu  lin)  leinwand,  pl.  of^er  (§  83,  1) 
unsre,  åsit  þór{e)  zn  ponarr  (alt  und  selten,  s.  Sijmons,  Edda  I, 
XIV;  gewöhnl.  analogisch  þórr)  der  donnergott,  anorw.  himi{n)- 
riki  himmelreich. 

4.  Vor  s,  z.  b.  häss  (nhd.  banse)  kuhstall,  fiiss  (ahd.  funs) 
willig,  gas  gans,  ost  (got.  ansls)  liebe,  áss  (got.  ans)  balken,  es 
(vgl.  lat.  ansa  griff)  schuhloch,  rqs  (vgl.  got.  runs)  lauf,  vås 
(ags.  was)  Strapaze,  ^ss,  es  (got.  unsis)^  oss,  ós  uns,  ósk  wünsch, 


\ 


134  §  240.    Konsonantenscliwimd  im  in-  und  auslaute:  r. 

ÓSS  (vg-1.  got.  Ansi-ivulf  Vi.  dgl.)  gott,  Batatoskr  (§  83, 1)  mytisclies 
eichhom,  iöft,  toft  bauplatz  (s.  §  83,  1),  r^ysi,  hreyse  Steinhaufen 
zu  {li)raun  Steinboden,  pi{n)sl  peinigung  zu  pina  peinigen,  /los  (zu 
got.  hansa,  s.  §  106,  a)  Viehhof,  anorw.  rcei{n)son  reinigung  zu 
rœinn  (isl.  hreinn)  rein,  isl.  vistre  (selten,  z.  b.  St.  Hom.)  neben 
vinstre  (aus  urspr.  '^'vinistr-,  "^véstr-  ausgeglichen;  vgl.  schwed. 
vänster,  dial.  wister)  der  linke,  pl.  Jw{n).m  (aus  nom.  *hénis7i,  gen. 
hósna;  vgl.  høns  §  250)  htihner,  Mo{n)st?^  ein  Ortsname. 

Anin.  1.  Uro.  Asugisalas  (Kragehul)  beruht  wol  auf  verkürzter 
Schreibweise  (st.  Ansu-).  Dagegen  für  Asmu[n]t  (Sölvesborg  c.  750)  dürfte 
Schwund  des  n  schon  anzunehmen  sein. 

5.  Vor  w,  z.  b.  ivibia  hexe  (vgl.  as.  inwid  bosheit),  ýr  (alt- 
preuss.  invis)  eibe,  Ifarr  i^hiwårr  <  "^Inu-^^aiRan,  air.  lehnwort 
Imhair,  ags.  hiwcer)  ein  personenname. 

6.  Im  urnord.  auslaut  (auch  wenn  in  urgerm.  zeit  noch 
ein  konsonant  folgte),  z.  b.  á  (urn.  an  Tjurkö)  an,  þá  (got. 
þan)  dann  (vgl.  meban  =  got.  miþþanei  während),  i  in,  inf. 
binda  binden,  3.  pl.  präs.  ind.  binda  binden,  acc.  pl.  daga  (got. 
dagans)  tage,  þá  (got.  þans)  sie,  die,  tuá  (got.  twans)  zwei, 
gen.  dat.  acc.  sg.  hana  (vgl.  urn.  gen.  ÞrayviTdan  Tan  um,  dat. 
-halaiDan  Tune,  got.  acc.  hanan)  hahn,  gen.  dat.  acc.  sg.  tungu, 
-0  (ahd.  zungün)  zunge. 

Anm.  2.  Wo  n  im  urnordischen  durch  einen  auslautenden  vokal 
geschützt  war,  bleibt  es,  z.  b.  acc.  sg.  blindem  (got.  blindana)  blinden, 
ceinn,  einn  (got.  ainnö-hun)  ein.  Sehr  auffallend  fehlt  jedoch  n  in  zwei 
hierher  gehörigen  fällen:  3.  pl.  konj.,  z.  b.  präs.  bere  (aber  aschw.  bcerin, 
got.  bairaina),  prät.  bcéíx  (aber  aschw.  bärin,  got.  bereina)  und  nom.  acc. 
pl.  der  schwachen  neutra,  z.  b.  augu,  -o  neben  seltnerem  anorw.  augun 
(aschw.  øghon,  got.  augöna)  äugen.  Zur  erklärung  s.  Noreen  im  Grund- 
riss  I,  517  u.  495  (anders  Kock,  Beitr.  XV,  244  if.;  noch  anders  Holthausen, 
ib.  XI,  555). 

Anm  3.  Die  präfixe  ö-,  ú-  (got.  un-)  'un-'  und  si-  (got.  sin-)  'immer-' 
sind  vor  k,  l,  r,  s,  iv  (f?,  h?,  in?)  eines  späteren  Zusammensetzungsgliedes 
lautgesetzlich  (s.  1 — 5  oben  und  anm.  4)  entstanden  und  von  da  aus  ver- 
allgemeinert worden.  Vgl.  das  lautgesetzliche  Gest-umblinda  (§  202,  1) 
neben  úblindr  nicht  blind. 

Anm.  4.  Ob  n  lautgesetzlich  auch  vor  m  schwindet?  Wenigstens 
hat  St.  Ilom.  pole{n)mød'e  geduld,  -mödlega  geduldig. 

§  240.     r  (urn.  r)  schwindet: 

1.  Vor  n,  t  in  schwachtoniger  silbe,  z.  b.  acc.  sg.  m.  annan, 
ntr.  annat  zu  anyiarr  ein  anderer,  okka{r)n,  -a(i-)t  zu  okka?T 
uns  beiden  zugehörig,   ykka{r)n,  -a{r)t   zu   ykkarr   euch  beiden 


§  241 — 243.     Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  r  (r),  s,  t.      135 

zugehörig,  y'6ua(r)n,  -a(r)t  zn  ybuarr  euer,  nokko{r)n  zu  nokkorr 
irgend  ein.  Die  r-formen  beruhen  auf  analogiseher  neuerung 
oder  wie  in  kofa{r)n  schoosshund  auf  starkem  nebenton. 

2.  Sporadisch  vor  w  um  800  (s.  Noreen,  iVrkiv  VI,  303  ff.), 
z.  b.  Þóolfr,  Þólfr  neben  Þórolfr  i^-wolfR),  Þóo7^t)r  {^Þórwgrt)R 
§  127),  Þórbr  neben  Þorvarb?^  (nach  gen.  -varbar),  Ey{r)ve7idell 
(ahd.  örendií) ,  naumr  i^narwumR,  vgl.  as.  naru,  ags.  nearu) 
eng.  Ebenso  vor  f),  wo  dies  (zunächst  wol  in  tv  übergegangen) 
vor  u  schwindet  (§  231),  z.  b.  aurm^  i^arDumR)  neben  armr 
(*ardfn-)  elend,  hauslr  i^harhuslR,  vgl.  ahd.  lierhist,  ags.  hœrfesi) 
herbst. 

3.  Durch  dissimilation  (schwankend)  in  z.  b.  F{r)irikr,  -rekr 
Friedrich,  fyri{r),  -e(?^),  firi{r),  -e{r)  vor,  für,  my{r)kr  finsternis, 
dia{r)fr  kühn  u.  a.  (vgl.  Wadstein,  s.  140). 

4.  Sporadisch  in  der  anlautenden  Verbindung  wr-,  s.  §  228 
anm.  3. 

§  241.    r  (urn.  r)  schwindet: 

1.  Vor  s,  z.  b.  3.  sg.  präs.  ind.  pass.  kallask  aus  *kaUaR-s{í)k 
wird  genannt;  sporadisch  auch  vor  I,  z.  b.  anorw.  Gœilaugr  zu 
gœirr   i^gaiRaR)  Speer. 

2.  Durch  dissimilation  häufig  in  Krisi{r)  Christus,  selten 
in  andern  nominativen  auf  -r,  z.  b.  anorw.  styrk{r)  stärke,  friÖ{r) 
friede,  burb(r)  geburt,  fyrst{r)  erst,  vcerstif)  bösest  (Wadstein, 
s.  140). 

3.  Im  ostnorw.  sporadisch  nach  dem  svarabhakti-vokal  a 
{œ),  z.  b.  Gu6lœ\fœ  (schon  1349)  =  isl.  Guhleifr. 

§  242.     s  fehlt   bisweilen   durch   dissimilation   auslautend 

nach  st,   z.  b.  gen.  sg.  (vorzugsweise  anorw.)  Krist{s)  Christus, 

hœslis)    pferdes,    prest{s)   priesters,    mcesl(s)  meist    (Wadstein, 

s.  141).     Ob  Schreibungen  wie  Kriz  (oft  in  St.  Hom.),  prez  die 

ausstossung  des  ersten  s  angeben?  (vgl.  jedoch  §  245,  10,  §  247 

anm.  4). 

Anm.  Ueber  vermeintliche  fälle,  wo  intervokalisches  s  fortgefallen 
sei,  s.  Noreen,  Arkiv  IV,  110  note. 

§  243.  /  fehlt  bisweilen  durch  dissimilation  auslautend 
nach  z  (d.  h.  Is),  z.  b.  hœlz(í)^  helz{l)  am  liebsten,  sizij)  am 
wenigsten,  2.  sg.  prät.  ind.  léz{t)  liesst,  vcciz{l),  veiz{t)  weisst 
(vgl.  Gering,  Isl.  Ævent  I,  XIX,  XXIII).     Vgl.  §  247  anm.  4. 


136      §  244.  245.    Kons.-schwund  im  in-  und  ausl.:  u  {w),  mittlerer  kons. 

§  244.     ÍV  (kons,  u]  ist  während  der  vikingerzeit  in  den 
meisten  Stellungen  fort^'efallen,  nämlich  vor_den  vokalen  o,  o, 
ji^_?<jnid   deren^  umbt^^  0,  ó,   vor  konsonanten,   nach 

^hwachtoniger  silbe,  nach  starktoniger  langer  silbe,  die  nicht 
auf  guttural  endet,  und  (später  als  im  injaut)  im  auslaute,  z.  b. 
dat.  pl.  volum,  -om   zu   volua   Wahrsagerin ,    sorg   (ahd.   sworgd) 
kummer,  hol  (got.  hötd)  drohung,  hoste  (ags.  hwösia)  husten,  sporr 
(pl.  spotmar,  -far)  Sperling,  prät.  song  zu  sxjngua  singen,  sær  (got. 
-  saiws),  acc.  sg.  sce  (pl.  scefar)  see,  Haraldr  (^HarwaldR  mit  haupt- 
toniger  ultima),  Noregr  (auch  Nóregr^  selten  Norvegr  nach  vegr) 
aus  ^NorbrwegR  (mit  hauptt.  ultima)  Norwegen,  Þyri  (§  83  anm.  2), 
otta   (got.  Tihtwö)  frühe  morgenzeit,   benda   (got.  hand?vjan)   an- 
zeigen,   {H)róaldr  {^HróbwaldR,   schon  Vatn  RhoaltR),   Ärnaldr, 
I  ^    Ingialdr,  kaupangr  Stadt  zu  vangr  feld,  hceihjndi,  heilynde   (vgl. 
..  c<rw^.rt  j    ags.  hálwynde  adj.)   gesundheit,   hart^indi,  -e   (vgl.   ags.   heard- 
'/  .\    wende  adj.)  härte,  /ii'i-,  leibindr  (ags.  lab  wende)  langweilig  u.  a.; 

**T*  ,,  '^  ♦>..>  auch  vor  konsonantischem  /,    z.  b.  hiol  i^lmiol,  ags.  Äw;6?W  rad, 

\   (  \njuA  )     *"^"^^  ('^^®-  -^'^^^0  schaar. 

i(U  (bCí^)  Anm.  1.     Vereinzelte   fälle,   wo   der   wegfall   des  w   nicht   aus   der 

/  obigen  regel  zu   erklären  ist,    sind  die   folgenden:    sä  (oft  in  St.  Hom.) 

/  Jrf- lip  p  neben  sud  'so',  vielleicht  analogisch  nach  sem  'wie'  in  der  Verbindung 
j  \  a,  c^  '  t;{ii)ä  sem  'so  wie';  þerna  (got.  *piiüairnö?,  ahd.  diorna)  dirne;  skuggi, -c 
L    L   /?^^    (g^t.  sJmggwa)  schatten. 

'^[J^'L  Anm.  2.    Wo  in  folge  obiger  regel  w  nur  in  gewissen  formen  eines 

j^ia  ;    1^      paradigmas   vorkam,   ist  der  Wechsel   oft  in  der  weise  beseitigt  worden, 
^^T/j  ^     /T  ^^^^  *^  (oder  í;,  f,  s.  §  194)  analogisch  hergestellt  worden  ist,  z.  b.  dat.  pl. 
jr^\  spprfum   statt  älteren  spgrum,  -oni  zu  Sj9^rr  Sperling,  prät.  suór  statt  soV 

'  ^^'■^  zvi  suceria,  sueria  schwören,  mdfr  statt  mdr,  ma>  (nach  pl.  rndfar)  möwe,  dat. 

sg.  f.  gprfri,  -e  zu  gprr  (nach  acc.  ggrfd)  fertig.  Umgekehrt  ist  id  bis- 
weilen analogisch  ausgestossen  worden,  z.  b.  kœfia,  kefia  statt  älteren 
kuœfia,  kuefia  (nach  prät.  kóf)  niederdrücken,  k{u)afna  ersticken,  ydarr  statt 
y'ö'iiarr  (nach  dat.  ytirum,  -om)  ihr,  gata  statt  *ggtua  (got.  gatwö)  nach  gen. 
^aííí,  ýííío  gasse,  s^^í^Za  schwalbe,  ímra  theer,  /lara  strandwasser  (s.  §  79 
anm.  2),  mý{f)ill,  -ell  {mýll)  ball  nach  pl.  mýlar.  Ueber  ddenn  tot,  Þrdenn 
ein  Personenname  s.  Noreen,  Arkiv  I,  156;  über  pde  {ht.  pavo)  pfau,  de 
urgrossvater  {lé  sichel  u.  a.)  s.  Schagerström ,  ib.  III,  138  note,  Läffler, 
ib.  III,  188  f.  —  Zusammensetzungen  behalten  natürlich  besonders  oft  das 
w  nach  analogie  des  simplex,  z.  b.  Bpgnvaldr,  Asvaldr,  ÞrúÖvangr  (um- 
gekehrt Lœik{v)angr  name  einer  norweg.  Stadt  nach  kaupangr  Stadt). 

§  245.  Wo  durch  synkope,  Zusammensetzung  oder  sonst 
eine  aus  drei  konsonanten  zusammengesetzte  gruppe  ent- 
steht, welche  sonst  nicht   der   spräche   geläufig  ist,    fällt  der 


§  245.    Schwund  eines  konsonanten  zwischen  anderen.  137 

mittlere  konsonant  fort,  wo  er  nicht  durch  association  erhalten 
wird: 

1.  h  fällt  z.  b.  in  kum{h)l  grabhügel,  gen.  dram{b)s  zu  dramh 
(das)  prahlen. 

2.  d,  z.  b.  frcen(d)kona  muhme,  pl.  sy7i{d)gir,  -er  zu  syndugr, 
-ogr  sündig*,  van{d)lega  sorgfältig-,  hal{d)knœmr  nützlich^  pl.  hal{d)- 
ner  zu  haldenn  gehalten,  slenguan(d)'baugi,  -e  ringvergeuder,  Vel- 
lan(d)katla,  Hengia7i[d)kiapta  u.a.  (Falk,  Beitr.  XIV,  42);  besonders 
häufig  in  dem  präfix  and-,  z.  b.  an[d)mai'ke  fehler,  an{d)suar  ant- 
wort,  an{d)skote  gegner,  an{d)spiall  gespräch,  an{d)lit  antlitz,  an(d)- 
U'it  tod,  an{d)nœs,  -nes  Vorgebirge,  a7i{d)styggr  hässlich  u.a.;  ferner 
häufig  wo  d  zwischen  zwei  /  oder  zwei  n  kommt,  z.  b.  mU(á)lega 
sanft,  vcral[d)legr  weltlich,  œl{d)lcgr,  el{d)legr  feurig,  pl.  l)un{d)nir, 
-er  zu  hundinn,  -enn  gebunden,  hlan(d)ner  zu  hlandenn  gemischt. 

3.  ð,  z.  b.  in  Vin{t))land,  norrøn  (ahd.  nordröni)  norwegisch, 
Dömarr  (ahd.  Domard),  veurr,  -orr  {*?réwgrbr  §  127)  beiname 
Thors,  Noregr  (§  244,  §  225,  3)  Norwegen,  har{b)la  sehr,  iar{by 
legr  irdisch,  skur{^)got)  götzenbild,  sür{^)na  steif  werden,  pl. 
or{b)ner  zu  ort)enn  geworden,  dat.  oi\tí)gom  zu  or{tí)ogr  heftig, 
ver(b)gangr  bettelei,  u.  a. 

4.  Tönendes  f  (p),  z.  b.  in  ]mr{f)nask  bedürfen,  anorw. 
hœl{f)nmgr  hälfte,  hæl  da-  neben  hœlfbar-land  stück  land  von 
gewisser  grosse.  Tonloses  f,  z.  b.  in  fimti,  -e  fünfte,  tomt  (vgl. 
§  238)  bauplatz,  Ianzskial{f)te  erdbeben,  Sigr/)br  {^Sigr-/rðbr), 
Gccir-,  Geirr-øbr,  Gab-,  Gu^rs^r  Gottfried  u.  a.  namen  auf  -(f)ro^r 
(vgl.  Ballfr-øbr  u.  a.),  Sigrit5r,  GuÖrtbr,  ÞuriÖr  (Pur -fr  ib  r), 
Ragn{f)ri()r  u.  a.  auf  -(f)ribr  (vgl.  Arnfrit5r  u.  a.). 

5.  ^  fehlt  sehr  häufig  in  den  synkopierten  formen  von 
morgonn  (morgemi)  morgen,  z.  b.  dat.  sg.  mor{g)ne,  nom.  pl. 
mor{g)nar\  ferner  z.  b.  in  Ber{g)dórr.  In  ntr.  mart  (so  überall 
in  den  ältesten  isl.  hdschr.,  sehr  häufig  auch  in  älteren  anorw. 
hdschr.;  später  tritt  margt,  markt  auf)  zu  margr  'mancher'  ist 
es  wol  zunächst  der  tonlose  spirant,  welcher  fortgefallen  ist. 
Explosives  g  fehlt  in  œnskr,  enskr  (sehr  selten  engskr,  vgl.  7  unten). 

6.  k,  z.  b.  in  ntr.  hceis{k)l,  heis{k)t  zu  hœiskr,  beiskr  bitter, 
mialtir,  -er  (vgl.  miolk  milch;  doch  vielleicht  aus  "^rnialht-,  §  255) 
das  melken,  gen.  vœr{k)s,  ver{k)s  zu  vœrk,  verk  werk,  hœi7ns{k)-, 
heims{k)legr  von  törichter  art,  fyl{k)s7ii,  -e  versteck,  anorw. 
Meirtalr  {*Myrk-dalr),  kir{k)messa  kirchenfeier. 


138  §  246.    Einschub  von  konsonanten. 

7.  /,  z.  b.  in  kar(i)ma(5r  (wonach  sehr  selten  kar  statt  kari) 
mann,  gen.  iar{l)s  zu  iarl  jarl,  œ7i{g)skr,  en{g)skr  aus  "^œngipjskr 
neben  unsynkopiertem  œngliskr  englisch;  besonders  oft  in  prät. 
i)x{l)ta  zu  óxla  vermehren,  sýs{l)ta  zu  sijsla  verrichten,  part. 
prät.  vix{l)tr  zu  vlxla  wechseln. 

8.  n,  z.  b.  in  bcer{n)-,  ber{7i)ska  kindheit,  3.  sg.  prät.  gi7\n)iisk, 
-esk  zu  girnask  verlaugen,  ol{n)hoge  ellenbog-en,  ntr.  iam{n)t  zu  iamii 
(analogisch  sehr  selten  iam)  eben,  iam{n)húinn, -enn  'ebenso 
bereit',  gen.  vaz  (so  immer  in  den  ältesten  hdschr.)  zu  vatn 
Wasser,  boz  (botns)  zu  botn  boden,  naf{n)s  zu  nafn  name^  gen. 
sg.  gangs  {gaids)  statt  gagns  [gatms  §  184,  2)  nutzen. 

9.  r  in  den  verwandtschaftswörtern  fæh-,  fet^gar  (aschw. 
runisch  faþrkaR,  d.  h.  fœt^rgar)  pl.  t.  vater  und  söhn,  métigor 
(aschw\  runisch  muþi^ku,  d.  h.  nwbr^u)  pl.  t.  mutter  und  tochter, 
systkin,  -en  (^sysírgin)  geschwister,  samméddr  (^-møt5ri^r)  von 
derselben  mutter,  u.  a.;  ferner  z.  b.  in  gen.  myrk{r)s  zu  myrkr 
finsternis,  fóst{r)systir,  -er  pflegeschwester,  nom.  sg.  ulfgi,  -e 
i^ulfr-gi)   'ein  wolf  nicht',   nom.  acc.  pl.  kuerk{r)nar  die  kehle. 

10.  /,  z.  b.  in  hæipit)-,  heip{t)giarn  rachgierig,  kris[t)ni,  -e 
Christentum,  huár{t)ke  keines  von  beiden,  sys{t)kin,  -en  ge- 
schwister, dat.  þis{t)U,  -e  zu  þistill,  -ell  distel,  gen.  hœs{t)s, 
hes(t)s  pferdes,  I{ris{t)s  Christus  (vgl.  §  242),  fösystir  (§  225,  3) 
aus  föstsystir  (oben  9)  pflegeschwester,  brixli,  -e  aus  brigzli 
(brigbsli  §  183,  2,  d)  Vorwurf;  besonders  oft  in  den  synkopierten 
kasus  von  aptann  abend,  z.  b.  dat.  sg.  ap{t)ne,  nom.  pl.  ap(t)nar. 

B.    Einschub  von  konsonanten. 

§  246.  Wenigstens  zu  den  ältesten  lautgesetzen  der 
vikingerzeit  gehört  die  entwickelung  von  ggj  aus  urgerm.  Jj 
(got.  ddj)  und  ggw  aus  urgerm.  rvw  (got.  ggw).  Nach  dem 
urn.  JSiuwila  (Varde  -  brakteat)  zu  urteilen  ist  der  tibergang 
nicht  urnordisch  (sonst  stände  "^^Ni^rvila). 

1.  ggj  z=  urgerm.  JJ  findet  sich  z.  b.  in  gen.  tuœ-,  tueggia 
(got.  twaddjé,  ahd.  zweiio)  zu  tuceir,  tuelr  zwei,  vccggr,  veggr 
(got.  waddjus)  wand,  cegg,  egg  (dat.  pl.  œggium,  eggiom)  ei, 
Frigg  (gen.  Friggiar)  OÖens  gattin,  gnœ-,  gneggia  wiehern,  gen. 
bæ-,  beggia  zu  batner  beide. 

Anm.  1.  Gen.  priggia  zu  þrír  drei  ist  (nach  ausweis  des  got.  þrije) 
analogiebildimg  nach  tuœggia. 


§  2-17.    Einschub  von  konsonanten.  139 

2.    (jgw  =  urgerm.  ww  ist  vorhanden  z.  b,   in    tryggr,  acc. 

-gguan   (got.    triggws ,    ahd.    triurvi)   ÍXQW^  ol^g^ß"   {gloggr),    acc- 

-gguan  (g*ot.  glaggrvus)  deutlich,  skuggl,  -e  (got.  skuggwd)  schatten, 

skyggua  überschatten,   hoggva  (ahd.  liauwan)  hauen,   dogg,  gen. 

-gguar    tau,    (h)ryggua    (vgl.    ahd.    hnuwmi)    betrübt    machen, 

hncgginn,  -enn   (vgl.    ags.  bréowan)  gebraut,    hygg,    dat.  -,^^w/,  -e 

(ags.   ^^'ö;í.')   gerste,    {h)nsggr,    acc.   -gguan   (ags.   hnéarv)   karg, 

{h)aðggua  stossen,  snøggr,  acc.  -gguan  (vgl.  got.  sniwan)  hurtig, 

styggr,  acc.  -gguan  missvergnügt,  tyggua  kauen,  gyggua  schreck 

einflössen^    snugga    schielen    (vgl.    ^^iwr/    drehen),   gluggr   licht- 

öifnung  (vgl.  ^/ö«  leuchten),  ro^^   grobe  haare   (vgl.  ags.  ruh, 

gen.  rúwes  rau). 

Anm.  2.  Vor  einem  konsonanten  ist  gg  zu  g  {^??)  geworden  in 
skygn  klarsehend,  skygna  genau  beobachten  (vgl.  nhd.  schauen),  ugla  (ahd. 
üivila)  eule,  gugna  erschrecken :  s.  §  224. 

§  247.    Wol  aus  späterer  zeit  stammen  folgende  fälle: 
1.    t  wird  in  vielen  Stellungen  eingeschoben: 

a)  Vorliterarisch   zwischen  //,  n7i  und  einem   folgenden  s; 

statt  ts  wird  z  geschrieben  (vgl.  HofiPory,  Arkiv  II,  88  ff.),  z.  b. 

gen.  al{l)z  zu  allr  ganz,  gol{l)z  zu  goll  gold,  superl.  æ-,  el{l)zír 

zu   kompar.   ællri,   ellre   älter;    gen.   mun{n)z   zu   munnr,   mubr 

mund,   san{n)z    zu   sannr,  sa<5r  wahr,   superl.   mm{n)zt  mindest, 

refl.-pass.  /in{n)zk  es  findet  sich. 

Anm.  1.  In  den  ältesten  hdschr.  kommt  noch  s  statt  z  dann  und 
wann  vor. 

b)  Zwischen  s  und  altem  r  (urn.  r,  nicht  /ü;  vgl.  §  217), 
z.  b.  die  Personennamen  Ástrábr  (^Ås-rat)?"),  Astii^r  (noch 
runisch  Äsribr),  hustru  (ziemlich  spät)  statt  húsfrú  (das  zu- 
nächst nach  §  245,  4  zu  "^húsrú  werden  sollte).  Vgl.  Noreen, 
Arkiv  I,  295  ff.,  Hoffory,  ib.  I,  38  ff. 

Anm.  2.  In  part.  prät.  strotienn  zu  serð«  (wonach  analogisch  sortienn) 
Unzucht  treiben  stammt  dieser  einschub  aus  urgerm.  zeit. 

c)  In  einigen  anorw.  hdschr.  (z.  b.  Barlaams  S.  immer  im 
anlaut,  Ol.  H.  leg.  S.  auch  sonst)  zwischen  s  und  n,  z.  b.  s{t)nüa 
wenden,  s{i)niör  schnee,  s{t)nsggr  hurtig,  laus(/)n  erlösung, 
7iiós{t)n  ausforschung,  u.  a. 

d)  Bisweilen  zwischen  s  und  /,  z.  b.  in  den  personen- 
namen  As{t)lákr,  Ás{t)lœifr,  -lei fr  (oder  ist  hier  association  mit 
äst  liebe  anzunehmen?). 


140  §  248.    Metathesis. 

2.  s  wird  eingeschoben:  a)  In  mehreren  alten  isl.  hdschr. 
zwischen  /  und  t  wenn  die  gruppe  ft  alt  ist,  d.  h.  nicht  durch 
synkope  entstanden,  z.  b.  ofst  {oft,  opt)  oft,  krafslr  (kraflr, 
kraptr)  kraft,  afstr  [afir,  aptr)  zurück  u.  a.  Vgl.  Hoffory, 
Arkiv  II,  10  ff.,  Wisén,  Homíliu  Bók,  s.  X.  —  b)  Dialektisch  im 
ostnorwegischen  um  1300  zwischen  t  (welches  später  schwindet, 
vgl.  §  213,  2)  und  /,  z.  b.  litli,  litsU,  lisli  der  kleine,  A  tie,  Atsle, 
Asle  ein  personenname. 

Anm.  3.  Ob  eftr  (eptr)  statt  gewöhnl.  efstr  'letzter'  nur  eine  um- 
gekehrte Schreibung  ist?? 

3.  p  tritt  ziemlich  selten  zwischen  m  und  t  ein,  z.  b. 
lam{p)taland,  ntr.  skam{p)t  (in  St.  Hom.)  zu  skammr  kurz, 
ósóm{p)t  (in  St.  Hom.)  zu  ósómr  unpassend,  sum{p)t  (in  Agrip) 
zu  sumr  irgend  ein.  Noch  seltener  sind  fälle  von  einge- 
schobenem p  zwischen  711  und  n,  z.  b.  sam{p)na  (in  Agrip) 
sammeln.     Vgl.  das  aschw. 

4.  h  wird  nicht  selten  im  anlaut  vor  vokalen  (selten  /,  n,  r) 
zugesetzt,  z.  b.  {h)elska  lieben,  (h)af^ von\  (h)er  'ist'  (alle  in  St. 
Hom.)  u.  a.;  s.  Gislason,  Um  frumparta,  s.  64  ff.,  Om  navnet  Ymir, 
s.  5  f.,  Wadstein,  s.  111,  Bugge,  Norr.  Fornkv.,  s.  417.  Vgl.  §  229 
anm.  3. 

5.  b  wird  im  anorw.  selten  zwischen  m  und  r  einge- 
schoben, z.  b.  dat.  sg.  ham{h)?'e,  sum{b)ri  zu  resp.  liamarr  hammer, 
sumar  sommer.     Vgl.  das  aschw. 

Anm.  4.  Unklar  ist  das,  besonders  in  anorw.  hdschr.,  seit  c.  1250  häufige 
z  statt  s  zwischen  vokal  und  t,  z.  b.  Aztrid'r,  syzkin  (vgl.  §  245,  10)  ge- 
schwister  und  bes.  die  vielen  superl.  auf  -aztr,  ntr.  az  (statt  -azt  s.  §  243) 
wie  diúpaztr  neben  -astr  tiefster  (aber  z.  b.  nur  flœster  zahlreichster, 
sitiarstr  spätester  u.  s.  w.);  s.  Brenner,  Beitr.  X,  432,  Gering,  Isl.  Ævent.  I, 
XIX,  Wadsfcein,  s.  118,  F.  Specht,  Acta  Germanica  III,  18  f.,  34  f.  Nach  anorw. 
Schreibungen  wie  superl.  ndnadste  (in  Cod.  Tunsberg.)  zu  ndenn  nahe, 
syt^z{s)Jnn,  zu  urteilen  wäre  wol  zunächst  ein  ð"  (d),  nicht  t,  vor  s  ein- 
geschoben. 

Anm.  5.  In  lehnwörtern  tritt  nicht  selten  ein  zugesetztes  auslauten- 
des d  nach  n  auf,  z.  h.^^'^'isund  (afranz.  j?rmm)  kerker,  vend  (ags.  ivén)  name 
des  buchstaben  v,  u.a.;  vgl.  Bugge,  Studier  I,  130  f.  —  Von  der  neuisl. 
ausspräche  ddn  statt  nn,  rn  und  ddl  statt  II,  rl  zeigen  sich  spuren  schon 
im  15.  jahrh. 

C.    Metathesis. 

§  248.  r  +  vokal  wird  bisweilen  zu  vokal  +  r  umgestellt, 
z.  b.  hors  (selten)  neben  {h)ross  ross,    bort  {burt)  neben  brot{t) 


§  249.  250.     Metathesis.  141 

weg,  hÍD,  akarn  (got.  akran)  ecker,  ert>r  (statt  "^hert^r)  neben 
hrebr  männliches  glied,  Garmr  und  Gramr  mythischer  hund, 
Girkir ,  -er  und  Grikkir ,  -er  Griechen,  gir  skr  und  gri{k)skr 
griechisch;  vgl.  Noreen,  Arkiv  VI,  325. 

Anm.  1.  Gewaltsamer  ist  die  Umstellung  gewesen  in  fifrildi,  -e  aus 
*fifildri  (vgl.  ahd.  fifaltra)  Schmetterling  (vgl.  neuisl.  fib'rildi  aus  *fidildri 
zu  aschw.  fiœdhal  u.  a.).  In  kokodrilliis  statt  crocodilus  ist  die  Umstellung 
nicht  auf  nordischem  boden  vorgenommen. 

Anm.  2.    Ueber  anlautendes  rw  statt  wr  s.  §  228  anm.  3. 

Anm.  3.  Die  verschiedene  Stellung  des  r  in  ser(ia  unzucht  treiben 
und  dessen  part.  prät.  strotienn  (anal,  sordenn)  stammt  aus  urgerm.  zeit. 
So  wol  auch  in  ragr  :  argr  (ahd.  arg)  feige,  rass  :  ars  arsch;  vgl.  noch  freta 
furzen  :  ahd.  f  erzen,  horskr  klug  :  got.  and-hruskan  erforschen,  horskr 
schnell :  ags.  hrœdlíc,  u.  a. 

§  249.     /  kann  in  folgenden  gruppen   umgestellt  werden: 

1.  sl  y-  Is  in  den  namen  auf  -{g)isl,  die  gewöhnlich  auf 
-{g)ils  enden,  z.  b.  Þorgils,  -gul,  Hær-,  Her  glis,  Abils;  auch  der 
kurzname  heisst  Gils  neben  Gisl;  neben  bœisl,  beisl  gebiss  kommt 
(selten)  beils  vor,  neben  húsl  sakrament,  pisl  peinigung  auch 
huls,  pils  (pils);  das  sufíix  -else  (z.  b.  in  r-øy-,  reykelse  Weih- 
rauch) aus  '^-isli?  (vgl.  Sievers,  Beitr.  V,  529 J. 

2.  fl,  f)l  >  lb,  z.  b.  innylß,  -e  neben  -ijfli,  -e  (ahd.  innuovlt) 
eingeweide,  féskylfr  vergeudend  zu  sky  flir,  -er  Vergeuder,  alfe 
und  afle  stärke,  æ-,  el  fa  und  æ-,  efla  (vgl.  ahd.  avaWn)  zu  wege 
bringen;  ebenso?  kyl  f  a,  kyfla  tappen,  stottern. 

3.  ð/  >  Id  (statt  lb,  s.  §  178)  schon  urnordisch  regel- 
mässig in  dem  suffixe  -bla-,  z.  b.  såld  sieb,  skåld  (Lidén, 
Beitr.  XV,  507)  dichter,  þreskoldr,  -aldr,  -eldr  türschwelle,  hcei- 
muld,  heimold  (vgl.  got.  haimöþli  heimat)  recht,  bilda  beil  u.  a.; 
ausserdem  in  galdr  fusstapfen  im  schnee  aus  "^gabl-  <  '^gabb-l- 
zu  gaddr  i^gabb-,  *^aRb-,  got.  gazds)  Stachel. 

Anm.  Vereinzelt  stehen  atial  st.  alati  nahrung  (Gislason,  Aarbøger 
1881,  s.  224  f.),  eble  st.  œldi,  eWe  leibesfrucht,  gen.  galgs  {gagls)  zu  gagl 
(in  zsms.  auch  galg-)  vogel. 

§  250.  s  erleidet  selten  metathese,  wie  in  gœispa,  geispa 
i^gœipsa,  vgl.  schwed.  mun-gipa)  gähnen,  rispa  (^ripsa,  vgl. 
schwed.  repa)  ritzen,  brixtli,  -e  {britxli)  statt  brigzli  Vorwurf, 
fylskni,  -e  statt  fylxni  (got.  fuUisni)  versteck;  høns  hühner  ist 
wol  eher  aus  hónsn  (§  239,  4)  dissimiliert  als  aus  hésn  umgestellt 


142  §  251.    Urgerm.  lautgesetze:   Verner's  gesetz. 

Kap.  8.    Konsonantenwechsel  ans  nrgerniani- 
sclier  zeit  stammend. 

I.    Spuren  urgermanischer  lautgesetze. 

§  251.  Unter  allen  urgerm.  laiitgesetzen  ist  das  weitaus 
wichtigste  das  s.  g.  Ver  ner  sehe  gesetz,  wonach  f,  p,  h  und 
s  (ausser  in  den  Verbindungen  fs,  fl,  lu,  ht,  sk,  sp,  ss,  st)  in 
resp.  f),  b,  ^  (nach  nasalen  resp.  h,  d,  g)  und  z  (d.  h.  tönen- 
des s)  übergehen,  wenn  der  nächst  vorhergehende  sonant  nach 
der  altererbten  betonung  nicht  den  hauptton  trug.  Bei  ver- 
schiedener betonung  entstehen  demnach  doppelbildungen  mit 
/ :  f)  {b),  p  :  ð  {d),  h  :  ^  {y)  und  s  :  z. 

1.  Der  Wechsel  f  :1)  ist  im  nordischen  durch  den  Über- 
gang /  >  Í  (§  185,  1)  aufgehoben  worden,  z.  b.  parf  bedarf: 
pl.  purfum,  -om  gegen  got.  parf :  paürhum.  Dagegen  ist  von 
dem  Wechsel  mf  (nord.  >  /'  §  238,  2)  :  mh  eine  spur  bewahrt  in 
fiß  riese,  tor  (ags.  fifel  untier)  :  ßmhul,  -ol-  riesen-  (in  Zusammen- 
setzungen wie  f.-velr  -winter). 

2.  Von  dem  Wechsel  p  :  ð  ist  wol  noch  eine  spur  bewahrt 
in  dem  urnord.  gegensatze  von  HapuwulqfR  (Istaby;  vgl.  auch 
Stentofta  und  Gommor)  und  Hat)idaikaR  (Strand);  vgl.  ags. 
Heaholäf  aber  MWiod.  Später  ist  aber  durch  den  Übergang 
/>  >  ð  (§  176,  1)  der  Wechsel  aufgehoben,  z.  b.  bróöer  (got. 
bro  par)  bruder  wie  f  aber  (got.  fadar)  vater;  jedoch  nicht  nach  I, 
weil  lp  ja  zu  //  (§  215)  und  /ð  zu  Id  (§  178)  geworden  sind, 
z.  b.  ballr  (got.  halp-s)  kräftig  :  Baldr  (ags.  bealdor  fürst) ;  celhi, 
ellre  (got.  alpiza)  älter  :  aldenn  alt  (aldr  alter  u.  a.);  prät.  (selten) 
feil  (got.  faifalp)  bedeckte  :  pl.  feldom  (wonach  sg.  gewöhnlich 
feit  aus  "^feld  §  180);  prät.  (selten)  hell  (vgl.  ahd,  halihan  neben 
hal  tan)  hielt  :  pl.  heldom  (wonach  sg.  helt)\  prät.  oll  a  :  olda  zu 
valda  verursachen;  guÖsjUall  :  -spiald  evangelium;  haukstalle  : 
-stalde  vornehmer  mann;  anorw.  hylla  :  hy  Ida  zum  wolwollen 
bewegen  u.  a.  —  Ebenso  ist  der  alte  Wechsel  np  (nord.  >  nn 
§  215)  :  nd  erhalten,  z.  b.  ßrma  (got.  /mpau)  finden,  prät. 
fann  :  pl.  fundiun,  -om,  part.  fandinn,  -enn\  sinn  (vgl.  got. 
sinp-s)  reise  :  senda  (got.  sandJan)  senden;  -kunnr  (-kubr)  : 
-kundr  (got -kunds)  -stammend;  enne  BÜrn:  ender  ende;  grunnr 
(grubr)  grund  :  grund  boden;  linyir  (libr)  lindwurm  :  Imdi,  -e 
band;  rifannskinna  eine  vogelart :  rifande  kratzend;  anorw.  unningi 


§251.    Urgerm.  lautgesetze :  Verner's  gesetz.  143 

:  undlmji  eütwiscbter  sklave  (vgl.  got.  unþ-þliulian  :  afries.  und-ßa 
entfliehen). 

3.  Der  Wechsel  h  :  ^  zeigt  sich  im  nordischen  seit  dem 
allgemeinen  schwand  des  h  (§  234)  als  ein  Wechsel  zwischen 
formen  ohne  und  mit  g-,  z.  b.  sh'i  (got.  slaJian),  prät.  slö  :  pl. 
slögom,  part.  skvginn,  sieg  enn  schlagen ;  flä,  ßo  :  flo  gom,  flæ  ginn, 
flegenn  schinden;  þuá  (got.  þwahan),  þó  :  fjógom,  þuœglnn, 
þuegenn  waschen;  {li)léia  (got.  hlahjan),  {h)ló  :  {h)lógom,  lœginn, 
hlegenn  lachen;  flý'ia  fliehen,  prät.  (selten)  flo  :  pl.  (selten) 
flugum,  -om\  fela  (got.  filhan)  verbergen  :  part.  folgenn\  tioa  (got. 
tiuhnn)  oder  tijia  ausreichen  :  logenn  gezogen;  tid  (got.  ieihan)  : 
anorw.  auch  tega  zeigen,  iiginn,  -enn  ausgezeichnet;  å  (got. 
aih)  :  pl.  æigum,  elgom  haben,  æiginn,  eigenn  eigen;  lia  leihen  : 
læi-,  leigia  mieten;  tiu,  -o  zehn  :  ligr  zehend;  hor  {hår)  :  anorw. 
auch  haugr  (sehr  selten)  hoch,  /íaz^^r  hügel ;  her e  \  hegre  \^\\i^\\ 
lær  Schenkel  :  læggr,  leggr  i^la^ia-  §  220,  1)  bein;  lo  strand- 
wasser  :  logr  wasser;  prät.  vå  (got.  waih)  kämpfte  :  part.  veg  enn 
getötet,  Vig  kämpf;  sia  seihen  :  siga  sinken;  prät.  (sehr  selten) 
gné^e  (St.  Hom.  gnøpe-sk\  got,  ganohida)  :  gnégia  befriedigen; 
adv.  auf  -la  aus  "^-leha  (vgl.  ahd.  weither,  soliher  und  gr.  -Uxoq) 
neben  -lega,  z.  b.  varla  :  varl  ega  kaum  u.  a.;  hriå  (mhd.  hrehen) 
oder  bra  funkeln  :  braga  flammen;  når  (vgl.  gr.  véxvq)  leiche  : 
Naglfar  'leichenschiflf',  nagl  fare  'der  zwischen  leichen  fährt', 
schwort;  ó  (got.  aha)  fluss  :  Æger  gott  des  meeres.  —  Der 
Wechsel  nh  :  ng  tritt,  weil  n  schon  urgerm.  vor  h  schwand, 
als  ein  Wechsel  von  formen  ohne  und  mit  ng  auf,  z.  b.  få 
(got.  fühan)  :  prät.  fekk  (aus  '^feng  §  180,  dem  pl.  nachgebildet), 
pl.  fengom,  part.  fengenn  bekommen;  óre  (got.  jTthiza)  jünger, 
eska  Jugend  :  ung  r  jung;  ró  {ro)  winkel  :  rong  querband  des 
Schiffes;  (6  (finn.  lehnwort  lanliut,  ags.  töti  zähe)  fest  zu- 
gestanipfter  boden  :  teyigia  zusammenbinden. 

Anm.  Weil  hw  unter  umständen  zu  /wurde  (vgl.  z.  b.  fniöskr  neben 
hniöskr  zunder,  ufs,  ups  §  185,  2  neben  ux,  *uhs  §  177,  3  traufdach),  ist 
der  Wechsel  Inv  :  ^iv  (woraus  teils  ^,  teils  nach  §  25;{,  1  iv)  bisweilen  durch 
einen  Wechsel  /"(nord.  0  §  185,  1)  :  ^  wie  in  ofn  (vgl.  got.  aúJins)  :  anorw. 
(selten)  ofjn  ofen,  ulfr  wolf :  yhjr  wölfin,  draf  treber  :  drœgg,  dregg  {*dragia- 
§  2i0,  1)  liefen,  oder  /"  (nord.  /y)  :  w  wie  in  úfr  (sskr.  ul-üka-)  uhu  :  ugla 
(ahd.  Fucila  §  240  anni.  2)  eule  ersetzt  worden.  Sonst  ist  der  Wechsel  hw  : 
{^)w  im  nordischen  gewöhnlich  nicht  bemerkbar,  weil  sowol  h  als  auch  w  in 
den  meisten  Stellungen  schwinden  niusste  (§  244);  nur  in  den  wenigen 
fallen,   wo  lo  (aus  ^w)  schon  urgerm.   vokalisiert  worden   ist,   entstehen 


144  §  252.    Urgerm.  lautgesetze :  Gemination. 

(vokalische)  doppelformen,  z.  b.  sid  sehen  :  sión  {'^se;^iüni-)  gesicht;  6  (got. 
a/i/a)  fluss  :  -øy,  ey  {*agiüia-)  insel,  aue;  huél  {^^hivehiüla-,  ags.  hiveohl)  :  hiöl 
{*hwe^wla-  §  244,  ags.  hwéol)  neben  (nicht  redupliciertem)  hiiel  {Viivela-, 
vgl.  asl.  kolo)  rad;  tue-  {*twih-)  :  tui-  {twigiv-)  zwei-. 

4.  Der  Wechsel  s  :  z  tritt  als  s  :  r  (urnord.  /s;  §  174,  §  206) 
auf,  z.  b.  kiósa,  prät.  kaus  :  pl.  kðrom  {kurum,  -om,  an  alogisch 
auch  kusum,  -om),  part.  kørenn  (kor enn,  kosenn)  wählen;  friósa, 
fraus  :  fr  ør  om  {f rusum,  -om),  fr  ør  enn  {fros  enn)  frieren;  vesa 
(analogisch  vera),  vas  (var)  :  vor  om,  ver  et  (veset)  sein;  så  säen  : 
prät.  sera  (^sezö-,  vgl.  got.  slepan  :  saízlep);  moeslr,  mestr  (got. 
maists)  grösster  :  mæiri,  meire  (got.  maiza)  grösser  u.  s.  w.  in 
der  komparation;  ysia  feuer  :  æim-,  eim-yria  heisse  asche; 
þysia  :  þyria  hervorstürzen;  (h)lust  das  äussere  ohr  :  {h)løra 
lauschen,  {h)lýr  wange;  gœisl,  geisl  geissei  :  gceirr,  geirr  ger; 
liiarsi,  -e  Scheitel  :  hiarni,  -e  i^herzn-  §  208,  §  223)  hirn;  versna 
schlimmer  werden  :  vcerri,  verre  (^verRRe  <  "^verziz-,  vgl.  got. 
wairsiza)  schlimmer;  mose  moor  :  mýrr  sumpf;  hœilsa,  heilsa 
grüssen  :  hæiU,  heill  {^hceüR  §  217,  1)  heil,  glück;  iolstr,  ilstri,  -e 
weide  :  olr  erle;  ós,  øs,  øss,  oss  uns  :  pl.  orer  (analogisch  osser\ 
"^unzarai-)  unsre;  purs  riese  :  þorre  januar,  'riesenmonat'. 

§  252.  Wechsel  von  geminata  mit  einfachem  kon- 
sonanten findet  in  folgenden  fällen  (meistens  in  folge  ur- 
germanischer assimilation  eines  n)  statt: 

1.  In  wird  immer  zu  //.  Daher  z.  b.  holte  bowle  zu  holr 
bauch,  mioll  neugefallener  schnee  zu  miol  mehl,  tollr  zoll,  'das 
gezählte'  zu  tat  anzahl,  prefix  all-  all-  neben  al-  ganz. 

2.  mn  wird  nach  unbekannter  regel  zu  mrn.  Daher  wol 
die  doppelheit  in  z.  b.  suim{m)a,  symia  schwimmen,  stam{ni)r 
(got.  stamtns  :  ags.  siamor)  stotternd,  grim{m)r  (vgl.  gramr)  wild, 
skam{m)r  kurz,  ram(m)r  stark,  gammr  (vgl.  dagegen  schwed.  gam) 
geier  :  gamle  adler,  glam{m)  lärm,  (h)lum{m)r  handhabe  des  ruders, 
{h)rum(m)r  schwach,  Hœm(rn)irigr,  Hem(in)ingr  ein  personenname, 
snimma  (vgl.  got.  sniumundö)  :  snema  (u.  a.,  s.  §  139,  2)  früh; 
vgl.  noch  (h)rammr  bärenpfote  :  schwed.  ram  (ahd.  rama). 

3.  k,  g,  g,  h  -\-  n  treten  vor  ursprünglich  haupttonigem 
vokal  als  kk  auf;  nach  konsonanten  oder  langem  vokal  wird 
kk  zu  k  verkürzt.  Daher  der  Wechsel  z.  b.  in  kokkr  hahn  : 
kiúklingr  küchlein;  flikki,  -e  Speckseite,  flekkr  Stückchen  : /7«/: 
kleidstück;  Brokkr  mythischer  schmied,  'der  sich  mit  brocken 
beschäftigt' :  hrök  hose,  ''gebrochenes  kleidstück';  slakkr  schober, 


§  253.    Sonstige  urgerm.  lautgesefze  der  kons.  145 

'das  stehende'  (lat.  stagnum)  :  stake  stecken;  flokkr  flocke  :  floke 
flocke  von  haar  u.  dgl.  :  fliúga  fliegen;  smokkr  hemd  :  smiuga 
schmiegen;  lokka  verlocken  :  liúga  lügen;  hokkr  bock,  'krummhorn' 
:  lioge  bogen;  {h)raukr  :  {h)rúga  häufen;  snäkr,  snokr  (§  146  anm.) 
ringelnatter  :  snigill,  -eil  Schnecke;  vikingr  viking  :  vig  kämpf; 
iceikn,  teikn  zeichen  :  iartegn,  -tign  Wahrzeichen;  sykn  dagr  :  anorw. 
auch  sýgn  dagr  tag  auf  dem  man  gerichtlich  belangen  darf; 
anorw.  stiúk- :  stiúg-  stief-(mutter  u.  s.  w.);  hulkr  Schiffsladung  : 
holgenn  aufgeschwollen;  horkr  rinde  :  biarga  bergen;  holkr 
zwinge  :  hol  (ags.  holh)  höhlung. 

4.  t,  d,  b,  þ  -\-  n  treten  ebenso  vor  urspr.  hauptt.  vokal 
als  it,  nach  kons,  oder  langem  vok.  als  t  auf,  z.  b.  knottr  ball, 
pl.  úknyttir,  -er  böse  streiche  :  knúlr  knoten;  Imotie  motte  (vgl. 
§  186)  :  maþkr  made;  goltr  kastriertes  ferkel  :  gcelda,  gelda 
kastrieren;  blauir  weich  :  blauer  schwach. 

5.  p,b,  b,  f  -\-  n  treten  vor  urspr.  hauptt.  vok.  als  pp,  nach 
kons,  oder  langem  vok.  als  p  auf,  z.  b.  vápn  :  (selten)  vámn 
(aschw.  selten  vampn,  aus  "^wœbna-)  waffen;  síiúp-  (anorw.  auch 
stýp-)  :  anorw.  auch  síýf-  stief-(mutter  u.  s.  w.). 

6.  In  fällen  von  nn  :  n  wie  spinna  spinnen  :  spuni,  -e 
gespinnst,  brenna  brennen  :  bruni,  -e  brunst,  renna  fliessen  : 
runi,  -e  fluss,  gen.  pl.  kuenna  :  ko7ia  weib  beruht  nn  auf  n  +  n. 

Anm.  Unklar  sind  tälle  wie  stubhr  :  stúfr  stumpf,  Tuhhi,  -e  :  Tófe, 
vagga  wiege  :  vega  bewegen. 

§  253.     Sonstige,  spärlicher  vertretene,  erscheinungen  sind: 

1.  ^  schwindet  vor  w,  wenn  der  nächst  vorhergehende 
sonant  nach  der  altererbten  betonung  nicht  haupttonig  war 
('Sievers'  regel'),  z.  b.  (vgl.  §  251  anm.)  mggr  söhn  :  mær  (got. 
mawi)  mädchen;  Æger  gott  des  meeres  :  ðg,  ey  i^awia  in 
Scadinavia)  insel,  aue;  tygill,  -eil  zügel  :  laumr  zäum;  ßuga 
fliegen  :  ßaumr  schwärm;  draugr  gespenst  :  draumr  träum;  liiiga 
Xvl^qh:  lausung  betrug,  laun  gebeimnis;  þegn  (freier)  mann  \jA6nn 
diener,  þý  (got.  þiwi)  magd,  urn.  þewaR  (Einang)  lehnsmann; 
vceig,  veig  kraft :  urnord.   WiwaR  (Tune),  Wiwila  (Veblungsnæs). 

2.  ð  und  þ  schwinden  im  auslaut,  bleiben  aber  im  inlaut. 
Daraus  erklären  sich  doppelbildungen  wie  z.  b.  måne  mond, 
monat  :  mánabr  monat;  nefe  nefí'e  :  nift,  nipt  nichte;  miot  mass  : 
miotut5r,  -oör  (got.  mit  aps  mass)  Schicksal;  gl  (ags.  ealu,  obl. 
kas.  ealob)  bier  :  gib  schmaus;   halr  freier   mann  :  hglbr   freier 

Noreeu,  Altisl.  gramm.    2.  auä.  ^Q 


146  §  254.     Indoeuropäische  lautgesetze  der  kons. 

Grundbesitzer;  skœr,  sker  klippe  :  skart5  kluft;  skgp  Schicksal  : 
skgpobr  Schöpfer;  ale-dijr  haustier  :  öP/ðX  el(5e  zucht;  ^/ zweifei, 
'wenn'  :  efa{þ)samr  zweifelhaft;  Iceika,  leika  (^-anþ)  \læi-,  leikande 
Spielzeug;  Ona-vágar  mythischer  ortsname  :  unat^,  ynt^i,  -e  genuss. 

3.  m  wird  vor  d  zu  n,  z.  b,  symia  schwimmen  :  sund  (das) 
schwimmen;  kotna  kommen  :  samkund  Zusammenkunft;  skam(m)r 
kurz  :  sky7ida  beschleunigen;  brim  brandung  :  bnmdr  brunft. 

4.  hw  und  krv  werden  vor  u,  ü  und  altem  o  (urn.  a, 
s.  §  117,  2  und  anm.  1),  ö  zu  h  und  k;  ausgleichungen  sind 
fast  immer  eingetreten.  Beispiele  sind  u.  a.  huarmr  :  harmr 
augenlied;  hucerfa,  huer  f  a  sich  drehen  :  hcerfi ,  herfe  Q^^^'^ 
huésa  zischen  :  háss  heiser;  huarge  :  sehr  selten  harge  nirgends; 
huellr  hell,  laut :  Mala  plaudern;  anorw.  h(u)cerr  wer,  hü  wie, 
h{u)á  neben  huat  was;  huika  :  neuisl.  hika  schwanken;  gen. 
pl.  kuenna  :  kona,  kuna  weib;  skual  plauderei  :  skoll  gelächter; 
k{u)œ/ia,  k{u)efia  tauchen  :  kaf  tiefes  wasser. 

5.  k  und  2^  wechseln  bisweilen  nach  unbekannter  regel, 
z.  b.  (vgl.  §  251  anm.)  siiúp-  :  anorw.  stiúk-  stief-(mutter  u.  dgl.); 
vápn  :  anorw.  (selten)  våkn,  neuisl.  (selten)  vokn  (§  75,  1)  waffe. 

6.  ü,  eu,  au,  öw  wechseln  nach  unbekannter  regel  mit 
uww,  ewrv,  aww  (anord.  uggrv,  eggw,  aggrv,  s.  §  246,  2),  z.  b. 
húa  :  byggua  wohnen ,  trur  :  tryggr  treu ,  S7iúa  drehen  :  snugga 
schielend  spähen,  sko-ba  schauen  :  skugg-siá  Spiegel,  bro-b  suppe 
:  brugginn,  -enn  gebraut,  prät.  hió  hieb  :  pl.  hiuggum,  -om  hieben, 
glöa  (ags.  glöwan)  leuchten  :  gluggr  lichtöffnung,  ryia  rupfen  : 
rggg  grobe  haare,  s7io-t5enn  kahl  :  sneggr,  snoggr  kurzhaarig, 
biórr  bier  :  bygg  gerste. 

7.  t,  ai  wechseln  nach  unbekannter  regel  mit  ijj,  ajj 
(anord.  iggj,  aggj,  h.  §  246,  1),  z.  b.  þrir  :  gen.  priggia  drei; 
tuœir,  tueir  :  gen.  tuce-,  tueggia  zwei;  vi-bir,  -er  weidebusch  : 
vœggr,  veggr  (urspr.  geflochtene)  wand. 

Anm.  Frid-dagr  freitag  (zu  Frigg  Óðens  gattin)  ist  aus  dem  deut- 
schen entlehnt. 

II.    Spuren  indoeuropäischer  lautgesetze. 

§  254.  t,  d,  t>,  þ  +  t  treten  als  ss,  nach  kons,  oder 
langem  vok.  als  s  (vgl.  §  252,  3—5)  auf,  z.  b.  vita  wissen  :  prät. 
vissa  wusste,  viss  gewiss,  viss  (pl.  visir,  -er)  weise,  visa  gebundene 
rede;   hucetia,   huetia  schärfen  :  huass   scharf;   sitia  sitzen  :  sess 


§  255 — 257.    Indoeuropäische  lautgesetze  der  kons.  147 

sitz;  gióta  giesseu  :  giosa  sich  gewaltsam  ergiessen,  gðysa,  geysa 
in  heftige  bewegung  versetzen,  neuisl.  Geys'n^  name  einer 
quelle;  {h)laba  laden  :  {h)lass  führe;  {h)nióda  hämmern  :  {/i)noss 
gesehmeide;  s7iiba  schneiden  :  snceis,  sneis  spiess;  fót)a  füttern  : 
föstr  i^ßsra-,  vgl.  §  247  anm.  2)  nahrung. 

§  255.  k,  g,  g,  h  +  t  treten  als  ht  (anord.  tt,  s.  §  209) 
auf;  vor  ht  schwindet  ein  n  (vgl.  §  251,  3).  Beispiele  sind  u.  a. 
søkia  suchen  :  prät.  sótla\  þykkia  scheinen  :  prät.  p6tta\  þœkkia, 
þekkia  merken  :  prät.  þátta;  yrkia  bewirken  :  prät.  orta  (urn. 
worahto  Tune);  þykkr  dick  :  þéttr  dicht;  siúkr  krank  :  sötl  sucht; 
mega  können  :  prät.  malta;  œiga,  eiga  haben  :  prät.  átta\  haga 
einrichten  :  háttr  beschaffenheit;  draga  ziehen  :  dr  attr  zug;  ganga 
gehen  :  ^ó/í  türöffnung;  hanga  hangen  :  hætta  von  etwas  ab- 
hängig sein  lassen. 

§  256.  Anlautendes  s  kann  unter  umständen  fehlen.  Statt 
sk,  sp,  st  stehen  dann  h,  f,  þ.  Beispiele  sind  u.  a.  skógr 
wald,  skage  bewaldetes  Vorgebirge  :  hage  koppel;  skera  schneiden 
:  hiorr  schwert;  skor  :  hár  haar;  skraumi,  -e  :  {h)raumi,  -e  schlingel; 
skark  :  hark  tumult;  skial  :  hial  geschwätz;  skiallr  :  huellr  hell, 
laut;  ský  Wölkchen  :  hý  flaum;  skœmmask ,  skemmask  sich 
schämen  ('sich  bedecken')  :  hamr  bedeckung;  snykr  (^sknyk-)  : 
\{h)nykr  {fnykr,  vgl.  §  251  anm.)  stank;  Sleipner  (^sklœip-) 
OÖens  pferd,  'springer'  :  {h)laupa  (vgl.  §  149,  1)  springen;  slakke 
i^sklank-)  bergabhang  :  {h)lykkr  biegung;  sprekla  fleckchen  :  pl. 
freknor  Sommersprossen ;  stirßnn,  -eyin  starrköpfig,  stiarfi,  -e  er- 
starrung  :  þiarfr  derb;  sly  nia  stöhnen  :  Þórr,  alt  (in  der  poesie) 
Þonarr  der  donnergott ;  stritask  sich  sträuben  :  priotr  wider- 
spänstigkeit  (vgl.  §  149,  1);  snos  :  7iæs,  nes  erdzunge;  snaßr 
mit  feiner  nase  :  nœf,  nef  nase. 

§  257.     Sonstige,  spärlich  vertretene,  erscheinungen  sind: 

1.  In  anlautenden  konsonantenverbindungen  ist  r  bis- 
weilen schwankend,  z.  b.  sk{r)okkr  ranzen,  sk(r)ukka  runzel,  pl. 
sk((r)ykkir,  -er  Wellenbewegungen;  skreppa  ranzen  :  skeppa 
scheffel;  skritia  gleiten  (z.  b.  vom  schiff),  skrœit),  skreit)  (das] 
gleiten,  lavine  :  skœit),  skeib  f.  schiff,  ntr.  lauf 

2.  Wechsel  von  anlautendem  h  und  g,  z.  b.  {h)lam  :  glam 
lärm,  {]i)lymr  :  glymr  getöse. 

3.  Wechsel   von   g   und  k,    z.  b.   suffigiertes  -g    (urn.  -^a 

10* 


148  §  258 — 260.    Uebersicht  über  die  tonlosen  explosivæ. 

Kragehul,  vgl.  sskr.  aliärri)  :  ek  (lat.  ego)  ich;  {h)rúga  häufen  : 
{h)roke  (aber  schwed.  rage)  aufmass;  bog  enn  gebogen  :  hukr 
bauch;  suig  Unterdrückung  :  suikia  unterlassen;  mega  vermögen 
:  mikill,  -eil  gross,  miok,  miok  viel. 

4.  Wechsel  von  ð  oder  t  mit  zð  (anord.  dd,  s.  §  208),  z.  b. 
rø^a  reden  :  rodd  (got.  razdd)  spräche,  út  hinaus  :  oddr  ort, 
spitze. 

5.  Wechsel  von  d  und  t,  z.  b.  {h)rinda  stossen  :  isl.  Hroite 
(vgl.  ags.  Hruntin^  name  eines  Schwertes,  vinda  vs^indeln,  wickeln 
:  vottr  (aschw.  vanter)  handschuh  von  zeug. 

6.  Wechsel  von  anlautendem  /  und  /;,  z.  b.  Flor  gyn  mutter 
des  donnergottes  (got.  Fairguni  berg)  :  Marg  berg.  Vgl.  fabmr  : 
babmr  §  203  anm.  3. 

Kap.  4.    Etymologische  Übersicht  über  die 

konsonanten. 

I.    Die  tonlosen  explosivæ. 

§  258.    p  entspricht: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  p;  dies  aber  nie  im  absoluten  anlaut; 
dagegen  häufig  im  in-  und  auslaut  sowie  nach  anlautendem  s, 
z.  b.  gripa  (got.  greipan)  greifen,  skæpia,  skepia  (got.  skapjan) 
schaifen,  hialpa  (got.  hilpan)  helfen,  skip  (got.  skip)  schiff,  sporr 
Sperling,  springa  entzweispringen. 

Anm.  Anlautendes  p  kommt  —  so  weit  die  etymologischen  Ver- 
hältnisse klar  sind  —  nur  in  lehnwörtern  vor,  z.  b.  penningr  pfennig, 
pund  pfund,  prestr  priester  und  vielen  anderen. 

2.  älterem  /;  s.  §  185,  2. 

3.  älterem  §,  s.  §  185  anm.  4  (und  §  182  anm.  2?). 

4.  ist  selten  eingeschoben,  s.  §  247,  3. 

5.  ist  selten  aus  pp  verkürzt,  s.  §§  223—226. 

§  259.    pp  entspricht: 

1.  gewöhnlich  älterem  mp,  s.  §  207,  1. 

2.  seltener  urgerm.  pp^  z.  b.  klappa  klopfen,  hoppa  hüpfen, 
snoppa  schnauze,  knappr  knöpf. 

3.  ist  selten  aus  p  gedehnt,  s.  §  221. 

§  260.     t  hat  mehrfachen  Ursprung: 

1.    regelmässig  urgerm.  t,  z.  b.  tuæir,  tueir  (got.  twai)  zwei, 


§  261  -263.    Uebersicht  über  die  tonlosen  explosivæ.  149 

íré  (got.  trill)  bäum,   hiarta^ {got  hairíö)  herz,   eta   (got.  itan) 
essen,  vat?i  (got.  rvatö)  wasser. 

2.  älteres  ð,  s.  §  183,  2. 

3.  älteres  d,  s.  §  180,  §  189. 

4.  ist  eingeschoben,  s.  §  247,  1. 

5.  aus  tt  verkürzt,  s.  §  207,  2,  b,  §  209  anm.  1,  §  219  anm.  1, 
§§  223—226. 

6.  dialektisch  aus  s  entstanden,  s.  §  187. 

§  261.     tt  hat  sehr  verschiedenen  Ursprung: 

1.  älteres  nt  {nd\  s.  §  207,  2  (§  180). 

2.  urgerm.  ht,  s.  §  209. 

3.  älteres  ð/,  s.  §  210,  2. 

4.  älteres  d{d)t,  s.  §  210,  1. 

5.  älteres  tt5,  s.  §  216. 

6.  aus  t  gedehnt,  s.  §  220  anm.  1,  2  und  3,  §  221. 

7.  urgerm.  tt,  z.  b.  skattr  (got.  skatts)  schätz,  hgttr  (ags. 
hætt)  hut,  kngttr  ball  (vgl.  ags.  cnotia  knoten),  kgttr  katze. 

8.  urgerm.  t  -\-  t,  durch  synkope  zusammengestossen,  z.  b. 
ntr.  liott  (got.  liutata)  zu  liótr  hässlich  u.  dgl. 

9.  urgerm.  þþ?,  s.  §  186. 

§  262.    k  (gutturales  und  palatales)  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  k,  z.  b.  kné  knie,  kenna  kennen, 
akr  acker,  ek  (got.  ik)  ich,  riki,  -e  (got.  reiki)  reich. 

2.  urgerm.  h,  s.  §  177,  3,  §  188. 

3.  älteres  ^,  s.  §  184,  1. 

4.  älteres  g,  s.  §  190. 

5.  älteres  ^  +  í  oder  h,  s.  §  184,  4. 

6.  aus  kk  verkürzt,  s.  §§  223—226. 

§  263.     kk  hat  mehrfachen  Ursprung: 

1.  gewöhnlich  aus  älterem  nk  (rig),  s.  §  207,  3  (§  180). 

2.  urgerm.  kk,  z.  b.  scekkr,  sekkr  sack,  hokkr  bock,  flekkr 
fleck,  {h)nakke  nacken,  smokkr  (ags.  smocc)  Unterkleid,  stokkr 
stock,  lokkr  locke,  lokka  verlocken,  ßokkr  flocke. 

3.  aus  k  gedehnt,  s.  §  220,  1,  2,  5  und  anm.  2,  §  221. 

4.  aus  t{t)k  assimiliert,  s.  §  213,  1. 

5.  auss  gg  -\-  k,  s.  §  214, 


150  §  264 — 269.    Uebersicht  über  die  tönenden  explosivæ. 

II.    Die  tönenden  explosivæ. 

§  264.     b  kommt  nur  anlautend  und  nach  m  vor.     Es  ent- 
spricht: 

1.  urgerm.  t>,  s.  §  178,  §  182,  3. 

2.  urgerm.  h  (§173  anm.  1),  z.  b.  kamhr  (ags.  comb)  kamm, 
lamb  (got.  lamb)  lamm,  umb  (ags.  ymb)  um,  vomb  (got.  rvamba)  bauch. 

3.  ist  selten  eingeschoben,  s.  §  247,  5. 

§  265.     bb  ist  im  ganzen  selten.     Es  ist: 

1.  urgerm.  bb?,   z.  b.  krabbe  krabbe,  gabba  (ags.  ^abbian) 
zum  narren  halten,  stubbr  stumpf. 

2.  aus  ^  +  &  assimiliert,  s.  §  211. 

3.  aus  mb  assimiliert?,  s.  §  207  anm.  4. 

§  266.     d  kommt  nach  vokalen  nur  in  Zusammensetzungen 
(z.  b.  friädagr  freitag)  vor.     Es  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  ð,  s.  §  178,  §  183,  1,  b. 

2.  urgerm.  d  {%  173  anm.  1),  z.  b.  binda  binden,  hond  hand, 
land  land  u.  a. 

3.  selten  älteres  þ,  s.  §  183,  1,  b  verglichen  mit  §  176,  1. 

4.  aus  dd  (ðd)  verkürzt,  s.  §  183  anm  2,  §  216,  §§  223—226. 

5.  ist  eingeschoben?,  s.  §  247  anm.  4  und  6. 
Anm.    Ueber  kakuminales  íí  s.  §  195. 

§  267.     dd  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  ð  +  ð,  s.  183,  1,  a. 

2.  urgerm.  zb  (urn.  ^ö),  s.  §  208. 

3.  urgerm.  dd?,   z.  b.  kodde  (vgl.  ags.  codd)  tasche,  iodde 
(ahd.  zotto)  wollflocke. 

4.  aus  t^d  assimiliert,  s.  §  210,  3. 

§  268.     g  (gutturales  und  palatales)  kommt  nur  anlautend 
und  nach  (und  vor?)  n  vor.     Es  ist: 

1.  anlautend  urgerm.  g,  s.  §  178. 

2.  urgerm.  g  (§173  anm.  1),  z.  b.  langr  lang,  smgr  gesang, 
ungr  jung. 

3.  ?  vor  n  aus  älterem  gg  verkürzt,  s.  §  246  anm.  2,  §  224. 

§  269.    gg  hat  dreifachen  Ursprung: 

1.  aus  gedehntem  g,  s.  §  220,  1  und  5  mit  anm.  3. 

2.  ist  eingeschoben,  s.  §  246. 

3.  urgerm.   gg?,    z.  b.   vagga   (vgl.   mengl.  ?vaggin)   wiege, 
bagge  packen. 


4- 


l^íí 


§  270 — 274.     Uebersicht  über  die  tonlosen  spiranten.  151 

Hl.    Die  tonlosen  spiranten.  ,        n 

§  270.    /  kommt  nur  anlautend  und  im  inlaute  vor  k,  s,  t         Clu>J<e^ 
vor.     Es  entspricht:  í/<nrs,^  ^ 

1.  gewöhnlich    urgerm.  /,    z.  b.  fotr  fuss,   ßiota  fliessen,         ^^^" 
friösa  frieren,  gift  (got.  gifts)  gäbe. 

2.  urgerm.  ^,  s.  §  182,  1. 

3.  urgerm.  />.^  s.  §  200. 

4.  selten  urgerm.  p,  s.  §  191. 

Anm.  ff  kommt  fast  nur  in  lehnwörtern  vor,  z.  b.  offra  opfern,  die 
buchstabennamen  ef  ^=  f  und  vaff  =  v.  In  echt  nordischen  Wörtern  ist 
es  aus  f/  +  f  entstanden,  s.  §  211.  u      u     -  ^ 

§  271.     þ  kommt   nur   anlautend   und  im   inlaute   vor  k  {;^,g 

sowie  nach  k,  p  vor.     Es  entspricht:  $^í^^^ 

1.  anlautend   urgerm.  þ,    z.  b.   f>ola   (got.  þulan)   dulden,  íXvl 
p7'ir  (got.  preis)  drei,  þiófr  (got.  þiufs)  dieb.  />wrt  (got.  þrvahan) 
waschen. 

2.  inlautend  älterem  ð,  s.  §  183,  2. 

§  272.     s  ist: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  s,  z.  b.  5ö?ir  söhn,  standa  stehen, 
kiosa  (got.  kiusan)  wählen,  oxe  ochs,  Äa/^  hals,  gras  gras. 

2.  aus  SS  verkürzt,  s.  §  217,  3,  §§  223—226. 

3.  eingeschoben,  s.  §  247,  2. 
Anm.    Ueber  kakuminales  s  s.  §  195. 

§  273.    SS  hat  mehrfachen  Ursprung: 

1.  urgerm.  ss,  z.  b.  huass  (got.  h^ass)  scharf,  vissa  (got. 
rvissa)  ich  wusste,   {h)lass  führe,    sess  sitz,   {h)noss  geschmeide. 

2.  s  +  s,  durch  synkope  zusammengestossen,  z.  b.  gen. 
sg.  AW.9Í  hauses,  viss  eines  weisen. 

3.  älteres  sR  (urgerm.  ^  +  z),  s.  §  217. 

4.  aus  s  gedehnt,  s.  §  221. 

5.  aus  rs  assimiliert,  s.  §  212,  3. 

6.  aus  ts  assimiliert,  s.  §  213,  2. 

§  274.     Der  gutturale  (und  palatale)  spirant  h  kommt  nur 

anlautend   vor   konsonantischem   u   und   /  vor   und   entspricht 

immer  urgerm.  h,  z.  b.  huat  (got.  ha)  was,  hiai^ta  herz. 

Anm.  Derselbe  laut  —  jedoch  g  geschrieben  —  kommt  als  über- 
gangsstufe  in  der  entwickelung  ^  =-  spir.  h  ==-  k  vor,  s.  §  184,  1. 


152     §  275.  276.    Uebers.  über  die  tonl.  spir.    §  277—279.    Die  tön.  spir. 

§  275.     Der   hauchlaut   h   kommt   (ausser  in   Zusammen- 
setzungen) nur  anlautend  vor  sonanten  vor  und: 

1.  entspricht  gewöhnlich  urgerm.  spirantischem  h,  s.  §  177. 

2.  ist  zugesetzt,  s.  §  247,  4. 

§  276.°^  ^Die  (anlautend  durch  h,   auslautend   durch   resp. 
/,  n,  r  bezeichneten)  tonlosen  l-,  n-,  r-laute  entsprechen: 

1.  anlautend  gewöhnlich  urgerm.  spir.  h,  s.  §  177,  2. 

2.  anlautend  im  etwas  späteren  isl.  auch  älterem  k  vor  n, 
s.  §  193. 

3.  auslautend  älteren   tönenden  /,  n,  r,  s.  §  40  anm.,  §  41 
anm.  1,  §  34  anm.  2. 

Anm.    lieber  eventuelle  tonlose  I  und  n  im  inlaut  s.  §  183,  2,  b. 

^  0  í^       .  iV.    Die  tönenden  spiranten. 

:^civu^.mt^'     §  277.     t,  später  (s.  §  194  und  §  197)  v   (anlautend  durch 
i^fvAcl^iu  v,  sonst  durch  /  bezeichnet)  entspricht: 

**'^  1.    urgerm.  d,  z.  b.  ^rö/a  graben,  liúfr  lieh,  ær  fingt,  er  finge 

erbe,  kalfr  kalb. 

2.  urgerm.  /,  s.  §  185,  1. 

3.  urgerm.  w,  s.  §  194. 

4.  selten  urgerm.  m,  s.  §  181. 

■]-     ^  t  omJ        §  ^^^-     ^  kommt  sehr  selten  anlautend   (s.  §  176,  1)  vor. 
h       Es  hat  folgenden  Ursprung: 
ÍU4.  1.    gewöhnlich   urgerm.  b,    z.  b.  fatler   (got.   fadar)  vater, 

tiiih    ^^^^^  fe^*-  ^'^^ö^^O  bieten,  garbr  (got.  gards)  gehöft,  þiób  (got. 
^^^þiuda)  Volk. 

2.  urgerm.  þ,  s.  §  176,  1. 

3.  älteres  t,  s.  §  192. 

4.  älteres  nn,  s.  §  201. 

5.  älteres  þþ,  s.  §  186. 

6.  älteres  ðð,  s.  §  225  anm.  2. 

7.  älteres  r,  s.  §  203. 

8.  älteres  d,    z.  b.    samnwbr  aus  -møddr   (§  249,  9,   §  244) 
von  derselben  mutter,  prät.  hirt^a  i^hirdda  §  183  anm.  2)  bewachte. 

§   279.     ^   (gutturales    und   palatales)    kommt    nur   nach 
vokalen  und  /,  r  vor.     Es  entspricht: 

1.    fast   überall    einem    urgerm.  ^,    z.  b.   ceiga,   eiga    (got. 


§  280—283.    Uebersicht  über  die  nasale.  153 

aigan)  haben,  dagr  (g'ot.  dags)  tag,  slœginn,  slegenn  geschlagen, 
vigia  weihen. 

2.  selten  älterem  k,  s.  §  192. 

3.  dialektisch  älterem  'b,  s.  §  198. 

4.  selten  älterem  t5,  s.  §  200  anm.  2. 

5    ?  älterem  gg,  s.  §  246  anm.  2,     Vgl.  §  268,  3. 

V.    Nasale.  ,, 

§  280.     m  entspricht:  i)scrr^   r.  ^( 

1.  Gewöhnlich   einem   urgerm.  m,  z.  b.  måne  mond,  nema,^    •  s.^  ^  ^ 
nam  nehmen,  nahm,  armr  arm.  j-n  ^í    ^  ku 

2.  seltener  älterem  i,  s.  §  182,  2.  4)ScVu>.  ' 

3.  selten  älterem  n,  s.  §  202,  1.  i)tAcM^ 

4.  älterem  m7w  durch  ktirzung,  s.  §§  224,  225. 

Anm.  Ueber  anlautendes  m  statt  lü  s.  §  218;  über  m  statt  ng 
s.  §  205. 

§  281.  mm  ist  fast  überall  urgerm.  mm,  z.  b.  vamm  Tgot. 
wamm)  schände,  dimmr  (ags.  dimm)  dunkel. 

Anm.  Ueber  seltenes  mm  aus  mR  s.  §  217  anm.  4;  aus  m?)  s.  §  219 
anm.  2.  Etwas  unklar  ist  das  mm  in  fim{m)  fünf  (vgl.  §  238),  skgmm 
schände;  vgl.  auch  einige  der  im  §  252,  2  angeführten  Wörter. 

§  282.     Das  dentale  n  ist: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  dentales  n,  z.  b.  nött  nacht,  hane 
hahn,  kyn  (got.  kuni)  geschlecht,  laun  lohn. 

2.  selten  älteres  m,  s.  §  199  anm.  1. 

3.  selten  älteres  gutturales  n  (ng)^  s.  §  205. 

4.  selten  älteres  l,  s.  §  196. 

5.  aus  nn  verkürzt,  s.  §  217,  3,  §§  223—226. 

Anm.     Ueber  kakuminales  n  s.  §  195;  über  tonloses  n  s.  §  276. 

§  283.     nn  ist  mehrfachen  Ursprungs: 

1.  urgerm.  nn,  z.  b.  spinna  spinnen,  kunna,  kann  können, 
kann,  acc.  sg.  brunn  brunnen. 

2.  urgerm.  nþ,  s.  §  215. 

3.  urgerm.  zn  (urnord.  ä/z),  s.  §  208. 

4.  älteres  nR  (urgerm.  n  +  z),  s.  §  217. 

5.  älteres  rn,  s.  §  212,  2. 

6.  älteres  nw,  s.  §  218. 

7.  älteres  nd,  s.  §  219. 

8.  aus  n  gedehnt,  s.  §  220  anm.  1. 

9.  urgerm.  n  -]-  n,  z.  b.  gen.  pl.  kuenna  zu  kona  weib. 


154     §  294.  Uebers.  über  die  nasale.     §  285—288.  Uebers.  über  die  liquidæ. 

§  284.     Das  gutturale  n  kommt   nur  vor  g   (sehr  selten  k 
und  n)  vor  und  entspricht: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  gutturalem  n,  z.  b.  langt^  lang,  tunga 
zunge,  honk  henkel. 

2.  selten  älterem  m,  s.  §  199. 

3.  selten  älterem  dentalen  n,  s.  §  202,  2. 

4.  (geschrieben  7ig)  älterem  g  (vor  w).  s.  §  184,  2. 

VI.    Liquidæ. 

§  285.     /  ist: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  /,  z.  b.  langr  lang,  vilia  (got.  wiljati) 
wollen,  hlöme  blume,  stela,  stal  stehlen,  stahl. 

2.  aus  //  verkürzt,  s.  §  217,  3,  §§  223—226. 
Anm.     Ueber  tonloses  l  s.  §  276. 

§  286.     //  hat  mannigfachen  Ursprung: 

1.  urgerm.  //,  z.  b.  iill  wolle,  falb^  voll,  falla  fallen. 

2.  urgerm.  Iþ,  s.  §  215. 

3.  älteres  IR  (urgerm.  /  +  2),  s.  §  217. 

4.  älteres  ð/,  s.  §  210,  4. 

5.  älteres  rl,  s.  §  212,  1. 

6.  selten  älteres  nl,  s.  §  207,  4. 

7.  selten  urgerm.  zl,  s.  §  208  anm.  2. 

8.  älteres  Id,  s.  §  219. 

9.  aus  /  gedehnt,  s.  §  220,  3  und  4. 

§  267.     r  ist  folgenden  Ursprungs: 

1.  urgerm.  r,   z.  b.   réltr  recht,   bera   (got.   bairan)  tragen, 
vær,  ver  (got.  w  air)  mann,  armr  arm. 

2.  urgerm.  z  (urn.  r),  s.  §  174,  §  206  (§  68,  §  69). 

3.  selten  älteres  b,  s.  §  183,  3. 

4.  selten  älteres  I,  s.  §  196. 

5.  aus  rr  verkürzt,  s.  §  217,  3,  §§  223—226. 
Anm.     Ueber  tonloses  r  s.  §  276. 

§  288.     rr  ist  folgenden  Ursprungs: 

1.  älteres  r  r  (urgerm.  r  +  2),  s.  §  217. 

2.  aus  r  gedehnt,  s.  §  221. 

3.  urgerm.  rr,  z.  b.  kuirr,  kyrr  (got.  qairrus)  ruhig,  fiarri, 
-e  (got.  f  air  ra)  fem. 


§  289.  290.    Uebersicht  über  die  halbvokale.  155 

4.  aus  r  -{-  r,    z.  b.   norrénn   (ahd.  nordröni)    norwegisch. 

5.  aus  R  -\-  R  (urgerm.  z  +  z),  z.  b.  rjøyrr,  reyrr  (vgl.  got. 
raus)  röhr,  gœirr,  geirr  (gr.  lehnwort  yaiooq)  spiess. 

6.  aus  R  gedehnt,  s.  §  221. 

VII.    Halbvokale. 

§  289.  t  findet  sich  nur  vor  den  vokalen  a,  å,  o,  ö,  o,  q, 
u,  Ú  (selten  vor  e,  y,  ce,  s).    Es  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  urgerm.  konsonantisches  i  nur  inlautend  nach  kurzer 
silbe,  z.  b.  vcelia,  velia  (got.  waljan)  wählen,  lœggia,  leggia  (got. 
lag  jan)  legen,  hrynia  (got.  hrunjo)  panzer;  anlautend  nur  in  iå 
ja  und  lehnwörtern,  s.  §  175  anm.  1. 

2.  aus  älterem  e  durch  brechung,  s.  §  89,  §  90  (vgl.  §  63 
anm.  1,  §  71,  4  und  §  72,  9);  oder  wo  es  in  dem  diphthonge 
eu,  eo  stand,  s.  §  59;  oder  in  hiatus,  s.  §  106. 

3.  aus  älterem  %  in  dem  diphthonge  iu,  io,  s.  §  59;  oder 
bei  hiatus  s.  §  106. 

4.  aus  älterem  é,  i,  ý,  é  {é?)  bei  hiatus,  s.  §  106. 

5.  nach  palatalem  ^,  g,  k  entwickelt,  s.  §  204. 

6.  vor  é,  sowie  zwischen  palatalen  kons,  und  kurzem  ge- 
schlossenen e  entwickelt,  s.  §  100. 

7.  anorw.  selten  intervokalisch  nach  palatalem  vokal  ein- 
geschoben, s.  §  106  anm.  2. 

Anm,     Ueber  mitlautendes  i  in  dem  diphthonge  cei,  ei  s.  §  165,  6. 

§  290.  u  {w)  findet  sich  nur  nach  tautosyllabischem  kon- 
sonanten vor  vokalen  (vgl.  §  244  mit  anm.  2).     Es  entspricht: 

1.  gewöhnlich  urgerm.  w,  z.  b.  tuceir,  tueir  zwei,  kuen 
(got.  qens)  frau,  syngua  (got.  s'iggtvan)  singen. 

2.  älterem  o,  o,  u,  ú  bei  hiatus,  s.  §  107. 

Anm.  1.  Ueber  mitlautendes  u  in  den  diphthongen  ou,  au,  ou 
s.  §  163. 

Anm.  2.    Ueber  mitlautendes  y  in  den  diphthongen  øy,  ey  s.  §  167,  9. 


Flexionslehre. 


mask.        neutr. 
Sg.  N.    -r  — 

G.  -s 

D.  -i,    -e  (§  124) 

A.  — 


I.  Abschnitt.     Deklination. 

Kap.  1.    Deklination  der  snbstantiya. 

A.    Vokalische  stamme  (starke  deklination). 

I.     a-stämme. 

§  291.  Die  ö-stämme  sind  maskulina  und  neutra,  welche 
letzteren  nur  im  nom.  sg.  und  nom.  acc.  pl.  von  den  maskulinen 
abweichen.     Die  endungen  sind: 

mask.        neutr. 
PI.  N.  -ar        —  (w-uml.  d.  wurzelv.) 
U.        -a 

D.        -um,  -om  (§  125) 
A.  -a  —  (w-uml.  d.  wurzelv.) 

Anm.  1.  Nom.  sg.  m.  endete  urnord.  auf -«ä  (vgl.  jedoch  §  305  anm.). 
Die  hierhergehörigen  beispiele  sind:  pewaR  (Thorsbjærg,  Valsfjord),  WiwaR 
(Tune),  holthjciE  (Gallehus),  HaðulaikaR,  IIa^usta[l]daR  (Strand),  Hagu- 
staWaR  (Valsfjord),  HarafJanaR  (Järsbärg),  erilaR  (Lindholm,  Järsbärg, 
Kragehul),  eirilaR  (Veblungsnæs,  By),  ÐagaR  (Einang),  WakraR,  luphjaR 
(Reidstad),  StainaR  (Krogstad),  JialaR  (Steinstad),  FrawaradaR  (Möjebro), 
HeldaR  (Tjurkö),  HiwigaR  (Arstad),  warhjaR  (Jondal),  Ski[n]paleuf/aR 
(Skärkind),  äleugaR  (Skaäng),  laukaR  (mehrere  brakteaten),  horaR  (brakteat), 
ÄküR  (Asum-br.),  HroRaR  (By),  EhuprowaR  (Myklebostad),  wozu  die  adj. 
haitinaR  (Tanum),  wilagaR  (Lindholm)  zu  stellen  sind. 

Anm.  2.  Nom.  acc.  sg.  ntr.  hatte  urnordisch  die  endung -a.  Bei- 
spiele:   nom.  hlaiwa  (Bø),  orVa?  (Vi),  acc.  horna  (Gallehus). 

Anm.  3.  Gen.  sg.  endete  urnordisch  auf  -as.  Beispiele  sind: 
A\n\sugisálas  (Kragehul),  öotíagas  (Valsfjord),  Hrawdas  (Bø),  Asugas 
(Myklebostad). 

Anm.  4.  Dat.  sg.  hatte  urnordisch  die  endung  -d,  z.  b.  WotiuritSe 
(Tune),  Hite  (Järsbärg),  wllhakurne  (Tjurkö),  WaTje  (Thorsbjærg),  Wage 
(Opedal),  -olaife  (By),  ehe?  (Asum). 


§  292.  293.    Reine  a-stämme. 


157 


Aum.  5.  A  CC.  sg.  m.  endet  um.  auf -a,  z.  b.  staina  (Tune,  Gommor?), 
Hahaisla  (Mojebro),  wraita  (Reidstad),  Hariwulqfq  (Istaby),  Hapuwolafa 
(Gommor). 

Anm.  6.  Nom.  acc.  pl.  m.  sind  aus  urn.  zeit  nicht  belegt,  müssen 
aber  die  endungen  -ör,  resp.  an  (vgl.  got.  -ös,  resp.  -ans)  gehabt  haben. 
Nom.  acc.  pl.  ntr.  sind  ebenfalls  aus  um.  zeit  nicht  belegt,  müssen  aber 
auf  -u  geendet  haben;  vgl.  das  finnische  lehnwort  joulu  (isl.  iól  pl.  t.) 
Weihnachten  (noch  älter  wol  -9,  in  finn.  jukko  joch  entlehnt).  Diese 
endung  ist  später  fortgefallen,  zeigt  aber  ihre  frühere  existenz  durch 
M-umlaut  oder  -brechung  in  der  Wurzelsilbe  des  wortes.  Vielleicht  ist 
sogar  die  endung  in  einem  einzigen  falle  durch  den  accent  bis  in  die 
literatur  erhalten  worden,  nämlich  im  zahlwort  þriú  drei. 

Anm.  7.  Gen.  pl.  ist  urn.  nicht  sicher  belegt,  aber  endete  wol  auf 
(nasaliertes)  -ä  {arüir^a  Tune?)  oder  -ü. 

Anm.  8.  Dat.  pl.  endet  urn.  auf  -umR,  nach  ausweis  zweier  (ana- 
logisch gebildeten)  i-stamms-dative  :  gestumR,  boruniR  (Stentofta). 

Als  Unterabteilungen  der  «-stamme  werden  gewöhnlich 
abgesondert  die  ia-,  Ja-  und  wö-stämme;  die  übrigen  fasst  man 
als  'reine'  «-stamme  zusammen.  Wir  behandeln  hier  zunächst 
die  letzteren. 

a)  Reine  a-stämme. 

§  292.  Paradigmen:  mask.  armr  arm,  hamarr  hammer, 
mor  heideland;   neutr.  baim  kind,  sumar  sommer,   hú  wohnsitz. 


mas 

kulina: 

neutra: 

Sg.N. 

armr 

hamarr 

mór 

barn 

sumar 

bu 

G. 

arms 

hamars 

mos 

barns 

sum  ars 

bus 

D. 

arme 

hamre 

mó 

barne 

sumre  {-i) 

bue  {-i) 

A. 

arm 

hamar 

mó 

barn 

sumar 

bu 

PI.  N. 

armar 

hamrar 

móar 

b9rn 

sumor  {-ur) 

bu 

G. 

arma 

hamra 

móa 

barna 

sumra 

bua 

D. 

ormom 

homrom 

móm 

bomom 

sumrom 

bum 

{armum) 

{hamrum) 

{barnum) 

(sumrum) 

A. 

arma 

hamra 

móa 

b9rn 

sumor  {-ur) 

bil 

Anm.     Die   eingeklammerten,   kursiv  gedruckten  formen   sind  hier 
und  in  allen  folgenden  paradigmen  die  altnorwegischen.  |/*/f         , 

§  293.  Wie  arm?^  flektiert  eine  sehr  grosse  anzahl  von  /a*»^effiVot.f-i 
einsilbigen  Wörtern,  z.  b.  dómr  urteil,  /iskr  fisch,  hesír  (hœsír)^'  ^-  "  "^^ 
pferd,  íiundr  hund,  þiófr  dieb,  ga?'t)r  Umzäunung,  kamhr  kamm, 
skattr  tribut,  vargr  wolf,  íoppr  oberste  spitze  etc.;  ferner  die 
vielen  zweisilbigen  auf  -engr,  -ingr  (oft  daneben  -inge,  -i  nach 
§  336),  -ongr  (-ungr),  -angr,  -leikr  {-lœikr;  oft  daneben  -leike, 
lœiki  nach  §  334),    -r«ð>  u.  a.,    z.  b.  huningr  rustung,    konongji 


158  §  293.    Reine  a-st'ámme. 

könig,  leibangr  kriegszug,  kœrleikr  liebe,  A^alrá(5r  ein  name; 
vgl.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  32,  §  35,  §  36,  §  47,  Larsson,  Ord- 
forrådet, s.  422  f.     lieber  die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Im  nom.  sg'.  ist  zu  beachten  die  verschiedene  be- 
handlung*  des  -r  (urspr.  -r)  bei  den  Wörtern  auf  /,  n,  r,  s 
(§  217),  z.b.  stoll  stuhl,  steinn  {stœinn)  stein,  iss  eis;  selr  seehund; 
fugl  vogel,  hrafn  {ramn)  rabe,  akr  (gen.  aJirs^^A^^aJcrejx.  s.  w.) 
acker,  þurs  riese;  halb'  stein,  ?nut^r  (§  201;  jünger  munnr)  mund, 

n.i>z.-%nnÁ  ^j^ubr,  hrunnr  brunnen. 

Anm.  1.  Die  endung  fehlt  ganz  in  einigen  fremdwörtern ;  6isfcoy>,  -up 
(älter  byskop,  -up)  bischof  und  eigennamen  wie  Krist  (selten  Kristr  vgl. 
§241,  2),  Satan,  Simon,  Salomón,  Israel,  Benedikt,  Nikolas,  Magnus  (seltener 
Mognús)  u.  a.  Ueber  (Jn{n),  IIalfdan{r)  s.  §  225  anm.  1 ;  stúl{l),  þiór{r), 
is{s)  u.  dgl.  §  226;  ulfge  {*ulfr-gi)  u.  dgl.  §  245,  9.  In  den  'Rimur'  des 
15.  jahrhs.  fehlt  die  endung  durchgehends  in  Wörtern  auf  -ing,  -ung. 

2.  Im  gen.  sg^  haben  viele  Wörter  die  endung  -ar  (wie 
bei  den  i-  und  w-stämmen,  aus  deren  flexion  die  meisten  von 
diesen  Wörtern  hierher  getreten  sind)  statt  -s.  Solche  sind 
graut  r  grütze,  þróttr  kraft,  mundr  die  gäbe  mit  welcher  der 
mann  seine  frau  kauft ,  Jiofundr  {hafundr)  hauptmann,  visundr 
bisonochs,  ót)r  gedieht  (aber  Óðr  ein  name,  gen.  O^s),  heibr 
{hœibr;  später  gen.  heibrs,  dat.  heibri  u.  s.  w.)  ehre,  snúbr  vor- 

L  3^h  teil,    trübr  gaukler,!  rugrl  roggen,    úrr   auerochs,  regrr   {rsyrr) 

röhr,  grobr  (gen^jfyprar^  alt  auch  grobar)  Wachstum,  (h)lá(r 
(gen.  -rar)  gelächter,  jneldr  (mceldr]  gen.  -rar)  das  mahlen. 
i;gðr  (gen.  -rar)  widder,  lemstr  {læmstr\  gen.  -ro^r)^ Verstüm- 
melung, rekstr  (gen.  -rar)  das  treiben;  ausserdem  eine  grosse 
anzahl  von  eigennamen,  z.  b.  Egvindr  (0g-),  Þunðr,  Onundr  (An-), 
(isl.)  Vélundr  und  Volundr,  Sigurt^r,  Bórbr,  Þórbr,  Halfdan{r) 
und  alle  auf  -mundr,  -frehr  und  -frðt^r,  -rs^r,  wie  Sigmundr, 
Hallfrebr,  Geirrsbr  u.  a.  Andere  schwanken  zwischen  -s  und 
-ar,  wie  eit)r  (ceit^r)  eid,  meit5r  bäum,  seibr  Zauberei,  au^r 
reichtum,  apaldr  (gen.  -drs,  -ds  und  -dar)  apfelbaum,  lávai^br 
herr,  bastårer  bastard,  lundr  hain,  vlndr  wind,  skógr  wald,_/írr 
ehre,  {h)rót5r  (gen.  -rs,  -rar)  rühm,  rót5r  (gen.  -rs,  -rar)  rudern, 
kraptr  kraft  und  einige  eigennamen  wie  Surlr  (auch  gen.  Surta 
wie  von  einem  «^z-stamme),  Heimdalr  und  -dallr,  Ullr,  Simon. 
Vgl.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  47. 
i  Anm.  2.    In  Wörtern  auf  s  mit  einem  vorhergehenden  konsonanten 

I  ist  natürlich  der  gen.  dem  nom.  gleich  (§  223),  z.  b.  þurs  riese,  lax  lachs. 

-"T  ^€^  %loüuMM     OA^ae^irrZo  :      oMyT.  DuJU^  O/v^dx  (ßc iu^JU^^eliAU)  .  (AA^u/f  [-iíií^) 

(Xm^^    '^aJutr.   iicKlcU.   Ij^o-yn^tf.   l)~crÍ6Ajt- .  aolcLf  •  OU^^yvxlyf.   Ka/T. 
Wir(^5<^L^}-^Ku^.y^Äi^^,  kwrt^  {(IAaJí  .  -fe^t-r.   "In^ti-   "KaW- 


§  294.     Eeíne  a-stämme.  159 

Ueberfálle  wie  hœst(s),  Krist{s)  s.  §  242  [hœss,  Kriss  §  245,  10);  hós{s)  u.  dgl.     /    •    ^^^^     [« 
s.  §  226.    Sonst  fehlt  -s  nur  in  einigen  fremden  eigennaraen  wie  David,  Israel. 

Anm.  3.  Wörter  auf  II,  nn  haben  z  statt  s  (§  247,  1,  a),  z.  b.  hal{l)z 
zu  hallr  stein,  mun(n)z  zu  munnr,  mutir  mund.  Ueber  formen  wie  elz  zu 
eldr  feuer  s.  §  189;  über  garz  zu  gartir  Umzäunung  u.  dgl.  s.  §  183,  2,  d. 

Anm.  4.  Das  ableitende  r  in  artir  C^ardrn)  pflüg,  kaupanar  stadtj 
apaldr  apfelbaum  ist  schwankend  im  gen.  ard{r)s  u.  s.  w. ;  vgl.  §  245,  9. 

3.  Dat.  sg.  ist  nicht  selten  endungslos;   so  besonders  oft  ^or . Jireiw. 
bei  Wörtern  mit  langem  wurzelvokal;  dagegen  sehr  selten  bei    rm^^je.) 
den  Wörtern  auf  -ingr,  -ongr.  xa^e^    ^a^.    ^^i^ 

Anm.  5.     Von   dagr  tag  heisst  der   dat.  dege  {dœgi;   vgl.   Sievers, f  ^el^s^Uc^o 
Beitr.  VIII,  331  note)  neben    (seltenem)  dag,  welche  form  nur  in  der  ver-l^^^^-  "^"^^^  ^°- 
bindung  i  dag  'heute'  häufig  ist,  so  wie   bei   dem   eigennamen  Dagr  diel 
einzig  gebräuchliche. 

4.  Im  nom.  ace.  pl.  können  smit5r  ktinstler  und  (selten) 
Vermar  (Fœrma?-)  pl.  t.  bewohner  von  Varmland  wie  i-stämme 
flektieren;  smiör  selten  auch  als  w-stamm.  Prelt?-  list,  sií(/r  oder 
sti  ff  r  steig  können  nur  im  acc.  pl.  wie  w -stamme  flektiert 
werden. 

§  294.  Wie  hanian^  flektieren  zweisilbige  Wörter  mit 
kurzer  ableitungssilbe,  z.  b.  isl.  þumall  dau  ra  en,  þjsteU  distel, 
diofoll  teufel,  aptann  abend,  himenn  himmel, ^o^w^riese,  fiotorr 
fessel;  vgl.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  37,  Larsson  Ordforrådet, 
s.  423.  Die  synkopierung  des  ableitungsvokals  tritt  vor 
vokalisch  anlautender  endung  ein.  Jedoch  erleidet  diese  regel 
scheinbar  einige  ausnahmen: 

1.  Synkope  kommt  überhaupt  nicht  vor  in  einer  anzahl 
von  Wörtern,  die  meist  ursprüngliche  Zusammensetzungen  oder 
auch  fremdwörter  sind:  blkwr  becher,  die  eigennamen  Ragnarr 
(dat.  Ragnare),  Gunnarr  (und  viele  andere  auf  -arr  statt  hœrr 
§  65  anm.),  þióÖma?^r  (u.  a.  auf  -mar r  statt  mœrr  §  65  anm.), 
Pélarr  oder  Petlarr,  Gizorr,  Ozorr  (Azurr),  Heriann,  Regenn  (dat. 
Regen),  Aut5on{it),  Håkon  (sehr  selten  -nn)  und  einige  andere. 

2.  Durch  ausgleichung  sind  bisweilen  sämmtliche  kasus 
synkopiert  worden,  z.  b.  iarl  jarl  statt  "^erell  (urn.  erilaR),  nom. 
pl.  iarlar\  karl  mann  statt  "^kerell  (kœrill,  finn.  lehn  w.  karllas, 
aschw.  run.  noch  KarilR),  pl.  karlar\  Þórr  der  donnergott  neben 
(seit,  und  dicht.)  Þonarr,  dat.  Þóre  (§  239,  3),  Þór.  Eldr  (œldr) 
feuer  statt  ^cilebr  (aschwed.  noch  einmal  eledh,  ags.  œled), 
dat.  elde   (§  115)   muss   schon   urn.   synkopierte   kasus  gehabt 


160  §  295.    Reine  a-stamme 

haben;  sonst  stände  —  was  doch   nie   der   fall  ist  —  in  den 
ältesten  hdschr.  *elbr  (vgl.  §  183,  1,  b). 

Anm.  1.  Wörter  mit  kurzer  Wurzelsilbe  und  dem  ableitungs vokal  i 
sollten  eigentlich  in  den  nicht  synkopierten  kasus  umgelauteten,  in  den 
synkopierten  kasus  aber  nicht  umgelauteten  vokal  aufweisen  (§  66^,  2  u.  3). 
Diese  regel  ist  aber  nur  in  wenigen  Wörtern  aufrecht  erhalten  worden: 
Jcetell  {kœtill)  kessel,  lykell  Schlüssel,  trygell  kleine  schüssel,__ii/^dZ  schnür 
und  der  eigenname  Egell  (Ægill),  also  dat.  sg.  katle,  luJde  u.  s.  w.;  jedoch 
kommen  auch  bei  diesen  Wörtern  in  den  synkopierten  kasus  nebenformen 
mit  umgelautetem  vokal  vor  (bei  ketell  doch  nicht  im  pl.  und  nur  selten 
im  sg.).  Bei  allen  anderen  Wörtern  ist  ausgleichung  durchgeführt  worden, 
und  zwar  sowol  zu  gunsten  des  umgelauteten  vokals,  wie  in  ferell  (fœrill) 
reise,  reisender  (pl.  ferlar,  statt  *farlar)j  als  des  umgelauteten,  wie  in 
stutiell  stütze  statt  *stytiell  (pl.  stuMar).  —  Wenn  der  ableitungsvokal  u 
ist,  haben  im  isl.  und  awestnorw.  alle  kasus  u-umlaut  oder  -brechung  in 
der  Wurzelsilbe,  im  aostnorw.  dagegen  nur  die  synkopierten,  z,  b.  spdoll 
{sab'ull)  sattel,  ipforr  (iafurr)  fürst,  pl.  sgtilar,  ipfrar  (§  78,  3  und  4). 

Anm.  2.  Ueber  nom.  sg.  mit  einfachem  auslautenden  kons.,  wie 
hamar{r),  drótten{n),  kyrtel{l)  u.  ág\.,  s.  §225,5;  über  Aud on{n) ,  IIákon{n) 
s.  §  225  anm.  1.  Umgekehrt  kann,  wenn  auch  sehr  selten,  doppelkonsonant 
(durch  analogische  Übertragung  aus  dem  nom.)  vor  dem  gen.  -s  erscheinen, 
z.  b.  (bisweilen)  drótten{n)s  zu  dróttenn  herrscher,  stein{n)s  steines. 

Anm.  3.  Die  eigennamen  Gizorr,  Ozorr,  Au()'on(n),  Hdkon  haben 
in  gen.  sg.  -ar  statt  -s  (vgl.  §  293,  2). 

Anm.  4.  Namen  aijf_jcg?i!,  wie  Þorkell,  haben  ija.  dat.  -katle  jy^X. 
anm.  1. 

Anm.  5.  Ueber  die  synk.  kas.  von  morgonn  morgen,  aptann  abend, 
himenn  himmel  vgl.  resp.  §  245,  5  und  10,  §  181. 

§  295.  Wie  mór  flektieren  nur  wenige  Wörter,  z.  b.  iór 
pferd  (dicht),  skor  schuh,  {H)lér  name  des  meergottes,  die 
eigennamen  auf  -vér  und  -þér,  wie  {H)lobvér,  Hialmþér  u.  a. 
(Ueber  kliár,  Uår  s.  §  337  anm.  1).  Bei  der  flexion  dieser 
Wörter  sind  die  §  103  ff.  behandelten  hiatus-erscheinungen  zu 
beachten,  z.  b.  dat.  sg.  üle  (<  ülee\  dai  pl.  möm  (<  möom). 

Anm.  1.    jat.  sg.  ist  immer  ohne  endung  (vgl.  ^§_2a^  3). 

Anm.  2.  Nom.  acc.  pl.  von  iór  pferd  kann  später  wie  von  einem 
i-stamme  gebildet  werden,  also  ióir^  -i. 

Anm.  3.  Im  dat.pl.  kommen  später  (selten  in  der  älteren  spräche) 
analogiebildungen  wie  móum  statt  móm  (vgl.  §  103)  vor. 

Anm.  4.  iSä;oV  schuh  flektiert  im  pl.:  nom.  skúar  (später  sÄ;oV)  neben 
(alt  und  seit.)  skudr,  gen.  skua,  skud,  dat.  skóm,  acc.  skua  (später  skó), 
skua;  vgl.  §  143  anm.,  §  107  b. 

Anm.  5.  Die  eigennamen  auf  -vér  und  -per  können  auch,  nach 
kürzung  des  e  (§  121,  2),  wie  ia-stämme  (auf  -ver,  -der)  flektieren.    In  der 


§  296—298.     Reine  ii-stamme.  161 

späteren  spräche  kommt  auch  eine  flexion  Hlotívér,  Hiahipér,  gen.  -vét's 
-pers  u.  s.  w.  mit  durchgängigem  r  vor. 

§  296.  Wie  barn  gehen  die  meisten  isl.-anorw.  neutra,  fo^sh  aUc  h^i 
z.  b.  gob  (seltener  gub,  vgl.  §  141,  §  322  anm.  1)  heidnischer 
(selten  christlicher)  gott,  hialt  (auch  f.  higlt  nach  §  310)  schwert- 
knopf,  skald,  skåld  (§  114,  1)  skålde,  hglkn  (anorw.  auch  hœlkn) 
Steinboden,  þi7ig  Versammlung-,  fiall  berg,  høns,  hénsn,  hésn  (§  250, 
§  239,  4)  pl.  t.  hühner,_^a^  rücken,  log  pl.  (anorw.  auch  f.  sg.  §  310) 
gesetz,  laun  pl.  t.  (anorw.  auch  f.  sg.)  lohn,  logn  pl.  t.  (anorw. 
auch  f.  sg.)  zugnetz;  møtygen  pl.  t.  mutter  und  söhn,  herab  bezirk. 
Vgl.  Wimmer,  Forn.  forml.  §34;  Larsson,  Ordforrådet,  s.  423  f. 

Was  oben  §  293  anm.  2  und  3  für  das  mask.  bemerkt  ist, 
gilt  auch  in  betreif  der  neutra.  Ausserdem  ist  hier  zu  be- 
achten, dass  durch  die  im  nom.  acc.  pl.  einmal  vorhandene 
endung  -u  (§  291  anm.  6)  ein  Vokalwechsel  in  der  nächst- 
vorhergehenden silbe  hervorgerufen  wird,  z.  b.  fiall  berg,  pl.  fioll 
durch  w-umlaut(-brechung),  herab  bezirk,  pl.  herob  nach  §  121,  6, 
mannlikan  bildnis,  pl.  -on  (vgl.  sumar  §  292)  nach  §  117,  1. 

Anm.  1.    Ueber  den  gen.  sg.  vaz  (später  ví^í?^s)  zu  í;ííííí  wasser  u.  a.    | 
derartige  fälle  s.  §  245. 

Anm.  2.  Im  dat.  sg.  fehlt  die  endung  gewöhnlich  bei  góz  gut 
(urspr.  gen.  sg.  ntr.  zu  golSr  gut). 

Anm.  3.  Im  nom,  acc.  pl.  haben  Ms  haus,  holt  holz,  wald,  porp  dorf, 
tun  hof  als  Ortsnamen  gebraucht  auch  formen  auf  -ar  oder  -ir,  also  Husar, 
-er  (ahd.  hüsir),  Holter  (ahd.  holzir),  -ar,  Porpar,  (Sig)túner  und  Túnar;  bei 
{}i)ris  gebüsch  kommt  der  pl.  {H)rlsar  (vgl.  ahd.  hrisir)  nur  als  fem.  vor. 

§  297.     Wie    sumar    flektieren    nur    sehr   wenige   neutra: 
obal  eigentum,  gaman  (vgl.  §  181)  freude,  megen  (niægin)  stärke,  ^^-^^{^y 
r^^yi)  regen   pl.  t.  gotter,   hofob_  {hafub)   haupt.     Die   übrigen    zwei- 
silbigen neutra  mit  kurzen  ableitungssilben  synkopieren   nicht, 
z.  b.  herab,  dat.  sg.  herabe  (s.  §  296). 

Anm.  1.  O^al  kann  auch  ohne  synkope  flektieren.  Nom.  acc.  pl. 
heisst  sowol  ótiol  (§  76,  §  117,  1)  als  ó'Öol. 

Anm.  2.  Regen  hat  in  den  synkopierten  kasus  keinen  i-umlaut  des 
Wurzelvokals,  megen  dagegen  hat  doppelformen  (vgl.  §  294  anm.  1);  bei 
beiden  Wörtern  kann  die  synkope  durch  ausgleichung  auch  in  den  nom.  acc. 
eindringen,  also  magn,  megn  sg.,  rpgn  pl. ;  endlich  kann  zu  diesem  rpgfi 
und  dat.  rggnom  ein  gen.  rogna  statt  ragna  gebildet  werden.  Bei  gagn 
(selten  gegn)  vorteil  sind  keine  unsynkopierten  formen  mehr  anzutreffen. 

§  298.  Wie  hu  gehen  vé_  geweihte  statte,  kné  knie,  ire  bäum, 
{h)lé  lee,  /V  vieh  (vgl.  anm.  1),  sira  stroh,  da  entzückung,  blji  blei. 

Nore  en,  Altiäl.  gramm.     2.  aufl.  \\ 


162  §  299—301.    wastsimme. 

Hier  sind  die  §  103  ff.  erwähnten  regeln  zu  vergleichen;  z.  b. 
gen.  pl.  strå  (aus  stráa)^  dat.  pl.  s/róm  (stráum)^  später  sírámj§30), 
noch  später  síráum  (§  103);  dat.  sg.  kné  {knéi\  gen.  pl.  k?iiá 
{knéa)^  dat.  pl.  kniöm  (knéuni),  aber  gen.  pl.  vea,  dat.  pl.  véom\ 
dat.  pl.  hum  {búum)^  später  húum. 

Anm.  1.  Im  gen.  sg.  kann  -s  oft  verdoppelt  werden  (§  221,  2).  — 
Fé,  weil  alter  it-stamm  (got.  faíJm),  endet  auf  -ar,  also  fidr  {fear). 

Anm.  2.  Nach  gen.  pl.  htid,  trid  wird  später  dat.  pl.  knidm,  tridm 
statt  kniöm,  trióm  gebildet.  Nach  dem  dat.  pl.  sind  vielleicht  die  neben- 
formen  im  nom.  acc.  pl.  kniö,  triö  statt  kné,  tré  geschaffen  worden;  vgl. 
jedoch  §  291  anm.  6. 

b)   Tva-Btämme. 
§  299.     Paradigmen:   mask.  hor?'  flachs,  neutr.  hogg  hieb. 


mask.  neutr. 

Sg.  N.  horr  hogg 

G.  hors  hoggs 

D.  horue  (-i)  hoggue  {-i) 

A.  hor  hogg 


mask.  neutr. 

Pl.  N.  horuar  hogg 

G.  horua  hoggua 

D.  horom  {-um)  hoggom  {-um) 

A.  horua  hogg              , 


[^Ig^rr-  sckiv^^t  §  300.    _Wie   horr  flektieren  J)orr_  bäum  (dicht),   mgrr  un- 

acnnr.  TnAA^       j^chmolzcner  talg,  soruar  pl.  t.  männer  (dicht.),  jwií^  gesang, 

^'  ,^       ^       _rpiy.<yr  haarbüschel  (vgl.  rogg  §  315),  mar,  mar  (§  72,  2)  möwe,  tir 

(§  72  anm.  7)  gott  (dicht.),  eigennamen  wie  Ni^hoggr,  Siglryggr, 

.T^.a.TjTT.   fijp  (auch  Tijrr,  gen.  Jyrs  u.  s.  w.  nach  §  293),  ISorr  u.  ^.\  sporr 

Sperling,  geht  auch  nach  §  330.     Das  charakteristische  w  darf 

nur  vor  einem  a  oder  e  (i)  der  endung  stehen  (§  244).     In  der 

etwas   späteren   spräche   wird   aber   durch  ausgleichung  oft  w 

auch  in  dieser  Stellung  beseitigt,  oder  es  dringt  auch  vor  dem 

u  der  endung  ein  (vgl.  §  244  anm.  2). 

Anm.  1.     Gen.  sg.   endet  auf  -ar  (seltener  -s)  bei  sær,  siör,  sidr 
(§  72,  2)  see  und  sncér,  sniór,  snidr  schnee;  vgl.  §  293,  2.    Hiprr  schwert 
h&t  neben  Mors  auch  hiarar  (nach  §  331). 
veríckt^nA.cleT'  Anm.  2.    Dat.  sg.  ist  oft  ohne  endung,  z.  b.  Tý(fe),  sné{fé),  hor{ué) 

^-^•'^•'^^'^ra    (vgl.  §293,  3). 

§  301.  WieJiogg_  gehen  Jwl  Unglück, j?z/o/mehl,  /gl  dünner 
schnee,  sol  eine  art  meertan^,  p/  bier,  /ior  leben,  smiorj^snwr; 
dat.  sg.  auch  sniyrui,  s.  §  92  anm.  1)  butter,  kigljjißt)  fleisch, 
skrðk  Unwahrheit,  lyng^  ]jng_(§  79)  heidekraut,  glii^g_  wind, 
hi[ß^gex^ie,  {h)rœ  aas,  fré,  frió  samen,  /cé  betrug;  heij  (jimj) 
heu  flektiert  auch  wie  ein  ya-stamm  (§  304),  dat.  sg.  also  hege 
neben  heyfe. 


mask. 

nent  r. 

Sg.  N.  niðr 

kyn 

(jkifCoi^ )    Ge.  niðs 

kyns 

D.  niÖ 

kyne  {-i) 

A.  niÖ 

kyn 

§  302—304.    ja-stnmme.    §  305.     ia-stamme.  153 

c)  y« -stamme. 

§  302.     Paradigmen:   mask.  nib?^  abkömmling,   neutr.  kyn 
geschlecht. 

mask.  n  e  n  t  r. 

Pl.  N.  niðiar  kyn 

G.  niðia  kynia 

D.  niÖiom  {-mn)  kyniom  {-mn) 

A.  niðia  kyn 

303.  i\Vðr  (auch  Jiibe  nach  §  336)  ^teht  fast  ganz  allein (^»^s^^^  (^ 
mit  seiner  flexion  (die  dagegen  im  aschw.  sehr  zahlreich  ver-  ^^  '^ 
treten  ist).  Yonjjém/r  flügel,  vœringr  (gewöhnl.  -yi  nach  §  336) 
varäg,  Ryger  pl.  t.  einwohner  von  Rogaland,  Grikker,  Girker 
pl.  t.  Griechen  und  vielleicht  noch  einigen  Wörtern,  welche  ge- 
wöhnlich als  /-stamme  flektieren,  kommen  in  sehr  alten  hdschr. 
hierher  gehörige  formen  (nom.  acc.  pl.  -m\  -ia)  vor,  deren  i 
doch  wol  nach  §  204  zu  erklären  ist  (vgl.  dat.  pl.  véngom  ein 
paar  mal  in  St.  Hom.).  Bei  herr  {hœrr)  heer  (s.  §  324)  fehlen 
die  entscheidenden  kasus  (nom,  acc.  pl.).  —  Sonst  sind  die 
alten  ja-  stamme  in  die  2-deklination  übergegangen. 

§  304.  Wie  kyn  flektieren  eine  anzahl  von  Wörtern  mit  ^'^f'^^^>" 
kurzer  Wurzelsilbe:  ber  (bær)  beere,  sker  {skcer)  schären,  ver  (rd--^-^^^ 
(vœ?^)  fangort,_^  kluft,  þil  diele,  sel  (sæl)  sennhütte,  fyl  fohlen,    .  p  a 

men  (mœn)  haisschmuck,  fen  {fœn)  sumpf,  yren  (yrœn)  höhle,  j;o^-'ji' 
nes  {nœs\  als  Ortsname  auch  pl.  Nœsiar,  vgl.  §  296  anm.  3)  vor-  o 
gebirge,  riL  rippe?  ly  f  arznei,  nef  {licef)  nase,  slef  (slœf)  kehr- 
reim,  geh  (gœÖ)  gemüt,  veb  (vceti)  pfand,  net  (næi)  netz,  fiel 
(flœi)  fussboden,  hreyy  stürm,  skegg  (skœgg)  bart,  egg  (œyg)  ei, 
^  ný  neumond,  skij  (St.  Hom,  auch  ski)  wölke,  yreyjgrðy)  hündin, 
/Jey  schiff;  spät  und  selten  auch  ein  wort  mit  langer  Wurzel- 
silbe: éi  schauer,  guss. 

Anm.  Hey  Qiey)  heu  geht  auch  wie  ein  «üii-stamm  (s.  §  301);_Hð  dxMsa  .1  kcLf^ 
Zicklein,  gewöhnlich  mö  (auch  f.  nidar,  selten  neöar  §  14U,  pl.  t.  nach  §  310)  ^    ^ 

abnehmender  mond  und  éi  (sehr  selten  kyn)  auch  wie  reine  a-stämme  (§  290). 

d)   ia-stämme. 
§  305.    Paradigmen:  mask.  /lirber  hirt,  neutr.  kuébe  gedieht. 

mask.  neutr. 

Sg.  N.  hiröer  {-ir)  kuæðe 

G.  hirðes  (-i.s)  kuæðes 

D.  hirÖe  (-i)  kuæðe 

A.  hirÖe  {-i)  kuæðe 
yu^_  *lwJfj^  -  e  11* 


mask.  neutr. 

PI.  N.  hirðar  kuæöe 

G.  hirða  kuæ(5a 

D.  hirðom  (-um)  kuæðom 

A.  hirða  kuæðe 


164 


§  306.  307.    ia-stämme. 


áK^£ 


icÜnae  'Ki 


'f 


cucl  —  e/f. 
XAeh-  fzric. ) 


Anm.  Ein  paar  hierher  gehörige  nom.  sg,  m.  sind  vielleicht  aus 
der  spätesten  urn.  zeit  belegt:  liroReR  (By),  HaermvulqfÍR  (Istaby). 

§  306.  Wie  hirder  gehen  eine  ziemlich  grosse  anzahl 
von  Wörtern  (von  denen  jedoch  die  meisten  der  dichterischen 
spräche  eigen  sind)  mit  langer  Wurzelsilbe,  z.  b.  þyrner  dorn- 
busch,  lékner  arzt,  heller  {hcellir)  felsenhöhle,  herser  {hœrsir) 
herse,  mœker  schwert  und  besonders  eine  grosse  menge  von 
eigennamen  wie  Æger  der  meergott,  Gylfer  (auch  Gylfe  nach 
§  334),  Suer  r  er ,  Skirner,  Gr  etter  u.  a.  (s.  Falk,  Beitr.  XIV, 
20  ÍF.;  Hellquist,  Arkiv  VII,  21  íF.).  Ausnahmsweise  ist  die 
Wurzelsilbe  kurz,  z.  b.  in  den  eigennamen  Ymer,  Hymer,  Gymer, 
Girner,  Brimer,  Mimer,  Siner  (Sievers,  Beitr.  VI,  286,  299,  355), 
Glaser,  Viler  (gewöhnlich  Vile  nach  §  336  oder  §  334).  Auf- 
fallender weise  fehlt  der  zu  erwartende  durchgängige  i-umlaut 
in  einigen  namen,  wie  z.  b.  Glaser,  Þraser  (Þráser?),  Skorer 
{Skorer?).  Dagegen  fehlt  der  umlaut  lautgesetzlich  in  sehr 
vielen  Wörtern  auf  -ner,  welche  erst  nach  der  umlautszeit 
entweder  überhaupt  gebildet  sind  oder  doch  einen  mittelvokal 
synkopiert  haben,  z.  b.  Miqlner  i^Melunir),  Fäfner,  Vafþriú^ner 
u.  a.;  ebenso  bei  urspr.  Zusammensetzungen,  die  hierher  über- 
getreten sind,  z.  b.  Hamher,  {H)lot5ver  (vgl.  §  295  anm.  5),  Þórer 
(^Þór-{g]œiRR,  §  122,  1).  Bei  eyrer  (.øf lyrjr)  J^öre^' J^ejn  gewichj) 
fehlt  auffälliger  jweise  der  umlaut  im  pl.  {aurar,  aura  u.  s.  w.). 

Anm.  1.    Im  gen.  sg.  kann  -ss  neben  -s  vorkommen  (§  225,  5). 

I  Anm.  2,    Gen.  dat.  acc.sg.  werden  bei   dem   eigennamen  Mimer 

ywiií4-.  f'^j'^l  oft  wie  von   einem  aw-stamme  (§  334)  gebildet.     Ausserdem  kommt  ein 

-sjd.ox^e,-^!    g^jj    (nach  §293)  Mims  vor.     Ender  ende  geht  im   nom.   sg.   bisweilen, 

a^cU[Tj.  ^. -o-j    im  gßQ.  sg.   fast  immer,   im  dat.  acc.  sg,  immer  wie  ein  a/i-stamm.    Vgl. 

I    §  335  anm.  und  Gylfer,  Viler  oben. 

Anm.  3.  Im  pl.  muss  das  charakteristische  i  nach  §  133  synkopiert 
werden.    Also  hirdar  aus  *hirtíiaR  u.  s.  w. 

Anm.  4.  In  der  etwas  späteren  spräche  werden  diese  Wörter  mit 
durchgängigem  r  (gen.  sg.  kéknirs  u.  s.  w.)  flektiert,  und  dann  entweder 
nach  §  293  (nom.  pl.  Icéknirar  u.  s.  w.)  oder  nach  §  294  (nom.  pl.  hellrar 
u.  s.  w.  zu  hellir). 

§  307.     Wie  kuœtíe  flektieren  sehr  viele  Wörter,   die  ent- 
oM^^Mm^-  ^^^''Veder  lange  Wurzelsilbe  oder  auch  zwei  silben  vor  der  endung 
haben,  z.  b.  dorne  behauptung,  enne^  stirn,  merke  (mœrki)  merk- 
zeichen,  rike  reich,  enge  (vgl.  eng  §  317)  wiese;   erfet^e  (cerßbi) 
arbeit,  Grinde  geschäft,  for el Ire  (-œllri;  auch  m.  pl.  -ellrar  oder 


r.  OAxKe^^ 


^-^i-i) 


§  308.    ó- Stämme.  165 

-ellar,  später  -eidrar)  eitern  u.  a.  (s.  Larsson,  Ordforrådet, 
s.  424  f.;  Hellquist,  Arkiv  VII,  31  íf.).  Kurze  Wurzelsilbe  vor 
der  endung  kommt  nur  vor  im  vereinzelten  nom.  sg.  þile 
bretterwand  (die  übrigen  kasus  von  þil,  s.  §  304),  so  wie  in 
späteren  Zusammensetzungsgliedern,  z.  b.  ungvlbe  junge  bäume 
u.  a.  (s.  Hellquist,  a.  a.  o.,  s.  34). 

Anm.  1.  Im  gen.  sg.  kommt  -ss  (z.  b.  oft  in  St.  Hom.)  neben  -s 
vor  (§  225,  5). 

Anm.  2.  Gen.  dat.  pl.  von  Wörtern  auf  -H,  -qi,  -xi  müssen  nach  ^yy^a^e 
§  204  ein  parasitisches  i  vor  der  endung  aufweisen,  also  rifcm,  rikiom  zu  ^/e 
rike  u.  dgl.  '' 

Anm.  3.  Lcéte  betragen,  laut  hat  gen.  pl.  lata,  d a t.  p  1.  lóto'ynjw'ie 
von  lät  nach  §  296  und  mit  jderselben  bedeutung). 

Anm,  4.  Von  klcétíe  kleid,  fylke  schaar,  kerte  Wachslicht,  kiype 
büschel  kommen  gen.  pl.  kl(Éd(n)a,  fylkna  (fylkia),  kert(n)a.  kippna  vor: 
zur  erklärung  (aus  alten  -im-stämmen)  s.  A.  Erdmann,  Arkiv  VII,  7 5  ff. 

IL    ö-stämme. 
§  308.     Die    ö-stämme    sind    nur   feminina.      Die    regel- 
mässigen endungen  sind: 


PI.  N.  -ar 
G.  -a 

D.  -wm,  -om  (§  125) 
A.  -ar 


Sg.  N.  —  (-u-uml.  des  wurzelvokals) 
G.  -ar 

D.  —  (u-um\.  des  wzv.)  oder  -u,  -o  (§  125) 
A.  —  (i^-uml.  des  wzv.)  oder  -u,  -o  (§  125) 

Anm.  1.  Nom.  sg.  endet  um.  auf -tt^  z.  b.  ^it/u  (auf  einem  Sjæl- 
ländischen  brakteaten),  alu  (Arstad  u.  a.  oft),  lapu  (auf  drei  brakteaten), 
? Bir x[i]}^g II  (Opedal);  hiezu  kommen  die  adj. -formen  minu,  lüiVu  (Opedal); 
vgl.  noch  lappische  lehnwörter  wie  farro  (isl.  fgr)  Wanderung,  lavggo  (isl. 
laug)  bad  und  finnische  wie  arkku  (isl.  prk)  kasten,  jpanku  spange  oder 
(noch  älteres  -ö  voraussetzend)  runo  rune,  sakko  sache.  Die  endung  ist 
später  fortgefallen,  wird  aber  durch  den  it-umlaut  oder  -brcchung  des 
wurzelvokals  noch  bezeugt. 

Anm.  2.  Gen.  sg.  ist  um.  nicht  sicher  belegt  (þim]OR  Tune?),  muss 
aber  auf  -ör  (vgl.  got.  -ös)  geendet  haben. 

Anm.  3.  Dat.  sg.  ist  aus  urn.  zeit  nicht  zu  belegen,  muss  aber  die 
endungen  -u  und  -ü  (vgl.  ahd.  gebii,  gebo)  gehabt  haben. 

Anm.  4.  Acc.  sg.  ist  ebenfalls  urn.  nicht  belegt;  über  die  voraus- 
zusetzende bildung  s.  Noreen  im  Grundriss  I,  491  f. 

Anm.  5.  Nom.  acc.  pl.  endeten  urn.  auf  -ör,  z.  b.  acc.  runoR 
(Järsbärg,  Tjurkö).  Ueber  eine  mutmassliche  nebenform  auf  (nasaliertes) 
-ö  im  acc.  {runo  Einang?)  s.  Noreen,  a.  a.  o.,  s.  492. 

Anm.  6.  Gen.  pl.  um.  auf  (nasaliertes)  -ö  ist  wol  durch  das  späte 
runo  (Björketorp)  belegt.  Eine  später  ausgestorbene  nebenform  auf  -onö 
zeigt  wol  das  ebenfalls  späte  runono  (Stentofta);  vgl.  north,  sor^ono  u.  dgl. 

Anm.  7.    Dat.  pl.  ist  urn.  nicht  belegt. 


166 


§309—311,    Reine  o-stämme. 


Als  Unterabteilungen  der  ö-stämme  haben  wir,  in  analog-ie 
mit  den  a-stämmen,  aufzustellen:  «^ö-stämme,  yö-stämme,  iö- 
stämme  und  'reine'  ö-stämme. 


a)  Reine  o  -  stamme. 
§   309.      Paradigmen:   sog  säge,    kerling   (anorw.  kcerUng) 
.qct-c^   altes   weib,    Ingehigrg    weiblicher    eigenname.    Sko  gol    (anorw. 
3'     ^  uMxrii.  skagul)  name  einer  valküre,  ó  fluss. 

tVK^o(/sa^«-.    Sg.  N.     sog- 

G.    sagar 
D.    sog 


^Cucs  cle^  DcJ'.  A.     sog 


kerling 

kerlingar 

kerlingo 

(kœrlingu) 

kerling 


PI.  N.    sagar  kerlingar 

G.    saga  kerlinga 

D.    sogom  kerlingom 

{sagum)  (kærlingum) 

A.    sagar  kerlingar 


Ingebiorg 
Ingebiargar 
Ingebiorgo 
(Ingibiargu) 
Ingebiorgo^ 
(Ingibiargu) 
fehlt 


Skogol  [Skagid) 
Skoglar 
Skogol  (Skagul) 


6 

c 

ár 

Ó 


Skogol  (Skagul) 
fehlt 


ar 
å 

óm 

ár 


,:y^si(lhqehnil^^^j20..  %  310.  Wie  _^  geht  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von  \/iecUv^ 
^,  [yrlchT.  wöi'tern,  z.  b.  giorb  gurt,  /7obr  (gen.  ßat^rar)  feder,  rauf  loch, 'TL'hí 
■Ú-'T^'  nól  nadel,  mon  mahne,  for  furche,  reim  {i^ævm)  riemen,^?2m  ^i^, 
Tj  Tl  (snæis)  splitter  u.  a.  (Wimmer,  Forn.  forml.  §  33  A).     Sehr  viele 

t'deuÁ^tti  k^nen_auch  wie  z-stämme  (nach  §  325)  flektieren,  z.  b.  roð  j 
eJ.k-ßuMr  reihe,  Jend  (lœnd)  lende  (selten  nach  §  325),  gipf  ^abe,  taug  dj^ 
■jL^lrT^  \dL^,  tau,  seil,  sok_  rechtssache,  skål  schale,  kue7m  mühle,  von^  (auch  Ä*^ 
Ul.l^Ajrr^  vor)  lippe,  77gs  nase,  barar  (auch  bgror  nach  §  340,  selten  barer  l-L-uxi 
'H  5f'^3  ^^^^  §325)  pl.  t.  bahre  u.  a.;  diese  flexionsweise  ist  in  derj^-f-f«* 
IrM  -&w<^T^  ^  ^P^*^^'^^  Sprache  bei  diesen  Wörtern  die  gewöhnliche  (bei  einigen  f^T*^ 
ryvo.bi.'M^^^^^auch  die  ursprüngliche).  (Wimmer,  Forn.  forml.  §  33  B).  öf)i.^r^^^ 
^V        /       '  Anm.     Ueber  flik,  tag,   greip,   sild,  galeid,   skeid,   honk  s.  §346,3-  f^ulí^ 

^'k^  '   ídw'^^^^^  ^  weibliches  schaf  s.  §  347  anm.  3.  .  bð^^    'KcÍ 

'elk-jä.si^^^^         §  311     Wie  j^er///z^  gehen  zunächst  die  sehr  zahlreichen    ^ßh 
'    'wV^'!/^  Wörter   auf  -ing  und  -o?ig  {-ung),   z.  b.  drotning  herrin,  lausong^ 
li  unverlässlichkeit  u.  a.  (Larsson,  Ordforrådet,  s.  425) ;  ferner  laug 

bad,  vok  loch  im  eise,  rdð  (rœi^)  das  reiten,  wagen,  {}i)lit  sg.  t. 
genüge,  wioll  sg.  t.  neugefallener  schnee,  hgll  halle,  ulL^S-  ^^ 
wolle  ,_ö/,j)7^(§  73,  2,  c)  riemen,  rgm  {ræin\  rain,_or  rüder,  for 
reise,  Hleit^r  (Lœibr)  ein  Ortsname,  _paradis  (auch  -úfw^  nach 
§  341)  paradies  und  wol  noch  einige.     Alle  diese  Wörter  können, 


§  312—314,     Reine  o-stämme.      §  315.     lüö-stämme.  167 

besonders   in   der  etwas   späteren   spräche,    auch   nach  §  310 
flektieren,  die  Wörter  auf  -ing,  -ong  jedoch  fast  nie. 

Anm.  1.  Gen.  sg.  zeigt  bei  laug  die  auffallende  endung  -nr  im 
anorw.  laugurdagr  (isl.  laugardagr)  Sonnabend.    Vgl.  §  340,  2. 

Anm.  2.  Selten,  wenigstens  in  der  älteren  spräche,  endet  bei  Wörtern 
auf  -ing  auch  der  acc.  sg.  auf  -o  (-u)  nach  §  312. 

Anm.  3,     Hpll,   for.    Mit,   reid,   vok   können,    besonders    in    etwas  å<tcle<  wte. 
späterer  spräche,  auch  als  i-stämme  (§  326)  flektieren;  vgl.  §  310. 

§  312.  Wie  Ingehiorg  gehen  nur  ^igennamen:  die  zusam- 
mengesetzten auf  -hiorg,  -lang,  -veig  j-vceig),  -lob,  -Ulf  {-lœif), 
-run,  -vor  u.  a. ,  z.  b.  Droplaug,  Rannveig,  Gunnlob,  Asleif, 
Gudrun,  Skialdvor;  ferner  Ósk  und  fremdworter  wie  z.  b.  Katrin, 
Kristin,  Elin,  Margret.      '^^^^^^^  ^ef 

Anm.  Hie  und  da  kommt  neben  der  regelmässigen  form  ein  acc. 
sg.  ohne  -o  (-u)  nach  §  311  vor,  wie  Osk  (so  auch  im  dat.  sg.),  Gidlveig, 
Almveig. 

§  313.  Wie  Skqgol  gehen  nur  Gondol  name  einer  valküre, 
Vlmor  ein  flussname  und  das  auch  im  pl.  vorkommende  alen 
(statt  lautges.  *«?/m,  vgl.  agutn.  ein)  oder  (mit  durchgeführter 
synkope,  vgl  §  294,  2  und  §  297  anm.  2,  und  dann  regelmässig 
nach  §  310  flektierend)  gln,  qln  (§  111  anm.  2),  óln  (§  147), 
anorw.  (dicht.)  auch  alun  (wozu  dat.  sg.  alnu  nach  §  311)  eile; 
der  plural  flektiert  sowol  als  ö-stamm  {alnar,  álnar)  wie  als 
2-stamm  {alner,  alner;  vgl.  §  310  und  §  311  anm.  3). 

§  314.  Wie  0  flektieren  z.  b.  ^ro^wimper,  j2Ó_rahe,  rq  reh, 
þró  Sehnsucht  u.  a.  auf  -ö  (s.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  38),  elzlö 
feuerstätte,  r 6  (pl.  roar^  oder  rå  (pl.  rår;  s.  §  73,  2,  c)  ecke,  ro 
sg.  t.  ruhe,  pro  (auch  nach  §  346)  trog,  hru  (vgl.  anm.)  brücke 
[frü,  tru  u.  a.,  s.  §  340),  kui  bürde.  Ueber  die  behandlung 
des  hiatus  vgl.  §  103  fí". 

Anm.  Brú  hat  pl.  hrúar  oder  hrúr,  anorw.  auch  hrýr  (nach  §  346) 
oder  hrdr  (s.  §  107  anm.),  das  letzte  selten  auch  im  gen.  sg. 

b)  iüö- Stämme. 
§  315.     Paradigma:   dogg  tau.  ^^v^- 


^ÍA^.'^cUaíVunA.  Sg.  N.   d9gg 

G.  dogguar 

D.  doggo  i-u),  d9gg 

A.  dogg 

fätcclew.  Wie   dggg  gehen  rggg   (vgl.  rgggr  §300)  Ziegenhaar,   Iggg 

die   rinne  in   den   dauben   eines   fasses,   in   welche  der  boden 


PI.  N.  dogguar 
G.  doggua 
D.  doggom  {-um) 
A.  dogguar 


158  §  316—318.    jö-stämme.     §  319.    iö-stämme. 

eingefalzt  wird,  bgt5  kämpf  (dicht.),  sfgtí  landun^splatz,  gr  pfeil, 
ggUmr^  pl.  t.  anzug.    lieber  die  behandlung  des  w  vgl.  §  244. 
Anm.  1.     Zu   gr  kommt  auch  pl.  arer(§  326)  vor.     Ebenso   später 
ixH  e    Í  - <!  L        (laggir  st.  dpgg uar. 

Anm.  2.  Später  werden  hierhergehörige  Wörter  oft  nach  §  310  (also 
ohne  w)  flektiert.  ■ 

e)  ^ö- stamme. 

§  316.     Paradignien:  ben  {bœn)  wunde,  egg  {œgg)  schneide. 

Sg.  N.  ben  Qgg  PI.  N.  beniar  eggiar 

G.  beniar  eggiar  G.  benia  eggia 

D.  ben  eggio  (œggiu)  D.  beniom  iþœniom)  eggiom  {œggium) 

A.  ben  ^^g  A.  beniar  eggiar 

§  317.  Wie  ben  (selten  ntr.  nach  §  304)  gehen  einige 
Wörter  mit  kurzer  Wurzelsilbe:  skeljskœí)  schuppe,  J/ fusssohle, 
jkyn  (selten  ntr.)  einsieht,  5?/n  läugnen,  miniar  pl.  t.  gaben  zum 
andenken,  mil  nutzen,  fit  Schwimmhaut,  hrehiar  (ræbiar)  pl.  t. 
scrotum,  jji^  band,  klyf  zweigeteilte  pferdelast,  des  (dæs)  heu- 
sl^lcu-  häufen,  dys  gYsibhügel^  fies  (flæs)  feis,  dreQ(í  {drægg)  he  fen;  mit 
langer  Wurzelsilbe  nur  eng  {œng)^MÍQ^Q  (vgl.  enge  §  307). 

§  318.  WÍG^egg_  flektieren  nur  wenige  appellativa  (sämmt- 
lich  mit  kurzer  Wurzelsilbe),  wie  hei  (hæl)  reich  des  todes,  ey 
{øy)  insel;  dagegen  viele  eigennamen,  z.  b.  Frigg,  Sif  (pl.  sifiar 
Verwandtschaft)  und  besonders  die  zusammengesetzten  auf  -ey 
(-■øy)y  -ný,  -yn  oder  -vin,  z.  b.  Laufey,  Borgny,  Sigyn,  Bigrgvin 
oder  Bigrgyn  Bergen. 

Anm,  1.  Nom.  sg.  zu  dem  stamme  maujð-  Jungfrau  heisst  mœr 
(aus  ^mawÍR  §  68,  2,  vgl.  got.  mawi;  erst  jpäimid_  selten  mey,  noch  seltener 
meyia  nach  §  340  flekt),  wie  von  einem  iö-stamme  (§  319),  aber  gen.  meyiar 
(got.  maujðs)  u.  s.w.;  zu  þý  dienerin  kommt  eine  seltene  (dicht.)  n eben- 
form þir  (aus  *þiwÍR,  vgl.  got.  þiwi),  aber  gen.  þýiar  (got.  þiujos),  vor, 

Anm.  2.  Dat.  sg.  kann,  wenigstens  in  etwas  späterer  spräche,  auch 
endungslos  sein,  also  nach  §  317. 

Anm.  3.    Acc.  sg.  endet  auf  -io  (-iu)  bei  eigennamen  auf  -ný  (vgl. 

§  312). 

d)   iö-stäm.me. 

§  319.     Paradigma:  heibr  Qiceit^r)  haide. 

PI.  N.  heiðar 
G.  heiða 


hwi.^  kcutbL  Sg.  N.  heiðr  |? 

^  D.  heiðe  (hœid'i) 


D.  heiðom  {hœiðum) 
A.  heiðar 


A.  heiðe  {hœidi) 

Wie  heibr  flektieren  eine  anzahl  von  appellativen  mit  langer 
vevi , skte      Wurzelsilbe,   z.  b.  byrt^r  bürde,   ébr  eider,   œbr  (oder  éb  nach 


§  320.     i-stämme.  169 

§  325)  ader.  Jlé^r  flut.  veú5r  {vœi^r\  jagd,  rey^  (rsy(5r)  forelle,  Vx^^.^^ 


Agrð^  føewobnl.  pl.)  schulter,^g//r^g/^X  A^ss,  /g^^r  (fæstr)  band,'^«^^^^'  l-^ 

erm^J^ærmf)  ärmel ,    /?///r  fülle ,   g]iltr  sau ,    mýrr  sumpf,    eurr 

jsyrr)   sandufer;   ferner   die   zahlreichen   eigennamen   auf  -dis 

(und  das  lehnwort  abhadis  äbtissin,  aber  dis  ehrwürdiges  weib 

nach  §325),  -eit){r),  -{f)ri^{r),  -gert5r   {-gært5r;   so   auch    Gert^r  ^  M^r ,  ^vJ 

und  pl.  gerbar  kleidertracht  sowie  anorw.  almosogærbar  almosen,   ^Hiídr,  jf'rúj- 

aber  gerb  handlung  nach   §  325),   -gubr   oder   -gunnr,   -hildr, 

-unn  oder  -ubr  oder  -unnr,  -þrúbr  und  die  seltenen  auf  -elfr 

{-celf?'),  z.  b.  Þordis,  Ragneibr,  löfribr,  Sigribr,  Þorger'6r,  Þorgubr, 

Ragnhildr,  I(5unn,  Sigþrúbr,  Þórelfr. 

Der  zu  erwartende  /-umlaut  fehlt  in  einigen  hierher  über- 
getretenen /-  oder  ö-stämmen,  wie  gubr  (§  201)  kämpf  (dicht.) 
und  den  namen  auf  -gubr,  -þrúbr  (der  umlaut  im  namen 
Þrýbrekr,  Þrijrikr  ist  wol  nach  §  65  zu  erklären),  -unn\  über 
brúbr,  væt  (r  (und  nip  i)  vgl.  §  325,  3;  elpír  §  346,  1.  Zu  anorw. 
ælfr  fluss  kommt  ein  alter  gen.  sg.  ohne  umlaut  im  Ortsnamen 
Alfar^hæimr  vor  (s.  Bugge,  Arkiv  II,  209  íf.) ;  vgl.  anm.  1. 

Anm.  1.  Nur  scheinbar  ist  die  Wurzelsilbe  kurz  in  merr  (mœrr;  stamm 
*marhiö-,  ahå.  nieriha)  stute;  im  anorw.  kommt  selten  gen.  sg.  mar ar  Yor. 

Anm.  2,  Im  nom,  s^.  fehlt  die  endung  bei  den  namen  auf  -dis 
(und  abhadis)  statt  "^-diss  (§  217,  1),  -unn  (aber  daneben  -udr,  -unnr  mit 
-r)  und  in  alten  anorw.  hdschr.  auch  sehr  oft  bei  den  namen  auf -œíð(r) 
und  -{f)ri(5{r).  Dagegen  fehlt  -r  nur  scheinbar  in  ex  {*sksR  §  217,  3), 
ox,  ex  {œx),  ax  axt. 

Anm.  3.  In  der  späteren  spräche  endet  der  nom,  sg.  oft  auf  -i 
wie  dat.  acc.  ^^^^      ^^ 

Anm.  4.     Wörter  wie  gi/gr  riesenweib,  rf'/gr  weib  (dicht.),  ylgr  wölfin         cc^ 
schieben  nach  §  204  vor  a,  o  (u)  der  endung  ein  i  ein.    Ausnahme  macht     -  l 
helgr  {hcelgr),  pl.  heigar,  feier. 

III.    ?'- Stämme. 
§  320.     Die  i-stämme   sind   maskulina   und  feminina,  bei 
welchen  letzteren  man  eigentlich,  ausser  im  acc.  pl.,  dieselben 
endungen  wie  bei  den  maskulinen  erwarten  sollte.     Diese  sind: 


e  -  'i 


Sg.  N.  -r  A^J .  [n-éoiMA^ 

G.  m.  -S'  oder  -ar-,  f.  -ar 
D.  - 
A.  — 


PI.  N.  -ir,  -er 
G.  -a 

D.  -um,  -om 
A.  m.  -i,  -e;  f.  -ir,  -er 

Die  feminina  folgen  aber  (bis  auf  wenige  spuren  s.  §  325, 
1,  2  und  3,  §  326  anm.  1)  im  sg.  der  flexion  der  ö- stamme 
(§  310  und  §  311). 


170 


§321.322.    i-stämme. 


Sg.  N.  gestr 


akd. 


lesitó 


u. 


Anm.  Nom.  sg.  endet  urnordisch  auf  -ír,  z.  b.  Rlewagastiii 
(Gallehus),  SaligastÍR  (Berga)  und  vielleicht  ÞalÍR  (Bratsberg),  InÍR 
(Möjebro),  die  jedoch  auch  wol  ia-stämme  sein  können  (vgl.  §  305  anm.); 
hierzu  kommt  das  adj.  marÍR  (Thorsbjærg).  Alle  übrigen  kasus  sind 
um.  nicht  belegt,  ausser  dat.  pl.  aus  der  spätesten  zeit  und  in  unursprüng- 
licher form  (s.  §  291  anm.  8).  Spuren  der  urspr.  endung  -wir  (vgl.  got. 
-im)  sind  in  der  literatur  nur  das  zahlwort  primr  drei  und  (mit  -m  aus 
-mm  -==z  -mR,  s.  §  217  anm.  4)  das  adverbielle  megen  aus  *-m  we^im, 
worüber  s.  §  218  und  §  199  anm.  1. 

§  321.  Paradigmen  sind:  mask.  (/estr  {gœstr)  gast,  stat5r 
Stätte,  elgr  (celgr)  elentier;  fem.  oxl  achsel,  rosi  meile.  ^/íi^  ß^KorrtW^^ 

maskulin^ 

staðr/        elgr 
staðar       elgs,  elgiar 
stað  elg 

stað  elg 

elger  (œlgir) 

elí^a 


,  ílH?/5 


D.  gest 

A.  gest 

Pl,  N.  gester  {gæstir)  staðer 

G.  gesta  staba 

D.  gestom  stoðom     elgipm 

(gæstum)  (stadum)  (ælgium) 

A.  geste  (gæsti)  staðe        eige  (ælgi) 


feminina     f  f^- 
oxl     -skiboi      rost       R  cuxJ*.  ve\i(\Ä^ 
axlar  ski^<^cur  rastar 
0x1     ski-joiw    rosto  (rastu) 
oxl         "        rost 
axler  sktbcmi^  raster 
axla      '  Oiy^ci    rasta 
oxlom  ,  ^i^  rostom 
(axlum)  (rastiim) 

axler    .  m^   raster 


322.     Wie   gestr   gehen   recht  viele   Wörter,    z.  b.   vapr 


""^"Vj     *^^  .^' j.angelschnur,   bugr  biegiing,    hamr  hülle,  llik{h)amr  korper,  svipr 
'    "^  rasche   bewegung,   pytir  pfütze,    hör  (dat.  pl.  hqm,   heim,   háum 

§  104)  ruderdullen  u.  a.   (Wimmer,   Forn.  forml.  §  46).     Ueber 
die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Im  nom.  sg.  kommen,  wie  bei  den  «-stammen,  die 
§  217  gegebenen  regeln  zur  anwendung,  z.  b.  ^éU  bewohner 
eines  tales,  hair  mann  (dicht),  skellr  {skœllr)  klatschen,  suanr 
Schwan,  griss  ferkel. 

Anm.   J.     In  gutí  (seltener  goti,  vgl.  §  141,  §  296)  christlicher  (selten 
heidnischer)  gott  fehlt  die  nom.-endung,  weil  das  wort  ursprünglich  neutr. 
ist.    In  St.  Hom,  fehlt  die  endung  einige  mal  auch  im  gen.  sg. 
Vötf  -iiAyncU'^i^         Anm.  2.     Dat.  sg.   hat  bei  gud  immer,  bei  ndr  leichnam   bisweilen 
die  endung  -e  (^.  ~~~  ~     " 

2.  Im  jiom.  acc.  pl.  haben  viele  Wörter  -ar,  resp,  -a,  wie 
die  ö-stämme,  neben  -er^^^^e  {ir,  -i).  Solche  sind  hualr  wal- 
fisch,  dalr  (älter  mit  -ar,  -a)  tal,  marr  pferd  (dicht),  gut5 
(vgl.  anm.  1  oben),  lýbr  leute,  stafr  stab,  Egt)er_iÆgbir)  pl.  ein- 
wohner  von  Agber,  griss_  ferkel,  valr  falke  (die  4  letzten  selten 
mit  -ar,  -a),  sår  (pl.  isl.  såer,  anorw.  sär  aus  sáar).  Ueber  smiter, 
Vermar  s.  §  293,  4. 


CW-C-i 


'iy^.  v^Aytc-ktM . 


<kU\  ^ui|>y:  ?^ciir,^e5.^ 


§  323.  324.     i-stämme.  171 

Anm.  3.  Von  hrcstr  mangel  ist  der  acc.  pl.  selten  nach  den  n-stam- 
men (§  329)  gebildet. 

§  323.     Wie  stabr  flektiert   eine   ziemlich   grosse   anzahl  l^f_  ^i^á^l 
von   einsilbigen   Wörtern,   wie    (/ripr  Kostbarkeit,  jku^r   hinter-  c^vW.  hxca/ 
Steven,    þulr    Sprecher    (dicht.),    konr    geschlechtsangehöriger  j,udM.  sa^ 
(dicht.),   geschlecht  (nur  in  adv.   wie  z.  b.  allzkonar   von  jeder  ^kA^r^r.  stk 
art),  mar  r  meer  (dicht.),  hragr  dichtkunst  u.  a.  (Wimmer,  Forn.  j^^^^^^ 
fornil.  §  45);  ferner  die  zahlreichen^  Wörter  auf  -skapr  (dat.  pl. 
isl.   -skgpom   §  76,    anorw.    -skapum)    und    -nabr    (dat.   pl.  isl. 
-nobo?Ji,   anorw.  -nabam),  älter  -not^r  (s.  §  117  anm.  2),  wie  z.  b. 
flandskcipr   feindschaft,    bwiat^r ,  -not)r   Zubehör    (über    mánabr 
s.  §  344).      Jedoch    kommen    bei    vielen    von    diesen    Wörtern 
Schwankungen  nach  der  seite  der  a-  oder  u-st'ámme  vor: 

1.  Abweichungen  nach  §  293  sind:  gen.  sg.  auf  -s  neben 
-ar  bei  bxrr,  ^orí^  söhn  (dicht.),  salr  saal,  skri(5r  lauf,  sultr 
hunger,  selten  anderen;  dat^sg^aM-g_(-i)  bei  fundr  Zusammen- 
kunft ,  sultr  hunger^^toVy^  bedingung ,  feldr  jfceldr)  mantel ; 
nom,  acc.  pl.  auf  resp,  -ar,  -a  neben  -er,  -e  {-ir,  -i)  bei  feldr 
mantel  und  matr  (selten  pl.  -ar)  speise. 

2.  Ganz    wie    w -stamme    im    sg.    gehen    in    der    ältesten 

Sprache   die   Wörter   auf  -nobr,    also:    nom.  fogno^r  {fagnu^r) 

freude,  gen.  fagnat)ar,  dat.  fagna^e,  acc.  fqgnob  {fagnut)) ;  etwas 

später   dringt   -natSr,  -na(5   in    den   nom.  acc,   aber  -e   im   dat. 

bleibt    immer;    ganz    ebenso    geht    der    personenname    Mbobr 

(später  ]Sit5a()r).   —   Acc.  pl.  auf  -o  (-u)  kommt,  obwol  selten, 

bei  Á:ö^/r_bedingung,  {h)lufr  loos,  teil  vor,     ^^-jyuistx  . 

Anm.  1.     Im   nom,  sg.   kann  -r  fehlen   bei_  m^iQr)  freund,  jmin(V), 
jnonir^  sinn,  unterschied;  vgl.  Aut^on  (ags.  Éachvine),  Håkon  (§  225  anm.  1). 
Zur  erklärung  s.  Noreen,  Arkiv  III,  J  4  f.  note,  VI,  3U8  f. 

Anm.  2.  Die  Wörter  auf  -nodr,  -nabr  können  im  anorw.  bisweilen 
gen.  sg.  auf  -nat^r  (vgl.  mdnad'r  §  344)  statt  -natiar  aufweisen;  s.  Gislason, 
Um  frumparta,  s.  78  f ,  Wadstein,  s.  104. 

§  324.    Wie  elg  r  gehen  alle  mask.,   welche  /-umgelautete,   j-^^^,o^   £  ^ 
entweder    kurze   oder   auf  g,  g,  k   endende   lange  Wurzelsilbe  <{rar  <^^.  cX 
haben,   z.  b.   þyir  lärm,   hehr  (bce'^r)  bett,  vefr  (vœfr)  gewebe,   C<n^.  -i-f^i 
slrijkr    Sturmwind,    veggr    (væ/jgr)  wand,    [h)lijmr  getöse,    dtpir  ik^^vc 
getöse,    bijlr  windstoss,   lierr  {ltœrr\    nom.  acc.  pl.  nicht  belegt, 
vgl.  §  803)    beer,   gyss   {*gys/i)   spott,   J^Ji JiP^jjr)  tauwetter; 
bekkr  (bœkkr)  bank ,   hekkr  (Ijœkkr)  bach ,   serkr   (særk?-)  hemd, 


172  §  325.    i-stämme. 

'vKA-nf .  (^lht       sylgr   trank,   mergr   mark,   strengr\strœngr)  strang  u.  viele  a. 
'^•'^'^^^^^'^^  (Wimmer,  Forn.  forml.  §  41,  b). 

Croekr.  Stø^-  Anm.  1.     Im   gen.   sg.    haben  glymr  getose,    qni/r  getöse ,   Freyr 

^cv^.  V-a-nq^-      (Frsyr)   ein   göttername,    seggr  (sœggr)  mann   (dicht.),    drengr  (drcengr) 

junger    mann,    kengr   (kœngr)   biigel,   sprengr  (sprœngr)   sprengen,    belgr 

(bœlgr)  balg,  suelgr  {suœlgr)  schhmd  nur  -s;  hylr  Schlund,  ylr  wärme,  byrr 

günstiger  fahrwind,  {h)ryggr  vncken^JMr  bach,  þykkr  verdruss  nur  (und 

drykkr  trank  fast  immer)  -iar. 

Anm.  2.    Im  dat.  sg.  kommt  die  endung  -e  (-i)  sehr  selten  vor. 
Anm.  3.    Bør,  hýr  dorf,  gehöft  hat  gen.  sg.  héiar  (bóar),  býiar  (sehr 

selten  bøs,  býs)  und  biár  (§  106  anm.  3),  gen.  pl.  bøia,  býia  und  biá,  dat. 

pl.  bøiom,  býiom  {-um)  und  bidm  (vgl.  §  298  anm.  2). 

Anm.  4.    Einige  von  diesen  Wörtern  können  auch  wie  reine  a-stämme 

flektieren,  z.  b.  flekkr  üecken, ^ekkrjsœkkr)  sack  (pl.  also  flekkar,  -a  u. s.w., 

nicht  -iar,  vgl.  §  204). 

§  325.     Wie  gxl,  also  im  sg.  nach  §  310,  gehen  die  meisten 

L     lifectvsel       isl.-anorw.  feminina   (besonders   viele   auf  -d,  -b,  -t,  -n),   z.  b. 

'^sgegi^w  :       gQjrg  gorgc,  þokk  dank,  tí^  (scheint  im  ausdrucke  i  þann  üb  'zu 

x^rvt . /Ui.AA^a.f .  j^^^j,  zeit'  mask.  zu  sein)  zeit,  vidd  weite,  í?oð  tüchtigkeit,  vist 

^•n .  IWfmvT.  aufenthalt,  norn  norne,   alle  auf  -on  {-un,  gen.  sg.  -anar,  nom. 


K  Um  .  pl.  -aner  u.  s.  w.,  bald  auch  nom.  dat.  acc.  sg.  -an;  umgekehrt 
bisweilen,  bes.  in  den  ältesten  hdschr.,  gen.  sg.  -onar;  vgl. 
§  117  anm.  2)  und  -kunn,  z.  b.  skipon  (-im),  -an  anordnung, 
varkunn  nachsieht  u.  a.  (vgl.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  48).  lieber 
die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.    Im  nom,   sg.   ist   die   alte  und   ursprüngliche  endung 

\Mura.  -r  (vgl.  got^_-^)   noch   erhalten   bei  Ih^br  norne   —   ur(5r,   yr'Ör 

geschick,  Verhängnis  (dicht.)  ist  mask.,  s.  Gislason,  Aarbøger 
1881,  s.  242  f.  — ,  naubjr)  notwendi^keit ,  jubr,  unnr  welle 
(dicht),  hrubr  braut,  íx2i\x^véitr  (seltener  vettr,  vitr,  váttr  §  142; 
in  Zusammensetzungen  -vitr  und  dann  ausnahmsweise  mit  nom. 
acc.  pl.  nach  §  343,  z.  b.  hialmvitr  valküre)  wicht,  wesen. 

íf^  -Htl^e^icrU^  ^'  ^^^-  ^S'  endet  bei  hiolp  hilfe  auf -^  in  der  Zusammen- 
setzung hiolpsmabr  hilfe.  Bei  den  dichtem  kommen  solche 
bildungen  auch  sonst  vor,  z.  b.  Hisingsbúar  einwohner  von  Hising. 
—  Spuren  einer  uralten  endung  -eR  (vgl.  got.  -ais)  bieten  wol 
isl.  vetter  ges  'nichts'  zu  vettr,  vettr  und  anorw.  AI  f  er-  in  Orts- 
namen zu  dem  in  die  flexion  der  iö- stamme  tibergetretenen 
œlfr  (s.  §  319  schluss). 

lis  xi-sf^A^el  3.    Dat._acc.  sg.  von  hrúbr  und  vettr  enden   auf  -e  (-?) 

ÍA..  klii?.  Wsi".    nach  §319.     Ebenso   einmal   acc.  von   nipt  Schwester.  —  Ein 


§  326.  327.     i-stämme.  173 

nach  §  326  gebildeter  dat.  von   vœttr,  véttr  scheint   in   vettoge 
'nichts'  vorzuliegen. 

4.  Alt  und  selten  kommen  nom.  acc.  pl.  nach  §  310  vor, 
z.  b.  von  Jiofn  hafen,  amhótt,  ambótt  dienerin.         ^^  osTä^..^. 

5.  Gen.  pl.  von  vœttr,  véttr  heisst  ausser  vetta  (z.  b.  in 
ekke  vetta  oder  mit  süffig,  art.  vceltanna  'durchaus  nichts') 
auch  vetna  in  Zusammensetzungen  wie  hotvetna,  -vitna  'was  auch 
-immer',  hor  vetna,  -vitna  'wo  auch  immer'.  Vgl.  §  330,  4  und 
§  308  anm.  6. 

§  326.     Wie   rqst,   also   im   sg.  nach  §311,   gehen   hr^t  Kct^c^enl^. 
weg,    ond  atem,    rodd  stimme,   fold  boden,  erde,    rnold  staub,   ,^  cdtt^cÁ 
erde,    old  Zeitalter,   grund  erde,    shmd  zeit,    rond  rand,    strond      t^e>^^* 
strand,  /mrð  tür.   iorh  erde,    Ä/orÖ  herde,  />iöð  volk,  sol  sonne, 
von,   6n   (§  79  anm.  1)  hoífnung,    mqrk  wald    (vgl.  mqrk  mark 
§343),   slong  stange,    tqng  zange,   spqng   platte   und   vielleicht 
noch  einige.     Von  diesen  Wörtern  gehen  jedoch   rond,  strond, 
rnork,  stgng,  tong,  spqng   im  pl.    {tqng   und   seltener  mqrk  auch 
im  gen.  sg.)  auch  nach   §  346   oder   §  347;   andere,   wie  qnd, 
hiqrb,  (selten)  jort)  auch  nach  §  325. 

Anm.  1.    Gen,  sg.  kann  hei  fold  auf -s  (vgl.  §  325,  2)  enden  (dicht.). 

Anm.  2.     Alt  und  selten   kommen  in  der  dicht,  spräche  nom.  acc. 


pl.  auf  -ar  (§  311)  vor,  wie  z.  b.  von  old,  iqrtí,  sól.         aJs    osbu^^v^e,. 

§  327.  Die  /-stamme  sollten  lautgesetzlich  im  nom.  acc. 
pl.,  die  mit  langer  Wurzelsilbe  auch  im  nom.  acc.  sg.  (§  66,  1), 
i-umlaut  des  wurzelvokals  aufweisen.  Aber  bei  sämmtlichen 
Wörtern  ist  ausgleichung  eingetreten  (vgl.  §  67),  entweder  zu 
gunsten  des  nicht  umgelauteten  vokals,  wie  in  m.  (nach  §  323) 
stabr  (agutn.  stepr)  statte,  saut)r  (agutn.  soyþr)  schaf,  skurer 
(aschw.  skyrp  f.)  scheeren,  stuldr  (aschw.  slyld  f.)  diebstal, 
sultr  (aschw.  sylt  f.  und  suiter  m.)  hunger  und  (nach  §  322)  slagr 
(agutn.  slegr)  saitenspiel,  f.  urt  (aschw.  ijrt)  pflanze,  sqgn  (aschw. 
scegn)  sage,  vqrn  (aschw.  vœrn)  Verteidigung,  lunder  pl.  (agutn. 
lyndir)  fleisch  (dicht.); 

oder  zu  gunsten  des  umgelauteten  vokals,  wie  in  m.  (nach 
§  322)  gestr  gast,  glépr  Übeltat,  lýt)r  (aschw.  liuper  und  lyper^ 
leute,  helgr  balg,  hekkr  bank  u.  a.  auf  -^,  -g,  k  (s.  §  324),  vielen 
nur  im  pl.  vorkommenden  völkernamen,  wie  Préiider,  Vesifylder 
u.  a.,    seltener   in  f.  wie   (den  auch    nach  §  310  flektierenden) 


■je/T^ 


174  §  328.  329.    n-stämme. 

døl  thai,   æs  schuhlocb,   Jiéf?'  birkenrinde,   gymhr  juDges  weib- 
liches schaf; 

oder  es  sind  doppelformen  entstanden,  wie  m.  hun^  (seit. 
hyrr)  söhn,  Huner,  Hxjner  (und  Húnar  §  293)  Hunnen,  (h)lumr  (seit. 
hlymr)  griff  des  ruders,  dünn  (seit,  dynn)  flocke,  fundr  (seit,  fyndr) 
Zusammenkunft,  hurbr  (seit.  f.  hyr(5)  geburt,  ur^r,  yrbr  Verhängnis 
(vgl.  §  325,  1),  fúrr  (seit,  fýrr^)  feuer  (dicht),  ýrr  (gewöhn!,  úrr, 
pl.  úrar  §  293)  auerochs,  anorw.  glyggr  (gew.  gluggr,  pl.  -ar  §  293) 
lichtöftnung,  þylr  (seit,  þutr)  lärm,  (h)lynr  (seit,  hlunr)  ahorn; 
f.  o/í,  íé//  himmelsgegend,  familie,  sólt^  sœlt  vertrag,  kuón,  kuœn, 
hausfrau,  bón,  bén  bitte,  sión,  sijn  sehen,  þurfl,  þyrfi  bedarf,  tylft 
(seit,  tolft)  zwölfter,  nautir  (jiaut),  seit,  neyt))  notwendigkeit,  sladd, 
skyld  schuld,  vœtlr  (seit,  valtr)  wicht,  wesen,  iþrótt  (seit.  pl. 
iprøtter)  sport,  ftöh,  fløt)  (vgl.  (lehr  §  319)  flut,  gnött  (seit,  gnøit) 
genüge,  Zusammensetzungen  auf  -(}i)ut),  -ijty  oder  -{h)ugb,  -yg(5 
(s.  §  233  anm.  2),  brút^r  (aber  hryllaup  neben  hrullaup,  brúhlaup 
hochzeit)  braut;  vgl.  noch  anorw.  Alfarhœimr  zu  œlfr  (§  319  schluss). 

IV.    ?i- stamme. 

§  328.  Die  w-stämme  sind  nur  maskulina  (über  das  fem.  hond 
s.  §  346  anm.  1,  das  neutr.  fé  s.  §  298  anm.  1;  über  sonstige  spuren 
neutr.  w-stämme  s.  Noreen,  Arkiv  I,  166  f.).     Die  endungen  sind: 


PI.  N.      -ir,  -er(i-uml.  d.  wurzelvük.) 
G.      -a 
D.      -%mi^  -om 
A.  1)  -u,  -0 

2)  -i,  -e  (i-uml.  d.  wurzelvok.) 


Sg.  N.      -/•  (t^-nmlaut  d.  wurzelvok.) 
G.      -ar 

D.  1)  -i,  -e  (i-uml.  d.  wurzelvok.) 
2)  —       («-uml.d.  wurzelvok.) 
A.      —       (w-uml.d.  wurzelvok.) 
Anm.  1.     Nom.  sg.  endet  urn.  a,uí -ur.    Beispiel  ist  HaukoJniR  oder 
HawukoþuR   (Vånga),    wahrscheinlich   auch  waruR   (Tomstad).     Vgl.    aus 
späterer   zeit:    aschw.   run.  sunuR  (isl.  sunr),  StikuR  (isl.  SUgr)   und  das 
adj.  karuR  (isl.  gorr). 

Anm.  2.     Gen.  sg.  und  der  ganze  pl.  ist  um.  nicht  belegt. 
Anm.  3.     Dat.  sg.  endet  urn.  auf -m.  Beispiel:  Kunimu[nydiu  (Tjurkö). 
Anm.  4.     Acc.  sg.  endet  urn.  auf -i*.     Beispiel  ist  magu  (Strand); 
vgl.  aus  späterer  zeit  simu  (Sölvesborg,  sowie  in  aschw.  und  adän.  run.). 

§  329.     Paradigmen  sind:    vgndr  zweig,  figrdr  meerbusen. 

"-R     Sg.  N.  vondr  fiorör  PI.  N.  vender  firðer  {-ir) 

fiarðar       !        G.  vanda  fiarða 


G.  vandar 

D.  vende,  vond 

A.  vond 


firÖe  {-i)  D.  vondom  {vandum)  íioröom  {fiartium) 


fiorð 


"Hzt^sA  l^f ivaW' 


A.  vondo  {vandu)        fiorðo  {fiar'da) 
vende  , 

ioLO^Jlix/-  ^cxjOA^a  (^-ir^aJ-  <^^    ^i^ri 


§  330.    li-stämme.  175 

8  330.     Wie  voyidr   ^eht  eine  ziemlicli  a-rosse  anzahl  von  cLt^e^tén  < 
Wörtern,    z.  b.   volb^   feld,    bolkr  balken,    groptr   (gen.  graptar,'^^^^^-'^'^    '- 
später   graptrar  u.  s.  w.)  grab ,    hoiir    (später    auch   hattr)    hut,   ,  v^V  ^^!!^ 
kottr   (und  kailr)  katze,    kqkkr  klumpen,    knorr  (gen.  knarrar)  ß^T^l       t^ 
handelsschiff ,    vorr    (gen.  varrar)  ruderzug,    sporr    (auch   nach  r^  k  Z''    / 
§  300)  Sperling,   vibr  h(^lz,  wald,   vegr  (auch  nach  §  293)  weg,  g -L^^y^/r) 
kuitlr    (auch    nach    §  293)   wortkram,  Jiþgr^   bug,    ^;/ó^/r    (gen.  ^^^X^y^ 
blásiar,   später  hlåstrar  u.  s.  w.)  blasen ,  þreskoldr  türschwelle, 
alle  auf  -óttr  (später  -áitr;  vátír  zeuge  geht  nach  §  293),  z.  b. 
hótir  art  und  weise,  þólir  abteilung  u.  a.  (Wimmer,  Forn.  forml.      g^.(^J^J 
§  50  und  §  51).      Ueber  pretlr,  siigr,  jml^r  s.  §  293,  4;    hrestr     -  "íx^  .   l^ 
s.  §  322  anm.  3;  kostr,  {h)lu(r  und  die  Wörter  auf  -Jiobr  s.  §  323,  2; 
fótr,  fingr,  velr,  7nánat)r  s.  §  344.      Ueber   die  einzelnen  kasus 
sei  bemerkt: 
Ijbimiyi)        1.    Im   nom,  s^'.   fehlt   sehr    oft   das  -r   \)ú_son(r),  smijr}    Tem  slö^we  c 
fÆru(u)  söhn;  über  gr7i  Sjdler,  spmri  jspcéner),  spónii  (%  73,  2,  c,  vgl.  §  79  '^J'^jJ    ^', 
^"^   anm.  1;   pl.  spøner)  span,  ó^á^    (auch   nach   §  293   und  so   fast  ^     >^'^r 
immer  in   der   bedeutung   'balken')  heidnischer  gott ,_ór^(pj. 
auch  nach  §^293)  bote  s.  §  217,  3  und  1.  ^ 

2.  Gen.  sg.   endet   auf  -s   oft  bei  vgrbr  wacht,   bisweilen 

bei  li()r  glied.       Sc-n^c^  .SuA.ti,  in^hr.    Jieiymäcutr.  \iWi ■  bro^h-f.  -/cwc  oÍíIa.  < 

3.  Dat.  s^.  ohne_endung  (j>Qjj^)  ist  etwas  später  als    der  ^'^ 

form  auf  -i  {vende)  und  nicht  bei  allen  Wörtern  belegt. 

Anm.  1.  Vcm  dem  nur  im  sg.  gebräuchlichen  vertír  {vœrt^r)  malzeit 
kommt  neben  vertie  selten  ein  alter,  lautgesetzlicher  (s.  §  139)  dativ  virtíe 
vor.    Vgl.  §  331. 

4.  Gen.  pl.  von  vegr  (auch  nach  §  293  —  urspr.  auch 
als  /-sjamm^s.  §  3_20_anjii.  —  flektiert)  weg  heisst  ausser  j^^ 
auch  vegna  (vgl.  §  325,  5,  §  308  anm.  6  und  ags.  sunena  u.  dgl.) 
in  adverbiellen  ausdrücken  wie  minna  vegna  meinetwegen  u.  dgl. 

5.  Acc.   pl.    auf  -i    (wie   vende)    kommt    in    der    ältesten 

literatur  nur  bei  wenigen  Wörtern  (alternativ)  vor:  so)ir^  sunr  (acc. 

pl.  sane,  syne),   oss  {æse),   órr  {ære)  und  Umr  (auch  f.  pl.  nach 

§  309,  selten  m.  pl.  nach  §  293)  glied,  zweig.     Sonst  zeigen  sich 

solche  formen  erst  später,  werden  aber  immer  gewöhnlicher. 

Anm.  1.  Der  weclisel  von  umgelauteten  und  nicht  umgelauteten 
formen  hat  bisweilen  ausgleichung  und  doppelformen  veranlasst,  z.  b.  sønr 
(acc.  son,  gen.  pl.  søna  u.  s.  w.)  neben  sonr,  œrr  neben  órr,  dat.  sg.  Moste 
neben  hlædc;  vgl.  auch  naraen  wie  Æstrídr  (gewöhnl.  Astri'd'r)  zu  óss. 
Vgl.  §  327. 


176 


§  331.    ii-stämme.     §  332.  333.    an-st'ámme. 


^-U^Uv^íZCiSí 


Anm.  3.  Das  urspr.  zu  §  331  gehörende  (vgl.  §  92  anm.  1;  §  93)  te^]- 
(§71,  3)  neben  togr,  tuqr  (§  149,  3)  zehner  flektiert  in  den  ältesten 
hdschr.  :  sg.  nom,  tsgr,  gen.  tegar,  pl.  nom,  tiger,  gen.  tega  (s.  L.  Larsson, 
Isl.  hdskr.  rio.  645,  4^^,  s.  XXXIX);  später  tigr,  tegr^  tsgr,  toqr,  tugr,  ^en^ 
tigar.  tegar  u.  s.  w.  ohne  jeden  Vokalwechsel. 


§  331.     Wie  fior^r\  also  mit  schon  uv^erm.  i-umlaut  (§  139). 

im  dat.  sg.  und  nom,  pl.,  mit  brechun^  in  allen  tibriffen  kas_us, 

/^^    gehen  kioh]  kiel,   higrn  (^biornR)  bär,   hiqrtr  hirsch,   migbr  met, 

skigldr  Schild  und  der  eigenname  Nigrbr.     Ueber  higrr  schwert 

"sTSOÖ^anm.  2.  ' 


B.    72-stämme  (schwache  deklination). 

I.    ö5/z-stämme. 

§  332.  Die  ö/i- Stämme  sind  maskulina  (über  fem.  vgl. 
§  334)  und  neutra,  die  eigentlich,  ausser  im  nom.  sg.  und  nom. 
acc.  pl.,  dieselben  endungen  haben  sollten,  nämlich: 


mask. 

neutr. 

Sg. 

N.  -i,  -e 

-a 

D. 

-a 

D. 

-a 

A. 

-a 

mask. 
PI.  N.  {-a  oder  -nn) 
G.  -na 

D.  -{n)um,  -{n)om 

A.  {-a  oder  -nu,  -no) 


neutr. 

-u,  -0 


-U,   0 


Die  maskulina  haben  aber  (bis  auf  wenige  spuren,  s.  §  334, 

3  und  4)  im  pl.  die  flexion  der  öi-stämme  (§  292)  angenommen. 

Anm.  1.  Nom.  sg.  m.  endet  um.  auf-«.  Beispiele:  Wiwüa  {Yehlüugs- 
næs),  Niuwila  (Varde),  Erla  (Etelhem),  Harhja  (Skaäng),  IIar[%\qa  (Vi), 
Muha  (Kragehul),  Hariuha  (Sjæll.  brakt),  wol  auch  -loirp  (Vi),  La[n\tía 
(Jondal),  Auja  (Skodborg),  vielleicht  auch  -wmct^era  (Kragehul) ;  wozu  das 
adj.  fanauisa  (Sjæll.  brakt.).  Spät  scheint  -e  vorzukommen:  -daude 
(Björketorp).  —  Nom.  sg.  ntr.  ist  nicht  belegt. 

Anm.  2.  Gen.  sg.  endet  um.  auf -an.  Beispiele:  Praivhjan  (Tanum), 
vielleicht  auch  Kepan  (Belland),  -an  (Tomstad).  Vgl.  finn.  lehnwort 
maanan-tai  montag. 

Anm.  3.  Dat.  sg.  endet  um.  auf  -an  (vgl.  jedoch  Noreen  im  Grund- 
riss  I,  494).     Beispiel:  witabahalaiVan  (Tune). 

Anm.  4.  Acc.  sg.  und  der  ganze  pl.  (jedoch  vielleicht  gen.  pl.  auna 
Sjæll.  brakt.)  sind  um.  nicht  belegt. 

§  333.  Paradigmen  sind:  mask.  hane  hahn,  harpare 
harfner,  hrgtt  (anorw.  hryti)  haushälter,  päe  pfau;  neutr.  Maria 
herz. 


K/i/n 


O^cc. 


kc 


Ji5Í".~a  Sg.  N,  hane 

L<5Í.-o|j^  Q-  D  A    håna 


§  334.    aw-stämme. 
maskulina  Sk^e . (x.yv^\>tru> . 


17? 


Pl.N. 
G. 
D. 


harpare 
harpara 

harparar 

harpara 

horporom 

{harjyarum) 
harpara 


bryte  {bryti) 
brytia 

brytiar 

brytia 

brytiom 

(brytium) 

brytia 


pae 
på 

par 

på 

pom 


n  e  u  t  r. 
hiarta 
hiarta 

hiorto  (hiartu) 

hiartna 

hiortom 

{hiartum) 
hiorto  {hiartu) 


oÅd. 


l-KJi/rxc 


han  ar 
håna 
honom 
{hanum) 
A.  håna         harpara  brytia  på 

§  334.  Wie  hane  geht  eine  sehr  grosse  anzahl  von  masku- 
linen, z.  b.  ar  fe  (der)  erbe,  grarme  nachbar,  måne  mond,  time  {-i) 
zeit,  mos  kue  (-/;  dat.  pl.  moskom,  -nm  §  244)  maske,  felage 
g-enosse,  har  dage  kämpf,  skabe  schade  u.  a.;  ausserdem  der 
weibliche  eigenname  Skabe  (die  drei  dichterischen  benennungen 
des  weibes:  sprakke,  suanne  und  suarre  sind  mask.),  lieber 
die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Auch  der  nom,  sg.  endet  auf^^  bei  den  lehnwörtern 
hei^ra  (neben  heiTe  und  seit,  harre)  herr,  sira  herr  (besonders 
von  geistlichen)  und  (sehr  seit.)  postola  (gewöhnl.  -e)  apostel 
pr  of  eta  (gew.  -e)  prophet.      lo^,j>fciU  - 

2.  A  CC.  sg.  von  ande  geist  kann  bisweilen  (z.b.  in  St.  Hom. 
und  No.  Hom.)  ande  statt  -a  heissen;  ebenso  einmal  landskialfie 
st.  -a  erdbeben. 

3.  Tm  pl.  zeigt  uxe  {uxi),  oxe  ochs  eine  eigentümliche 
flexion  :  nom,  acc.  yxn  {*yxnn,  *yxnR,  urn.  "^uhsniR;  vgl,  ags. 
(pxen)  oder  ðxn  (beides  später  auch  als  neutr.  gebraucht),  gen. 
yxna,  ßxna  (analogisch  statt  Hixna,  "^oxna,  aschw.  uxna,  got. 
aúhsne),  dat.  yxnom,  Jðxnom.  Flexion  nach  §  292  (nom.  pl. 
uxar,  oxrrr  u.  s.  w.)  kommt  erst  später  vor.  —  Eine  andere 
urspr.  endung  des  nom.  pl.,  nämlich  -a  (vgl.  got.  -ans)  ist  in 
'indeklinablen'  Wörtern,  wie  z.  b.  somfet)ra  {-fœt)ra),  -mét)ra 
'diejenigen  welche  gemeinsamen  (-e)  vater  (mutter)  haben'  be- 
wahrt. Ueber  spuren  der  urspr.  endung  -nu  des  acc.  pl. 
s.  Noreen  im  Grundriss  I,  495. 

4.  Im  gen.  pl.  kommen  (ausser  bei  uxe,  s.  3  oben)  spuren 
der  alten  endung  -na  (neben  -a  nach  §  292)  vor  in  einigen 
Wörtern,  die  sämmtlich  männliche  wesen  bezeichnen,  der  dichte- 
rischen spräche  eigen  sind  und  oft  das  n  aus  dem  gen.  in  die 
übrigen  kasus  des  pl.  eindringen  lassen:  gume  mann,  skate 
'eminenz',  hragnar  pl.  'principes'  (sg.  Urage  als  name),  flotnar 
pl.  Seeleute,  gol{n)ar  pl.  'Goten'  (sg.  Gate  als  pferdeuame). 


i^u 


Norceu,  Altel.  gramm.    2.  aufl. 


12 


178  §  335—338.     an-summé 

§  335.  Wie  harpare  ^eben  alle  mask,  auf  -are,  z.  b.  dó- 
mare  richter,  skapare  Schöpfer,  leikar e  gaukler.  Weil  diese 
Wörter  ursprüngliche  m-stämme  sind  (vgl.  got.  -areis,  ahd.  -äri), 
zeigen  sie  in  alter  zeit  noch  oft  -ere  {-œrí)  neben  -ai^e  (vgl. 
§  121,  1  und  §  64). 

Anm.  Spuren  der  iirspr.  flexion  (nach  §  306)  kommen  in  alter  zeit 
sehr  selten  vor,  z.  b.  nom.  sg.  gangvere{r)  kleider,  gen.  sg.  nmtares  falke, 
vartares  ein  fiscbname. 

§  336.  Wie  hryie  (aus  Hjijtie  §  235)  gehen  alle  mask. 
auf  -hygge  (-i),^-inge  j-i),  -nyte  {-i),  -skegge  {-skœggi),  -v ere  {-vær i), 
-vwke_{4),  z.  b.  aptrhygge  krieg:er  im  hinterteiL_des^ ^chiffes, 
erfinge  (der)  erbe,  arfnyte  (der)  erbe,  eyiarskegge^  Inselbewohner, 
skipvere  einer  aug^jer  Schiffsmannschaft,  illvirke  missetäter; 
ferner  stet5e  (s(æbi)  amboss,  vile  wille,_^;?^ði^/^pate,  abüe  führer 
einer  sache  vor  gericht,  skyte  schütze,  skyle  könig  (dicht),  iigg  e 
Jygge  im^i^Jde^g^jklæ^i).  heuschober,  bremse,  einher e  {ceinhcen} 
kämpfer  (in  Valhall),  Jyrke  Türke,  nibe  (s.  §  303)  und  die 
Personennamen ^gg/g  iBœli),  Ihe,  Vige.  Auch  nach  §  334  gehen 
z.  b.  ab  ile,  skj^Je,  selten  bryfe,  vile  und  die  auf  -vere;  auch  nach 
wic-sh    §  300  im  pl.  die  auf  -bygge. 

§  337.  Wie  páe,  also  unter  beachtung  der  in  §  103  ff. 
enthaltenen  regeln,  flektieren  einige  wenige  Wörter,  wie  z.  b. 
de  urgrossvater,^/7Qg  (dat.  pl.  fiíó?7i)  sumpfige  stelle  (pl.  als  Orts- 
name anorw.  Flóar  und  Fldr,  vgl.  §  72  anm.  2),  J)Ú£  (dat.  pl. 
büm)  bewohner,  k?iúe  knöchel,  lé  (alt  lée;  gen.  sg.  liá  aus  léa 
u.  s.  w.)  sense,  klé  stein  zum  straffziehn  des  gewebes,  Vé  (gen. 
sg.  Véa  u.  s.  w.)  ein  göttername. 

Anm.  1.  Im  nom.  sg.  kommen  später  die  formen  lidr,  kliär  neben 
lé,  klé  vor. 

Anm.  2.  In  gen.  pl.  ist  wol  eine  spur  der  urspr.  endung  -7ia  (vgl. 
§  334,  4)  in  dna-sótt  (viell.  urn.  aima,  s.  §  332  anm.  4)  altersschwache  (zu 
de)  bewahrt,  s.  Läifler,  Arkiv  III,  188  f.,  287  f. 

§  338.  Wie  hiaria  gehen  die  wenigen  neutr.  auf  -a:  aiiga 
ovga\  äuge,  eyra  {ßyra\  ohr,  lunga  (nur  pl.  belege)  lunge,  nyra 
niere,  ok{k)la  (auch  m^^^iWe^ach  j_334)j£iiöchel,  sima  (auch  m. 
sime  nach  §  334)  seil,  huka  rad,  hiöna,  Jiíútio^J^y  im  sg.  vor- 
Jkommend)  dienstbote,  biúga  wurst,  eista  hode,  llagbrjóskahYix^i- 
knorpel,  heima^  hei  mat,  (h)no{ía  knäuel,  leika  Spielzeug,  vib- 
beina  Schlüsselbein,  yy?^ðy/?z<?^^«_ígewöbnl. ^e_jmcli^  E34)  mittel- 
punkt.     Von  diesen   haben   im  anorw.   wenigstens  ouga,  f)  yr  a 


§  339.  340.     on-,  tln-stamme  179 

und  Maria  nicht  selten  (s.  Wadstein,  s.  14)  im  nom.  acc.  pl. 
-un  (wie  im  asehwed.,  vgl.  got.  -öna)  statt  -u.  Im  i  sl.  ist  diese 
endung  nur  im  pl.  hión,  hiún  (neben  hiú)  ehegatten,  liausleute 
belegt;  der  urspr.  dazu  gehörige  sg.  hiá  ist  (ausser  in  dem  aus- 
druck  i  hiá)  nur  als  präpos.  'bei,  neben'  im  gebrauch  und  wird 
als  subst,  ersetzt  teils  (und  gewöhnl.)  durch  die  nach  dem  pl. 
neugebildeten  formen  hiön,  hiún  oder  hióna,  hmna  (diese  formen 
in  dieser  bedeutung  auch  als  nom.  acc.  pl.  vorkommend),  teils 
durch  das  m.  hije  'diener',  über  dessen  Verhältnis  zum  ntr.  hiá 
(wie  m.  sime  neben  ntr.  sima  u.  dgl.)  vgl.  §  72,  6  und  anm.  7. 

IL    ön-,  w?z- stamme. 

§  339.     Die  ön-,  ?7/z-stämme  sind  nur  feminina  (über  mask. 
vgl.  §  340).    Die  endungen  sind: 


N. 

-a 

PI.  N. 

-ur,  -or 

G. 

-U,   -0 

G. 

-na 

D. 

-U,    -0 

D. 

-um,  -om 

A. 

-U,    -0 

A. 

-ur,  -or 

Anin.  1.  Nom.  sg.  endete  urn.  auf  nasaliertes  -ö.  Beispiele  sind 
vielleicht  Hariso  (Himlingøje),  Lepro  (Strårup),  Fino  (Berga),  Talhp  (V  i) 
vgl.  übrigens  finn.  lehnw.  kaltio  (isl.  kelda)  quelle,  saatto  (isl.  sdta)  lieu- 
haufen  u.  a. 

Anm.  2.  Gen.  sg.  urn.  auf  -ön  ist  viell.  I^hpn  (Steinstad).  Die 
isl.-anorw.  endung  setzt  jedoch  urn.  -ün  (vgl.  ahd.  -ün)  voraus  {-ön  gäbe 
-ä),  welches  auch  in  finn.  sunnun-tai  sonntag  vorliegt  und  in  -u  über- 
gegangen vielleicht  in  urn.  arazeu  (Stentofta,  Björketorp). 

Anm.  3.    Dat.  acc.  sg.  und  dat.  pl.  sind  urn.  nicht  belegt. 

Anm.  4.  Nom.  acc.  pl.  sind  urn.  nicht  belegt,  müssen  aber  auf 
-ün  (vgl.  ahd.  -ün)  geendet  haben,  wie  aus  acc.  lq[n]kmuprku  (wäre  isl. 
^lmigniúd'ryo)  'm  der  sehr  alten  aschw.  inschr.  von  Kürnbo  hervorgeht. 
Wahrscheinlich  ist  die  hieraus  lautgesetzlich  entwickelte  endung  -ii  auch 
im  isl.-anorw.  hie  und  da  erhalten,  nämlich  regelmässig  beim  schwachen 
adj.  (z.  b.  gótio  die  guten),  selten  beim  subst.  (z.  b.  nom.  pl.  skófo  'späne' 
in  Haustlong,  kirkio  'kirchen'  in  St.  Hom.),  endlich  im  zahlwort  ellefo 
(ællifu)  elf.  Die  gewöhnliche  endung  -ur,  -or  hat  wol  ihr  -r  analogisch 
von  den  übrigen  deklinatiouen  übernommen.  Vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr. 
f.  Sv.  V,  101  f,;  Läffler,  Tidskr.  f.  Filol.  N.  R.  IV,  285  f.;  Noreen  im  Grund- 
riss  I,  496. 

Anm.  5.  Gen.  pl.  ist  urn.  möglicherweise  durch  arhhjano  (?Tune)  belegt. 

§  340.     Paradigma  ist  yaia  Strasse. 


Sg. 

N.  gata 

PI.  N.  gotor  (gatur) 

G.  goto  igatu) 

G.  gatna 

D.  goto  {gatu) 

D.  gotom  {gatiim) 

A.  goto  {gatu) 

A.  gotor  {gatur) 

1    12*   •  / 
-■ —  La,            _  ^  ^ 

~^  O               -^  .      0 

icryy\          . -iéryi^ 

-^- —  O          _  ^  .    0 

_^—  ia-r                  iU 

180 


§  340.     on-,  ?<?i-stämme. 


So  flektieren  noch  eine  sehr  grosse  anzalil  von  femininen, 

wie   z.  b.    tunga   zunge,   siiarna   (^en.  pl.  stiarna  §  223)  stern, 

^^_{gen^_sgMsl^^^o/o}jräj^d ,    hylgia    (gen.  pl.  hylgna  (§  236) 

woge,  kb^kia  feen,  pl.  kirkna  §  236)  kirche,  Freijia  (Frøyia,  sehr 

selten  Freyfd)   name   einer  göttin,   volua  Wahrsagerin  (gen.  sg:. 

_j^o/ö__§__2áá4    so    auch    slongua   Schleuder    und    der    eigenname 

Roskua),    Groa  feen.   Gi^ó  §  103)_ein  eigenname,    trua  feen,  trú 

§  103;    auch   nom.  Irú  nach  §  314   flektiert)  glaube,    skuggsiá 

feen.  -^/ó  §  104)  u.  a.;   ausserdem, einige  wenige  maskul.,   z.  b. 

skytta  (vgl.  skyte  §  336)  schütze,  helia  iluetia)  mutiger  mensch, 

kempa  {kœnv^a^    auch  kappe  nach  §334)  kämpfer,   rj///rt_ schuft 

(die  drei  letzten  auch  f.)  und  die  personennamen  Sifka,  Skuta, 

i<ryy..e^tí^,'3     Ella,  Sturlü,  Úrókia  (vgl.  Kock,  Skandinavisches  Arkiv  I,  1  ff".). 

f;/^  ?"7^íjéber  die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken:      "  ^^'^^-^  ■  ^^  -  ^^' 

l^^.  ^. eAe eh P»/^>^\,    N 0 m.  sg._i_s^  ohne^  endung  J)ei_/rw   (bisweilen  frau, 

frou,  sehr  alt  frúua,  frauva,  froua,  frouva)  frau,  Imsfrú  (später 

auch   hustru   §  247,  1,  b)  hausfrau,   iungfrú  Jungfrau.     Später 

kann  frú  im  sg.  auch  nach  §  314  flektieren. 

Anm.  1.  In  No.  Hom.  kann  nom.  sg.  (sehr  selten)  auf  -u,  -o  wie 
der  acc.  enden,  wie  umgekehrt  (etwas  häufiger)  acc.  sg.  auf  -a  wie  der 
uom.  (Wadstein,  s.  103  und  100). 

2.  Gen.  Sg.  kann  im  anorw.  (selten)  auf  -ur,  -or  (wie 
im  agutn.)  enden,  z.  b.  (in  Cod.  Tunsb.)  kirklur,  siefnor  zu 
kirkia  kirche,  stefna  Zusammenkunft.  Im  isl.  sind  solche 
formen  nur  aus  Zusammensetzungen  belegt,  z.  b.  kleppor-nes 
neben  kleppo-  (und  kleppa?^-,  vgl.  §  311  anm.  1)  Vorgebirge, 
eisor-fala  riesin  zu  elsa  feuer,  ^eigo(r)-skot  feindlicher  schuss. 
Vgl.  Noreen  im  Grundriss  I,  496. 

3.  Gen.  pl.  endet  auf  -la  statt  -na  bei  denjenigen  Wörtern 
auf  -ia,  die  unmittelbar  vor  dem  %  einen  anderen  konsonanten 
als  ^  g  oder  k  haben,  z.  b.  lilia  lilie,^mið7a  schmiede;  ferner 
auf  -a  statt  -na  bei  den  Wörtern  auf  -siä,  z.  b.  åsiå  (gen.  pl. 
åsiå  §  103)  aussehen,  fürsorge.  Von  diesen  letzteren  können 
einige,  besonders  in  etwas  späterer  zeit,  auch  nach  §  314 
flektieren  (sg.  nom,  äsio,  -siä,  gen.  -siär  u.  s.  w.). 

Anni.  2.  Von  lona^  fetwa_(später  auch  kuinna)  frau  heisst  der  gen. 
pl.  kuenna  oder  kuinna  (§  139,  2,  §  145). 

Anm.  3.  Bei  den  Wörtern  auf  -ua  (und  den  weitaus  meisten  von 
den  übrigen)  ist  der  gen.  pi.  nicht  zu  belegen. 


iveüc 


•  / 


§  341.    '<?i-stämme.      §  342.     Einsilbige  stamme.  181 

III.    7n-stämme. 

§  341.  Die  m-stämme  sind  nur  feminina.  Die  endungen 
sind:  sg*.  in  allen  kasus  -/,  -e\  pl.  fehlt  bei  fast  allen  hierher 
gehörigen  Wörtern,  sollte  aber,  nach  ausweis  von  §  364  eigent- 
lich  nom.   gen.  acc.   -i,  -e,   dat.  -um,  -om   haben.     Paradigma: 

eile  (celli)  alter. 

Sg.  N.G.D.A.  eile  {œll%)  "kbil^MUcje.  j^m.  cu^j^  -i 

PI.   fehlt. 

Anm.    Aus  um.  zeit  ist  kein  kasus  belegt. 

So  geht  noch  eine  sehr  grosse  anzahl  von  Wörtern,  meist 
abstrakter  bedeutung,  z.  b.  frø'i)e  (auch  neutr.  nach  §  307)  kunde, 
Q]Æe_{cilcé(5i)  freude,  keie  munterkeit,  lete  (lœti)  faulheit,  syiille 
trefflichkeit,  helge  {hælgi)  heiligkeit,  he'ihne  {hœibni)  heidentum, 
{h)lý()ne  gehorsam,  rettvise  rechtschaffenheit,  hygglande  verstand 
und  viele  andere  auf  -ande,  -ende,  -Í7ide  {-i),  -ynde  (-/)  u.  noch  a. 
(Wimmer,  Forn.  forml.  §  74).  Zu  den  einzelnen  kasus  ist  zu 
bemerken : 

1.  Nom.  sg.  von  myke  dung  hat  die  nebenform  mykr. 

2.  Gen.  sg.  endet  auf  -ar  bei  q^rue  tracht.  garsime  kost- 
barkeit,  rekende  fessel,  fiske  (gen.  fiskiar  §  319  anm.  4,  selten 
fiske)  fischfang  (zur  erklärung  s.  Noreen,  a.  o.  1,  491);  bisweilen 

auch  bei  cefe  Zeitalter,  milde  milde.     Die  endung  -/\y,  -es  zeigt  oMt^'v^o.tur 
sich  nicht  selten,   z.  b.  bei  rei()e  (ræit)i)  zorn,   kristne  Christen- 
tum,  ^/£rT/^7i£_  neugier ,    frœndseme   {-sœmi)   verwantschaft   und 
vielen    andern,    sowie    auch    oft   in   Zusammensetzungen,    z.  b. 
ógle(^esklé^e  trauerkleider  (J.  Dorkelsson,  Athugasemdir,  s.  7  ff.). 

3.  PI.   kommt    bei   einigen   wenigen   Wörtern    vor:   gmrue 
^       tracht,    gðrsime   kostbarkeit,    lyge    (pl.   nom.   ly  gar,    nicht   -iar 

^'    'u.  S.W.)  lüge    gehen    nach   §  309;   rekende  fessel   nach  §  351;  (c'^-^cL-) 
freist(n)e  Versuchung  sehr  selten  nach  §  321. 

C.    Die  übrigen  (konsonantischen)  stamme. 

1.    Einsilbige  stamme. 

§  342.  Diese  sind  maskulina  und  feminina.  Die  endungen 
beider  geschlechter  wären  eigentlich: 


Sg.  N.  -r 

G.  -r  (i-uml.  d.  wurzelvok.) 
D.  —  (i-uml.  d,  wurzelvok.) 
A.  - 


PI.  N.  -r  (i-uml.  d.  wurzelvok.) 
G.  -a 

D.  -um,  -om 
A.  -r  (t-uml.  d.  wurzelvok.) 


182 


§  343—345.     Einsilbige  stamme. 


Diese  end  ungen  sind  aber  fast  nur  im  pl.  geblieben.  Im 
sg".  nämlich  flektieren  die  meisten  mask.  ganz  wie  u-  oder 
rt-stämme,  die  fem.  ganz  oder  teilweise  wie  ö-stämme. 

Anm.    Aus  um.  zeit  ist  kein  kasus  belegt. 

§  343.  Paradigmen  sind:  mask. /ó/r  fuss,  ??a^/ nagel;  fem. 
7^ong  querband  im  schiffe,  mork  mark  (geld  oder  gewicht). 


maskulina 
Sg.  N.  fótr  nagl  {^naglR%l[l,?,) 

nagls 
nagle 
nagl 

negl  (nœgl;  '^nœglR) 

nagla 

noglom 

{nagliim) 

negl  {nægl;  "^næglR) 


G.  fótar 

D.  fóte 

A.  fót 

Pl.  N.  fótr 

G.  fóta 

D.  fótom 

A.  føtr 


feminina  i  / 

mork  ^l 

merkr  {mœrkr)    iW'- 

mork  f^ 

Kax 


mork 


rong 
rangár 
rong 
rong 

rengr  [rœngr)  merkr  {mœrkr)  itur' 

ranga  marka  1Cua> 

rongom  morkom  /Ct</kvi. 

{rangum)  (markimi)  , 

rengr  {rœngr)  merkr  {mœrkr)  i^  • 


§  344.  Wie^otr,  also  im  sg.  nach  §  330  (jedoch  mit  dat. 
sg.  nur  auf  -i,  -e),  gehen  \_finQr  (^ fingr  R  §  217,  3;  also  gen. 
/)>2.^^r^r^_später  fmQrs_  §  345,  nom.  pl.  f'mgr^  finger  (selten  als  ntr. 


nach  §  296  flektiert),  vetr  i^vettrR)  winter,  die  volkernamen 
Eisir(Æistr)  pl.  (auch  ^?^^gr  nach  §  321)  Ehsten,  Vinter 
"(spaté7_Fm^r  §  183,  1,  b)  j3L_(später  auch  Vinder  nach  §  321; 
gen.  pl.  einmal  Ventja  neben  Vinba  §  139,  1)  Wenden,  lamtr 
pl.  (ohne  ^^-umlaut,  also  spät  aus  "^Tfimalr  nach  gen.  Inmta 
umgebildet;^  auch  lamtar  nach  §  293)  bewohner  von  Jämtland; 
endlich  das  zweisilbige  monohr,  mánabr  (vgl.  §  323,  2;  im  pl. 
auch  als  i-stamm,  später  sogar  bisweilen  auch  als  z<- stamm) 
monat,  welches  wort  übrigens  allein  (vgl.  jedoch  §  323  anm.  2) 
unter  den  mask.  auch  den  alten  gen.  sg.  auf  -r  (mánabr,  ana- 
logisch auch  mónobr,  gleich  nom.  acc.  pl.)  aufweisen  kann. 

§  345.  Wie  nagl,  also  im  sg;.  nach  §  293,  geht  nur  noch 
mabr  (s^lten^mmr,  s.  §  201;  spät  auch  mann)  mann,  gen. 
man{n)z,  dat.  manne  (St.  Hom,  einmal  mit  artikel  menn-enom, 
die^ einzige^purj[^s_urspr.  dat.;  vgl,  got,  dat.  mann),  acc.  mann, 
pl.  nom.  acc.  nien7i  (§  217,  4  b),  ?nepr  (§  201),  selten  mennr,  gen. 
manna,  dat.  monnom  imannuni).  Die  mit  artikel  versehene  form 
{menn-ener  oder  selten)  menner  (aus  ^^menn-ner,  vgl.  §  401,  1) 
wird  als  unbestimmte  form  (vgl.  pl.  gester  u.  dgl.)  aufgefasst 
und  daher  nochmals  mit  artikel  versehen  :  menner-ner  (selten). 


§  346.    Einsilbige  stamme.  183 

§  346.     Wie  rony,  also  im  sg*.  ganz  nach  §  310  oder  §  314, 
geht  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von  Wörtern,  z.  b.  hind  hindin,  \riuy^;\ii.lyu 
drei  f  (drœif)  band  (aber  </r^// streuen  auch  im  pl.  nach  §  310),  "^^    ^\  /    i 
hrik  Í2Aú^  reikj^œik)  haarfurche,  ^/jzA:  fliesse,  rit  schild  (dicht.),  ?      "?    "' 
rist  rist,  _^  (gen.  tår,  pl.  tcer^  zehe,  fló  (pl.  flør\  floh,  /7ó  Schicht, 
lo  regenvogel,  klo  klaue,  ro  eisenplatte,  hrok  hose,  jíö/jfischnetz-'  M^t.  Aá 
und  nicht  wenige   andere,  von  denen  jedoch  die  meisten  viel-  ^y^- 
fache  Schwankungen  nach  andern  paradigmen  aufzuweisen  haben: 

1.  Auch  nach  §  347,  also  mit  /-umgelautetem  gen.  sS. 
auf  -r,  flektieren :  ák  {ceik)  eiche,  ük__ hündin, ^œ{{}ng_\)QÍi^  tong 
zange,  ork  kiste ,  nólt,  nóll^  (§  73,  2,  b;  gen._sg.  nétr,  náttar) 
nacht;  selten  mork  wald,  bók  buche,  buch  und_o/£í  (im  sg. 
auch,  bes.  anorw.,  celptr,  nach  §  319  flektiert;  im  pl.  gewöhnlich 
alpter  nach  §  321;  ausserdem  kommen  noch  sehr  unregelmässig 
acc.  sg.  elptr  oder  elpt,  gen.  pl.  elptra,  dat.  pl.  elptrom  vor) 
schwan  (vgl.  §  150  anm.). 

•^  2.  Auch  nach  §  311,  also  mit  dat.  sg.  auf  -u,  -o,  können 
im  sg.  flektieren:  r  ond  rand,  sir  ond  strand,  grind  gitter,  stong 
stange,  morkjw^A^  S(e{i)ng  bett  und  natt,  nott  nacht. 

3.  Auch  im  pl.,  also  durchgehends,  nach  §  310  können 
flektieren:  ßk  zipfel,  greip  {grœip)  hand,  sild  häring,  skeib 
(skœití)  schiff,  galep  {-Iceit))  galeide,  /o^  wurzelfaser,  selten  honk 
handhabe,  lieber  pro  ausgehöhlter  bäum  oder  stein,  brü  brücke 
s.  §  314  mit  anm. 

4.  Wie  /-stamme  können  im  pl.  flektierem:  skei(^  (skceib) 
schiff,  spong  platte,  _  íong^  zange,  gewöhnlich  glpt  (vgl.  1  oben) 
schwan,  selten  gnd  ente,  glóp  glühende  kohle,  ki7id  wesen, 
familie,  sehr  selten  (dicht.)  /jol  busse,  spät  stob  stütze,  welche 

Wörter  also  ganz  nach  §  325  gehen  können;  ferner  rond,  strond,  v^^keUi 

^\^^-  grjnd  (selten),    s^fm^  mork  wald,    die    also    ganz    nach   §  326      ^ 

^  ""X.    flektieren  können  (vgl.  oben  2). 

Anm.  1.    Dat.  sg.  von  /^^^m^Miand  lieisst  hende,  weil  das  wort  alter 
^-stamm  ist  (got,  hnmhi.fi)-  ,spiitcr_aiich  honcl 

Anm.  2.  Nom,  acc.  pl.  kinnr,  kVd'r  zu  kinn  wange,  tetir,  tenn. 
Jennr  zu  tonn  (aber  Hildetannr)  zahn  erklären  sich  nach  §  217,  4,  b  und 
§  201 ;  niýss,  lýss,  gœss,  hrjjim  zu  mm  maus,  las  laus,  ßos  gans,  hrún  augen- 
braue  nach  §  217,  1  \  ertr  (œrtr)  pl.  (gen.  erim  u^.  s.  w.)  erbsen  nach  §  217,  3. 
Ueber  (h)notr,  hnetr  (netr,  bisweilen  gen.  nata,  dat.  natimi  neben  nota, 
resp.  notom)  und  ste'd'r,  stetür  zu  {h)not  nuss,  stod'  stütze  s.  §  07  anm., 
§  80  und  §  \A->. 


(5U^.  ov-is. 

OlS 


184  §  347.     Einsilbige  stamme.      §  348—350.     r-stamme. 

Anm.  3.  ^Pj/rr^  {später  auch  dyr)  ^L  tür  kommt  in  älteren  hdschr. 
auch  als  ntr.,  jedoch  nur  im  nom.  acc,  vor.  In  etwas  späterer  zeit 
dringt  der  i-umlaut  im  gen.  dat.  pl.  ein:  dyra,  dyrmn  statt  älteren  dura, 
durom. 

§  347.  A¥ie  mork  flektieren:  kiwrk  {kucerk)  kehle,  miolk 
^milcb,  vik  bucht,  £?/?  fels  (dicht.)  und,  wenn  auch  schwankend, 
die  oben  (§  346,  1)  erwähnten  eik,  lik,  sé{í)ng,  tong,  ork,  nóít, 
?iwrk  wald,  bók,  olpt ;  ferner  ký?'  kuh,  ^jir  sau,_^  weibliches 
schaf.  Die  drei  letzten  Wörter  bewahren  noch  im  nom.  S£'. 
V  die   alte   endung  -r,   welche   dann  ß-umlaut  des  wurzelvokals 

c^.á,.ci.<ynv     hervorgerufen  hat  (vgl.  dat.  acc.  sg.  kú,  sú,  o). 

Anm.  1.  Gen.  sg.  von  miolk  ist  ohne  i-umlaut  (miolkr),  weil  spät 
aus  *niiolokr  {^melukiR,  vgl.  got.  miluks)  nach  nom.  acc.  umgebildet  (vgl. 
lamtr  §  344);  pl.  ist  nicht  belegt. 

Anm.  2.  Wenn  kýr  un(Ls;/r_als  beinamen  gebraucht  werden,  können 
die  formen  gen.  sg.  sýrs  oder  sýrar,  súrar  statt  sýr,  dat.  acc.  sg.  ki'/r^ 
sýr  statt  kú,  sú  vorkommen. 

Anm.  3.  Nom,  acc^pl.  auf  -«rj[§  310)  kann  bei  kiiet-k  vorkommen; 
ebenso  im  pl.  slagdr  {*-dar)  weibliche  schale,  die  geschlachtet  werden 
sollen  (das  simplex  6  statt  cér,  nach  §  314  flektierend,  ist  sehr  selten). 

IL    r-stämme. 

§  348.  Die  r-stämme  sind  maskulina  und  feminina.  Pa- 
radigmen sind:  mask.  faber  vater,  fem.  motter  mutter. 


Sg.  N. 

mask. 

fem. 

mask. 

fem. 

faðer 

móðer 

Pl 

N. 

feÖr  (fœdr) 

móðr 

G. 

foðor  ifatSiir) 

móðor 

G. 

feöra  {fœdra) 

móðra 

feðr  ifœdrl 

móðor 

D. 

feðrom 

móðrom 

foÖor  {fadur) 

{fœd'rum) 

A. 

foÖor  (fab'ur) 

móðor 

A. 

fe?5r  (fœd'r) 

móðr 

Anm.  1.  Aus  um.  zeit  sind  nur  nom.  sg.  siuestar  (Opedal)  und 
nom.  pl.  tíohtrÍR  (Tune)  belegt. 

Anm.  2.     Ueber  nom.  acc.  pl.  fedr,  mødr  {'"fœdrR,  *mødrit)  s.  §  217,  3. 

§  349.     Wie  faöer  geht  nur  noch  bróber,  pl.  bróbr,  bruder. 

Anm.  1.  Später  und  ziemlich  selten  kommen  die  formen  fedr,  hrødr 
auch  im  gen.  acc.  sg.  {febr  sogar  einigemal  im  nom.  sg.)  vor. 

Anm.  2.  Von  /aðerkann  (dicht.)  in  Zusammensetzungen  eine  flexion: 
sg.  nom.  -fptír,  gen.  -fp^rs,  dat.  acc.  -fotir  vorkommen,  z.  b.  valfpör  eia, 
name  Odeiis^  Später  und  selten  kommt  fptir  auch  als  simplex  vor.  — 
Ein  gen.  sg.  isl.  (z.  b.  St.  Hom.)  fpd'ors,  anorw.  (z.  b.  Cod.  Tunsb.)  fadurs 
ist  einigemal  belegt. 

§  350.  Wie  mó()er  flektieren  nur  noch  dólíer  (nom.  acc, 
pl.  døtr,  selten  dóiír  §  224)  tochter,  sysler  (-/;•)  schwest^r. 


§  351.    ?2i?-stämme.    §  352.    Dekl.  der  adj.  185 

Anm.  Selten  kommen  im  dat.  sg.  mødr,  døtr  (nach  §  349)  vor. 
Später  und  ziemlich  selten  treten  dieselben  formen  auch  im  gen.  acc.  sg. 
auf.    Ein  nom.  sg.  mób'r  ist  anorw.  (z.  b.  Cod.  Tunsb.)  einigemal  belegt. 

III.    7id-^t'ámme. 
§  351.     Hierher  gehören  fast  nur  maskulina.     Die  flexion 
ist  im  sg.   die   der  schwachen  ß?i-stämme  (§  334),  im  pl.  die- 
jenige der  einsilbigen  stamme  (§  342).     Paradigma  ist  gefande 
geber. 


Sg.  N.  gefande 
G.  gefanda 
D.  gefanda 
A.  gefanda 


PI.  N.  gefendr 
G.  gefanda 

D.  gefondom  (-andimi) 
A.  gefendr 

So  flektieren  alle  substantivisch  (sehi-  selten  auch  ad^ 
jektivisch)  ^'ebrauchten  participia  präs.  (meist  nur  als  raask. 
gebraucht),  unter  welchen  drei  zu  reinen_su_bsjantJTen_geworden 
sind :  fiande  (selten  fiände  §  114,  1;  nom.  acc.  pj,  ohne  umlaut 
fiandr  §  64)  feind  (zu  ftci  hassen),  frende  (mit  aus  dem  pl. 
fréiidr,    alt  und  selten  fricendr,   entlehntem  umlaut)  verwanter 


(zu  frki  lieben),  hicande  (anorw.  auch  bóandé)  oder  bonde 
(§  103),  pl.  hi'iendr,  héndr,  selten  hóendr,  bauer  (zu  búa  wohnen). 
Sonstige  hierher  gehörigen  Wörter  s.  bei  Sütterlin,  Gesch.  d. 
nom.  agentis,  s.  25  f.;  Falk,  Beitr.  XIV,  42. 

Anm,  1.  Nicht  selten  ist  der  i-umlaut  aus  nom.  acc.  ^^Jn^  den_dat: 
(selten  gen.)  pl.  eingedrungen,  z.  b.  búendom,  bøndom  {gen.  bønda  sehr 
selten)  zu  bilande,  bonde;  anorw.  dómœndum  richtern,  misgœrœnduni  misse- 
thätern. 

Anm.  2.  PI.  rekendr  (der  seltene  sg.  rekende  geht  nach  §  341) 
fessel  ist  gewöhnlich  fem.,  sehr  selten  neutr.  oder  mask.  Sehr  selten 
sind  auch  die  pluralformen    rekander  f.,  rekende  (-indi)  ntr. 

Anm.  3.  Zu  anorw.  œigande  eigner  kommt  auch  pl.  œigandar 
(§  293)  vor. 

Anm.  4.  Spuren  der  einstigen  starken  flexion  auch  im  sg.  kommen 
hie  und  da  noch  im  gen.  sg.  (vgl.  got.  nasjandis)  vor,  z.  b.  sianz-vitne 
Zeugnis  eines  sehenden,  segianz-saga  hörensagen,  fianz-bod  botschait  eines 
feindes  u.  a.  Zusammensetzungen ;  vgl.  Brate,  Bezz.  Beitr.  XIII,  3S  f.,  Bugge, 
Arkiv  IV,  139,  Falk,  Beitr.  XIV,  41  f.  Ausserdem  ist  der  urspr.  konsonant- 
stamm in  Zusammensetzungen  wie  dugand-ma'dr  taugender  mann  u.  a.  be- 
wahrt, s.  Falk  a.  o. 

Kap.  2.    Deklination  der  adjektiva. 

§  352.  Die  weitaus  meisten  isl.-anorw.  adjektiva  können 
im  positiv  und  superlativ  sowol  stark  als  schwach   flektiert 


186  §  353.    Starke  adj.-dekl. 

werden.  Die  schwaehe  flexion  wird  gebraucht,  wenn  das  adj. 
vom  artikel  bestimmt  steht  (z.  b.  enn  gó(5e  konongr  der  gute 
könig),  oft  auch  im  vokativ  (z.  b.  gó(^e  konongr!  guter  könig!) 
und  als  beiname  (z.  b.  Håkon  gó^e  H.  der  gute);  sonst  kommt 
fast  tiberall  die  starke  flexion  zur  anwendung.  Dagegen  wird 
der  komparativ  nur  schwach  flektiert. 

Anm.  üeber  die  im  pos.  und  sup.  nur  schwach  flektierenden  adj. 
s.  §  363,  §  364,  §  385—387.  Nur  stark  gehen  z.  b.  allr  all,  wiðV  mittlerer, 
sialfr  selbst,  sumr  irgend  ein,  annarr  ein  anderer. 

A.    Starke  deklination. 

§  353.  Eigentlich  müsste  man  bei  den  adj.,  in  Überein- 
stimmung mit  den  Substantiven,  a-,  ö-,  i-  und  t<-stämme  mit 
ihren  verschiedenen  flexionen  erwarten.  Dies  ursprüngliche 
Verhältnis  ist  aber  durch  zwei  Vorgänge  schon  in  urgerm.  zeit 
durchgreifend  verändert  worden: 

1.  Die  -i  und  ^^-stämme  sind  mit  den  a-  und  ö-stämmen 
zusamm.engefallen.  Diese  Veränderung  ist  in  urgerm.  zeit  (vgl. 
das  got.)  noch  nicht  ganz  durchgeführt,  im  isl.-anorw.  aber  in 
allen  formen. 

Anm.  1.  Alte  it- stamme  können  bisweilen  noch  in  isl.-anorw.  zeit 
als  solche  erkannt  werden  durch  das  neben  einander  Vorhandensein  von 
formen  ohne  und  mit  i-umlaut  (vgl.  den  gegensatz  von  got.  har  dus  nom.: 
hardjana  acc.  sg.  m.),  z.  b.  gorr  {*garwu-)  und  gsrr  {*gariüia-)  fertig, 
glgggr  (got.  glaggiviis),  gløggr  genau,  deutlich,  snpggr,  snegyr  mit  kurzem 
haare,  hurtig,  gnyr  (got.  aggivus),  ^ngr  eng,  piokkr  (piukkr,  * pekkwu-) 
und  pykkr  {* pikkwia-  §  92  anm.  1)  dick,  isl.  stklp-  und  anorw.  sti/p{fa(íer) 
stief(vater).  Vgl.  folgende  fälle,  wo  die  doppelheit  erst  durch  Zuziehung 
des  ostn.  ans  licht  tritt:  isl.  purr  (vgl.  got.  paúrsus)  und  aschw.  perr, 
pirr  (beides  aus  '''Þyrr)  trocken,  isl.  punnr  :  dän.  tynd  (aus  "^pynn)  dünn, 
isl.  sniallr  :  aschw.  snilder  tüchtig,  isl.  liótr  :  aschw.  lyter  hässlich,  isl. 
hartir  :  aschw.  (seit.)  hœrper  (got.  Jiardus)  hart,  isl.  skiötr  :  aschw.  skyter 
schnell,  aschw.  galder  :  isl.  gcldr  unfruchtbar,  aschw.  starker  :  isl.  sterkr  stark, 
aschw.  lugn  :  isl.  lyyn  still,  aschw.  liö  :  isl.  hh/r  lauwarm,  aschw.  napper  : 
isl.  hneppr  spärlich,  aschw.  kucer  (got.  qaírrus)  :  isl.  kuirr  (und  kyrr, 
s. §  71,  7)  ruhig  u.a.  —  Bei  den  i-stämmen  kommen  derartige  doppelformen 
selten  und  nur  bei  kurzer  Wurzelsilbe  vor,  z.  b.  \^\.  framr  :  aschw.  frœmber 
aus  *frœmr  (ags.  freme)  hervorragend,  aschw.  saker  :  isl.  sekr  schuldig.  — 
Vgl.  Söderberg,  Forngutnisk  Ijudlära,  s.  12:  Noreen,  Sv.  Landsm.  I,  691  f., 
733;  Arkiv  I,  167  f. 

Anm.  2.  Noch  in  urn.  zeit  und  sogar  in  den  allerältesten  aschw. 
inschr.  haben  die  i-  und  ^t-stämme  wenigstens  im  nom.  sg.  m.  (s.  §  320 
anm.,  §328  anm.  1)  ihre  alten  formen  bewahrt,  z.  b.  finn.  lehnw.  tiaris 
(isl.  dgrr)  teuer,  urn.  marin  (isl.  mctrr)  berühmt,  aschw.  karim  (isl.  ygrr)  fertig. 


mask. 

fei 

Sg-- 

N. 

-r 

—  (it-iim! 

G. 

-s 

-rar 

D. 

-nm,  -om 

-ri,  -re 

A. 

-an 

-a 

Pl. 

N. 

-ir,  -er 

-ar 

G. 

-ra 

-ra 

D. 

-um,  -om 

-lim,  -om 

A. 

-a 

-ar 

§  354.    Starke  adj.-deklination.  187 

2.  Etwa  die  halbe  anzahl  der  alten  nominalen  endungeu 
sind  von  pronominalen  (den  endnngen  des  pron.  demonstrativum, 
got.  sa,  SÖ,  þala)  verdrängt  worden. 

§  354.    Jedes  adj.  flektiert  sowol  als  a-  wie  als  ö-stamm. 

Jener  tritt  in  m.  und  ntr.,  dieser  im  f.  auf.     Die  endungen  — 

die  von  der  substantiv-dekl.  abweichenden  kursiv  gedruckt  — 

sind  nun: 

n  e  u  t  r. 
,  wurzelv.)      -t 

-s 

-U,    -0 

-t 

—  (u-iiral.  d.  wurzelv.) 
-ra 
-um,  -om 

—  (it-uml.  d.  wurzelv.) 

Anm.  1 .  Von  den  mit  pronominalen  endungen  versehenen  kasus  ist 
bei  eigentlichen  adj.  aus  urn,  zeit  nur  acc,  sg.  m.  minino  (Strand;  vgl. 
§133  anm.)  und  vielleicht  nom.  pl.  m.  siipstejt  oder  stjostenl  (Tune)  belegt. 
Zu  vergleichen  sind  aber  die  urn.  belege  bei  einigen  adjektivischen  prono- 
minen.  —  Die  wenigen  belege  (nur  nom.  sg.  m.  und  f.)  der  mit  nominalen 
endungen  gebildeten  kasus  sind  schon  §  291  anm.  1,  §  308  anm.  1,  §  320 
anm.  und  §  328  anm.  1  angeführt  worden. 

Anm.  2,  Nom.  acc,  sg.  ntr.  sind  selten  nominal  statt  pronominal 
gebildet,  also  ohne  -t  (vgl.  got.  blind  neben  blindata),  z.  b.  (in  St.  Hom.) 
vertí,  all,  (in  No.  Hom.)  lang,  mild,  (in  Cod.  Tunsb.)  half,  slik  u.  a.  m. 
neben  gewöhnl.  vert  werthes,  allt  alles,  langt  langes,  milt  mildes,  halft 
halbes,  slikt  solches.  S.  Noreen,  Arkiv  VI,  361,  366  und  im  Grundriss  I, 
502;  Wadstein,  s.  141.  In  adverbialem  und  substantivischem  gebrauch 
sind  dagegen  solche  formen  häufig,  z.  b.  saman  zusammen,  sialdan  selten, 
miok  viel,  d  metial  zwischen,  í  gegn  entgegen,  diúp  tiefe,  full  becher,  hol 
loch,  liós  licht,  verð  werth,  eigen  eigentum  u.  a.  (s.  verf  a.  a.  o.). 

Anm.  3.  Dat.  sg.  ntr.  hat  selten  statt  der  (nominalen,  urspr. 
instrumentalen)  endung  -u,  -o  (vgl.  as.,  ahd.  tagu,  -o)  die  pronominale 
-um,  -om  (vgl.  as.  blindumii,  got.  blindamma),  z.  b.  (in  St.  Hom.)  ollom 
allem,  gótiom  gutem,  o(^rom  anderem,  hundrafoldom  hundertfältigem,  réttom 
rechtem,  vielleicht  auch  die  präpos.  milloni  und  gegnom  (s.  anm.  5);  vgl. 
adäu.  thotivarem  =  isl.  þöpóro  {pó  at  hvóro)  nicht  desto  weniger. 

Anm.  4.  Acc.  sg.  m.  zeigt  im  14.  jahrh.  oft  (z.  b.  in  der  Flateyj år- 
bok) die  endung  -ann  statt  -an,  s.  J.  Porkelsson,  Breytingar  ii  myndum 
viðt.,  s.  35.    Vgl.  die  partikel  sVdann  (in  alten  hdschr.)  neben  sidan  seitdem. 

Anm.  5.  Dat.  pl.  hat  wol  spuren  der  pronominalen  endung  -im,  -em 
(vgl.  got.  hlindaim)  aufzuweisen  in  den  präpos.  (i)  millem  (anorw.  auch 
mellcm  neben  millim  §  139,1)  'zwischen'  neben  millom  {{inoTy/.millum,  mellom} 


188 


§  355,  356.    Adj.  a-,  o-stämme. 


aus  *mít)líwi  §  210,  4)  zu  (d,  í)  metíal  (ahd.  metal  'medius')  und  isl. 
gegnem  (einmal  belegt)  neben  gegnom  'durch'  zu  gegn  'gerade'  (vgl.  §  357 
anm.  1).     S.  Noreen,  Arkiv  VI,  362  f. 

Anm.  6.    In  den  'Rimur'  des  15.jahrlis.  fehlt  bisweilen  jede  endung 
bei  einem  nach  seinem  subst,  stehenden  adj. 


355. 


a)   Reine  a-,  o-  stamme, 
Paradigmen:  spakr  verständig,  gamall  alt,  grär  grau. 


mask. 

Sg.  N.  spakr 
G.  spaks 

D.  spokom  {spakum) 
A.  spakan 

^.  Ui^d^.  _P1.  N.  spaker 

"'      ^        •       -  G.  spakra 

X. —      D.  spokom  (spakuui) 
_, ^^'  A.  spaka 

i^^^j^^^I^^^S^g.  N.  gamall  §  217,  1 

G.  ganials 

D.  gomlom  (gamluni) 
A.  gamlan 

PI.  N.  gamler 
G.  gamalla 

D.  gomlom  (gamlum) 
A.  gamla 

Sg.  N.  grár(r)  §  221,  2. 
G.  grás(s)  §221,2 
D.  grom  §  104 
A.  grån  §  103 

Pl.  N.  gráer 
G.  grár(r)a 
D.  grom 
A.  grå 


fem. 

spok 
spakrar 
spakre 
spaka 

spak ar 

spakra 

spokom  {spakwDi) 

spakar 

gom  ol  {gamul) 
gamallar 
gamalle 
gamla 

gamlar 

gamalla 

gomlom  (gamliwi) 

gamlar 

gr(}  V-otei.  l>-M 

grár(r)ar    iroUhrcx/f 

grár(r)e     1rc#r^ 

grá 

grár 

grár(r)a 

gróm 

grár 


IroMta. 

"o/T 


n  e  u  t  r. 
spakt 
spaks 

spoko  (spaku) 
spakt 

sp9k 

spakra 

spokom  {spakuiu) 

spok 

gamalt 
gamals 

gomlo  (gamlu) 
gamalt 

gomol  (gamul) 

gamalla 

gomlom  (gamlum) 

gomol  (gamul) 

grått  §  221,  2     VoAt.ircL 

grás(s)  <\nJUí.VxL^ 

gro  Artp-ho 

grått  \rcM^ 


gro 

grár(r)a 
grom 
gro 


§  356.  Wie  spakr  gehen  die  meisten  adjektiva,  z.  b.  siúkr 
krank,  ku^r,  kunnr  (§  201  und  §  217,  4,  b)  bekannt,  iafn_{%  217,  3) 
eben,  venn  (§  217, 1)  schön,  heill  (§  217, 1)  gesund,  fagr  (pl.  fagrer\ 
§217,3)  schön,  huass  (pl.  huasser\  §  217,3)  scharf,  viss  (pl. 
viser \  §  217,  1)  weise,  die  auf  -attr  wie  hárólir  behaart,  part. 
prat,  auf  -a(5r  wie  kalla^r  genannt,  superl.  auf  -astr  wie  spakasír 
verständigst. 

lieber  die  kasus,  die  das  paradigma  mit  den  substanti- 
vischen a-   und    ö-deklinationen  gemeinsam  hat,   s.  was  dort 


§  3o7.    Adj.  a-,  o-stämme.  189 

angeführt    worden    ist.      lieber   die    abweichenden    kasus    sei 
bemerkt: 

1.  Im  nom.  acc.  sg.  ntr.  assimiliert  sich  dem  -t  ein  vorher- 
gehendes d,  ð  (§  210,  1  und  2);  //  wird  dann  nach  konsonanten 
und  in  unbetonter  silbe  gekürzt  (§  228;  §  225,  5).  Z.  b.  hUnt 
zu  hlbidr  blind,  féíj  zu  fuddr  geboren,  hreiti  zu  breibr  breit, 
hart  zu  harhi-  hart,  fast  zu  fastr  fest.  Mit  zu  hittr  gefunden, 
kallat  zu  kallath^  genannt,  f^^.  kgtí^- 

Anm.    Ueber  mart  (später  margt,  markt)  zu  margr  mancher  s.  §  245,  5 ;  , 

iam{n)t  znjafn  eben  §  245,  8;   satt  (statt  zu  erwartenden  ^srríií)  zu  satSr,   hi^-u^j'uf^ / 
sannr  wahr  §  207,  2,  a;  gott  (neben  qótt)  zu^dð?'  gul  §  114,  4. 

2.  Im  gen.  dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  ist  bei  Wörtern  auf-/, 
-n,  -r,  -s  zu  beachten  die  verschiedene  behandlung  des  an- 
lautenden -;•  in  den  endungen  -rar,  -ri,  -ra  nach  den  in  §  217 
dargestellten  gesetzen.  Z.  b.  gen.  sg.  f.  vcennar  zu  venn  schön, 
linrar  zu  linr  mild,  iafnrar  zu  iafn  eben,  sahrar,  sannrar  zu 
satjr,  sannr  wahr;  vissar  (später  visrar)  zu  viss  weise,  huassar 
(später  huassrar)  zu  huass  scharf;  heillar  zu  heill  heil,  hollrar 
zu  hollr  hold;  bitrar  zu  Utr  (pl.  bit  r  er)  bitter. 

§  357.     Wie  gamall  gehen  die  meisten  zweisilbigen  Wörter   Xs.ac/jiac^ 
mit  kurzer  ableitungssilbe,  z.  b.  hugall  aufmerksam,  fgroil  {fa?iill)   al<xJc^UjQÍ£:- 
umherstreifend,    litell   (pl.   liil_er,    litler   §  114,  3)   klein,    mikell 
{mykül  §  74);  opemi  offen,  alle  part,  prät.  auf  -Í7in,  wie  bundenn 
gebunden;  aut)egr  Ye\(i\i,mátte(/r  (pl.  wcUlker  §  184, 1,  a)  mächtig, 
móloc[r  (målogr)   gesprächig,   heilagr   (pl.   helger  §  115)   heilig; 
rif)k{k)uet)r  (pl.  ywkper,  nekter  §  244,  §  183,  2;  seltener  nok{k)uet)r) 
nackt,  alle  part.  i3rät.  auf -/ðr,  wie  m/gðr  gewählt;   mit^urspr.  f^fy^-pr^l 
ganger  ablejlungasilbe  (miss  (^jMnissR),  ymiss  (§  114,  6),  anorw. 
auch  imiss  (§  126)  wechselnd. 

In  betreff  der  synkopierung  ist  zu  bemerken: 

1.  Die  synkope  unterbleibt  in  folge  ursprünglicher  länge 
des  ableitungsvokals  in  den  pari  prät.  auf  -abr  (got.  -öþs), 
z.  b.  kallabr  genannt;  in  folge  des  starken  nebentones  in 
heimell  {hœimiíí),  heimoll  {hœimuU)  verfügbar,  bisweilen  auch  in 
andern  Wörtern  auf-/,  z.  b.  vesall  elend;  nicht  selten  (besonders 

in  etwas  späterer  zeit)   bej_den  Wörtern  auf  -</:   endlich   nicht   k^t^ti- tk^cLi 
selten  in  ynusj  (dann  pl.  ijmisser  neben  ymser,  ijmser,  imsir.        ^^ÖWp^^^HA. 

2.  Die  synkope  ist  durch  ausgleichung  in  allen  kasus 
durchgeführt  worden   bei   den   Wörtern  auf  -ihr,   die  schon  in 


190  §  357.    Adj.  a-,  ö-stämme. 

der  ältesten  hdsclir.  keine  nicht-synkopierten  formen  im  g'en. 
dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  mehr  aufweisen.  Später  haben  sie 
durchgehende  synkope,  also  nøkpr,  nðktr  statt  nðk[k)uet)r, 
val'^r  statt  väletir.  Wenn  die  Wurzelsilbe  auf  t)  oder  t  endet, 
ist  die  synkope  schon  in  der  ältesten  spräche  durchgängig, 
z.  b.  glaåår  (nie  '^gla^e^Sr)  erfreut,  huailr  (nie  "^huatebr)  ge- 
schärft. 

Anm.  1.  Auch  von  ýmiss  kommt  bisweilen  ein  imregelmässig  syn- 
kopierter gen.  pl.  yms{r)a  vor.  Neben  megenn  kräftig  steht  ein  durchsynko- 
piertes megn  (über  das  substantivierte  ntr.  megen,  megn,  magn  s.  §  297  anm.  2 
und  §  354  anm.  2).  Nur  synkopierte  formen,  aber  teils  mit,  teils  ohne  i- 
umlaut  (vgl.  §  294  anm.  1  und  §  297  anm.  2)  sind  durch  ausgleichung  ent- 
standen bei  gegn  gerade,  vorteilhaft,  gagn-stigr  richtweg,  i  gegnom,  ggg- 
noni  durch,  í  gegn,  gogn  entgegen,  gagn-vart  gegenüber,  gagn  (selten  gegn) 
vorteil  (substantiviertes  neutr.,  s.  §  354  anm.  2). 

Ueber  die  bildung  der  einzelnen  kasus  sei  bemerkt: 
3.    Im   nom.  acc.  sg.  n.   wird  bei   den  Wörtern   auf  -in7i 
das  n  dem  t  assimiliert,  it  dann  verkürzt  (§207,  2,  b),  z.  b.  heitiet 
zu   he'i()enn  heidnisch.     Ueber   heilakt   (ebenso  gen.  sg.  m.  ntr. 
heilaks)  zu  heilagr  u.  dgl.  s.  §  184,  1,  b. 
Anm.  2.    Ueber  litelig  mikell  s.  unten  5. 
u/i^A^.'R-  4.  ^eber  die  behandlung  des  anlautenden  r  der  endungen 

^^'iíL'h^a&t■'=yylck^^v^  jm^eihjat.  s_g^  f .  und_gen.  pl.  s.  §  217,  1;  also  gen.  sg.  f. 
r  l>ekc^dcit.  Jiemellar  zu  heimell,  heihennar  zu  hcii)erm.  Von  ýmiss  kommen 
txti^'ivrxi^        neben   iimissar,   -sse,   -ssa   später   ijmisrar,  -ri,  -ra   vor   (8  217 

*  i         (:5Síx/r      all™-  !)• 
^^     'í-s-rt^  5,    Im   acc.  sg.  m.   haben   die   Wörter   auf  -hin  statt  der 

Endung  -an  nur  -n  (vgl.  §  133  anm.),  z.  b.  krisienn  (nicht  ^krist- 

nan,  wie  häufig  im  aschw.)  zu  h^istenn  christlich.  —  Li  lell  klein 

und  mikell  gross  bilden ^owol  acc.  sg.  m.  als  auch  nom,  acc. 

sg.  ntr.  von  einem  adj,  auf -m?2,  also  acc.  sg.  m.  litenn,  mikenn, 

nom.  acc.  sg.  ntr.  lilet,  m'ikei,  woneben  als  adv.  lit  i^lilu?  oder 

nach   §  226  aus)   litt   (vgl.  §  137  anm.  1)  wenig,   miok   {^meku, 

gr.  (ityd)  viel. 

Anm.  3.  Ueber  die  doppelformen  im  nom.  sg.  f  und  nom.  acc. 
pl.  ntr.  vesgl,  heilgg  oder  vesol,  heilog  {hœilug)  zu  vesall  elend,  heilagr 
heilig  s.  §  76,  §  117,  1  und  §  121,  6. 

Anm.  4.  Nom.  acc.  pl.  von  i/miss  haben  bisweilen  die  ganz  unregel- 
mässige form  ymse. 

Anm.  5.  Ueber  die  flexion  yfrenn,  ýrenn,  ørenn  reichlich,  pl.  ýrner, 
érner  s.  §  231  und  Noreen,  Arkiv  VI,  312  f. 


/^ 


§  358.   Adj.  rt-,  ö-slämme.     §  35Ó.   icd-,  iuo-stiimme.     §  360.  ja-,  jo-st.     I9l 

§  358.     Wie   grár  flektieren    eine   ziemlich   kleine  anzalil  cL^  "hu^^^l^  a 
von   Wörtern,   z.  b.  blá?^  blau,   {h)rár  raub,  fär  gering-  an  zahl,   ^^f  -L^*^  vo 
smdr  gering,  þrár  trotzig,  /mar  tüchtig,  spar  prophezeiend,  die 
auf  -skar   (z.  b.  herskár  kriegerisch),   irúr'^  xreu ,  jj^)/^  lau  u.  a. 

Anm.     lieber  späte  formen  wie  acc.  sg.  m.  grárm,  dat.  pl.  gramn  n.  a. 
s.  §  103,  §  104. 

b)   iva-,  tüiJ- Stämme. 

§  ^59.     Paradigma  folr  bleich, 
mask.  fem. 


Sg.  N.  folr 

(;.  fols 

D.  folom  {folnm) 

A.  fduan 

PI.  N.  folner  (foluir) 

G.  folra 

D.  f9lom  {fglmn) 

A.  folua 


fol 

folrar 

folre  ifolri) 

f9lua 

foluar 

folra 

folom  {folum) 

foluar 


n  e  u  t  r 
folt 
fols 


Mo  ifolit)  iií^     -,-e  5^^ 

foit            3^"-^  d<^^  sxa 

fol               stófe//-  áfe^íur  sfa 
folra             stómj 


folom  {folum)sicP^ffM    — ji 

fol  ^  sftffÄ,    S-ftffvT     Mit 


So  flektiert  eine  nicht  grosse  anzahl  von  Wörtern,  z.  b. 
iriUMir  treu,  þrgngr  eng,  þifkkr,  JAokkr,  fnokkr  (þiukkr  §  90  anm.)  d^^^-  ^y^V 
dick,  kuikrjaikr^  (§  72,  11,  §  220,  2)  lebendig,  x^Mr  rasclL  .(y^rr,  \x^y!fa<f^^^<. 
gorr,  gerr  {gœrr\  §  353  anm.  1)  bereit,  orr  (pl.  orwer)  rasch-,  frei-  k^o^k^--^^ 
geb]g,^wss  (pl.  hosuer)  grau,  />^6''%  /r/ör  fruchtbar,  mœr,  miór,  miár  T^^y  J^^tüc 
schmaf,  sjgjr,  slior,  sliär  stumpf  u.  a.  (Wimmer,  Forn.  forml.  §  82). -þ^^^,        ' 

Anm.  1.    lieber  späte  formen  wie  fplvum,  fglvu  vgl.  §  244  anm.  2.  ^ 

Anm.  2.     Bei  adj.   auf  langen   vokal  (z.  b.  slcér)  ist  §  221,  2  zu  be- 
achten-, also  nom.  acc.  ntr.  slcétt,  sliótf,  slidtt,  gen.  pl.  slœr{r)a  u.  s.w. 

Anm.  3.     Hár,   alt  liór  (§  72  anm.  1)  hoch,   frár,  fror  hurtig  gehen        ^  ^ 

auch  (besonders  in  etwas  späterer  zeit)  nach  §3^.    Auch  sonst  (z.  b.  bei   "^*^    oprÁ/fU^. 
þykkr  dick,  myrkr  dunkel)  kommt  schon  ziemlich  früh  eine  flexion   ohne 
das  charakteristische  ic  (also  nach  ^  356)  vor.    Joi-J^ 

Anm.  4.    Dyggr  treu,  {h)ryggr  betrübt,  myrkr  dunkel  und  vielleicht 
noch  einige  andere  gehen  auch  nach  §  360. 


c)  ja-,  ^0- Stämme. 
§  360.    Paradigma  sekr  (anorw.  scekr,  vgl.  §  220, 1)  schuldig. 


mask. 
Sg.  N.  sekr 

G.  seks 

D.  sekiora  {scekkium) 

A.  sekian 
PI.  N.  seker  (sœkir) 

G.  sekra 

D.  sekiom  {scekkium) 

A.  sekia 


fem. 
sek 
sekrar 

sekre  {sœkri) 
sekia 
sekiar 
sekra 


neutr. 
sekt 

seks  'h^éCsl  'Hy 

sekio  (sækkiu)  Tu^Kntt     _ 
sekt  <yujLcL^  ^yiuia- 

sek 
sekra 


Tu 

i 

tu 


sekiom  {sækkium)     sekiom  {sækkium) 
sekiar  sek 


192  §  361.  562,    Schwacíie  adj.-deklinatíoil. 

So    gehen   ziemlich  wenige  adj.,  von  Wörtern  mit  kurzer 

Wurzelsilbe  nur  mipr  mittlerer  und  nýr  —  ntr.  nytt,  gen.  sg.  m. 

und    ntr.    nýs{s),    f.   mjr(r)ar    u.  s.   w.    (§   221,   2)    —    neu; 

sonst  einige  auf  -g,  -g,  -k  endende  (urspr.  teils  i-,  teils  u-,  teils 

-  icéq^        ^^~'  ^^^-stämme),  wie  frégr  berühmt,  slégr  schlau,  hégr  bequem, 

^(KnrhiÅku      gengr^gœngr)   gangbar,    rikr   mächtig,   fåtøkr   armselig    (aber 

^Ln  vjA'C.    tøkr  annehmbar  nach  §  356),  þekkr  (þœkkr)  angenehm,  ^erkr 

bJeqf  fl^Agev^  --^^  V  (st  ær  kr),   sly  r  kr   stark,    eygr   j-oygr)   mit   augen   versehen  u.  a. 

(Wimmer,  Forn.  forml.  §  83);  über  einige  schwankende  s.  §  359 

anm.  4. 

Anm.  1.  Die  meisten  von  diesen  Wörtern  können  —  einige  schon 
früh,  andere  (z.  b.  mitir,  nýr)  erst  später  —  auch  nach  §  356  flektiereii. 

Anm.  2.  Die  übrigen  ia-,  ii>-stämme  sind,  wie  die  meisten  i-  und 
u-stämme  (vgl.  §  353  anm.  1),  mit  den  reinen  a-,  ö- stammen  ganz  zu- 
sammengefallen und  sind  nur  durch  den  i-umlaut  als  solche  zu  erkennen. 

B.    Schwache  deklination. 

§  361.  Die  schwache  adj.  -  deklination  (im  positiv  und 
Superlativ)  ist  im  allgemeinen  im  sg.  m.  und  ntr.  die  der  an- 
stämme  (§  332),  im  sg.  f.  die  der  ön-,  z^^-stämme  (§  339);  der 
pl.  hat  eine  eigentümliche  flexion  (über  welche  vgl.  Noreen  im 
Grundriss  I,  495  f.  und  oben  §  339  anm.  4).  Aber  die  participia 
präs.  (in  adjektivischer  funktion;  vgl.  §  351)  und  komparative 
flektieren  im  sg.  f.  und  im  ganzen  pl.  wie  m- stamme  (§  341). 

a)   Flexion  des  positivs  und  superlativs. 

§  362.  Paradigmen:  spake  der  verständige  (vgl.  spakr 
§  355),  gråe  der  graue  (vgl.  grär  §  355). 

mask.      fem.  neutr.      mask.  fem.  neutr. 


Sg.N.  spake    spaka  spaka 

G.  D.  A.  spaka    spoko  {spaku)    spaka 

PI.  N.  G.  spoko  {npaku) 

D.  spokom  [spakum) 

A.  sp9ko  {spaku) 


gråe        grá  §  103        grá 
grå  gro  §  104        grå 

gro 

grom 

gro 


Anm.  In  an  or  w.  und  sehr  späten  isl.  hdschr.  endet  auch  der 
dat.  pl.  auf  -u,  -o,  z.  b.  sppku  {spaku)-,  vgl.  Wimmer,  Læsebog*  s.  XXIV  f. 
note,  Wisén,  Riddara  Rímur,  s.  XXXIX.  Sehr  selten  enden  im  anorw.  gen. 
und  acc.  m.  (vgl.  §  334,  2)  und  ntr.  auf  -i,  -e  statt  -a  (Wadstein,  s.  102). 


§  363.  364.    Schwache  adj.-deklination.    §  365.    Komparation.     193 

So   flektieren   die   meisten   adj.,   z.  b.   kunne  {-i)   der  be-  i^  u^sUn^í^ 
kannte   (vgl.  kubr,  kunnr  §  356),  fagre   der  schöne   (vgl.  fagr      ^'^^    "^  ' 
(§  356),  gamle  der  alte  (vgl.  gamall  §  257),  mättke  der  mächtige 
(vgl.  mältegr  §  357)  lielge  {hœlgí)  oder  heilage_  der  heilige  (vgl. 
heüagr   §  357),   folue_{4)   der   bleiche   (vgl.  /o/r   §  359),  j^^ 
{sœki)^  f.  und  ntr.  ^gAia  {scekkid),  der  schuldige  (vgl.  ^^/rr  §  260). 

§  363.  Sehr  viele ,  meist  zusammengesetzte,  adjektiva 
sind  (aus  verschiedenen  gründen,  s.  z.  b.  §  334,  3;  indeklinabel 
geworden  mit  der  schwachen  endung  -a,  älter  auch  oft  mit 
n_Qm.  sg.  auf  -i,  -e  (übrigen  kasus  auf  -a\,  z.  b.  andvake,  -a 
schlaflos,  dumhe  (-i;  auch  stark  dumhr)  stumm,  frumvaxta  aus- 
gewachsen u.  a.  (s.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  85). 

b)  Flexion  des  komparativs  und  partic.  präs.     c^^  oelrra^u.ei^ - 
§  364.     Paradigmen:  spakare  weiser^  gefande  gebend. 


mask.      fem.      neutr. 

Sg.  N.  spakare  spakare  spakara 

G.D.A.    spakara  spakare  spakara 


mask.  fem.  neutr. 
gefande  gefande  gefanda 
gefanda    gefande    gefanda 


gefande  » 

gef9ndom  {-andumf^  ^^  I2f  .j>/t.  l/^cr^ 
gefande 


PI.  N.  G.  spakare 

D.  spokorom  (spakarom) 

A.  spakare 

Anm.  1.     Im   anorw.   können  alle  kasus,    sowol  im  sg.  als  im  pl., 

auf  -e  (selten  auf  -a,    s.  Wadstein   s.  100)   enden.     Im  isl.  kommt  selten 

(später  häufiger)  dat.  pl.  auf  -e,  -i  vor.     Vgl.  J.  Þorkelsson,  Athugasemdir, 

s.  10 f.;  Wimmer,  Læsebog*  s.  XXIV note;  Wisén,  Riddara  Rímur  s. XXXIX. 

Anm.  2.     Im  anorw.  kann,  wenn  auch  selten,  der  komparativ  nach 

§  362  flektiert  werden  (s.  J.  Þorkelsson,  Athugasemdir,  s.  9  f.). 

C.    Komparation. 

§  365.  Die  Steigerungsformen  des  adjektivs  können  nach 
dreifacher  art  gebildet  werden: 

1.  Komp.  mit  Suffix  -ar-,  superl.  mit  suff.  -asl-  {-azt-  §  247 
anm.  4),  z.  b.  spakr  verständig,  komp.  spakare^  sni^.  spakastr^. 

Anm.  1.  Aus  um.  zeit  ist  vielleicht  ein  hierher  gehöriger  superl. 
belegt:  nom .  pl.  m .  shpsteR  oder  sijosteR'i  (Tune).  Vgl.  got.  armöza,  armosts. 

2.  Komp.  mit  suif.  -r-  (aus  -iR-,  got.  -/>-),  superl.  mit  dem 
suff.  -SÍ-  (aus  -ist-,  got.  -ist-);  /-umlaut  des  wurzelvokals  tritt 
(bei  langer  silbe  immer,  bei  kurzer  gewöhnlich,  vgl.  §  66  anm., 
§  67,  3)  sowol  im  komp.  als  sup.  ein,  z.  b.  langr  lang,  komp. 
lengre  jlcenßrJX,  superl.  lengstr  {lœngstr). 

Noreeu,  Altisl.  gramm.    2.  aufl.  |3 


194  §  366.  367.     Koraparation. 

3.  Komp.  mit  suffix  -r  (aus  -ar-,  -er-  und  -r,  vgl.  got. 
aflarö  und  aflra,  abd.  aftaro,  -ero  und  -ro)^  superl.  entweder 
nach  2  oder  1  oben  gebildet;  /-umlaut  tritt  im  komp.  gewöhn- 
lich (aber  auch  bei  langer  Wurzelsilbe  nicht  immer)  ein.  Positiv 
fehlt  bei  allen  hierhergehörigen  Wörtern.  Beispiele  s.  §  370. 
Vgl.  F.  de  Saussure  in  Mélanges  Renier,  s.  383. 

Anm.  2.  Das  partic.  präs.  wird  nie,  das  partic.  prät.  selten  ge- 
steigert. 

Anm.  3.  Der  komparativ  flektiert  nur  schwach  (§  364),  der  super- 
lativ sowol  stark  (§  356)  als  schwach  (§  362). 

§  366.    Wie  spakr  gehen  die  meisten  adj.,  z.  b. 

huass  scharf  huassare  huassasir 

vitr  klug  vitr  are  vitrastr 

fegenn  ifæginn)  froh  fegnare  fegnastr 

náenn  nahe  nánare,  vgl.  §  357  nänastr 

ggfogr  {gafugr)  vornehm  gofgare  gofgafitr 

mättegr  mächtig  matt  kare  §  184,  1,  a  máttkastr 

heila.gr  {hœilagr)   heilig  heigare  {liœlgare)  §  115  helgastr 

knar  tüchtig  Ä-wiir(r)^§  103,§221  anm.2  knåstr 

qrr  freigebig    k^ch  .  oruare  §  359  qruastr 

rgskr  rasch  rgsk{ii)are  §  359  anm.  3  rosk{ii)a.str 

rikr  mächtig;  vgl.  §368  rikare  §  360  anm.  1  rikastr 

Anm.  1.  Analogisch  kontrahiert  sind  mwr{r)e,  mióstr  neben  mió- 
fare  (niidfare  §  72,  2),  miófastr  zu  miór  schmal;  ebenso  frdre,  frnstr  neben 
fräfastr  (fröfastr)  zu  /rar,  fror  hurtig. 

Ann).  2.  Der  positiv  fehlt  bei  sialdnare  'seltener',  sialdnastr  und 
ist  nur  im  acc.  sg.  ntr.  als  adv.  sialdan  (§  354  anm.  2)  erhalten.  Ein 
primitiveres  * sialdr  ist  in  Zusammensetzungen  wie  siald-scnn  'selten' 
und  adv.  komp.  sialdar  belegt. 

§  367.     Wie  langr  gehen  ziemlich  viele  adj.,  z.  b. 

skam(m)r  kurz  skem(m)re  {skœmr'i)  skem{m)str 

lagr  niedrig  legre  légstr 

storr  gross  større  stérstr 

grunnr,  grubr  seicht  gry  wire  {-i),   gry  Ore  grynnztr  §  247,  1,  a 

7^^  schöiT"'  fegre  (fægri)  §  217, 3  fegrsir 

hreinn  (f^æi/iu)  rein  lireinne  {-i)  §  217, 1  hreinslr 


§  368.  369.    Komparation.  1Ö5 

Anm.  1.  Im  positiv  fehlen  helclre  (hœldri),  helztr  vor zügWchst,  ótíre, 
øztr  höchst,  nœr{r)e,  ncéstr  nächst  (vgl.  posit.  nd-,  nö-,  §  72,  2,  §  76,  'nahe-' 
in  Zusammensetzungen)  und  fyrre  {-i)  früher,  fyrstr,  fystr  §  212,  3  (sehr 
selten  ohne  umlaut,  §  67,  3,  im  ausdruck  i  f  urstonne,  -unni  statt  í  fyrstonne 
'anfangs')  erst.     Vgl.  noch  §  309. 

Anm.  2.  Von  snuir  gering  und  fdr  gering  an  der  zahl  kommen  im 
komp.  neben  smœr{r}e,  fœr{r)e  auch  (selten)  smøre,  føre  vor  (superl.  nur 
smœstr,  fœstr).  Hdr,  hör  hoch  hat  überall  doppelformen:  komp.  liér{r)e, 
høre,  sup.  hdestr,  høstr.    Vgl.  Läifler,  Arkiv  I,  266  ff. 

Anm.  3.  Von  ungr  }üng  kommt  im  komp.  neben  yngre  (-i)  auch 
øre  (§  55;  got.  juhiza)  vor;  im  sup,  ist  neben  yngstr  einmal  ørstr  (vgl. 
anm.  4)  belegt. 

Anm.  4.  Sehr  selten  dringt  r  aus  dem  komp,  in  den  sup.  hinein; 
so  findet  sich  von  fdr  gering  an  der  zahl  —  komp.  fœr{r)e  —  im  sup.  neben 
fœstr  auch  fœrstr;  über  ørstr  s.  anm.  3  oben.    Vgl.  §  371,  3, 

§  368.  Doppelte  Steigerungsformen  (nach  §  366  und  §  367) 
haben  einige  adj.,  wie  z.  b.  diúpr  (diúpare,  diúpastr  und  dýpre^ 
dýpstr)  tief,  skygn  {skygne,  skygnstr  und  skygnare,  -astr)  klar- 
sehend, frégr  {frœgre,  frœgstr  und  später  frégare,  -astr)  be- 
rühmt, dýrr  teuer,  þungr  schwer,  þuyinr  dünn,  framr  vorzüglich 
(komp.  und  sup.  in  der  bedeutung  'vorder',  'vorderst'),  likr 
mächtig,  glf^ggr  (cjl^^gguare,  gl-øgguastr  und  gl-øggre,  glðggstr) 
deutlich,  skyldr  verwandt.     Ueber  mior,  fr  år  s.  §  366  anm.  1. 

Anm.  1,     Einige,  die  nach  §  366  gehen,  haben  nur  im  komp,  doppel- 
_formen.,   z.  b.  slœr ,   komp.  slobfare  und  slœr{r)e,  stumpf;  gipfoll  (giafull), 
komp.  yip flare  und  gip folle  (giafulli),  freigebig;  nýr,  komp,  nýiare  (seit.) 
u.  nýr{r)e,  neu;  tryggr,  komp.  trygguare  u.  tryggre,  treu. 

Anm.  2,  Einige  adj.,  die  nach  §  367  gehen,  haben  nur  im  supe^. 
doppelformen,  z.  b.  sœll,  sup.  scélstr  und  sœlastrj  glücklich;  seinn,  sup. 
^einstr  und  seinastr,  langsam;  høgr,  sup.  høgstr  und  høgiastr,  bequem; 
sterkr,  sup.  sterkastr  (seit,  sterkstr),  stark. 

Anm,  3,  Gemischte  komparation,  so  dass  komp.  nach  §  367  und 
sup.  nach  §  366  gebildet  ist,  kommt  auch  bisweilen  vor,  z.  b.  heill,  heule, 
heilastr  heil,  vildr,  vildre,  vildastr  beliebt,  veglegr,  -legre,  -legastr  prächtig^ 
u.  a.  auf  -legr.    it.   - -itaete^ ,- cuC j  -  (nm 

§  369.  Einige  adj.,  die  nach  §  367  gehen,  aber  nur  in 
komp.  und  sup.  vorkommen,  ersetzen  den  fehlenden  positiv 
durch  Wörter,  die  ihrerseits  nur  im  pos.  vorkommen: 

gamall  alt  ellre  (œllri,  seit,  œldri)      ellztr  §  247,  1,  a 

gót^r  gut  betre   iþœtr'i),  hatre  beztr,  baztr  §  67,  3 

%  ^Q  anm. 

13* 


196 


§  372.    Komparation  der  adverbia. 


vandr,  ilh^  böse  verre  (værrí) 

litell  {-ill)  klein  minne  §  217,  4,  b 

margr  (anorw.  seit,  fleire  {flæiri) 

mangr)  mancher 

mikell  {mykill)  gross  nieire  (mæiri) 

§  370.     Der  dritten  komparationsart  {{ 

(vgl.     adv.     neban  yietHre,  nibre  {-í)\yie- 

unten)  ð6írre§  366,  §371,1 

(vgl.  präp.  of  über)  ^fre,  efr^  §  86 

(vgl.  adv.  inn  hinein)  irmre  (-i),  ipre  §  201 

(vgl.  adv.  ÚÍ  hinaus)  ytre  {-i),  ýíre  §  114, 6 

(vgl.     adv.     sunnan  sybt^e  (-i)  §  201 

von  Süden  her) 
(vgl.    adv.     handan 

jenseit) 
(vgl.  präp.  af  ab) 


verstr,  vesir  §  212,  3 
minnztr  §  247,  1,  a 
flestr  {flæsir) 


115 


mestr  (mæstr) 


115 


(vgl.  das  seit.  adv. 

/iar  fern) 
(vgl.  adv.  apian  von 

hinten) 
(vgl.     adv.     norban 

von  norden  her) 

(vgl.  adv.  austayi 
von  osten  her) 

(vgl.  adv.  vestan  von 
Westen  her) 

(vgl  adv.  sib   spät) 


hindre   (-/)  später 
efre  (œfri)   später 

fiarre,  seit.  ^Vr^fern ; 

ßrnare  entfernter 
eptre,    (ceptri ,    sehr 

seit,  aptre);  apt  are 
nyrbre  (-i),  nm^bre, 

nerbre  (seit,  n^rb- 

re)\  norbar{r)e 
eyjtre  {-øy stri) 

vestre 


5  365,  3)  gehören  nur: 
7ieztr  Unterst 

^fstr,  efstr  oberst 
innztr  innerst 
yzlr,  ijzlr  äusserst 
symiztr,  syztr  (§207, 

2,  a)  südliehst 
hinztr  letzt 

efstr,    eftr    (§  247 

anm.  3)  letzt 
firstr  entferntest 

epztr;   aplastr   hin- 
terst 
nyrzlr,  nørztr,  nerzir; 
norbastr  nördlichst 

austastr  östlichst 

vestastr  westlichst 


Subyt:  strmCr  .Suitr 


Ix^-VOL 


YJ7re 


Anm.     Nur  im  komp.  kommen  vor:  vinstre 
und  dessen  gegensatz  høgre  recht. 


sibre;  sibar(r)e,  Yg\.      sibastr,si6arstr{\g\. 
(^        §  367  anm.  4)  u. 
sibarastr   spätest 

(seit,  vistre  §  239,  4)  link 


371, 1 


<Kö?« 


Anhang:    Komparation  der  adverbia. 

§  371.     Die   adverbia   werden   im   allgemeinen  ganz  wie 
die  adj.  gesteigert,  also  in  dreifacher  weise: 


§  372.    Komparation  der  adverbia.  197 

1.  Komp.  auf  -ar  (oft  -arr  §  221  anm.  2),  sup.  auf  -ast, 
z.  h.  ^t^  oft,  optarjr),  optast\  sialdan  selten,  sialdnar  (und 
sialdar  §  366  anm.  2),  sialdnast ;  viha  weit,  vi^ai^^r),  vibast,  u.  a. ; 

bes.  alle  auf  -la  und  -lega  (vgl.  dagegen  §  368  anm.  3).  s/C/^£e^^ 

2.  Komp.   auf  ^    sup.   auf  ^,    beide   mit   ?-umlaut  der 
Wurzelsilbe,  z.  b.  gørua  genau,  geirr,  geir  st  \   lenge  lange,    lengr   Sy^e^yy^fy»^^^ 
{længr\  temporal,  vgl.  anm.  3),  lengst;   skam{m)t  kurz,  skem{m)r  Jl^^,^^ 
{skœmr ;  temporal,  vgl.  anm.  3),  skem{m)st,  u.  a.  >Pøufrt  itqr.  -^ 

LoyTHAA      Anm.  1.     Im   positiv  fehlen   (vgl.  §  867  anm.  \)  helår  {hœlclr)  lieber,   /?-       \p  l^  P 
helz{t)  §  243;  sidr  weniger,  siz{t),  vgl.  3  unten;  fyrr  früher,  fyrst,  fyst,/  '         / 

§  212,3,  zuerst;  nœr{r)^  selten  Tiar  (alt  u.  åioht.  ndar)  nach  1  oben,  näher 
(auch  'nahe'),  ncést.      Ixc^cL^yrM  ,  kc^rv^' 

Anm.  2.  Doppelformen  kommen  auch  hier  (vgl.  §  368)  bisweilen 
vor,  z.  b.  fram  vorwärts,  fremr  {frœmr)  und  framar{r),  fremst  und  framast, 
-arst  (vgl.  §  367  anm.  4). 

3.  Die  dritte  komparationsart  weicht  bei  den  adv.  insofern 
von  der  entsprechenden  der  adj.  (s.  §  365,  3,  §  370)  ab,  als 
komp.  auf  -ar[r},  sup.  smi  -a(j^]st  endet,  z.  b.  sib  spät,  sibar{r\, 

jit^a{r)si  (vgl.  anm.  1  oben);   ofan  von  oben,  o/ar{r)  mehr  nach 
oben,   ofa(r)sl   oberst.     So   ffehen    noch    die    schon  §370   er-    ,,  .     . 

wähnten    aav.   neoan,    mn^   yd>   f^P^(^^^>    sminari,   noroa^i,   ousian,i^j^       /^^J^ 
veslíin',   abweichend  fiar,  firr,  first.     Nur  im  komp.  kommt  vor   '    '     ' 
Iii7idat\r)  später. 

Anm.  3.  Wie  im  positiv^  (z.  b.  vitt  neben  vida_  weit)  und  superl. 
(z.  b.  ýzt  neben  júí«rsí  äusserst)  so  kann  auch  im  komp,  die  form  des  acc. 
sg.  (selten  pl.)  ntr.  des  adj^statt  der  eigentlichen  adverbialen  fon?! verwendet 
werden.  Bei  vielen  Wörtern  ist  in  der  älteren  zeit  diese  bildung  sogar  die 
einzig  gebräuchliche,  z.  b.  tid'ara  zu  titt  oft,  lengra  (lokal,  vgl.  2  oben)  zu  fuc^^  una/rf 
langt  lang,  skemra_  (lokal,  vgl.  2  oben)  zu  skamt  kurz  (s.  J.  torkelsson, 
Athugasemdir,  s.  25  ff.);  sonst  z.  b.  vitiara  neben  vidar{r)  weiter,  fyrre 
neben  fyrr  früher,  seltener  oiitare  neben  optar{r)  öfter. 

Anm.  4.  Bisweilen  kann  der  adverbialen  komparativform  noch  meir{r)  I 
angehängt  werden,  z.  b.  fyrrmeir{r)  früher,  fir}meir{r)  ferner,  nœr{r)meir{r)  i 
näher,  ofarmeir{r)  mehr  nach  oben. 

§  372.  Besonders  ist  zu  merken  die  suppletorische  kom- 
paration  (vgl.  §  369)  folgender  adverbia: 

vel{siiiOYW.vel,vœl,val)wo\  hetr  (bœ/?^)  hezt,  hazl 

Ula,  i  IIa,  §  114,  3  übel  verr  (vær?^)  verst,  vest 

lit{f)  §  357,  5  wenig  minnr,  miör  j/ünnzt 

miok,  miok  sehr  mei{i')r  {mœir)  ruest  (niæst) 


198 


§  373—375.    Kardinalzahlen. 


Kap.  3.    Die  Zahlwörter. 

a)   Kardinalzahlen. 
§373.    Einn  {ceinn),  enn  {œnn)  §115  'ein',  'einer'  flektiert: 


mask. 

lem. 

neutr. 

Sg. 

N. 

einn 

ein 

eitt  §  207,  2,  a 

G. 

eins 

einnar 

eins 

D. 

einom  (ceinum) 

einne  (ceinni) 

eino  (œinu) 

A. 

einn  §  357,  5 

eina 

eitt 

PI. 

N. 

einer  {œinir) 

einar 

ein 

G. 

einna 

einna 

einna 

D. 

einom  {œinum) 

einom  {ceinum) 

einom  (ceinum) 

A. 

eina 

einar 

ein 

Anm.  1.  Der  pl.  kommt  teils  in  der  bedeutung  'irgend  ein',  teils 
in  der  bedeutung  'allein'  vor.  In  der  letzteren  bedeutung  kommt  auch 
schwache  flexion:  eine  (œini),  eina,  eina  u.  s.  w,  (nach  §  362)  vor. 

Anm,  2.  In  etwas  späteren  Schriften  kann  einn  auch  als  un- 
bestimmter artikel  gebraucht  werden. 


§  374.     Tuei?^  (tuceir)  'zwei'  flektiert: 


mask. 
Sg.  N.  tueir 

G.  tueggia  [tuœggia) 
D.  tueim(r) 
A.  tuá 


neutr. 

tuau  {selten  tuá) 
tueggia  §  246,  1 
tueim(r)  §  217,4 
tuau  {selten  tuá) 


fem. 
tuær  §  68,  2 
tueggia 
tueim(r) 
tuær 

Anm.  1.  Aeusserst  seltene  formen  sind  isl.  nom.  m.  tucér  (St.  Honi.), 
nom.  acc.  f.  tuer  (Reykj,  Maid.,  Cod.  Reg.  18J2),  acc.  f.  tueir  (St.  Hom.). 
Der  alte  nom.  m.  dual,  steckt  in  tottogo  {Hó-tugu  §  221,  3)  'zwanzig'  und 
tolf  {*tó-lf  §  114,  4)  'zwölf.     Vgl.  übrigens  Noreen  im  Grundriss  I,  506. 

Anm.  2.  Tuenner,  tuinner  'zwei',  'je  zwei'  flektiert  ganz  wie  ein 
starkes  adj.  Jedoch  kann  im  nom.  acc.  ntr.  bisweilen  tuenne  (neben  tuenn) 
vorkommen. 

§  375.     Báber  ^alle  zwei',  'beide'  flektiert: 


mask. 

fem. 

n  e  u  t  r. 

.  N. 

báðer 

báðar 

bæt5e,  báÖe 

G. 

beggia  (bœggia),  bát5ra 

beggia,  báðra 

beggia,  báöra 

D. 

bóÖom  {báb'om) 

bóðom 

bóðom 

A. 

báða 

báðar 

bæðe,  báðe 

Anm.  Nom.  acc.  ntr.  kann  im  anorw.  bisweilen  und  ziemlich  spät 
hcbtien,  bdtíen  (wie  im  aschw.)  heissen;  im  isl.  alt  und  selten  beit)'e  (St. 
Hom.),  bøde  (sehr  oft  im  Cod.  AM.  645,  4"),  gewöhnlieh  als  konj.  'sowol' 
(. .  . .  als). 


§376—381.    Kardinalzahlen.  199 

§  376.     Þrir  'drei'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

PI.  N.  ]>nT  ]>nkr  þriú  §  106,  b,  2 

G.  þriggia  pnggidi  l^riggia  §  246,  1 

D.  ]7rim(r),  |?rem(r)       |?rim(r)  |7rem(r)        ]?rim(r),  ]?i'em(r)  §  217,  4 
A.  ]7riá  þriár  j?riú 

Anm.  1.    Aus  um.  zeit  ist  vielleicht  nom.  f.  als  þrijo^  (Tune?)  belegt. 
Anm.  2.    Þrenner,  /rmner 'drei',  'je  drei'  geht  wie  ein  starkes  adj. 

§  377.     Fiórer  'vier'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

PI.  N.  íiórer  íiórar  fiogor,  fiugur  §  90  anm. 

G.  fiügorra,  fiugurra     fiogorra,  fiugurra     fiogorra,  fiugurra 
D.  íiórom  fiórom  fiórom 

A.  fióra  fiórar  fiogor,  fiugur 

Anm.  1.  Sehr  selten  ist  gen.  figurra,  (spät)  fiagurra  (d.  h.  fiogorra, 
s.  §  84). 

Anm.  2.    Ferner  'vier',  'je  vier'  geht  wie  ein  starkes  adj. 

§  378.  Indeklinabel  sind  die  zahlen  von  5  bis  20.  Sie 
lauten:  fim{m)  5,  sex  6,  siau  7,  alta  8,  nio  {-u)  9,  Ho  (-u)  10, 
ellefo  (ællifu)  11,  tolf  12,  þreítán  13,  ßog{o)rlan,  fiug{u)rlán, 
fiórtán  14,  fim{m)tmi  15,  sextan  16,  siaut{i)án  17,  át{t)ián  18, 
iiilián  19,  tottogo,  tullugu,  tuitián  20. 

Anm.  Seltene  nebenformen  sind:  anorw.  œllugu  (§  149,  1;  §  198)  11, 
fiúrtdn  (vgl.  das  aschw.)  14,  isl.  sautidn,  seytián  (§  235),  siótidn  17.  Das 
einmal  belegte  tiogo  (§  90,  §  92  anm.  1)  20  ist  vielleicht  ein  suecismus 
(vgl.  aschw.  tiughu).    Ueber  neuisl.  sjö  7  s.  Kock,  Beitr.  XV,  252  f. 

§  379.  Die  zahlen  30,  40  u.  s.  w.  bis  110,  werden  durch 
3,  4  u.  s.  w.  mit  folgendem  pl.  des  subst,  tigr,  iegr,  tøgr,  togr, 
tugr  (§  330  anm.  3)  'anzabl  von  zehn'  gebildet;  also  þrir  tiger, 
teger  u.  s.  w^.  30,  florer  tiger  40,  ellefo  tiger  110.  Später  hat 
man  indeklinabel:  þriátigi,  fiorutigi,  fim{m)tigi,  sextigi  u.  s.  w., 
noch  später  þriátiu,  fiorutiu,  fim{m)iiu  u.  s.  w. 

§  380.  Die  zahlen  21—29,  31—39  u.  s.  w.  werden  in  fol- 
gender weise  gebildet:  lottogo  ok  eimi  oder  einn  ok  toltogo  21, 
flarer  tiger  ok  fim{m),  fimijn)  ok  f  t.  45,  ellefo  liger  ok  itio 
119  u.  y.  w. 

§  381.     Hun  dr  at)  120  {hundrab  tolfrøtt;    selten  in  der  be- 
deutung   von    100,   linndrah   tiréti,    das   gewöhnlich   durch    tio 
tiger   bezeichnet   wird)    ist    ein   subst,   neutr.,   das   nach  §  296     a-si 
flektiert;  also  luau  hundroÖ  {-üb)  240,  þriú  hundrob  360  u.  s.  w. 

Anm.     Selten  wird  hundratü  als  indeklinables  adj.  gebraucht, 


200  §382.    Kardinalzahlen.    §383  —  386.    Ordinalzahlen. 

§  382.     Þúsund,  þúshv.nd  1200  (selten  1000)  ist  ein  subst. 
i^-sT,  fem.,  das  nacli  §325  flektiert;  also  tuer  þúsunder  {-ir)  2400  u.  s.  w. 
Die  nebenform  þúshundrab  ist  natürlich  neutr.  nach  §  296. 

b)  Ordinalzahlen. 
§  383.  Fyr  Sir  (stark  nach  §  356)  oder  fyrste,  -i  (schwach 
nach  §  362)  'der  erste'  (vgl.  §  367  anm.  1).  Bei  aufzählung  und 
in  den  Verbindungen  '21  ste'  u.  s.  w.  kann  auch  die  kardinalzahl 
ein?!  {ceinn)  oder  eine  (æini)  gebraucht  werden  (vgl.  §  373  mit 
anm.  1). 

§  384.     Annarr  'der  zweite'   (auch  'der   eine'    oder    'der 
andere')  wird  in  folgender  weise  (nur  stark)  flektiert: 


f. v  .  hirihk 


mask. 

fem. 

neutr. 

Sg. 

N. 

annarr 

onnor  (annur) 

annat  §  240,  1 

G. 

annars 

annarrar 

annars 

D. 

oðrom  {atirum)  §  201 

annarre 

oðro  {ad'ni) 

A. 

annan  §  240,  1 

aðra 

annat 

PI. 

N. 

aörer 

aðrar 

onnor  {annur) 

G. 

annarra 

annarra 

annarra 

D. 

oörom  {adrum) 

9Örom  (atirum) 

oðrom  (adrum) 

A. 

aðra 

aðrar 

onnor  (annur) 

§  385.  Die  Ordinalzahlen  für  3 — 12  lauten:  þrit^e  (-/); 
fiórbe;  fim{m)te  (-^);  séiie\  siaunde  {-'i),  stunde  (-i);  åtte,  åttande, 
óttonde  (áttundi)\  nionde  {-undi)\  úonde  {-undí)\  ellepte  {œllipti, 
-fti  §  185,  2);  tolfte.  Diese,  wie  alle  folgenden,  flektieren  nur 
schwach  (nach  §  362),  wobei  þrit^e  (fem.  þri(5ia  u.  s.  w.)  als 
i<x         'Jan-,  -;öy^-stamm  geht. 

Zu  13  — 19  sind  die  ordinalia  aus  den  kardinalzahlen 
durch  zufügung  von  -de  gebildet;  also  þr  et  lande  u.  s.  w. 

Anm.  Seltene  nebenforraen  sind:  anorw.  siaudi  (Wadstein,  s.  140) 
7te,  œlliufti  §231,  ollyfti  §  71  anm.  2,  ollykti  §  198,  œrlipti  Ilte,  þren- 
tdnde  (aschw.  þrœntande;  wol  ans  dat.  þrem  -f-  tän-de,  vgl.  ahd.  zweinzug, 
ags.  twénti^  gleich  got.  dat.  hvaim  tigum)  13te;  isl.  sionde,  spät  siondi 
7te,  fiórtidnde  (Gislason,  Aarbøger  1879,  s.  161)  14te. 

§  386.  Um  zu  20,  30,  40  u.  s.  w.  die  ordinalia  zu  be- 
kommen hat  man  den  stammen  tot-  oder  /Mt-,  pri-,  fer-,  fimini)-, 
sex-,  siau-,  (Uta-,  ni-  die  endung  -tocionde,  -tugonde  (-U7idi\ 
-tegonde,  -fjpfgonde,  -tugande,  später  -tugli,  noch  später  -tugasti 
anzuhängen,  z.  b.  tollogonde,  tuttugonde  u.  s,  w.  der  zwanzigste 
u.  s.  w. 


§387.    Ordinalzahlen.    §388  —  301.    Andere  numeralia.  201 

Anm.  1.  Neben  tottogonde  u.  s.  w.  kommt  auch  tuiüdnde  vor,  neben 
fertugti  auch  fiórtugti. 

Anm.  2.  Zu  100  und  noch  höheren  zahlen  kommen  iu  der  alten 
spräche  keine  ordinalia  vor. 

§  387.  Zu  21  —  29,  31—39  u.  s.  w.  lauten  die  Ordinal- 
zahlen tottogonde  ok  fyrste  (oder  einn)  oder  auch  fyr  sie  {einn) 
ok  tottogonde  u.  s.  w. 

e)   Andere  numeralia. 

§  388.     Multiplikativa  (adj.)  werden  durch  komposition  mit 

-  f  aldr  gebildet:  ein-,  iui-  (seltener  tue-  §  251  anm.),  þri-  (selten 

þré-),  fer-faldr  u.  s.  w.      Ausserdem  bat  man  tuehr,  tuennr  (alt 

auch  tuibr,  tuinnr,  selten  tuenn  §  56,  tuinn)  doppelt,  þre(5r,  þrcnnr 

(selten  þribr,  þtnnnr  und  þrénn)  dreifach. 

Anm.  Die  pl.  tuenner  u.  s.  w.,  þrenner,  ferner  werden  sowol  als 
distributiva  wie  als  reine  kardinalzahlen  gebraucht.  Vgl.  §  374  anm.  2, 
§  376  anm.,  §  377  anm. 

§  389.  Auf  die  frage  'wie  viele  dekaden  enthaltend'  (be- 
sonders 'wie  alt')  antworten  die  adj.  tuit^gr  20  jähr  alt,  priietgr 
30  jähr  alt,  fertøgr  40  j.  a.,  fim(m)t^gr  50  j.  a.,  sext^gr  60  j.  a., 
siautfigr  oder  slauróbr  70  j.  a.,  áttrébr  80  j.  a.,  niróÖr  o.  niløgr 
90  j.  a. ,  tirébr  (selten  térøbr,  §  132  anm.)  100  j.  a. ,  tolfrø(5r 
120  j.  a. 

Anm.  1.  Statt  -to gr  kommt  seltener  -togr  (später  auch  -tugr)  vor; 
vgl.  J.  Þorkelsson,  Athugasemdir  s.  25. 

Anm.  2.    Halffertogr  bedeutet  35  jähr  alt,  halfnlrøtir  85  j.  a.  u.  s.  w. 

§  390.  Eine  anzahl  kann  bisweilen  auch  durch  subst, 
fem.  auf  -t,  -d  ausgedrückt  werden:  fimt,  sett,  siaund,  niund, 
tylft  (selten  iolft  §  327),  þritðgt  u.  s.  w.  (vgl.  §  389)  anzahl  von 
5,  6,  7,  9,  12,  30  u.  s.  w.;  vgl.  noch  étt  drittel  des  runenalphabets 
(also  ursprünglich  8  runen),  tiund  zehnt.  Auf  -'mg  enden  eining 
einheit,  taen[n)ing  (§  51,  l,b)  zweiheit,  þren{ii)ing  {þrinn-)  dreiheit. 
Isoliert  steht  tigr,  tegr  u.  s.  w.  (§  330  anm.  3)  anzahl  von  10. 

§  391.  Subst.  mask.  durch  -ung-  von  den  Ordinalzahlen 
abgeleitet  drücken  den  teil  aus:  pribiongr  (-utigr)  drittel,  fiörÖ- 
ongr  viertel  u.  s.  w.  Ausnahme  macht  helmingr  {hcelmingr), 
hel{f)ningr  (selten  helfingr  §  182,2)  oder  helfþ,  -I  {hælfö,  -d 
§  183  anm.  7)  hälfte. 


202  §  392.    Zahladverbia.    §  393.    Persönliche  pronomina. 

§  392.     Von  Zahladverbien  kommen  nur  zwei  vor:  tysuar, 

luisuar  (§  79)  zweimal,  þrysuar,  þrisuar  dreimal.     Sonst  bedient 

man   sieh  der  Umschreibungen:    eino   {æinu)   sinne  (-/)   einmal, 

tueim  (tuceim)  smiom  {-um)  oder  tysuar  sinnom  zweimal,  þrlm  oder 

þrysuar  sinnom  dreimal,  fiörom  sinnom  viermal  u.  s.  w. 

Anm.  'Zum  ersten,  zweiten  etc.  male'  heisst  (ei)  fyrsta  sinn,  (i) 
annat  sinn  (auch  ptiro  sinne),  {et)  pritiia  sinn  u.  s.  w. 

Kap.  4.    Pronomina. 

1.    Persönliche, 
a)  Ungeschlechtige. 

§  393.  Diese  sind  ek  'ich',  þú,  bu  (§  176,  1)  'du'  und  das 
reflexivum  der  dritten  person.  Die  flexion  zeigt  noch  einen 
dual. 

Sg.  N.      ek,  eg  §  192  þú  — 

G.      min  ]?in  sin 

D.      mér  ]7ér  sér 

A.      mik,  mig  §192  ]?ik,  þig  §  192  sik,  sig  §  192 

(anorw.  auch  mek)  (anorw.  auch  pek)  (auorw.  auch  sek) 

Du.  N.       vit,  vit5   §  192  it,  ið  §  192,  ]7it  §  394      — 

(anorw.  auch  mit  anm.  5 

§  218,  vet,  met) 

G.      okkar  ykkar  1      .     . 

,  ,  ,  ,  >  Wie  im  sg. 

D.A.okkr  ykkr  /  ^ 

Pl.  N.       vér  (anorw.  auch  ér,  þér  §  394  anm.  5      — 

mér  §  218) 
G.      vår  yð(u)ar  §  244  anm.  2       | 

D.  A.  oss,  isl.  auch  øss  yðr  \  wie  im  sg. 

(anorw.    auch    ós  ' 

§83,1,  §114,8) 
Anm.  1.     Aus   um.   zeit  ist  nur  die  erste  person  belegt:    Sg.  nom. 
ek   (Gallehus,   Tune,  Kragehul,   Lindholm,  Valsfjord,    Etelhem,    Strand, 
Järsbärg  und  ein  paar  brakteaten)   oder  ik  (Reidstad,  Åsum),   vgl.  §  394 
anm.  2;  dat.  men  (Opedal);  wol  du.  nom.  [wi]t  (Järsbärg). 

Anm.  2.  Im  nom.  sg.  ist  anorw.  einige  mal  iak  (wie  im  aschw.) 
statt  ek  belegt  (z.  b.  aus  dem  Shetlandsdialekt) ;  im  15.jahrh.  kommt  die 
form  als  suecismus  vor,  gleichwie  ein  danisierendes  iek.  Im  isl.  kommt 
selten  ék  (woraus  neuisl.  jeg)  vor. 

Anm.  3.  Im  gen.  sg.  kommt  pina  (vgl.  agutn.  refl.  slna)  statt  pin 
in  ein  paar  anorw.  runeninschr.  vor. 

Anm.  4.  Im  dat.  sg.  ist  pcér  statt  per  äusserst  selten  (z.  b.  St. 
Hom.) 


§  394.    Persönliche  pronomina.  203 

Anm.  5.  Nom.  pl.  vár  statt  vér  kommt  seit  1350  vor  und  ist  in 
den  'Rimur'  des  15.  jahrhs.  häufig.  Alt  und  äusserst  selten  sind  vir  st. 
vér  und  es  st.  er.  —  Seit  1350  werden  nom.  du.  und  pl.  it,  ér  von  den 
anfangs  seltenen  þit,  per  (s.  §  394  anm.  5)  ganz  verdrängt.  —  Die  formen 
mit,  mar  sind  in  isl.  hdschr.  sehr  selten. 

Anm.  6.     Gen.  pl.  vdrr  st.  vdr  ist  zweimal  in  St.  Hom.  belegt. 

Anm.  7.  Dat.  acc.  pl.  isl.  øs  st.  sss,  anorw,  óss  st.  ós  (Wadstein, 
s.  133)  sind  äusserst  selten;  ebenso  ós  im  isl. 

§  394.  Enklitischer  anschluss  von  pronominalformen  an  das 
vorhergehende  verbum  kommt  in  vielen  fällen  vor  (vgl.  §  135): 

1.  Ek  wurde  (vor  1200  in  der  regel,  im  13.  jahrh.  vor- 
wiegend) in  der  dichterischen  spräche  als  -Å,  seltener  -g  (vgl. 
anm.  2)  suffigiert,  was  man  'bragarmál'  nennt.  Z.  b.  méltak 
ich  sprach,  sidkk  (§  221,  2)  ich  sei,  emk  ich  bin,  hykk  (§  214) 
ich  denke,  ség  (schon  bei  Brage)  ich  sehe,  fréttag  ich  fragte. 
Treten  die  enklitischen  negationen  -a,  -al  hinzu,  so  steht  nach 
starktoniger  silbe  -k ,  nach  schwachtoniger  -g ,  z.  b.  sékka 
(§  221,  2)  ich  sehe  nicht,  þikkat  (§  214)  ich  empfange  nicht, 
aber  þorega  ich  wage  nicht,  gðr^ega  ich  tat  nicht.  Das  -k 
kann  nach  der  negation  nochmals  angehängt  werden,  z.  b. 
mäkak  ich  kann  nicht,  mättegak  ich  konnte  nicht;  nicht  desto- 
weniger  kann  ausserdem  proklitisches  ek  vorkommen,  z.  b.  ek 
mäkak  ich  kann  nicht. 

Anm.  1.  Zahlreiche  beispiele  s.  bei  Gislason,  Um  frumparta  s.  228  if.; 
Sievers,  Beitr.  V,  501  i¥.,  VI,  322  ff.;   Vigfusson,  Eyrbyggja  Saga  s.  XLVII. 

Anm.  2.  Beispiele  schon  um.  suffigierung  sind  hateka  (Lindholm), 
haitika  (Sjæll,  brakt.),  wol  auch  snuheka  (Stentofta),  falahak  (vgl.  adän. 
ak)  und  hadera^  (Björketorp),  vielleicht  haitega  (Kragehul).  üeber  das  Ver- 
hältnis der  formen  s.  Noreen  im  Grundriss  I,  498;  Bugge,  Norges  Indskrifter 
med  de  ældre  Runer,  s.  8  f. 

2.  Þú  kann  als  -ðw  (§  176,  1),  -du  (§  183,  1,  b),  -tu  (§  183,    -ho  -do  - 
2,  a)    suffigiert  werden,    wobei   lautgesetzlich   synkope   des  -u 
stattfindet  (§  135),  öfter  aber  analogisch  unterbleibt.     Z.  b.  est, 

estu  i^es-t^u,  '^es-þú)  du  bist,  kennä{;u)  kenne  (du),  skald  (sehr 
selten),  skal{l)du,  skaltu  i^skalt-hu  §  216,  §  223)  du  sollst,  vi\l)du, 
vUl{u)  du  willst,  heyrbo,  -u  höre  (du).  Die  negation  -at  kann 
zwischen  das  verbum  und  das  pron.  hineingeschoben  werden, 
z.  b.  ga/'taltu  {-at-t)u)  du  gabst  nicht,  grälaliu  weine  nicht  u.  a. 
Vgl.  aMu  {al  þti)  dass  du,  þötin  (þóit  þu)  obgleich  du. 

3.  Dat.  mér  und  acc.  nüj;  werden  in  alten  gedichten  nicht 
selten   als   -m   (aus   *-?//«,    s.   §  217   anm.  4)    resp.   -mk   dem 


204  §  395.    Persönliche  pronomina. 

verbum  in  der  3.  pl.  suffigiert,  z.  b.  létom  sie  Hessen  mir, 
vaner om  (§  135  anm.  2)  hoffnungen  sind  mir,  rokomk  sie  trieben 
mich,  wider  stót5omk  sie  standen  unter  mir.  Die  formen  auf  -mk 
können  bald  diejenigen  auf  -m  vertreten  und  umgekehrt,  z.  b. 
lei^  eromk  fioll  leid  sind  mir  die  berge.  Wo  diese  suffixe  an 
die  3.  sg.  treten  sollten,  hat  das  verbum  die  form  der  3.  pl., 
z.  b.  verpomk  orbe  á  (statt  verpr  or^e  å  mik)  er  schleudert 
Worte  auf  mich,  gófomk  (statt  gaf  mer)  er  gab  mir,  miok  erom 
(statt  er  mér)  tregt  sehr  schwer  ist  es  mir.  Noch  mehr  auf- 
fallend sind  konstruktionen  wie  syyida  auke  hgfom  (statt  hefer 
mik)  sott  die  menge  der  Sünden  hat  mich  niedergedrückt. 
Weitere  beispiele  bei  Egilsson,  lex.  poet.,  s.  832  f. 

Anm.  3.  Diese  formen  werden  bald  mit  den  gleichlautenden  medio- 
passiven auf  -om{k)  verwechselt  und  bekommen  daher  wie  diese  später 
nebenformen  auf  -omz,  -umzt,  -umst,  -unst,  s.  Dj^rlund,  Tidskr.  f.  Filol. 
N.  R.  VI,  262  f. 

Anm.  4.  lieber  die  suffixe  -w,  -mk  und  -s  (aus  sér),  -sk  (aus  sik) 
bei  der  bildung  des  medio-passivs  s.  daselbst. 

Anm.  5.  Ueber  eine  mutmassliche  suffigierung  der  nom.  du.  und 
pl.  it  und  er  als  resp.  -t,  -r  s.  §  135  anm.  1.  Sonst  werden  it,  ér  nicht 
ganz  selten  unsynkopiert  suffigiert,  z.  b.  kometier  ihr  kommet,  später  als  kome 
Öer  {f>cr),  dann  auch  komed  der,  per  (vgl.  §  225  anm.  1)  aufgefasst.  So  sind 
die  jüngeren  formen  per,  der  und  pit,  dit  statt  ér,  resp.  it  (§  393  anm.  5) 
entstanden. 

b)  Geschlechtige. 
§  395.     Solche  sind  die  pron.  der  3.  person  /ia)m  er,  hon 
sie.     Ntr.  und  pl.  werden  von  dem  pron.  dem.  sá  (§  398)  ent- 
lehnt. 


mask. 


fem. 


Sg.  N.  hann  hon,  S'päter  audi  hun,  alt  auch  hon 

G.  hans  hennar 

D.  honom,aííaiicAhónom,hónom  i    henne 

(hdnoni),  honom  (hanum) 
A.  hann  hana,    alt  auch  håna,    (anorw.  auch 

I  hona) 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind:  mask.  nom.  hann,  gen.  hans, 
hann  (!),  dat.  hunom,  alle  in  isl.  hdschr.;  fem.  nom.  (in  Reykj.  Maid.) 
han  (wie  im  agutn.),  gen.  anorw.  henne,  hannar,  hennom  (!  nur  vor  subst. 
im  dat.  pl.),  dat.  isl.  henn,  anorw.  henno,  acc.  anorw.  hena  (s.  Wadstein, 
s.  59  note,  s.  37). 

Anm.  2.  Ueber  den  sowol  qualitativen  wie  quantitativen  Vokalwechsel 
s.  §  73,  2,  c,  §  114,  1  und  7,  §  121,  1,4  und  6;  über  den  Wechsel  von  n  und 
nn  s.  §  217,  2,  e. 


§  396.    Possessivpronomina. 


205 


2.    Possessiva. 
§  396.     Diese  sind:  minn  mein,  þinn  {binn)  dein,  sinn  sein, 
okkarr   uns   beiden   zugehörig,   ykkarr   euch  beiden  zugehörig, 
várr  unser  (von  mehreren),  yð{u)arr  euer  (von  mehreren). 


mask. 
Sg.  N.  minn  §  1 1 4,  3 
G.  mins 

D.  mínom  (-um) 
A.  minn 

Pl.  N.  miner  {-ir) 
G.  minna 
D.  minom  (-iim) 
A.  mina 

Sg.  N.  várr 
G.  vårs 
D.  órom,  ossom,  vorom 

(vdrom) 
A.  várn 

Pl.  N.  orer,  osser,  várir 
G.  vårra 
D,  órom,  ossom,  vorom 

(vdrom) 
A.  ora,  ossa,  våra 

Sg.  N.  yð(u)arr  §  244  anm.  2 
G.  yð(u)ars 
D.  yðrom  (-um) 
A.  yð(u)a(r)n  §  240,  1 

Pi.  N.  yörer  (-ir) 

G.  yð(u)arra 

D.  yörom  (-um) 

A.  yt5ra 


fem. 

min 
minnar 
minne  (-i) 
mina 

minar 
minna 

minom  (-um) 
minar 

or,  vor 

várrar 

várre 


neutr. 

mitt 
mins 
mino  (-u) 
mitt 

min 
minna 

minom  (-um) 
min 

vårt 
vårs 
óro,  osso,  voro 

(vdro) 
vårt 


(Z^eJc/t-e-cUr 


órar,  ossär,  várar 

várra 

órom,  ossom,  vórom 

(vdrom) 
órar,  ossär,  várar 


óra,  ossa,  vára 

ór,  vór 
várra 

órom,     ossom, 
vórom,  (vdrom) 
ór,  vór 

yðor  (-ur)  yð(u)a(r)t  §  240, 1 

yð{u)arrar  yð(u)ars 

yð(u)arre  yöro  (-u) 

yÖra  yÖ(u)a(r)t 

yðrar  yðor  (-ur) 

yt5(u)arra  yð(u)arra 

yÖrom  (-um)  yðrom  (-um) 
yðrar 


yðor  (-ur) 

1.  Wie  miíin  flektieren  þinn  und  sinn.  Formen  mit  i  vor 
7in,  ti  {minn,  mitt  u.  s.  w.)  kommen  vor  1200  bisweilen  vor. 

Anm.  1.  Urn.  belegt  sind  nom.  sg.  f.  minu  (Opedal)  und  acc.  sg. 
m.  minino  (Strand),  vgl.  §  133  anm.  und  das  spätere  sin  (Sölvesborg). 

Anm.  2.  Durch  ausgleichung  steht  nicht  selten  nn  statt  n  und  um- 
gekehrt, z.  b.  gen.  sg.  m.  ntr.  sinns,  acc.  sg.  f.  und  acc.  pl.  m.  sinna,  sinna, 
acc.  pl.  ntr.  sinn;  andererseits  gen.  sg.  f.  sinar,  gen.  pl.  sina,  acc.  sg.  m. 
sin  (vgl.  §  225,  1,  wonach  sit  neben  sitt  zu  erklären  ist). 

2.  In  der  flexion  von  várr  kommen  die  mit  oss-  anlauten- 
den formen  fast  nur  in  alten  gedichten  vor.  Die  mil  ór-  an- 
lautenden  formen   werden   im  13.  jahrh.  allmählich   durch   die 


/CKU*v< 


M. 


V-f 


206 


§  397 — 399.     Demonstrativpronomina. 


(in  der  ältesten  zeit  selteDen)   mit  vm^-,  vor-   (später  natürlich 
vår-  geschrieben,  s.  §  80)  anlautenden  nebenformen  ersetzt. 
3.  Wie    yð(u)a?T  flektieren  okkarr  und  tjkkarr. 

Anm.  2.  Ueber  die  flexion  der  pron.  poss.  vgl.  J.  Þorkelsson,  Athii- 
gasemdir,  s.  12  f.,  Wimmer  Læsebog*  XIII  f.,  Hoffory,  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R. 
III,  297  if.,  Gislason,  Aarbøger  1889,  s.  343  ff.,  Noreen  im  Grundriss  I,  500. 

3.    Demonstrativa. 

§  397.  Diese  sind:  sá  der  (pron.  dem.),  siá  [þesse,  tresse 
§  176, 1)  dieser,  hinn  jener,  enn,  inn  der  (artikel).  Auch  können 
hierher  gerechnet  werden  þuilikr  solcher,  slikr  solcher,  sialfr 
selbst  und  same  (seltener  samr)  derselbe,  welche  ^anz  wie  adj, 
(nach  §  356,  same  nach  §  362)  flektieren. 

S  398.     Die  flexion  von  sá  ist  diese: 


m  a  s  k. 

Sg.  N.  Sa 

G.  þess 
ai/  >       p.  l^eJDi  ( pœim) 

A.  |^ann    (aostnorvv. 

ancli  þœnn) 

S^.  >P1.  N.J?(Æ  (þœir) 

G.  þeir(r)a  {þœir{r)a) 
D.  [»eim  {pœim) 
A.  þá 


fem. 


su 


]?eir(r)ar  {þæir{r)nr) 
|^eir(r)e  {þæir{r)i) 


n  e  u  t  r. 

þat  (aostnorw.  auch 
þæt,  seltener /^œíí) 

þess 

þuí,  alt  [nié,  \>\ 

þat  (aostnorw.  aucli 
þœt,  seltener/jref^) 

]7eir(r)ra 

þeim 

þau 


þær 

)7eir(r)a 
j^'eim 
þsér 

Anm,  1.  Aus  urn.  zeit  sind  nom.  sg.  m.  sa  (Lindholm),  aec.  sg. 
ntr.  þat  (By),  aec.  pl.  f.  paiau  (Istaby)  und  vielleicht  þan  (Einang) 
belegt. 

Anm.  2.     Die   formen   mit  -rr-   (über  welche  s.  §  221  anm.  2)  werden 
allmälich  häufiger  als  diejenigen  mit  -r-. 

Anm.  3.  Seltene  nebenformen  sind:  sg.  nom.  m.  saV,  nom.  acc.  ntr. 
þá,  gen.  m.  ntr.  þers  (anorw.  þers  Flatdal),  dat.  ntr.  þú  (und  in  þúat  = 
þuíat  'weil');  pl.  nom.  m.  þcér,  per,  f.  peir,  per,  per,  gen.  per(r)a  §  115, 
dat.  pem  (mit  aus  dem  gen.  entlehntem  e).  S.  Wadstein,  s.  58  und  141, 
Noreen  im  Grundriss  I,  500  ff.,  Larsson,  Ordforrådet,  s.  266  ff.  Ueber  die 
häufigen  pes,  pan  statt  pess,  pann  s.  §  225,  1. 

Anm.  4.     Statt  des  anlautenden  p  steht  häufig  ð  (§  176,  1). 

§  399.  Die  flexion  von  siá  ist  in  den  ältesten  hdschr. 
sehr  verschieden,  je  nachdem  sie  isl.  oder  anorw.  sind.  Die 
im  folgenden  paradigma  durch  den  druck  hervorgehobenen 
formen    sind   diejenigen,   die   in    den   ältesten   isl.  hdschr.  die 


§  400.    Demonstrativpronomina.  207 

einzigen   gebräuchlichen   sind.     Die   übrigen  kommen  anfangs 

nur  in   anorw.  hdscbr.  vor,   zeigen   sich   aber  später  auch  im 

isl.  (nom.  sg.  þesse  schon  um  1152). 

mask.  fem.  ne  ut  r. 

Sg.  N.  sia,  fresse,  þessor,  þesser      siá,  þesse,  þessor        þetta 
G.  j^essa  þessar,  þessar(r)ar     þessa 

D.  ]7essom,  f^-æima,  }^ema  ]7essa,  ]?essar(r)e         ]:>uísa,  j^esso 

A.  |?enna,  |:'ennan  {selten)  |?essa  ]?etta 

Pl.  N.  I^esser  þessar  j^esse,  |?essor 

G.  [^essa,  ]7essar(r)a  =m.  =ni. 

D.  ]7essom,  ]?æima,  |?ema  =  m.  =  m. 

A.  þessa  þessar  ]?esse,  þessor 

Anm.  1.  Aeltere  formen,  die  den  Ursprung  dieses  pronomens  aus 
pron.  sd  und  den  enklitischen  partikeln  -si  und  -a  (got.  -uh)  klar  legen, 
kommen  häufig  in  den  runeninschriften  der  vikingerzeit  vor,  z.  b.  sg.  nom. 
m.  sasi,  f.  Susi,  ntr.  þatsi  und  pita,  acc.  m.  pansi  und  pana  oder  pina, 
f.  pasi,  dat.  m.  paimsi,  pl.  nom,  ntr.  pausi  u.  dgl.  Aus  urnord.  zeit  ist 
keine  form  belegt. 

Anm.  2.  Die  formen  sg.  nom.  m.  f.  pessi,  gen.  f.  pessarrar,  dat. 
m.  pessum,  f.  pessarri,  ntr.  pessu,  pl.  nom.  acc.  ntr.  pessi,  gen.  pessarra,  dat. 
pessum  werden  im  isl.  allmälich  die  herrschenden.  Alle  formen  mit  -ss- 
haben  statt  dessen  nicht  selten  s-  nach  §  225,  1.  Sehr  seltene  neben- 
formen  sind  sg.  dat.  ntr.  anorw.  puisu,  acc.  ntr.  isl.  petti  (und  hitti,  von 
hinn  §  400  beeinflusst),  pl.  nom.  ra.  anorw.  pesse. 

Anm.  .'3.  Besonders  in  anorw.  hdschr.  kommen  oft  formen  mit -rs- 
statt  -SS-  vor.    Vgl.  §  212  anm.  1. 

Anm.  4.  Ueber  die  flexion  des  Wortes  vgl.  besonders  J.  I>orkelsson, 
Athugasemdir,  s.  13  ff.  Zur  etymologie  vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og 
Pæd.  IX,  111  ff.;  Lidén,  Arkiv  IV,  97  ff.  Vgl.  übrigens  im  allgem.  Noreen 
im  Grundriss  I,  503  f. 

§  400.     Hbm  flektiert  ganz  wie  m'mn  (§  396;  jedoch  überall 

mit  kurzem  i  in  der  Wurzelsilbe).     In   etwas  späterer  spräche 

(doch  schon  vor  1250)  kann  hhin   auch    als   artikel  (statt  enn, 

inn  §  401)   vor  adjektiven   gebraucht  werden;   es    hat  dann 

im  nom.  acc.  sg.  ntr.  die  form  liit  (statt  hitt)  und  im  nom.  acc. 

sg.  m.  oft  län  (st.  hinn)^  vgl.  §  225,  1. 

Anm.  1.  In  Reykj.  Maid,  kommt  einmal  dat.  sg.  f.  henni  statt  hinni 
vor;  vgl.  aschw.  sg.  nom.  m.  hœn  neben  gewöhnl.  hin. 

Anm.  2.  Von  einem  ursprünglicheren  pronominalstamme  he-,  hi- 
sind  nur  einige  trümmer  erhalten  worden:  sg.  nom.  f.  hi/  (ags.  héo)  1-mal 
im  isl.  (Skirnesmól  42),  nom.  acc.  ntr.  hit  (got.  hita),  dat.  ntr.  '''hi  im 
anorw.  hit  (aus  *hi-at  §  135)  hierher,  vielleicht  auch  acc.  m.  *hin  (got. 
hina)  ia  hin{n)ey  (aus  *hin-we^  oder  *hinn-we^,  s.  §  218)  'hierher',  'dort'. 


208  §  401.    Flexion  mit  suffigiertem  artikel. 

§  401.  Enn,  inn  (§  129  anm.  1)  wird  ganz  wie  hinn  flektiert, 
hat  aber  im  nom.  acc.  sg.  ntr.  immer  die  form  et,  it  (nie  "^ett, 
^Itl  §  225,  1)  und,  bes.  im  anorw.,  oft  en  (in)  im  nom.  ace.  sg.  m. 
Es  wird  als  bestimmter  artikel  gebraucht  und  zwar  vor  einem 
adjektiv  (z.  b.  emi  göbe  der  gute,  et  goba  das  gute),  dagegen 
nach  dem  substantiv.  Auch  in  dem  letzteren  falle  ist  der 
artikel  ursprünglich  freistehend  gewesen  (St.  Hom.  und  No.  Hom. 
haben  noch  einige  beispiele  davon);  schon  früh  aber  ist  er 
dem  subst,  suffigiert  worden.  Dabei  treten  folgende  Ver- 
änderungen der  selbständigen  Wörter  ein  (s.  Noreen,  Arkiv 
VIH,  97  ff.) 

1.  Der  artikel  verliert  seinen  anlautenden  vokal  a)  in  den 
^insilbi^ejQ  formen  nur_iiach  schwachtonigem^onanten,  z.  b. 
likame-nn  (St.  Hom.  noch  likameenn)  der  korper,  trúa-n  (St.  Hom. 
trua  en)  der  glaube,  auga-t  das  äuge,  gen.  hana-ns  des  hahns, 
nom.  acc.  pl.  augo-n  (-u-n)  die  äugen,  aber  nom.  sg.  ó-en  der  fluss, 
íré-et  der  bäum,  fat5er-enn  der  vater  u.  s.  w.;  b)  in  den  zwei- 
silbigen  formen  mit  g;eschlossener  pænultima  ausserdem  oft 
nach  starktonigem  sonanten,  z.  b.  nicht  nur  gen.  pl.  orba-nna 
der  Wörter,  dat.  sg.  sólo-mie  und  sól-enne  der  sonne,  sondern 
auch  ö-nne  neben  ó-enne  dem  flusse,  aber  nur  gen.  sg.  ßabrar- 
ennar,  dat.  sg.  fio6r-enne  der  feder  u.  s.  w. ;  c)  in  den  zwei- 
silbigen   formen   mit  offener  pænultima  jmmer  nach  schwach- 

jtoni^ei',  sehr  oft  aber  auch  nach  starktoniger  silbe,  z.  b.  dat.  sg. 
ulfe-nom  (und  ulf-noni)  dem  wolfe,  harne-no  dem  kinde,  nom.  pl. 
ulfar-ner,  acc.  pl.  ulfa-na  die  wölfe,  tungor-nar  die  zungen,  aber 
dat.  sg.  streng-{e)nom  der  saite,  acc.  sg.  sól-{e)na  die  sonne, 
fio^r-ena  die  feder  neben  o-na  den  fluss,  nom.  acc.  pl.  menn- 
ener  neben  (seit.)  menn-er  (aus  "^menn-ner;  später  seit,  menner- 
ner,  s.  §  345)  die  männer,  negl-ener  die  nägel,  aber  mýss-nar 
die  mause,  kuerk{i^)-nar  die  kehle  u.  s.  w. 

2.  Im  dat.  pl.  steht  statt  des  nach  1,  c  oben  zu  erwarten- 
den -om-nom  gewöhnlich  -o-nom,  das  wol  zunächst  (nach  §  225,  5) 
aus  -on-nom  (vgl.  hlnna  neben  sehr  seltenem  himna  häutchen) 
entstanden  ist,  z.  b.  or^o-nom  den  Wörtern,  kirkio-nom  den 
kirchen.  In  den  ältesten  hdschr.  wie  St.  Hom.  und  No.  Hom. 
kommen  noch  einige  solche  formen  auf  -omnom  oder  -onnom, 
z.  b.  kirklomnom  oder  -onnom  den  kirchen  (neben  noch  ursprüng- 
licheren auf  -omenoui,  z.  b.  siœ inomtnom  den  steinen)  vor;   weil 


§  40l.    Fíexíon  mit  suffigiertem  artikeí.  209 

aber  in  allen  derartigen  fällen  der  erste  nasal  verkürzt  ge- 
schrieben worden  ist,  ist  eine  entscheidung*  zwischen  -mn-  und 
-nn-  unmöglich;  vgl.  L.  Larsson,  Stud.  over  den  St.  hom.,  s.  89 
note;  Wadstein,  s.  112  und  156. 

Paradigmen:  m.  hoge-nn  der  bogen,  f.  laug-en  das  bad,  ntr. 
borb-et  der  tisch. 

mask.  fem.  neutr. 

Sg\  N.  boge-nn  laug-en  borð-et 

G.  boga-ns  laugar-ennar  borðs-ens 

D.  boga-nom  laugo-nne,  laug-enne  borðe-no 

A.  boga-nn  laug-(e)na  borð-et 

PI.  N.  bogar-ner  laugar-nar  borð-en 

G.  boga-nna  lauga-nna  borða-nna 

D.  bogo-noiu  laugo-noiu  borðo-nom 

A.  boga-na  laugar-nar  borð-en 

Anm.  1.  In  alten  gedichten  (z.  b.  der  Edda)  ist  der  gebrauch  des 
bestimmten  artikels  bei  den  Substantiven  noch  sehr  wenig  verbreitet.  Die 
bildung  scheint  demnach  eine  ziemlich  Junge  und  überhaupt  vor  1200  nur 
ausnahmsweise  vorhanden  gewesen  zu  sein. 

Anm.  2.  Von  dem  bestimmten  artikel  bei  den  adjektiven  findet 
man  bisweilen  (in  den  ältesten  hdschr.  jedoch  sehr  selten)  im  pl.  formen, 
die  von  dem  folgenden  schwachen  adj.  die  endung  -u  herübergenommen 
haben,  z.  b.  nom.  acc.  e7io  (und  nach  §  400  Jiinti),  gen.  eiino  (hinnu)  statt 
enna  (bei  wirklich  schwacher  flexion  des  artikels  stünde  ja  ^eí^o);  vgl. 
L.  Larsson,  Stud.  over  &c.,  s.  74,  Svar  på  prof.  Wiséns  &c.,  s.  61  (wo  jedoch 
die  betreilenden  formen  als  blosse  Schreibfehler  betrachtet  werden). 

Anm.  3.  Bei  dem  mit  suffigiertem  artikel  versehenen  substantiv 
kann  gen.  sg.  m.  und  ntr.  (selten  f.)  schon  in  den  ältesten  isl.  hdschr. 
bisweilen  in  der  weise  gebildet  werden,  dass  die  artikelform  -ens  (seit, 
f.  -cnnar)  zu  dem  acc.  sg.  des  subst,  gefügt  wird,  z.  b.  m.  suem-ens  des 
knaben,  smi'd'-ens  des  Schmiedes,  ntr.  nafn-ens  des  namens,  tmigl-eiw  des 
mondes,  musfere-nn  des  klosters,  f.  !>litn}-ennar  der  taufe.  Zur  selben 
zeit  kommt  aber  auch  schon  vor,  dass  die  endung  -s  zu  dem  mit  artikel 
versehenen  acc.  sg.  eines  mask.  subst,  tritt,  z.  b.  osenn-s  der  mündung, 
dagenn-s  des  tages,  Jicimerm-s  der  weit,  Ukamann-s  des  korpers,  pdfann-s 
des  papstes;  durch  Übertragung  kann  dann  die  einheitliche  endung  -nns 
auch  bei  neutren  auftreten,  z.  b.  Ixr-eiDia  des  fasses,  muHtere-nnfi  des 
klosters,  tré-evvs  des  baumes,  aber  auch  vats-cmis  des  wassers.  Vgl. 
L.  Larsson,  Síud.  over  &c.,  s.  64  f..  Svar  &c.,  s.  53.  —  Cod.  AM.  645  4"  hat 
immer  SHewris-r)i{n)s  st.  simns-cns  des  knaben. 

Anm.  4.  llie  und  da  kann  der  acc.  eines  mask.  subst,  mit  dem 
iiom.  des  artikels  verbunden  werden  und  umgekehrt,  z.  b.  (in  St.  Hom. 
und  Cod.  AM.  645,  4")  nom.  \i\.  ;postola-ner  die  apostel,  nom.  sg.  pred-emi 
der  priester,  saein-ai{v)  der  knabe,  acc.  sg.  snciiin-cndi)  den  knaben. 

Norccn,  AUisl.  grainin.     '2.  auü.  14 


210         §  402.    Relativpronomina.     §  403.    Interrogativpronomina. 

4.    Relativa. 

§  402.  Als  pron.  relat.  dienen  teils,  aber  ziemlich  selten,  die 
inteiTog'ativpronomina  huai  (im  dat.,  s.  §  403  mit  anm.  1),  huerr 
Qiuart^)  und  huilikr  (über  welche  s.  §  403,  3  und  4),  teils,  und  so 
gewöhnlich,  die  partikeln  seni  und  es  (später  er;  in  alten  hdschr. 
auch  bisweilen  en),  denen  gewöhnlich  das  pron.  demonstr.  sá 
{sú,  þat  u.  s.  w.)  vorausgeht.  Ausserdem  kommt  nicht  selten 
die  konjunktion_«/  in  relativer  bedeutung  vor. 

Anm.  1.  Die  form  es  (St.  Hom,  einmal  ess;  vgl.  starkton.  /»css  neben 
scliwachton.  f^es  u.  dgl.  §  225,  1)  herrscht  durchaus  in  den  allerältesten 
hdschr.  (Reykj.  Maid.  I,  II  und  AM.  237  fol.)  sowie  in  dichtungen,  die  aus 
der  zeit  vor  1200  stammen.  Sonst  ist  schon  um  diese  zeit  die  form  er 
allgemein  —  in  anorw.  hdschr.  ausschliesslich  —  gebräuchlich,  lieber  das 
etymologische  Verhältnis  der  formen  es  {ess),  er,  en  und  cd  s.  Noreen  im 
Grundriss  I,  504  f. 

Anm.  2.  Es  wird  sehr  oft  als  -s  (s.  §  135)  seinem  korrelate  enklitisch 
angehängt,  z.  b.  sds  derjenige  welcher,  sås  diejenige  welche,  þanns  den- 
jenigen welcher,  huars,  pars  dort  wo,  da  wo,  pegars  so  bald  als,  hudrz 
{*hudrt-es)  ob  u.a.  Ausführliche  beispiele  bei  Gislason,  Um  frumparta, 
s.  235  ff. 

5.    Interrogativa. 
§  403.    Diese  sind  folgende: 

1.  Das  defektive  huaf  '(wer,)  was',  dessen  fehlende  formen 

durch  entlehnung  von  huerr  (s.  unten  3)  ersetzt  werden: 

mask.  neutr.  mask. 

Sg.  N.    —  huat  PI.  N.   — 

G.    hues(s)  hues(s)  G.   — 

D.    bueim  (Miceim)        hui  D.    (huœim) 

A.    —  huat  A.    — 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind:  neutr.  sg.  nom.  acc.  anorw. 
Jiud  (vgl.  nøkkua  §  404  anm.  1  und  got.  Iva),  lid  (s.  §  253,  4)  und  gen.  isl. 
hues.  —  Gen.  sg.  ist  nur  aus  den  ältesten  hdschr.  zu  belegen,  dat.  pl. 
nur  anorw.  sehr  selten  und  nur  als  relativum  gebraucht. 

2.  Huärr,  selten  in  alten  gedichteii  huabarr  (got.  hapar\ 
s.  §  232)  'welcher  von  beiden'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

Sg.  N.  huárr,  huaðarr  huór  huárt 

G.  huárs  huárrar  huárs 

D.  huórom (/mrtro;;^  huárre  huóro  (liudro) 

A.  huárn,  huaðarn  huára  huárt 

Pl.  N.  huárer  huárar  huór 

G.  huárra  huárra  huárra 

D.  huórom  {hudrom)  huórom  {hiidrom)    huórom  {hudrom) 

A.  huára  huårar  huór 


§  404.    Indefinite  pronomina.  211 

Anm.  2.     Die  lautgesetzliche  form  des  dat.  sg.  ntr.  ist  in  þóþóro  (aus 
pó-atí-hóró  §71,0  'nicht  desto  weniger'  erhalten. 

3.  Nuerr  (huϒT),  anorw.  auch  huar?^  (durch  ausgleichung 
einer  urspr.  fiexion  huarf\  dat.  hucerium  u.  s.w.)  'welcher  von 
mehreren'.  Iluerr  (hmerr)  flektiert  ganz  wie  sekr  (§  360;  also 
z.  b.  dat.  sg.  m.  huerioin,  f.  huerre,  ntr.  huerio  u.  s.  w.),  nur  mit 
der  abweichung,  dass  statt  des  regelmässigen  acc.  sg.  m.  huerian 
(welche  form  nur  in  alten  gedichten  und  einmal  in  Cod.  AM. 
645,  4**  belegt  ist)  der  prosaische  Sprachgebrauch  durchweg 
die  form  huern  aufweist.  Huarr  dagegen  wird  gewöhnlich  wie 
liuärr  (s.  oben  2)  flektiert  (also  z.  b.  dat.  sg.  m.  huarum,  f.  huarre, 
ntr.  huaru  u.  s.  w.),  seltener  wie  huerr  (also  dat.  sg.  m.  huarium, 
ntr.  huariu)\   acc.  sg.  m.   heisst  spät  oft  huan  statt  huarn  (vgl. 

§  240). 

Anm.  3.  Seltene  nebenformen  sind:  sg.  nom.  m,  Iten-  (s.  §  253,  4), 
horv  (vgl.  §  72,10),  gen.  f.  anorw.  hnœriar  (s.  Noreen  in  Pauls  Grundr.  I, 
502),  acc.  f.  isl.  huerio  (nur  nach  einer  anderen  schwachen  form  auf  -o, 
vgl.  §  401  anm.  2). 

4.  Hidlikr  'wie  beschaffen'  flektiert  ganz  wie  ein  starkes 
adj.  (nach  §  356).  Anorw.  (1469)  dat.  sg.  ntr.  hulko  ist  vielleicht 
ein  suecismus. 

6.  Indefinita. 
§  404.  In  der  bedeutung  'irgend  ein'  werden  gebraucht: 
ein{n)huerr  (œi7i{n)huœrr)  oder  einshuerr,  eitthuat  (nur  sub- 
stantivisch), nakkuarr  (u.  a.  formen,  s.  unten  3),  sumr  und  einn 
(œinn)\  endlich  das  nur  in  negierenden  Sätzen  gebräuchliche 
neinn. 

1.  Einnliuerr,  f.  einhuer,  ntr.  eiithuerl  wird  in  den  übrigen 
kasus  gewöhnlich  so  flektiert,  dass  ein-  unverändert  bleibt  und 
huerr  nach  §  403,  3  geht;  in  der  ältesten  zeit  flektiert  oft  auch 
einn  (nach  §  373).  In  dem  vorwiegend  anorw.  œinshuærr 
bleibt  œins-  unverändert. 

2.  EUllmat  wird  nur  im  nom.  acc.  sg.  ntr.  gebraucht. 

3.  Nakkuarr   ist   durch    mischung  von   zwei   ursprünglich 
verschiedenen  pronominen  entstanden:  das  Sidj.  jiekkuerr  (auch  "kt  l/ßí^ei /ol 
nfikkuerr  §  72,  7)  oder  nekkuarr  (auch  yi^kkuarr)^  das  wie  huerr 

(doch  oft  ohne  das  charakteristische  /  vor  a,  o,  u  der  endung), 
resp.  huarr  (§  403,  3)  flektiert;  und  das  subst,  nekkuaí  (auch 
ufíkknal,   früh    daneben  nakknat,   das   auch   als   adj.  gebraucht 

14* 


2l2  §  405.     iudefinite  proiiomina. 

werden  kann;  selten  nekkuet)^  welches  wie  huai  (§  403,  1)  geht. 
Diese  flexion  kommt  aber  nur  in  den  ältesten  hdschr.  vor. 
Die  Vermischung-  beider  Wörter  ergab  schon  in  der  älteren 
literatur  ein  pron.  nakkuarr  (auch  nokkuarr  und  nakkuerr),  das 
sowol  als  subst,  wie  als  adj.  gebraucht  wird  und  folgende 
flexion  hat: 

mask.  fem.  neutr. 

Sg.  N.  nakkuarr  nf)kk(ii)or  §  127      nakkua(r)t  §240,1 

G.  nakkuars  nakkiiarrar  nakkuars 

D.  nokk(u)orom  §  127  nakkiiarre  nokk(u)oro  §  127 

A.  nakkuarn  nakkuara  iiakkua(r)t 

PI.  N.  nakkuarer  nakkuarar  nokk(u)or 

G.  nakkuarra  nakkiiarra  nakkuarra 

D.  iiokk(u)orom  nokk(u)orom  nokk(u)orom 

A.  nakkuara  nakkuarar  nokk(u)ür 

Früh  tritt  aber  daneben  eine  form  nokkuorr  (f.  nokkuor, 
ntr.  nokkuol  u.  s.  w.)  auf.  Aus  diesem  entsteht  endlich  das  in 
der  späteren  spräche  gewöhnliche  isl.  nokkurr  (f.  nokkur,  ntr. 
ngkkut  §  240, 1,  seltener  nokkur i)^  welches  wie  ein  regelmässiges 
adj.  (ohne  synkope)  flektiert  (jedoch  im  acc.  sg.  m.  nokkurn 
oder  seltener  nach  §  240, 1  nokknn)\  selten  nekkurr  oder  iwkkurr] 
anorw.  (schon  in  No.  Hom.)  nokkor  (vgl.  §  127,  §  225,  5),  seit 
dem  ende  des  13.  jahrhs.  oft  nokor  (§  225,  1). 

Anm.  1.  Alte  nebenformen  sind  nom.  sg.  ntr.  ^íöMhíí  (1-mal  belegt) 
statt  nøkkuat  (vgl.  §  403  anm.  1),  dat.  sg.  ntr.  nokld  (1-mal  belegt),  nøkkue 
(oft)  St.  nßkkui  (§  121,3). 

Anm.  2.  Ueber  die  flexion  vgl.  besonders  Wimmer ,  Læsebog  * 
XXII  f.,  Forn.  forml.  §  99,  a,  3;  zur  etymologie  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og 
Pæd.  IX,  122  ff.,  Hoftory,  Tidskr.  f  Fil.  N.  R.  III,  29(1  f;  oben  §  57,  4,  a,  §  115. 

4.  Sumr  flektiert  ganz  wie  ein  gewöhnliches  adj.   (§  356). 

5.  Die  flexion  von  eimi  s.  §  373.     Ganz  ebenso  geht  neinn. 

§  405.  'Keiner',  'kein'  wird  durch  enge,  'niemand'  durch 
man{n)fje,  'nichts'  durch  vet{t)ke  oder  véi{l)ke  ausgedrückt; 
über  huárge  'keiner  von  beiden'  s.  §  406,  3. 

1.  Enge  (über  dessen  entstehung  s.  §  115)  hat  eine  sehr 
bunte  flexion.  Im  folgenden  paradigma  werden  die  ältesten 
formen  zuerst  angeführt,  die  am  häufigsten  vorkommenden 
durch  den  druck  hervorgehoben ,  die  seltensten  [eckig]  ein- 
geklammert. 


§  40G.    Indefinite  pronoraina.  213 

mask.  fem,  ne  ut  r. 

Sg.N.  eu(n)ge,    [øngr,    ønge,    enge,    [øng],   eiiigi,        etke,ekke  §2i:-5, 
engr],   eingi,  e(i)ngiim       e(i)ngin     .  eke  §  225,  1, 

[ænktit,  ente] 

G.  e(i)nskes,    e(i)nkis,     einegrar,  eng  r  ar,  on  g-   =  w. 
[e(i)ugis,    e(i)nskins,         rar,  {)ng(u)arrar, 
œnkÍ7is]  [eng(u)arrarj 

1).  [eiuonge  §  199],  engoni,    einegre,  engre,  ongre,    einoge,  [enogej, 
[æingitui],  øng  om  øng(u)arre,  [eng(u)arre]       engo,   ongo 

A.  enge,  øng(u)an, 

[engiian],  engan,  eingi   [einega],  enga,  [æinga],   =  nom. 

øng(u)a,    [engiia], 
(enge) 

Pl.  N.  cineger,    enger,    øng-    e[i]negar,  en  gar,   ong-    enge,  [engoj, 
(ii)er,  [enguer,  engi]         (u)ar,  [enguar]  tiiugi,   e(i)ugin 

G.*  einegra,  engra,  øng  r  a,  øng(u)arra,  [eng(ii)arra] 
D.  einegom,  engom,  øngom 


A.  [einega],  enga,  øn g(u)a,     =  nom.  =  nom. 

[engua] 

Anm.  ] .  Ueber  die  flexion  des  wortes  vgl.  besonders  J.  l'orkelsson, 
Athugasemdir  s.  22  ff.,  Wimmer,  Forn.  forml.  §  99,  e,  1,  Fritzner,  Ordbog'-^. 

2.  Man(n)fje,  gen.  man{n)zkes,  dat.  mannege,  acc.  man{n)(je 
(pl.  fehlt)  wird  meist  von  dichtem  gebraucht. 

3.  Vel{t)ke,  das  nur  im  sg.  vorkommt,  hat  folgende  formen: 

Sg.N.A.  vet(t)ke,  væt(t)ke,  vekke  §  213 

G.       vettoges,  selte^i  vet(t)kes,  vetterge(s)s  {z.  h.  in  St.  Hom.) 
D.       vettoge 

Anm.  2,  Vgl.  die  ausdrücke  ekke  vætta  (vcHtanna)  durchaus  nichts, 
nokkot  vwtta  irgend  etwas.  Vgl.  noch  §  225,  2,  3  und  5.  —  Nur  als  adverb 
'nicht'  werden  gebraucht  eyfet,  eyvet  {ayvit),  -ar,  -o,  s.  §  121,2. 

§  406.  'Was  auch  immer'  heisst  huatke,  hiiatvelna,  liual\ 
•wer  auch  immer'  huerge  (hucergi)^  wenn  von  mehreren,  dagegen 
huárge,  wenn  von  zweien  die  rede  ist. 

1.    Huatke  und  huatveina  werden  nur  im  sg.  gebraucht: 

Sg.  N.  A.  huatke,  selten  huatvetna§  325, 5,  -vitna  §  121,2,  huetvetna 

Iniakke  i^  213  §140,  -vitna,  hotvetna  í?  72, 10,  -vitna 

G.       huesskes  [alt  u.  seit.)  huers vetna, -vitna (vgl. §403, 1  ííjií/ 3) 

D.       huige  huivetna, -vitna,  se/trseZi.  huévetna,  hóvctna 

Anm.  1.    Vgl.  J.  l'orkelsson,  Athugasemdir  s.  20  ff. 

Huai  llektiert  ganz  wie  das  pron.  interr.  hual  (§  403,  1). 


214  §  407,    Indefinite  pronornina. 

2.    Ilaer  (je  (hucerg'i)  flektiert: 

mask.                                  fem.  "     neutr. 

Sg.N.  huerge  §  224                              huerge  huer(t)ke 

G.  liuer(s)kes,  [huerges]                hueregrar  =  m. 

D.  huerionge  §  199,  hiieregom      huer(e)gre,  hnerrigi  huerego 

A.  huernge,  huern(e)gan                huerega  =  nom. 

Pl.N.  hnereger                                     hueregar,  liuerege,  hiier(e)ge 

[Imeriage] 


G.  hueregra 

D.  huerionge  §  199,  bueregom 


A.  huerega  =  nom.                           =  nom. 

Anm.  2.    Vgl.  J.  Þorkelsson,   Athugasemdir  s.  18  ff.,  Wiramer,  Forn. 
forml.  §  99,  c,  2. 

3.    Huärge  flektiert: 

mask.  fem.                        neutr. 

Sg.  N.  huärge,  [huäregr],  (hudrgen)  huorge             huár(t)ke,  [huárgi] 

G.  huíir(s)kes,  [huárges]  huárregrar       =  7)i. 

D.  haóronge  {hudronge)  §  199,  huáregre,         huóroge  {liuároge), 

huár(e)gom  [huárrigi]          huár(e)go 

A.  huárnge,  huárn(e)gan,  huár(e)ga         =  nom. 
huár(e)gan 

Pl.  N.  huár(e)ger  huár(e)gar        [huúrge] 

G.  huáregra 

D.  huóronge  (lindrongc)  §  199,  huár(e)gom 


A.  huár(e)ga  =  nom.  =  nom. 

Anm.  3.  Die  synkopierten  formen  (nom.  pl.  linárger,  hudrgar  o.  d.) 
sind  verhältnismässig  selten.  Vgl.  übrigens  J.  í>orkeIsson,  Athugasemdir, 
s.  16  ff.,  Wimmer,  Forn.  forml.  §  99,  c,  1. 

§  407.  'Jeder'  beisst  huerr  (hwærr,  huarr)^  wenn  von 
mehreren ,  huärr,  huär{r)tuegge  i-luceggi)  und  (besonders  im 
anorv7.)  huár{r)tueggia  {-taæggia)  oder  fueggia  {iuwggld)  huärr, 
wenn  von  zweien  die  rede  ist;  'jeder  für  sich'  wird  durch  sér 
huerr  [hucerr,  huarr)^  'jeder  zweite'  durch  annarr  hucrr  (hucerr, 
huarr)  ausgedrückt.  In  diesen  Wörtern  flektieren  die  einzelnen 
bestandteile  ganz  wie  die  gleichlautenden  pron.  interr.  (§  403, 
2  und  3)  und  das  zahlwort  annarr  (§  384);  tueggia  (§  374)  und 
ser    f§  .■>93)    bleiben    natürlich    unverändert.      In    huárríuegge 


§  408.     Indefinite  prouomina.  215 

flektiert   das   erste   g-lied   nach  §  403,  2,    das   zweite   sebwaeh 

nacli  §  862  (und  mit  einem  /  vor  a,  o,  u  der  endung),  seltener 

nach  §  364  (so  besonders  im  nom.  sg*,  f.,  nom.  acc.  pl.  ntr.,  sein* 

selten  in  andern  kasus). 

Anm.  1.  Alt  und  selten  sind  sg.  m.  nom,  hua'dartuegge,  acc.  huadarn- 
tueyyia  (vgl.  §  403,  2).  —  Später  findet  man  bisweilen  nom.  pl.  m.  hnríru- 
tueygiii,  wo  also  auch  das  erste  glied  schwache  flexion  hat. 

Anm.  2.  Das  nur  plurale  bd'd'er  (§  375)  mit  derselben  bedeutung  wie 
hndrr,  hmr{r)tiieggia,  hiuir{r)tiiegge  kann  auch  hierher  gerechnet  werden. 

§  408.  Als  pron.  indef.  können  auch  betrachtet  werden: 
fnabr  (s.  §  345)  man,  annarr  hnårr  (§  384  und  §  403,  2),  annarr 
tueggia  (flexion  nach  §  384,  tueggia  bleibt  unverändert)  oder 
annarrtuegge  (flexion  wie  huärriuegge  §  407)  einer  von  zwei 
(pl.  die  einen  von  zwei  parteien). 


II.   Abschnitt.     Konjugation. 

A.    Teinpusbildimi»'. 

Je  nach  der  bildung  des  präteritalstammes  sind  die  germ. 
verba  zweierlei  art:  starke,  die  ihren  prä  teri  talstamm  ohne 
Zusatz  am  ende  bilden,  z.  b.  prät.  gof  zu  gefa  geben,  lel  zu 
lata  lassen;  und  schwache,  die  im  präteritum  eine  mit 
dentalem  konsonanten  beginnende  ableituugssilbe  anhängeo, 
z.  b.  prät.  valt)a  zu  vella  wählen,  fclda  zu  fella  fällen,  lijsia 
zu  hjsa  leuchten.  Einige  verba  sind  zum  teil  stark,  zum  teil 
schwach,  s.  §  448 — 453. 

I.    Starke  verba. 
Die  starken  verba  sind  zweierlei  art: 

1.  Die  ablautenden,  welche  ihren  präteritalstamm  durch 
ablaut  (§  142  fl^.j  des  wurzel vokals  bilden,  z.  b.  zu  gripa  'greifen' 
prät.  grell»,  prät.  pl.  grlpom,  part.  prät.  grlpenn. 

2.  Die  (einst)  reduplicierenden,  welche  in  urgerni.  zeit 
(und  noch  im  got.j  den  präteritalstamm  (ausser  im  part.  prät.) 
durch  reduplikation  der  Wurzelsilbe  bildeten;  dies  ursprüng- 
liche Verhältnis  ist  jedoch  im  an.  durcli  Schwund  der  redupli- 


ÜYg 


L  :  0.1    :  L 
lt.  Z  .  ä,   :  i 


216  §  409.   410.    Klasse  1  der  ablautenden  verba. 

katioussilbe  (s.  §  131)  und  noeb  andere  Vorgänge  (s.  Norceu 
im  Gnmdriss  I,  511  f.)  gänzlich  verdunkelt  worden,  z.  b.  zu 
Iielta  'lieissen'  prät.  hét  und  heit  (got.  haihait)^  prät.  pl.  hétom 
und  he'itom,  part.  prät.  lieitenn\  zu  sueipa  'einhüllen'  prät.  sueip, 
part.  prät.  sueipenn.  Bei  einigen  verben  ist  jedoch  die  redupli- 
kation  noch  einigermassen  erhalten,  s.  §  433. 


a.)    Ablautende  verba. 

Klasse  I. 

%a  .  et  :  ö(    :  I  §  409.     Verba  der  ersten  ablautsreihe  (§  142),  z.  b. 

(jripa  greifen,  greip  (anorw.  græip),  grlpom  {-um),  gripenn  {-iyin). 

Ganz  wie  gripa  gehen:  klipa  (älter  klypa,  schwach  nach 
§  442)  kneipen;  hlifa  (deutsches  lehnwort  des  IS.jahrhs.)  werden, 
drifa  treiben,  {h)nfa  greifen,  klifa  klimmen,  rifa  reissen,  suifa 
schweben,  þrifa  ergreifen;  Uta  beissen,  drita  cacare,  {h)nita 
stossen,  Uta  sehen,  rista  ritzen,  rila  schreiben,  skita  cacare,  slita 
zerreissen;  kui(5a  sich  ängstigen,  lit5a  gehen,  riba  reiten,  n'ða 
(aschw.  vripa)  drehen,  si(5a  zaubern,  skrika  schreiten,  sni^a 
schneiden,  swi(5a  sengen;  {h)niga  sich  neigen,  miga  mingere, 
siga  sinken,  slig  a  steigen;  fisa  pedere,  risa  sich  erheben;  gina 
gähnen,  {h)?Hna  schreien,  berühren,  hui?ia  kreischen,  skina 
glänzen. 

Anm.  1.  Ilníya,  míga,  siga,  sti  ga  haben  im  prät.  sg.  auch  Jmé  (ein- 
mal hnég  mit  analogisch  wieder  eingeführtem  g),  mé,  sé,  sté  (s.  §  233,  1;  §  95), 
welche  formen  ursprünglicher,  wenn  auch  seltener,  sind. 

Anm.  2,  Von  suifa,  sida  kommt  selten,  von  lida,  snida,  suif)'a,  gina 
öfter  auch  ein  schwaches  prät.  nach  §  442  vor.  luti'da  geht  gewöhnlich 
ganz  nach  §  442. 

Anm.  3.    Von  hnita  und  huina  ist  part.  prät.  nicht  belegt. 

§  410.     Besondere  eigentümlichkeiten  zeigen  sich  bei: 

hitia  warten  beitü  {hælti)  hib'otu  (-um)    heticnn  §  140 

Uikia  blinken  —  hliko'm{-mn)   — 

suilda,  suikua,   sei- sucik    [siueik),     smkom{-um)   suik{u)enn  {-inn),  seit. 
ten  sý/«ta§  72,12     seit,  sueyk  sgkenn  {-inn)  §  72,  11, 

betrügen  {sueyk)  §  72,  8  §  244  anm.  2. 

víkia,  vikua,  selten  veik  {vœik),  seit,  rikom  {-mn)    vlkcym  {-inn),  seit,  gkumn 
{v)ýkua  weichen        veyk  {voyk)  (-inn) 

Anm.  Von  einigen  ursprünglich  hierher  gehörigen  verben  sind  nur 
schwache  spuren  der  alten  starken  bildung  erhalten:  part.  prät.  snifenn 


§411—413.     Klasse  2  der  abkuteuden  verba.  217 

{-imt)  beschneit  und  3.  sg.  präs.  ind.  ani/r  (§  72,  6)  schneit  (beide  formen 
nur  dicht.),  vgl.  ahd.  simvan;  part.  prät,  Jmipenn  (nipinu)  beklommen  zu 
{h)nq)a  (schwach  nach  §  442  oder  auch  nach  §  43Gj  beklommen  sein, 
visenii  (-inn)  verwelkt  (vgl.  ags.  tóweosan,  mhd.  verivesen),  þiZenn  (-irm) 
geschmolzen  zu  pVÖa  (schwach  nach  §  442)  schmelzen,  isl.  ó-hlifenn  ver- 
wegen zu  Jdifa  (schwach  nach  §442)  hüten,  tigcnn  {-'um;  §  251,  3)  aus- 
gezeichnet, vornehm  zu  t'id  (got.  teiJuut]  schwach  nach  i^  447)  zeigen;  1.  sg. 
präs.  ind.  lé  (got.  leilira;  §  56)  und  part.  prät.  nom.  pl.  m.  lener  (einmal 
belegt)  zu  liä  (schwach  nach  §  447)  leihen.  Die  schwachen  verben  digna 
erweicht  werden,  stikna  geröstet  werden  und  lifna  das  leben  behalten 
setzen  hierher  gehörige  starke  part.  prät.  '■'diginn  (got.  digans),  *stikinn 
(vgl.  steik  braten),  "^lifinn  (got.  hi-lihans)  voraus.  Ueber  den  isolierten, 
einmal  belegten  inf.  strf/kua  (§  72,6;  vgl.  ascliw.  IiUpstrika,  ags.  sirican) 
streichen  vgl.  §413.  Iíatj.  6^ 

Klasse  II. 


§  411.     Verba  der  zweiten  ablautsreilie  (§  143),  z.  b.  ai     ^^  ,  ^j. 

ßdta  iliessen,  flaut,  tlutom  (anorw.  fluium),  llotenn:  ,    ^ 
kriupa  kneclieD,  kraup,  krupom  {-um),  kropenn;  y     < 

supa  sauten,  saup,  supofn  [-umj,  sopenn.  '       ^    .  -* 

A.c.    -Co    '-^Ä    ' 

Anm.    Ueber  die  doppelheit  id,  iú  im  inf.  s.  §  98,  §  141  anm.  2. 

§  412.  Wie  ßota  gehen:  bj^iota  zerbrechen,  giöta  giessen, 
{li)lióta  bekommen,  {h)rióla  schnarchen,  stieben,  liösta  schlagen. 
)üola  gemessen,  skiota  schiessen,  þióta  tosen,  þrióla  aufhören; 
bióba  bieten,  {h)rió^a  reuten,  riöiia  röten,  siöt^a  sieden;  giösa 
sprudeln,  {h)niósa  niesen. 

Anm.  1.     Von  hniosa  ist  part.  prät.,  von /^noto  prät.  pl.  nicht  belegt. 

Anm,  2.  Kine  nebenform  zu  part.  prät.  protenn  'erschöpft'  (zu  priöta) 
scheint  das  adj.  priUenn  i-inn)  'geschwollen'  zu  sein.  Sehr  seltene  neben- 
formen  sind:  anorw.  prät.  sg.  hot},  pl.  bo'dom,  skotom,  part.  prät.  hudinn\ 
isl.  part.  prät.  Jdutenn;  vgl.  §  413  anm.,  §  414  anm.  1. 

§  413.  Wie  kriúpa  gehen:  driúpa  triefen;  kliúfa  spalten, 
riúfa  zerbrechen;  fiúka  stieben,  rnika  rauchen,  strh'ika  (vgl. 
anm.)  streichen,  Uüka,  s.  §  414;  fUüga  (auch  ßuga  nach  §  414) 
lliegen,  liúga  lügen,  smiúga  schmiegen,  siúga,  s.  §  414. 

Anm.  Von  flmga,  litlga,  snililga,  ^iága  kommen  im  prät.  sg.  neben 
/laug,  lang,  nviaug,  mug  die  ursprünglicheren  formen  /ló,  lö,  nmo,  so  vor  (§  233, 
1,  §  i)6).  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  strykia  und  stri/kua  (vgl. 
§  410  anm.,  ^  141,  1,  §  253,  4),  ßugia  (nach  ßiügW,  -ir,  -i  u.  dgl.,  s.  §  204), 
prät.  sg.  isl.  klo  f.  anorw.  fok. 


218 


§414.  415.    Klasse  2  der  ablautenden  verba. 


§  414.  Wie  súpa  gelien:  luka  (auch  Uúka  nach  §413) 
verschliessen,  luta  sich  beugen,  suga  (auch  smja  §  413)  saugeu, 
flúga^  s.  §  413,  und  wahrscheinlich  die  nur  im  inf.  belegten 
stüpa  hervorragen  und  dúfa  (anorw.  einmal)  niederdrücken ; 
dazu  part.  prät.  als  adj.  do  fenn  erlahmt. 

Anm.  1.  Ueber  die  nebenform  prät.  sg.  so  s.  §  413  anm.  Einmal 
ist  part.  prät.  isl.  lukenn  belegt,  vgl.  §  412  anm. 

Anm.  2.  Neben  luka  steht  Ijjkia  schwach  nach  §  439,  jedoch  sehr 
selten  in  übertragener  bedeutiing.  Lüta  hat  selten  schwaches  prät.  nach 
§  446  {liitta,  pl.  hltfom,  -um). 

§  415.     Besondere  ab  weichungen  zeigen  folgende  verba: 

friósa  frieren        [  fraus  í  frusom  {-um) 

isl.  alt  froroyn 
isl.  frerom 


kiösa  wählen 


frans 

isl.  alt  frs  ra 

isl.  frera 

kaus 

isl.  alt  kera 

isl.  kera 


Í  kusom  {-um) 
isl.  alt  korom 


isl.  kerom 


frosenn 

isl.  alt  frsrenn 

isl.  fr  er  enn 

kosenn 

isl.  alt  kørenn 

isl.  kerenn 


fiyia  fliehen  fiö  (*ffauh  §  58)         fiugom  §  251,  3  — 

spi/ia  speien  spiö  spiom  — 

Anm.  1.  Prät.  sg.  frera,  kora  (mit  schwacher  flexion  nach  §  460) 
sind  den  pluralformen  frorom,  korom  nachgebildet,  über  welche  s.  §  68,  3, 
§  251,  4;  über  die  nebenforraen  frera,  -om,  kera,  -am  s.  §  86. 

Anm.  2.  Fli/ia  (statt  '"ßwa,  got.  þliuhan)  ist  dem  präs.  pjr  (got. 
þliuhis)  nachgebildet.  Prät.  fiö,  ßiigom  kommt  nur  alt  und  dichterisch  vor. 
Sonst  hat  das  wort  schwaches  prät.  nach  §440,2:  flöda  {'■ßauhiiSö),  ßatia 
(urspr.  konj.),  pi/da  (nach  präs.  flyr),  part.  ßae'dr,  fløedr,  ßjje^r,  fii/^Ör;  in 
später  zeit  auch  bisweilen  ßiid'a,  part.  fliiibr,  fiúdr.  Nach  dem  prät.  ßotia, 
ßoedr  sind  ferner  die  nebenformen  inf.  ßoia,  präs.  ßor  gebildet. 

Anm.  3.  Spi/ia  (nach  präs.  sj^i/r  §  72,  6  gebildet)  hat  später  schwaches 
prät.  nach  §  439  {spnda,  part.  ntr.  sjrnt).  Prät.  spiö  setzt  '■''spidio  (vgl. 
§  143  anm.)  voraus. 

Anm.  4.  Nur  in  spärlichen  resten  ist  die  starke  bildung  bei  vielen 
verben  erhalten.  Neben  prät.  pl.  bugom  ist .  nur  noch  i)art.  prät.  hogenn 
'gebogen'  belegt,  neben  prät.  sg,  {h)nauti  nur  part.  prät.  ntr.  {h)no(iet  'ge- 
schlagen ',  neben  der  3.  sg.  präs.  ind.  isl.  Jm/ss  nur  prät.  sg.  kraus  'schauderte'. 
Zu  tlöa  (got.  tiuhan)  'ausreichen,  helfen'  (präs.  ind.  fiö,  týr,  týr,  pl.  tióm, 
tiöe'd',  tiöa)  kommt  in  der  bedeutung  'gezogen'  ein  altes  part.  prät.  togenn 
vor;  sonst  liat  das  wort  (in  seiner  geAvöhnlichen  bedeutung)  nur  schwaches 
prät.  (nacli  §  440,  2) :  UY^a,  fijd'a,  part.  tødr.  tí/'d'r,  wozu  die  inf  tøia  (präs. 
tø),  ti'/la  (präs.  tij),  mit  derselben  entwicklung  wie  bei  ßf/ia  (anm.  2  oben); 
ausserdem  kann  üöa  ganz  nach  §  436  gehen  (präs.  tlöa,  prät.  tiöada,  part. 
prät.  fiöadr),  im  prät.  ind.  dazu  nach  §  446  {tiöda).  —  Nur  im  part.  prät. 
Ijelcgt  sind:  {]i)rotienn  (vgl.  ags.  In'eocüan)  gefärbt,  lo'd'emi  (vgl.  ags.  Uodan) 


§  416  —  418.    Klasse  3  der  ablautenden  verba.  219 

haarig,  rotenn  verfault,  snotücnn  düunhaarig;  ferner  liokenu  zu  huka  (schwaeh    ' 
nach  §  446, 1)  kauern,  lúenn  (-hui)  zu  li/ia  (prät.  schwach  nach  §  439)  zer- 
quetschen.    Die   seil  wachen  verben   losna  sich  lösen  und  ghlpna  stutzen 
setzen  starke  i)art.  prät.  Hosinn  (got.  lusans),  '■'glüpinn  voraus. 

Klasse  III.  4  / 

§  416.     Verba  der  dritten  ablaiitBreibe  (§  144),  z.  b.  .Vi.m   +  R, 

bresta  bersten  hrast  brustom  (anorw.  brustum)  hrostenn;  k^q-i^.i^  a/>m  , 

hiarga  bergen  barg  bur  gom  {-um)  borgenn\  ^ít/M  i*^  -f  K 

spinna  spinnen  sparin  spunnom  (-ufn)  spuyinenn  {-inn)\  Q^.  i  .  a. .  u.  \ 
slyngua,  slyngia  schleudern  slong  slungom  {-mn)  sJungenn  {-inn)  ;^ .     •     ^    ^^ 

seikkua  sinken  sokk  sukkom  {-um)  sokkenn.  { zo  .  Ca,  •  k  • 

Anm.  üeber  e,  i  im  inf.  s.  §  139,  §  82;  la  §  89;  /y  §  72,  5;  />  §  72,  3, 
§  82.    Ueber  o,  u  im  part.  prät.  s.  §  141,  §  83,  1. 

§  417.  Wie  bresta  geben:  detta  niederfallen,  gnesta 
krachen,  kretta  mucken,  snerta  berühren,  spretta  springen, 
suelta  hungern,  sterben,  velta  wälzen;  skreppa  gleiten,  sleppa 
gleiten  lassen,  verpa  {vær pa)  werfen;  scrt^a  Unzucht  treiben, 
vert^a  {vœrba)  werden;  huer  f  a  {huœrfa)  sich  wenden,  suer  f  a 
{suærfa)  feilen;  suelga  (auch  suelgia  nach  der  2.  pl.  präs.  ind. 
suelgi<),  2.  3.  sg.  präs.  konj.  suelgir,  -i  u.  a.,  vgl.  §  204  und 
fliúgia  §  413  anm.),  beila  treffen,  sueUa  schwellen,  vella  sieden; 
þuerra  {þuœrra)  abnehmen. 

Anm.  1.  Von  hella  und  kretta  ist  ausser  dem  inf.  nur  prät.  sg.  belegt; 
von  gnesta  ist  part.  prät.  nicht  belegt. 

Anm.  2.  In  detta,  kretta,  spretta,  skreppa,  sleppa  ist  e  im  inf.  nach 
§  82,  0  im  part.  prät.  nach  §  83,  1  (sonst  nach  §  141)  zu  erklären. 

Anm.  3.  In  verben  wo  v  oder  kons,  it  dem  wurzelvokal  vorhergeht, 
fehlt  dies  in  alter  zeit  natürlich  vor  dem  u,  o  des  prät.  pl.  und  part.  prät., 
zeigt  sich  aber  oft  in  der  späteren  spräche,  z.  b.  urtiom,  or'd'enn  (später 
rwtium^  vorbmn)  zu  vert)a;  liurfom,  horfenn  zu  huerfa  u.  dgl.  (s.  §  228 
anm.  1,  §  244  anm.  2.) 

Anm.  4.  Im  ])art.  i)rät.  hat  .sc/v')«,  neben  sor'^enn  auch  stro()enn  (s.  §  247 
anm.  2);  ebenso  ist  das  adj.  skorperiu  'eingeschrumpft'  urspr.  part.  zu  skreppa 
(wozu  part.  prät.  skroppjenu  neugebildet  ist);  vgl.  §  248  anm.  3.  Sehr  seltene 
anorw.  nebenformen  sind  inf.  valla  (ahd.  iralkm,  ags.  iceallan)  statt  rella  und 
prät.  pl.  ror'd'oni  st.  {c)ur'dum;  ebenso  setzt  anorw.  prät.  konj.  horfa  st. 
hyrfa  ein  prät.  pl.  ''horfoyyi  st.  liurfmn  zu  huœrfa  voraus. 

§  418.  Wie  biarga  gehen:  gialda  (prät.  sg.  galt  §  180) 
gelten,  gialla  (part.  ])rät.  nicht  belegt)  gellen,  skialfa  zittern, 
skialla  klatschen. 


220  §419  —  422.     Klasses  der  ablaiitendeu  verba. 

Anm.  1.     Spät  geht  biarga  auch  schwach  nach  §  436. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  shclla  und  anorw.  gcida; 
\)r\it.  sg.  giall  (st.  gall),  entweder  nach  dem  inf.  glalla  und  prät.  konj.  gglla 
(s.  §  204)  oder  vgl.  hialp  (§  422). 

§  419.  AVie  spinna  gehen:  vi7ina  ausführen;  binda  binden, 
{h)rinda  stossen,  vinda  winden;  springa  zerspringen,  slinga 
stechen;  suimma  (vgl.  suima,  symia  §423)  schwimmen. 

Anm.  1.  Prät.  sg.  zu  hinda,  {h)rinda,  vinda,  springa,  stÍ7iga  hehsen 
hatt  (selten  hånt),  {li)ratt,  vatt,  sprakk  (spät  und  selten  sprang  nach  dem 
pL),  stakk,  s.  Í:}  18U,  §  207,  2  und  3.  —  Ueber  prät.  pl.  {v)iinnom,  {v)undom, 
smmnom,  part.  prät.  {v)unnenn  u.  s.  w.  s.  §  228  mit  anm.  1,  §  244  mit  anm.  2. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind  1 .  pl.  imperat.  hryndmn  (so 
wie  die  schwache  2.  sg.  präs.  ind.  lirinder,  nach  §  442  wie  im  nisl.)  und 
part.  prät.  ntr.  sommet  (vgl.  §  423  anm.  2). 

§  420.    Wie  slyngua,  slyngia  gehen:  syng{u)a  (§  244  anm.  2), 

-(i)a  (§204  mit  anm.)   singen,    þryngua ,  -ia   drängen;    gyygua 

(nur  im  inf.  und  part.  prät.  belegt)  verzagen,    tyggua,  -ia  (dies 

auch  schwach  nach  §  439)  kauen. 

Anm.  Bei  pryngua  heisst  präs.  neben  þryng{r)  auch  þrong{r)\  hierzu, 
wie  zu  einem  vorauszusetzenden  '"sløng{r),  werden  dann  neugebildet 
þrengua,  -ia  und  slsngua  (wie  nach  präs.  tgggr  inf.  tyggua  statt  Hioggua, 
aschw.  tiugga,  aus  "^teggwa  §  90),  die  später  oft  schwach  nach  §  443,  b  flek- 
tieren. —  Seltene  nebenformen  sind  isl.  inf.  songua  —  gebildet  wie 
{h)nogg{ii)a  (schw.  nagga)  §  422  und  valla  §417  anm.  4;  ebenso  setzen 
die  eben  erwähnten  prongr  {'■"þrangivÍR  §  72  anm.  S)  und  *slongr  inf. 
'■^þrongua,  '-^slongua  voraus ;  vgl.  noch  aschw.  togga,  tugga  (wäre  isl.  'Hoggua) 
kauen,  varpa  werden,  Ualpa  helfen  — ,  prät.  pl.  spngom  (nach  dem  sg.), 
syngom  (nach  dem  konj.  synga),  part.  prät.  syngenn  (s.  Noreen,  Arkiv  I, 
150  ff.  und  oben  §  67),  songenn  (nach  dem  inf.). 

§  421.     Wie   sðkkua   gehen:    {li)r-(ikkna   weichen,   klfikkua 

stöhnen,  slokkua  springen. 

§  422.     Besondere  abweichungen  zeigen: 


hrcgda  ans  licht  ziehen 

hrd 

bragtiom  {-um) 

hrugdenn  {-hm) 

brenna  brennen 

brann 

brimnom  {-um) 

brnnncnn  {-inn) 

drekka  trinken 

drakk 

drukkom  {-um) 

drukkenn  {-inn)  §  83 
anm.  1 

finna  finden 

fann 

\  fimnom  (-um) 

f  funnenn  {-inn) 

\  fundoyn  {-um) 

\  fundenn{-inn)^2bí,2 

hialpa  helfen 

lialp,  hialp 

Itulponi  {-um) 

holpenn 

{h)npgg{u)a  stossen 

{h)npgg 

— 

{h)nuggenn  {-inn) 

renna  rennen 

rann 

runnom  {-um) 

runnenn  {-inn) 

sporna  anstossen 

sparn 

spurnom  {-um) 

— 

Anm.  1.     Ueber   die  Unregelmässigkeiten  bei  bregZa  s.   Noreen  im 


i;  •42;i     Ivlasse  4  der  iibhuitenden  verbu. 


221 


Grimdriss  I,  510.  In  den  bedeutungen  'rügen",  'auf  etwas  ansprach  machen' 
kommt  auch,  bes.  anorw.,  die  (gewöhnlich  scliwach  nach  §  442  flektierende) 
form  biigda  vor,  welche  dem  seltenen  präs.  (anorw.)  hrig'd'r  (§  4Ó7  anm.  4) 
nachgebildet  ist. 

Anm.  2.  Neben  hrenua,  renna  kommen  alt  und  selten  hri7ina,  rinna 
(wie  im  aschw.)  vor;  vgl.  §  KiO,  2,  §  252,(1, 

Aum.  3.  Zu  {]i)uoyg{u)a  heisst  präs.  ind.  sg.  {h)uygg(r),  das  sich  zu 
{h)nggg{u)a  verhält  wie  syng{r)  zu  sgngua  und  fygg(r)  zu  aschw.  togga 
(s.  §  420  anm.).  Da  hier  ggiu  aus  tvw  (§  246,  2)  entstanden  ist,  gehört  dies 
verb  (wie  auch  tyggua  und  gyggua  §  420)  ursprünglich  der  2.  ablautsklasse 
(§  411  ff.)  zu. 

Anm.  4.  Von  (dem  gewöhnl.  schwach  nach  §  436  flektierenden)  sporna 
(ahd.,  ags.  siyarnan)  ist  ein  starkes  präs.  "^'spyyii  (§  63  anm.  2)  nicht  belegt, 
liegt  aber  der  nebenform  spgrna  (schwach  nach  §  442)  zu  grunde.  Neben 
sporna  hat  wol  einmal  ein  dem  aschw.  spiœrna  entsprechendes  '■'spiarna 
gestanden  —  vgl.  (die  schwachen)  hor  f  a  sich  wenden,  molka  melken  neben 
(den  starken)  luierfa,  ahd.  melchan  —  und  zu  dessen  präs.  '■'sperre  (^■'spœrn 
§  63,  10)  ist  die  form  sperna  (schwach  nach  §  442)  ueugebildet. 

Anm.  5,  Sonstige,  sehr  seltene  nebenformen  sind:  zu  hialpa  prät. 
sg.  holj),  lielp  (und  3.  sg.  prät.  konj.  helpc)^  zu  hregd'a  und  finna  part.  prät. 
anorw.  hrog'd'enn.  fynn'inn  (vgl.  syngenn  §  420  anm.).  Hialpa  kann  auch 
schwach  nach  §  430  gehen. 

Anm.  6.  Nur  (einmal)  in  der  3.  prät.  pl.  belegt  ist  (anorw.)  gnullu 
schrien.  Isolierte  starke  part.  prät.  sind:  holgcmi  angeschwollen,  hruggenn 
{-imi ;  vgl.  aschw.  hryggia,  ags.  brcowan)  gebraut,  holfenn  zu  Jiolfa  (schwach 
nach  §  446,  1)  gewölbt  sein,  krop^jenn  zu  krep)pa  (schwach  nach  §  442) 
schrumpfen,  roskenn  (vgl.  got.  íurisqan)  gewachsen,  sforkenn  erstarrt;  das 
schwache  verb  þorna  (vgl.  §  223)  dorren  setzt  ein  starkes  part.  prät. 
'•■þorrom  (vgl.  got.  gapaúrsans)  voraus. 

Klasse  IV. 

§  423.     Verba  der  vierten  ablautsreihe  (§  145),  z.  b.    Jb^^. e>vt,en,<nia^(r 
bera  tragen  ba?^  bó?'om  (anorw.  härom)  boremi.        T^ci  ^  í<a^. «e  '  ♦  ^*^  •  ^ 


So  gehen  noch  skera  (vgl.  jedoch  §  424  anm.  2  und  §  145  anm.) 
schneiden,  stela  stehlen  und  mit  gewissen  abweichungen 


d'M  ,(Uvt  :  it 


tr,ekX,e^ 


fela  verbergen 
nema  nehmen 


fal 


nam 


suima,  symia  schwimmen    suam 

koma  (anorw.  auch  kiima)  [  '"^^'^'^'^ 
kommen  1  /'■^>»'' 

troda  treten  trad 


sofa  schlafen 
ve  fa  w(íl»en 


Kuaf 
)  >''if 


fólom  (fdlom) 
\  nómom  {ndmow) 
\  nówoui  §  73,  2,  c 

Siiómom  {suámom) 
\  kuómom  {knámom) 
\  kómom  §  71,6 

trótfom  {trddom) 
j  suófom  {sndfoin) 
\  sóforn  §  71,  () 
I  rófom  (rdfoni) 
\  (ifoni  s^  71,6 


folgenn'%  251,3 
nimicnn  (-wn) 


iwmenn  (anorw.,   a, 

seit,  isl.)  'í 

sumenn  {-inn)  §  244 

komenn 

traden)! 
sofenn 

ofenn 


{' 


/^  (P^r^ 


222  §  4'24.    Klasse  5  der  ablautenden  verba. 

< 

Anm.  1.  Fela  (■'fclha  §  234)  gehörte  urspr.  der  3.  ablautsklasse 
(§4 16 ff.),  wie  auch  das  part.  prät.  bezeugt;  demnach  ist  prät.  pl.  fölom 
analogische  neubildung  (statt  '■^fiilgoni)  zu  sing,  fal  nach  dem  Verhältnis 
stal :  stólom  u.  dgl.  Sehr  selten  kommt  anorw.  schwaches  part.  prät.  felad'r 
(vgl.  das  aschw.)  vor. 

Anm.  2.  Neben  suima  (später  auch  schwach  nach  §  436),  symia 
{'^su/ujan)  kommt  auch  suhirma  Q'-'siuiiiman  §  252, 2  mit  nur  präsentischem  -n-, 
vgl.  fregna  §  425  anm.  2)  nach  klasse  III  vor  (s.  §  419),  Aus  einer  urspr. 
flexion  simunia,  prät.  suam,  part.  sumenn,  ''some^m  (gebildet  wie  nomcmi, 
s.  oben)  sind  durch  ausgleichung  sowol  suima,  wie  suamw,  summen  und 
sommenn  (§  410  anm.  1)  entstanden. 

Anm.  3.  Koma,  trob'a.  sofa,  über  deren  vokalisation  s.  Noreen,  Sv. 
Landsm.  I,  693;  Sievers,  Beitr.  Vtll,  80  ff.)  haben  präs.  kern,  trsd,  so  f 
(§  63,  3),  resp.  hem,  ireti,  sef  (§  86).  Zu  treti  ist  wol  das  bisweilen  vor- 
kommende schwache  prät.  fradda,  part.  traddr  gebildet  nach  der  analogie 
gle?)  erfreue  :  gladda  :  gladdr  u.  dgl.  (§  439). 

Anm.  4.  Ueber  prät.  sg.  kom  s.  Ljungstedt,  Anmärkningar  tili  det 
starka  preteritum  (Upsala  1887),  s.  111  ff.  (/f  ist  wol  zu  dem  pl.  ófom 
gebildet  nach  der  analogie  f()r  :  fórom  (§  426) ;  ebenso  wol  auch  ein  sehr 
seltenes  ndm,  zu  ndmoui  nach  dt :  dtom  u.  dgl.  (§  425  anm.  6). 

Anm.  5.  Von  '■'slokkua  (däu.  slakke,  vgl.  sgngua,  hnoggua  u.  dgl. 
§  420  anm.;  kk  nach  §  220,2)  löschen  ist  aus  alter  zeit  nur  part.  prät. 
slokenn  belegt;  dann  aus  dem  nisl.  ein  präs.  slokkr,  wozu  schon  im  aisl. 
slokkna  (schwach  nach  §  442)  neugebildet  ist. 

Klasse  V. 

§  424.     Verba  der  fünften  ablautsreihe  (§  146),  z.  b. 

gefa  geben  gaf  gófom  (anorw.  gäfom)  gefenn. 

So  gehen  noch:   drepa  erschlagen;   feia  den  weg  finden,  freia 

pedere,  geta  bekommen,  meta  abschätzen;  leka  leck  sein,   r-eka 

treiben;  /í^ó«  lesen;  trega  betrüben,  i'^^a  aufheben,  wiegen,  w^ägen. 

Anm.  1.  Von  trega  sind  prät.  sg.  und  pl,  von  freta  prät.  pl.  und 
part.  prät.,  von  leka  prät.  pl.,  von  feta  part.  prät.  nicht  belegt.  Die  neben- 
formen  frata,  fata  (gebildet  wie  valla,  songua  u.  a.,  s.  §  420  anm.,  §  42.i 
anm.  5)  gehen  schwach  nach  §  436;  so  bisweilen  auch  freta  und  gewöhnlich 
trega,  das  Jedoch  ein  prät.  treg'da  in  der  bedeutung  'betrauerte'  aufzu- 
weisen hat. 

Anra.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  prät.  sg.  gdf,  mdt  (s.  §425 
anm.  6,  §  423  anm.  4  und  Wadstein,  Arkiv  VIII,  89),  prät.  pl.  anorw. 
mótom  (s.  §  73,  2,  c);  dagegen  können  dröpom,  gótoin  —  so  wie  die  ebenfalls 
sehr  seltenen  l)örom,  sköroni  zu  bera,  skera  (§  423)  und  fragom,  pögom  zu 
fregna,  piggia  {^  425)  —  entweder  als  nur  ungenaue  Schreibungen  statt 
drópom  u.  s.  w.  aufzufassen  sein,  oder  ist  d  nach  §  146  anm.  (und  §  145 
anm.)  zu  erklären  (vgl.  kømr  passabel)  oder  endlich  sind  die  formen  neu- 
bildungen  nach  nömom  (§  423),  kó<3om  (§  425)  u.  dgl. 


§  425.     Klasse  5  der  ablautenden  verba. 


223 


425.     Besondere  abweiclmiigen  zeigen 


eta,  Uta  essen 
fregna  fragen 

kuetia  sagen 

rek{k)ua  §  72,  3, 
§220,2  dunkeln 

sid  (séa§  106,  b,  2, 
§  234)  seilen 

vega  (anorw.  auch 
vigä)  tüten 

vesa,  Vera  sein 


dt,  s.  anm.  1  ótoiu  (dtoin)  etenn 

frd  §  233, 1  frógom  (frdgom)  fregenn 

I  ImœÖ  \  kuób'oni  (kudtiom)  /^^g^^^,.^, 

i  kuat  §  1 83  anm.  1 0  \  kór)om  §71,6 


sd  §  1U9 

vd,  s.  anm.  4 


ras,  var 


j  sam  §  104 
\  sóm  §  73,  2,  c 

vógoni  [mgom) 

l  vóroni  (fdrom) 

\  seit.  {r)örom  §71,6      seit,  veset 


ntr.  rß^k(k)iiet 

senn  §  103 

vegcnn  (anorw. 
auch  viginn) 

ntr.  veret. 


und  mit  dem  präsensvokal  /  nach  §  139,  1 


bidia  bitten 

bad' 

hótfoin  {bdtüom) 

bedenn 

sitia  sitzen 

sat 

sótom  (sátom) 

setenn 

liggia  §  220,  1   liegen 

Id  §  233, 1 

lógom  (Idgom) 

legenn 

piggia  empfangen 

/Hi 

þógoni  (pdgom) 

pegenn 

Anm.  1.  Neben  eta  tritt  éta  (iéta  §  100),  wo  die  vokallänge  wol  aus 
dem  prät.  (vgl.  got.  fr-et.  lat.  l'di,  gr.  eó-T]ða)  herübergenommen  ist,  schon 
seit  dem  anfange  des  13.  jahrh.  auf,  s.  B.  M.  Olsen,  Germania  XXVII,  262  f. 

Anm.  2.  In  fregna  ist  n  ein  spezifisches  präsenssuffix,  das  den 
übrigen  Stammformen  fremd  ist;  vgl.  §  423  anm.  2  sowie  lat.  ccrno,  sino, 
Uno  u.  dgl.  Statt  präs.  fregn  kommt  sehr  selten  freng  (vgl.  §  184,  2)  oder 
freg  (zu  dem  prät.  frd,  frógoiii  neugebildet  nach  veg  :  vd,  vógom)  vor.  Das 
wort  geht  auch   schwach  nach  §  -142,   später  und  selten  auch  nach  §  436. 

Anm.  3.  Von  kueda  kommt  einigemal  (in  alten  handschr.)  auch  prät. 
sg.  kiuid  (in  Verbindungen  wie  kiiati  'öat  'sprach  so'  entstanden,  vgl. 
§  183,  1,  a)  vor;  wenn  das  folgende  wort  mit  p  (oder  ð)  anlautet,  sogar 
kua.     Vgl.  Iloffory,  Arkiv  II,  33  ff. 

Anm.  4.  Vega  (viga,  vgl.  §  140)  gehört  urspr.  der  1.  ablautsklasse 
(vgl.  got.  weihan,  ahd.  icigan).  Demnach  ist  prät.  vd  aus  'hvaih  (s.  §  57, 1, 
§  2."i!,  3)  entstanden  und  pl.  vógoui  neubildung  statt  '''vigout. 

Anm.  5.  Ueber  den  Wechsel  von  s  und  r  in  vesa,  vera  s.  §  251,  4. 
Im  inf.  und  prät.  sg.  sind  die  formen  vera,  var,  wo  r  auf  Übertragung  aus 
den  übrigen  formen  beruht  (wie  umgekehrt  s  im  part.  veset),  jünger  als 
vesa,  vas.  kommen  aber  schon  in  den  ältesten  hdschr.  vor  (z.  b.  Cod.  Reg. 
1812).  Die  formen  mit  s  kommen  später  ganz  ausser  gebrauch.  —  Sehr 
seltene  nebenformen  des  inf.  sind  r((sa  (St.  Hom.)  und  (wie  im  aschw.) 
vara  (Geisli);  vgl.  §  420  anm  ,  §  424  anm.  1,  u.  a.  —  Ueber  die  sehr  eigen- 
tümliche flexion  des  präs.  s.  §  450,  3  und  §  464. 

Anm.  6.  Sonstige  sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  sita  nach  präs. 
sif ;   prät.  sg.  bd'i),   sdt,  vdr  (mehrmals)   zu   \)\.  hó'<)oni  u.  s.  w.    neugebildet 


224 


§  42G—  428.    Klíisse  (5  der  ablautenden  verba. 


(nach   (it:  ótom;  vgl.  §  42:^  anm.  4)   und  sehr  spät  pa()i  statt   /m   (vgl. 
floda  St.  /fo  §  415  anm.  2).     Ueber  pl.  frógom,  þógom  s.  §  424  anm.  2. 

Anm.  7.  Vereinzelt  stehen  prät.  sg.  huak  wankte  (vgl.  das  schwache 
huika  wanken  nach  §  436)  und  part.  prät.  iaenn  zu  iä  (ahd.  jelmn,  s.  Lidén, 
Arkiv  III,  240  f.)  versprechen,  das  sonst  schwach  nach  §  447  geht. 


Klasse  VI. 
§  426.     Verben  der  sechsten  ablantsreilie  (§  147),  z.  1). 
fara  Ailiren  for  fórom  farenn\ 
Í  u^^ft-  1'^^        taka  nehmen  lok  lokom  lekenn  (anorw.  tœkinn)  §  67. 

^-J^'^^'    j  §  427.     Wie  fara  gehen:   ala  ernähren,   (jala  sini>'en,    kala 

^  trieren,  mala  mahlen;  grafa  graben,  skafa  schaben;  {h)laoa 
(auf)laden,  va(^a  (prät.  ó<),  óbom,  später  vó^,  vóbum,  s.  §  228  mit 
anm.  1)  waten;  und  mit  besonderen  abweichungen: 


hefia  (hceßa)  heben  höf 

kefia  [kœfia]  niederdrücken  köf 
ske'pia  (skœpia)  schaffen      skóp 
sueria  (snœriá)  schwören 


deyia  {doyia;  '■'dawjan) 

sterben 
geyia  {goyia)  bellen 
stdnda  stehen 


s{a)ür  §  244 
mit  anm.  2 

da  {*dDiü 
§244) 

sföti 


hófom 
köfom 
skójwm 
s(u)óroni 


hafenn 
kafenn 

suarenn,sorevn 

§  149,4 
daenn    (vgl.    § 

244  aum.  2) 

sta'd'enn 


vaxa  wachsen 


ox 


vaxenn 


dorn  Q'doivam 
§  103) 

góm 

stótfom 
j  ()Xom 
\  iixom{-um)^  149 

Anm.  1.  Auch  schwach  nach  §  439  gehen  kefia  (besonders  in  alter 
zeit),  skepia  (im  part.  prät.  immer);  nur  im  prät.  suma^  nur  im  part.  prät. 
(aber  dort  fast  immer)  hefia.  Das  mit  skepia  gleichbedeutende  skapa  geht 
schwach  nach  i^  436. 

Anm.  2.  In  standa  ist  n  ein  spezifisches  präsensinfix,  das  von  alters 
her  den  übrigen  Stammformen  nicht  zukommt;  vgl.  lat.  timdo ,  tango, 
cumbo  u.  dgl. 

Anm.  3.  Sehr  seltene  nebenformen  sind :  prät.  (schwach)  isl.  reæta, 
einen  inf.  '■■rexa  (got.  wahsjan,  aschw.  rœxa)  voraussetzend;  prät.  pl.  isl. 
grófom  (wie  von  einem  ^grefa  nach  §  424,  aschw.  grœva,  asl.  grehq)  und 
anorw.  hdfom,  vgl.  §  147  anm.;  part.  prät.  ntr.  anorw.  d(it{t)  wie  von  einem 
m.  *ddnn  (den  synkopierten  kasus,  pl.  däner  u.  dgl.,  nachgebildet). 

Anm.  4.     Nur  im  prät.  sg.  belegt  ist  isl.  Itnaf  'schnitt  ab'. 

§  428.  Wie  taka  gehen  die  verba,  bei  denen  nach  dem 
wnrzelvokale  im  ])art.  prät.  ein  palatal  folgt.  Ganz  gehen  so 
aka  fahren,  skaka  schütteln  und  mit  besonderen  abweichungen: 


§  429.  430.    Klasse  1  ii.  2  der  rednplicierenden  verba. 


225 


dreycnn  (au  or  w.  dræ- 
gwn  und  dregenn) 
fiegenn  {fiæginn) 

Megenn  (Idægmn) 
slegenn  (slægmn) 
þuegenn  {þuœginn) 


{K)lógom      hlegeiiii  {lœginn) 


draga  (anorw.  auch  drega  dro  §  233,  1         dröyom 

§  149,  4)  ziehen 
flá  {''flahan  §  234,  §  103)  fio  flógom 

schinden 
Met  reiben  klö  Uógom 

sid  schlagen  sló  slógom 

fmá  waschen  />(ií)d  §  244  mit     þ{u)ógom 

anm.  2 
{li)lcíiia  {Vilakjan  §110)    {h)ló 

lachen 

Anm.  1.  Ueber  den  Wechsel  zwischen  (einstigem)  h  und  g  in  ßd, 
sld.  Jnid,  hlœia  s.  §251,3.  Kid  flektierte  urspr.  wie  deyia  (§427),  aber 
statt  Vdeyia  (dän.  klø)  wurde  kld  neugebildet  zu  dem  präs.  klcer  {*klaicÍR\ 
vgl.  umgekehrt  präs.  deyr  st.  ^dcér  nach  deyia  und  nom.  mey  st.  mcOr 
nach  gen.  meyiar  §  318  anm.  1)  nach  dem  muster  sld  :  slœr;  zu  prät. 
klö  wurde  pl.  klögom  st.  ^klúm  (vgl.  aschw.  später  döghom  st.  döni)  gebildet 
nach  slö  :  slógom,  und  ebenso  part,  klegenn  st.  Vdderm  nach  slegenn. 

Anm.  2.  Auch  schwach  nach  §  436  geht  aka  (selten).  Sld  geht  im 
prät.  auch  nach  §  433:  slera,  slera,  pl.  slerom,  slerom, 

Anm.  3.  Von  dem  schwachen  (nach  §  436)  gnaga  sind  zwei  starke 
formen  je  einmal  belegt:  3.  sg.  präs.  ind.  isl.  gncgr  und  part.  prät.  ntr. 
anorw.  gnaget  (vgl.  §  67  und  aschw.  gnagliin).  Vereinzelte  part.  prät.  sind: 
fegenn  (fœginn ;  ags.  ^efœgen,  vgl.  got.  faheds  und  faginün)  froh,  vakcnn 
wach  zu  vaka  (schwach  nach  §  446, 1;  vgl.  got.  wakan)  wachen  und  der 
Personenname  Þrdcnn  zu  preyia  (schwach  nach  §  440,  5)  oder  prd  (nach 
§  438;  vgl.  deyia  :  kld,  s.  anm.  1  oben)  sich  sehnen. 

b)    Eedupliciereiide  verba. 

§420.  Klasse  I.  Verba  der  ersten  ablautsreihe.  Hierher 
gehören  mir: 

heita  (hceita)  heissen      hét,  selten 

heit  {hæit) 
leika  spielen  lék 

sueipa  fegen,  wickeln     sucip 

Anm.  Ueber  das  verhältniss  der  doppelten  präteritalformen  s.  §  142 
anm.  und  Noreen  im  Grundriss  I,  511.  Sehr  seltene  nebenformen  sind 
prät.  sg.  hett  (Eluc.)  §  221,  1,  hit  (Hauksbók).  Sueipa  geht  gewöhnlich 
schwach  nach  §  436  oder  §  442.    Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  eikenn  rasend. 

§430,   Klasse  II.   Verba  der  zweiten  ablautsreihe.    Ilier- 


hétom,  selten  heitenn  (haHtinv) 

heitom  (hceitam) 
lékom  leikenn 

—  sueipenn 


her  gehören : 

auka  vermehren 

iók 

iókoui,  iukom  {-nm) 

aukenn  {-inn) 

ausa  schöpfen 

iós 

iósom,  insom 

ausen  n 

{h)lanpa  laufen 

{h)lióp 

{h)li()j)om,  {h)hq)0)}i 
(anorw.  auch  Híqjnni) 

(h)lai(peini 

Noreeii,  AUisl.  gríiiiiin,     "2.  auíl. 


15 


226 


§  431.    Klasse  3  der  reduplicierenden  verba. 


bua  (anorw.  seit,  boa  bia  (anorw.  auch  biuygom,  bioggom,      búemn 

§  143  anm.)  wohnen  biiiggi,  biogge)  bioggom 

hggg{u)a  §  246,  2  ]úó  (anorw.auch  hioggom,   hiuggom,      hogg(u)enn 

hauen  hiogge)  Inoggom 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind:  prat.  sg.  hiú,  anorw.  Up  §  149,1 
und  biuggia  (!  inBarlaam);  prat.  pl.  bioggio  oder  buggio,  hioggio,  hiuggio 
oder  hioggio  und  anorw.  laupum.  Zur  erklärung  der  formen  s.  Ljungstedt, 
Anmärkningar  tili  det  starka  preteritum  (Upsala  universitets  årsskrift  1S87), 
s.  126íf.  und  Noreen  im  Grundriss  I,  511  f.  —  Ueber  adv.  biid  (bilt)  'viel- 
leicht' neben  part.  prät.  ntr.  buet  s.  §  192  anm.  3  (mit  nachtrag). 

Anm.  2.  Auch  schwach  flektieren  auJm  (bes.  im  anorw.)  nach  §  436 
und  im  anorw.  búa  nach  §  446,  2  (jedoch  nicht  im  präs.). 

Anm.  3.  Von  bauta  schlagen  sind  nur  präs.  ind.  pl.  und  (als 
zweites  glied  in  Zusammensetzungen)  part.  prät.  (dichterisch)  belegt;  später 
auch  ein  schwaches  prät.  bautatia  nach  §  436.  Ein  isoliertes  part.  prät. 
ist  and'enn  'vom  Schicksal  bestimmt'. 

§  431,  Klasse  III.  Verba  der  dritten  ablaiitsreihe.  Hier- 
her gehören: 

blanda  mischen  blett (^'blind) ^201, 2,  ^S2  blendom  blanäenn 

falda  den  köpf  be-  feit  §  18U  feldom  faldenn 

decken 

feil  §  221,1  fellom 

helt  heldom 

hekk  C'hing)  §  207, 3,  §82  hengom 

gekk  {'' ging)  j  gingora, 


falla  fallen 
halda  halten 
hanga  hängen 
ganga  gehen 


fallenn 
haldemi 
hangenn 

gingenn,  gengenn 
\  si^iitei  gen  gom 
fd(^fanhan%2h\^^,  fekk  {"'fing)  f  fingom,  j  fangenn,fingenn 

§  103)  bekommen  \  sip'át.  f  engem  \  fengenn 

Anm,  1.  Von  fd  heisst  die  3.  sg.  präs.  konj.  ein  paar  mal  fange  (st. 
fde),  einen  inf.  -fanga  (aschw.  fanga  neben  fä)  voraussetzend,  welcher 
sich  zu  fd  verhält  wie  hanga  zu  got.  hähan.  Die  in  Cod.  Tunsb.  belegte 
3.  sg.  präs.  konj.  hœnge  ist  mit  dera  aschw.  inf.  hœngia  zu  vergleichen. 
Zu  ganga  kommt  mehrmals  eine  3.  sg.  präs.  ind.  isl.  gingr  (st.  gengr)  vor, 
wievon  einem  inf.  ''Ujinga  (vgl.  lit.  iengiu  und  anm.  5  unten).  Sehr  seltene 
nebenformen  sind  ferner:  prät.  sg.  feil  (st.  feit)  §  251,  2,  hell  (s.  Noreen, 
Arkiv  III,  31  note),  lieilt  oder  helt;  prät.  pl.  anorw.  hiœldo  (agutn. /iie/ííu). 

Anm.  2.  Hanga  geht  im  präs.  ind.  immer,  im  prät.  sg.  und  pl.  oft 
schwach  nach  §  446.     Falda  geht  selten  schwach  nach  §  436. 

Anm.  3.  Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  aldenn  alt  (vgl.  got.  us-alfKin 
altern). 

Anm.  4.  Ueber  die  (späte  und  seltene)  nebenform  gd  zu  ganga, 
welche  ursprünglich  zwei  ganz  verschiedene  verba  sind,  s.  Lorenzen,  Tidskr. 
f.  Fil.  N.  R.  IV,  223  ff.;  Mahlow,  Die  langen  vokale,  s.  136  ff.;  v.  Fierlinger, 
K.  Z.  XXVII,  432  ff 


§  432.  433.    Klasse  4  ii.  5  der  reduplicierenden  verba.  227 

Anm.  5.  Prat.  pl.  fengom,  gengom,  hengom,  blendoni  sind  dem  sg. 
nachgebildet.  Part.  prat.  fingenn,  gingenn  setzen  inf.  "^finget,  ^ginget  (vgl. 
präs.  gingr  anm.  1  oben)  voraus.  Ueber  fangenn  neben  fengenn  [fœnginn) 
s.  §  67. 

§  432.  Klasse  IV.  Verba,  die  im  inf.  und  part.  prät.  der 
siebenten  ablaiitsreihe  (§  148)  gehören,  im  prät.  dagegen  der 
ersten  (vgl.  §  149,  2).  Hierher  gehören  folgende  verba,  die  in 
zwei  gruppen  zerfallen,  Je  nachdem  der  inf.  á  oder  ó  als  wurzel- 
vokal zeigt: 

L      bläsa  blasen  hlés  blésom  blcísenn 

grata  weinen  gret,  selten  greit  grétom  grdtenn 

hudta  durchbohren  —  —  huátenn 

lata  lassen  lét,  leit  Utom,  selten  Utom  Idtenn 

rada  raten  réd,  selten  reið  rédoni  rdtienn 

Anm.  1,  Neben  lata  kommt  nicht  selten  lata  vor  (s.  Gislason,  Njála 
II,  920),  ursprünglich  wol  nur,  wenn  das  wort  proklitisch  stand  (s.  §  121,  1). 
Ausserdem  kommt  anorw.  bisweilen  leta  vor,  wol  nach  dem  präs,  anorw. 
letr  (aus  lœtr  verkürzt  in  proklitischer  Stellung?  s.  §  121,  7)  gebildet. 
Auffallend  sind  die  seltenen  anorw.  (z.  b.  in  No.  Ilom.  und  Spec.  reg.) 
formen:  2  pl.  imperat.  litit),  litit.  Eine  seltene  nebenform  im  prät.  sg.  ist 
(Ilauksbók)  Ut  (agutn.  Ut,  vgl.  hit  §  429  anm.).  Mit  prät.  sg.  leit  ist  ahd. 
fur-leiz  und  aschw.  let,  mit  prät.  pl.  litum  (agutn.  Utuw)  aschw.  gritimi 
zu  vergleichen. 

Anm.  2.  Zu  dem  im  prät.  nicht  belegten  hudta  (s.  Þorkelsson, 
Supplement  II,  217  f.;  F.  Jónsson,  Egils  saga,  s.  380  f.)  kommt  später  ein 
schwaches  part.  prät.  ntr.  hudtat  vor. 

Anm.  3.  Ein  isoliertes  part.  prät.  '^brdb'emi  (vgl.  aschw.  brUjm  mit 
part.  bräpin  und  ahd.  brätan)  wird  von  dem  schwachen  brdtina  'ge- 
schmolzen werden'  voraussetzt. 

II.     blota  opfern  biet  blétom  blötenn 

söa  feierlich  töten     —  —  sóe7in 

Anm.  4.  Auch  schwach  nach  §  436  gehen  sowol  blota  (im  präs.  ind. 
und  prät.  gewöhnlich)  wie  später  söa  (statt  *sófa  nach  dem  nicht  belegten 
präs.  '''sør  aus  *söicÍr',  die  nebenform  sofa,  aus  '''söfa  und  '^sór  kontami- 
niert, geht  immer  schwach  nach  §  442). 

Anm.  5.  Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  fiökenn  'verworren',  'verwickelt' 
(gleich  ahd.  far-fluohhan'^). 

§  433.  Klasse  V.  Verba,  bei  denen  die  alte  reduplikations- 
silbe  noch  bewahrt  ist  (s.  Noreen  im  Grundriss  I,  512).  llicrlicr 
gehören : 

röa  rudern         rera,  rsra  §  71,3  rerom,  rø  rom  róemi 

sd  säen  sera  §251,4,  sera  serom,  so  rom  sden)i 

smia  wenden      stiera  {'''svezo),  s)u>rn       suerom,  snorom       snuen ii 

15* 


228  §  434.  435.    Schwache  verba. 

Nach  róa  geht  groa  keimen,  nach  snúa  geht  gnúa  schaben. 

Von  slå  (s.  §  428)   schlagen   kommen   alternativ   die  nach  sä 

gebildeten  formen  prät.  sg.  slera,  sl-eira,  pl.  slerom,  sUrom  vor. 

Anm.  1.  Sd  kann  auch  schwach  nach  §  438  gehen.  Von  sm\a  ist 
ein  schwaches  part.  prät.  smWr  einmal  belegt. 

Anm.  2.  Hierher  gehört  auch  die  einmal  (aus  Cod.  AM.  (577,  4")  be- 
legte 3.  sg.  prät.  bnere  zu  einem  *bnúa  (got.  hnauan). 

Anm.  3.    Das  prät.  sg.  dieser  verba  flektiert  schwach  (§  460). 

Anm.  4.  Ganz  anderer  art  sind  die  §  415  mit  anm.  1  erwähnten  prät. 
fr  ora,  frera  und  kora,  kera. 

II.    Schwache  verba. 

§  4P)4.     Diese   bilden    regelmässig  ilir   ])rät.    (und   part. 

prät.)  durch  zusatz  eines  (\  selten  /  (§  445, 1;  §  449,  2;  §  4e50,  8; 

§  452),  d  (§  440,  3;  §  451,2  —  selia  —  und  3;  §  453),  þ  (§  450, 1 

und  2;  §  453)  oder  s  (§  449, 1).    Wenn  durch  synkope  dies  (V  mit 

einem  vorhergehenden  konsonanten  zusammentrifft,  treten   die 

im  §  183  dargelegten  lautgesetze  ein,  wodurch  es  sich  oft  als 

d,  þ,  t  zeigt. 

Anm.  Selten  kommen  formen  ohne  dentale  ableitung  (s.  Noreen  im 
Grundriss  I,  513,  518)  vor,  z.  b.  im  St.  Hom.  prät.  ind.  3.  sg.  horf{ti)c,  haf\ti)e, 
Hkelf{ti)e,  misger{ð)e,  2.  pl.  spy{'d)o'd ,  part.  prät.  vaf{ti)r,  súf{d)r,  lay{tí)r, 
^ay{p)r,  samteng{Ti)r :  im  No.  Hom.  prät.  ind.  3.  sg.  horf{()')e,  part.  prät. 
samt(tng{ti)r,  lay{'d)r.  Gewöhnlich  sind  part.  prät.  yorr,  sparr  neben  den 
seltenen  í/örðV  'gemacht',  s^;aí-(a)ðV 'gespart'.    Vgl.  das  aschw.  und  adän. 

§  435.  Dagegen  ist  die  bildung  des  prä sens  stammes 
sehr  verschieden.  Je  nach  dem  ausgange  der  1.  sg.  präs.  ind., 
wo  der  präsensstamm  am  deutlichsten  hervortritt,  kann  man 
vier  schwache  konjugationen  unterscheiden: 

1.  Präs.  sg.  auf  -a,  prät.  sg.  -a()a,  part.  prät.  -atir,  z.  b. 
kalla,  kallaha,  kallahr  zu  kalla  rufen. 

2.  Präs.  sg.  auf  konsonantisches  *-/  (da  snach  §  235  fort- 
fallen muss),  prät.  sg.  -ða  (ohne  /-umlaut  der  Wurzelsilbe,  s. 
§  66,  2),  part.  prät.  -(/)ð>  (ohne  i-umlaut,  s.  §  67,  b),  z.  b.  vel  (væt), 
valha,  val{é)br  zu  velia  (vælia)  wählen. 

3.  Präs.  sg.  auf  sonantisches  (urspr.)  -i  (mit  i-umlaut 
der  Wurzelsilbe),  prät.  sg.  -ba  (mit  i-umlaut,  s.  §66,1),  part. 
prät.  -()r  (mit  /-umlaut),  z.  b.  síýre{-i),  siijrtia,  síýrbr  zu  síýra 
steuern. 


§436—438.    Schwaclie  konjugation  1.     §439.    Scliw.  konj.  2.      229 

4.  Präs.  sg.  auf  (iirspr.)  -e  (ohne  /-umlaut  der  Wurzelsilbe, 
s.  §  66, 4),  prät.  sg*.  -Öa  (ohne  /-umlaut) ,  part.  prät.  -a()r  oder 
-(5r  (ohne  /-umlaut),  z.  b.  spatie,  spar()a,  sparat  (ntr.)  oder  spai^hr 
zu  óv^úira  sparen. 


a)    Erste  scliwaclie  konjug'ation. 

verba,  z.  b. 

§  436.    Hierher  gehören  die  meisten  isl.-auorw. 

elska  {œlska)  lieben          präs.  elska     prät.  dskada      part.  prät. 

,  elska^ir 

stgdua  aufhalten                       stodua          stptiuada 

stpdua(ir 

heria  (hceria)  verheeren             heria             heriatia 

heriab'r 

spd  prophezeien                       spd               sprída 

spaÖr  §  103 

und  besonders  die  vielen  abgeleiteten  verba  auf  -Jia,  z.  b.    UcjJ^L^^raei-ZLA- 
faA;^«  erwachen  vakna  vaknaTia  vaknadr         íy{.  iud. -^OA-f'/c 

Anm.  Im  prät.  können  fiöa  fluten  und  das  deponens  öask  sich  fürchten   TUS.je^íi/íCi' 
nach  §  446  gehen.     Visa  zeigen  kann  anorw.  im  prät.  und  part.  prät.  nach 
§  439  gehen. 

§  437.     Verba   wie   heria   sind   von   denen,   die  wie  be?ia 

(§  439)  gehen,   wol   zu   unterscheiden.     Die   ersteren  sind,   der 

regel  nach,  denominativa  zu  Ja-,  ja-  (oder  ?-)-stämmen ;  bei  den 

letzteren    dagegen   ist  -i-   ein  verbales  ableitungssufiix.     Nach 

heria  (vgl.  herr  beer  §  324)  gehen  z.  b.  efjgia  (zu  e(j(/  schneide 

§  316)  anreizen,  hyria  (zu  hyrr  günstiger  fahrwind  §  324  anm.  1), 

beginnen,   steßa   (zu  sief  kehrreim  §  304)   hindern,   skynia   (zu 

skyn   einsieht  §  317)   einsehen,   lyßa    (zu   lyf  heilmittel  §  304) 

heilen  u.  a.  (s.  Wimmer,  Forn.  forml.  §  152). 

Anm.    Synia   v^erweigern  kann  später  (wie   im  aschw.)  nach  §  439 
gehen.    Vgl.  übrigens  §  440  anm.  6. 

§  438.     Wie  spá  (aus  spda),   also  mit  kontraktion  (§  103), 
gehen  z.  b.  />/  mahlen,  má  abnutzen,  stfy'i  streuen,  þiá  quälen. 

b)    Zweite  schwache  konjugation.  GíÍ^    L 

§  439.     Hierher   gehört   eine   ziemlich  grosse  anzahl   von 
verben  mit  kurzer  Wurzelsilbe,  z.  b. 

krefia{krœfia)yeT\2iUgen  kref  kraftia  kraf(e)?ír 

heria  schlagen  her     har 'da  ha7'{eyd'r 

telia  erzählen  tel      tal'da,  später  talda  tal{eydr,  taldr 

§183,l,b 

venia  gewöhnen  ven    vaiib'a,  sp.  vanda  van{e)dr,  vandr 

teniia  zähmen  tem    fam'fia,  sp.  tamda  tam{e)tir,  tamdr 


230 


§  440.     Schwache  koujugation  2. 


gleb'ia  erfreuen 
vék{Jí)ia  (§  220, 1) 

wecken 
glepia  narren 
-ßytia  fortschaffen 
hysia  strömen 
leggia  §  49,  §  220, 

legen 
lýia  zerquetschen 
céia  weiden 


glcti  yladda  §  183,  1,  a 

vek  váliþa  §  1 83,  2,  c, 

sp.  vakta 

glep  gla])þa,  sp.  glapta 

fiyt  futta  §  216 

bys  busta  §  183,  2,  a 

legg  lagt) a 


ly 


gladdr  §  357,  2 
vaketir,  vakpr,  vaktr 

glapetir,  glappr,  glaptr 
fiiittr  §  357,  2 

lag{e)dr  (vgl.  jedoch 
§  434  anm.) 

lú{e)t)r 
á{e)b'r 


smurb'r 
vakþr,   vaktr 


liítia 
(é       dda 

Anm.  Ein  ausführliches  Verzeichnis  hierher  gehöriger  verba  findet 
sich  bei  Wimmer,  Forn.  forml.  §  145 — 148. 

§440.  Besondere  abweiclmngen  zeigen  sich  in  vielen  fällen : 

1.  Im  präs.  (auch  inf.)  g-eheii,  wenigstens  alternativ,  nach 
§442: 

fyrna  ebben  (impers.)  fyrucr  (3.  sg.)     furde  (3.  sg.)      — 

melia,  nwlua  §  72  anm.  8       mel,  molue  maWa,  mslda     — 

zermalmen 
smyria,  smyrua  schmieren     sniyr,  smyrue     smnrtía 
vekia  {vœkkia),  vok{k)ua        vek  (vœkki)  vakþa,  vakta 

§  72,  13,   §  220,  1    zum 

íliessen  bringen 

Anm,  1.  So  ging  wol  einmal  auch  gorna  (§  445,  2)  machen,  wozu 
in  alten  runeninschriften  prät.  karþa  (d.  h.  gar'd'a).  Zur  erklärung  s.  Sievers, 
Gott.  gel.  anz.  1883,  s.  55  ff. 

2.  Im  prät.  (auch  pari  prät.)  gehen,  wenigstens  alternativ, 
nach  §  442 : 

selda  §  183  anm.  4 
setta 

fryda,  selten  frúd'a 
gnúd'a,  selten  gnýda,  guida 
{h)lý      {h)lúda,  selten  {h)løda 
§  72,  4,  {h)léd'a 
hiýtía,  knúda,  knítfa 


selia  [sœlia)  verkaufen    sel 
setia  (sœtia)  setzen  set 

fri'/ia  absprechen 
gnýia  tosen 
{li)lýia  schirmen 


frý 
gmj 


seldr 
settr 
frý{e)dr 

{h)lú{e)  í(ntr.) 


knýia  schlagen 

'^sýja  (gotsiujanjnahen 


kný 


seoa 


knij{e)dr,knú- 
(e)d'r,  hiid'r 
sódr  §  72,  4, 
sédr 
Anm.  2.     Knýia  hat  selten  ein  prät.  knýiada,  knía'd'a  nach  §  436. 
Anm.  3.    Ueber  die  ursprünglich  starken  verba  fýia,  spýia,  týia  s. 
§415  mit  anm.  2 — 4. 

3.  Das  prät.  ist  auch  in  der  ältesten  zeit  mittelst  -d 
(nicht  ð)  gebildet  (s.  §  183  anm.  4),  ausser  bei  selia  (s.  oben  2), 
auch  bei 


§  441.     Schwache  küDjiigatiün  2.     §442.  Schwache  konj.  3.      231 

villa  wollen        ril         cilda         vilirrl:  (ntr.), 
dessen  pari  prät.  übrigens  nach  §  486  gebildet  ist. 
Anm.  4.    Ueber  die  flexion  des  präs.  von  vilia  s.  §  459,  7. 

4.  Im  pari  präi  schwankt  nach  §446,1: 

hygyia  meinen      Jt'Vgy      hugtia      hugdr,  hugat  (ntr.) 

5.  Aus  einem  urgerm.  Wechsel  zwischen  antesoriantischem 
-auj-  und  antekonsonantischem  -awi-  (vgl.  gen.  meyiar  zu  mehr 
§  318  anm.  1  und  inf.  deyia  neben  pari  präi  pl.  dåner  §  427 
anm.  3,  vgl.  §  428  anm.  1)  erklärt  sich  der  Vokalwechsel  in : 

heyia  (hoyici)  ausführen  hey  hátSa  hd{e)b'r 

preyiqþ(proyia)  sich  sehnen     prey  prätia  />rad'r 

Anm.  5.     Statt  preyia  und  prcji  kommt  später  prä  (nach  §  438)  vor. 
Anm.  6.    Feria  'mit  der  führe  über  das  wasser  setzen'  kann  später 
ganz  nach  §  436  gehen ;  ebenso,  obwo!  selten,  efia  hetzen. 

§  441.  Die  nicht  synkopierten  formen  auf  -e^ir  im  pari 
präi,  welche  überhaupt  der  älteren  spräche  gehören,  kommen 
nie  bei  verben  vor,  deren  Wurzelsilbe  auf  ð  oder  t  endet  (z.  b. 
fluttr,  nie  '^/lutebr,  zu  ßytia),  s.  §  357,  2;  auch  bei  den  meisten 
von  den  übrigen  ist  schon  vorliterarisch  die  synkopierte  form 
durchgedrungen.  Wo  in  der  ältesten  spräche  -e(5-  stand  (also 
im  sg,  nom.  m.  f.,  gen.  m.  ntr.,  pl.  nom.  acc.  ntr.),  ferner  im 
sg.  gen.  dat.  f.,  acc.  m.  und  pl.  gen.  tritt  nach  1200  -in-  ein 
(nach  der  analogie  der  starken  verba,  gemäss  der  proportion 
ntr.  malit  :  m.  malinn  =  ntr.  valit  :  :r),  z.  b.  sg.  nom.  m.  valinn, 
f.  valin,  gen.  f.  valinnar,  acc.  m.  valinn,  pl.  nom.  acc.  ntr.  valin 
statt  valet5r,  valet),  vaieÖrar,  valtan,  vaiet)  zu  velia  wählen  (aber 
nie  ^ßulinn  u.  s.  w.,  weil  kein  "^fluíeör  u.  s.  w.  vorhanden  ge- 
wesen war). 

c)    Dritte  schwache  konjugation. 
§  442.     Hierher  gehören  eine  sehr  grosse  anzahl  von  ver- 
ben mit  langer  Wurzelsilbe,  z.  b. 

erfa{cerfa)  erben       erfe(œrfi)    erß'a  erför 

fórd'a  fór'd'r 

doytia  §  244,  §  224  doy'Ör 

kenib'da,  spät  kcuibda  kcmbd'r,  keinbdr 

§183,  l,b 

skelfd'a,  sp.  skelfda  tikelfÖr,  skelfdr 

donytia,  sp.  slonyda  donytiv.donydr 

dóin'da,  sp.  dunida  dünidr,  döuidr 

hirda,  hirda,  sp.  hirta  hirdr,hir'd'r,hirtr 

§  183  anm.  2 


fora  führen 

føre 

doyyiia  betauen 

døyyiic 

kemba  kämmen 

kembe 

skelfa  schütteln 

skelfe 

sl  0  nyaa  schlingen 

slonyue 

dünta  urteilen 

dorne 

hirda  bewachen 

hir'Öe 

qA 


232 


§  443.  444.     Schwache  konjiigatioii  3. 


fella  fällen 

feile 

f  elda  §  183,  l,b 

feldr 

sigla  segeln 

sigle 

sigld'a,  siglda 

sigld'r,  sigldr 

kenna  kennen 

kenne 

kenda 

kendr 

nefna  nennen 

nefne 

nefnt^a,  nefnda 

nefnd'r,  nefndr 

þi'/tía  deuten 

piße 

Pl/dda  §  183, 1,  a 

pl'/ddr 

senda  senden 

sende 

senda  §  216 

send}' 

sskkua  senken 

sekkue 

sskpa,  sekta  §  183,  2,  c 

sokpr,  soktr 

Opa  rufen 

ópe 

0p þa,  øpta 

øppr,  óptr 

möta  begegnen 

nióte 

motta  §  216 

ntøttr 

huessa  schärfen 

huesse 

huesta  §  183,  2,  a 

huestr 

lypta  in  die  höhe 

lypte 

lypta  §  223,   §  216 

lyptr 

heben 

0 

Anm.  Weitere  beispiele  sind  in  grosser  menge  verzeichnet  bei 
Wimmer,  Forn.  forml.  §  137—141  und  §  143.  Henta  'passen'  geht  oft,  enda 
'enden'  und  efla  'im  stande  setzen'  selten  nach  §  436. 

§  443.  a)  Verba,  deren  Wurzelsilbe  auf  g,  g  oder  k  endet, 
müssen  nach  §  204  inf.  auf  -la  aufweisen,  z.  b. 

(h)neigia  beugen  {h)neige  {h)neigb'a  {h)neigtir 

syrgia  trauern  ^y^'y^  syrgtia  syrgdr 

telgia  verschneiden  telge  telgda,  spät  telgda  telg'd'r,  telgdr 

sprengia  sprengen  sprenge  spreng'd'a,  sp,  sprengda  sprengt^r,  sprengdr 

drekkia  ertränken  drekke  drekpa,  drekta  drekþr,  drektr 

Anm.  1.  Weitere  beispiele  bei  Wimmer,  Forn.  forml.  §  142.  In  alter 
zeit  fehlt  j  in  leiga  'mieten';  in  steik{i)a  'braten'  ist  es  schwankend.  St. Hom. 
ig)Uka  statt  sonstigen  {gjlikia  'gleichen'  ist  mit  got.  galeikön  zu  vergleichen. 

b)  Auch  einige  verba,  deren  Wurzelsilbe  auf  -(jw  oder  -kw 
endet,  haben  nebenformen  mit  j,  z.  b. : 


hyggna,  hyggia  wohnen 

^vogi^^y 

hygU 

hyg^r 

pro  ngua,  pre  ngia  drängen 

prsng{u)e 

prengd'a,  spät 

prong^r, 

pr&ngda 

prongdr 

pryskna  §  72,  5,  priskla 

pryskue, 

priskpa,  priskta 

priskpr, 

dreschen 

priske 

prisktr 

Anm.  2.  Wie  hyggna  ^  -ia  gehen  noch  {h)ryggua,  -ia  betrüben, 
skyggna,  -ia  überschatten,  styggua.  -ia  erschrecken,  tryggua,  -ia  ruhig 
machen. 

§  444.  Hierliergehörige  verba,  deren  Wurzelsilbe  auf  l 
oder  n  ausgeht,  haben  gewöhnlich  prät.  auf  -da  oder  -^a,  part. 
prät.  auf  -dr  oder  -rV  (z.  b.  fella,  sigla,  kenna,  nefna  §  442). 
Unter  umständen  (s.  §  183,  2,  b)  kommt  aber  bei  solchen  verben 
prät.  auf  -ta,  part.  prät.  auf  -tr  vor,  z.  b. 

Villa  irre  führen  ville  vilta  viltr 

rréna  rauben  rwne  rcénta         rœntr 


^  445.     Schwache  konjugation  3.  233 

So  gellen  noch :  hella  giessen,  spilla  verwüsten,  slilla  be- 
ruliig-en,  heia  (später  regelmässig)  mit  reif  überzogen  werden, 
vcla,  vóla  (vgl.  §  72  anm.  3)  sich  beschäftigen,  våla,  våla  (part.  prat. 
im  Cod.  AM.  645,  410  einmal  vccldr,  aus  ^vóldr  nach  §  87)  be- 
trügen, 7ncela  sprechen  (aber  mæla  messen  geht  regelmässig), 
slccla  stählen,  føla  (auch  regelmässig)  höhnen,  sysla  (prät.  sf/sta, 
part.  prät.  sýstr  §  245, 7)  verrichten,  vixla  (part.  prät.  vixi?-  §  245, 7, 
vixltr)  wechseln,  óxla  (prät.  óxta,  óxlta,  part.  prät.  óxtr  §  245,  7) 
vermehren ;  nenna  wagen,  senna  sich  auseinandersetzen,  zanken, 
spenna  spannen,  ginna  bezaubern,  inna  ausführen,  minna  erinnern, 
minnask.úoXi  küssen,  þynna  dünn  machen,  væpna  bewaffnen. 

Anm.  1.    Sysla,  ríxla.  úxla  gehen  auch  nach  §  436. 

Anm.  2.  Bei  einigen  von  diesen  verben,  z.  b.  vela  betrügen  (vgl. 
oben  und  Bugge,  Arkiv  II,  352  íf.),  þynna,  ist  t  nicht  lautgesetzlich  ent- 
standen, sondern  beruht  auf  analogiebildung. 

§  445.     Besondere  Unregelmässigkeiten  zeigen : 

1.  Einige  verben,  die  das  prät.  schon  urgermanisch  mittelst 

/   (unmittelbar    an    der   Wurzelsilbe    angefügt)    bildeten;    über 

die  dann  eintretenden  konsonantischen  Verhältnisse  vgl.  §  255, 

§  209;   die  Wurzelsilbe   hat   natürlich   im   prät.  keinen  umlaut. 

Diese  sind: 

söMa  suchen  soke  sotta,  sóttr 

i/rkia  machen  i/rke         orta  §  223,   sp.  orkta,     ortr,  orJdr,  yr{k)tr 

selten  yr{k)ta  §  245, 6 
/jc/ti-ici  gewahr  werden  þekke       pdtta  (nur  dicht.),  þckpy,  þektr 

þekþa,  pekta 
þyk{k)ia,  pik(k)ia        þy{k)kc      potta  §  55  póttr 

§  225,  §  126  scheinen    pi{k)ke 

Anm.  ],  S amp ykkia  emwiWigen  geht  regelmässig  nach  §  443,a,  also 
prät.  sampykpa.  -pykta.  —  Zu  skemma  schämen  (vgl.  skomni  schände) 
kommt  im  prät.  neben  skem'd'a  auch  skauid'a,  das  einen  inf.  "^skemia  (vgl. 
ahd.,  as.  skama  schände)  voraussetzen  dürfte,  vor. 

2.  Das  verbum  'machen'  mit  mehreren  hauptformen: 

gs}'{H)a  y^r{u)e        Í  ysrÖa        Í  gorr,  gorr,  yerr  (gœrr) 

ger{u)a  ger(u)e  gertSa         '  §"2,7,  §  79,  c,  §  353  anm.  1, 

gior{u)a  gior{ii)e  giord'a       j  giprr;  vgl.  §  434  anm. 

Anm.  2.  Die  formen  mit  iv  kommen  nur  dichterisch  vor.  Sehr 
seltene  anorw.  nebenformen  sind  prät.  yiorda,  part.  prät.  gpri)r  (zu  ntr. 
gort  gebildet  nach  stf/rdr  :  styrt  u.  dgl.)  vgl.  noch  §  434  anm.,  §  440  anm.  1 . 

Anm.  3.  Ueber  die  verschiedenen  formen  s.  Gering,  Finnboga  Saga , 
s.  VI  ff.;  Sievers,  Gott.  gel.  anz.    1883,  s.  55  f.;  (Noreen  und)  Brate,  Bezz. 


234 


Schwache  konjugation  4. 


Beitr.  XIII,  44  if.;  Söderberg,  Filol.  sällskapets  i  Lund  forh  audiin  gar  18SI— 
IS88,  s.  73ff.;  Wadstein,  s.  54.  Ueber  die  schwankende  flexion  des  präs. 
s.  §  459,  5. 


1. 

duga  taugen 

duge{- 

i) 

iina  zufrieden 

sein 

unc 

skolla  schlenkern 

skolle 

lotia  anhaften 

lobe 

vaka  wachen 

vake 

hrosa  lächeln 

brose 

gd  achten 

gde 

d)    Vierte  schwache  konjugation. 

§  446.  Hierher  gehört  eine  ziemlich  geringe  anzahl  von 
verben.  Das  part.  prilt.  kann  entweder  auf  -aðr  oder  (seltener) 
auf  -ðr  gebildet  sein;  in  folge  der  bedeutung  der  meisten  hierher 
gehörigen  Wörter  kommt  aber  diese  form  fast  nur  im  neutrum 
vor.     Beispiele : 

dugb'a  dugat 

imtia,  später  imda  §  1 88, 1 ,  b     unat 
skokla  §  183,  l,b  skollat 

lodda  §  183, 1,  a  lotíat 

vakþa,  sp.  vakta  §  183, 2,  c     vakat 
hrosta  §  183,  2,  a  brosat 

gdba  gdbr ^lOS 

Anm.  1.  Wie  duga  gehen:  holfa  oder  hualfa  gewölbt  sein  (part. 
prat.  nur  als  /io i/hi  belegt;  vgl.  jedoch  §  422  anm.  6),  Ufa  (part.  prat.  auch 
lifdr,  Ufinn,  vgl.  §  441,  in  der  bedeutung  'lebendig')  leben,  lafa  schlenkern, 
vara  ahnen  (impers.;  ?"aríí  warnen  geht  nach  §436),  síara  starren  und  die 
im  part.  prät.  nicht  belegten  ugga  fürchten,  grúfa  sich  niederbeugen,  mara 
mit  dem  Vorderteile  (des  schiffes)  tief  im  wasser  liegen,  stilra  betrübt  sein. 
Ueber  spara,  pora  s.  unten  2. 

Anm.  2.  Wie  ima  gehen:  gana  (später  bisweilen  auch  nach  §  430) 
fortstürzen,  sama  oder  söúa  geziemen  (part.  prät.  nur  als  samat  belegt); 
von  luma  loslassen  kommt  wol  nur  die  2.  sg.  imperat.  lume  vor.  Ueber 
pola  s.  unten  2. 

Anm.  3.     Wie  skolla  geht  tolla  anhängen. 

Anm.  4.  Wie  vaka  gehen :  ga2)a  gähnen  und  die  im  part.  prät.  nicht 
belegten  drúpa  neigen,  gnapa  sich  beugen,  flaka  gähnen,  liiika  (vgl.  jedoch 
§  415  anm.  4)  hockern;  blaka  flattern  geht  im  prät.  nach  §  436. 

Anm.  5.  Wie  brosa  geht  das  im  part.  prät.  nicht  belegte  prasa 
schnauben. 

Anm.  6.     Gd  kann  im  präs.  auch  nach  §  438  gehen. 

2.    liorfa  umkehren     horfe      JiorfÖa  (vgl.  jedoch    Jiorft 

§  434  anm.) 


skorta  mangeln 

skorte 

skorta  §  216,  §  223 

skort 

spara  sparen 

spare 

sparda 

sparr  §  434  anm., 
spar{á)t,  vgl.  1  oben 

pola  dulden 

pole 

pol'da,  sp.  polda 
§183,  l,b 

pol{a)t 

pora  wagen 

pore 

por^a 

porat,  selten  þort 

§  447.    Schwache  konj.  4.    §  448.    Verba  präterito-präsentia.     235 

Anm.  7.  Wie  skorta  geht  wol  das  im  part.  priit.  nicht  belegte  glotta 
grinsen.  Auch  nach  §  436  geht  (bes.  später)  idt{t)a  zugeben,  bisweilen 
auch  spara. 

§447.    Unregelmässigkeiten  zeigen  sich  bei: 


hœgia  quälen 

hdge 

hdgda 

— 

Jiafa  haben 

liefe,  alt  auch 

liafða 

hafb'r,  alt  u.  sehr  seit. 

lief 

ntr.  hafat 

id  versprechen 

ide,  id  §  438 

idd  a 

iftðr,  seit,  idenn 

Jcaupa  kaufen 

kaupe{-i) 

kegpta  (køypta)  keyptr  (køyftr) 

§  183  anm.  6, 

§191 

lid  {léa  §  IOC),  b,  2) 

lé,  spät  liœ 

leda 

ledr,  sehr  seit.  Unn 

leihen 

nd  bekommen 

nde,  spät  nœ 

ndba 

nddr,  ndet  (ntr.) 

scgia  (sœgia),  alt  u. 

sege  (sœgi),  alt 

sag  da 

sagb'r,  dicht,  sehr  sel- 

seit. se^^i«§  220, 1 

L      u.  sehr  selten 

ten  sagadr 

sagen 

seg 

tid  zeigen 

té,  tide,  tid 

té'b'a,  tidda 

tédr,tidtir,  adj.  tígenn 

trila  glauben 

true  (anorw. 

trúd'a 

trúat,    adj.    trúa'ö'r 

trili  und  trg) 

gläubig 

þegia  (þœgia) 

þege  {þœgi) 

þagda 

þag{a)t 

schweigen 

Anm.  1.  Ueber  die  schwankende  flexion  des  präsens  von  liafa,  segia, 
trila  und  þegia  s.  §  459,  6.    Mistrua  geht  ganz  nach  §  436. 

Anm.  2.  Ueber  die  part.  prät.  der  ursprünglich  starken  verba  tid,  lid 
s.  §410  anm.,  id  s.  §  425  anm.  7.  Zu  tid  ist  eine  infinitivform  tega  (s. 
§  251,  3)  selten  belegt. 

Anm.  3.  Kligia  ekel  empfinden  ist  nur  im  (inf.  und)  präs.  klige 
belegt. 

Anm.  4.  Sonstige  sehr  seltene  nebenformen  sind :  zu  hafa  prät.  isl. 
höf  (vgl.  §  426),  liafe  (s.  §  434  anm.),  anorw.  hofba,  hefb'a  (s.  Wadstein, 
s.  68  note);  zu  segia  prät.  saga  und  part.  prät.  sagr  (§  434  anm.). 


III.    Verba,  die  zum  teil  stark,  zum  teil  schwach  gehen. 

a)  Verba  präterito-präsentia. 
§  448.  Diese  sind  ursprüngliche  starke  verba,  deren  prä- 
sens verloren  gegangen  ist;  das  alte  starke  präteritum  hat 
präsensbedeutung  angenommen  (vgl.  lat.  memini,  gr.  o/d«),  und 
ein  neues  schwaches  präteritum  mit  präteritaler  bedeutung  ist 
geschaffen  worden.  Die  hierher  gehörigen  verba  sind  im  ganzen 
10,   deren   präsens   den  1.,  3.,  4.   und  5.  ablautenden   klassen 


236  §  i-19  — 451.    Verba  präterito-präsentia. 

angehört;  prät.  und  pari  prät.  sind  am  ehesten  als  nach  der 
4.  schwachen  konjiigation  gebiklet  zu  betrachten.  Der  alte  in- 
finitiv ist  durch  einen  neuen,  der  sich  dem  präs.  pl.  anschliesst, 
ersetzt  worden. 

Anm.  Wegen  der  imregelmässigen  flexion  des  präs.  ind.  (s.  §  459,8 
und  7)  werden  vesa  {cera)  'sein'  und  rilia  'wollen'  oft  —  aber  mit  un- 
recht —  zu  den  verb.  prät.-präs.  gerechnet. 

§449.    Erste  ablautsklasse : 

1.  vita  wissen,  präs.  veii  (vceil),  pl.  vito?}i  {-um)^  prät.  vissa, 
part.  prät.  vitabr. 

Anm.  1.  Ueber  die  form  vetka  aus  veü-ek-a  ich  weiss  nicht  s.  §  115. 
Ueber  prät.  vissd  s.  §  254;  nicht  ganz  selten  ist  die  isl.  nebenform  visu 
(z.  b.  oft  in  Cod.  AM.  645  4")  mit  unerklärter  Vereinfachung  des  -ss-. 

Anm.  2.  Auch  die  adj.  riss  sicher  und  viss  weise  (s.  §  254)  sind  ur- 
sprünglich part.  prät.  zu  vita. 

2.  eiga  (æi{/a)  besitzen;  á  {*aih  §  57, 1);  eigom  (æigum);  átta 
{^aihta  §209);   áitr. 

Anm.  3.     Ueber  den  Wechsel  von  U  und  (j  s.  §  251,  3,  §  255. 
Anm.  4.    Das  adj.  eigenn  [æiginn)  eigen   ist   ursprünglich   ein  altes 
starkes  part.  prät.  zu  eiga. 

Anm.  5.     Beachte  den  unregelmässigen  ablaut  im  präs.  pl. ! 

§450.     Dritte  ablautsklasse: 

1.  wma  lieben;  ann;  unnom  {-um);  unna  {^unþa  §  215); 
unn(a)t  ntr. 

2.  ku7ina  können;  kann;  kunnom  {-imi);  kunna  (^kunþa  §215); 

kunnat  ntr. 

Anm.  1.  Auch  das  adj.  AMðV,  kunnr  §  201  bekannt,  kund  ist  ur- 
sprünglich ein  hierher  gehöriges  part.  prät.  —  Sehr  selten  kommt  prät. 
kg7ina  (aus  dem  konj.  entlehnt,  vgl.  anm.  2,  §  451  anm.  4)  stsitt  kunna  vor. 

3.  þur/'a  bedürfen;  þarf'-,  purfom  {-um);  pur  f  ta  §  183  anm.  6; 
purft  ntr. 

Anm.  2.  Seltene  an  or  w.  nebenformen  sind  mi.  porfa  (aschw,  porva), 
präs.  pærf,  part.  prät.  purfat,  Sehr  selten  ist  pr'át  þyrfta  (aus  dem  konj., 
vgl.  anm.  1,  §  451  anm.  4). 

§451.     Vierte  ablautsklasse: 

1.  mima  sich  erinnern;  man;  ?nuno?n  {-um);  muntra,  später 
inunda  §  183,  1,  b ;  munal  ntr. 

2.  mono,  sp.  munu  §  125,1,  werden;  mon,  sp.  mun  (anorw. 
oft  man);  monom,  sp.  munum;  munda  §  183  anm.  4,  monda,  mynda, 
minda  §  126,  mmida,  menda  §  86;  part.  prät.  fehlt. 


§  452.    Verba  präterito-präs.    §  453.    Valda.     §  454.    Paradigmen.     237 

Anm.  1.  Verhältnismässig  seltene  an  or  w.  nebenformen  sind  inf. 
manu,  präs.  mpn,  pl.  manum  oder  moniun  (s.  Wadstein  s.  49  und  76). 

3.  skolo,  sp.  skulu  §  125,  1,  sollen;  skal;  skol  om,  sp.  skulum\ 
skylda  §  183  anm.  4,   skllda  §  126,   selten   skulda;   adj.  skyl  dr 

schuldig. 

Anm.  2.  Ziemlich  selten  ist  präs.  pl.  skplom  (St.  Hora.  mehrmals; 
skaliüu  No.  Hom.  mehrmals).  Sehr  selten  ist  präs.  sg.  anorw.  (Strengl.)  ska 
(vgl.  das  aschw.),  s.  §  237  anm. 

Anm.  3.  Ueber  die  inf.  skolo,  mono  s.  §  455.  Beachte  den  von  der 
4.  ablautsklasse  abweichenden  ablaiit  im  präs.  pl.  dieser  verba  so  wie  die 
unregelmässige  bildung  des  präs.  sg.  von  mono. 

Anm.  4.  Prat.  myndd,  minda,  monda,  m,end/i  und  nh/lda,  skllda  sind 
eigentlich  die  formen  des  konjunktivs  (§  462),  die  im  ind.  gebraucht 
werden ;  vgl.  §  450  anm.  1  und  2. 

§452.     Fünfte  ablautsklasse: 

1.  tnef/a  können;  mä  §  2))3,  1,  §  109;  megom;  malta  {^mahia 
§255,  §209);  malt  ntr. 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind  inf.  anorw.  muya  (aschw.  mnyhd) 
oder  maya  (got.  mayav,  aschw.  mayha),  isl.  møya  (nach  dem  pl.  '''moyom 
§  71,  3  gebildet),  part.  prät.  yneyat. 

2.  knotlo  (/f?2^///o) können;  kncr,  kyiegom;  knatta;  part. prät. fehlt. 
Anm.  2.     Ueber  den  inf.  hinfto  s.  §  456.     Zu  knä  (ags.  cnáivé)  sind 

wol   die   übrigen  formen  nach   der  analogie  von  md  :  meyom  u.  s.  w.  gc- 
l)ildet.  —  Selten  ist  prät.  kndtia. 

Anm.  3.  Auffallend  ist  der  unregelmässige  ablaut  im  prät.  pl.  dieser 
l)eiden  verba. 

b)    Das  verbum  valda. 

§  453.  Valda  'walten'  geht  im  präs.  und  part.  prät.  wie 
ein  starkes  verbum;  das  prät.  aber  ist  schwach  gebildet  und 
zeigt  ablaut  in  der  Wurzelsilbe :  valda,  präs.  veld  (vœld),  prät.  olla 
(^wolþa  §  215,  §  228),  später  oldä  §  251,  2  oder  volla,  volda 
§  228  anm.  1,  part.  prät.  ntr.  valdet,  später  vol  dit,  spät  ol  lat. 

Anm.    Einmal  ist  prat.  pl.  ullum  st.  olloni  belegt. 

B.    Eiiduiigeii. 

1.    Aktivum. 

§  454.  Als  paradigmen  regelmässig  flektierender  verba 
seien  aufgestellt  die  starken  sk/óía  schiessen  (§  400),  falla  fallen 
(§  431)  und  die  schwachen  safna  sammeln  (1.  konj.),  sue/ia 
{suw/ia)  beruhigen  (2.  konj.),  stf/ra  steuern  (3.  konj.),  vaka  wachen 
(4.  konj.j 


lJihM..t^,  q.  al  2.   skiót^ 


238 

§ 

454.    Paradigmen. 

skiüta 

falla 

Präsens. 

xie^initiv.^iAr^ 

safna            suefia 

styra 

vaka 

Sg.l. 

skyt 

fell  (fœll) 

Indikativ, 
safna            suef^ 

styreJ-Y) 

-L 

vake 

2. 

skýtr 

fellr  ifællr] 

1  safnar           suefr 

styrer  (-ir) 

vaker 

3. 

skýtr 

fellr  ifællr) 

safnar           suefr 

styrer  (-ir) 

vaker 

PL  1. 

skiütom 

follom 

sofnom         suefiom 

styrom 

vokom 

[fallum) 

[safnum)      [suæfimn 

)     (-um) 

(våkum) 

2. 

skióteÖ,  -et,  falleÖ,  -et, 

safneð,  -et,  suefeÖ,  -et, 

stýreð,  -et. 

vakeÖ, 

(-er  §458, 4 

,c)  (-er) 

(-er)              (suæfir) 

i-ir) 

-et,  (-er) 

3. 

skióta 

falla 

safna            suefia 
Konjunktiv. 

styra 

vaka 

Sg.l. 

skióta 

falla 

safna            suefia 

styra 

vaka 

2. 

skiót^ 

faller 

safner           suefer 

(suæfir) 

styrer  (-ir) 

vaker 

3. 

skióte 

falle 

safne            suefe  {suæfi)  styre  (-i) 

vake 

PL  1. 

skiótem 

fallem 

safnem         suefem 

stýrem  {-im)  vakem 

[siiæfim) 

2. 

skióteð,-et, 

,  falleÖ,  -et, 

safneð,  -et,  suefe?^,  -et, 

styreÖ,  -et, 

vakeð, 

i-er) 

i-er) 

(-er)              (suæfir) 

\.ir) 

-et,  (-er) 

3. 

skióte 

falle 

safne            sneie  (suæfi)  styve  {-i) 

vake 

Imperativ. 

Sg.2. 

skiót 

fall 

safna            suef 

styr 

vake  §  465, 4 

PL  1. 

skiótom 

follom 

sofnom         suefiom 

styrom 

vokom 

(fallmn) 

(safnimi)      (suæfiiim 

)      (-um) 

(våkum) 

2. 

skióteð,  et. 

falleÖ,  -et, 

safneÖ,  -et,   suefeð,  -et, 

styreÖ,  -et, 

vakeð. 

(-er) 

(-er) 

(-er)      .        (suæfir) 
Participium. 

(-ir) 

-et,  (-er) 

skiótande 

fallande 

safnande       suefiande 

stvrande 

vakande 

Sg.l.  skaut 
2.   skauzt 


PL 


3. 
1. 


3. 


fell 
feilt 
(§461,2) 
skaut  fell 

skutom         fellom 
(-um) 


Präteritum. 
Indikativ. 


safnaða 
safnaðer 


suafða 
suafðer 


styrÖa  vak}?a 

styröer  (-ir)  vak|:'er 


safnaðe         suafðe  styrðe  (-i)  vakþe 

sofnoÖom     suofðom       stýrtiom  vokþom 

(safnatiom)    (suafdmn)     (-um)  {vak/mm) 

skutoÖ,  -ot,  felloð,  -ot,  sofnoÖoÖ,-ot,  suofðot),-ot,  styrðoð,  ot,  vokj^oð,  -ot, 

i-ur)  (-'t*')  (safnatíor)    (suafd'ur)       (-ífr)  {vdkþur) 

skuto  (-u)     fello  sofnoÖo        suofðo  styrðo  (-n)  vokj^o 

(safnado)      (suafda)  (vak/m) 


§  455.  456.     Infinitiv.  239 

Konjunktiv. 

Sg.  1.   skyta  fella  safnaða         suefða  styrt-a  vekj^a 

(síiœf'da)  {vækpa) 

ííA/u.í-    2.   skyter  (-ir)  feller  safnaðer       siiefðer  styrðer  (-ir)  vekþer 

ßfit  tÁ,  —  (suœf'dir)  {vækþir) 

3.   skyte  (-i)     felle  safnaðe         suefðe  stýrðe  {-%)     vek]7e 

(suœf'dí)  (vœkþi) 

Pi.  1.   skytem         feilem  safnaÖera      suefðem       stýrðem        vek|?em 

{-wi)  (síiœfdim)      i-im)         {vœkþini) 

2.  skyteð, -et,  felleð, -et,    safnaöeÖ,      suefðeÖ,-et,  styrt^eð, -et,  vek|?et5,  -et, 

{-ir)  (-er)  -et,  (-er)       (suœfdir)       {-ir)  {vœkpir) 

3.  skyte  {-i)     felle  safnaðe         siieföe  styrðe  (-i)    vekþe 

{suœftii)  {vœkþi) 

Participiiim. 
skotenn        fftllenn  safnaðr         saaf(e)Ör      stýrðr  vakat  ntr. 

a)   Infinitiv. 

§  455.  Präsens  inf.  endet  regelmässig  auf  -a,  das  nach 
einem  á  natürlich  schwindet  (§  103),  z.  b.  slá  schlagen,  spå 
prophezeien.  Nur  die  beiden  verba  präterito-präs.  skolo,  skulu 
'sollen',  mono,  munu  'werden'  haben  die  endung  -u  (=  3.  pl. 
präs.  ind ,  wie  ja  auch  sonst  präs.  inf.  und  3.  pl.  präs.  ind.  die- 
selbe endung  haben).     Vgl.  Noreen  im  Grundriss  I,  513. 

Anm,    Präs.  inf.  ist  aus  urn.  zeit  nicht  belegt. 

§  456.  Ein  jDräteritum  inf,  mittelst  der  endung  -u  von 
dem  prät-  stamme  gebildet  (der  form  nach  mit  der  3.  pl.  prät.  ind. 
identisch),  kommt  bei  einigen  (etwa  25)  verben  vor.  Im  pro- 
saischen Sprachgebrauch  finden  sich  nur  vier  beispiele:  mundo 
{myndo,  mmido,  s.  §451,2),  skyldo  und  (seltener)  vlldo,  ur(5u 
(anorw.)  zu  mono  werden,  skoio  sollen,  viiia  wollen,  vœr()a  (anorw.) 
w  erden.  Sonst  kommen  derartige  formen  nur  in  der  poesie  vor, 
z.b.  in  der  poetischen  Edda:  mœlio,  skipto,  bendo  zu  fnala  sprechen, 
skipta  schalten  und  walten,  benda  beugen;  andere  fälle  sind /oro 
zu  fara  fahren,  stöbo  zu  standa  stehen,  voro  zu  vesa,  vera  sein, 
kunno  zu  kunna  können,  motlo  zu  mega  können,  knótto  (präs. 
inf.  fehlt)  können,  sendo  zu  senda  senden,  mislo  zu  missa  ver- 
lieren u.  a.  (s.  Lund,  Oldnord.  ordfr)jningsla!re,  s.  386).  Von  den 
verben  der  1.  schwachen  konjugation  ist  keine  einzige  hierher 
gehiirige  form  belegt.  —  Zur  erklärung  dieser  relativ  jungen 
bilduiig  s.  Noreen  im  (Inindriss  I,  513. 


240  §  457.     Präsens  indikativ. 

b)    Präsens  indikativ. 

§  457.      Die    endimgen    eines    regelmässig'    flektierenden 

verbs  sind: 

stark  schwach  1       schwach  2      schwach  3,  4 

Sg.  1.         —    Í   i-uml.  d.  will'-    -a  —  -i, -c  §  124 

2.  3.     -r     j       zelvokals       -ar  -r  -ir,  -er 

PI.  1.         -um,  -om  §  125  -um,  -om  -itim,  -iom        -um,  -om 

2.  -ið',  -ed  oder  -it,  -et  (anorw.  auch  -ir,  -er) 


Ó.         -a  -a  -la  -a 

Anm.  1.  In  der  1.  sg.  der  starken  verba  ist  der  i-umlaut  aus  der 
2.,  3.  sg.  entlehnt.  Die  um.  endung  der  1.  sg.  muss  bei  den  starken 
verben  und  den  schwachen  verben  der  2.  und  3.  konj.  -u,  resp.  -jn,  -in 
gewesen  sein,  aber  ein  sicherer  beleg  fehlt  (wiju^^  Kragehul).  Diese  ur- 
sprüngliche endung  ist  vor  dem  enklitischen  -mk,  -m{R)  in  der  1.  sg.  pass. 
(s.  §  469)  noch  erhalten,  z.  b.  isl.  hindomk  werde  gebunden,  glediomk 
freue  mich,  leynom  verberge  mich.  Bei  den  schwachen  verben  der 
1.  konj.  muss  die  (unbelegte)  urn.  endung  (nasaliertes)  -o  gewesen  sein. 
Auch  diese  endung  ist  vor  dem  passivischen  -iiik,  -m{R)  als  -u,  -o  erhalten, 
z.  b.  isl.  kolloynk  nenne  mich,  hrósom  rühme  mich.  Die  (ebenfalls  unbelegte) 
urn.  endung  der  4.  schwachen  klasse  scheint  (nasaliertes)  -l'  gewesen  zu 
sein.     Vgl.  Noreen  im  Grundriss  I,  514. 

Anm.  2.  Die  2.  sg.  ist  urn.  nicht  belegt,  setzt  aber  die  enduugen 
-ÍR,  -öR,  -jÍR,  -lR,  -eR  voraus. 

Anm.  3.  Die  3.  sg.  hat  urn.  die  endung  -id',  -o^,  -jid,  -id,  -et)  (vgl.  got. 
hairiþ,  salhöþ,  nasjip,  domeip,  hahaip  gehabt  nach  ausweis  von  bariuti}> 
bricht  (Stentofta).  Aber  schon  mit  dem  anfang  der  vikingerzeit  (wenn  nicht 
früher)  wird  die  endung  der  2.  sg.  angenommen,  z.  b.  urn.  VarutR  bricht 
(Björketorp).  Doch  sind  spuren  der  ursprünglichen  endung  noch  in  der 
literatur  erhalten,  teils  häufig  vor  dem  passivischen  -sk,  -s(r),  z.  b.  bøtezk 
wird  gebüsst,  leynez  verbirgt  sich  u.  s.  w.  (s.  Brate,  Aldre  Vestmannalagens 
Ijudlära,  s.  64),  .teils  in  vereinzelten  formen  wie  þykke  der  es  scheint  dir 
(s.  §  225  anm.  2),  St.  Hom.  yerip  (aschw.  einmal  yœrid)  macht  (s.  Noreen, 
Arkiv  V,  393  f.),  verd  wird. 

Anm.  4.  Durch  ausgleichung  steht  bei  den  starken  verben  im  ganzen 
sg.  e  statt  i,  wo  dies  in  urgerm.  zeit  aus  e  entstanden  war  (s.  §  139,  1), 
z.  b.  yef,  gefr,  yefr  statt  *giof,  ""'yifr,  ''giß  zu  yefa  geben.  Sehr  selten 
tritt  ausgleichung  zu  gunsten  des  i  ein,  z.  b.  anorw.  hriydr,  wonach  inf. 
brigda,  neben  isl.  breydr  ti2íc\\  inf.  bregda  ans  licht  ziehen.  Wenn  das  e  im  iuf. 
gebrochen  ist,  hat  das  präs.  zwiefache  bildung,  indem  teils  formen  wie 
bergr  (bœrgr  aus  '^biargÍR,  s.  §  63, 10),  heljjr,  skelfr,  yeldr,  teils  —  seltener 
und  vorzugsweise  anorw.  —  biaryr  (aostnorw.  biœryr,  s.  §63  anm.  1),  hialpr, 
skialfr,  yialdr  zu  blarya  bergen,  hialpa  helfen,  skialfa  zittern,  gialda  gelten 
vorkommen;  beides  statt  urspr.  %iryr  u.  s.  w. 


§  458.    Präsens  indikativ.  241 

Anm.  5.  Der  i-umlant  im  sg.  sollte  lautgesetzlich  unterbleiben  in 
starken  verben  mit  kurzer  Wurzelsilbe  (s.  §  66, 2).  Jedoch  sind  solche 
lautgesetzliche  formen  sehr  selten  (im  gegensatz  zu  dem  Verhältnis  im  ostn.), 
z.  b,  1.  sg.  kom  (Lokasenna  6),  2.  sg.  konir  (Vafþrúðnesmól  7),  3.  sg.  komr 
(Háfamól  62)  zu  koma  kommen.  Nach  analogie  der  verba  mit  langer 
Wurzelsilbe  ist  nämlich  umlaut  eingeführt  worden,  z.  b.  køm{r),  gel{t),  fer{r) 
zu  koma  kommen,  gala  singen,  fara  fahren  u.  s.  w.  (s.  §  67  anm.) 

Anm.  6.  Starke  verba,  die  im  inf.  auf  -ia  nach  kurzer  Wurzelsilbe 
enden,  z.  b.  hefia  heben,  zeigen  die  endungen  der  2.  schwachen  konj., 
also  z.  b.  3.  pl.  hefia. 

§  458.     Folgende  abweicliungen  sind  zu  bemerken: 

1.  Die  1.  sg.  nimmt  schon  ziemlich  früh  bisweilen  die 
form  der  3.  sg.  an;  so  besonders  häufig  bei  vesa,  vera  sein 
(erst  seit  um  1350),  hafa  haben,  se(/ia  sagen  und  noch  einigen 
(z.  b.  býbr  zu  biót>a  bieten  im  St.  Hom.).  Diese  entlehnuug 
findet  früher  im  anorw.  als  im  isl.  statt. 

Anm.  1.  Dichterisch  kommt  bei  verben  der  1.  schw.  konj.  bisweilen 
-i,  -e  statt  -a  vor,  wenn  das  pron.  ek  —  und  gewöhnlich  noch  dazu  die 
negation  -a  —  dem  verbum  suffigiert  wird  (vgl.  §  394,  1),  z.  b.  kalligak 
(statt  kalla-eg-a-ek)  'ich  rufe  nicht',  œtlig  'ich  denke'.  Derselbe  —  noch 
nicht  genügend  aufgehellte  —  austausch  zeigt  sich  unter  denselben  be- 
dingungen  auch  in  der  1.  sg.  prät.  ind.,  z.  b.  vildigak  'ich  wollte  nicht', 
þordig  'ich  wagte',  präs.  konj.,  z.  b.  biargigak  'ich  rette  nicht'  und  prät. 
konj.,  z.  b.  myndigak  'ich  würde  nicht'. 

Anm.  2.  Dichterisch  kommen  oft  formen  auf  -um,  -om  vor,  welche- 
also  der  1.  pl.  ganz  gleich  sind  (s.  J.  I'orkelsson,  Arkiv  VIII,  34  ff.)  Bei 
verben  der  1.  schw.  konj.  kann  diese  form,  wenigstens  zum  teil,  ursprünglich 
sein  (s.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  86),  z.  b.  þiónum  (ahd.  dionöm,  as.  thionon) 
diene,  cHlomk  ich  denke.  Analogisch  ist  dann  bei  anderen  verben  die 
form  der  1.  pl.  in  den  sg.  eingeführt  worden,  z.  b.  hyggiom  denke,  reynom 
prüfe,  hgfom  habe,  hiótiomk  ich  biete,  leikom  spiele  u.  a.  m.  Vgl.  §  461 
anm.  3  und  §  463  anm.  3. 

2.  Wo  bei  den  starken  verben  und  den  schwachen  verben 
der  2.  konj.  die  endung  -r  der  2.,  3.  sg.  mit  einem  vorher- 
gehenden /,  71,  r,  s  zusammentrifft,  sind  die  §  201,  §  218  und 
§  226  mit  anm.  2  gegebenen  regeln  zu  beachten.  Es  heisst 
also  z.  b.  gell  und  gelr,  skill,  sklir  und  (selten)  skil,  liylr  und 
sehr  selten  hyl,  fellr  zu  yala  singen,  skllia  scheiden,  hylia  hüllen, 
falla  fallen;  skimi  {skin),  venr,  fregn,  brebr  und  brennr  {2i\\.  brenn), 
/ibr  und  ßnnr  zu  skina  glänzen,  venia  gewöhnen,  fregna  fragen, 
brenna  brennen,  finyia  finden;  ferr  und  selten  f  er,  þuerr  zu 
fara  fahren,  þuerra  abnehmen;  frgss  {frys),  less  und  oft  les, 
vex  zu  friósa  frieren,  lesa  lesen,  vaxa  wachsen. 

Norccn,  Altisl.  gramm.    2.  auH.  \{j 


242  §  459.    Präsens  indikativ. 

Anm. 3.  Von  þyh{lc)ia,  bik{k)ia  'scheinen'  kommen  oft  pyk{k)e,  þik{k)e 
statt  -er  vor;  so  besonders  häufig  vor  unmittelbar  folgendem  i«ér  mir  oder 
per  (ðer)  dir.     Zur  erklärung  s.  §  457  anm.  3. 

3.  In  der  1.  pl.  fehlt  sehr  oft  —  jedoch  nicht  in  den  aller- 
ältesten  hdschr.  —  das  auslautende  -m,  wenn  die  pron.  vit  {mit) 
'wir  zwei',  vér  {wer)  'wir'  unmittelbar  folgen,  sonst  selten,  z.  b. 
hindo  vér  wir  binden.     Zur  erklärung  s.  §  225  anm.  2. 

4.  a)  In  der  2.  pl.  fehlt  regelmässig  das  auslautende  -ð 
der  endung  -it),  -eb,  wenn  pron.  þit  (bit)  'ihr  zwei',  þér  (ð^r) 
'ihr'  immittelbar  folgen,  und  auch  sonst  nicht  selten,  wenn  das 
folgende  wort  mit  þ  (ð)  anlautet,  z.  b.  gefe  per  ihr  gebet,  er  drepe 
pá  ihr  tödtet  sie.  Zur  erklärung  s.  §  394  anm.  5  und  §  225 
anm.  2. 

b)  Die  endung  -//,  -et  kommt  schon  in  den  ältesten  hdschr. 
hie  und  da  (jedoch  im  St.  Hom.  nur  sehr  selten)  vor  und  ist 
schon  im  Cod.  AM.  645,  4^  und  allgemein  seit  dem  ende  des 
13.  jahrhs.  häufiger  als  -ití,  -eb.  Zur  erklärung  s.  §  135  anm.  1; 
vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  33  note,  dagegen  L.  Larsson,  Isl.  handskr. 
Nr.  645,  40,  s.  LXV. 

c)  Die  endung  -ir,  -er  ist  ausschliesslich  anorw.  und 
kommt  (neben  -i(5,  -et5  und  -it,  -et)  schon  in  alten  hdschr.  all- 
gemein vor.    Zur  erklärung  s.  §  135  anm.  1;  vgl.  Wadstein,  s.  137. 

Anm.  4.  Im  anorw.  des  15.  jahrhs.  kommt  bisweilen  (als  suecismus) 
-in  vor,  z.  b.  vilin  wollet. 

§  459.  Unregelmässige  oder  schwankende  flexion  zeigen 
folgende  verba: 

1.  Die  starken  verba  hlikia  blinken,  suikna,  sykua  be- 
trügen und  vikua,  ýkua  weichen  (§  410)  können  auch  wie 
schwache  verba  der  3.,  4.  konj.  flektieren,  also  z.  b.  3.  sg. 
sýk{u)er  neben  suikr,  sýkr. 

2.  Heita  (§  429)  geht  in  der  bedeutung  'rufen,  versprechen' 
regelmässig,  aber  in  der  bedeutung  'genannt  werden'  (sehr 
selten  —  z.  b.  im  No.  Hom.  —  in  der  bed.  'rufen,  versprechen') 
wie  ein  schwaches  verb  der  3.,  4.  konj.  (vgl.  §  469  anm.  2). 

3.  Jesa,  ver  a  (§  425  mit  anm.  5)  geht  fast  ganz  wie  ein 
Präteritum : 

Sg.  1.   em,  spät  er  §  458,  1  PI.  1.  erom 

2.  est  §  135,  später  ert  2.   eroð,  -t,  (-r) 

3.  es,  später  er  3.   ero 


§  459.    Präsens  indikativ.  243 

Anm.  1.  Ueber  die  verkürzten  formen  s,  (r)óm,  (r)óð,  {r)ó  statt  es, 
erom,  eroti,  ero  s.  §  135  mit  anm.  2.  —  Die  formen  est,  es,  s  kommen  nur 
in  den  ältesten  hdschr.  vor.  Vor  1 200  sind  sie  ausschliesslich  gebräuchlich, 
aber  schon  im  anfang  des  13.  jahrhs.  ist  er  ebenso  häufig  wie  es  und  wird 
bald  allein  herrschend.  —  Sehr  seltene  alte  nebenformen  sind  2.  sg.  es  (got. 
is),  er,  3.  sg.  ves. 

4.  Die  verba  prate  ri  to -pr  äs.  (§  449 — 452)  gehen  im  all- 
gemeinen wie  regelmässige  präterita.     Jedoch  kommen  in  der 

2.  sg.  bei  mo7io,  munu  'werden'  und  skolo,  skulu  'sollen'  oft 
monn,  munn  und  skall  (selten  moyi,  mun  und  skal)  statt  mont,  munt 
und  skalt  vor.  Im  pl.  zeigt  fast  immer  muna  'sich  erinnern', 
gewöhnlich  auch  unna  'gönnen,  lieben'  die  endungen  des  präsens, 
welche  in  später  zeit  auch  bei  den  übrigen  verba  prät.-präs. 
(bei  eiga  'besitzen'  und  mega  'können'  ausnahmsweise  schon 
in  alter  zeit)  auftreten. 

Anm.  2.     Sehr  seltene   nebenformen   sind:    2.  sg.  skald  (s.   §  135), 

3.  sg.  skall  zu  skolo  'sollen',  megr  zu  mega  'können'. 

5.  Unter  den  schwachen  verben  schwanken  gðr{u)a, 
ger{u)a,  gior{u)a  'machen'  §  445  und  smyrua,  smyt^ia  'schmieren' 
§  440,  1  zwischen  der  2.  und  3.  konj.  in  folgender  weise :  sg.  1. 
gør{u)e,  ger{u)e,  2.,  3.  g-ør{u)er,  ger{u)er,  in  alter  zeit  auch  gm^r, 
gerr  oder  gj&rrer,  gerrer  (vgl.  den  einmal  belegten  inf.  gerra, 
gleich  agutn.  gierra),  pl.  1.  gørom,  gerom,  giorom,  2.  gðr{u)et5, 
ger{u)ét5,  gior(u)eb,  3.  gfir{u)a,  ger{u)a,  gwr{u)a.  Zur  erklärung 
s.  Sievers,  Gott.  gel.  anz.  1883,  s.  55  ff.,  Noreen  bei  Brate, 
Bezz.  Beitr.  XIII,  44  ff. 

6.  Zwischen  der  2.  und  4.  schwachen  konj.  schwanken 
hafa  haben,  kligia  ekel  empfinden,  segia  (sœgia)  sagen,  trua 
glauben  und  pegia  {þœgia)  schweigen  (§  447)  in  folgender 
weise : 

Sg.  1 .       hefe,  alt  auch  hef,  spät    sege  (sœgi),  alt  und  sehr  sei-    true  {-i,  trý) 
hefir  §  458,  1  ten  seg,  spät  segir  §  458, 1 

2,  3.  '\itÍQx,althisweilen\iQÍY     seger,  alt  auch  segr  truer  (-ir, írýr) 

PI.  1.       hofom  {hafum)  segiom  (sœgium)  triim 

2.  hafeð,  -t,  (-r)  segeð,  -t,  (sœgir)  trúeð,  -et,  (-ir) 

3.  hafa  segia  (sœgia)  trua 

Anm.  3.  Wie  sege  gehen  klige  und  þegc  (pœgi),  bei  denen  Jedoch 
keine  einsilbigen  formen  zu  belegen  sind.  Zur  erklärung  der  schwankenden 
flexion  s.  Sievcrs,  Beitr.  VIII,  90  flf. 

Anm.  4.  Zwischen  der  3.  und  4.  schw.  konj.  schwankt  fylgia  'folgen' 
insofern,  als  im  Reykj.  Maid.  I  die  3.  sg.  fulger  (vgl.  ahd.  folgen)  neben 
fylger  heisst. 

10* 


244  §460.461.    Präteritum  indikativ. 

7.  Vilia  wollen  (§  440,  3)  flektiert  wie  folgt: 
Sg.  1.   vil,  dicht,  bisweilen  vilia  PI.  1.   viliom  {-um) 

2.  vill,  später  vilt  §  135,  bisweilen  {z.  b.  oft  im  No.         2.   vileð, -et,  (-ir) 

Hom.)  vil  §  225, 1,  sehr  selten  vilr  §  217,  2,  b 

3.  vill,  hisiveilen  vil,  sehr  selten  vilr  3.    vilia 

Anm.  5.  Die  form  vilia  (got.  wiljau)  in  der  1.  sg.  ist  eigentlich  die 
der  1,  sg.  konj.  präs.  Zur  erklärung  s.  Kluge,  Beitr.  VIII,  515  ff.,  Sievers, 
ib.  IX,  563  ff. 

c)    Präteritum  indikativ. 
§  460.     Die  regelmässigen  endungen  sind: 


stark  schwach 

Sg.  1.      —  -a 

2.  -t  -ir,  -er 

3.  —  -i,  -e 


stark  und  schwach 
PL  1.      -um,  -oyn 

-ttð,  -oð"  (anorw.  auch 

-ut,  -ot      -ur,  -or) 
3.       -u,  -0 


2. 


Anm.  ].  Die  1.  sg.  der  starken  verba  ist  schon  urnordisch  ohne  en- 
dung:  un-nam  (Reidstad),  aih-ek  (Magiemose),  falah-ak  (Björketorp).  Die 
schwachen  verba  dagegen  enden  um.  auf  nasaliertes  -ö,  z.  b.  taivi^io 
(Gallehus),  worahto  (Tune),  faihi^o  (Einang),  hlaaiwido  (Strand);  später 
-a  (§117,  2):  wrta  (Etelhera). 

Anm.  2.  Die  3.  sg.  der  starken  verba  ist  schon  um.  endungslos:  was 
(Tanum),  aih  (Fonnas),  wqrait  (Istaby),  gaf  (Stentofta).  Bei  den  schwachen 
verben  ist  die  endung  -e,  z.  b.  lourte  (Tjurkö),  orte  (By),  säte  (Gommor), 
urti  (Sölvesborg). 

Anm.  3.  Von  dem  alten  urgerm.  dual  ist  in  um.  zeit  noch  ein 
beispiel  erhalten:    1.  dual  ivaritu  (Järsbärg). 

Anm.  4.  Die  3.  pl.  eines  schwachen  verbums  ist  urn.  einmal  belegt 
und  endet  auf  -im:  dalitiun  (Tune). 

Anm.  5.  2.  sg.  und  1.  2.  pl.  sind  urn.  überhaupt  nicht  belegt,  setzen 
aber  die  endungen  -t  oder  -eR  und  -um,  -ud'  voraus. 

§  461.     Ueber  die  endungen  im  einzelnen  ist  zu  bemerken: 

1.  In  der  1.  sg.  der  schwaelien  verben  kann  schon  ziem- 
lich früh  (am  frühesten  in  anorw.  hdschr.,  z.  b.  schon  im  No.  Hom. 
mehrmals,  s.  Wadstein,  s.  102)  die  endung  der  3.  sg.  -/,  -e  statt 
-a  vorkommen;  im  14.  jahrh.  ist  dies  -/  in  gewissen  hdschr. 
regel;  vgl.  §  458,  1  mit  anm.  1. 

Anm.  1.  Umgekehrt  kommt  im  anorw.  —  z.  b.  im  No.  Hom.  (s. 
Wadstein,  s.  101)  und  in  runeninschriften  (s.  Rydqvist,  Svenska  språkets 
lagar  I,  329)  —  bisweilen  vor,  dass  die  endung  -a  aus  der  1.  sg.  in  die 
3.  sg.  entlehnt  wird. 

Anm.  2.  Ueber  die  behandlung  auslautender  Id,  nd,  ng  im  starken 
prät.  s.  §  180,  §  207,  2  und  3.     Ueber  auslautendes  <^  s.  §  233,  1. 

Anm.  3.  Dichterisch  kommen  oft  formen  auf  -um,  -om  vor,  welche 
also  der  1.  pl.  ganz  gleich  sind  (s.  J.  I'orkelsson,  Arkiv  VIII,  34  ff.).    Bei 


§  401.    Präteritum  indikativ.  245 

dem  schwachen  prät.  kann  diese  form  ursprünglich  sein  (s.  Wadstein, 
Arkiv  VIII,  86  f.),  z.  b.  hpftíom  (hafðum)  hatte,  Ipgdonik  ich  legte,  hengdom 
{liœngtium)  hängte.  Analogisch  ist  dann  auch  bei  starken  verben  die  form 
der  1.  pl.  in  den  sg.  eingeführt  worden,  z.  b.  réöom  riet,  kómomk  ich  kam, 
u.  a.  m.     Vgl.  §  458  anm.  2  und  §  463  anm,  3, 

2.  Beim  zutritt  der  endiing  -/  in  der  2.  sg.  des  starken 
verbums  ist  folgendes  zu  beachten: 

a)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  vokal,  so  wird  t  gewöhnlich 
gedehnt  (§  221,  1),  z.  b.  biött,  selten  biöt,  zu  biö  wohnte. 

b)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  -/,  so  ist  die  älteste  endung 
-st  (aus  -SS  §  254  +  nochmaliges  endungs-/)  sehr  selten  belegt, 
z.  b.  (zweimal  im  St.  Hom.)  veist  (got.  waist,  aschw.  vest)  zu 
veit  weiss ;  sondern  durch  einfluss  der  1.  3.  sg.  lautet  die  2.  sg. 
fast  immer  auf  -zt  (woraus  nicht  selten  -z  nach  §  243)  aus,  z.  b. 
veiz{t),  léz(t)  zu  veit  weiss,  /ét  Hess,  baz(t)  zu  batt  band,  lielz{t)  zu 
helt  hielt,  oder  (jedoch  sehr  selten)  auf  -tt,  z.  b.  lett  liesst,  oder 
endlich  ist  die  form  derjenigen  der  1.  3.  sg.  ganz  gleich,  z.  b. 
helt  hieltst,  hratt  stiesst,  was  immer  der  fall  ist,  wenn  die  1. 
3.  sg.  auf  -st  endet,  z.  b.  laust  zu  laust  schlug. 

c)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  -ð,  so  ist  das  zu  erwartende 
(und  im  aschw.  bisweilen  vorhandene)  -st  nicht  zu  belegen; 
sondern  durch  einfluss  der  1.  3.  sg.  hat  die  2.  sg.  ältest  -tt 
(später  nicht  selten  -ð7  geschrieben,  s.  §  210,  2  und  anm.  1), 
später  sehr  oft  (aber  bei  gewissen  verben  nie)  -zt,  z.  b.  batt, 
bazt  zu  bat)  bat,  reitt,  reibt  zu  reib  ritt,  stött  (nie  ^stózt)  zu 
stob  stand,  vart  {^vartt  §  223)  zu  varb  wurde. 

d)  Die  endung  -t  fehlt  oft,  wenn  þú  (bu)  unmittelbar  folgt 
(sonst  sehr  selten),  z.  b.  gekk  þú  (mit  restituiertem  þú  statt 
(jekktu  aus  gekkt  bu,  §  216,  §  223)  du  gingst  (St.  Hom.  pii  tök 
du  nahmst). 

3.  In  der  1.  und  2.  pl.  fehlen  die  auslautenden  -??),  -b 
nach  derselben  regel  wie  im  präsens  (s.  §  458,  3  und  4,  a), 
z.  b.  íóko  vér  wir  nahmen,  töko  per  ihr  nähmet.  Eine  form  wie 
löko  vit  'wir  zwei  nahmen'  kann  natürlich  auch  die  alte  1.  dual 
(s.  §  460  anm.  3)  sein. 

4.  In  der  2.  pl.  kommen  die  endung  -ut,  -ot  und  die 
anorw.  nebenform  -ur,  -or  in  derselben  ausdehnung  wie  im 
präsens  -it,  -et  und  -ir,  -er  vor  (vgl.  §  458,  4,  b  und  c). 

Anm.  \.  Im  No.  Hom.  kommt  einigemal  ein  aus  dem  präsens  ent- 
lehntes -id,  -cd  vor  (s.  Wadstein,  s,  103). 


246  §  462.  463.    Konjunktiv. 

d)  Konjunktiv  (optativ). 
§462.  Präsens  und  Präteritum  konj.  haben  in  historischer  zeit 
dieselben  endungen.  Jedoch  besteht  der  wesentliche  unterschied, 
dass  die  endungen  des  prät.  konj.,  weil  urgerm.  i  enthaltend, 
/-Umlaut  hervorrufen  in  der  Wurzelsilbe  der  starken  verben 
(welche  übrigens  die  ablautsstufe  des  prät.  pl.  aufweist)  und 
der  schwachen  verben  der  2.,  3.  und  4.  konj.,  während  die 
endungen  des  präs.  konj.,  weil  urgerm.  ai  (urn.  e)  enthaltend, 
keinen  umlaut  erzeugen.  Die  regelmässigen  endungen  beider 
tempora  sind: 

Sg.  \.      -a  PI.  1.        -ÍM,  -em 

2.  -^r,  -er  2.      J    .,'       '  u    •         n 

(  -%i,  -et  (anorw.  auch  -%r,  -er) 

3.  -i,  -e  3.        -i,  -e 

Anm.  1.  Aus  urn.  zeit  sind  keine  hierher  gehörigen  formen  belegt, 
wenn  nicht  vielleicht  ivíUr  (Vi)  eine  2.  sg.  präs.  konj,  ist. 

Anm.  2.  Auffallender  weise  zeigen  die  verba  präterito-präs.  —  ausser 
skyla  (später  skula)  'solle'  vmåmyna,  møna  (neben  mi*>ia,  mo»*a)  '  werde ' 
(so  wie  im  No.  Hom.  einmal  pyrfa  statt  purfa  'bedürfe',  s.  Wadstein,  s.  80) 
—  keinen  umlaut  im  präs.  konj,,  das  doch  ein  altes  prät.  konj.  ist.  Auch 
im  prät.  konj.  zeigen  zwei  von  diesen  verben  bisweilen  unumgelautete 
formen:  munda  neben  mynda,  minda,  mønda,  menda  ^ würde''  und  (selten) 
kunna  neben  kynna  'könnte';  also  mit  einer  Vermischung,  die  der  im 
§  450  anm.  1  und  2  und  §  451  anm.  4  erwähnten  entgegengesetzt  ist.  Sonst 
ist  unumgelautetes  prät.  konj.  sehr  selten,  z.  b.  biogga  neben  bygga, 
bløgga,  bsgga  und  {h)liópa  neben  {h)løpa,  {h)lypa  zu  búa  wohnen,  (h)laupa 
springen. 

§  463.    Von  abweichungen  sind  folgende  anzuführen: 

1.  In  der  1.  sg.  wird  die  endung  der  3.  sg.  in  derselben 
ausdehnung  wie  bei  dem  schwachen  präteritum  (§  461,  1;  §  458 
anm.  1)  entlehnt,  und  zwar  im  anorw.  schon  im  anfang  des 
13.  jahrhs.,  im  isl.  erst  um  1300  (s.  J.  Þorkelsson,  Breytingar  á 
myndum  viðtengingarháttar,  s.  Off.). 

Anm.  1.  Alt  und  dichterisch  kommen  einigemal  formen  vor,  die  der 
1.  pl.  ganz  gleich  sind,  z.  b.  isl.  eigem  besitze,  fettem  besässe.  In  fällen 
wie  anorw.  (legend.  Olafssage)  kuœmomk  ich  käme  (eigentlich  mediopassiv, 
s.  §  469,  1)  —  das  nur  scheinbar  der  1.  pl.  gleich  ist  (vgl.  2  unten)  —  statt 
kucbma  (got.  qémjau)  ek  ist  die  endung  -o{mk)  aus  '''-au  vor  m{i)k  laut- 
gesetzlich berechtigt  (s.  §  117, 1).  Vgl.  übrigens  §  458  anm.  2  und  §461  anm.  3. 

2.  Der  pl.  kann,  besonders  in  der  späteren  spräche,  die 
endungen  des  indikativs  annehmen.  Im  präs.  konj.  geschieht 
dies  nur  in  der  1.  pl.,  z.  b.  anorw.  schon  im  No.  Hom.  hlhium 


§  464.    Konjunktiv.    §  465.    Imperativ.  247 

statt  bit)im  'bitten'  u.  a.,  isl.  erst  in  ^löÖravallabók  lálum  st. 
látim  'lassen'  u.  a.  (ausnahmslos  seit  1500).  Im  prät.  konj.  da- 
gegen findet  etwas  später  die  entlehnimg  auch  in  der  2.  und 
3.  pl.  statt,  z.  b.  anorw.  in  der  legend.  Olafssage  3.  pl.  mindu 
st.  -/  'würden',  isl.  in  der  Flateyjarbók  (um  1370—80)  2.  pl.  vœrul 
st.  -il  'wäret'  (bei  mono  und  skoio  jedoch  schon  im  St.  Hom.); 
jedoch  kommen  auf  Island  die  alten  formen  noch  im  anfang 
des  16.  jahrhs.  bisweilen  vor.     Vgl.  J.  Dorkelsson,  a.  a.  o. 

Anm.  2.  Im  St.  Hom.  kommt  (durch  verschreibung?)  dreimal  eine 
form  der  1.  pl.  präs.  konj.  auf  -e  (wie  in  der  3.  pl)  statt  -em  vor,  z.  b. 
auke  'vermehren';  ausserdem  einmal  haldenn  (gleich  aschw.  haldin'^)  st. 
holdem  'halten'.    Vg.  Noreen  im  Grundriss  I,  516. 

§  464.  Besonders  unregelmässig  ist  der  konj.  präs.  von 
vesa,  Vera  'sein': 

Sg.  1.    siá,  später  auch  sé  §  463,  1         PI.  1.    sém  {séom  §  463,  2) 

2.  sér,  selten  verir  2.    séð,  -t,  (-r) 

3.  sé,  selten  vese  {alt)  oder  veri  3.    sé 

Anm.  In  der  ältesten  zeit  kommen  natürlich  auch  unkontrahierte 
formen  {séa,  seer,  sée  u.  s.  w.)  nach  §  103  vor. 

e)    Imperativ. 

§  465.  Der  imperativ  kommt  nur  im  präsens  vor  und  nur 
in  der  2.  sg.,  so  wie  1.,  2.  pl.  Die  beiden  letzten  formen  sind 
der  1.,  2.  pl.  des  präs.  indik.  völlig  gleich.  Die  2.  sg.  dagegen 
zeigt  eine  besondere  form,  über  die  folgendes  zu  bemerken  ist: 

1.  Die  starken  verba  haben  keine  endung,  z.  b.  far  fahre, 
gef  gieb.  Dass  dies  schon  urn.  (vgl.  das  got.)  der  fall  war, 
beweisen  formen  wie  Mit  (sehr  selten  hhid  nach  dem  präs.,  wie 
umgekehrt  selten  präs.  bitt  nach  dem  imperat.)  binde,  s prikk 
zerspring  (s.  §  181  mit  anm.  1).  lieber  formen  wie  blól{t)  opfere, 
(jrát{t)  weine  s.  §  221,  1. 

2.  Die  erste  schwache  konj.  endet  auf  -a,  z.  b.  kalla  rufe. 

3.  Die  2.  und  die  3.  schwache  konj.  haben  keine  endung, 
z.  b.  vel  (væt)  wähle,  døm  richte.  In  urn.  zeit  muss  aber  (wie 
aus  formen  wie  send^  nicht  *-//,  'sende'  hervorgeht,  s.  §  180 
anm.  1)  eine  endung  -i  (vgl.  got.  walei,  dömei)  vorhanden  ge- 
wesen sein.  Diese  ist  wol  noch  im  Inlaute  erhalten  in  formen 
wie  hygyiat  'denke  nicht',  leygialiu  'strecke  nicht  (du)',  kueliat 
'peinige  nicht',  deüel  'streite  nicht'  zu  hyggia,  teygia,  kuelia, 
de  ila. 


248  §  466—468.    Participiura. 

4.  Die  4.  seil  wache  konj.  zeigt  bei  den  meisten  verben 
keine  endung,  z.  b.  ///  lebe,  Imf  habe,  seg  (sceg)  sage.  Jedoch 
kommt  eine  endung  -i  (urn.  -e,  vgl.  got.  habai  u.  dgl.)  bei 
einer  anzahl  hierher  gehöriger  verben  vor:  isl.  duge  tauge, 
gape  gähne,  lume  lass  los,  true  glaube,  ugge  fürchte,  une  sei 
zufrieden,  vake  wache,  þege  (anorw.  þœgt)  schweige  (und  No. 
Hom.  einmal  liß  lebe).  Ausser  þege  sind  diese  formen  später 
durch  endungslose  imperative  ersetzt  worden. 

Anm. .  Der  imperativ  ist  aus  um.  zeit  nicht  belegt,  wenn  nicht  viel- 
leicht hleuno  (Vi)  hierher  gehört. 

f)    Participium. 

§  466.  Das  pari  des  präsens  wird  bei  allen  verben 
mittelst  -ande  gebildet,  z.  b.  farande  fahrend,  kailande  rufend, 
veliande  wählend  u.  s.  w.;  zu  spå  prophezeien  u.  d.  (§  438)  heisst 
das  part.  präs.  natürlich  spende  (§  103).  Ueber  die  flexi on 
des  pari  präs.  als  subsi  s.  §  351,  als  adj.  s.  §  364. 

Anm.  1.  Predikativ  steht  selten  (wie  im  aschw.)  -andes  statt  -ande, 
z.  b.  Vera  lifandes  'lebendig  sein'  (s.  Fritzner,  Ordbog'-^  II,  511).  Vgl.  das 
mediopassiv. 

Anm.  2.  Ueber  das  ablautende  suffix  -und  im  subst,  hónde  (aus 
%óunde,  vgl.  ahd.  frmnt,  as.  flund)  neben  bilande  [hóande)  'bauer'  zu 
húa  (part.  húande)  'wohnen'  u,  a.  s.  Noreen  im  Grundriss  I,  517. 

§  467.      Das    pari    präteritum    endet    bei    den    starken 

verben  auf  -inn,  -enn,  z.  b.  far  enn  gefahren ;  bei  den  schwachen 

der  1.  konj.  auf  -«ðr,  der  2.  konj.  auf  -(e)5>  (vgl.  §  441,  §  357,2), 

der  3.  konj.  auf  -ðr  (^-dr,  -þr,  -ir\  vgl.  §  442),  der  4.  konj.  auf 

-(apr  (vgl.  §  446).     Die   flexi  on  ist   die   eines   gewöhnlichen 

adjektivs. 

Anm.  Ueber  das  scheinbar  starke  part.  auf  -enn  bei  den  verben 
der  2.  konj.  s.  §  441.  Dagegen  ist  die  participialbildung  auf  -ðr  ursprüng- 
lich nicht  auf  die  schwachen  verben  beschränkt,  sondern  spuren  solcher 
bildung  kommen  auch  bei  den  starken  verben  vor,  z.  b.  lialdr  kalt  zu 
'kala  frieren,  daudr  tot  zu  deyia  sterben,  skard'r  vermindert  zu  skera 
schneiden.  —  Ueber  part.  ohne  dentale  ableitung  s.  §  434  anm.  und  Noreen 
im  Grundriss  I,  518. 

§  468.  Das  part.  prät.  wird  in  Verbindung  mit  dem  präs. 
und  präi  von  hafa  'haben',  bei  einigen  verben  vesa,  ver  a  'sein', 
zur  bildung  eines  umschriebenen  perfekts,  resp.  Plusquam- 
perfekts verwendet.  Das  pari  steht  in  der  Verbindung  mit 
liafa  gewöhnlich  im  neutr.,  kann  sich  aber  auch  oft  (besonders 
in  alter  zeit)  nach  dem  objekt  richten,  z.  b.  ek  hefe  kallat  hann 


§  469.    Mediopassiv.  249 

oder  hann  kalla^an  ich  habe  ihn  gerufen,  hann  hafbc  sei  hana 
oder  hana  sena  er  hatte  sie  gesehen.  In  der  Verbindung  mit 
vesa,  Vera  richtet  sich  das  part.  nach  dem  subjekt,  z.  b.  þeir 
ero  gengner  sie  sind  gegangen. 

Anm.  1.    Das  hülfsverb  hafa  kann  bisweilen  ausgelassen  werden. 

Anm.  2.  Futurum  und  Konditionalis  werden  mittelst  des  präsens, 
resp.  Präteritums  von  mono  (selten  sholo,  das  mehr  die  bedeutung  von 
'sollen'  hat)  und  eines  folgenden  präsens  infinitiv  umschrieben,  z.  b.  ek 
mon  kalla,  ganga  ich  würde  rufen,  gehen,  ek  munda  kalla,  ganga  ich 
würde  rufen,  gehen.  In  derselben  weise  bildet  man  ein  futur.  exakt,  und 
kondit.  exakt.:  ek  mon  hafa  kallat,  resp.  vera  gengenn,  ek  munda  hafa 
kallat,  resp.  vera  gengenn,  wo  jedoch  bisweilen  hafa  und  oft  vera  aus- 
gelassen werden  können. 

II.    Medio -passiv. 

§  469.  Die  formen  des  aktivums  erhalten  reflexive  oder 
auch  passive  bedeutung  durch  enklitische  anfügung  von  per- 
sönlichen ungeschlechtigen  pronominen,  entweder  im  acc.  oder 
—  ursprünglich  wol  nur  bei  verben  mit  dativischer  rektion,  ein 
unterschied,  der  jedoch  bald  verwischt  worden  ist  —  im  dat. 
Demnach  treten  zu  den  aktiven  formen  der  1.  sg.  teils  -mk  (aus 
?}iik  §  135),  teils  (sehr  selten)  -fn  (aus  ^méR  >  ^meR  §  121,  2 
>  *-;?/Ä  §  135  >  *-mm  §  217  anm.  4  >  -m  §  225,  5);  dagegen 
zu  allen  übrigen  formen  das  pron.  reflexivum,  teils  als  -sk  (aus 
sik\  teils  (seltener)  als  -s  (aus  ^séR  >  ^seR  >  ^-sr  >  "^-ss  —  so 
noch  oft  im  aschw.  —  §  217,  1  >  -s).  Hierbei  sind  folgende 
erscheinungen  zu  beachten : 

1.  In  der  Lsg.  präs.  ind.  starker  verba  und  schwacher  verba 
der  1.,  2.,  3.  konj.,  im  prät.  ind.  schwacher  verba  sowie  im  präs. 
und  prät.  konj.  aller  verba  sind  die  urn.  eudungen  -u  (got.  -a), 
-ö  (got.  -ö)  und  -ö  (got.  -au)  sämmtlich  als  -u,  -o  (§  117,  1)  er- 
halten, z.  b.  isl.  tokom(k)  werde  genommen  zu  tek  nehme,  kollom{k) 
werde  gerufen  zu  kalla  rufe,  veliomik)  werde  gewählt  zu  vel 
wähle,  démom{k)  werde  gerichtet  (aus  ^dömiu-rnik  synkopiert, 
s.  §  134)  zu  døme  richte,  vc)ltjom{k)  wurde  gewählt  zu  val(5a 
wählte,  hefbom{k)  würde  gehabt  zu  hefba  hätte.  Nach  der 
analogie  dieser  formen  tritt  -um{k)^  -om{k)  auch  im  präs.  ind. 
schwacher  verba  der  4.  konj.  und  im  prät.  ind.  starker  verba 
ein,  z.  b.  þolom(k)  statt  "^þolemk  werde  geduldet  zu  pole  dulde, 
gófomik)    statt   '"^^gafmk   wurde   gegeben    zu  gdf  gab,   bundom{k) 


250  §  470.    Mediopassiv. 

statt  ^batlmk  wurde  gebunden  zu  halt  band;  in  dem  letzten 
•falle  ist  ausserdem  (wie  in  den  §  394,  3  erwähnten  fällen)  das 
pronominale  suffix  an  die  form  der  3.  pl.  getreten  (d.  b.  gofomk, 
hundomk  sind  in  Wirklichkeit  aus  gófo  mik  gaben  mich,  buyido 
mik  banden  mich  entstanden). 

2.  In  den  übrigen  formen  müssen  vor  dem  suffigierten  -s(}<) 
folgende  lautgesetzliche  Veränderungen  der  aktiven  endungen 
eintreten : 

a)  -r  (urn.  -n)  schwindet  nach  §  241,  1,  z.  b.  2.  sg.  präs. 
ind.  gefs{k)  zu  gefr  giebst,  bmz{k)  zu  hhid?-  bindest,  kallas{k) 
zu  kallar  rufest. 

b)  -ð  wird  zu  -t  (und  t  -\-  s  wird  dann  z  geschrieben)  nach 
§  183,  2,  d,  z.  b.  2.  pl.  präs.  ind.  und  konj.  gefez{k)  zu  gefet) 
gebet,  prät.  ind.  dømt)oz{k)  zu  démbot^  richtetet,  1.  3.  sg.  prät. 
ind.  kuaz{k)  zu  kuab  sprach,  3.  sg.  präs.  ind.  þykkez{k)  zu 
^þykketi  (s.  §  457  anm.  3)  scheint,  gefzik)  zu  ^gef^  giebt. 

c)  Nach  -//,  -yin  wird  /  eingeschoben  nach  §  247,  1,  a,  z.  b. 
2.  sg.  präs.  ind.  felz{k)  zu  fellr  fällst,  ßnz{k)  zu  /)ð>  (aus  ßtmr, 
s.  §  201)  findest,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  fanz{k)  zu  fann  fand. 

d)  Geminata  wird  meist  vereinfacht  (s.  §  224),  z.  b.  2.  sg. 
präs.  ind.  hlésk  zu  blœss  bläst,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  feks(k)  zu 
fekk  bekam,  pari  prät.  ntr.  møz{k)  zu  ?nóít  begegnet. 

Anm.  1.  Ueber  die  bildung  und  geschiclite  des  mediopassivs  s. 
Wimmer,  Phil.-hist.  samf,  mindeskrift,  s.  1S4if.;  Wisén,  Arkiv  1,370  ff.;  Hoffory, 
ib.  II,  96;  Lyngby  und  Dyrlund,  Tidskr.  f.  fil.  N.  R.  VI,  257  ff.;  Brate, 
Äldre  Vestmannalagens  Ijudiära,  s.  65;  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X,  117; 
Larsson,  Studier  över  den  isl.  homilieboken,  s.  75  f.;  J.  Þorkelsson,  Supple- 
ment til  islandske  ordboger  II,  v  und  Breytingar,  s.  32  f.;  Mogk,  Z.  f.  d. 
phil.  XIII,  235;  Wadstein,  s.  115  f.;  Noreen  im  Giimdriss  I,  518  f.;  Specht, 
Acta  germanica  III,  1. 

Anm.  2.  Von  dem  uralten  indoeuropäischen,  im  gotischen  zum  teil 
noch  bewahrten,  medio-passiv  ist  eine  einzige  spur  erhalten  in  der  1.  sg. 
präs.  ind.  heite  {hœiti)  ich  werde  genannt  (die  übrigen  personen  wie  von 
einem  schwachen  verbum  der  3.  schw.  konj.;  s.  §  45U,  2).  Diese  form  ist 
schon  in  urn.  zeit  mehrere  mal  belegt:  haite-^a  (Kragehul),  hate-ka  (Lind- 
holm), haiti-ka  (auf  einem  Sjællandischen  brakteaten).  Vgl.  Sievers,  Beitr. 
VI,  561;  Joh.  Schmidt,  K.  Z.  XXVI,  43.  —  Von  dem  neugebildeten  medio- 
passiv ist  urn.  keine  form  belegt, 

§  470.  Die  ältesten  endungen  des  medio  -  passivs  (vor 
1200)  hätten  demnach  folgendes  aussehen: 


§471.    Mediopassiv. 


251 


Infinitiv: 

Präsens. 
-as{k),  'l.  schw.  konj.  -ias{k) 

Indikativ: 
Präsens. 

Sg.  1 .  -um{1c),  -om{k),  2.  schw.  -ium{k),  -iom(k) 

2.  st.  u.  2.  schw.  -s{k),  1.  schw.  -as{k),  3.  u.  4. 

schw.  -is{k),  -es{k) 

3.  st.  u.  2.  schw.  -z{k),  1.  schw.  -az{k),  3.  u.  4. 

schw.  -iz{k),  -ez(k) 
PI.  1.  -mns{k),  -onis{k),  2.  schw.  -iums{k),  -ioms{k) 

2.  -iz{k),  -ez{k) 

3.  -as(k),  2.  schw.  -ias{k) 

Konjunktiv: 

Sg.  1.   -um{k),  -om{k),  2.  schw.  -imn{k),  -ioni(k)    PL  1. 

2.  -is{k),  -es{k)  2. 

3.  -is{k),  -es{k)  3. 

Imperativ: 

PI.  1. 
Sg.  2.   -s{k),  1 .  schw.  -a8(k)  (4.  schw. unbelegt?)        2. 


Präteritum, 
kommt  nicht  vor. 


Präteritum. 

-om{k),  -um(k) 

st.  -z{k),   schw.  -is{k), 

-es(k) 
st.  -s(/í:),   schw.  -is(k), 

-es(k) 
-ums{k),  -oms{k) 
-uz(k),  -oz{k)    . 
-us(k),  -os{k) 


-ims{k),  -cms(k) 
-iz{k),  -ez{k) 
-is{k),  -es{k) 

-ums{k),  -onis{k) 
-iz(k),  -ez{k) 


Participium : 
Präsens.  Präteritum  ntr. 

-andes(k),  2.  schw.  -iandes{k)  [   st.  u.  2.  schw.  -iz{k),  -ez(k),  I.  u.  4. 

i       schw.  -az(k),  2.,  3.,  4.  schw.  -z{k) 

§  471.  Diese  endurigen  gelten  jedoch  in  ihrer  reinheit 
nicht  einmal  für  die  ältesten  hdschr.  Folgende  Veränderungen 
treten  in  rascher  folge  ein: 

1.  Schon  vorliterarisch  sind  (wie  im  aktivum,  s.  §  457)  die 
2.  und  3.  sg.  präs.  ind.  zusammengefallen,  so  dass  sie  beide 
auf  -s{k)  oder  -z{k)  enden  können.  Seit  um  1250  im  anorw., 
um  1300  im  aisl.  kann  (wie  im  aktivum,  s.  §  458, 1,  §  461, 1, 
§  463, 1)  auch  die  1.  sg.  (ausser  im  starken  Präteritum)  die 
form  der  2.  3.  sg.  (zunächst  im  konj.)  annehmen,  was  immer 
häufiger  stattfindet  und  im  anorw.  um  1300  so  wie  im  nisl. 
ausnahmslos  durchgeführt  worden  ist. 

2.  Schon  etwas  nach  1200  können  alle  endungen,  die  -s{/{) 
enthalten,  dies  durch  -z{k)  ersetzen  (selten  umgekehrt),  was 
auf  analogiebildung  nach  denjenigen  formen  beruht,  welche 
lautgesetzlich  -z{k)  zeigen,  nämlich  ausser  den  §  468,  2,  b  und 


252  §  471.    Mediopassiv. 

c  SO  wie  oben  1  erwäbnten  fällen  noch  die  2.  sg.  prät.  ind. 
starker  verba,  part.  prät.  ntr.,  2.  sg.  präs.  ind.  wie  hinz{k)  wirst 
gebunden,  Iéz{k)  wirst  gelassen,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  wie  Uz{k) 
wurde  gelassen  u.  a.  Doch  tritt  z  statt  s  nach  /,  ?2?,  r  fast 
nie  (besonders  nicht  im  aisl.),  zwischen  m  und  k  nur  im  anorw. 
ein;  also  z.  b.  isl.  nur  präs.  ind.  2.  sg.  spyrsk,  1.  pl.  spyriomsk 
(anorw.  -umzk)  zu  spyria  fragen.  Sonst  kommen  im  isl.  (im 
gegensatz  zum  anorw.)  seit  um  1300  keine  ^-formen  mehr  vor. 

3.  Bald  nach  1200  können  die  endungen  der  1.  sg.  und 
pl.  mit  einander  verwechselt  werden.  So  steht  in  der  1.  sg 
ind.  aisl.  -omsk  (sehr  selten),  anorw.  (vgl.  oben  2)  -umzk  (sehr 
selten),  resp.  aisl.-anorw.  (sehr  selten)  -oms,  -ums,  häufig  -omz, 
-umz,  welche  letzte  form  vor  1300  (bes.  im  aisl.)  herrschend 
wird  und  dann  dieselbe  entwicklung  wie  die  gleichlautende 
form  der  1.  pl.  einschlägt  (s.  unten).  In  der  1.  sg.  konj.  kommen 
entsprechende  „plural" formen  auf  -ems{k),  -ims{k)  nicht  vor, 
sondern  nur  im  anorw.  ein  sehr  seltenes  -imz  (einmal  auch 
-imk,  wol  durch  kontamination  von  1.  sg.  -umk  und  1.  pl.  -imsk). 
—  In  der  1.  pl.  ind.  ist  vor  1250  die  „singular"  form  -omk 
(einmal  -om)^  -umk  ebenso  häufig,  im  anorw.  sogar  häufiger  als 
-omsk,  -umsk  {-umzk),  -omz,  -umz  (-oms,  -ums  sind  hier  nicht 
belegt);  dagegen  in  der  1.  pl.  konj.  ist  das  nach  -omk  gebildete 
-emk,  -imk  weit  seltener  als  -emsk,  -imsk,  -emz,  -imz.  Seit  1250 
werden  -umz,  -imz  und  deren  fortsetzer  (s.  unten  4)  -umzt,  -imzt 
(anorw.  seit  1250,  isl.  seit  1350)  bald  herrschend,  um  endlich 
(um  1500)  im  isl.  durch  -unzt  (noch  später  -unst  geschrieben), 
im  anorw.  durch  die  form  der  3.  pl.  ersetzt  zu  werden. 

4.  Die  anfangs  weitaus  häufigsten  formen  auf  -k  {-mk,  -sk, 
-zk)  werden  im  anorw.  seit  1250,  im  aisl.  seit  1300  nicht  mehr 
gebraucht.  Jedoch  werden  dadurch  diejenigen  auf  -z  (seltener 
-s,  s.  2  oben:  -m  ist  immer  äusserst  selten  gewesen)  nicht 
alleinherrschend.  Schon  in  den  ältesten  anorw.  hdschr.  wird 
bisweilen  zu  den  formen  auf  -s  und  -z  (ganz  ausnahmsweise  zu 
einer  auf  -k)  ein  -t  hinzugefügt,  welches  wol  zum  teil  funktionell 
berechtigt  ist,  z.  b.  No.  Hom.  2.  sg.  imperat.  minzt  (aus  minz  Öu 
§  183,  2,  a,  §  135)  erinnere  dich,  part.  prät.  ntr.  farezkt  (d.  h. 
farel  'gefahren'  ^--  sk  +  nochmaliges  neutrales  -t),  teils  aber 
analogisch  übertragen.  Diese  -st,  -zl  werden  allmählich  häu- 
figer,  bis   sie  -s,  -z    überwiegen   (um  1350).     Seit   1300   zeigt 


§  472.    Mediopassiv. 


253 


sich  -zt  (nicht  ~st)  auch  im  aisl.  Da  aber  jetzt  z  und  ss 
phonetisch  gleichwertig  sind  (s.  §  213,2),  wird  ohne  unter- 
schied -zt,  -zst  und  (aisl.  jedoch  erst  seit  1450  und  ausnahmslos 
seit  1550)  -sl  geschrieben.  Seit  1450  kommen  im  aisl.  keine 
formen  auf  -z  mehr  vor.  Dagegen  im  anorw.  wird  seit  1350 
die  form  ohne  -t  wieder  immer  häufiger  und  um  1450  (wenigstens 
im  aostnorw.)  alleinherrschend,  ohne  unterschied  -s{s)^  -s{s)z, 
-zs{s),  -z  geschrieben. 

§  472.  Als  paradigmen  seien  angeführt  für  die  starken 
verba  lukas {k)  'sich  schliessen,  geschlossen  werden',  für  die 
schwachen  katlas(k)  'sich  nennen,  genannt  werden'.  Die  ältesten 
formen  werden  zuerst  angeführt,  die  seltensten  [eckig]  ein- 
geklammert. 


Präsens. 

Infinitiv 

lúkask,  [-as],  -azk,  -az,  -azt  (anorw. 
auch  -ast,  -as),  -ast 

Indikativ 
Sg.  1.      lúkomk   {-iimk),   [-om,   -onisk 

{-mnzk),  -oms],  -umz  u.  s.  w.  = 
1.  pl,  lýkz  u.  s.  w.  =  2.  3.  sg. 
2.3.  lýksk,   [-s],   -zk,  -z,  -zt  (und  -st, 
-s),  -st 
Pl.  1.      lúkomsk  {-umzk),  -omk  {-umk), 
[-om],  -umz,  -umzt  (und  -umst, 
-ums),  -umst,  -unzt,  -unst 

2.  lúkezk  (-izk),   -iz,  -izt  (und  -ist, 

-is),  -ist 

3.  lúkask  u.  s.  w.  =  inf. 


kallask  u.  s.  w. 

koUomk  (kallumk)  u.  s.  w., 
kallaz  u.  s.  w. 

kallask  u.  s.  w. 

kollomsk  {kallumzk)  u.  s.  w. 

kallezk  u.  s.  w. 
kallask  u.  s.  w. 


Sg.l. 


Pl.l 


K  o  n  j  u  n  k  t  i  v 
lúkorak  {-umk,  [-imk]),  -umz  [und 

-iniz],   -umzt    [und   -inizt],   -iz 

u.  s.  w.  =  2.  3.  sg. 
2.  3.  liikesk  {-isk),  [-es  (-is)],  -ezk  {-izk), 

-iz,  -izt  (und  -ist,  -is),  -ist 
lúkemsk  {-imsk),  -emk  {-imk),  -imz, 

-imzt  (und  -imst,  -ims),  -umz, 

-umzt  u.  s.  w.  =  ind. 
lúkezk  {-izk)  u.  s.  w.  =  ind. 
liikesk  {-isk)  u.  s.  w.  =  2.  3.  sg. 


koUomk  {kallumk)  u.  s.  w 

kallesk  u.  s.  w. 
kallemsk  u.  s.  w. 


kallezk  u.  s.  w. 
kallesk  u.  s.  w. 


254 


§  473.    Umschriebenes  passiv. 


Imperativ 
Sg.  2.      liiksk,  [-s] ,  -zk,  -z,  -zt  (und  -st,         kallask  u.  s.  w. 

-8),  -st 

PI.  1.   1      .     .      .    , 
;  wie  im  md. 

2-.  i 

Participium  (selten) 

lükandesk,  [-es],  -ezk,  -iz,  -izt  (und         kallandesk  u.  s.  w. 

-ist,  -is),  -ist 


Präteritum. 

Indikativ 
Sg.  1.      lukomk  (-umk),  [-omsk  {-um zk)], 
-umz  II.  s.  w.  =  1.  pl.  präs.  ind., 
laukz  u.  s.  w.  =  2.  3.  sg. 
2.      laukzk,  -z,  -zt  (und  -st,  -s),  -st 


kolloðomk  (kalladomk)  u.s.w 


3.      lauksk,  -zk,  -z  u.  s.  w.  =  2.  sg. 
PI.  1.      lukomsk  (-umzk)  u.  s.  w.  =  1.  pl. 
präs.  ind. 

2.  lukozk  {-uzk),  -uz,  -uzt  (und  -ust, 

-us),  -ust 

3.  lukosk    {-usk),    [-os   {-us)],   -ozk 

{-uzk),  -uz  u.  s.  w.  =  2.  pl. 

Konjunktiv 

Sg.  l.      lykomk  {-umk)  u.  s.  w.  =  1.  sg. 

präs.  koDJ.,  lykiz  u.  s.w.  =:  2. 3.  sg. 

2.  3.  lykesk  (-isk)  u.  s.  w.  =  2.  3.  präs. 

konj. 

PI.  1.      lykemsk  {-imsk)  u.  s.  w.  =  1.  pl. 

präs.  konj.,  lykumz  u.  s.  w.  =:ind. 

2.  lykezk  {-izk)  u.  s.  w.  =  2.  pl.  präs. 

konj.,  lykuz  u.  s.  w.  =  ind. 

3.  lykesk  (-isk)  u.  s.  w.  =  3.pl.  präs. 

konj.,  lykuz  u.  s.  w.  =  ind. 


kallaðesk,  [-es],  -ezk,  -iz,  -izt 

(und  -ist,  -is),  -ist 
=  2.  sg. 
kolloðomsk  {kalladomzk) 

u.  s.  w. 
kolloöozk  (kalladozk)  u.  s.  w. 

kolloðosk  (kalla^osk)  u.  s.  w. 


kolloðomk  (kalladomk)  ii.  s.  w. 
kallaðesk  u.  s.  w. 
kallaðemsk  u.  s.  w. 
kallaðezk  u.  s.  w. 
kallaðesk  u.  s.  w. 


Participium  (nur  im,  neutr.) 
lokezk,  -iz,  -izt  (und  -ist,  -is)  kallazk  u.  s.  w. 

§  473.  Ein  umschriebenes  passivum  wird  mittelst  vesa, 
Vera  'sein'  in  Verbindung  mit  dem  pari  prät.  gebildet.  Später 
(sehr  selten  aber  in  alter  zeit)  kann  statt  ver  a  bisweilen  ve?'t)a 
{værba)  'werden'  gebraucht  werden.  Also  z.  b.  von  kalla  'rufen, 
nennen'  1.  sg.  präs.  ind.  ek  em  oder  vert^  kallabr,   konj.  ek  siá 


§  473.    Umschriebenes  passiv.  255 

0.  ver^a  knllat)r,  prät.  ind.  ek  vas,  var  o.  vart)  k.,  konj.  ck  væra 
0.  yrt)a  k.,  perf.  ind.  ek  hefe  ver  et  (äusserst  selten  erbet)  k., 
konj.  ek  hafa  ver  et  k.,  plusquamperf.  ek  haft)a  ver  et  k.,  konj. 
ek  hefba  v  er  et  k.,  futur.  ek  man  vesa,  v  er  a  o.  verba  k.,  kon  dit. 
ek  munda  vesa,  vera  o.  verba  k.,  futur.  exakt,  ek  man  hafa  veret 
k.,  kondit.  exakt,  ek  munda  hafa  veret  k.  u.  s.  w. 

Anm.  1.     Statt  perf.,  plusquamperf.,  futur.  exakt,  und  kondit.  exakt, 
werden  gewöhnlich  präs.,  resp.  prät.,  futur.  und  kondit.  gebraucht. 

Anm.  2.     Im  futur,  und  kondit.   wird  fast  gewöhnlich  der  inf.  vesa, 
vera  o.  vertia  ausgelassen. 


Anhang. 
Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften. ) 

1.  stein  von  Belland  (Norwegen): 
Die  inschrift  lautet:  (staindjR?  keþan 

Dies  wäre  in  altisländischer  spräche:  Sleinn  ^Kiatia. 
Ins  deutsche  übersetzt:  'Der  stein  Kiaðe's  (ist  dies).' 

Anm.     Vgl.  folgende  literatur^):  Wimmer,  Aarbøger  1868,  s.  68,  Die 
runenschrift,  s.  156  note. 

2.  Stein  von  Berga  (Schweden): 

Urn.:  firio  \  sali^asiiR. 

Isl. :  Firma  (nom.  propr.),   ^Salgeslr  (anfr.  Saligast). 

Uebers.  'Finna,  Salgestr  (ruhen  hier)'. 

Anm.     Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  244  íf.;  313  f. 

3.  Stein  von  Björketorp  (Schweden): 

Urn.:   uþara'óas'óa  —  saR  þat  'úaruíR  \  uti  ür  welabaube  \  haera- 
malansR  g  inaruyiaR  ara^eu  \  falahak  habera^  (statt  heberag?) 
haibRruno  ronu 


1)  Alphabetisch  geordnet  nach  den  fundorten.  Ergänzungen  sind 
eingeklammert,  durch  ( )  was  als  in  späterer  zeit  verloren  gegangen,  durch 
[  ]  was  als,  absichtlich  oder  unabsichtlich,  von  dem  ritzer  fortgelassen  ver- 
mutet wird.  Die  Interpunktionszeichen  der  inschriften  sind  durch  einen 
punkt  wiedergegeben ;  neue  zeile  wird  durch  |  ,  neue  seite  des  denkmals 
durch  —  angegeben.  Die  hier  durchführte  worttrennung  rührt  von  dem  je- 
weiligen interpretator  her. 

^)  Ich  verzeichne  hier  zu  jeder  Inschrift  nur  das  wichtigste  der  be- 
treffenden literatur.  Vgl.  übrigens  für  die  zeit  bis  1885  das  ausführliche 
literaturverzeichnis  bei  Fr,  Burg,  Die  älteren  nordischen  runeninschriften, 
s.  167,  mit  nachtragen  von  Noreen  in  Nordisk  revy  1884  —  85,  sp.  363 
(=Bezz.  Beitr.  XI,  181.) 


Die  wichtigsten  nrnordischen  inschriften.  257 

Isl.:  Úþarf{d)spó.  ^Sár  (ascliw.  sär)  \  þat  hrijlr,  úle?  er'í  (laut- 
g'esetzlich  *ör,  ascliw.  ar ;  vg'l.  northumbr.  aron  pl.)  vél{a)dautie. 
^He?y?i(a)Iayss (vgl.  hanm%  hermask,  hermelega)  gmnrúnar  ^erg'w? 
(vgl.  erge,  arr/r)  falk  hetjt^ag,  he}t)rrúna  rono  (vgl.  nisl.  nina 
'folge',  aisl.  rime  'lauf'). 

Uebers. :  'UnglUcksprophezeiung!  (Demjenigen),  der  dies  (denk- 

mal)  bricht,  bevorstehend  (eigentlich :  draussen)  ist  tückischer 

tod.     Ohne  schaden  habe  ich  hier  [ich]   die  grossrunen   der 

hexerei  verborgen,   (so  wie  auch)  die  reihe  der  ehrenrunen'. 

Anm.  Vgl.  die  inschr.  von  Stentofta  (unten  34) ;  Wimmer,  Aarbøger 
1867,  s.  58  f.;  Burg,  s.  59  if.;  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  323  f., 
VIII,  198  f.,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  8,  IG,  27  note,  32,65; 
V.  Rydberg,  Svenska  fornminnesföreningens  tidskrift  II,  234  if. 

4.  Stein  von  Bratsberg  (Norwegen): 
Urn. :  þaliR 

Isl:   ^þalr  {*þœin  oder  þœlerl,  s.  §320  anm.;  nom.  propr.) 
Uebers.:  'þalr  (ruht  hier).' 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  166  f. 

5.  Stein  von  By  (oder  Sigdal;  Norwegen): 

Urn.:  eirilaR  (statt  erilaR  Järsbärg,  Kragehul,  Lindholm)  hromR 

hroReR  orte  þat  aRt)a  .  .?  ola  .  .?  \  rmpl? 
Isl. :  larl  (§  294,  2)  ^Hrérr  (§  68,  4)  "^Hrórer  (s.  §  305  anm.)  or  le 

þat 

Uebers.:   'Jarl  Hrórr,  Hrór's  söhn,  machte  das  (denkmal)  .  .  .' 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  19,69, 
Arkiv  VIII,  12. 

6.  Stein  von  Bo  (Norwegen): 
Urn.:  hrawhas  hlairva 

Isl.:  ^IJraiSsl!  (nom.  propr.,  vgl.  Brau()ong?')  ^hlá  (got.  hlaiiv). 
Uebers.:  'Hrauð's  grab\ 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  220;  Burg,  s.  118. 

7.  Brakteat  von  Darum  (Dänemark): 
Urn. :  nmj\l\a\  .  laþu. 

Isl.:  '"^Nyle  (nom.  propr.;  zu  isl.  mjr,  got.  niujis).    Lot). 
Uebers.:  'N}de.     Freundschaftliches  anerbieten  (ist  dies).' 
Anm.     Vgl.  Bugge,  Arkiv  VIII,  20,  52. 

Nor  (teil,  Altisl.  f^ramin.     2.  antl.  17 


258  Anhang. 

8.  Stein  von  Einang  (Norwegen): 
Urn. :  tiagaR  þaR  runo  failüho    ~^ 

Isl:    Bagr  per  runar  (lautges.  ^rúna,   s.  §  308  anm.  5;   oder: 

þar  rún?)  fá^a. 
Uebers.:  '(Ich)  Dagr  diese  runen  (oder:  dort  die  runeninscbrift?) 

ritzte'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Christiania  videnskabsselskabs  forhandlinger  for 
1872,  s.  320  íf.;  Brate,  Bezz.  Beitr.  XT,  198;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  290. 

9.  Stein  von  Elgesem  (Norwegen): 
Urn.:  alu 

Isl.:  ^Ql. 

Uebers.:  'Schutz  (ist  dies)'. 

Anm.     Vgl.  Bugge,  Arkiv  VIII,  28  f. 

10.  Spange  von  Etelbem  (Schweden): 
Urn.:    ek  erla  ivria 

Isl.:  ^'Ek  ^larlc  (aschw.  larle)  orte  (lautges.  ^urlé). 

Uebers.:  'Ich  larle  machte  (die  runen)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  24Gíf.;  Noreen  (bei 
Brate),  Bezz.  Beitr.  XI,  201,  Arkiv  VI, 383  f.;  Kock,  UnderscJkningar  i  svensk 
språkhistoria,  s.  108  íf. 

11.  Spange  von  Fonnas  (Norwegen): 

Urn. :  u  l  s  k  l  r  \  w  k  s  hu  \  i  tj  r  s  av  s  r  i)  s  e  \  a  \  i  h  s  1)  i  t)  u  l  i  l 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1878,  s.  64  ff..  Arkiv  VIII,  24  note, 
Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  50  ff.;  Wimmer,  Die  runenschrift, 
s.  127. 

12.  Brakteat  (Stephens  nr.  24)  aus  Fiinen  (Dänemark): 
Urn.:  horaR  \  laþu ? 

Isl. :  Hórr  (hier  als  nom.  propr.).     Lot5 

Uebers.:  'Hurr.    Freundschaftliches  anerbieten  (ist  dies)...'. 
Anm.    Vgl.  Bugge,  Arkiv  VIII,  20. 

^  Sc^esarí^     13.  Goldenes  horn  von  Gallehus  (Dänemark): 

«^ /"  ^^'Vyü.  :   ek  hlefmgas^R  .  hollw^R  .  horna  .  íawitío  . 

Isl. :  Æk  ^Hlégestr  HyUengr  (lautges.  ^^HMiengr,  vgl.  §  68,  3  mit 
anm.  2)  horn  ^'lát)a  (1.  sg.  prat.  ind.  von  ^leyia  =  got.  taujan; 
fiexion  wie  heyia  §  440,  5). 


Die  wichtigsten  iirn.  inschriften.  259 

Uebers. :   'Ich  Hlégestr  aus  Holt  (oder:   Holte's  sobn?)  machte 
das  horn'. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  215  ff.;  Burg,  s.  lOff. 

14.  Stein  von  Gom  mor  (Schweden): 

Urn. : ?  —  säte  —  .  .  .  ?  —  haþuwolafa 

Isl.:  ....  Seite  (laiitges.  "^  satte,  aschw.  satte)  .  .  .  Hol  f  (s.  §  179). 
Uebers.:  '.  .  .  setzte  (den  stein  nach)  Hólf'. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  347  ff.;  Burg,  s.  84 ff. 

15.  Spange  von  Himling(h)oie  (Dänemark): 

Urn. :   hariso 

Isl.:  ^Harsa  (nom.  propr. ;  vgl.  isl.  herser  und  erulisch  Hariso  m.) 

Uebers.:   'Harsa  (besitzt  dies)'. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  251  f.;  Burg,  s.  47 f. 

16.  Stein  von  Istaby  (Schweden): 

Urn.:    afqlR   harbvulqfq   \  liapuwulajn   haerurvulqßn   (fehler   für 

heruwulqßü)  —  wqrait  riinan  paiaR 
Isl.:    '*Afendr'^   (aschw.  ruuisch   afatan  Gursten)    Heriidf  Hólfr 

(s.  §  179)  ^Hiorylfer?  (s.  §  305  anm.)  reit  runar  þwr  (s.  Noreen 

im  Grundriss  I,  503  f.). 
Uebers.:  'Nach  Heriulfr  ritzte  Holfr,  Hiorulf's  söhn,  diese  runen'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  314  ff.;  Wimmer 
bei  Burg,  s.  156  ff. ;  Brate,  Bezz.  Beitr.  XI,  191  ff.  —  In  dieser  inschriit 
scheint  q  teils  die  Verbindung  an  (in  afuin^^^  teils  reduziertes  nasaliertes 
a  (in  der  ultima  von  hariivulqfq) ,  teils  den  svarabhaktivokal  (in  den 
übrigen  fällen)  anzugeben, 

17.  (Aelterer)  stein  von  Jondal  (oder  Torvik;  Norwegen): 
Urn. :    Ia[n]^a  .  rvariidaR  oder  la[n\(^atvarÍ73aR 

Isl.:  Lande  (nom. propr.),  vcerengr  oåQx'"^ Landvcerengr {nova.^xo])!'.). 

Uebers.:  'Lande,  ein  waräger  (oder :  Landværengr),  (ruht  hier)'. 

Anm.  Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  lOOf. ;  Bugge,  Norges  Ind- 
skrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  58. 

18.  (Jüngerer)  stein  von  Jondal  (oder  Torvik;  Norwegen): 
Hrn.:   tiepro^wingk  oder  JAeprotiwin^k^^ 

Anm.  Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrifl,  s.  212;  Stephens,  Ilandbook, 
s.  241;  Bugge,  Arkiv  VIII,  7. 

17* 


260  Anhang. 

19.  Stein  von  Järsbärg  (oder  Varnum;  Schweden): 
Urn. :   u'öan  hile  .  harafmnaR  \  {wí)t  iah  ek  erilan  runoR  wa  rit  u 
Isl. :  ^Ufr  (abd.  ubar\  vgl.  isl.  of,  ijfer)  ^HUe.  Hrafn  vil  *á?  (vgl. 

§  175  mit  anm.  1  u.  2;  got.  Jah)  ek  larl  (nom.  propr.;  §  294,  2) 

rninar   into   (1.  dual.    prät.    ind.    von   rita\    s.  §  460    anm.  3. 

§461,3,   §228,2). 

IJebers. :   'Ueber  Hitr  (steht  der  stein).     Wir  zwei,   Hrafn  und 

ich  Jarl,  die  runen  ritzten'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  237  ff.;  Burg,  s.  99 ff.; 
Brate,  Bezz.  Beitr.  XI,  200. 

20.  Lanzenschaft  von  Kragehul  (Dänemark): 

•ßJp 'V^•íx.sJu^^Jt  Um.:    ek  erilaR  a\n\su^isalas   muha   hailena  gaga^inu  gahe[lpul 

Jt^  0.\K%%irtK<iVt  sa)li  ja{h)  ha^ala  wi[^]ju  bi  g.  .  . 

iM/i  i^^^'^^xlsl. :  Ek  iarl  "^Ásgisls  Möe  (schwacher  nom.  sg.  m.  zu  mÓ7^ 
'braun';  gewöhnlich  als  pferdename)  heiteg.  Gogn  (acc.  pL, 
lautges.  "^ gegen,  s.  §  297  anm.  2,  §  357  anm.  1;  vgl.  noch 
abd.  ga-gagan-werüan  u.  dgl.),  hiolp  (vgl.  got.  ga-hilpan).,  ^sœl 
(substantivierter  acc,  sg.  ntr.  zu  seil,  vgl.  §  354  anm.  2)  *« 
(got.  jah)  ^hagal  (subst.  acc.  sg.  ntr.  zu  hagall  'dienlich') 
vige  *bi  (got.  bi)  g  .  .  . 
Uebers. :  'Ich  der  jarl  Asgisl's,  Múe  heisse  ich.  Vorteil,  hülfe, 
glück  und  nutzen  weihe  (ich)  ein  mit  .  .  .' 

Anm.  Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  123ft".;  Burg,  s.  37ff. ;  Brate, 
Bezz.  Beitr.  XI,  187  ff.  Auf  meinen  obigen  Vorschlag  zur  restitution  und 
deutung  der  inschrift  lege  ich  kein  besonderes  gewicht. 

21.  Stein  von  Krogstad  (Schweden): 
Urn.:  mrvsteiian  —  stainaR 

Isl. : ?    Steinn. 

Uebers.:  ' ?    Steinn  (ritzte  die  runen)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  30  note; 
Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  155  note. 

22.  Beinchen  von  Lindholm  (Schweden): 

Urn. :  ek  erilaR  sa  wilagaR  haieka  .  —  aaaaaaaaRRRnnbmuttt .  alu . 
Isl.:   Ek  iarl  (s.  §  294,  2)  sä  "^Vilagr  heilek  (lautges.  '^hálek,   s. 

§  57  anm.  4) ?  *(v/. 

Uebers. :  'Ich  jarl,  der  ich  Vilagr  heisse ?  Schutz  (ist  dies)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  185  ff..  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X, 
254,  Arkiv  VIII,  28  f. 


Die  wichtigsten  urn.  inschriften.  261 

23.  Brakteat  (Stepbens  nr  55)  von  Magie  mose  (Däne- 
mark) : 

Urn.:  ho.R  (statt  horaR  oben  12)  |  aihek ? 

IsL:  Hörr  (nom.  propr.)  äk  .  .  .  . 

Uebers. :  'leb  Hórr  besitze  (dies)  .  . 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  178,  200,  Norges  ludskrifter 
med  de  ældre  Runer,  s.  8. 

24.  Stein  von  Möjebro  (oder  Hag*by;  Scbweden): 
Urn.:   ana  hahaisla  .  iniR  \  /rawaraban. 

IsL:    A    (lautg'es.   ^an,    got.   ana)   ^Háisl  (ascbw.    Häisl)   '^Jnr 

i^Inn}  oder  -^'Iner,  '■'Incr^},  s.  §  320  anm.),  ^Frár(l(5r. 
Uebers.:  'Ueber  Iláisl  lnr,  Fráráðr  (setzten  den  stein)'. 
Anin.    Vgl.  Burg,  s.  10611'.;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  105  f. 

25.  Stein  von  Opedal  (Norwegen): 

Urn.:   ?>/r5[/]y'?^w^o?roV  swesiar  m'inu  \  liubu  meR  wa-ge 

Isl.: hora  ?  (nom.  propr.,  vgl.  m.  Hornbore)  sysler  (lautges. 

^suester,  vgl.  §  71,7)  min,  Uúf  mer  ^Váge  (oder  ^Vagel). 

Uebers.:  'Meine  scbwester ?,  mir  Vágr  lieb,  (rubt  bier)'. 

x\nm.    Vgl.  (die  abweichende  deutung  von)  Bugge,  Arkiv  VIII,  1  íf. 

26.  Stein  von  Rei(d)stad  (Norwegen): 

Urn. :   iuþingaR  \  ik  rvakraR  .  unnam  wraita 

IsL:  "^V'bengr  (abd.  Eodunc).    Ek  (lautges.  ^ík,  vgl.  §  129  anm.  1) 

^^akr  ^un{d)nam  (1.  sg.  prät.  ind.  von  ^U7idnema)   ^reit   (abd. 

reiz  linie;  vgl.  got.  writs  stricb). 

Uebers. :  ' Y'Öengr  (rubt  bier).  leb  Wacker  unternalim  die  ritzung'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  172  íf.;  Wimmer, 
Die  runenschrift,  s.  210  ff. 

27.  Stein  von  Räfsal  (Scbweden): 

Urn. :  hariwulfs  oder  hariþulfs  .  swainaR  oder  slainaR 

IsL:  Heriulfs  oder  *Harbu/fs  suelnar  oder  sleinar.. 

Uebers.:  'Die  burscben  Heriulfs  (ruben  bier)'  oder:  'Die  steine 

HarÖulf's  (sind  diese)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  Kili;  Wimmer,  Die 
runenschrift,  s.  2:iOf.;  S.  Boije,  Bidrag  till  kännedom  om  Göteborgs  och 
Bohusliins  fornminnen  och  historia  III,  202  ff. 


262  Anhang. 

28.  Brakteat  (Stephens  nr.  19)  aus  Schonen  (Schweden) 
Urn. :   laþu  laukan  .  gakaR  alu 

Isl. :   Loh .  Laukr  (hier  wol  als  nom.  propr.)  .  *^aÅ:r?   *0/   (vgl. 

nr.  9  oben). 
Uebers. :  '  Freundschaftliches  anerbieten  (ist  dies).    Laukr  .  .  . .  ? 

Schutz  (ist  dies)'. 

Anm.     Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  183,  199  f.,  Arkiv  VIII,  20,  28. 

29.  Brakteat  (Stephens  nr.  57)  aus  Sjælland  (Dänemark): 
Urn. :   hariuha  haitika  .  fauauisa  .  ^if)u  auna  . 

Isl. :  ^üeriöe  ?  heitek  fávise.     Giof  cma  (s.  §  337  anm.  2). 
Uebers.:   'Herióe   heisse  ich,  der   wenig   wissende.     Die  gäbe 
der  Vorväter  (ist  dies)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  203  ff. ;  Läffler,  Ant.  tidskr.  f. 
Sv.  VI,  h.  2,  s.  14.  Die  lesung  hariuha  beruht  auf  einer  mündlichen  mit- 
teilung  Bugge's. 

30.  Brakteat  (Stephens  nr.  67)  von  Skodborg  (Schleswig): 
Urn. :  auja  alawin  auja  alarvin  auja  alarvin  jalawib 

Anm.     Vgl.  Burg,  s.  30  ff.;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  122  mit  note. 

31.  Stein  von  Skaäng  (Schweden): 
s  öP  -(.ee-e/in.  Urn. :   hqriidg^aleugqR  . 

Isl.:   ^Hringe  (s.  §  119;  oder  "^  Her  enge,  vgl.  ahd.  Herinc  zu  isl. 
herr,   got.    harjis\   nom.   propr.)   ^áliúgr   (vgl.   ahd.   ä-herzer 
'ohne  herzen',  ags.  œ-mód  'ohne  mut'  u.  dgL). 
Uebers.:  'Hringe  (oder:  Herenge),  der  ohne  falsch,  (ruht  hier)'. 
Anm.     Vgl.  Bugge,  Arkiv  VIII,  19,  22;  Burg,  s.  98  f.;    Wimmer,  Die 
runenschrift,  s.  166,  210  note.  —  q  scheint  hier  wie  in  nr.  16  oben  zu  be- 
urteilen sein. 

32.  Stein  von  Skärkind  (Schweden): 
Urn.:  ski[n\þaleuf)aR  oder  -wa^  . 

Isl:  *Skinnliúfr  (nom.  propr.,  'mit  feiner  haut'). 
Uebers.:  'Skinnliúfr  (ruht  hier)'. 
Anm.    Vgl.  Bugge,  Arkiv  VIII,  23. 

33.  Stein  von  Steinstad  (Norwegen): 
Urn. :  i^imn  halaR 

Isl.:  "^Igingo  i^Iglngo^i  gen.  sg.  f.?  s.  §  339  anm.  2;  nom.  propr.) 

hallr. 
Uebers.:  'Iginga's  stein  (ist  dies)'. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  176  ff. 


Die  wichtigsten  uru.  inschriften.  263 

34.  Stein  von  Stentofta  (Schweden): 

Urn.:  jüuha  {^iM  niujal)  "OorumR  \  niuhq,  (^Í2áX  niujaT)  ^estuniR  \ 
haþuwolafR  ^af  \  hariwolafR  magiu  snuheka  (statt  snujekaí) 
heb-era  ginoronoR  —  h\a\lt)eRranono  \  heramala[u]saR  arageu 
?vel{a)\Ö[a]ub[s]  saR  —  fjariutiþ 

Isl. :  Nij  (substantivierter  acc.  sg.  ntr.  zu  nýr,  s.  §  354  anm.  2; 
gewöhnlich  in  der  bedeutuug  'das  neue  des  mondes',  d.  h. 
'neumond')  borom  (s.  §  141),  7iý  g  es  lom  Hol  fr  gaf,  Heriolfr 
mege  .  Snýk  hebra  ^ginnronom  (dat.,  lautges.  ^ginnronor  acc.; 
vgl.  nisl.  runa  'folge',  aisl.  rune  m.  'lauf)  helbrrúna  (lautges. 
'^heibt^únana ;  vgl.  Heit)rún,  acc.  -rúno,  nom.  propr.  und  §  308 
anm.  6),  ^herm{a)lauss  (vgl.  harmr,  hermask^  hermelega)  ^ergio't 
(vgl.  erge,  argr).  Vél{a)dau(^s  ^sár  (aschw.  sär)  hrijtr  (laut- 
ges. Hrijtt). 

Uebers. :  'Neues  (denkmal)  den  söhnen,  neues  (denkmal)  den 
gasten  gab  Holfr,  Heriolfr  (gab  es)  dem  söhne.  Hier  wende 
ich  die  grossen  reihen  der  ehrenrunen,  ohne  schaden  (die- 
jenigen) der  hexerei.  Des  tückischen  todes  (ist),  wer  (dies 
denkmal)  bricht.' 

Anm.  Vgl.  die  inschrift  von  Björketorp  (nr.  3  oben);  Wimmer,  Aar- 
bøger  1867,  s.  58 f ;  Burg,  s.  BS  ff.;  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  323  flf., 
VIII,  200  f ,  Norges  Indskrifter  med- de  ældre  Runer,  s.  8, 14, 16, 23  f ,  27  note,  64. 

35.  Stein  von  Strand  (Norwegen): 

Urn.:  hat)ulaikaR  \  ek  hagusla[l]ÖaR  \  hlaaiwibo  (wol  fehler  für 
hlaiivibo)  magu  minino 

Isl.:  ^fíobleikr.  Ek  Haukstaldr  (lautges.  "^  Hogst  aldr)  ^hket)a 
(1.  sg.  prat.  ind.  zu  ^hlœfa  aus  ^hlaiwian\  vgl.  got.  hlaiw 
grab  und  urn.  hlaiwa  Bø)  mog  minn. 

Uebers.:  'HoÖleikr  (ruht  hier).  Ich  Hagestolz  begrub  mei- 
nen söhn'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1884,  s.  81  íf.;  Burg,  s.  118  if.;  Wimmer, 
Die  runenschrift,  s.  14Í)  note,  150,  224  note. 

36.  Diadem  von  Strårup  (oder  Dalby;  Dänemark): 

Urn.:  leþro 

Isl.:   "^Lebra  (nom.  propr. V). 

Uebers.:  'Leðra  (besitzt  dies)'. 

Anni.     Vgl.  Burg,  s.  32  if. ;  Bugge,  Arkiv  VIII,  5. 


264  Anhang. 

37.  stein  von  Sölvesborg'  (Schweden): 
Urn. :  urii  .  wa(þí  \  aft  a)smy\iL\t  sunu  sin 

löl.:  Orte  (lautges.  ^uríé)  Vabe  "^apt  (vgl.  isl.  ept)  Asmund  sun  sinn. 
Uebei'S. :  'Machte  (die  runen)  Vaðe  nach  Asmund,  seinen  sohn'. 
Anm.     Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  227  ff. 

38.  Stein  von  Tan  um  (Schweden): 
Urn.:  þraiviisan  haiünaR  was 

Isl.:  ^Þráengia  heitenn  vas.  ♦ 

Uebers.:  'Dráenge's  wurde  (der  stein)  geheissen'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VII,  24Sff.;  S.  Boije, 
Bidrag  till  kiinnedom  om  Göteborgs  och  Bohusläns  fornminnen  och  historia 
III,  251) ff.;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  150  note. 

39.  Zwinge  von  T(h)orsbjærg  (Dänemark): 

Urn. :  owlþuþewaR  (statt  wolþuþewaii)  —  ni  (st.  m)  wauc  marin 

IsL:    "^Ollþér   (nom.  propr. ;   vgl.    got.   wulþus   und   urn.   pewaR 

Valsfjord),  i  Vange  merr. 

Uebers.:  'Ollþér,  in  Vang  berühmt,  (besitzt  dies)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  180  ff.,  Norges 
Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  23;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  104  f. 

40.  Brakteat  (Stephens  nr.  25)  von  Tjurkö  (Schweden): 

Urn.:    helt^an   kunimu[n]biu  .  wurje^  runoR   an   wllhakurne   (wol 

fehler  für  walhakurne\ 
Isl.:    Hialdr   (nom.  propr.,   vgl.   das   entsprechende  fem.  Hildr) 

"^Kijnmynde   (ags.    Cynemund,   ahd.    Chunimuni)   orte   (lautges. 

^urte)  runar  á  ^valkurne. 
Uebers.:    'Hialdr   dem   Kunimund    machte   die   runen   auf  der 

wälschen  krone'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  19Öff'. ;  Brate,  Bezz.  Beitr.  XI, 
198  f.;  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  213  f.;  R.  Henning,  Die  deutschen 
Runendenkmäler,  s.  123. 

41.  Stein  von  Tomstad  (Norwegen): 

Urn. :   ( .  .  )an  .  waruR 

Isl.:   .  .  .  a  (gen.  sg.  eines  personennamens)  '"^vorr. 
Uebers.:  '.  .  .  .'s  steinkreis  (ist  dies)'? 
Anm.    Vgl.  Burg,  s.  112  f. 


Die  vvichtigsteu  um.  inscbriften.  265 

42.  Stein  von  Tune  (Norwegen): 

Urn. :  ek  wiwaR  afier  woburl  be  witabahalaWan  .  tvorahio  .  r{unoR) 

—  {aftejR   tvotiurit^e  .  staina  .  ( )?  |  (.  .  .)?'  puwoa  oder 

þrijoR  bohtriJi  balibun  \  arijirsa  oder  artjija  siuosieR  oder  6^/- 
josteR  arij'mano  oder  arhijano 

IsL:  Ek  ^Y'r  (nach  §  72, 12)  "^aptr  (vgl.  isl.  ept,  epler)  ^Ót^ribe 
(dat.  sg.  m.)   Hitabhleifa   (dat.   sg.   m.;   vgl.   got.  rvitöþ   und 

(ja-hlaiba)  orta  runar.    ^Aptr  ^Öbribe  stein ?  ^Þúengar^^ 

(oder  þriár)  dótr  deildo  (lautges.  ^áœldo,  s.  §  57  anm.  4) 
erfengia}  (oder  erfé)  ^síngaster  (oder  '^siasíerl)  ^erfengna^ 
(oder  ^erfna). 

Ucbers.:    'Ich  Y'r  nach  Oðriðr,   dem  bundesgenossen,   machte 

die  runen.     Nach  OÖriðr  den  stein  .  .  .?  Iníeng'sV  (oder  drei) 

töchter  teilten,    der  erben V    (oder:    das   erbe)  die  .  V  .  sten 

der  erbinnen? 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s,  1  ff.; 
Lyngby,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Pæd.  VIII,  194  note;  Wimmer,  Die  runensehrift, 
s.  152  ff.;  Brate,  Bezz.  Beitr.  XI,  182  f. 

43.  Brakteat  (Stephens  nr.  22)  vonVadstena  (Schweden): 
Urn. :  luwaluwa  .  fiiþark^w  .  hnijepRs  .  Wemi?JO 

Aum.  Vgl.  Wimmer,  Die  runensehrift,  s.  70;  Bugge,  Aarbøger  187J, 
s.  202  f. 

X         44.  Felsen  wand  zu  Valsfjord  (Norwegen): 

Urn.:   ek  hagiistalbaR  pervaR  gobagas 

Isl.:  Ek  Haukstaldr  {Isrntge^.  ^Hogstaldr),  ^þér  (vgl.  Zusammen- 
setzungen wie  Hialmpcr  u.  dgl.;  got.  þius)  ^Góbags. 

Uebers. :  'Ich  Hagestolz,  der  mann  GóÖag's,  (ritzte  die  runen)'. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Christiania  videnskabsselsk.  forhandl,  for  1872, 
s.  311  ff.;  Aarbøger  1884,  s.  87ff.;  Burg  (und  Wimmer),  s.  140  f.,  158  note. 

45.  Brakteat  (Stephens  nr.  80)  von  Varde  (oder  Næsbjicrg; 
Dänemark) : 

Urn.:   niurvila  \  Iþl  \  tk 

Isl.:  *Aý/e  (vgl.  7  oben)  oder  ''^'^ygle  (§  246  mit  anm.  2;  nom. 
propr.)  .... 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Aarbøger  1871,  s.  217  ff.,  Arkiv  VIII,  22. 


266  Anhang. 

46.  Stein  von  Vatn  (Norwegen): 
Urn.:  rhoallR 

Isl.:  Hroaldr  (nom.  propr.). 

Anm.    Vgl.  Wimmer,  Die  rimenschrift,  s.  225  f. 

47.  Felsenwand  zu  Veblungsnæs  (Norwegen): 

Urn.:  eirilaR  (statt  ei^ilaR  Järsbärg',  Kragehul,  Lindholm)  wiwHa 

Isl.:  lad  (§294,2)  ^Y'le  (diminutiv  zu  *jPV  Tune). 

Uebers.:  'Jarl  Y'le  (ritzte  die  runen)'. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Aarbøger  187],  s.  221  ff.,  1872,  s.  192  ff.;  Beudixen, 
ib.  s.  185  ff.;  Burg,  s.  137  f. 

48.  Hobel  von  Vi  (Dänemark): 

Urn.:  tal'mo  \  ^isaiou  .  wilíR V  —  tiþis  .  hleuno V 

Anm.    Vgl.  Burg,  s.  46;  Wimmer,  Aarbøger  1867,  s.  29,  1868,  s.  69  f.; 
Bugge,  Arkiv  VIII,  22. 

49.  Kamm  von  Vi  (Dänemark): 

Urn.:   har[i]}3a 

Isl.:  ^/Jringe  (oder  ^ Herenge,  s.  oben  nr.  29;  nom.  propr.). 

Uebers.:  'Hringe  (oder:  Herenge)  (besitzt  dies)'. 
Anm.     Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  63. 

50.  Spange  von  Vi  (Dänemark): 
Urn.:   aaba^asu  \  laasauwwa 

Anm.     Vgl.  Wimmer,  Die  runenschrift,  s.  147  mit  note;  Burg,  s.  41  ff. 

51.  Stein  von  Vånga  (Schweden): 

Urn.:  haukopuR 

Isl.:  ^Haukotir  (nom.  propr.,  'der  mit  habicht  jagt'?). 

Uebers.:  'HaukoÖr  (ruht  hier)'. 

Anm.    Vgl.  Burg,  s.  95  f.;   Bugge,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre 
Runer,  s.  17. 

o 

52.  Stein  von  Arstad  (oder  Orstad;  Norwegen): 

Urn.:  hhvlgaR  \  sar  alu  \  eumnai 

Isl.:  ^Hífegr  (nom.  propr.) .  ^Sár  (aschw.  sär)  "^ol  (vgl.  oben  nr.  9) . . .'? 

Uebers.:   'Hifegr   (ritzte  die  runen).     Dieser  (stein  ist)   schütz 


Die  wichtigsten  iirn.  inschriflen.  267 

Aum.     Vgl.  Wimmer,  Die  rimenschrift,  s.  214  f.;   I>iigg^5  Arkiv  VIII, 
10  note,  20  note,  25,  29,  Norges  Indskrit'ter  med  de  ældre  Runer,  s.  ()6. 

53.  Brakteat  (Stephens  nr.  96)  von  A  sum  (Schweden): 

Urn.:  ehe  ik  akaR  fahi[bo\ 

Isl. :    .  .V  (nom.  propr.  im    dat.  sg.  m.)   ek   (lautg-es.  "^ík)  "^Ákr 
fdÖa. 

Uebers. :  ' .  .  .  ich  Akr  ritzte  (die  runen) '. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Norges  Indskrifter  med  de  ældre  Runer,  s.  8. 


Nachtriiíí:e  imd  bericlitiffuuffen. 


§  ö.Buggc  datiert  jetzt  wie  folgti-J^maQg_jim  450,  Founås  650 — 75, 
Järsbärg^öHTT^^OO^^^j^^  §  5~anm.  2J'íigeJiinzii : 

?l^aS^i-A}llý^L^IIL_L5:7-_?Í*^i^^s  Indskrifter_  ined  de  ældre  Kimer,  Christiania 
181U  ff.   —   1^6  anm,  fügehipzii:^  K.JB-JWikliind,  Laiit-jind-Eormealelirje 
der  Liüe-Lappischen^ialekte^(injGöte^ 
h*eís^SamhíUIesTŒ 
15.  T)ie  phototjpische  ausgäbe  ist  jetzt  erschienen;  Håndskriftet  "^J''  '^* 


4~to  gl.  kgl.  Samlinga  iidg.  ved  L.  F.  A.  Wimmer  og  F.  Jónsson,  Ivopenh. 
IjV) fr— ^1^6  iTésT"l^Ji5j:::4S,  —  ^|G,  a.  Zu  Þorkelsson^Jfí^jingi^&^ 
vgl.  jetzt  Wadsl;ein,  Arkiv  VIIIj  &3J[.  —  §  IG^a^Von  Fritzner  ist  jetzt 
^  (III— Py  1891  vollständig  erschienfiih  — ,^;.jl:_z^2  llesT^äTTer  sjehere^  — 
§  34  fugehinzu;  Anm.  4.  Ueber^  statt  x  s^^^i)jLaimiv  —  §  43,  z^T^lge: 
iutervokalischem ;  z.  8  tilge :  zwisclien  vokalen.  —  §  49,  z^_5jij}jtilge :  wurzel-. 


lies  penningr  st.  yœn- 
mú.f  oklir.' —   §  72,  6, 


—  .§^51,2,  b  füge^hinzu:  VgF.  /lamjrJjJM) j:egenüber  fr(i)céndr  (^  35 1^— 

S^JJ6j__z^3JÍ^s^_3Ís^^  (Hafr.  —  §  5 T, 

4,  b,  z.  5  u.  anm.  3  Jies  121  statt  122.^2IILMH: 

nmgr.  —  §  71,  6,  z^2liesj_X21_j_5^ —  §  ''2,  3  lies:   ms 

^TT— 2  lies:  V^^?/,   ausser  unmittßlbar  vor  heterosyíIaBíHchem  iv.   z.  b. 


^iripcuär(3iha.  strihhan)  streichen.  ^^/Á~:_^J^  anm.  8,^3 — 4  lies:  {'''hciqgwiR) 
All "TiTT^^mTiaüen,   {h)ne ggiiing~l^^^^stossen^^^^{hynpggua.   —   §  ''2,  T3j_^ 
ÄTTTiesT^mi^l^."^^^^  54,_z.  2^ 

\^»-i-^ovw. ^œlfika do .  —  §  S3,  1  \\esj[h)7vkkemi  n.  krq^  z.  4_ 

liesj^  neBenOZ/ogg  und?"— ^"^"üoT^z.  5  lies_^oZ^_ji_jziel;^^  —  §  90,  z,  6  liesj 
ZQhjpi§X.  zrj  106,Jb^z.  4  Iies7~^már3^^  108' füge  hinzu:   sœ{i)ng  bett,  3. 


§  111,  2,  z.  3_füge  hinzu:   /ole  (aschw. 
'|TITT_tilgej_^Bitðíi^.  .  .  bude.  — 


sg.  prät.  konj.jtó  {"^dói)  stärbe. 

/^tirpvgír^ot.  /ítZ^^sJ^^diebsgut 

^TlÖ.  UebeTSan;?«  vgl.  Anhang  nr.  3j^— ^UUi.J_20  liesj^øm^  statt lüaraii. 

^jT|5T^_z^^Jiesj_schriftstel^^  §.  12^^— sTT^TzTrUeJ^ 

frühstück.  —  §  131  lies:  spitale.  —  §  131  anmTfugeJiin^uj^A^rdmajin,  A^^ 

tidskr.  f.  Sv.  XI^ji^_S^JJ]^^;:::=_§j53^ 

^^STTTs).  —  §  140,  z.  1 2— -13liesj^(it)^j/fcMíí J^e^^ 
^^^^^Ji&BiHarüvulqfq.  —  ^J_45jLaffi.^Juge^inzu :  s^øm^treit :  skera schneidgnj 
prä^^sfear^^artT^aL^sfeoremi.  —  j  147,  z.  5  lies:  cZøgrJag^er.  —^.92,  z.  15 
Jies:  sncéZcZa  sx^indel.  —§^52,4,  z.  6  lies:  niú.  hdband.  —  §Jj^4  anm,  lies : 


Nachträge  und  berichtigiingen 


269 


kUnn.  —  §  ITö  anm.  2.    Dialektisch  istj^  nacli  aiisweis  der  inschriften  von 
Magiemose,  Skaäng  und  Fonnus,  schon  vor  600  geschwunden,  s^Bugge,  Norges 
Indskrit'ter  med  de  ældre  Runer,  s.  7 1.  -^3jJ.77^nm.  3  lies :  vixl^^^:^\  S3  anm.  2, 
z.  2  lies :  teils  (nach  §  1 89, 2).  — -  §  185  anm.  6  tilge:  anorw.  —  §  186  füge  hinzu:    '^ 
Ebenso  kuettu  aus  kued  pil  'rede  (duV^  hióttu  aus  ðio'ð  ^ij^iete  (du)',  Std- 
tungr  {^^snti-pum^r  'vom  absud  beschwert'  zu  soti.  aschw.  siip  'absud')  der_ 
riese  des  dichtermets._ —  §  18i)  füge  hinzu  :^^?  wird  --  wo  nicht  as^socin,-    •/ 
tion  hindert  —  zu  ð"  nach  vokalen  uud_i',  z^.  samvnátir  m§_rmodtlr  (^24, 
^  245, liVv^n^^erieTben  mutter  geboren.!^_^rät.  hirtiajuis^Jiirdci  (aus  *hirdda_ 
^§J^_anni^  zu  hir(^a  'bewachen';  aber  abbaAisJ^'u^Assm^^^ 
wiirdjge&-Æ£ÍtLl--Jl4.J^Kk-rj^  192  anm.  3;   z.  4—5  lies:   búd'  {hút^  gebildet 


wie  dät  §  427  anm.  3)  als  .  .  .^T^br^^^^^^^^lTanin^JJugeJiinzu:  þrentdnde^ 
C^ prem-tändiT^  385  anm.)  ' dreizehnte'   und  die  mediopassiv-endung  -unzt 
^us^^2iw£r^7sJ^53iÖ  anm.  lies:    vœng{i)om  (vgl,   §  303).   — 

§  205,  z.  2  füge  hinzu:  anorw.  synsaka  aus  ^symaka  (§  184,  2)  neben  sygn- 
saka  und  syknsaka  (vgl.  §  252,3,  §  71,7)  'unschuldig'.  —  §  207,  2,  a,  z.  6 
lies:  superl.  syztr.  —  §  215,  z.  7  lies:  annarr.  —  §  215,  z.  13 — 14  lies: 
suinnr  (suitür).  —  §  217,  4,  b  füge  hinzu:  (neben  -imnr,  -ubr,  vgl.  §319 
anm.  2).  —  §  225,  4,  z.  2  lies:  miskim{n).  —  §  226  anm.  2,  z.  3  lies:  {fer), 
oft  les.  —  §  228,  1.  Dialektisch  ist  lü  schon  vor  700  geschwunden  nach 
ausweis  der  By-inschrift,  wo  orte  vorkommt;  umgekehrt  dialektisch  noch 
nach  800  erhalten,  wie  anorw.  {iü)ull  'wolle'  als  air.  lehnwort '/bZ' beweist 
(vgl.  die  air.  wiedergäbe  des  adän.  {W)idf  als  Fidf  im  jähre  870,  s.  Zimmer, 
K.  Z.  XXXII,  170 f.  note).  —  §  230  füge  hinzu:  Anm.  2.  In  den  lehnwörtern 
{p)salmr  psalm,  (p)saltare  psalter  fehlt  gewöhnlich  das^j-.  —  §  233  anm.  2 
tilge:  anorw unschuldig'.  —  §  244  anm.  2,  z.  9  lies  'euer'  statt  'ihr'. 

—  §  245,  3  lies:  norrønn.  —  §  246,  2,  z.  S,  lies:  {h)nogg(u)a.  —  §  248 
anm.  3,  z.  2  füge  hinzu:  so  wie  im  adj.  skorpemn  'eingeschrumpft'  zu  skreppa 
(part.  prat.  skroppenn,  s.  §  417  anm.  4)  gleiten.  —  §  251,3,  z.  10  tilge: 
anorw.  auch.  —  §  251,3,  z.  25  lies:  aus  *fing  §  180,  §207,3,  §82.  — 
§  253,  1  lies  Vaisf jord  st.  Einang.  —  §  291  aum.  1,  z.  9—10  lies:  (By),  Tl'i- 
lagciR  (Lindholm),  wozu  das  adj.  haitmaR  (Tanum)  zu  stellen  ist.  —  §  291 
anm.  2  tilge:  or^a?  (Vi).  —  §  291  anm.  4  tilge:  -olaife  (By).  —  §  291 
anm.  5  tilge:  Gommor.  —  §  304,  z.  6  lies:  lyf  (gewöhnl.  nur  pl.;  sg.  ge- 
wöhnl.  f.  nach  §  317).  —  §  322,2,  z.  6  lies:  sdar)  zuber.  —  S.  177,  z.  7 
lies:  {harparom).  —  §  334,  z.  3  lies:  masche.  —  §  339  anm.  2,  z.  4  lies: 
ara^eu.  —  S.  180,  z.  13  lies:  Sturla  (auch  Sturle).  —  S.  191,  z.  8  lies:  §  359. 

—  §  370,  z.  18—19  lies:  (seit,  nordre).  —  §  393  anm.  7  füge  hinzu:  so 
wie  ýr  statt  ytir  (s.  §  232).  —  S.  207,  z.  5  lies:  þessorr,  þesser.  —  §  405, 1 
mask.  sg.  acc.  füge  hinzu:  e(i)nginn.  —  §  405  anm.  2,  z.  2  lies:  §  325.  — 
§  413  anm.,  z.  4  lies:  §  149,  1.  —  §  436  anm.  lies:  442  statt  439.  —  S.  233, 
z.  3  lies:  §  71   anm.  3. 


%. 


Eeffister. 


A.    Altisläiuliscli- altnorwegische  wörter: 

Die  zahlen  beziehen  sich  auf  die  paragraphen  der  grammatik.    W(5rter  wie 

(Iroyma,   dreyma   sind  nur  in  der  ersten  form  aufgeführt;   ebenso   \\'örter 

wie  bryte,  bryti  oder  iptonn,  iotunn  nur  als  hryte,  resp.  iotonn. 


á  präp.  adv.  109. 

d  f.,  s.  Ó  'fluss'. 

-a  negierendes  suffix,  s.  -nt. 

abbadis  f.  319;  nachtr.  zu  189. 

abbragd  n.,  s.  afbragd. 

atial  n.  'eigenart'  147. 

atíal  n.  'nahrung',  s.  ala^. 

Atíalrdtír  m.  293. 

atiile  m.  336. 

Adils  m.  233,2;  249,  1. 

AÖisl  m.,  s.  Adils. 

dtir  (dr)  adv.  232. 

-atSr  part.-suff.  357,  1. 

de  m.  244,  anm.  2;  337  und  anm.  2. 

af,  a/ präp.  adv.  14(5;  370. 

af-  präfix,  s.  of. 

a  f  bragd  n.  211. 

ap  m.  249,  2. 

af'rdti  n.  57,  4,  b;  121,  1,(1. 

afund  f.,  s.  ofund. 

age  m.  147. 

aka  stv.  428  und  anm.  2. 

akarn  n.  248. 

Ake  m.  llü;  239,1. 

akkere  n.  207,  3. 

akr  m.  147,  anm.;  293,  1. 

dl  f.,   s.  öl. 

al-  präfix  252,  1 . 

ala  stv,  427. 


alad  n.  249,  anm. 

alamandr,  s.  alemandr. 

alboge,  s.  olnboye. 

aldennn  adj.  251,  2;  431,  anm.  3. 

aldr  m.  251,  2. 

aldr  egen  adv.  135. 

Åle  m.  73,2;  110;  239,2. 

ale-dýr  n.  253,  2. 

Áleifr,  s.  Óldfr. 

alemandr  m.  196. 

alen  f.,  s.  oln. 

Alfarheimr  319;  327. 

alfe  m.,  s.  afle. 

Al  f  er-  in  ortsnamen  325,  2. 

Al  fr  m.  179. 

dll  'keim',  s.  oil. 

all-  präfix,  s.  al-. 

allr  adj.  217, 4,  a  und  anm.  4;   352, 

anm.;  354,  anm.  2,  3. 
allyngis  adv.,  s.  ollungis. 
allzkonar  adv.  323. 
almboge,  s.  olnboge. 
Almveig  f.  312,  anm. 
din  f.,  s.  pin. 

Álof,  Álpf  f.  57,  4,  b ;   1 21 ,  (5 ;  239,  2. 
Alrekr  51,2,  a;  121,  3. 
alunn  m.  215. 
ah/d  f.  77. 
ambótt,  IJótt  f.  325,4. 


Reo-ister. 


271 


á  metíal  präp.  354,  anm.  2,  5. 

ä  mille  präp.  210,  4. 

d  millom  präp.  2 1 0,  4. 

amra  swv.  175,  anm.  2. 

ámnmaþkr  m.  199,  anm.  1. 

dn  präp.  73,2;  76. 

dna-sútt  f.  337,  anm.  2. 

and-  präfix  245,  2. 

ande  m.  334,  2. 

an{d)lit,  -let  n.  124,  anm.  2;  245,2. 

an{d)skote  m.  245,  2. 

an{d)siiar  n.  245,  2, 

andvake,  -a  adj.  363. 

andvertUr  adj.  77;  127;  s.  auch  ^;íííí- 

verdr. 
andvege  m.  77;  127. 
anlit  n.,  s.  andlit. 
Ann  m.  179;  225,  anm.  1;  293,  anm.  1. 
annanneg  adv.  218. 
annarr  zahlw.  201;  215;  352,  anm.; 

354,  anm.  3;  384. 
annarr  hudrr  pron.  408. 
annarrtuegge  pron.  408. 
ansnar  n.,  s.  andsuar. 
dnumapkr  m.  199,  anm.  1. 
apaldr  m.  293,  2  und  anm.  4. 
apr  adj.  207,  1;  224. 
aptan  adv.  370;  371,3, 
aptann  m.    150,5;  245,10;  294  und 

anm.  5. 
aptrbygge  m.  336. 
aptre,  s.  eptre. 
dr  'früh'  adv.  57,  2. 
dr  'vorher',  s.  dtjr. 
dr  f.,  s.  or. 
dr  n.  175. 

artir  m.  293,  anm.  4. 
-are  nom.-suif.  64;  121, 1;  335  u.  anm. 
(irfe  m.  334. 
(irfnyte  m.  336. 
argr  adj.  248,  anm.  3. 
drhialmr  st&.  51,1,  a;  57,  4,  a. 
armr  m.  292;  293. 
drna  swv.  57,2;  114,1. 
Arnaldr  m.  244. 
A  morr  m.  215. 
d-rofe  57,  3. 


drr  m.,  s.  orr. 

ars  m.  248,  anm.  3. 

d-sid  f.  340,  3. 

Asldkr,  s.  Astldkr. 

Asleif  f.  312. 

Ásleifr,  s.  Ástleifr. 

dss  'balken'  110;  239,4;  330,1. 

rtss  'gott',  s.  oss. 

dst  f.,  s.  ost. 

As{t)ldkr  m.  247,  1,  d. 

As{t)leifr  m.  247, 1,  d. 

Astrdtir  m.  247,  1,  b. 

AstrWr  f.  247,  l,b;  330,  anm.  2. 

«f,  dt  konj.,  präp.  146;  192. 

at  rel.-partikel  402  u.  anm.  1. 

-rti  negierendes  suffix  57, 4, b;  121,1; 

135;  192;  394,  1,2. 
at(h)æfe  n.  147,  anm.;  234. 
dtidn,  s.  dftidn. 
Atle  m.  224;  247,  2. 
dtt  f.,  s.  Ott. 

dtta  zahlw.  111,1;  117,2;  378. 
dttande  zahlw.  385. 
åtte  m.  216. 
dtte  zahlw.  216;  385. 
dttidn  zahlw.  209,  anm.  1;  224;  378. 
dttrødr  adj.  389. 
dttundi,  s.  óttonde. 
dttungr  'verwandter'  150,3. 
atæfe,  s.  athcéfe. 
au-  präfix  231. 
autíegr  adj.  150,4;  357. 
autíenn  adj.  430,  anm.  3. 
Audgisl  m.,  s.  Auisl. 
auti(li)(éfe  n.  147,  anm. 
autf{h)øfe  n.  147,  anm. 
aiibiingr  m.  149,  3. 
aiitin  f.  183,  anm.  11. 
Aution{n)    m.    127;    145;    179;    225, 

anm.  1;    294,  1    und   anm.  3;   323, 

anm.  I. 
audr  m.  2!)3,  2. 
auga  n.  338. 
Aiiisl  m.  179;  233,2. 
auk  conj.,  s.  ok. 
(inka    stv.    63,  12,  13;    131;    430    lind 

anm.  2. 


272 


Register. 


au-kuise  m.  231. 

anlande  adj.  231. 

aumr  adj.  231;  240,  2. 

Aiinn  m.  179. 

aur-  präfix  231. 

aurgate  m.  231. 

aurkunnask  swv.  231. 

aurr  m,  143. 

aurvase  m.  231. 

ausa  stv.  59;  03,  12  u.  13;  431). 

austan  adv.  370;  371,3. 

Aiitn  f.,  s.  au  (in. 

auvird  n.  231. 

auvisle  n.  231. 

ax  f.,  s.  ßx. 

bdtier  pron.  57,  a.  3;  65;  121,  1;  122, 
1;  246,  1;  375;  407,  anm.  2. 

badmr  m.  'die  ausgebreiteten  arme' 
203,  anm.  3. 

batümr  m.  'bäum'  183,  anm.  13;  206, 
anm. 

bagge  m.  269,  3. 

bak  n.  296. 

bákn  n.  58,  anm. 

Baldr  m.  251,  2. 

balkr  m.,  s.  bolkr. 

ballr  adj.  251,  2. 

barar  [barer)  pl.  f.  310. 

bardage  m.  334. 

BártSr  m.  179;  293,2. 

Bdrekr  m.  232. 

barmr  m.  183,  anm,  13;  s.  auch  baðmr. 

barn  n.  292;  296. 

barr  adj.,  s.  berr. 

barr  n.  217,  2,  a. 

bdss  m.  239,  4. 

bastartir  m.  293,  2." 

batna  swv.  147, 

bätr  m.  57,  anm.  3. 

batre  adj.  komp.,  s,  í>e^re. 

baula  f.  149,  3. 

ftcmííí  swv.  430,  anm.  3. 

íítt^^f,  s.  bezt. 

baztr  adj.  sup ,  s.  beztr. 

betír  m.  324. 

beitte,  s.  b(étie{n). 


beisl  n.  249,  1. 

Z>eií  n.,  s.  bdtr. 

bekkr  m.  'bank'  207,3;  324;  327. 

bekkr  m.  'bach'  220,1;  324. 

Bele  m.  336. 

belgr  m.  324,  anm.  1;  327. 

belia  swv.  149,  3. 

bella  stv.  417  u.  anm.  1. 

ben  f.  316;  317. 

benda  swv.  244. 

?>er  n.  304. 

berå  stv.  92;  423;  424,  anm.  2. 

berg  n.,  s.  biarg. 

bergbúe  m.  94,  2, 

feeria  swv.  439. 

berr  adj.  68,  a.  1;  69. 

betr  adv.  komp.  372. 

6eire   adj.  komp.  66,  anm.;  67;   147; 

369. 
bezt  adv.  sup.  372. 
beztr  adj.  sup..  67;  136;  369. 
bi(>a  stv.   140;  410. 
bitiia  stv.  425  u.  anm.  6. 
bikarr  m.  294,  1. 
bikkia  f.  146;  220,1. 
bilda  f.  249,  3. 
binda  stv.  419  u.  anm.  1. 
biskup  m.  74;  293,  anm.  1. 
bita  stv.  409. 
bitr  adj.  356,  2. 
bialke  m.  144. 
6iflr^  n.  92;  144;  257,6. 
biarga  stv.  416;  418  u.  anm.  1;  457, 

anm.  4. 
biartr  adj.  111,2. 
biótía  stv.  412  u.  anm.  2. 
Biolfrm.  106,  anm.  1. 
öioVr  m.  'biber'  106,  a;  231. 
biórr  m.  'bier'  253,6. 
biórr  m.  'streifen'  231. 
-bigrg  (in  nåmen)  312. 
Biprgvin  {-yn)  f.  145;  ^18. 
biprn  m.  149,  anm.;  331. 
biúga  TL.  338. 
blaka  swv.  446,  anm.  4. 
öM/ír  adj.  149,2;  207,3. 
blanda  stv.  207,2;  431  u.  anm.  5. 


Register. 


273 


hldr  adj.  148;  358. 

blåsa  stv.  149,  2;  432,  I. 

bldstr  m.,  s.  blåstr. 

blaudr  adj.  252,  4, 

blautr  adj.  252,  4. 

bleikr  adj.  149,  2. 

ftZi/a  stv.  409. 

ö^íAiiíi  stv.  410;  459,  1. 

blistra  swv.  149,  2. 

blota  stv.  4.i2,  II  u.  anm.  4. 

ftíósír  m.  330  und  anm.  2. 

bly  n.  72,  6;  298. 

bUia  f.  148. 

bleia  148. 

*6nMíí  stv.  433,  anm.  2. 

6oa  stv.,  s.  bua. 

bóande  m.  351. 

bogenn  part.  415,  anm.  4. 

%r  m.  330. 

bok  f.  346,  1 ;  347. 

boJckr  m.  141;  252,  3. 

bol  n.  143,  anm. 

bolgenn  adj.  422,  anm.  6. 

bolle  m.  252,  1. 

bolr  m.,  s.  ftitZr. 

bolstr  m.  141. 

6on  f.  327. 

bonde  m.  103;  143,  anm;  351  und 

anm.  1 ;  466,  anm.  2. 
borg  f.  144. 
Bor  gny  f.  318. 
Borgund  144. 
6orr  m.,  s.  6wrr. 
bort  adv.  248;  s.  auch  brott, 
bot  f.  147;  346,4. 

Bótolfsvaka,  -oko  f.  127;   218,  anm. 
bod  f.  315. 
Bgtiuarr  m.  107,  a. 
Bgtiuildr  f.  107,  a;  234. 
ftoVøOa  f.  203,  anm.  2. 
bqføra  f.  203,  anm.  2;  232,  anm. 
6flZ  n.  301. 

ft^íAr  m.  144,  anm.;  330. 
Bartir  m.,  s.  BdrTSr. 
borkr  m.  252,  3. 
fcöror  pl.  f.  310. 
bgrr  m.  203,  anm.  2;  300. 

Nor  tie»,  Altisl.  gramm.     2.  auü 


brd  f.,  s.  &ró. 

brd  swv.  251,  3. 

brdtila,  s.  brdlla. 

brddna  swv.  432,  anm.  3. 

öríi^a  swv.  251,  3. 

Brage  m.  334,  4. 

bragnar  m.  pl.  331,  4. 

fcra^r  m.  323. 

brdlla  adv.  210,  4. 

ör«íír  adj.  207,  2. 

braut)  n.  143. 

ftmwi  f.  326. 

6ré/'  n.  154,  anm. 

bregda  stv.  109;  422  und  anm.  1,  5; 

457,  anm.  4. 
brekka  f.  82;  207,  3. 
brenna  stv.  139,  2;  201  ;  252,  6;  422 

u.  anm.  2. 
bresta  stv.  416. 
brestr  m.  322,  anm.  3;  330. 
brigda,  s.  bregda. 

6n^2:Zen.l83,2,d;184,  l,b;245,10;250. 
brik  f.  346. 
brilloup,  s.  brullaiip. 
brime  m.  149,  1. 
Brimer  m.  306. 
brinna  stv.,  s.  brenna, 
brixle,  s.  brigzle. 
brid  swv.  251,  3. 
brióta  stv.  412. 
brod  n.  143;  253,  6. 
broder  m.  251,  2;  349  u.  anm.  1. 
brok  f.  252,  3;  346. 
Brokkr  m.  252,  3. 
brosa  swv.  446,  1. 
brot  adv.,  s.  Z^roíí  und  bort. 
brotfall  n.  186;  224. 
brott  adv.  221,  1;  248. 
bro  f.  72,  2;  149,  3;  314. 
bru  f.  72,  2;  107,  anm.;  314  u.  anm. 
brúdlaup,  s.  brullaup. 
brúdr  f.  325,  1,  3;  327. 
brudr  m.,  s.  brunnr. 
bruggenn  part.  246,  2;   253,  6;   422, 

anm.  6. 
brullaup  n.  114,  5;  126,  anm.;  210,  4; 

234;  327. 

18 


274 


Register. 


brun  f.  149,  3;  3-J6,  anm.  2 

brundr  m.  253,  3. 

brune  m.  252,  6. 

brann  adj.  149,  anm. 

brunnr  m,  293,   1. 

bryllaup,  s.  brullaup. 

Bryniulfr  m.  65,  anm  ;  106,  a. 

bryte  m.  333;  336. 

brsyma  swv.  149,  1. 

bu  n.  143,  anm.;  292;  298. 

bua  siv.  63,  11  u.  anm.  6;  143  anm.; 

253,  6;    430    n.  anm.   1,  2;    462, 

anm.  2. 
búande  m.  143,  anm.;    351  u.  anm.  1. 
bú?í  f.  143,  anm. 
bútí  adv.  192,  anm.  3  und  naclitr. 

dazu  s.  269. 
bue  m.  337. 
bugr  m.  322. 
bukkr  m.,  s.  bokkr. 
búkr  m.  143 ;  257,  3. 
bukran  199,  anm.  1. 
bulke  m.  196,  anm.  1, 
bulkr  m.  252,  3. 
bulr    m.  141. 
bulstr  m.,  s.  bolstr, 
búnadr  m.  323. 
bunke  m.  196,  anm.  1. 
búnodr  m.  323. 
bur  n.  143,  anm. 
burtir  m.  227;  327. 
burr  m.  141;  323,  1;  327. 
burt  adv.,  s.  bort. 

bygg  n.  72,  5;  246,  2;    253,  6;    301. 
-bygge  m.  336. 
byggua,  -ia  swv.  143,  anm.;  253,  6; 

443,  b  und  anm.  2. 
býle  n.  63,  anm.  4;  143,  anm. 
bylgia  f.  340. 
bylia  swv.  149,  3. 
bylr  m.  324. 
byr  m.  68,  5;  106,  anm.  3;  143,  anm.; 

324,  anm.  3;  s.  auch  bør. 
byrd  f.  327. 
byrtir  f.  319. 
byria  swv.  437. 
byrr  m.  324,  anm.  1. 


bysia  swv.  439. 

by  skup  m.,  s.  biskup. 

bæde{n)  konj.  375,  anm. 

b(égia  swv,  447. 

bø  de,  s.  bæd'e{n^. 

bøle  n.,  s.  býle. 

bøn  f.  327. 

bør  m.  68,  4  ;  s.  iibr.  byr  m. 

dd  n.  298. 

ddd'  f.,  s.  dóð. 

Dagr,  s.  dagr. 

dagr  m.  293,  anm.  5. 

dagverbr  m.,  s.  dogurtir. 

dalr  m.  322,  2. 

Dampr  m.  202,  1. 

óZamr  m.  58,  anm. 

ddnde  adj.  148. 

Danpr  m.  202,  1. 

daudr  adj.  467,  anm. 

åes  f.  149,  3;  317. 

detta  stv.  417  u.  anm.  2. 

digna  swv.  410,  anm. 

dis  f.  137,  anm.  2;  319. 

-dis  f.  (in  naraen)  319  u.  anm.  2. 

dipfoll  m.  294. 

diúp  n.  354,  anm.  2. 

diúpr  adj.  368. 

cimr  n.,  s.  íZýn 

íío/e  m.  143. 

do  f  enn  adj.  414. 

íídA;r  m.  143,  anm. 

dómande  m.  351,  anm.  1. 

dómare  m.  335. 

Domarr  m.  245,  3. 

dómr  m.  148;  293. 

fZor^  f.  149,  4. 

dotter  f.  111,  1;  350. 

dób-  f.   148;  325. 

dogg  f.  246,  2;  315  u.  anm.  1. 

dogurtir  m.  77;  127;  144. 

dra  f  n.  251,  anm. 

draga  stv.  149,  4:  428. 

drdttr,  s.  dróttr. 

draugr  m.  149,  anm.;  253,  1. 

draumr  m.  253,  1. 

ííre^a  stv.,  s.  draga. 


\ 


I 


Register. 


275 


dregg  f.  251,  anm.;  317. 

dreif  f.  346. 

drekka  stv.  82;  83,  anm.  1;  207,  3 

422. 
drekkia  swv.  443,  a. 
drengr  va.  324,  anm.  1. 
drepa  stv.  424  u.  anm.  2. 
drifa  stv.  409. 
drita  stv.  409. 
driiipa  stv.  413. 
drog  f.  149,  4. 
Droplaug  f.  312. 
dróttenn  m.  294,  anm.  2. 

drót{t)ning  f.  65;  114,  4;  311. 

drottsete  m.  55. 

d/róttr  m.  255. 

fZrtij?«  swv.  446,  anm.  4. 

drykkr  m.  324,  anm.  1. 

dreyre  m.  68,  6. 

cM/ifc  stv.  414. 

duga  swv.  446,  1. 

dugand-matir  351,  anm.  4. 

di^/cr  m.  143,  anm. 

dumhe,  -a.  -r  adj.  303. 

dunn  f.  327. 

dust  n.  83,  anm.  3. 

duergr  m.  144;  149,  anm. 

dyggr  adj.  72,  5;  359,  anm.  4. 

dýkr  m.  239,  1. 

dylia  swv.  145. 

dy  nkr  m.,  s.  cZ^/tr. 

di/n?i  f.  327. 

dyr  n.  68,  7 ;  69. 

dyr  pl.,  s.  iZi/rr. 

dyrgia  f.  144. 

dyrka  swv.  114,  6. 

dýrr  adj.  353,  anm.  2;  368. 

di/rr  pl.  f,  (n.)  346,  anm.  3. 

dys  f.  149,  3;  317. 

dæll  adj.  148. 

døggua  swv.  72,  7;  442. 

døglengr  m.  63,  7;  65;  66,  anm. 

<Zøi/r  n,  \A1, 

døkkr  adj.  72,  3;  207,  3. 

døl  f.  147;  327. 

dell  m.  322,    1. 


døma  swv.  442. 
iiøm(^  n.  307. 

doyia  stv.  244,  anm.  2;  427  u.  anm.  3; 
428,  anm.  1. 

ð-,  s.  Þ-. 

6  adv.,  s.  æ. 

edda  f.  ,grossmutter'   115;  183,  1,  a. 

edda  f.  ,poetik'  114,  8;  183,  1,  a. 

eda  konj.  93;  186;  225,  1. 

edla  f.   149,  3;  210,  4. 

etile  n.   ,natur'  78,  anm.;   210,  4;  s. 

auch  ^ð7e. 
etile  n.  ,zucht',  s.  eltie. 
ef  konj.  93;  253,  2. 
ef  n.  253,  2. 
efa{ti)samr  adj.  253,  2. 
e/e  m.  139,  1. 
efla  swv.  249,  2;  442,  anm. 
efre  adj.  komp.  370. 
efstr  adj.  sup.  247,  anm.  3;  370. 
efter  präp.,  s.  epter. 
eftr  adj.  superl.,  s.  efstr. 
Egder  m.  pl.  322,  2. 
íJ^eZÍ  m.  294,  anm.  1. 
egg  n.  .ei'  246,  1 ;  304. 

egg  f.  ,schneide'  220,   1;  316;  318. 

Eggtier  m.  176,  1. 

eggia  swv.  437. 

ei  adv.  72,  8;  s.  aucli  æ  adv. 

eitir  m.  293,  2. 

-eiðV  (-eið)  f.  in  nåmen  319. 

eif-  adv.  57,  anm.  2;  s.  auch  œ  adv. 

eiga  v.  57,  1;  234;  251,  3;    255; 

449,  2;  459,  4. 
eigande  m.  351,  anm.  3. 
ei^en  n.  354,  anm.  2. 

eigenn  adj.  115;  251,  3;  449,  anm.  4. 
eik  f.  346,  1 ;  347. 
eikenn  adj.  429,  anm. 
eimyria  f.  57,  4,  a;  251,  4. 
Eindridebi,  l,a;115;  122,  1;  183,  l,b. 
eindøme  n.,  s.  endeme. 
einer  m.  175. 
einfaldr  adj.  388. 

18* 


276 


Register. 


eingi{nn)  pron.,  s.  e7ige  pron. 

einher e  m.  336. 

einhuerr,  s.  einnhuerr. 

eining  f.  390. 

einn  zahlw.,  pron,  1 15;  132;  133,  anm.; 

207,  2,  a;  373;  383;  4ü4. 
einnhuerr  pron.  404  u.  mom.  1. 
einshuerr,  s.  einnhuerr. 
eir  n.  57,  anm.  1. 
eira  swv.  57,  anm.  1 ;  208. 
eisa  f.  340,  2. 
eisor-fdla  f.  340,  2. 
eista  n.  338. 

Eistr  (Eister)  m.  pl.  344. 
eitthuat  pron.  404  u.  mom.  2. 
ek  {ék,  eg,  iak,  -k,  -g)  pers.  pron.  93 ; 

135;  192;  221,  2;  257,  3;  393  u. 

anm.  2;  394,  1  ;  458,  anm.  1. 
ekke  m.  82;  207,  3. 
ekke  pron.  u.  adv.,  s.  enge  pron. 
ekkia  f.  207,  3. 
éi  n.  100;  304  u.  anm. 
eldrm.  115;  136;  293,  anm.  3;  294,  2. 
elds-tó  f.  73,  2:  314. 
eWe  n.  249,  anm;  253,  2. 
elf  a  swv.,  s.  e^a. 
elfr  f.  319  (2-mal);  325,  2. 
-elfr  f.  in  nåmen  319. 
elgr  m.  321;  324. 
Elin  f.  312. 
Ella  m.  340. 
eZZe  f.  341. 
ellefo,  ellugu  zahlw.   51,  1,  a;   71, 

anm.  2;  115;  149,  1;  198;  207,  4; 

339,  anm.  4;  378  u.  anm. 
ellegar  adv.  192,  anm.  4. 
ellepte  {ellipti,  ælliufti)  185,  2;  231; 

385  u.  anm. 
ellifte,  s.  ellepte. 
elliufte,  s.  ellepte. 
ellre  adj.  komp.  215;  217,  4,  a;  251,  2; 

369. 
ellugu  zahlw.,  s.  ellefo.  ^ 

ellztr  adj.  superl.  247,  l,a;  369. 
elptr  f.,  s.  plpt. 
-else  nom.-suffix  249,  1. 
elska  swv.  436. 


elskuge  m.  234. 

elztó  f.,  s.  elds-tó. 

em  ,ich  bin'  459,  3;  s.  auch  vera. 

embckt{t)e  n.  225,  4. 

en  rel.-partikel  402  u.  anm.  1. 

enda  adv.,  s,  ennda. 

enda  swv.  442,  anm. 

endeme  n.  115;   121,  8. 

ender  m.  251,  2;  306,  anm.  2. 

Endritie  m.,  s.  Eindribe. 

eng  f.  317. 

enge  n.  307. 

enge  pron.  72,  7  (øn gr);   79;    115; 

184,  1,  a  [enskes)-^  199  (einonge); 

213  (ekke);    224;    51,  4  ii.  225,  1 

(eÄ;e) ;  405,  1 . 
englskr,  s.  enskr. 
engr  pron.,  s.  enge. 
engskr,  s.  enskr. 
enn  best.  art.    129,  anm.;   175;  207, 

2,  b;  217,  2,  c;  401. 
enn  (en)  adv.  ,noch'  225,  1. 
en(n)da  adv.  117,  2. 
enne  n.  251,  2;  307. 
ennge  pron.,  s.  enge  pron. 
enskr  adj.  205;  245,  5,  7. 
eptann  m.,  s.  aptann. 
epter  prap.  185,  2. 
epirc  adj.  komp,  370. 
epztr  adj.  sup,  370. 
er  TL.,  s.  ^rr, 
ér  (pér,  tier,  es,  -r)  pers.  pron.  nom. 

pl.   135,  anm.  1;   393  u.  anm.  5; 

394,  anm.  5. 
er  rel.-partikel  402  u.  anm.  1. 
erðr  n.^  s.  hretir. 
erfa  swv.  442. 
erfetie  n.  57,  4,  b;   65;  121,  1;   142; 

307, 
erfinge  m.  336. 
erfuti  n.,  s.  erfetie. 
erfcétie  n.,  s.  erfetie. 
erinde  n,  150,  2;  s.  auch  srinde. 
Erlengr  m.  63,  10. 
ermr  f.  319. 
err  n.,  s.  ßrr. 
ertr  f.  pl.  346,  anm.  2. 


Register. 


277 


ertug  f.,  s.  srtog. 

es  relativ-partikel  1 35;  402  u.  anm.  1,2. 

eta,  éta  stv.  425  u.  anm.  1. 

ctia  swv.  440,  anm.  6. 

etke  pron.,  s.  enge  pron. 

ex  f.,  s.  ^x. 

fd  stv.  50,  4;  234;  251,  3;    431    u. 

anm,  1,  5. 
fd  swv.  57,  1;  234;  438. 
fader  m.  66,  4;  132  (2-mal);  348;  349 

n.  anm.  1  u.  2. 
faderne  n.  64. 
fatima  swv.  200,  anm.  2. 
Fadmer  m.   181. 
fadmr  m.  203,  anm.  3 ;  257,  6. 
Fdfner  m.  181;  232,  anm,;  306. 
fagma,  s.  fad  rna. 
fagnadr  m.  323,  2. 
fagr  adj.  356;  367. 
falda  stv.  215;  251,  2;  431  u.  anm.  1,2. 
faldr  m.   144. 
falla  stv.  221,  1;  431. 
f  dr  ,paiicus'  adj.  58,  anm.;  110;  858; 

367,  anm.  2,  4. 
fdr  jSchimmernd'  adj.  57,  1. 
fdr  n.  149,  4. 
fara  stv.   149,  4;  426. 
farre  m.  217,  2,  a, 
fata  swv,  424,  anm.   1. 
fattr  adj.  207,  2, 
fdtøkr  adj.  360. 
fé  n.   106,  b;   109;   130,   1  ;  234;  298 

u.  anm.  1  ;  328. 
fedgar  pl.  m.  245,  9. 
fegenn  adj.  366;  428,  aum.  3. 
f  éi  f.,  s.  þél  f. 
fela  stv.   111,  2;  234;  251  ,3;  423  u. 

anm.  1. 
felage  m.  334. 
feldr  m.  323,  1. 
-fell  n.,  s.  fiall. 
fella  swv.  442. 
fen  n.  304. 
fer-   zahlw.    präf.    119,  anm.;    200, 

anm.  2;  386. 
ferd  f.  67. 


ferell  m.  150,  1;  294,  anm.  1. 

fer  faldr  adj.  388. 

feria  swv.  440,  anm.  6. 

ferner  zahlw.  377,  anm.  2;  388,  anm. 

fertugti  zahlw.  386. 

fert/i  gr  adj.  389. 

féskglfr  adj.  196,  anm.  2;  249,  2. 

festr  f.  319. 

fet  n.  146,  anm. 

feta  stv.  146,  anm;  424  ii.  anm.  1. 

fidrilde  n,  248,  anm.  1. 

fifl  m.  114,  3;  238,  2;  251,  1. 

f if rikle  n.  248,  anm.  1. 

fikia  f.  204. 

pm,  fim-,  s.  fimm,  fimm-. 

fitnbnl-  238,  2;  251,  1. 

fimm  zahlw.  238,  2;  281,  anm.;  378. 

fimmtdn  zahlw.  378. 

fimmtigi  zahlw.  379. 

fimmtiu  zahlw.  379. 

ßmntegr  adj.  389. 

fimt  f.  390, 

fimte  zahlw.  238,  2 ;  245,  4  ;  385. 

fingr  m.  (n.)  344. 

finna  stv.  215;  251,  2;  422  u.  anm.  5, 

fir  ar  m.  pl.  Ul,  2. 

Firekr  m.,  s.  Fridrekr. 

fire{r)  präp.,  s.  f  grer. 

firnare  adj.  komp.  370. 

firr  adv.  komp.  371,  3, 

firre  adj,  komp.,  s.  fiarre. 

firrmeir{r)  adv.  komp.  371,  anm.  4. 

first  adv.  sup.  371,  3, 

firstr  adj.  sup.  370. 

fisa  stv.  409. 

fiske  f.  341,  2. 

fiskr  m.  293. 

pt  f.  146,  anm,;  317. 

fita  f.  142. 

Fialarr  m.  111,  2, 

fiall  n.  93;  217,  2,  b;  296. 

fiande,  fidnde  m.  64;  106,  b;   114,  I 

351;  nachtr.  zu  §  51,  2,  b. 
pandskapr  m,  323, 
fianz-bod  n.  351,  anm.  4. 
f  i  ar  adv,  370;  371,  3. 
fiara  f.  79,  anm.  2;  244,  anm.  2 


278 


Register. 


Íiarre  adj.  komp.  288,  3  ;  370. 

pog{o)rtä7i  zalilw.  2ÜÜ,  anm.  2;  378. 

fior  n.,  s.  fior  n. 

fiórtie  zalilw.  114,  4;  385. 

-fiórtiongr  m.  391. 

florer  zahlw.  90,  anm.;    106,  a;    149, 

anm.;   179;  200,  anm.  2;  377. 
fiórtdn  zahlw.  378. 
ßortugti  zahlw.  386,  anm.  I. 
flos  f.  ,wallfis'3hfleisch'   200,  anm    1. 
fiós  ,viehstall'  n.  106,  a;  239,  4. 
fipðr  f.  310. 
fiol-  präf.  90;  132. 
Fiplner  m.  11 1,  2. 
fipluerren  adj.  107,  a. 
fipr  n.  90;   Ul,  2;  301. 
fiprti  adv.,  s.  i  fiprd. 
fiprtir  m.   149,  4;'329;  331. 
Fipr  gyn  f.  257,  6. 
fiprutigi  zahlw.  379. 
fipruUu  zahlw.  379, 
fiptorr  m.  92,  anm.  2;  294 
fiug{o)rtdn,  s.  fiogortcm. 
fiúka  stv.  413  u.  anm. 
fiúrtán,  s.  fiörtcm. 
f.á  f.  72,  2. 
flá  stv.  251,  3;  428. 
fiaghrióska  n.  338. 
fiaka  swv.  446,  anm.  4. 
flár  adj.  57,  1 ;  200. 
flaumr  m.  253,  1. 
fleire  adj.  komp.  51,  3;  369. 
flekkr  m.    140;    142;    204;    252,  3; 

324,  anm.  4. 
fies  f.  317. 
flesk  n.   115. 
,  flestr  adj.  superl.    115;   369;   s.  iibr. 
margr. 

flet  n.  304. 

flik  f.   140;  142;    252,  3;    310,  anm.; 
346,  3. 

flikke  n.   142;  252,  3. 

flióta  stv.  411;  412. 

ßiuga  stv.  149,  3;  413  ii.  anm. 

/lo  f.  ,floh'  58;  346. 

flo  f.  jSchicht'  72,  2;  346. 

floa  swv.  436,  anm. 


Flóar  Ortsname  72,  anm.  2. 

flótí  f.  327. 

floe  m.  72,  anm.  2;  107,  b;  337. 

flog  n.,  s.  flug. 

floke  m.  149,  3;  252,  3. 

flókemi  adj.  432,  anm.  5. 

flokkr  m.  149,  3;  252,  3. 

fórfile  n.  200,  anm.  1. 

flotnar  m.  pl.  334,  4. 

flotte  m.  55. 

fing  n.  141. 

flaga  stv.  414. 

fýia  stv.  58;    200;    251,  3;    415  ii. 

anm.  2. 
flytia  swv.  439. 
fiød  f.  327. 
flødr  f.  319. 
fløia  swv.  415,  anm.  2. 
fley  n.  304. 

fnasa  swv.  147;  149,  3. 
fnykr  m.  256. 
fnysa  swv.  149,  3. 
fnøsa  swv.  147;   149,  3. 
f  oa  55,  anm.  3. 
fogl  m.,  s.  fugl. 
fo(g)ute  m.  233,  anm.  2. 
fold  f.  326  u.  anm.  1. 
fole  m.  naclitr.  z.  111,  2. 
folgute  m.,  s.  fogute. 
for  f.  111,  2;  234;  310. 
/br«ð"  stn.  51,   1,  a;  121,  1,6;    183, 

anm.  10;  218,  anm.;  225,  3. 
fordom  adv.  127. 
forellre,  -rar  pl.  307. 
foringe  m.  233,  2. 
forn,  forn  f.   114,  4. 
forvista  f.  71,  7. 
forvitne  f.  341,  2* 
forynia  f.  51,  1,  a;  225,  3. 
for  ysta  f.,  s.  forvista. 
fostr  n.  254. 
fós(tr)syster  f.  51,  1,  a;  225,  3; 

245,  9,  10. 
fótr  m.  343;  314. 
fouti  m.,  s.  fogute. 
fpdr  m.  349,  anm.  2. 
fpgnodr  m.,  s.  fagna^r. 


Register. 


279 


fol  n.  301. 

folr  adj.  359. 

fonn  f.  208. 

for  f.  311  u.  anm.  3. 

foroll  m.  150,  1  i  357. 

frd  prap.  238,  1. 

frdbærr  adj.  238,  1. 

Frakkar  m.  pl.  207,  3. 

/'/■«»I,  s.  franmi. 

framhærr,  s.  frdbærr. 

fram{m)  adv.  217,  anm.  4;  371,  anm.  2. 

framr  adj.  353,  anm.  1  •,  368. 

Frankar  m.  pl.  207,  3. 

frdr  adj.  58,  anm.;  72,  anm.  1;  359, 

anm.  3;  366,  anm.   1. 
frata  swv.  424,  anm.  1. 
frau  f.  340,  1. 
frauti  n.  143. 
frauðr  m.  143. 
frau  va  f.  340,  1. 
-fredr  (in  nameu),  s.  -frs'Ör. 
fregna  stv.  425  u.  anm.  2;  424,  anm.  2. 
f  r  eista  swv.  115. 
freist{)i)e  f.  341,  3. 
freknor  f.  pl.  256. 
fremr  adv.  komp.  371,  anm.  2. 
frer  n.  pl.,  s.  fr. er. 
fresta  swv.,  s.  freista. 
freta  stv.  248,  anm.  3 ;  424  u.  anm.  1 . 
frett  f.  56,  anm. 
fretta  swv.  209,  anm.   I. 
FrWikr  m.,  s.  Fridrekr. 
-fritSr  (-ritir)  f.   in  nåmen   319  u. 

anm.  2. 
Fritirekr  m.  203;  232;  240,  3. 
Frigg  f.  246,  1 ;  318. 
frilla  f.  210,  4. 
Fririkr  m.,  s.  Fri'Örekr. 
friddagr  m.  106,  anm.  2;  253,  anm. 
frials  adj.  106,  a;  234. 
fridr  adj.,  s.  fr  ær. 
f  ria  n.,  s.  fræ. 
frior  adj.,  s.  fr  ær. 
friósa  68,  3 ;  69 ;  25 1 ,  4  ;  415  u.  anm.  1 . 
froda  f.   143. 
fror  adj.,  s.  frdr. 
froskr  m.  143. 


frouva  f.  340,  1. 

/■m  f.  314;  340,  1. 

frumvaxta  adj.  363, 

frúva  f.  340,  1. 

fri/ia  swv.  440,  2. 

fræ  n.  57,  3  u.  anm.  2;  301. 

frégr  adj.  360;  368. 

frænde  m.  351;   nachtr.  zu  51,  2,  b. 

fræn{d)kona  f.  245,  2. 

frdendseme  f.  341,  2. 

frér  adj.  57,  3;  72,  2;  359  n.  anm.  3. 

fræta  swv.,  s.  fretta. 

frøtie  f.  341. 

-frßdr  in  nåmen  71,  3  ;  140;  245,  4; 

293,  2. 
fr^r  n.  pl.  68,  3. 
Frsyia  f.  340. 
Fro  yr  m.  324,  anm.  1. 
fugl  m.  141;  293,  1. 
full  n.  354,  anm.  2. 
fundr  m.  323,   I ;  327. 
fur.a  f.  111,  2. 
fúrr  m.  327. 

furstonne  (i  f.)  367,  anm.  1. 
fiiss  adj.  83,  anm.  2;  239,  4. 
fijl  n.  304. 

fylgia  swv.  459,  anm.  4. 
fylke  n.  307,  anm.  4. 
fyllr  f.  319. 
fylskne  n.,  s.  fylxne. 
fylxne  n.  177,  3;  245,  6;  250. 
fyndr  m.  327. 
fyrdar  pl.  m.  72,  5. 
/i/re  n.   111,  2. 

fyre(r)  prap.,  adv.  126;  240,  3. 
fi/rr  m.  327. 

/i/rr  adv.  komp.  371,  anm.  1. 
fyrre  adj.,  adv.  komp.  367,  anm.  1; 

371,  anm.  3. 
fyrrmeir{r)  adv.  371,  anm.  4. 
fyrst  adv.  sup.  371,  anm.  1. 
fyrste  adj.,  zahl  w.  3S3. 
fyrstonne  (i  f.)  367,  anm.  1. 
fyrstr  adj.  sup.  u.  zahlw.  367,  anm.  1; 

383. 
fyrua  swv.  72,  5;  440,   1. 
fægelegr  adj.  148. 


280 


Register. 


febr  n.  68,  2. 
føgelegr  adj.  148. 
føla  swv.  444. 
føra  swv.  442. 

ff  a  st  v,,  s.  ganga. 

gd  swv.  131 ;  152,  4;  446,  1  ii.anm.  6. 

gabba  swv.  265,  1. 

gaddr  m.  208. 

gagarr  m.  200,  anm.  2. 

gagl  n.  249,  anm. 

gagn  n.  245,  8;    297,  anm.  2;   357, 

anm.  1. 
gagn-stigr  m.  357,  anm.  1. 
gag7i-vart  prap.,  adv.  357,  anm.   1. 
gala  stv.  427. 

galdr  'fusstapfen'  224;  2-19,  3. 
galeid  f.  310,  anm.;  346,  3. 
galg  n.,  s.  gagl. 
gamall  adj.  121,1,6;   131  ;  355;  357; 

369. 
ganiayi  n.  51,  2,  a;  131;   181;  297. 
gamle  m.  252,  2. 
gam{m)r  m.  252,  2. 
ga7ia  swv.  446,  anm.  2. 
ganga  stv.  180;  431  u.  anm.  1,  4,  5, 
gangvere,  -er  m.  335,  anm. 
gapa  swv.  446,  anm.  4. 
gartir  n.  293  u.  anm.  3. 
gdri  (nisl.),  s.  geire. 
Garmr  m.  248. 
gds  f.,  s.  gós. 
gasse  m.  114,  1. 
gdt  f.,  s.  gott. 

gata  f.  79,  anm.  2;  244,  anm.  2;  340. 
gdta  f.  340. 
gatt  f.  152,  4. 
</eð  n.  304. 

gefa  stv.  92;  424  u.  anm.  2. 
gefande  m.  351. 
gegn  adj.,  prap.  354,  anm.  2,  5;  357 

anm.  1. 
gegn  n.,  s.  gagn. 
gcf/nom,   -em  prap.    71,  anm.  2;  354 

anm.  3,  5;  357,  anm.  1. 
geigo(r)-skot  n,  340,  2. 
Geilaugr  m.  241,  1. 


geire  m.  57,  anm.  3, 

geirr  m.  57,  anm.  1;  251,  4. 

geisl  m.  251,  4. 

geispa  swv.  250. 

gelda  stv.,  s.  gialda. 

geldr  adj.  353,  anm.  1. 

geila  stv.  418,  anm.  2. 

gengr  adj.  360. 

gera  swv..  s.  gørua. 

gerd  f.  319. 

gerdar  pl.  f.  319. 

-gertir  f.  (in  nåmen)  319. 

Gertir  f.  319. 

gerr  ad).,  part,  s.  gerr. 

gerua  swv.,  s.  gsrua. 

gestr  m.   146;  321;  322;  327. 

Gestumblinde  202,  1. 

geta  stv.  92;  424  u.  anm.  2. 

G  eg  sir  m.  254. 

gigia  f.  204. 

i/ii  n.  304. 

Gils  m.  249,  1. 

-gils  (in  nåmen)  233,  2;  249,  1. 

Gimer  m.  306. 

Gimle  234. 

^fiwíi  stv.  409  u.  anm.  2. 

ginna  swv.  444. 

Girker  m.  pl,  s.  Grikkiar. 

Girkland  51,  1.  a. 

girskr,  s.  gri{k)skr. 

-gisl,  -gisl  (in  nåmen)  233,  2;  249,  1. 

(xisZ  m.  249,  1. 

í/isía  swv.  146. 

Gizorr  m.  294,  1  u.  anm.  3. 

gialda  stv.   180;  418  u.  anm.  1;  457, 

anm.  4. 
gialla  stv.  418  ii.  anm.  2. 
giognum  prap.    71,  anm.  2;   s.  auch 

gegnum. 
giosa  stv.  254;  412. 
gióta  stv.  412. 
gigf  f.  310. 

giofoll  adj.  368,  anm.  1. 
í/iörð  f.  310. 
giorr,  s.  i/^rr. 
gior{u)a  swv.,  s.  genia. 
Giúke  m.  231. 


Register. 


281 


glam{m)  n.  252,  2;  257,  2. 

Glaser  m.  306. 

gletie  f.  341. 

gledia  swv.  439. 

qlepia  swv.  439. 

gler  n.  68,  1. 

Glik{i)a  swv.  443,  anm.  1. 

í/ííA;r  adj.  131;  230,  anm. 

gloa  swv.  253,  6. 

glóti  f.  346,  4. 

glotta  swv.  446,  anm.  7. 

(/Zöí/í/r  adj.,  s.  gleggr. 

gluggr  m.  246,  2;,  253,  6;  327. 

glilpna  swv.  415,  anm.  4. 

glygg  n.  301. 

glyggr  m.,  s.  //Zttryi/r. 

glymr  m.  257,  2;  324,  anm.  1. 

glsggr  adj.  72,  7;  246,  2;  353,  anm.  1; 

368. 
gløjpr  m.  327, 
gnacld  n.  149,  3. 

gnaga  stv.  131;  230;  428,  anm.  3. 
gnapa  swv.  149,  2,3;  446,  anm.  4. 
gnantS  f.   143;  149,  3. 
gneggia  swv.  246,  1. 
*gnella  stv.  422,  anm.  6. 
gnesta  stv.  417  u.  anm.  1. 
gnipa  f.  149,  1,  2. 
gnogr  adj.  131;  149,  4;  230,  anm. 
gnótt  f.  55;  149,  4;  327. 
gnúa  stv,   131  ;  433. 
gnúpr  m.  149,  1,  3. 
gny  dr  m.  143;  149,  3. 
gnýia  swv.  440,  2. 
gnyr  m.  324,  anm.  1. 
gnøgia  swv.  251,  3. 
gnøtt  f.,  s.  (/ndíí. 
gnøypr  adj.  149,  1,  3. 
/yoð  m.,  n.  141;  296;  322,  anm.  1,  2. 
(jotÍG  m.  141. 
gö{'d)legr  adj.  232,  anm. 
(iodormr  51,   1,  a;   186. 
gö'dr  adj.  114,  4;  356,  anm.;  369. 
Gohetir  m.  110;  232;  245,  4. 
gol  n.   141. 
gölegr,  s.  gohlegr. 
gall  n.,  s.  gull. 


Görobr  m.,  s.  Go'drs^'r. 
Gate  m.  334,  4. 
gotnar  m.  pl.  334,  4. 
góz  n.  296,  anm.  2. 
gogn,  s.  i/e/y**  präp. 
gpgnoni,  s.  gegnom. 
goltr  m.  144;  252,  4. 

döWfZoZ  f.  313. 

I, 

gorr  adj.,  s.  (/^rr. 

g\')S  f.  110;  239,  4;  346,  anm.  2. 

g(')t  f.  152,  4. 

gott  f.  255, 

gotuar  f,  pl.  131 ;  315. 

grad'ungr  m.  146. 

i/rft/h  stv.  427  u.  anm.  3. 

Gramr  m,  248. 

gramr  adj.   145;  252,  2. 

granne  m.  131;  208;  334. 

greipa  swv.  148;  149,  2,  3. 

grdr  adj.  149,  3;  355;  358;   s.  auch 

gridr. 
gras  n.  147. 

grdta  stv.  148;  149,  2;  432,  I. 
grautr  m.  293,  2. 
gredder  m.  131 ;  208. 
grei()a  swv.  131. 
^írem  f.  131;  232. 
greip  f.  310,  anm.;  346,  3, 
gren  n.  304. 
grenia  swv.  149,  2. 
Grenland  239,  2. 
Gretter  m.  306. 
gri(^ungr  m,   146, 
Grikker  m.  pl,  s.  Grikkiar. 
Grikkiar  m.  pl.  204;   220,   1;   248; 

303, 
Grikkland  51,  1,  a. 
gri{k)skr  adj.  236;  248. 
grim{m)r  adj,  145;  252,  2. 
grina  stv.  149,  2, 
grind  f.  346,  2,  4. 
gripa  stv.  149,   1,  2;  409. 
gripr  m.  323. 
griskr,  s.  grikskr. 
griss  m.  322,  1,  2. 
^riar  adj,  149,  1;  s.  auch  grdr. 
Groa  t'.  340. 


282 


Register. 


groa  stv.  71,  3;  147;  433. 

gró(ír  m.  293,  2. 

f/rój)  f.  149,  3. 

ijrópasanilega  adv.  148;  149,  2,  3. 

grgptr  m.  330. 

grutir  adj.,  s.  grunnr. 

gru  fa  swv.  446,  anm.  I. 

grund  f.  251,  2;  326. 

grunnr  adj.  251,  2;  367. 

gry  i  a  swv.   149,  1,  3. 

græfr  adj.  147,  anm. 

grø  fr  adj.  147,  anm. 

grøta  swv.  148;  149,  2. 

gr-&y  n.  304. 

grsyhaka  f.  146. 

gr.eypa  swv.  149,  1,  3. 

gu'(i  m.,  n.  141;  296;  322,  anm.  1,  2 

u.  morn.  2. 
gude  m.,  s.  gode. 
Gudormr  m.  225,  3. 
gildr  f.,  s.  gunnr. 
-gudr  t  in  nåmen  319  (2 -mal). 
Gudridr  f.  65;  245,  4. 
Gudrun  f.  312. 
Gudrßdr  m.  7],  3;  245,  4;   s.  Ubr. 

Godrßdr. 
gud  si  fe  m.  336. 
gud-spiall,  -spiald  n.  251,  2. 
gugna  swv.  224;  246,  anm.  2. 
</mZí  n.  141  ;  215. 
gidlad  n.  234. 
gidlhlad  n.  234. 
GiUlveig  f.  312,  anm. 
Gunnarr  m.  234;  294,  1. 
Gunnlod  f.  312. 
gunnr  f.  217,  4,  b;  319. 
-gunnr  f.  in  nåmen  319. 
Guttormr  51,  1,  a;  186;  225,  3. 
gyggua  swv.  72,5;  246,2;  420;  422, 

anm.  3. 
7/ý^r  f.  319,  anm.  4. 
Gglfer  m.  306  u.  anm.  2. 
ggltr  f.  144;  319. 
gymbr  f.  327. 
Gy  mer  m.  306. 
Gýrídr  f.  65  u.  anm.;  232. 
gyss  m.  324. 


•^œr  (i  gcÉr)  adv.  68,  2. 
i/æfa  ,hüten'  131;  209,  anm.  1. 
géta  ,auf  die  weide  führen'   131; 

209,  anm.  1. 
g&gn  prap.  71,  anm.  2;  s.  auch  gegn. 
gsgnum  prep.  71,  anm.  2;  s.  auch 

gegnum. 
gora  swv.,  s.  gsrua. 
gsrr  adj.,  part.  72,  7;  79;  353,  anm.  1,2; 

359;  434,  anm.;  445,  2. 
gørua  swv.   72,  7;   128,  anm.;  434, 

anm. ;  445,  2  u.  anm.  2,  3 ;  459,  5. 
gsrua  adv.  371,  2. 
gørue  f.  72,  7;  341,  2,  3. 
gersime  f.  341,  2,  3. 
gøyia  stv.  427. 
gøy  sa  swv.  254. 

hd  swv.  152,  4. 

hdhand  (nisl.)  n.  152,4. 

liadda  f.  183,1,  a. 

hafa  swv.  147,  anm.;  434,  anm. ;  447 

u.  anm.  4;  459,  6;  468. 
hdfa  f.  147,  anm. 
lidfr  m.  147,  anm. 
hdfsdld  n.  237. 
hdfscélda  f.  236. 
hafud  n.,  s.  liofod. 
hage  m.  256. 
hagr  adj.  147. 
Hdke  m.  239,  1. 
Hdko7i{n)  m,  225,  anm.  1 ;   294,  1  u. 

anm.  3;  323.  anm.  1. 
halda  stv.  180;  215;  251,  2;  431  u. 

anm.  1. 
hal{d)kuæmr  adj.  245,  2. 
Halfdan{r)  m.  293,  anm.  1  u.  mom.  2. 
halffertøgr  adj.  389,  anm.  2. 
lialfnirødr  adj.  389,  anm.  2. 
lialfr  adj.  354,  anm.  2. 
Half  r  m.,  s.  Hólfr. 
Halldórr  m.  183,  1,  b. 
Hallfrødr  71,3;  293,2. 
hallr  adj.  215. 
hallr  m.  293,  1  u.  anm.  3. 
Hålogaland  n.  122,2;  137,  anm.  1. 
hair  m.  149,  3;  150,  anm.;  253,  2',  322  1. 


Register. 


283 


hals  m.  Ill,  anm.  2  ii.  3. 
'háley{g)skr  adj.  23(). 
hamarr  m.  292;  294  u.  anm.  2. 
Hamder  5 1 ,  2,  a ;  66,  4  ;  121,2;  176,1; 

199,  anm.  1 ;  306. 
hampr  m.  202,  1. 
hamr  m.  256;  322. 
handan  adv.  370. 
Handir  m.,  s.  Hamder. 
hane  m.  147 ;  333. 
hanga  stv.  431  ii.  anm.  1,  2,  5. 
hanke  m.  207,  anm.  3. 
hann  pron.    73,  2;    76;    114,  1,  7; 

121,  1,  4,  6;  217,  2,  c;  225,  1;  395. 
hanpr,  s.  hampr. 
har  adj.  58;  72,  anm.  1;  251,3;  359, 

anm.  3;  367,  anm.  2. 
har  m.  ,liai'  50,  4;  152,  4. 
hdr  m.  ,ruderdiillen'  322. 
har  n.  ,haar'  256. 
Haraldr  51,1,  a;  65,  anm.;  77,  anm; 

244. 
liardmde  n.  pl.  244. 
har{'(^)la  adv.  245,  3. 
Jiardr  adj.  79;  353,  anm.  1;  356,  1. 
hark  n.  256. 

liarmr  ,augenlied'  253,  4. 
háróttr  adj.  356. 
harpare  m.  333;  335. 
harr  adj.  57,  2. 
Harr  (Odins-namc)  103;  234. 
harre  m.  334,  1. 
hdske  m.  114,  1. 
hdss  adj.  57,  anm.  3;  253,  4. 
hattr  m.,  s.  hottr. 
hdttr  m.,  s.  /^óíír. 
häuf  od  n.  149,  3;  s.  auch  hofod. 
hauyr  adj.  251,  3. 
haugr  m.  251,  3. 
haukr  m.  104,  anm, ;  231. 
haukstalde,  -stalle  m.  251,  2. 
hmkHtaldr  m.  149,  3. 
haul()r  m.   149,  3. 
hauss  m.  231. 
haustr  m.  231 ;  240,  2. 
he-,  hi-  pron. -stamm:  reste  davon 

400,  anm.  2. 


heiman  adv.  142,  anm. 

hedra  adv.  142,  anm. 

hefia  stv.  427  u.  anm.  1. 

hegat  adv.  142,  anm. ;  s.smch  hmgat. 

hegre  m.  251,  3. 

heidne  t'.  341. 

heidr  f.  319. 

heidr  m.  293,  2. 

heilagr  adj.  115;  357  ii.  mom.  3;  357, 

anm.  3;  362;  366. 
heill  adj.  356  ii.  mom.  2 ;  368,  anm.  3. 
lieill  m.  251,  4. 
Jieilsa  swv.  251,  4. 
heilynde  n.  244. 
heima  n.  338. 
Heimdallr  m.  293,  2. 
heimell  adj.,  s.  heimoll. 
heimold  f.  249,  3. 
heimoll  adj.  150,  1;  357,  I,  4. 
Heiner  m.  pl.  232. 
heip{t)giarn  adj.  245,  10. 
heita  stv.  57,  anm.  4;  131;  142,  anm.; 

22),  1 ;  429  mit  anm.;   459,  2;  469, 

anm.  2. 
hel  f.  318. 
Hel  f.  318. 
hela  f.  56. 
hela  swv.  444. 

heidr  adv.  komp.  371,  anm.  1. 
heldre  adj.  komp.  367,  anm.  1 . 
heiß  f.  183,  anm.  7;  391. 
helfingr  m.  182,  2;  391. 
hel{f)ningr  m.  245,4;  391. 
helft  f.,  s.  helfd. 
helge  f.  341. 
helgr  f.  319,  anm.  4. 
helkn  n.  296. 
hella  swv.  444. 
heller  m.  306  ii.  anm.  4. 
helmingr  ra.   182,  2;  391. 
helzit)  adv.  siiperl.  243;  371,  anm.  1. 
helzti  adv.  237,  anm. 
helztr,  s.  heldre. 
Hem{m)ingr  m.  252,  2. 
Hengiankiapta  f.  245,  2. 
lienta  swv.  442,  anm. 
hér  adv.  100;  142,  anm.;  154,  1. 


284 


Register. 


herab'  n.  100,  anm.;  121,  1,  6;  225,3; 

296;  297. 
herbr  f.  319. 
hére  m.,  s.  liegre. 
here  m.  68,  anm.  1 ;  100. 
herfe  n.  253,  4. 
heria  swv.  436;  437. 
Heriann  m.  294,  1. 
Heriulfr  51,  1,  a;  106,  a. 
hér-na  adv.  117,  2. 
herr  m.  303;  324. 
Jierra,  -e  m.  334,  1. 
herser  m.  306. 
herskcir  adj.  358. 
hertoge  m.  141. 
hestr  m.  105,  anm.;    242;    245,  10-, 

293  u.  anm.  2. 
hetia  m.  340. 
hi-,  /ie-  pron. -stamm:  reste  davon 

400,  anm.  2. 
hi-hili,  -hýli  n.,  s.  hýbýle. 
higat  adv.,  s.  hegat. 
hika  swv.  253,  4. 
Hildetannr  m.  346,  anm.  2. 
-hildr  f.  in  naraen  319. 
himenn  m.  181;  182,  anm.  2;    294  ii. 

anm.  5. 
hime{n)rike  n.  239,  3. 
himna  f.  401,  2. 
hind  f.  346. 
hindre  adj.  komp.  370. 
hineg,  s.  hinneg. 
hinn  pron.  217,  2,  c;   225,  1 ;  397; 

400  u.  anm.  1 . 
hiiina  f.  401,  2. 
hinneg,  -ig  adv.  129,  anm.  1  •,  2i8;225, 

1 ;  400,  anm.  2. 
hinnog,  -iig  adv.  127;  146;  218. 
hinztr  adj.  sup.  370. 
hirda  swv.   183,  anm.  2;  442. 
hirber  m.  101;  305;  306. 
Hising  f.  325,  2. 
Hisingsbúar  m.  pl.  325,  2. 
hit  adv.  135 ;  142,  anm. ;  400,  anm.  2. 
hite  m.  142. 
hid  präp.  338. 
hial  n.  256. 


hiala  swv.  253,4;  256. 
hialm,ul-vglr  m.  196. 
hialmvitr  f.  56,  anm.;  325,  1. 
Hialmpér  m.  295  u.  anm.  5. 
hialpa  stv.  63,  10;  111,  3  u.  anm.  1; 

422  u.  anm.  5 ;  457,  anm.  4. 
hialt  n.  177,  anm.  1 ;  296. 
Hialtland  n.  237. 
hiarne  m.  223  ;  251,  4. 
Marta  n.  89;  333;  338. 
hier  adv.,  s.  hér. 

hiérab  n.  100,  anm.;  s.  Ubr.  herab, 
hieri  m.,  s.  here. 
Mol  n.  244;  251,  anm. 
Mon  n.  pl.,  s.  hiún. 
Mona  n.  338. 
Molp  f.  325,  2. 
hiplpsmabr  m.  325,  2. 
hiplt  f.  296. 
hiprb  f.  90;  326. 

Morr  m.  90;  256;  300,  anm.  1 ;  331. 
Mprtr  m.  90;   149,  anm.;  331. 
Mú  n.  pl.  338. 
hiún  n.  pl.  98,  anm. ;  338. 
Múna  n.  338. 
hiurber,  s.  hirber. 
hlaba  stv.  427. 
hlam  n.  257,  2. 
hlass  n.  254. 
hldtr  m.  293,  2. 
hlaupa  stv.  63,  12;  149,  1;  256;  430 

u.  anm.  1 ;  462,  anm.  2. 
hlé  n.  142,  anm.;  298. 
Hleibr  f.  311. 
hlekkr  m.  207,  3. 
Hlér  m.  295. 
hier  a  swv.,  s.  hl  øra. 
hlifa  swv.  410,  anm. 
Mit  f.  3 1 1  u.  anm.  3. 
hlióta  stv.  412  u.  anm.  2. 
Hlobvér  m.  56;  121,  2;  295  u.  anm. 

5;  306. 
Hlérribe  m.  51,  2,  a;  221,  3. 
hluni{m)r  m.  252,  2 ;  327. 
hlunr  f.,  s.  hlgnr. 
Must  f.  68,7;  251,  4. 
hlusta  swv.  68,  3. 


Register. 


285 


hlutr  m.  323,  2;  330. 

hly  n.  142,  anm. 

hlýtfne  f.  341. 

hlýia  swv.  72,  4;  142,  anm.;  440,  2. 

lüykhr  m.  256. 

hlymrm.  'griff  des  niders',  s.  hlummr. 

hlymr  m.  'getöse'  257,  2;  324. 

hlynr  m.  327. 

hlýr  adj.  353,  anm.  1 ;  358. 

hlijr  n.  pl.  68,  7;  251,  4. 

hlœia  stv.  251,  3;  428. 

hløra  swv.  68,  3;  251,  4. 

*hnafa  stv.  (defekt)  427,  anm.  4. 

hneigia  swv.  443,  a. 

hnepjjr  adj.  353,  anm.  1. 

hnere  m.,  s.  Im  øre. 

hnígci  stv.  95;  409  u.  anm.  1. 

hnipa  swv.  410,  anm. 

hnipenn  adj.  410,  anm. 

hnita  stv.  409  u.  anm.  3. 

"^hniód'a  stv.  (defekt)  415,  anm.  4. 

hniósa  stv.  412  u.  anm.  1. 

hnotía  n.  338. 

hnoss  f.  254. 

/moi  f.  67,  anm.;  86 ;  145 ;  346,  anm.  2. 

hnpgg{u)a  stv.  246,  2 ;  422  u.  anm.  3. 

hnykr  m.  256. 

hneggr  adj.  72,  7;  246,  2. 

hnogguing  f.  nachtr.  zu  72,  anm.  8. 

hnere  m.  68,  3. 

Aoáá  f.  208. 

Mf  n.  147,  anm. 

höginde  n.  150,  2. 

/io^r  m.,  s.  hugr. 

hokenn  adj.  415,  anm.  4. 

hol  n.  252,  3 ;  354,  anm.  2. 

holfa  swv.  422,  anm.  6;  446,  anm.  1. 

half  enn  adj.  422,  anm.  6. 

holkr  m.  252,  3. 

hollr  adj.  215;  356,  2. 

/io/i  n.  296,  anm.  3. 

/ion,  /ion  pron.,  s.  hann. 

hor  adj.,  s.  hdr. 

horfa  swv.  422,  anm.  4;   434,  anm. 

446,  2. 
ho7-i>  n.  248. 
horskr  adj.  145;  248,  anm.  3. 


horuetna  adv.  72,  10;  77;  325,  5. 

hoste  m.  57,  anm.  3;  244. 

hot  pl.  n.  244. 

hota  swv.  147. 

hotvetna,  s.  huatvetna. 

hpfdinge  m.  65;  66,  anm. 

4/"^  f-  325,  4. 

/iö/bd  n.   127;  149,  3;  183,  anm.  10; 

'297. 
hpfundr  m.  293,  2, 
/iö^^  n.  299;  301. 

hgggua  stv.   59;    63,  11   u.  anm.  6 
'72,  anm.  8;  246,  2;  253,  6;  430  u. 
anm.  1. 
Hggne  m.  78,  anm. 
hgltir  m.  149,3;  150,  anm.;  253,2. 
H()lfr  m.  179. 
holkn  n.  296. 
hgll  f.  311  u.  anm.  3. 
Hålogaland,  s.  Hålogaland, 
hgnd  f.  328;  346,  anm.  I. 

honk  f.  207,  anm.  3 ;  310,  anm. ;  346,  3. 

Hgrdr  m.  136. 

hprr  m.  299;  300  u.  anm.  2. 

hpss  adj.  359. 

hottr  m.  330. 

c 

lióttr  m.  255;  330. 

hr  ad  r  adj.  145. 

hrdf  n.  148. 

hrafn  m.  293,  1. 

hrammr  m.  252,  2. 

hrdr  adj.  358. 

hraukr  m.  252,  3. 

hraume  m.  256. 

hretiiar  f.  pl.  317. 

/ireðr  n.  248. 

/ire^^  n.  "304. 

hreinn  adj.  367. 

/<tri/«  stv.  409. 

hrina  stv.  409. 

hrinda  stv.  419  u.  anm.  1,2. 

/ins  n.  296,  anm.  3. 

hrista  swv.  149,  1. 

hrioda  stv.  412. 

hriösa  stv.  149,  1;  412    415,  anm.  4. 
hrióta  stv.  412. 


286 


Register. 


Hroaldr  m.  107,  anm.;  177,  anm.  2; 

179;  244. 
Hróarr   51,  1,  a;    57,  4,  b;     121,  1; 

179;  233,  2. 
IIrö{'d')biartr  m.  232,  anm. 
hrodenn  part.  415,  anm.  4. 
Hró'd' geirr  m.,  s.  Hróarr. 
IIró(ti))miyidr  m.  232,  anm. 
Jiródr  m.  293,  2. 
hrótirharmr  m.  183,  anm.  13. 
hróf  n.  148. 
liroke  m.  143;  257,  3. 
Hrokkell  114,4;  183,  2, e;  213,  1. 
Hrólfr  m.  103;  179. 
hrolla  swv.  208,  anm.  2. 
Hrollaugr  114,  4:  210,  4. 
Hrolleifr  114,4;  210,4. 
/iross  n.  248. 
Hrotte  m.  207,  2;  257,  5. 
hr  onn  f.  208. 

/ir%ii  f.  143;  252,  3;  257,  3. 
hrum{m)r  adj.  252,  2. 
hrútr  m.  149,  anm. 
hryggr  adj.  72,  5;  359,  anm.  4. 
hryggr  m.  324,  anm.  1. 
liryggua  swv.  246,  2;  443,  aum.  2. 
/ircfe  n.  57,  3  u.  anm  2;  301. 
hr s  dask  swv.  203. 
/iróða  f.  203. 
/irø5e  f.  203. 
Hrøbrekr,  s.  Hrérekr. 
hrøkkua  stv.  72,  3;    83,  1 ;    207,  3; 

421. 
hrskkua  swv.  72,  7. 
hr^r  n.  68,  3. 
Hrérekr  65;  121,  3;  232. 
hrsrna  swv.  68,  3. 
hr^yr  n.  57,  anm.  2;  72,  anm.  9. 
hr-øyse  n.  239,  4. 
M  adv.  253,  4. 
-/md"  subst.-suif.,  s.  -úð". 
M/a  f.  149,  3. 

hufud  n.  127;  s.  übr.  hgfoti. 
hugall  adj.  357. 
-hugd'  subst.-suffix,  s.  -úö'. 
hugr  m.  141. 
huka  swv.  415,  anm.  4;  446,  anm.  4. 


hun  pron.,  s.  hann. 

hundr  m.  293. 

hundrab'  n.,  zahlw.  381. 

Huner  m.  pl.  327. 

hurð  f.  326. 

/ms  n.  296,  anm.  3. 

hils  fru  f.  247,  1,  b;  340,  1. 

húsfreyia  f.  185,  anm.  6. 

húsl  n.  83,  anm.  3;  249,  1, 

húsprsyia,  s.  húsfrsyia. 

hustru  f.  247,  1,  b;  340,  1. 

huab'arr  pron.,  s.  hudrr. 

huadartuegge  pron.  407,  anm.  1. 

huakke,  s.  huatke. 

hualfa  swv.  446,  anm.  1. 

hiialr  m.  322,  2. 

huarge  adv.  253,  4. 

hudrge(n)  pron.  135;  181,  1,  a;  199; 

245,  10;  406  u.  mom.  3. 
hudrke,  s.  hudrge. 
huarmr  m.  253,  4. 
huarr  pron.,  s.  huerr. 
hudrr  pron.    110;    232;  403,  2;    407 

u.  anm.  1. 
hudr{r)tuegge  pron.  407  u.  anm.  1. 
hudr{r)tueggia  pron.  407. 
huarvetna  adv.  77;  s.  auch  horvetna. 
huass  adj.  254;  356  w.  mom.  2. 
huat  pron.  neutr.  146;    253,4;   402; 

403,  1  u.  anm.  1 ;  406,  1. 
hudta  stv.,  swv.  432, 1  u.  anm.  2. 
huatke  pron.  184,  1,  a;  213,  1 ;  406,  1. 
huatvetna  pron.  72,  10;  121,  2;  146; 

325,  5;  406,  1. 
hueim  pron.  dat.,  s.  huat. 
huel,  huél  n.  251,  anm. 
huela  n.  338. 
huellr  adj.  253,  4;  256. 
huerfa  stv.  253,  4;  417  u.  anm.  3,  4; 

422,  anm.  4. 
huerge  pron.  199;  406  u.  mom.  2. 
huerke,  s.  huerge. 
huerr  ißTon.  128;  225,1;  253,4;  402; 

403,  3  11.  anm.  3. 
huerskonar  141. 
huessa  swv.  442. 
huetia  swv.  254. 


Eegister. 


287 


huetvetna,  s.  huatvetna. 

huika  swv.  253,  4;  425,  anm.  7. 

huild'  f.  114,  3. 

huilft  f.  196,  anm.  2. 

huílíkr  pron.  402 ;  403,  4. 

huilmt  f.  196,  anm.  2. 

huimleVd'r  adj.  122,  1. 

Jiaina  stv.  409  u.  anm.  3. 

huisla  swv.  149,  2. 

hiidbsa  swv.  57,  anm.  3;  149,  2;  253,  4. 

liý  n.  256. 

hý-hýle  n.    72,6;    79;     126  u.  anm.; 

143,  anm. 
hýe  m.  338. 

hyggia  swv.  220,  1 ;  440,  4. 
hyggiande  f.  341. 
hylda  swv.  251,  2. 
hylla  swv.,  s.  hylda. 
hylr  m.  324,  anm.  1. 
Hymer  m.  306. 
Hýner  m.  pl.,  s.  Hiiner. 
hyske  n.  114,  6. 
hdell  m.  152,  4. 
hœtta  swv.  255. 
hofa  swv.  147,  anm. 
høginde  n.  150,  2. 
høgr  adj.  147;  360;  368,  anm.  2. 
høgre  adj.  komp.  370,  anm. 
høkia  swv.  147. 
høna  f.  147. 
/iøws   pl.  n.  147;    239,  4;    250;    296; 

vgl.  høsn. 
hønsn,  s.  høns. 
Hemer  m.  77. 

høsn  pl.  n.  239,  4;  s.  auch  høns. 
høy  n.  301 ;  304,  anm. 
høyia  swv.  440,  5. 

/  prap.  50,  3 ;  82,  anm.  2 ;  109;  239,  6. 
i  dag,  s.  dagr. 
i'd  pron.,  s.  it. 
Jðe  m.  336. 

-idr  adj.-  u.  part.-suflF.  357,2;  441. 
itfrc  adj.  komp.,  s.  innre. 
rdiinn  f.  217,  4,  b;  319. 
Ifarr  m.  57,  4,  b ;  72,  anm.  7 ;  121,1; 
233,  2;  239,  5. 


ife  m.  139,  1 ;  s.  übr.  efe. 

i  f  er  prUp.,  s.  yfer. 

i  fiord'  adv.  90. 

i  gegn  prap.  354,  anm.  2. 

i  gegnom,  s.  gegnom. 

i  gdér,  s.  gcér. 

i  hia  prap.  338. 

il  f.  317. 

Ula,  Ula  adv.  372. 

illr,  illr  adj.  208,  anm.  2;  369. 

Illuge  m.  234. 

illvirke  m.  336. 

íZZúð  f.  233,  anm.  2. 

-ilsi  Dom.-suff.,  s.  -else. 

ilstre  n.  139,  1  ;  251,  4. 

imbrudagar  m.  pl.  74. 

i  me'^al,  s.  meðal. 

i  millem  prap.  354,  anm.  5. 

imiss  adj.,  s.  ýmiss. 

Indritie  m.,  s.  Eindri'de. 

-ing-  nom.-suffix  1 24,  anm.  2;  293;  311. 

-inge  nom.-suff.  293;  336. 

Ingebiprg  f.  309;  312. 

Ingemarr  m.  65,  anm. ;   121,  1. 

Ingialdr  m.  244. 

Inguildr  f.  234. 

inn  adv.  370;  371,  3. 

inn  best.  art.,  s.  e7in. 

inna  swv.  444. 

innifle  n.,  s.  innyfle. 

innre  adj.  komp.  2ol  (2-mal);  370. 

innyfle  n.  126;  200;  249,  2. 

innylfe  n.,  s.  innyfie. 

innztr  adj.  sup.  370. 

ísmótt  f.  55. 

Israel  m.  293,  anm.  1,  2. 

iss  m.  293,  1  u.  anm.  1. 

it  (iff,  pit)   pers.   pron.  nom.  dual, 

135,  anm.  1;    192;   393  u.  anm.  5; 

394,  anm.  5. 
ividia  f.  239,  5. 
íþrótt  f.  327. 

Id  adv.  175,  anm.  1. 
id  swv.  425,  anm.  7;  447  u.  anm.  2. 
ia(iarr  m.  92  u.  anm.  2;  150,  5. 
idenn  adj.  (part.)  425,  anm.  7. 


288 


Register. 


iafn  adj.  89;   182,2;    245,8;    356  u. 

anm.;  356,  2. 
iaga  swv.  175,  anm. 
iak  pron.,  s.  e/v. 
ialfr  m.  196,  anm.  2. 
ialmr  m.  196,  anm.  2. 
iamn  adj.,  s.  ia/k. 
ia'm{n)vel  182,  2. 
mmi  adj.  neutr.  adv.  356,  anm. 
lamtar  m.  pl.  344. 
lamtr  m.  pl.  344. 
iardteikn,  s.  iartei{g)n. 
iargtegn,  s,  iartei(g)n. 
iarl  m.  245,  7;  294,  2. 
mrn,  mVw  n.  1 1 3,  1 ;  208. 
iartei{g)n  n.  233,  anm.  2 ;  252,  3. 
idt{t)a  swv.  209,  anm.  1 ;  446,  anm.  7. 
idttyrbe  n.  56,  anm. 
iód{d)ís  f.  225,  3. 
lo/nðr  f.  319. 
iól  n.  pl.  98,  anm.;  175. 
iomfrú  f.  205. 
iór  m,  295  u.  anm.  2. 
loVmÄ;  f.  231. 
iodorr,  s.  iadarr. 
ioforr  m.  90;  92;  294,  anm.  1. 
ipkoll  m.  175. 
ipZsfr  f.  139,  1;  251,4. 
iord  f.  90;  326  u.  anm.  2. 
lorundr  m.  127. 
iptonn  m.  90;  92,  anm.  2;  294. 
iúgr  n.  200,  anm.  2;  232. 
iumfrú  f.  205. 

iungfrú  175,  anm.  1;  190;  205;  340,  1, 
iunkfm,  s.  iungfrú. 
iúr  n.,  s.  w^r. 

A'a/'  n.  253,  4. 

kafna  swv.  147,  anm. ;  244,  anm.  2. 

kala  stv.   149,  4;  427. 

kaldr  adj.  467,  anm. 

kambr  m.  293. 

kampr  m.  202,  1. 

kanóke  m.,  s.  kanúkr. 

kanpr  m.  202,  1. 

kanúkr  m.  239,  1. 

kanunkr  m.,  s.  kanúkr. 


kapp  n.  207,  1. 

kappe  m.  207,  1 ;  340. 

MW  (Ä;ar)  m.  136;  245,  7;  294,  2. 

kar{l)matir  m.  245,  7. 

fcair  adj.  152,  4;  184,  4. 

Katrin  f.  312. 

fcaíír,  s.  kgttr. 

kaupa  swv.  183,  anm.  6;  447.  ^\'^\\ 

kaupangr  m.  244;  293,  anm.  4. 

kefia  stv.,  swv.  147,  anm.;  244,  anm.  2; 

253,  4;  427  u.  anm.  1. 
keikr  adj.  142. 
-keil  (in  nåmen)  294,  anm.  4. 
kemba  swv.  442. 
kempa  m.  202,  anm. ;  340. 
kengr  m.  324,  anm.  1. 
kenna  swv.  442. 
ken{n)ing  f.  225,  2. 
kenpa,  s.  kempa. 
keptr  m.,  s.  kiaptr. 
ker  n.  68,  1. 
kerling  f.  309;  311. 
Ä;6rie  n.  307,  anm.  4. 
/i;ei  n.,  s.  kigt. 
ketell  m.  294,  anm.  1 . 
kid  n.  304,  anm. 
kikna  swv.  142. 
kind  i'.  346,  4. 
kinn  f.  346,  anm.  2. 
kippe  n.  307,  anm.  4. 
kirkia  f.  204 ;  340.  .     . 

kiaptr  m.  92. 
kiarne  m.  144. 

/ciosa  68,  3 ;  69 ;  251,4;  4 1 5  u.  anm.  1 . 
kiot  n.,  s.  kiot. 
kiplr  m.  331. 
kioptr  m.,  s,  kiaptr. 
kipt  n.  72,  anm.  4 ;  86 ;  90  ;  92,  anm.  1 ; 

301. 
kiúklingr  m.  143;  252,3. 
kid  stv.  428  u.  anm.  1 . 
klafe  m.  149,  3. 
klauf  f.  149,  3. 
klé  m.  337  u.  anm.  1. 
klefe  m.  140. 
klegge  m.  336. 
/cZei/"  f.  142. 


Register. 


289 


kleíss  adj.  115. 

klemezmessa  f.  2(i7,  2,  b. 

klénn  adj.  154,  anm. 

kleppor-nes  n.  340,  2. 

kleppr  m.  82;  207,  1. 

kless  adj.,  s.  kleiss. 

klettr  m.  82  ;  207,  2. 

klif  u.  142. 

/íZí/a  stv.  409. 

klife  m.,  s.  klefe. 

kligia  swv.  447,  anm.  3;  459,6  u.anm.3. 

klipa  stv.  409. 

kliúfa  stv.  413  u.  anm. 

kU  f.  72,2;  346. 

klokka  f..  s.  klukka. 

Klubba  f.  207,  anm.  4. 

klukka  f.  141. 

%/'f.  149,3;  317. 

Aríí/píí  swv.  409. 

klé'()e  n.  57,  anm.  3;  307,  anm.  4. 

klokkr  adj.  72,  7. 

klekkua  stv.  207,3;  421. 

Ä:nftV  adj.  358;  366. 

kndtto  v.,  s.  kmdto. 

kné  n.  109;  298  u.  anm.  2. 

knesbot,  -fot  f.  55;  182,  1 ;  209,  anm.  1. 

knia  swv.  106,  b. 

knprr  m.  330. 

knótto  v.  prät.-präs.  128,  anm.;  149,  4; 

452,  2  u.  anm.  2,  3;  456. 
Änöiir  m.  149,  3;  252,  4;  261,  7. 
knue  m.  337. 
knútr  m.  1 49,  3 ;  252,  4. 
knýia  swv.  440,  2  u.  anm.  2. 
knylla  swv.  208,  anm.  2. 
knytlingr  m.  114,  6. 
feoááe  m.  267,  3. 
kofa{r)'n  n.  240,  1. 
Ä:o;<:Ä:r  m.   143;  252,  3. 
kokodrillus  248,  anm.  1. 
koma  stv.  141 ;  423  u.  anm.  3,  4;  457, 

anm.  5. 
kona  f.    139,  2;    141;    145;  252,  6; 

253,  4;  340,  anm.  2. 
kongr  m.  111,4;  137,  anm.  1. 
konongr  m.  293;  s.  auch  kongr. 
konr  m.  323. 

Nore  en,  Alti»!.  gramm.    2.  aufl. 


kostr  m.  323,  1,  2;  330. 

kpforr  m.,  s.  kg  gorr. 

kggorr  m.  206,  anm. 

kgkkr  m.  330. 

kgngor-vdfa  71,  6;  196. 

/cíííír  m.  330. 

krake  m.  148,  anm. 

/ir  oi  At  m.  148,  anm. 

kramr  adj.,  s. 

kr  ankr  adj.  207,  anm.  3. 

kraptr  m.  293,  2. 

Are^a  swv.  439. 

kreppa  swv.  422,  anm.  6. 

krepp-hendr  adj.  82. 

kretta  stv.  417  u.  anm.  1,  2. 

Kristin  f.  312. 

kris{t)ne  f.  245,  10;  341,  2. 

Krist{r)  241, 2;  245, 10;  293,  anm.  1  ii.2. 

ArdAr  m.  148,  anm. 

kroppenn  part.  207,  1 ;  422,  anm.  6. 

kr  oss  {kros)  n.  226, 

kubbr  m.  207,  anm.  4. 

kubr  adj.,  s.  kunnr. 

-kubr  , stammend',  s.  -kunnr. 

kidde  m.  149,  4. 

kuma  stv ,  s.  koma. 

kum{b)l  n.  245,  1. 

kuna  f.,  s.  kona. 

-kundr  , stammend'  251,  2. 

-kunn  nominal-suffix  325. 

kunna  v.  149,4;  215;  225,1;  450,2; 

462,  anm.  2. 
kunnr  adj.  356;  450,  anm.  1. 
-kunnr  'stammend'  251,  2. 
kuafna  swv.  147,  anm. 
kudn  f.,  s.  kuæn. 

kuetia  stv.  183,  anm.  10;  425  u.anm.  3. 
kuefia  stv.,  swv.,  s.  kefia. 
kueikia  swv.,  s.  k^ykua. 
kuekua  swv.,  s.  kuokua. 
kuerk  f.  347  u.  anm.  3 
kuern  f.  75,  3;  310. 
kui  f.  314. 

kiiida  stv.  409  u.  anm.  2. 
kuikr  (kuikkr)  adj.  72,  11;  140;  220, 

2;  359. 
kuilla  swv.  210,  4. 

19 


•290 


Register. 


kuinna  f.  340,  anm.  2. 

kuirr  adj.,  s.  kyrr. 

kuísl  f.  184,  4. 

kuistr  m.  184,  4. 

kuittr  m.  330. 

A;í*ón  f.,  s.  kuén. 

kuáb'e  n.  305;  307. 

kudbfa  swv.  147,  anm. 

kuœmr  adj.  145,  anm. 

A;t«Én  f.   145  ;  327. 

kuskua    swv.   72,  3;    140;    s.   auch 

keykua. 
ku  ørn  f.,  s.  kuern. 
kußykua  swv.  s.  køykiia. 
kyfla  swv.,  s.  kylfa. 
kykr  adj.,  s.  kuikr. 
kylfa  swv.  249,  2. 
kylna  f.  101. 
%n  n.  302;  304  u.  anm. 
kynne  f.  215. 

kl/r  f.  68,  5 ;  347  u.  anm.  2. 
kyrkia  swv.  72,  11. 
kyrr  adj.  71,  7;  288,  3;    353,  anm.  1, 
kyrtell  m.  294,  anm.  2. 
kyssa  (kysa)  swv.  226,  anm.  2. 
kæte  f.  209,  anm.  1;  341. 
kø  fa  swv.  147,  anm. 
kømr  adj.  145,  anm. 
kønn  adj.  149,  4. 
ker  n.  68,  3. 
/iøi  n.,  s.  kiot 
keykiia  swv.  72,  8;  s.  auch  kuekua. 

Id  f.,  s.  lo. 

-la  adv.-endung  251,  3. 
Idtimabr  m.  57,  anm.  3. 
lafa  swv.  446,  anm.  1. 
Idfe  m.  72,  anm.  2;  72,  4. 
Idgr  adj.  367. 
Idn  n.  57,  1. 
landamdere  n.  148. 
landskialfte  m.  334,  2. 
lang-dbr  adj.  57,  3. 
lanzofringe  m.  233,  2. 
lanzeyra  f.  183,  anm.  13. 
lasmérr  149,  3. 
lasm&yrr  adj.  149,  3. 


Zass  m.  238,  3. 

Zai  n.  307,  anm.  3. 

Idta  stv.    148,  anm.;    149,  2;   432,  I 

u.  anm.  1. 
latr  adj.  148,  anm.;  149,  2. 
Idtr  m.  224. 
Lauf^y  f.  318. 
laug  f.  311  u.  anm.  1. 
-laug  f.  (in  nåmen)  312. 
laugurdagr  m.  311,  anm.  1. 
laun  f,  'geheimnis'  253,  1. 
laun  pl.  n.  'lohn'  296. 
lausung  f.  253,  1 ;  311. 
Idvardr  m.  293,  2. 
?é  m.  72,4;   103;   244,  anm.  2;    337 

u.  anm.  1. 
-lega  adv.-endung  251,  3. 
leggia  swv.  220,  1  ;  434,  anm. ;  439. 
leggr  m.  251,  3. 
-legr  adj.-suffix,  s.  -ligr. 
leidangr  m.  150,  3;  293. 
leihindr  adj.  244. 
-leiff.  (in  nåmen)  312. 
leig(i)a  swv.  251,  3;  443,  anm.  1. 
leika  n.  (f.)  253,  2 ;  338. 
leika  stv.  142,  anm.;  429. 
leikande  f.  253,  2. 
leikar e  m.  335. 
Leik{v)angr  m.  244,  anm.  2. 
leka  stv.  424  u.  anm.  1. 
lemstr  m.  293,  2. 
Zén  n.  57,  1;  154,  anm. 
lend  f.  144;  310 
lenge  adv.  371,  2  u.  anm.  3. 
lengra  adv.  komp.  371,  anm.  3. 
lérept  n.  82 ;  239,  3. 
lesa  stv!  424. 
lesta  swv.  115. 
lete  f.  341. 
léttr  adj.  56,  anm. 
lit^a  stv.  409. 
ZiðV  'glied'  m.  330,  2. 
lidr  'lindwurm'  m.,  s.  linnr. 
li  f  f..  s.  ly  f. 
Ufa  swv.  446,  anm.  1. 
lifna  swv.  410,  anm. 
-liga  adv.-euduug  251,  3. 


Register. 


291 


liggia  stv.  220,  1 ;  425. 

-ligr  iidj.-suffix   124,    anm.  8;     368, 

anm,  3. 
Uka  swv.  443,  anm.  1. 
lik{h)amr  m.  51,  1,  a;  234;  322. 
likr  adj.,  s.  glikr. 
lilia  f.  340,  3. 
limr  m.  330,  5. 
linde  n.  251,  2. 
Ung  n.,  s.  lyng. 
linnr  va.  215;  251,  2. 
Ut  adv.,  s.  litt. 
Utell  adj.  114,3;  247,2;  357  u.  morn. 

5;  369. 
Uta  stv.  228,  1;  409. 
litr  m.  228,  1. 
litt,  litt  adv.    114,  3;    137,  anm.  1; 

357,  5;  372;  s.  auch  Utell. 
lid  stv.,    swv.    56;     106,  b;    251,3; 

410,  anm.;  447  u.  anm.  2. 
liónar  pl.  m.  232. 
Hos  n.  177,  anm.  4;  354,  anm.  2. 
lióss  adj.  177.  anm.  4. 
liósta  stv.  412. 
liótr  adj.  353,  anm.  1. 
Huga  stv.  96;  253,  1;  413  u.  anm. 
Huka  stv.  413;  414. 
lo  f.  'regenvogel'  346. 
-lo  f.  'hain'  58. 
loda  swv.  446,  1. 
lo^enn  adj.  415,  anm.  4. 
lófe  m.  72,  anm.  2. 
ZoMa  swv.  252,  3. 
lon  Ð.  1 43,  anm. 
losna  swv.  415,  anm.  4. 
U)  f.  251,  3. 

-Igtí-í.  (in  nåmen)  312. 
log  pl.  n.  296. 
logg  f.  315. 
Zö^n  n.  296. 
logr  m.  130,  1  ;  251,  3. 
lúenn  adj.  415,  anm.  4. 
lúgvitne  n.  143. 
luka  stv.  414  u.  anm.  1,  2. 
luma  swv.  446,  anm.  2. 
lunder  pl.  f.  144  ;  327. 
lundr  m.  228,  1 ;  293,  2. 


ími^íí  n.  338. 

lus  f.  346,  anm.  2. 

íiiía  stv.  414  u.  anm.  2. 

Ifdr  m.  322,  2;  327. 

ly  f  f.,  n.  126;  304  u.  nachtr.  dazu  s. 

269. 
lyfia  swv.  437. 
lyge  f.  341,  3. 
lygn  adj.  353,  anm.  1. 
hjia  swv.  415,  anm.  4;  439. 
lykellm.m,'å;  67;  196;  294,  anm.  1. 
lykia  swv.  414,  anm.  2. 
íí/Zí/cm  f.  220,  1. 
lyng  n.  72,  5;  79;  301. 
lypta  swv.  442. 
lyritr  m.  56,  anm.;  209,  anm.  2;  225 

4;  232. 
Ide  n.  301. 

lækner  m.  306  u.  anm.  3. 
tór  n.  68,  2;  251,  3. 
Idbra  swv.  57,  anm.  1. 
Idete  n.  307,  anm.  3. 
Idevirke  m.  57,  3. 
løkr  m.  146,  anm.;  324,  anm.  1. 
-l^ra  f.,  s.  mannlsra. 
loygr  m.  143. 

md  swv.  438. 

matir  m.  201  (2-mal);  217,  4,  b  (2  mal) 

345;  401,  l,c;  408. 
mdfr  m.,  s.  mdr. 
maga  v.,  s.  mega. 

magn  n.,  s.  megen.  ' 

Magnus  m.  293,  anm.  1. 
ma^r  m.  146. 
makke  m.  207,  3. 
mdl  n.  110;  176,  2. 
mala  stv.  149,4;  427. 
mdlogr  adj.  357. 
míiír  m.  234. 
mdmatr  m.  137,  anm.  1. 
mdnatfrm.  73,  2;  253,  2;  323  u.  anm. 

2;  344. 
mdne  m.  253,  2 ;  334. 
mange  pron.,  s.  mannge. 
mangr  adj.  369. 
mannfule  m.  143,  anm. 

19* 


292 


Hegistet. 


mann  f  yla  f.  143,  anm, 

mannge  pron.  405,  2. 

mannlíkan  n.  296. 

mannlöda  f.  203,  anm.  2. 

mannlera  68,  3;  203,  anm.  2. 

mar  m.  57,  1;    72,  2;    79;    194;   244, 

anm.  2;  300. 
mara  swv.  446,  anm.  1. 
margr  adj.  245,  5;  356,  anm.;  369. 
Margret  f.  312. 

marr  m.  'pferd'  111,  2;  322,  2;  323. 
-marr  m.  (in  namen)  121,  1;  294,  1. 
mdte  m.  146,  anm. 
matr  m.  323,  1. 
mdttegr  adj.  357. 
mdttogr  adj.  78,  1. 
maþkr  m.  145. 

metíal  präp.  150,  1 ;  354,  anm.  2,  5. 
metfal-  139,  1. 

meðaw  konj.  186;  225,  1;  239,  6. 
mega  v.  109;    128,  anm.;    209;   233; 

255;  452,  1  u.  anm.  1,  3;    459,  4  u. 

anm.  2. 
megen  adv.   199,  anm.  1;    218;   320, 

anm. 
megen  n.  136;  297  u.  anm.  2. 
megenn  adj.  357,  anm.  1. 
megn  adj.  357,  anm.  1. 
megn  n.,  s.  megen  n. 
megom  adv.  199,  anm.  1;  218. 
mei  dr  m.  293,  2. 
meÍ7'-{r)  adv.  komp.  372. 
me%r{r)e  adj.  komp.  51,  3;   57,  anm. 

1;  251,4:  369. 
mek  pron.,  s.  mik. 
mél  n.  pl.  82;  239,  2. 
meldr  m.  293,  2. 
meZia  swv.  72,  anm.  8;  440,  1. 
mellem,  -om  präp.,  s.  millom. 
men  n.  304. 
mér  (-m)  pers.  pron.  dat.  sing.  135; 

393;  394,  3;  469. 
mér  pron.  nom.  pl.,  s.  vér. 
mergenn  m.  86 ;  1 44 ;  s.  iibr.  morgonn. 
mergr  m.  68,  anm.  1;  204;  324. 
merke  n.  307. 
merr  f.  319,  anm.  1. 


messa  f.  71,  3. 

mest  adv.  sup.  372. 

mesir  adj.  sup.    115;    369;    s.   auch 

gób'r. 
meta  stv.  424  u.  anm.  2. 
mibaldre,  s.  midialdre. 
mibel  präp.  150,  1. 
mitíialdre  106,  a;  235. 
mitímunda,  -e  n.,  m.  338. 
miðV  adj.  139,  1 ;    352,  anm;    360  u. 

anm.  1 . 
mitir  adv.  komp.  372. 
mig  pron.,  s.  mik. 
miga  stv.  95;  409  u.  anm.  1. 
mik  (mig,  mek)  pers.  pron.  acc.  sing. 

124,  anm.  3:   135;   192;  393;  394,  3. 
mikell  2iå].  74;    139,1;    220,5;    257, 

3;  357  u.  mora.  5;  369. 
milde  f.  341,  2. 
mille,  s.  d  mille, 
millom,  -em.  präp.  210,4;  354,  anm. 

3,  5. 
Mimer  m.  306  u.  anm.  2. 
min  pers.  pron.  gen.  sing.  393. 
miniar  f.  pl.  317. 
minn  poss.  pron.    114,  3;    207,  2,  a; 

217,  2,  c;  396  u.  raom  1. 
minna  swv.  444. 
minnask  swv.  444. 
minne  adj.  komp.  217,  4,  b;  369. 
minne  n.  'miindung',  s.  mynne. 
minning  f.  51,  1,  b;  225,  2. 
minnr  adv.  komp.  372. 
min(n)ztr  adj.  superl.  247,  1,  a;  369, 
misgerande  m.  351,  anm.  1.  . 
miskun(n)  f.  74;  225,  4. 
miss-  (mis-)  präfix  224. 
missere  n.  121,  1,  7. 
mistrua  swv.  447,  anm.  1. 
mispyrma  swv,  200,  anm.  1. 
mit  pron.,  s.  vit. 
mialter  ra.  245,  6. 
midr,  s.  mær  adj. 
miok  adv.,  s.  mipk. 
miókr,  s.  miúkr. 
miolk  f.  90;   144;  347  u.  anm.  1. 
miór,  s.  mær  adj. 


Register. 


293 


mio?ír  m.  XM. 

inipk  adv.  90;  WVl;  257,  8;  351,  aniu. 

2  ;  357,  5  ;  372. 
miol  n.  72,  9;  149,  4;  252,  I  ;  301. 
miolk  f.,  s.  miolk 
mioll  f.  252,  1;  311. 
Miplner  m.  300. 

miprkne  m.  92,  anm.  1;  s.  iibr.  uiijrkue. 
mipt  f.  253,  2. 
miptodr  m.  253,  2. 
))ih\kr  adj.  98;  141,  aiiiii.  1. 
motter  f.  348 ;  350  u.  anm. 
mótierne  n.  64. 
Mócídr  f.  179;  234. 
mold  f.  149,4;  326. 
mole  m.  149,  4. 
molka  swv.  422,  aum.  4. 
mon  m.,  s.  munr. 
mona  f.  199,  anm.  1. 
mono    v.    prat. -präs.     125,   1;     126; 

1S3,  1,  b  u.  anm.  4;   451,  2  u.  anm. 

1,3,4:  455;  456;  459,  4;  462,  anm. 

2 ;  468,  anm.  2. 
möno'b'r  m.,  s.  mdnadr. 
motiv  m.j  s.  munr. 
Monstr  f.  239,  4. 
Móold  f.  179. 

mor  m.  'heideland'  292;  295. 
mor  m.  'möwe'  72,  2  ;  s.  auch  mår  m. 
Mórekr  m.  232. 

morgonn  m.67;  86;  144;  150,  5;  245,  5. 
mose  m.  251,  4. 
móskióttr  adj.  106,  anm.  J. 
Mostr,  s.  Monstr. 
mot  TL.  146.  anm. 
mot  (mott)  präp.  221,  1. 
motte  m.  145;  186;  252,  4. 
Moynús  m.,  s.  Magnus. 
mpgr  m.  146;  253,  1. 
molo  gr  adj.  357. 
mon  f.  310. 

mprk  f.  'mark'  326;  343;  347. 
mprk  f.  'wald'  326;  346,  1,  2,  4;  347. 
morr  m.  300. 
moskue  m.  334. 
motto  gr  adj.  78,  1. 
mottoll  ni.  207,  2. 


»iítí^V  m.,  s.  munnr. 

muga  v,,  s.  mer/a. 

ím'dr  m.  239,  1. 

mullaug  f.  207,  4. 

iw?m  m.,  s.  munr. 

mana  v.  451,  1 ;  459,  4. 

mundlaug  f.  207,  4. 

mimdr  m.  293,  2. 

-mundr  m.  (in  nåmen)  293,  2. 

mungdt  n.  202,  2. 

munkr  m.,  s.  múkr. 

munlaug  f.  207,  4. 

mannr  m.  215:  293,  1  u.  anm.  3 

i»?mr  m.  141 ;  323,  anm.  1. 

munn  v.,  s.  mono. 

mamVd'  f.  233,  anm.  2. 

mus  f.  346,  anm.  2. 

mútare  m.  335,  aum. 

mýell  m.,  s.  mi/W. 

myke  f.  341,  1. 

mykell  adj.  74;  s.  aucli  mikdl. 

mgkr  f.  341,  1. 

m^/Zi  m.  72.  6;   108;  244,  anm.  2. 
my  Ina  f.  101. 
mynne  n.  126. 

myrgenn  m.  144;   s.  auch  morgonn. 
myrkr  adj.  72,  5;  359,  anm.  3,  4. 
myrkr  n.  240,  3 ;  245,  9. 
myrkue  m.  92,  anm.  1 ;  139,  1. 
mýrr  f.  251,  4;  319. 
myskunn  f.,  s.  miskunn. 
mysu-ostr  m.  74. 
måker  m.  54;  306. 
mdela  'messen'  swv.  444. 

mela  'sprechen'  swv.  183,  2,  b;  444 
mcfer,  miór,  midr  adj.   57,  3  ;    72,  2; 
359;  366,  anm.  1. 

mår  f.  68,2;   69;   253,  1;   318,  anm. 

1;  428,  anm.  1. 
mderr  adj.  353,  anm.  2. 
mødyen  pl.  n.  296. 
mødgor  f.  pl.  245,  9. 
mølua  swv.,  s.  mclia. 
mørgenn  m.  67;  s.  iibr.  morgonn. 
Mørt  air  m.   189;  245,6. 
inossa  f.,  s.  messa. 


294 


Register. 


møta  svw.  442. 
m^y  f.,  s.  mær. 

nd  swv.  447. 

-na  eukl.  partikel  117,  2. 

na-  präfix  72,  2;  76;  3(i7,  anm.  I. 

-natir  nominal-suffix  323  u.  morn.  2; 

323,  anm.  2;  330. 
ndenn  adj.  366. 

nafarr  m.  57,  4,  b ;  69 ;  121,  I ;  233, 2. 
nafn  n.  181. 
nagl  m.  343;  345. 
Nagl  f  ar  n.  251,  3. 
naglfare  m.  251,  3. 
nakkuarr  pron.  51,  2,  a;  57,  4,  a;  72, 

7;  77;  114,  1;  115;   127;  146;  213, 

1 ;  225,  1 ;  404,  3. 
nakkuerr,  s.  nakkuarr. 
nål  f.,  s.  nól. 
ndnd  f.,  s.  nénd. 
ndr  adv.  komp.,  s.  nær. 
ndr  m.  69;  110;  251,  3;  322,  anm.  2. 
ndtt  f.,  s.  nótt. 
nautí{r)  t'.  325,  1 ;  327. 
namnr  adj.  240,  2. 
naust  n.  149,  3. 
íieðan  adv.  140;  370;  371,  3. 
ne'Öra  (néra)  adv.  komp.  232. 
weðre  adj.  komp.  370. 
ncf  n.  256 ;  304. 
nefa  konj.,  s.  nema. 
nefe  m.  253,  2. 
nefna  swv.  442. 
neinn  pron.  404  u.  mom.  5. 
nekkurr,  s.  nakkuarr. 
nekkuarr,  s.  nakkuarr. 
nekkuat  pron.  404,  3. 
nekjcuerr,  s.  nakkuarr. 
nekkuet  pron.  146;  s.  auch  nakkuarr. 
nema  konj.  182,  2. 
nema  stv.  141 ;  423  u.  anm.  4. 
nenna  swv.  183,  2,  b;  215;  444. 
nertire  adj.  komp.  370. 
nes  n.  304. 
Nesiar  pl.  304. 
net  n.  147;  304. 
neztr  adj.  sup.  370. 


wið  n.  304,  anm. 

nitSar  f.  pl.  304,  anm. 

mðe  m.  303;  336. 

Nitahoggr  m.  300. 

Mbotir,  -iidr  m.  127;  234;  323,  2. 

mðV  m.  302;  303. 

nibre  adj.  komp.  370. 

nifl  n.  139,  1. 

m/"i  f,  s.  nipt. 

Nikolas  m.  293,  anm.  1. 

nio  zahlw.  51,  3;   106,  b;  132,  anm.; 

378. 
nionde  zahlw.  385. 
nipt  f.  253,  2;  325,  3. 
7iíró'd'r  zahlw.  132,  anm.;  389. 
nita  swv.  209,  anm.  1 . 
nitidn  zahlw.  378. 
nitta  swv.,  s.  nita. 
nit ^ gr  adj.  389. 
niund  f.  390. 
niól  f.  106,  a;  231. 
niós7i  f.  177,  anm.  4. 
nióta  stv.  412. 
Nigrer  m.  331. 

no-  präfix  72,  2 ;  76 ;  s.  auch  nd-. 
-nodr,  s.  -nabr. 
no  gr  adj.,  s.  gyiógr. 
nok(k)orr,  s.  nakkuarr. 
nor  m.  149,  3. 
norðan  adv.  370;  371,  3. 
nortfar{r)e  adj.  komp.  370. 
nordr  adv.  63,  3. 
Noregr  m.,  s.  Norvegr. 
norn  f.  325. 
norrønn  adj.  245,  3. 
Nor{v)egr  m.  51,  l,a;  244. 
noi  f.   147;  346. 
nótt  f.  73,  2;  s.  übr.  nótt. 
ngkkurr,  -uarr,  s.  nakkuarr. 
npkkue  m.  220,  2. 
npk{k)ue'dr  adj.,  s.  nokkuedr. 
ngkkuorr,  s.  nakkuarr. 
nål  t  54;  110;  176,  2;  310. 
^ó^íí  f.  72,  2. 
JVörr  m,  300. 
nos  f.  310. 
nótt  f.  73,  2;  114,  1  ;   346,  1,  2;    347, 


Register. 


295 


nú,  -nu  121,  5. 

ni/  n.  'M)A. 

-ny  i',  (in  nåmen)  'MS  ii.  anm.  ;{. 

ny  keil  m.,  s.  ly  keil. 

nykr  m.  72,  5. 

nt/r  adj.  360  u.  anm.  I  ;  oO'^,  anm.  1. 

ni/7'a  n.  33S. 

nyrdre  adj.  komp.  370. 

nysa  swv.  177,  anm.  1. 

nyt  f.  317. 

-nyte  m.  330. 

ndefr  f.  327. 

nær  adv.  komp.  371,  anm.  I. 

ndßra  swv.   14S. 

«ære  adj.  komp.  307,  anm.  1. 

nærmeirr  adv.  komp.  371,  anm.  4. 

nærr  adv.  komp.,  s.  iicér. 

nærre  adj.  komp.,  s.  iicérc. 

ndést  adv.  snp.  371,  anm.  1. 

næstr  adj.  sup.  367,  anm.  1. 

nokkiirr,  -uarr,  s.  nakkuarr. 

nokkuat  pron.  404,  3  u.  anm.  1, 

nok{k)ve'd'r  adj.  :i20,  2 ;  357  u.  morn.  2. 

nokkuerr,  s.  nakkuarr. 

noktr,   nek  pr  adj.   357,  2;    s.  auch 

nekkmtír. 
nora  swv.  148. 
nordre  adj.  komp.  370. 
W0i/ð  f.  327. 

0-  '\\n-\  s.  Ú-. 

óask  swv.  233,  1;  436,  anm. 

oddr  m.   143;  208;  257,  4. 

apal  n.  147;  297  u.  anm.  1. 

Odenn  m.  228,  1. 

(^ðV  m.  293,  2. 

ódr  m.  293,  2. 

of,  of-  präp.,  adv.  125,  1;  129,  anm. 

2;  370. 
of  an  adv.  182,  2;  371,  3. 
ofarmeir{r)  adv.  komj).  371,  anm.  4. 
ofar{r)  adv.  komp.  371,  3. 
Ófeigr  m.  57,  4,  b. 
offra  swv.  270,  anm. 
ofn  m.  251,  anm. 
ogletieskléde  n.  341,  2. 
agn  m.,  s.  ofn. 


óJilífenn  adj.  410,  anm. 

ok  konj.  122,  2;  192. 

ok  n,  175. 

okkar  pers.  pron.  gen.  dual.   83,   1 ; 

207,  3;  393. 
okkarr   poss.    pron.     83,   1;    207,3; 

396,  3. 
okkr  pers.  pron.  gen.  dat.  dual.,   s. 

okkar. 
ol  f.  73,  2;  152,4;  311. 
Óldfr  51,  1,  a;    57,  4,  b;    73,  2;    121, 

1;  239,  2. 
Ole  m.  73,  2;  110;  239,  2. 
oil  m.  73,  2:  152,  4. 
Olleifr  m.  210,  anm.  2. 
óln  f.,  s.  pin. 
oman  adv.,  s,  ofan. 
on  f.,  s.  von. 

on  präp.  73,  2 ;  s.  auch  dn. 
openn  adj.  357. 
opt  adv.  371,  1  u.  anm.  3. 
or-  präfix,  s.  ^r-. 
or  ,  or  präp.  68,  5;  69;  113,  1. 
orh  n.  228,  1. 
ormr  m.  228,  1. 
orrosta,  orgsta  f.  127;  225,3. 
ósk  f.  83,  T;  239,4. 
Osk  f.  312  u.  anm. 
Oslo  f.  58. 

oss  (ess,  øs,  ÓS,  oss)  pers.  pron.  dat. 
acc.  sing.   83,  1;    114,  8;    225,  1; 

239,  4;  251,4;  393  u.  anm.  7. 
oss  m.,  s.  oss. 
ost  f.,  s.  ost. 
ostr  m.  175. 
Osuifr  m.  71,  anm.  4. 
Otkell  m.  189;  224. 
otr  m.  145. 
otta  f.  55;  244. 
Ottarr  m.  73,  2 ;  234. 
otte  m.  147. 
-óttr  adj.-suff.  356. 
oxe  m.  63,  3 ;  s.  libr.  uxe. 

Ó  f.  'fluss'  109;   146;    234;    251,  3  u. 

anm.;  309;  314. 
(^  f.  'schaf ,  s.  (Jer. 


296 


Register. 


ofegr  adj.  150,  4. 

gfogr  adj.  1 50,  4. 

pfund  f.  77. 

ok(k)la  n.  72,2;  70;  121,  1;   207,3; 

224;  338. 
pkle  m.  338. 
pl  n.  253,  2;  301. 
plboge,  s.  plnhoge. 
pld  f.  326  u.  anm.  2. 
pW{r)  n.  'schmaus'  253,  2. 
Qlfúss,  -foss  m.  77;   nachtr.  zu  s.  54, 

z.  4. 
Qlfr  m.,  s.  Alf  r. 
pllungis  adv.  04;  77;  199. 
pin,  åln  f.  Ul,  anm.  2;  147;  313. 
plnhoge  m.  202,  1  ;  245,  8. 
öíoím  m.  215. 

plpt  f.  150,  anm.;  340,  I,  4;  347. 
pir  m.  251,  4. 
plútí  f.  76. 
pluge  m.  77. 
Qlvalde  m.  77. 
pnd  f.  'atem'  326. 
pnd  f.  'ente'  346,  4. 
pnduge  m.,  s.  andvege. 
pndvertir  2iáy  144;  s.  auch  andverdr. 
pndurtir  adj.,  s.  andverdr. 
ongr  adj.  72,  7;  353,  anm.  1. 
onn  f.  208. 
Qn?*  m.,  s.  Ann. 
Qnundr  m.  293,  2. 
pr  f.  111,  2;  315  u.  anm.  1. 
pr  n.,  s.  ^rr. 
år  f.  57,  2;  311. 
^^rÄ;  f.  346,  1  ;  347. 
pm  m.  330. 
prr  adj.  359;  366. 
prr  n.,  s.  ^rr. 

órr  m.  57,  2;  330,  1,  5  u.  anm.  2. 
psgrúa  f.  149,  1,  3. 
oss  m.  'balken',  s.  dss  'balken'. 
oss  m.  ,gott'  73,  2;   239,4;    330,  1,  5 

u.  anm.  2. 
ast  f.  73,  2;   110;  239,4. 
Ott  f.  114,  1;  327. 
pttonde  zahlw.  385. 
ox  f.,  s.  øx. 


oxl  f.  321  ;  326. 

Qzorr  m.  294,  1  u.  anm.  3. 

/?ac  m.  110;  244,  anm.  2;  333;  337. 

padreimr  m.  131. 

paradis{e)  f.  311. 

pengr,  s.  pennmgr. 

penningr  m.  51,  1,  b;  65,  anm.;   137, 

anm.  1 ;  225,  2. 
Pétarr,  Pettarr  m.  294,  1. 
pikisdagar  pl.  239,  1. 
pi{n)sl  f.  239,  4 ;  249,  ] . 
pistell  m.  131. 
postole,  -a  m,  131;  334,  1. 
prettr  m.  293,  4;  330. 
prisund  f.  247,  anm.  5. 
pr  of  ete,  -a  m.  334,  1. 
psalmr  m.  nachtr.  zu  230,  anm.  2. 
psaltare  m.,  s.  psalmr. 
pund  n.  258,  anm. 
pyttr  m.  322. 

f*d  f.,  s.  ro. 

rdtia  stv.  432, 1. 

rdde  m.  228,  2. 

Ragneidr  f.  319. 

Ragnhildr  f.  319. 

Ragnarr  m.  294,  1. 

Ragnditir  f.  203. 

ra^r  adj.  248,  anm.  3. 

ram{m)r  adj.  252,  2. 

mmr  adj.  148. 

rangr  adj.  228,  2  u.  anm.  3. 

rann  n.  208. 

Rannveig  f.  312. 

ras  f.,  s.  ros. 

rass  m.  222;  248,  anm.  3. 

rata  swv.  228,  2. 

Rata-toskr  m.  83,  1 ;  239,  4. 

raudr  adj.  143. 

rauf  f.  310. 

raukn  149,  3. 

raitn  f.  143. 

refsing  f.,  s.  repsing. 

regen  pl.  n.  297  u.  anm.  2, 

Regenn  m.  294,  1. 

mð  f.  311  u.  anm.  3. 


Register. 


297 


retðe  f.  841,  2. 

rei'ðr  adj.  228,  2. 

reik  f.  346. 

Reikell  m.  150,  I. 

reim  f.  310. 

rein  f.  311. 

reiiie  m.  228,  anm.  3. 

rei{n)son  f.  239,  4. 

reitr  m.  228,  anm.  3. 

reka  st  v.  228,  2;  421. 

rekende  f.  (n.)  341,  2,  3;  351,  anm.  2. 

rekia  (rekkia)  'recken'  swv.  220,  1. 

rekia  'spüren'  swv,  14(5,  anm. 

rekkia  f.  220,  1. 

rekkr  m.  S2;  207,  3. 

rekstr  m.  293,  2. 

renna    stv.    139,  2;    252,  Ü;    422  u. 

anm.  2. 
repsing  f.  185,  2. 
retta  swv.  56;  209,  anm.  2. 
7'éttr  adj.  146,  anm. 
rettvise  f.  341. 

réttynde  f.  64;  71,  anm.  1;   150,  2. 
ritia  stv.  'drehen'  228,  2;  409. 
rida  stv.  'reiten'  409. 
-ritr  f.  (in  nåmen),  s.  -fri'ðr. 
rif  n.  304. 

rifa  stv.  149,  1;  409. 
rifannskinna  f.  251,  2. 
rif  ka  swv.  182,  1. 
rike  n.  307  u.  anm.  2, 
nkr  adj.  360;  366;  368. 
rinna  stv.,  s.  renna. 
rip  f.  347. 
risa  stv.  409. 
rise  m.  228,  2. 
rispa  swv.  250. 
risi  f.  228,  2 ;  346. 
rista  stv.  409. 
rii  f.  346. 

rita  stv.  228,  2 ;  409. 
rió'd'a  stv.  412. 
riodr  adj.  143. 
riil/a  stv.  149,  1 ;  413. 
riúka  stv.  4 13. 
ro  f.  'eisenplatte'  346. 
ró  f.  'ruhe'  314. 


ro  f.  'winkel',  s.  ró. 

róa  stv.  71,  3;  433. 

ro'ð  n.,  s.  ritd". 

ró'd'r  m.  293,  2. 

roi/  n.  228,  1. 

römr  m.  148. 

rone  m.  141. 

raskenn  adj.  228,  l ;  422,  anm.  6. 

rdía  swv.  228,  1. 

rotenn  adj.  415,  anm.  4. 

ró  f.  'rahe'  314. 

ró  f.  ^reh'  57,  1 ;  314. 

ró  f.  'winkel'  73,  2 ;  152,  4  ;  228,  anm. 

'3;  251,  3;  314. 
rodd  f.  208;  257,  4;  326. 
rod'  f.  310. 

rogg  f.  246,  2;  253,  6;  315. 
roggr  m.  300. 
rogn  pl.  n.,  s.  regen. 
Rpgnvaldr  m.  77,  anm. 
rok  n.  pl.,  s.  rok. 
rpnd  f.  326 ;  346,  2,  4. 
rang  f.  251,3;  343;  346. 
ras  f.  239,  4. 
rpskr  adj.  359. 
Rpskua  f.  340. 
rost  f.  321 ;  326. 
rudda  f.  183,  1,  a. 
rud  n.  141. 
nt^r  m.  293,  2. 
rún  f.  143. 
rune  m.  'ferkel'  141. 
rune  m.  'fluss'  252,  6. 
Ryger  m.  pl.  303. 
rggr  f.  319,  anm.  4. 
rýia  swv.  253,  6. 
rytta  m.  186;  3*40. 
råna  swv.  183,  2,  b;  444. 
røOa  swv.  257,  4. 
-rstür  (in  namen),  s.  -frodr. 
røgia  swv.  228,  1. 
r^k  n.  pl.  71,3;  146,  anm. 
røkia  swv.  146,  anm. 
j    rskkr  (rekr)  n.  72,3;  220,  2. 
rßkkua  stv.,  swv.   72,  3;  220,  2;  425. 
rékr  adj.  146,  anm. 
rottyndi,  s.  réttinde. 


298 


Register. 


roy^r  f.  319. 
r  Dyner  m,  282. 
royrr  m.  08,  G;  2«)3,  2. 
royse  n.,  s.  hrvyse. 

Sd  adv.  'so'  244,  anm.  1. 

Srt  pron.    109;    115;    117,1,2;     183, 

anm.;  170,  1;  221,  aum.  2;    225,  1; 

898  u.  anm.  2—4. 
SÍÍ  stv.  113, 1;   117,  anm.  3;  131;  251, 

4  ;  433  u.  anm.  1 . 
sabr  'wahr',  s.  sannr.. 
safn  n.  181. 
safna  swv.  454. 
sdld  n.  57,  1 ;  249,  3. 
sdl  f.,  s.  sol 
salr  m.  323,  1. 
sama  swv.  147;  446,  anm.  2. 
såman  adv.  854,  anm.  2. 
same  pron.  397. 
samfetfra  m.  pl.  334,  3. 
samkund  f.  253,  3. 
sammø^r  adj.  245,  9;  nachtr.  zu  189. 
sammó'()ra  m.  pl.  334,  3. 
samr  pron.  397. 
samþykkia  swv.  445,  anm.  1. 
sanninde  n.  05;   150,2. 
sannr  adj.  207,  2,  a;  215;  350,  anm.; 

356,  2. 
sdpa  f.  57,  anm.  3. 
sdr  m.  57,  3 ;  322,  2. 
sdr  n.  57,  2. 
Sarle  m.  78,  anm. 
sdrr  adj.  57,  2. 
Satan  m.  293,  anm.  1. 
sdtt  f.,  s.  satt. 
sdttr  adj.  73,  2;  152,  4. 
sautir  m.  327. 
saumr  m.  149,  1. 
santidn  zahlw.,  s.  siaididn. 
sé?ir  part.,  s.  sýia. 
sege  m.,  s.  sige. 
seggia  swv.,  s.  segia. 
seggr  m.  324,  anm.  1. 
segia  swv.  220,  1;  434,  anm.;  447  u. 

anm.  4;  459,  6  u.  anm.  3. 
segianz-saga  f.  351,  anm.  4. 


seibr  m.  298,  2. 

seinn  adj.  368,  anm.  2. 

sek  pron.,  s.  sik. 

sekkr  m.  324,  anm.  4. 

sekr  adj.  220,  1 ;  353,  anm.  1 ;  300. 

sel  n.  304. 

sele  m.,  s.  sile. 

seiia  swv.  183,  anm.  4;  220,  3  ;  440,2. 

seir  m.  92;  111,  2;  293,  1. 

sem  Partikel  402. 

-seme  nominalsuif.  145. 

senda  swv.  251,  2;  442. 

senna  swv.  444. 

sér  (-s)    pers.  pron.  dat.  393;    409. 

serda  stv.  247,  anm.  2 ;    248,  aum.  3 ; 

417  u.  anm.  4. 
serkr  m.  324. 
sess  m.  254. 
setia  swv.  440,  2. 
setr  n.  150,  anm. 
sett  f.  56,  anm.;  390, 
sette  zahlw.  385. 
sex  zahlw.  378. 
sextdn  zahlw.  378. 
sextigi  zahlw.  379. 
sextiu  zahlw.  379. 
sextsgr  adj.  389. 
seytidn,  s.  siaididn. 
si-  präfix  'immer'  239,  anm.  3. 
sia  f.  geschmolzenes  eisen'  100,  b. 
sia  swv.  56,  anm.  106,  b;  251,  3. 
si'd'  adv.  370;  371,  anm,  1;  871,  3. 
sida  stv.  409  u.  anm.  2. 
sidan  adv.  186;  225,  1;  354,  anm.  4. 
sitiar{r)e,  -a{r)str  adj.  370. 
si'Ma  adv.  210,  4. 
sidre  adj.  komp.  370. 
Sifi.  318. 
sifiar  f.  pl.  818. 
Sifka  m.  340. 
sig  n.,  s.  si  gr. 
sig  pron.,  s.  sik. 

siga  stv.  95;  251,  3;  409  u.  anm.  1. 
Sigder  m.  176,  1. 
sige  m.  140. 
sigla  swv.  442. 
Sigmundr  m.  293,  2. 


Register. 


299 


sigr  u.  139,  1 ;  150,  anm. 

sigrbdkn  n.  58,  anm. 

Sigridr  f.  245,4;  31*). 

Sigrú'd'r  m.  245,  4. 

Sigtryggr  m.  300. 

Sigtúner  pl.  296,  anm.  3. 

Sigiirdr  b\,  2,  sl;    92,  anm.   1;     127; 

139,  1;  293,  2;  s.  auch  Siugurdr. 
Siguatr  m.  234. 
Sigyn  f.  318. 
Sigpruh-  f.  319. 
sik  (sig,  sek,  -sk)   pers.   pron.   acc. 

124,  anm.  3;    192;    393;    39  J,  anm. 

4;  469. 
sild  f.   114,3;  310,  anm.;  346,3. 
sile  m.  140. 
silla  adv.,  s.  sidla. 
sima  n.  149,  1 ;  338. 
sime  m.  338. 

Simon  m.  293,  anm.  1  u.  mom.  2. 
sin  pers.  pron.  gen.  393. 
sinn  pron.  poss.    114,  3;    207,  2,  a; 

217,  2,  c;  396,  1  u.  anm.  2. 
Siner  m.  306. 

sÍ7m  n.  215;  251,  2;  392,  anm. 
sinne  n.  392. 
sira  m.  334,  1. 
sitia  stv.  425  u.  anm.  6. 
siz{t)  adv.  Sliperi.  183,  d;   243;  371, 

anm.  1. 
-sid  f.  340,  3. 
sid  pron.  117,2;  176,1;  221,  anm.  2; 

225,  1  ;  399  u.  anm.  2—4. 
sid  stv.  56;    73,2;    91;  106,  b;  234; 

425. 
sid  'ich  sei'  464;  s.  iibr.  vera. 
sidldan  adv.  89;    354,  anm.  2;    366, 

anm.  2;  371,  1. 
sialdnar{é)   adj.,    adv.    komp.    366, 

anm.  2;  371,  1. 
siald-sénn  adj.  366,  anm.  2. 
sialfr  pron.  352,  anm. ;  397, 
sidnz-vitne  n.  351,  anm.  4. 
sidr  m.  72,  2 ;  s.  auch  sdßr. 
siau  zahlw.  23 1 ;  378. 
siaund  f.  390. 
siaimde  zahlw.  385  u.  anm. 


siaurøbr  adj.  389. 
siaut{i)dn  65;  235;  378. 
siautúgr  adj.  389. 
sió^a  stv.  412. 
sióle  m.  231. 
Siolfr  m.  106,  anm.  1. 
sión  f.  251,  anm.;  327. 
siör  m.  72,  2;  s.  auch  sá'r  m. 
siót  n.  244. 
siótidn,  s.  siautidn. 
siot  u.  150,  anm. 
siúga  stv.  4 1 3  u.  anm. 
Sitigur'íír  m.  90,  anm.;     92,  aum.  1 ; 
139,  1 ;  150,  anm.;  s.  iibr.  Signrdr. 
siúkr  adj.  356. 
siimde  zahlw.  385. 
siønde  zahlw.  385,  anm. 
skd  adv.  57,  3. 
skabe  m.  147;  334. 
Skade  f.  334. 
skafa  stv.  427. 
skage  m.  147;  256. 
skaka  stv.  428. 
skdl  f.,  s.  skål. 
skdld  n.  114,1;  249,  3;  296. 
skam{m)r  adj.  252,  2;  367. 
skam{m)t  adv.  371,  2. 
Skdney  f.  232. 
skapa  swv.  427,  anm.  1. 
skapare  m.  335. 
-skajjr  nominal-suifix  323. 
-skdr  adj.  358. 
skavd'  n.  253,  2. 
skardr  adj.  467,  anm. 
skark  n.  256. 
skarlak,  -at  206,  anm. 
skate  m,  334,  4. 
skattr  m.  293. 
skautier  f.  pl.  149,  1. 
skefell  m.  196,  anm.  2. 
skegg  n.  304. 
-skegge  m.  336. 
skegg{i)old  t'.  235. 

skeid  f.  257,  1 ;  310  u.  anm. ;  346,  3,  4. 
skeid  n.  257,  1, 
skeider  f.  pl.  149,  1. 
skei  f.  317, 


800 


Register. 


skelfa  svw.  484,  aiiiw.;  442. 

skella  stv.,  s.  skialla. 

skellr  m.  322,  1. 

akemell  m.  196,  anm.  2. 

skeninia{sk)  swv.  256;  445,  aum.  1. 

skepia  stv.  427  ii.  anm.  1 . 

skeppa  f.  257,  1. 

sker  n.  253,  2 ;  304. 

skera  stv.  423 ;  424,  anm.  2. 

skíd'e  n.  149,  1. 

Skilfingr,  -mingr  m.   182,  2. 

skina  stv.  409. 

skinn  n.  215. 

sklpon  f.  325. 

skipvere  m.  336. 

Skirner  m.  114,  3;  306. 

skirr  adj.  142;  149,  1. 

skita  stv.  409. 

skial  n.  256. 

Skialdvor  f.  312. 

skialfa   stv.    1  11,  3  u.  aum.  2;    418; 

457,  anm.  4. 
skialla  stv.  418  u.  anm.  2. 
skiallr  adj.  256. 
skiöta  stv.  412  u.  anm.  2. 
skíótr  adj.  353,  anm.  1. 

skioldr  m.  331. 

i, 

skób'  n.  147. 

skotta  swv.  253,  6. 

skógr  m.  147;  256;  293,2. 

skokkr  ra.  257,  1. 

skole  m.  143,  anm. 

&7voZZa  swv.  446,  i. 

skolo  v.  prät.-präs.  125,  1;  126;  135; 
183,  1,  b  u.  anm.  4;  237,  anm.;  451, 
3  u.  anm.  2,  3,  4;  455;  456;  459,  4 
u.  anm.  2 ;  462,  anm.  2 ;  468,  anm.  2. 

skor  m.  107,  b;  143,  anm.;  148;  295 
u.  anm.  4. 

Skorer  m.  306. 

skorpenn  part.  adj.  417,  anm.  4; 
nachtr.  zu  248,  anm.  3. 

skorta  swv.  446,  2. 

Skpgol  f.  309;  313. 

skål  f.  310. 

skoll  f.  253,  4 ;  256. 

skomm  f.  281,  anm. 


skpp  n.  pl.  253,  2. 

skppobr  m.  253,  2. 

skor  f.  256. 

skraume  m.  256. 

skreib  f.  257,  1. 

skreppa  f.  257,  1. 

skreppa  v.  82;  83,  1  ;  207,  I ;    417  u. 

anm.  2.  4. 
skritta  stv.  257,  1 ;  409. 
skrid  r  m.  323,  1. 
skr  okk  r  m.  257,  1. 
skrukka  f.  257,  1, 
skrykkr  pl.  257,  1. 
skr^k  n.  72,  3;  301. 
skugge  m.  244,  aum.  I ;  246,  2. 
skugg-sid  f.  253,  6;  340. 
skukka  f.  257,  1. 
skuld  f.  327. 
skille  m.,  s.  skole, 
skulu  v.,  s.  skolo. 
skur{())god  n.  245,  3. 
skurdr  m.  327. 
Skuta  m.  340. 
skutr  m.  323. 
sfeitrtZ  n.  253,  4. 
skuetta  stv.  207,  2. 
sk(/  n.  256;  304. 
skyggua   swv.    72,  5;    246,   2;    443, 

anm,  2. 
skygn  adj.  246,  aum.  2;  368. 
skygna  swv.  224;  246,  anm.  2. 
skykker  pl.  257,  1. 
sÄ:2/irZ  f.  327. 
s%ZcZr  adj.  368;  451,  3. 
skyle  m.  336. 
skyn  f.  317. 
skynda  swv.  253,  3. 
skynia  swv.  437. 
s/cýrr  adj.  149,  I. 
skyte  m.  336. 
skytia  m.  340. 
sÄ;cfe/a  swv.  148. 
skcbrr  adj.  57,  2;  142;  149,  1. 
skøra  f.  nachtr.  zu  145,  anm. 
sid  stv.  251,  3-,  428  u.  anm.  2;  433. 
slagdr  f.  pl.  347,  anm.  3. 
slagr  m.  327. 


Register. 


301 


slakke  m.  256. 

slakr  adj.  147. 

sldtr  n.  224. 

Sleipner  m.  149,  1  ;  256. 

sleppa  stv.  417  ii.  anin.  2. 

sletta  swv.  56. 

sUkr  prou.  131  ;  354,  anm.  2;  35)7. 

sUta  stv.  409. 

slidr  adj.,  s.  slær. 

sliór  adj.,  s.  slær. 

slokenn  part.  423,  anm.  5. 

slókr  m.  147. 

slongua  f.  340. 

sly  n.  72,  6. 

slyngua,  -ia  stv.  416;  420  u.  anm. 

slcér  adj.  57,  3  ii.  anm.  2;  72,  2  ;  359; 

368,  anm.  1. 
sløgr  adj.  360. 
sløkkua  swv.  72,  7 ;  220,  2;  423,  anm. 

5. 
slengua  stv.  72,  7;  420,  anm. 
smdr  adj.  358;  367,  anm.  2. 
smer  n.  86;  s.  auch  smipr. 
smitiia  f.  340,  3. 
smibr  m.  293,  4;  322,  2. 
smior,  smipr  n.  72,9;  (86);  92,  anm. 

1;  301. 
smiúga  stv.  96;  413  u.  anm. 
smokkr  m.  252,  3. 
smyrua,  -ia  swv.  72,  5;  440,  I. 
smør  n.  72,  anm.  4;   s.  auch   smior. 
snaftir  adj.  256. 
sndkr  m.  146,  anm.;  252,  3. 
snara  f.  149,  3. 
sneis  f.  254;  310. 
snem{m)a  adv.,  s.  snimma. 
snerta  stv.  417, 
snitSa  stv.  409  u.  anm  2. 
sm/ennpart.  72,anm.6;  194;  410,  anm. 
snigell  m.  146,  anm.;  252,  3. 
snille  f.  139,  1  ;  341. 
snimma  adv.  139,  2;  252,  2. 
sniallr  adj.  353,  anm.  1. 
snidr  ra.,  s.  snar. 
sniöfa  swv.  194. 
Sniolfr  m.  106,  anm.  1. 
sniör  m.,  s.  smér. 


sno'denn  adj.  253,  6;  415,  anm.  4. 

snókr  m.  146,  anm.,  252,  3. 

snor  f.,  s.  snor. 

snpggr  adj.,  s.  snøggr. 

snos  f.  256. 

sriúa  stv.   113,  1  ;  149,  3;  253,  6; 

433  u.  anm.  1 . 
snútir  m.  293,  2. 
snugga  swv.  246,  2 ;  253,  6. 
snykr  m.  256. 
sni/r  präs.  'es  schneit'   72,6;    410, 

änm. 
sncélda  f.  149,  3. 
snér  m.  57,  3  u.  anm.  2;  72,  2;   300, 

anm.  1,2. 
snøggr  adj.    72,  7;    246,  2;    253,  6; 

353,  anm.  1. 
snør  f.  68,  3;  69. 
snøre  n.  149,  3. 
sóa  stv.  432,  II  u.  anm.  4. 
sofa  stv.  423  u.  anm.  3. 
sol  f.  130,  1;  326  u.  anm.  2. 
soma  swv.  1 47 ;  446,  anm.  2. 
sóno  adv.  71,  6 ;  125,  1. 
sonr  m.  86;  141 ;  330,  1,  5  u.  anm.  2. 
sópa  swv.  149,  2. 
sorg  f.  244 ;  325. 
sortna  swv.  144. 
sot  f.,  s.  sott. 
sot  n.  146,  anm. 

sott  f.  55,  anm.  3;  209,  anm.  1 ;  255. 
sptioll  m.  294,  anm.  1. 
spg  f.  309;  310. 
spgn  f.  327. 
SÖÄ;  f.  149,  3;  310. 

sol  n.  301. 

i. 

sol  f.  57,  3. 

spngr  m.  300. 

spngua  v.  420,  anm. 

<S'^We  m.  78,  anm. 

spruar  m.  pl.  300. 

sott  f.  327. 

spd  swv.  436. 

éí2?a/tT  adj.  355. 

spann  m.,  s.  spann. 

spar  adj.  358. 

spara  swv.  434,  anm. ;  446,  2. 


302 


Register. 


sparr  adj.  434,  anm. 

spell  n.,  s.  spiall. 

spenna  swv.  444. 

sperna  swv.  422,  anm.  4. 

spik  f.  346. 

spilla  swv.  444. 

spinna  stv.  252,  0;  416;  419. 

spitale  n.  131. 

spiall  n.  92;  93. 

spónn  m.,  s.  sponn. 

sporna  stv.  422  u.  anm.  4. 

spotta  swv.  186. 

s^ön^r  f.  326;  346,  4. 

sponn  m.  63,  8;    73,  2;  79  u.  anm.  1; 

330,  1. 
sporr  m.  300;  330. 
sprakke  m.  334. 
sprekla  f.  256. 
sprengia  swv.  443,  a. 
sprengr  m.  324,  anm.  1 . 
spretta  stv.  207,  2;  417  u.  anm.  2. 
springa  stv.  419  u.  anm.  1. 
spune  ra.  252,  6. 
S2;^m  stv,  72,  6;  415  u.  anm.  3. 
spy  rna  swv.  422,  anm.  4. 
statir  m.  321;  323;  327. 
stafn  m.  149,  3;  181. 
stafr  m.  149,  3;  322,  2. 
sfa/ce  m.   146;  252,  3. 
stakkr  m.  252,  3. 
stal  n.  'embolion'  176,  2. 
stam{m)r  adj.  252,  2. 
standa  stv.  427  u.  anm.  2. 
stora  swv.  446,  anm.  1. 
stedda  f.  114,  8;  183,  1,  a. 
síeðe  m.  336. 
stetiia  swv.  149,  3. 
sie/"  n.  304. 
stefia  swv.  437. 
stefna  f.  340,  2. 
sie^e  m.,  s.  stige. 
steik{i)a  swv.  443,  anm.  1. 
Steindorr  m.  183,  1,  b. 
steinn  m.  293,  1. 
stela  stv.  423. 
sier/fr  adj.    144;     353,  anm.  1  ;    360; 

368,  anm.  2. 


stett  f.  56,  anm. 

stiga  stv.  95 ;  409  u.  anm.  1 . 

stige  m.  140. 

stigr,  stigr  m.  142;  293,  4. 

stikna  swv.  410,  anm. 

stilla  swv.  444. 

stinga  stv.  419  u.  anm.  1. 

stinnr  adj.  215. 

stirfenn  adj.  256. 

stiake  ra.  146. 

stiarfe  m.  256. 

stiarna  f.  89;  340. 

stiúg-  252,  3. 

simÄ;-  252,  3;  253,  5. 

símj?-  252,  5  ;  253,  5  ;  353,  anm.  1 . 

stotí  f.  86;  141 ;  346,  4  u.  anm.  2. 

sto  fa  f.  198. 

stofn  m.  149,  3. 

stoll  m.  293,  1  u.  anm.  1. 

storkenn  adj.  422,  anm.  6. 

storr  adj.  367. 

stpti  f.  315. 

stodua  swv.  436. 

síön^  f.  326 ;  346,  2,  4. 

sira  n.  298. 

strå  swv.  438. 

streitask  swv.  149,  1. 

strengr  m.  324. 

stritask  swv.  149,  1 ;  256. 

striúka  stv.   413  u.  anm.;    s.    auch 

stri/kua. 
striúpe  m.  143. 
sír^ní?  f.  326 ;  346,  2,  4. 
strupe  m.  143. 
strykr  m.  324. 
strykia  stv.  413,  anm. 
strýkua  stv.    410,  anm.;    413,  anm,; 

nachtr.  zu  72,  6;   s.  iibr.  striúka. 
stubbr  m.  149,  3;  252,  anm. 
stuti  f.,  s,  stoti. 
studell  m.  294,  anm,  1. 
stúfr  m,  252,  anm. 
stuga  f,  198. 
stuldr  m.  327. 
síim<í  f.  326. 
stupa  stv.  414, 
síúra  swv,  446,  anm.  1. 


Register. 


303 


Sturla,  -e  in.  340  u.  nachtr.  dazu  s. 

269. 
stiitU'  adj.  88,  anm.  1 ;  207,  2. 
stydia  swv,  149,  3. 
styf-  252,  5;  s.  auch  sti/p-. 
styggr  adj.  "2,  5;  246,  2. 
stygyua,  -ia  swv.  443,  anm.  2. 
stynia  swv.  256. 
styp-  252,  5 ;  353,  anm.  1 . 
styra  swv.   143;  454. 
styrkr  adj.  144;  360. 
steela  swv.  183,  2,  b;  444. 
-stotiingr  m.  147. 

stßkkua  stv.  72,  3;  83,  1 ;  207,  3;  421. 
stskkua  swv.  72,  7. 
SÚ  pron.  fem.,  s.  sd  pron. 
sutir  adv.  201;  217,  4,  b. 
suga  stv.  96-,  414. 
sultr  m.  323,  1 ;  327. 
smnar  n,  292;  297. 
smnr  pron.  352,  anm. ;  404  u.  mom.  4. 
sund  f.  145;  253,  3. 
sunnan  adv.  215;  370;  371,3. 
sunr  m.,  s.  son7\ 
siipa  stv.  411;  414. 
Surtr  m.  144;  293,  2. 
siU,  sutt  55,  anm.  3;  209,  anm.  1. 
ßuttungr  m.  nachtr.  zu  186. 
siid  adv.  71,6;  75,  1  ;  244,  anm.  1. 
suala  f.  72,  10-,  79,  anm.  2;  244, 

anm.  2. 
suanr  m.  322,  1. 
suanne  m.  334. 
suarre  m.  334. 
siidt  konj.  135. 
6'Me^a  swv.  454. 

suefn  m.  71,  anm.  3;  145;  182,  2. 
sueinn,  suenn  115;  401,  anm.  3. 
sneipa  stv.  liil;   149,  2;  429  u.  anm. 
siielga,  -ia  stv.  417. 
suelgr  m.  324,  anm.  1. 
snella  stv.  417. 
siielta  stv.  417. 
suenm  m.,  s.  suefyi. 
suenn  m.,  s.  sueinn. 
suerfa  stv.  417. 
sueria  stv.   149,  4;  427  u.  anm.  1. 


Suer  r  er  m.  306. 

SMÍa  fnisl.^  swv.  56,  anm. 

Suíar  m.  pl.  106,  b;  149,  2. 

suida  stv.  409  u.  anm.  2. 

smðr  adj.,  s.  suinnr. 

suifa  stv.  409  u.  anm.  2. 

suig  n.  257,  3. 

suikia,  -ua,  s.  sykna. 

snill  f.  71,7. 

suima  stv.  252,  2;  423  u.  anm.  2. 

suimma  stv.  252,  2;  419  u.  anm.  1, 

2;  423,  anm.  2. 
suinnr  adj.  215. 
s?ei^a  swv.   149,  2. 
snipr  m.  322. 
Suivor  72,  anra.  10. 
Snipiod  f.  176,  anm.  1;  183,  anm.  13. 
sno  adv.  75,  1;  s.  auch  sud. 
sugppr  m.  207,  1. 
sudenskr  adj.  71,  anm.  3;  149,  2. 
suefn  m.  71,  anm.  3;  s.  aucli  suefn 
sydre  adj.  komp.  370. 
sýgn  dagr,  s.  sykn  dagr. 
sygnsaka  nachtr.  zu  205. 
sýia  f.  340. 

*sýia  swv.  72,  4;  440,  2. 
sykn  dagr  149,  3;  252,  3. 
sykn  adj.  'schuldlos'  71,  7. 
syknsaka,  s.  sygnsaka. 
sijkiia  stv.  72,  8,  12;  257,  3;  410; 

459,  1. 
sylgr  m.  324, 
syll  f.  71,  7. 

-syme  nominalsuif.,  s.  -seme. 
symia  stv.  145;  252,  2;  423  u.  anm.  2. 
syn  f.  317. 
syn  f.  327. 

syngua,  -ia  stv.  72,  5;  420  u.  anm. 
synia  swv.  437,  anm. 
synnztr  adj.  superl.  207,  2,  a;  370. 
synsaka,  s.  syynsaka. 
syr  f.  68,  5;  347  u.  anm.  2. 
syrgia  swv.  443,  a. 
sysken,  s.  systken. 
sysla  swv.  245,  7;  444  u.  anm.  1. 
syster  f.  71,7;  79;  350. 
systken  n.   184,  1,  a;  245,  9,  10. 


304 


Register. 


syztr  tiáy  superl.,  s.  synnztr. 

sœing  f.  57,  3;  346,  1,2;  347. 

sdell  adj.  368,  anm.  2. 

sœng  f.,  s.  sdbing. 

sær  m.  57,  3  u.  aum.  2;  72,  2;  300, 

anm.  1,2. 
sdett  f.  327. 
S0(ir  part.,  s.  '^sýia. 
søfa  swv.  432,  anm.  4. 
søfn  m.,  s.  suofn. 
søkia  swv.  255;  445,  1. 
søkkua  stv.  72,  3;  82;  83,  1 ;  207,  3; 

416;  421. 
søkkua  swv.  72,  7;  442. 
søk7i  dayr  149,  3. 
sønskr  adj.  7 1 ,  anm.  3 ;  149,  2 ;  s.  auch 

suœ7iskr. 
Sørkuer  m.  72,  13. 
sørue  f.  72,  7. 

iá  f.,  s.-  tó. 

tag  f.,  s.  tag. 

taka  stv.  426;  428. 

tdkn  n.,  s.  teikn. 

-tan  zahlwort-suffix  146;  149,3. 

tdr  n.  110. 

taufr  n.  231. 

taug  f.  310. 

taumr  m.  253,  1. 

taur  n.,  s.  taufr. 

tega  swv.,  s.  tid. 

tegr  m.    71,3;    93;    149,  3;    s.  übr. 

tigr. 
teikn  57,  anm.  3;  252,  3. 
telgia  swv.  443,  a. 
telia  swv.  439. 
temia  swv.  439. 
tengia  swv.  251,  3;  434,  anm. 
ten{n)ingr  m.  51,  1,  b;  225,  2. 
tórótír  zahlw.  132,  anra.;  s.  Ubr. 

tíródr. 
téta  f.  (nnorw.)  56. 
tid  f.  325. 

tifar  m.  pl.  72,  anm.  7. 
tigenn  adj.  251,3;  410,  anm. 
tigge  m.  336. 
tigr  m.   92,  anm.  1;    139,  1;  149,  3; 


251,3;    330,  anm.  3;    379;    390.;  s. 

auch  tegr. 
tik  f.  346,  1  ;  347. 
time  m.  334. 
tindr  m.  144. 
tinna  f.  215. 
tio  zahlw.  51,  3;  106,  b;    132,  anm.; 

251,  3;  378. 
tionde  zahlw.  150,  2;  385. 
tir  m.  72,  anm.  7 ;  300. 
tirr  m.  293,  2. 

tirøtir  adj.  381  ;  389;  s.  auch  térøtir. 
titt  adv.  371,  anm.  3. 
tiund  f.  390. 
tiuar  pl.  m.,  s.  tifar. 
tid  sW.  56;    251,3;    410,  anm.;   447 

u.  anm.  2. 
-tidn  zahlwortsuffix  146;  149,3. 
-tidnde  zahlwortsuffix  150,  2. 
tiara  f.  79,  aum.  2;  244,  anm.  2. 
tiöa  stv.,  swv.  251,  3;  415,  anm.  4. 
tiogo  zahlw.  90;  92,  anm.  1;  93; 

378,  anm. 
-té  f.,  s.  eldst Ó. 
toa  (nisl.)  f.  58. 
todde  m.  267,  3. 
Tófe  m.  252,  anm. 
toft  f.,  s.  topt. 

togenn  part.  251,  3;  415,  anm.  4. 
togr  m.  149,  3;  s.  auch  tigr. 
tolf  zahlw.  114,4;  374,  anm.  1;    378. 
tolfrøbr  adj.  381;  389. 
tolft  f.  327  ;  390. 
tolfte  zahlw.  385. 
tolla  swv.  446,  anm.  3. 
tollr  m.  252,  1. 
tomt  f.',  s.  topt. 
toppr  m.  293. 
topt  f.  83,  1;  114,  4;    238,  2;  239,  4; 

245,  4. 
tor-  präfix  69. 
tordýfell  m.  71,  anm.  4. 
tottogo  zahlw.  51,  2,  a;  52,  1,  c;  114, 

4;  221,  3;  374,  anm.  1;  378. 
to  'hofplatz'  152,  4;  251,  3. 
tå  f.  'zehe'  57,  1 ;  346. 
iog  f.  310,  anm.;  346,  3. 


Register. 


305 


t<)ng  f.  320;  346,  1,  4;  347. 
tonn  f.   144;  215;  217,  4,  b;  346, 

anm.  2. 
trane  m.  206,  anm. 
trauMega  adv.  210,  4. 
traulla  adv.  210,  4. 
tré  n.   109;  298  u.  anm.  2. 
trega  stv.  424  u.  anm.  1. 
trotía  stv.  423  u.  anm.  3. 
troll  n.  144. 
troll  n.  144. 
trü  f.  314;  340. 
trüa  f.  340. 
trüa  swv.  447 ;  459,  6. 
trúdr  m.  293,  2. 
intr  adj.  253,  6;  358. 
trygell  m.  294,  anm.  1 . 
tryggr  2iåj.  72,5;    143;   246,2;   253, 

6;  359;  368,  anm.  1. 
tryggua,  -ia  swv,  443,  anm.  2. 
Tubbe  m.  252,  anm. 
tugr  m.,  s.  tigr. 

tun  n.  296,  anm.  3.         ^7~^        ^ 
tunga  f.  340. 
tuttugu,  s.  tottogo. 
tue-  56:  251,  anm. 
tuedr,  s.  tuennr. 
tue  f  aldr  adj.  388. 
íweir  zahlw.  68,  2;   117,  2;  217,  anm. 

4;  239,  6;  246,  1;  253,  7;  374. 
tuening  f.,  s.  tuenning. 
tuénn  zahlw.  56. 

tuenner  zahlw.  374,  anm.  2;  388,  anm. 
tuenning  f.  390. 
tuennr  zahlw.  208;  388. 
tili-  zahlw.  251,  anm. 
tuiör,  s.  tuennr. 
tuifaldr  adj.  388. 
tuinner  zahlw.  374,  anm.  2. 
tiiinnr  zahlw.,  s.  tuennr. 
tuisiiar  zahladv.,  s.  tysuar. 
tuitidn  zahlw.  378. 
tuitegr  adj.  389. 
tygell  m.  253,  1  ;  294,  anm.  1. 
tygge  m.  336. 

tyggua  stv.  72,  5;  246,  2;  420  u.  anm.; 
'     422,  anm.  3. 


týia  swv.  251,  3;  415,  anm.  4. 

tykta  swv.  209,  anm.  2. 

tylft  f.  183,  2,  c;  327;  390. 

typta  swv.,  s.  tykta. 

Tyr  68,  7;  300  u.  anm.  2. 

tyre  n.,  s.  tyrue. 

Tyrke  m.  336. 

tyrue  n.  72,  5. 

tysuar  zahladv.  72,  11;  79;  392. 

t.øgr  m.  71,  3;  s.  iibr.  tigr. 

teia  swv.  415,  anm.  4. 

tékr  adj.  360. 

Ú-  neg.  präfix  83,  anm.  2;  121,  4; 

239,  anm.  3. 
-uti,  -uti  subst.-suif,  233,  anm.  2 ;  327. 
utir  f.,  s.  uniir. 
-iitir  f.  (in  nåmen)  319. 
úfr  m.  251,  anm. 
-ugd  subst.-suffix,  s.  -uti. 
ugga  swv.  446,  anm.  1, 
ugla  f.  224;  246,  anm.  2;  251,  anm. 
úknytter  pl.  252,  4. 
ul  f  aide  m.  196,  anm.  1. 
ulfr  m.  141;   228,  1  (u.  nachtr.  dazu 

s.  269);  251,  anm. 
ull  f.  228, 1  (u.  nachtr.  dazu  s.  269);  311. 
Ullr  m.  215;  293,  2. 
um  präp.  219,  anm.  2, 
umb  präp.  219,  anm.  2;  225,  1. 
una  swv.  145;  446,  1. 
unati  n.  253,  2. 
Una-vdgar  pl.  f.  253,  2. 
undarn  m.,  s.  undorn. 
Undinge  m.  233,  2;  251,  2. 
undorn  m.  145;  150,  5. 
ungr  adj.  175;  251,3;  367,  anm.  3,  4. 
-unn  i.  (in  nåmen)  319  u.  anm.  2. 
unna  v.  215;  450,  1;  459,  4. 
unninge  m.,  s.  undinge. 
unnr  f.  217,  4,  b;  325,  1. 
-unnr  i.  (in  nåmen)  319. 
upp,  up  präp.,  adv.  221,  1. 
uppe  (lipe)  adv.  221,  1. 
ur  n.  143. 
ur-  präfix,  s.  3 r-, 
ur  präp.,  s.  or. 

20 


306 


Register. 


ur(ír  f.  325,  1  ;  327' 
C/rðY  f.  325,  1. 
úrr  m.  293,  2;  327. 
urt  f.  327. 
Urøkia  m.  340. 
úsuífr  adj.  71,  anm.  4. 
Úsýfr  m.  71,  anm.  4. 
ut  (útt)  adv.  221,  1;  370;  371,  3. 
iUan,  utan  adv.  121,  5. 
útar,  idar  adv.  komp.  121,  5. 
uxe  m.  141;    177,  anm.  3;   334,3;  s. 
auch  oxe. 

Vd  f.,  s.  VÓ. 

vatia  stv.  427. 

vabmdl  n.  114,  1. 

vatir  m.  322. 

Vafþ'HAtÍ7ier  m.  3 OG. 

va^f^a  f.  252,  anm.;  269,  3. 

vaka  swv.  428,  anm.  3;  446,  1. 

vakenn  adj.  428,  anm.  3. 

vakn  n.,  s.  vdpn. 

vakna  swv.  436. 

vdkr  adj.,  s.  veikr. 

val  adv.  372. 

vdlati  n.  176,  2. 

valda  v.  215;  251,  2  ;  453  u.  anm. 

Valdiúfr  m.  183,  l,b;  195;  198. 

Valer  m.  pl.  111,  2. 

valfodr  m.  349,  aum.  2. 

viiZk  stv.  417,  anm.  4. 

mZr  m.  322,  2. 

valrof  u.  122,  2. 

mmw  n.,  s.  m^n. 

^?í^?^  f.,  s.  von. 

vdndr,  vandr  adj.  114,  1 ;  369. 

vanr  adj.   145. 

vdpn  n.  252,  5 ;  253,  5. 

var  n.  (nisl.)  111,  2. 

vdr  pers.  pron.  gen.  pl.  393  u.  anm.  6. 

vara  swv.  446,  anm.  1. 

vargr  m.  293. 

varkunn  f.  325. 

varla  adj.  251,  3. 

vdrr  poss.  pron.  50,3;   83,  1;    114, 

1;    149,  2;    239,  3;    251,4;    396  u. 

mom.  2, 


vartare  m.  335,  anm. 

vds  n.  239,  4. 

vatn  n.  245,  8;  296,  anm.  1. 

vdtr  adj.  145. 

vdttr  m.  330. 

í;«íír  f.  'wicht',  s.  vcéifr. 

vaæa  stv.  149,  4;  427  ii.  anm.  3. 

Vé  m.  337. 

vé  n.  56,  anm.;  106,  b;  298. 

ved  n.  304. 

vetir  m.  293,  2. 

ve/a  stv.  423  u.  anm.  4. 

vefr  m.  324. 

vega  stv.  'aufheben'  424. 

vega  stv.  'töten'  140;  142;  251 ,  3; 

425  u.  anm.  4. 
veggr  m.  246,  1  ;  253,  7;  324. 
veglegr  adj.  368,  anm.  3. 
vegna  {minna  v.  etc.)  330,  4. 
vegr  m.  146;  330  u.  mom.  4. 
veibr  f.  319. 
veig  f.  253,  1. 

-veig  (in  nåmen)  312  u.  anm. 
veikr  adj.  57,  anm.  3. 
veill  adj.  103,  anm.;  131. 
veina  swv.  228,  anm.  3. 
veit  f.  228,  anm.  3. 
veizla  f.   115. 

vekia  'wecken'  swv.  220,  1 ;  439. 
vékia    'zum   fliessen   bringen'    swv. 

440,  1. 
vekka  f.  213,  1. 
vekkia  swv.,  s.  vekia. 
vekke,  s.  vettke. 
vel  adv.  372. 
vél  f.  71,  anm.  3. 

vela  'betrügen'  swv.  444  u.  anm.  2. 
vela    'sich    beschäftigen'    swv.    56 ; 

183,  2,  b;  444. 
vele  n.  176,  2. 
vella  stv.  417  u.  anm.  4. 
velta  stv.  417. 
vend  n.  247,  anm.  5. 
venia  swv.  439. 
Véorr  m.  127;245,  3. 
ver  n.  150,  anm.;  304. 
vér  (vir,  vdbr,  mér)  pers.  pron.  nom. 


Register, 


307 


pl.   142,  aum. ;  149,  2;    218;  393  u 
aum.  5. 

-vér  (in  nåmen)  295  u.  anm.  5. 

vera  stv.  135  ii.  anm.  2;   251,  4;  425  ! 
u.  anm.  5,  6;  459,  3  ii.  anm.  1 ;  464; 
468;  473. 

verd  n.  354,  anm.  2. 

vcrtia  stv.  417  u.  anm.  3,  4;  456;  473. 

ver{(i)gangr  m.  245,  3, 

verbong  f.  150,  3. 

verdr  m.  139,  1;  144;  330,  anm.  1. 

-vere  m.  336. 

Vermar,  -er  m.  pl.  293,  4 ;  322,  2. 

verpa  stv.  417. 

verr  adv.  komp.  372. 

verre  adj.  komp.  251,4;  369. 

versna  swv.  251,  4. 

vei'st  adv.  sup,  372. 

verstr  adj.  sup.  369. 

vesa  stv.,  s.  vera. 

vesall  Biå].   65,  anm.;    121,1,6;   357, 
1  u.  anm.  3. 

vestan  adv.  370;  371,  3. 

Vest  fy  Ider  m.  pl.  327. 

vestr  adj.  sup.,  s.  verstr. 

vestre  adj.  komp.  370. 

vetke,  s.  vettke. 

vetr  m.  82,  anm.  1  ;  207,  2;  224;  344. 

vetter  gis,  s.  vettke. 

vett  f  angr,  s.  véttvangr. 

vettke  pron.  213,  1;  224;  325,  2  (vet- 
ter gis);  325,3  (vettoge);  405. 

vettr  m.,  s.  vetr. 

véttr  f.,  s.  véttr. 

véttvangr  m.  56,  anm. ;  1 82,  1 . 

vexa  swv.  427,  anm.  3. 

vezla  f.,  s.  veizla. 

vidd  i.  325. 
ið  f.  142;  317. 

vid  pron.,  s.  vit. 

viba  adv.  371,  1  u.  anm.  3. 

vidbeina  n.  338. 

vider  m.  142;  253,  7. 

vitir  m.  330. 

Vig  n.  142;  251,  3. 

viga  stf.,  s.  vega  'tuten'. 

Vige  m.  336. 


vik  f.  347. 

vikingr  252,  3. 

vikia,  -lia  stv.,  s.  gkua. 

vildr  adj.  368,  anm.  3. 

vile  m.  336. 

Vile{r)  m.  306  u.  anm.  2. 

vilia  swv.  135;    183,  anm.  4;   217,2, 

b;  225, 1 ;  440, 3;  456;  459, 7  u.  aum.  5. 
villa  swv.  183,  2,  b;  444. 
Vimor  f.  313. 
vin  m.,  s.  vinr. 
-vin  f.  (in  nåmen)  318. 
vinda  stv.  419  u.  anm.  1. 
vindr  m.  293,  2. 

Vindr  (Vindr)  pl.  m.  139,  1 ;  344. 
vinna  stv.-  419  u.  anm.  1. 
vinr  m.  145;  323,  anm.  I. 
vinstre  adj.  239,  4;  370,  anm. 
virba  swv.  139,  1. 
-virke  m.  336. 
visa  f.  254. 
visa  swv.  436,  anm. 
visenn  adj.  410,  anm. 
viss  adj.  254;  449,  anm.  2. 
viss  adj.  254;    356  u.  mom.  2;    449, 

anm.  2. 
vist  f.  325. 
vistre  adj.,  s.  vinstre. 
visundr  m.  293,  2. 
vit  (viti,  vet,  mit,  met)   pers.   pron. 

nom.  dual.  124,  anm.  3;  192;  218; 

393  u.  aum.  5. 
vita  v.   prät.-präs.     115;    243;    254; 

449,  1  u.  aum.  1,  2. 
vitke  m.  114,  3;  184,  1,  a. 
vitr  adj.  366. 
vitr  f.,  s.  vdßttr. 
víxl  n.  177,  anm.  3. 
vixla  swv.  183,  2,  b;  444  u.  aum.  1. 
VÓ  f.  57,  3. 
vp'd'ue  m.  72,  10. 
vok  f.  311  u.  anm.  3. 
vollr  m.  330. 
Volundr  m.,  s.   Vólundr. 
volua  f.  340, 

vqn  f.  71,  6;  79  u.  anm.  1  ;  326. 
vondr  m.  329. 

20* 


308 


Register. 


vor  f.  'lippe',  s.  vprr. 

vor  f.  'platz  an  der  see'  150,  anm. 

vortír  m.  330,  2. 

vm-n  f.  327. 

vprr  f.  'lippe'  310. 

vprr  m.  'ruderzug'  33o. 

vpttr  m.  207,  2 ;  257,  5. 

vykua  stv.,  s.  ýkua. 

vfíbngr  m.  303. 

vdbnn  adj.  356  u.  mom.  2. 

vcépna  swv.  183,  2,  b;  444. 

vær  pers.  pron.  pl.   149,  2;    s.  auch 

vér. 
vcéringe  m.  233,  2;  303. 
væringr  m.  303. 
væt(t)ke,  s.  vettke. 
vættr  (véttr,  vitr)  f.   5(),  anm.;    114, 

7;   142;    319;    325,  1,  2,  3,  5;    327; 

405,  anm.  2. 
vøk{k)ua  swv.  72,  13  ;  220,2;  440,  1. 
vøl  f.  71,  anm.  3;  s.  auch  vél. 
vøla  swv.,  s.  vela. 
Yélundr  m.  71,  anm.  3;  293,  2. 
veykr  adj.  72,  8. 

-ýð  subst.-suíf.,  s.  -ub. 

ytiarr  pron.,  s.  y'd'uarr. 

ytír  (ýr,  yr)  pers.    pron.  dat.  acc. 

pl.  76;  203,  anm.  1  ;  232;  393. 
ytinar  (y^ar)    pers.   pron.  gen.  pl. 

72,  5 ;     203,  anm.   1 ;    244,  anm.  2 ; 

393. 
yduarr  poss.  pron.  72,5;   203,  anm. 

1 ;  244,  anm.  2 ;  396  u.  mom.  3. 
yfer  präp.,  adv.  126. 
y  fr  enn  adj.  231. 
-í/í/ð  siibst.-suíf.,  s.  -iVd'. 
ýgishialmr  m.,  s,  øgis-. 
ýgiask  swv.  87,  anm. 
ygr  adj.  87,  anm. 
ýke  n.  87,  anm. 
ykkar  pers.  pron.  gen.  dual.   72,5; 

82,  anm.  1;  207,  3;  393. 
ykkarr  poss.  pron.   72,  5;    82,  anm. 

1 ;  207,  3 ;  396,  3. 
ykkr  pers.  pron.   dat.  acc.  dual.,  s. 

ykkar. 


l/kua  stv.  72,  8,  11,  12;  410;  459,  1. 

yler  m.   175. 

ylgr  f.  251,  anm.;  319,  anm.  4. 

ylr  m.  324,  anm.  1. 

ymbrudagar  m.  pl.,  s.  imhru-. 

Ymer  m.  306. 

ýmiss   (ymiss,  imiss)   adj.   65;    114, 

6;     126;    357  u,  mom.    1,  4;    357, 

anm.  1,  4. 
yntie  n.  253,  2. 
Yngue  m.  72,  5. 
yr  m.  72,  6;  239,  5. 
yr  präp.  68,  5;  s.  auch  ör. 
ýrenn  adj.  231 ;  s.  auch  y  f  renn, 
yr  br  f.,  s.  urdr. 

yrkia  swv,  144;  228,  1;  255;  445,  1. 
ýrr  m.,  s.  úrr. 
ijsa  f.  175. 
ysia  f.  251,  4. 

ýskia  swv.  83,  anm.  2;  s.  auch  óskia. 
ytre  adj.  komp.  114,  6;  370. 
yztr  adj.  sup.  37<). 

þá  adv.  109;  239,  6. 

þá  f.  152,  4. 

þakka  (paka)  swv.  207,  3;  226,  anm. 2. 

Þambarskelfe,  -skelme  m.  182,  2. 

pan{n)eg  adv.  51,  2,  a;  218;  225,  1. 

þannog  adv.,  s.  þanneg. 

pannok  adv.    184,  anm.  2;    s.   auch 

þanneg. 
par  adv.  176,  1. 
fmt  pron.  neutr.,  s.  sd  pron. 
þdttr  m.,  s.  póttr. 
pegia  (peggia)  swv.  220, 1 ;  447;  459, 

6  u.  anm,  3. 
pegn  m.  253,  1. 
pek  pron.,  s.  pik. 

pekia  (pekkia)  swv,  'decken'  220,  1. 
pekkia  swv.  'gewahr  werden'   207, 

3;  255;  44.5,  1. 
þekkr  adj.  360. 

pél  f.  50,  4;  56,  anm.;  200,  anm.  1. 
pél  n.  56,  anm,;  200,  anm,  1. 
pele  m.  92. 
péna  swv.  154,  anm. 
pengell  m,  200,  anm.  1 . 


Register. 


309 


þér  pron.  nom.  pliir.,  s.  ér. 

þór  {þœr)  pers.  pron.  dat.  sing.  39:5 

u.  anm.  4. 
-þér  (in  nåmen)  295  u.  anm.  5. 
per  flask  u. 

permlask  swv.  1 82,  2. 
perna  f.  149,  anm.;  244,  anm.  1. 
þesse  pron.,  s.  sid  pron. 
pessorr  pron.,  s.  sid  pron. 
péttr  adj.  56,  anm.;  255. 
Þeze  m.,  s.  piaze. 
pí'ha  swv.  410,  anm. 
pitienu  adj.  410,  anm. 
piggia  (pigia)  stv.  220,    1  ;    425    ii. 

anm.  6. 
pik  {pek,  Mg)  pers.  pron.  acc.  sing. 

124,  anm.  3;  192;  393. 
pik{k)ia  swv.,  s.  pgkkia. 
þil  n.  304;  307. 
pile  n.  200,  anm.  1 ;  307. 
pin    pers.   pron.  gen.   sing.    393  u. 

anm.  3. 
ping  n.  296. 
pinn  poss.  pron.  114,  3;   176,  1 ;  207, 

2,  a;  217,  2,  c;  396,  1. 
pinneg,  -ig  adv.  218 ;  s.  auch  panneg. 
pir  f.,  s.  þý  f. 
pisl  f.  56;  177,  anm.  4. 
pistell  m.  245,  10;  294. 
pit  pron.,  s.  it. 
pm  swv.  438. 
pialfe  m.  196,  anm.  2. 
f-ialme  m.  196,  anm.  2. 
piarfr  adj.  256. 
I'iaze  m.  94,  anm.  1. 
pióti  f.  326. 
Þió{tí)rekr  m.  232. 
piöfr  m.  59;   98;    141,  anm.  2;    183, 

l,b;  293. 
piokkr  adj.,  s.  piokkr. 
piónn  m.  149,  anm.;  253,  1. 
piórekr,  s.  pió'Örekr. 
pióta  stv.  412. 
piös  f.,  s.  fl,ós  f. 
piokkr  adj.  90,  anm.;  92,  anm.  1;  139, 

1 ;  353,  anm.  1 ;  359  u.  anm.  3. 
piúfr  m.,  s.  piofr. 


piukkr  adj.   90,  anm.;    92,  anm.  1; 

s.  iibr.  piokkr. 
pö  adv.  58. 
pófr  m,,  s.  pol  fr. 
pakke  m.  83,  1  ;  207,  3. 
pola  swv.  446,  2. 
pole{7i)mótíe  f.  239,  anm.  4. 
Þól{f)r  m.  237;  240,  2. 
pora  swv.  446,  2. 
pórarr   51,   1,  a;    57,  4,  b;     121,  1; 

233,  2. 
pordis  f.  319. 

porter  m.  114,  4;  240,  2;  293,  2. 
pörelfr  f.  319. 

porer  m.  57,  4,  b;  122,  1;  306. 
pot  fastr  m.  185,  anm.  1. 
Þörgeirr  51,  1,  a;  114,  4;  122,  1. 
porgerdr  f.  315). 
porgubr  f.  319. 
pórldkr    51,  1,  a;    57,  4,  b;    114,  4; 

212,  1. 
porna  swv.  223;  422,  anm.  6. 
pórolfr  m.,  s.  pólfr. 
porp  n.  296,  anm.  3. 
Þórr  m.  110;  239,  3;  256;  294,  2. 
porre  m.  251,  4. 
Þorsteinn  m.  114,  4. 
porvardr  m.,  s.  pórhr. 
pott  konj.  209,  anm.  2. 
þópóro  konj.  71,  6;  403,  anm.  2. 
pokk  f.  325. 

pottr  m.  73,  2;  152,  4;  330. 
prd  f.,  s.  pro. 

prd  swv.  428,  anm.  3;  440,  5  u.  anm.  5. 
prdenn  m.  244,  anm.  2 ;  428,  anm.  3. 
prdr  adj.  358. 
prasa  swv.  446,  anm.  5. 
pråser  m.  306. 
praut  f.  143. 
pretir,  s.  prennr. 
préfaldr  adj.  388. 
preifa  swv.  57,  anm.  2. 
prening  f.,  s.  prenning. 
prénn  zahlw.  56;  s.  auch  prennr. 
prenner  zahlw.  376,  anm.  2 ;  388,  anm . 
pren{n)ing  t.  225,  2 ;  390, 
prennr  zahlw.  208;  388. 


310 


Register. 


þreskgldr,  -aldr,  -ildr  \\\.~\/.^\  150, 

5;  249,  3;  330. 
þrettdn  zahlw.  114,  2;  221,  3;  378. 
prcttdnde  zahlw.  385  ii.  anm. ;  nachtr. 

zu  199,  anm.  1. 
pn^e  zahlw.  385. 
þri'd'iongr  m.  391. 
pribr,  s.  prennr. 
prifa  stv.  57,  anm.  2;  409. 
þrífaldr  adj.  388. 
prinner  zahlw.  376,  anm.  2. 
prinnr  zahlw,,  s.  prennr. 
prir  zahlw.  106,  b;  217,  anm.  4;  24() 

anm.  1  ;  253,  7  ;  320,  anm.;  376. 
priskia  swv.,  s.  pryskua. 
prisuar,  s.  prijsuar. 
pridtigi  zahlw.  379. 
pridtin  zahlw.  379. 
pritøgr  adj.  389. 
priUgt  f.  390. 
prióta  stv.  412  u.  anm.  1,  2. 
priótr  m.  149,  1 ;  256. 
priózJcr  adj.  149,  1. 
þró  f.  55  ;  314. 
próttr  m.  293,  2. 
pro  t'.  314. 
prgngr  adj.  359. 

-prútír  f.  (in  nåmen)  319  (2-mal). 
priUenn  adj.  143;  412,  anm.  2. 
prtjtiikr  m.  203. 
prýtírekr,  s.  prýrekr. 
pryngua,  -ia  stv.  72,  5 ;  420  u.  anm. 
prijrékr  m.  203;  232;  319. 
pryskua  stv.  72,  5 ;  443,  b. 
þrysuar  zahlw.  72,  5 ;  392. 
prdet{t)a  swv.  209,  anm.  1. 
prønder  pl.  m.  327. 
pr-øngua,  -ia  stv.  420,  anm. 
prßngua,  -ia  swv.  443,  b. 
pre  skuldr  m.,  s.  pr  esk  gidr. 
prøyia  swv.   428,  anm.  3;   440,  5  u. 

anm.  5.^ 
pú  {'du,  -du,  -tu,  -t)  pers.  pron.  nom. 

sing.  109;  121,  5;  135;  176, 1  ;  183, 
•     l,b;  183,  2,  a;  393;  394,2;  471,4. 
púat  konj.  398,  anm.  3. 
pulr  m.  323. 


pumall  m.  294. 
Þuntir  m.  293,  2. 
pungr  adj.  368. 
punnr  adj.  353,  anm.  1 ;  368. 
pús{]i)und  f.  zahlw.  382. 
putr  m.  327. 
purfa    v.    183,   anm.    6;     450,   3   ii. 

anm.  2;  462,  anm.  2. 
purft  f.  327. 
Þuritir   f.    51,   1,   a;    65,  anm.;    83, 

anm.  2;  225,  3;  245,  4. 
purr  adj.  353,  anm.  1. 
purs    m.    130,  1  ;    251,  4;    293,  1  u. 

anm.  2. 
pud  stv.  251,  3;  428. 
puerr  adj.  111,2. 
puerra  stv.  417. 
puilikr  pron.  397. 
py  f.  253,  1  ;  318,  anm.  1. 
pýtía  swv.  442. 
pykkia  swv.   51,4;   55;   83,  anm.  2; 

126;   207,  3;    209,  anm.  1;    225,  1; 

255;  445,  1;  458,  anm.  3. 
pykkr   adj.    72,  5;    139,   1;   s.   auch 

piokkr. 
pykkr  m.  324,  anm.  1. 
pylr  m.  324. 
pynna  swv.  444,  anm.  2. 
py  reil  m.  71,  7. 
pyre  f.  51,   1,  a;    56,  anm.;    65;  83, 

anm.  2;  121,  3;  244. 
pyrft  f.  327. 
py  ria  swv.  251,  4. 
pyrnia  swv.  196,  anm.  2. 
pyrner  m.  306. 
pytr  m.  327. 
psygi  adv.  65. 
pøyr  m.  324. 

(^  adv.  57,  3  u.  anm.  2;  72,8;  121,  1. 

céð"  f.  319. 

íéðV  f.  'ader'  319. 

féðV  f.  'eider'  319. 

æfe  f.  57,  3;  194;  341,  2. 

cé^n-  57,  3. 

Mger  m.  146;  251,  3;  253,  1;  306. 

æia  swv.  439. 


Register. 


311 


(kr  f.  347  u.  anm.  3. 
æra  swv.  57,  anm.  1. 
æs  f.  239,4;  327. 
Æstritir  f.  330,  anm.  2. 
ætla  swv.  209,  anm.  I  ;  224. 
ætt  f.  57,  1  ;  327;  390. 
ættinge  m.  150,  3. 

Sdle  n.  63,  7 ;  78,  anm. 

eðlingr  m.  149,  3. 

øtire  adj.  komp.  367,  anm.  1. 

sfre  adj.  komp.   86;     185,  anm.  4; 

370. 
^fstr  adj.  sup.  370. 
øgeshialmr  m.  87,  anm. 
øgia  swv.  87,  anm.;  147. 
■ekkr  m.  (nisl.)  72,  3;  207,  3. 
ekkuenn  adj.  72,  3. 
ßllyfti,  -ykti  zahlw.  71,  anm.  2;  74; 

198;  s.  auch  ellepte. 
Øluer  m.  77. 
ønge,  s.  enge  pron. 
øngr  adj.,  s.  ong7\ 
sngr  pron.,  s.  enge  pron. 
/)ngua  swv.  72,  7. 
øpa  swv.  228,  1 ;  442. 
■opstr  adj.,  s.  sfre. 
ør  n.,  s.  orr. 

■ør-  präfix  68,  3;  69;   113,  1. 
ør,  ør  präp.,  s.  or. 
øre  adj.    komp.    50,  4;    55;    68,  4; 

251,  3;  367,  anm.  3;  s.  auch  angr. 


ør{h)of  n.  234. 

ør{h)æfe  n.  234. 

ørinde  n.  137,  anm.  I;    149,  3;    150, 

2;  307. 
ørof,  s.  ørhof. 
ørr  n.  79;  150,  anm. 
ørtog  f.  122,  2. 
øska  f.  251,  3. 
øskia  swv.  83,  anm.  2. 
•  øss  pron.,  s.  oss. 
øx  f.  72,  7  ;  79;  150,  anm.;  319,  anm.  2. 
øxla  swv.  183,  2,  b;    245,  7;    444  u. 

anm.  1. 
øy  adv.,  s.  æ  adv. 
øy  f.  251,  anm.;  253,  1;  318. 
-øy  f.  (in  nåmen)  318. 
øyUa  f.   149,  3;  210,  4. 
øy  gr  adj.  360. 
øyiarskegge  m.  3  "i  6. 
øykr  m.  175. 
^í/ra  n.  68,  6;  338. 
øyrer  m.  122,  3;  306. 
øyrinde  n.    149,  3;   s.   auch    orinde. 
øyrr  f.  319. 
Øyrvcndell  m.  240,  2. 
øystre  adj.  komp.  370. 
Øyvendill,  s.  Øyrvendell. 
Øyvindr  m.  293,  2. 
øyvit,  øyvet,  -ar,  -u  121^2;  225,4; 

405,  anm.  2. 
Ó2^fr  adj.  superl.  367,  anm.  1, 


B.  Urnordische  wörter: 

Die  zahlen  nach  'anh.'  beziehen  sich  auf  die  nummern  des  anhangs. 


aada^asu  anh.  50. 

afqt^  anh.  10. 

after  anh.  42. 

aih  57,  1 ;  460,  anm.  2;  anh.  11. 

aihek  460,  anm.  1  ;  anh.  23. 

Aka^  291,  anm.  1  ;  anh.  53. 

alawin  anh.  30. 

aleugqR  59;  291,  anm.  1  ;  anh.  31, 

alu  308,  anm.  1;  anh.  9;  22;  28;  52. 

an  239,  6;  anh.  40. 


ana  anh.  24. 

aR  anh.  3. 

ara^eu  339,  anm.  2 ;  anh.  3 ;  34. 

arbina  291,  anm.  7;  anh.  42. 

arbinano  339,  aum.  5;  anh.  42. 

Asmut  130,  1,  4;  239,  anm.  1  ;  anh.  37. 

Asu^as  291,  anm.  3. 

Äsu;^isalas  119;  130,  1;  239,  anm.  I  ; 

291,  anm.  3;  anh.  20. 
Anja  332,  anm.  1 ;  anh,  30. 


312 


[Register. 


auna  332,  anm.  4;  837,  anm.  2;  anh. 

29. 
iiariutiþ  119;  176,  anm.  2;  457,  anm. 

3;  anh.  34. 
VarutR   66,1;    119;    130,1,4;    178; 

457,  anm.  3;  anh.  3. 
hi  anh.  20. 

Bir^[i]73^u  308,  anm.  1 ;  anh.  25. 
f/orumR  291,  anm.  8;  anh.  34. 
ÐagaR  117,  anm.  1 ;  178;  291,  anm.  1; 

anh.  8. 
tiaWbun  57,  anm.  4;  460,  anm.  4;  anh. 

42. 
tiohtriR  55;     217,    3;     348,  anm.    1; 

anh.  42. 
éhe?  291,  anm.  4;  anh.  53. 
EhuproivaR  291,  anm.  1. 
eirilaR  291,  anm.  1;  anh.  5;  47. 
ek  393,  anm.  1;  anh.   10;  13;  19;  20; 

22;  42;  44. 
erilaR  117,  anm.  1;  217,  3;  291,  anm. 

1  ;  294,  2;  anh.   19;  20;  22. 
Erla  332,  anm.  1;  anh.  10. 
fahiß'oj  57,  1 ;   62,  anm.  2;   anh.  53. 
faihi^o  bl,  1;    62,  anm.  2;    117,  2; 

133;  460,  anm.  1;  anh.  8. 
falahak  119;  394,  anm.  2;  460,  anm. 

1;  anh.  3. 
fauauisa  332.  anm.  1 ;  anh.  29. 
Fino  339,  anm.  1 ;  anh.  2. 
FrawaradaR  54;   291,  anm.  1;   anh. 

24. 
^af  460,  anm.  2;  anh.  34. 
^aga^inu  anh.  20. 
^ahe{lpu)  anh.  20. 
^okaR  anh.  28. 
^estumR  66,    1;    217,   anm.  4;    291, 

anm.  8;  anh.  34. 
gif/u  308,  anm.  1;  anh.  29. 
ginarunaR  anh.  3. 
^inoronoR  anh.  34. 
gotia^as  291,  anm.  3;  anh.  44. 
hab'era^  394,  anm.  2;  anh.  3. 
HadulaikaR   251,   2;     291,   anm.    1; 

anh.  35. 
haeramalausR  217,  1;  anh.  3. 
HaeruwulqfiR  305,  anm.;  anh.  16. 


haloia  anh.  20. 

HagustadaR  291,  anm.  1;  anh.  35. 

HagustaWaR  149,3;  178;  291,  anm. 

1 ;  anh.  44. 
Hahaisla  233,  anm.  1;  291,  anm.  5; 

anh.  24. 
hai^Rruno  anh.  3. 
haitega  bl,  anm.  4;  118;    394,  anm. 

2;   469,  anm.  2;  anh.  20. 
haitika  bl,  anm.  4;  394,  anm.  2;  469, 

anm.  2;  anh.  29. 
haitinaR  291,  anm.   1;  anh.  38. 
HalaR  291,  anm.  1 ;  anh.  33. 
Haraf/anaR  119;    217,  c;    291,  anm. 

1;  anh.  19. 
HqrÍTjq  119;    332,  anm.  1;   anh.  31. 
Hariso  339,  anm.  1;  anh.  15. 
Hariuha   55,  anm.   1 ;     332,  anm.   1  ; 

anh.  29. 
HariwolafR  119;   141;  anh.  34. 
Hariwulqfq  130,3;    141;    291,  anm. 

5;  anh.  16. 
Hariwulfs  228,  1;  anh.  27. 
Haripulfs  anh.  27. 
Harwa  119;  332,  anm.   1;  anh.  49. 
hateka  bl,  anm.  4;  394,  anm.  2;  469, 

anm.  2;  anh.  22. 
HaukopuR  328,  anm.  1;  anh.  51. 
HaivukopuR  328,  anm.  1. 
HapuwolafR  141;  179;  anh.  34. 
Hafmwolafa   130,  3;     291,   anm.  5; 

anh.  14. 
Hapu-tuulqfR  119;    130,  3,  4;    141; 

179;  251,  2;  anh.  16. 
hedera  anh,  31. 
HeltiaR  89;  94,  1;  178;  291,  anm.  1; 

anh.  40. 
JieramalafuJsaR  anh.  34. 
MdeRrunono  anh.  34. 
Hite  118;  291,  anm.  4;  anh.  19. 
Hiwi^aR  291,  anm.  1;  anh.  52. 
hlaaiwido  bl,  3 ;   460,  anm.  1 ;   anh. 

35. 
hlaiiva  bl,  3;  291,  anm.  2;  anh.  6. 
hleuno  465,  anm.;  anh.  48. 
Hlewa^astiR  66,"  1;  320,  anm.;  anh. 

13. 


Register. 


313 


HoltwaR  291,  anm.  1;  anb,  13. 
horaR  291,  anm.  1;  anh.  12;  (23). 
horna  117,anm.l;  291,  anm.  2;  anb.  13. 
Hrawbas  291,  anm.  3;  anb.  6. 
HroRaR  291,  anm.  1;  anb.  5. 
hroReR  305,  anm.;  anb.  5. 
iah  175,  anm.. 2;  anb.  19. 
I^imn  339,  anm.  2;  anb.  33. 
ik  393,  anm.  1  ;  anb.  26;  53. 
IniR  32U,  anm.;  anb.  24. 
lupwaR  291,  anm.  1;  anb.  26. 
jah  175,  anm.  2;  anb.  20. 
KarilR  (ascbw.)  294,  2. 
karuR  (ascbw.)   328,  anm.    1 ;    353, 

anm.  2. 
Keþan  332,  anm.  2;  anb.  1. 
Kunimutim  328,  anm.  3;  anb.  40. 
Kupumufnjt  (adän.)  130,  1. 
laasauivwa  332,  anm.  1 ;  anb.  50. 
Latia  332,  anm.  1;  anb.  17. 
Iqkmuþrku  (ascbw.)  339,  anm.  4. 
laukaR  58;  291,  anm.   i;  anb.  28. 
lapu  308,  anm.  1;  anb.  7;  12;  28. 
Lepro  339,  anm.  1 ;  anb.  36. 
liki  'lange'  (adän.)  66,  3. 
liuißu  59 ;  30^,  anm.  1 ;  anb.  25. 
luivatuiva  anb.  43. 
ma^iu  anb.  34. 
magii  328,  anm.  4;  anb.  35. 
mariR  54;  65,  anm.;  320,  anm.;  353, 

anm.  2;  anh.  39. 
meR  393,  anm.   1 ;  anb.  25. 
minino  133,  anm. ;  354,  anm.  1;  396, 

anm.  1  ;  anb.  35. 
minu  308,  anm.  1 ;  396,  anm.  1;  anb. 

25. 
Miiha  55,  anm.  1  ;  332,  anm.  1 ;  anb. 

20. 
ni  anb.  39. 

niuha,  niuhq  ank  34. 
NiujilfaJ  anb.  7. 

Muwila  246;  332,  anm.  1;   anb.  45. 
nipR  (ascbwed.)  130,  1,  4. 
orte  460,  anm.  2;  anb.  5;  nacbtr.  zu 

228,  1. 
Oivlpu-peivaR   117,  anm.  1;    176,  1; 

anb.  39. 


RhoaltR    177,   anm.   2;      178,    anm.; 

179,  anm.;  244;  anb.  46 
r  onn  anb.  3. 

runaR  1  '7,  2  u.  anm.  1  ;  anb.  16. 
runo  (Bjorketorp)  117,  2  u.  anm.  1; 

308,  anm.  6;  anb.  3. 
runo  (Einang)  308,   anm.  5;  anb.  8. 
runono  117,  anm.   1;  308,  anm.  6; 

anb.  34. 
runoR  117,  2  u.  anm.  1;    308,  anm. 

5;  anb.  19;  4n. 
sa  398,  anm.  1 ;  anb.  22. 
{sa)li  anb.  20. 

Sali^astiR  320,  anm. ;  anb.  2. 
sar  anb.  52. 
saR  anb.  3;  34. 
såte  460,  anm.  2;  anb.   14. 
SihrafR  (agutn.)  57,  4,  b. 
sijosteR,  s.  siisosteR. 
sin  39(),  anm.   1;  anb.  37. 
sitsosteR  118;  354,  anm.  1 ;  365,  anm. 

1  ;  anb.  42. 
sitiR  (ascbwed.)  130,  1. 
skipaleubaR  59;    215;   291,  anm.  1; 

anb.  32. 
snuheka  394,  anm.  2 ;  anb.  34. 
staina  291,  anm.  5;  anb.  42. 
stainaR  57;  291,  anm.  1;  anb.  1;  21; 

27. 
StikitR  (ascbw.)  328,  anm.  1. 
sunu  acc.  sing.   130,  1;  328,  anm.  4; 

anb.  37. 
sunuR  (ascbw.)  328,  anm.  1. 
swainaR  anb.  27, 
swestar  348,  anm.  1 ;  anb.  25. 
Tali'ßo  339,  anm.  1 ;  anb.  48. 
taivitio  460,  anm.  1;  anb.  13. 
tiOaR  anb.  19. 
-umaVera  332,  anm.  1. 
unnam  460,  anm.   1  ;  anb.  26. 
urti  228,  1;  460,  anm.  2;  anh.  37. 
uti  anb.  3. 

uparahasfja  119;  anb.  3. 
Wage  291,  anm.  4;  anb.  25. 
WakraR  217,  3;   291,  anm.  1;  anb. 

26. 
Wave  291,  anm.  4;  anb.  'M). 


314 


Register. 


ivqrait  119;  120;  460,  anm.  2;  anh. 
16. 

wariva^  54;  291,  aDm.  1;  anh,  17. 

waritu  119;  460,  anm.  3;  anh.  19. 

waruR  328,  anm.  1;  anh.  41. 

was  120;  460,  anm.  2;  anh.  38. 

ivapi  anh.  37. 

welatíautíe  176,  anm.  2;  332,  anm.  1 ; 
anh.  3. 

wel(a)?í[aju(í[sj  anh.  34. 

wif^Jju  457,  anm.  1 ;  anh.  20. 

Wila^a^  291,  anm.  1  (u.  nachtr.  da- 
zu s.  269);  anh.  22. 

tviliR  462,  anm.  1 ;  anh.  48. 

[wijt  393,  anm.  1;  anh.  19. 

witab'ahalaif/an  119;  332,  anm.  3; 
anh.  42. 

WiwaR  253;  1 ;  291,  anm.  1 ;  anh  42. 


Wiivila  253,  1;  332,  anm.  1;  anh.  47. 
wllhakurne  291,  anm.  4;  anh.  40. 
Wotiuritie  291,  anm.  4;  anh.  42. 
worahto  117,  2;    119;   460,  anm.  1  ;; 

anh.  42. 
wraita  291,  anra.  5;  anh.  26. 
wrta  117,  2  u.  anm.  \;  460,  anm.  1 

anh.  10. 
wurte  118;  460,  anm.  2;  anh.  40. 
þaia^  398,  anm.  1 ;  anh.  1 6. 
þaliR  320,  anm.;  anh.  4.   • 
þaR  (68,  2);  398,  anm.  1;  anh.  8. 
pat  398,  anm.  1  ;  anh.  3;  5. 
þewaR  253,  1  ;  291,  anm.  1 ;  anh.  44. 
prawwan  332,  anm.  2;  anh.  38. 
prijoR  376,  anm,  1 ;  anh.  42. 
puwoR  308,  anm.  2;  anh.  42. 


Nachträge  (vgl.  s.  268  f.): 

§  6  anm.  füge  hinzu :  K.  B.  Wiklund,  Die  nordischen  lehnwörter  in 
den  russisch-lappischen  dialekten  (in  Suomalais-ugrilaisen  Seuran  Aika- 
kauskirja,  Journal  de  la  Société  finno-ougrienne)  1892.  —  §  16  f.  füge 
hinzu:  H.  S.  Falk,  Oldnorsk  læsebog,  Kra.  1889  (sehr  gut).  —  §  429  anm 
üge  hinzu :  Selten  kommt  inf.  hata  (vgl.  §  57,  anm.  4)  statt  heita  vor. 


Halle  a.  S.,  Druck  von  ErJiardt   Karras. 


n 


Aus  dem  Verlag 


von 


MAX  NIEMEYER 


m 


Halle  a.  S, 


'O'-^-^'O  ^  O'-^^^-'O — 


Neudrucke  deutscher  Litteraturwerke   des  XVI.  u.  XVII.  Jahr- 
hunderts. 
Altdeutsche  Textbibliothek. 
Altnordische  Sagabibliothek. 
Altnordische  Textbibliothek. 
Quellenschriften  zur  neueren  deutschen  Litteratur. 
Sammlung  kurzer  Grammatiken  germanischer  Dialekte. 
Materialien  für  das  neuenglische  Seminar. 
Pseudo  -  Shakespearian  Pla3s. 
Romanische  Bibliothek. 
Sammlung  geschichtlicher  Quellenschriften. 


□ 


Ausgegeben    im    Mai   1892. 


Neudrucke  deutscher  Litteraturwerke 
des  XVL  u,  XVIL  Jahrhunderts, 

Herausgegeben  von 
Prof.  Dr.  W.  Braune  in  Heidelberg. 

kl.  80. 
Bis  Mai  1892  erschienen  folgende  Bändchen  å  60  ^. 

Bei  Bestelliingen  genügt  AngaBe  der  hinter  flei  Titel  verzeiclineten  Nnmnieni. 

Albert  Heiuricli  siehe  „Königsberger  Dichterkreis". 

Bergreilien.  Ein  Liederbuch  des  XVI.  Jahrhunderts.  Nach  den  vier 
ältesten  Drucken  von  1551,  1533,  1536  und  1537  herausgegeben  von 
John  Meier.     1892.    XVI  u.  122  S.     No.  99  —  100. 

Doctor  Faust  siehe  „Volksbuch  von  Doctor  Faust". 

Ferdinand  II.,  Erzherzog  von  Tirol,  Speculum  vitae  humanae.  Ein 
Drama.  (1584.)  Nebst  einer  Einleitung  in  das  Drama  des  XVI.  Jahr- 
hunderts. Herausgegeben  von  Jacob  Minor.  1889.  LII  u.  64  S. 
No.  79-80. 

Fiscliart,  Johann,  Aller  Praktik  Grossmutter.  (1572.)  Herausgegeben 
von  W.  Braune.     187G.    VI  u.  32  S.    No.  2. 

Der  Flöhhaz.    (1573.)    Herausgegeben  von  C.  Wende  1er.     1877. 

X  u.  71  S.    No.  5. 

Geschichtklitterung  (Gargantua).   Herausgegeben  von  A.  Als  leben. 

Erste  Hälfte.     1887.    XXVIIL  u.  242  S.    No.  65  — 71. 

v.  Grimmeishausen,  H.  J.  Chr.,  Der  abenteuerliche  Simplicissimus.  Ab- 
druck der  ältesten  Originalausgabe.  (1669).  Herausgegeben  von  R. 
Koegel.     1880.    XXXII.  u.  391  S.     No.  19—25. 

Gryphins,  Andreas,  Horribilicribrifax.  Scherzspiel.  (1663.)  Herausge- 
geben von  W.  Braune.     Zweiter  Druck.     1883.     90  S.     No.  3. 

—  —    Peter    Squenz,    Schimpfspiel.      (1663.)      Herausgegeben   von    W. 

Braune.     1877.     VI  u.  42  S.     No.  6. 
Sonn-  und  Feiertags -Sonette.    (1639  u.  1683.)    Herausgegeben  von 

Dr.  Heinrich  Welti.     1883.     XXu.   114S.     No.  37/38. 

Hayneccins,  Martin,  Hans  Pfriem  oder  Meister  Kecks.  Komödie.  (1582.) 
Herausgegeben  von  Th.  Raehse.     1882.    VIII  u.  85  S.    No.  36. 

Hollonius,  Ludwig,  Somuium  vitae  humanae.  Ein  Drama.  1665.  Heraus- 
gegeben von  Franz  Spengler.     1891.  VI.     73  S.     No.  95. 

Das  Endinger  Judenspiel.  Herausgegeben  von  Karl  v.  Amira.  1883, 
102  S.    No.  41. 

Gedichte  des  Königsberger  Dichterkreises  aus  Heinrich  Alberts  Arien 
und  musicalischer  Kürbshütte.  (1638 — 1650.)  Herausgegeben  von  L. 
H.Fischer.     1883.     XLVIII  u.  303  S.     No.  44— 47. 

Heinrich  Albert.  Musik -Beilagen  zu  den  Gedichten  des  Königs- 
berger Dichterkreises.  Herausgegeben  von  R  ob.  Eitner.  1884. 
20  S.    No.  48. 

Krüger,  Bartholomäus,  Hans  Ciawerts  Werckliche  Historien.  (1587.) 
Herausgegeben  von  Th.  Raehse.     1882.    XXIV  u.  70  S.    No.  33. 

Lauremberg,  Johann,  Niederdeutsche  Scherzgedichte.  (1652.)  Mit  Ein- 
leitung, Anmerkungen  und  Glossar  von  Wilh.  Braune.  1879.  XXII 
u.  120  S.     No.  16/17. 

Das  Lied  vom  Hürnen  Seyfried  nach  der  Druckredaction  des  16.  Jahr- 
hunderts. Mit  einem  Anhang:  Das  Volksbuch  vom  gehörnten  Sieg- 
fried, nach  der  ältesten  Ausgabe  (1726.)  herausgegeben  von  Wolf- 
gang  Golther.     1889.    XXXVI  u.  95  S.    No.  81— 82. 


MAX  NIEMEYEll,  Verlagsbuchhandlung,    Halle  a.  S. 


Luther,  Martin,  An  den  christlichen  Adel  deutscher  Nation  von  des 
christlichen  Standes  Besserung.  (1520.)  Herausgegeben  von  Wilh. 
Braune.     1877.    80  S.    No.  4. 

Sendbrief  an  Papst  Leo  X.  Von  der  Freiheit  eines  Christen- 
menschen. Warum  des  Papsts  und  seiner  Jünger  Bücher  von  D.  Martino 
Luther  verbrannt  seien.  Drei  Reformationsschriften  aus  dem  Jahre 
1520.     Herausgeg.  von  J.  K.  F.  Knaake.    1879.   XII  u.  54  S.    No.  18. 

Wider  Hans  Worst.    (1541.)    Herausgegeben  von  J.  K.  F.  Knaake. 

1880.     VI  u.  74  S.     No.  28. 

—  —    Von  der  Winkelmesse  und  Pfaffenweihe.    (1533.)    Herausgegeben 

von  G.  Kawerau.     1883.    X  u.  76  S.    No.  50. 

-  —    Ein  schöner  Dialogus   von  Martino  Luther  und  der  geschickten 

Botschaft  aus  der  Hölle.  (1523.)  Herausgegeben  von  L.  Enders. 
1886.     IV  u.  29  S.     No.  62. 

Von  den  guten  Werken  (1520).  Aus  der  Originalhandschrift  heraus- 
gegeben von  Nie.  Müller.     1891.    XII.  u.   111.    No.  93—94. 

Liither's  Fabeln  nach  seiner  wiedergefundenen  Handschrift,  herausgeg. 
imd  eingeleitet  von  Ernst  Thiele.  Mit  einem  Facsimile.  Ib8s. 
XVI  u.  19  S.    No.  76. 

Luther  und  Emser.  Ihre  Streitschriften  aus  dem  Jahre  1521.  Heraus- 
gegeben von  Ludwig  Enders.  Band  I  (Flugschriften  aus  der  Re- 
formationszeit.   VIII.)     1889.    VIII  u.  152  S.    No.  83-84. 

Band  II  (Flugschriften   aus  der  Reformationszeit.    IX.)    1891.    XII 

223  S.     No.  96  — 98. 

Muruer,  Thomas,  Schelmenzunft.  Nach  den  beiden  ältesten  Drucken 
herausgegeben  von  Ernst  Matthias.    XII  u.  73  S.    No.  85. 

Opitz,  Martin,  Buch  von  der  deutschen  Poeterei.  (1624.)  Herausgegeb. 
von  W.  Braune.     Zweiter  Druck.     1882.     60  S.     No.  1. 

Puschmann,  Adam,    Gründlicher  Bericht   des   deutschen  Meistersanges. 

(1571.)   Herausgegeben  von  Rieh.  Jonas.    1888.    X  u.  47  S.    No.  73. 
Reuter,  Christian,   Schelmuifsky.    Abdruck  der  vollständigen  Ausgabe. 

(1696/1697.)     Herausgegeben   von    A.    Schullerus.      1885.    XIV  u. 

129  S.     No.  57/58. 

Schelmuffsky.  Abdruck  der  ersten  Fassung.  (1696.)  Herausge- 
geben von  A.  Schullerus.     1885.     IV  u.  57  S.     No.  59. 

Die  ehrliche  Frau,  nebst  Harlequins  Hochzeit-  und  Kindbetterinnen- 

schmaus.  Der  ehrlichen  Frau  Schlampampe  Krankheit  und  Tod.  — 
Lustspiele.  1695.  1696.  Herausgegeben  von  Georg  Ellinger.  1890. 
XXII  u.  142  S.     No.  90-91. 

Rotmanu,  Bernhard,  Restitution  rechter  und  gesunder  christlicher  Lehre. 
Eine  Wiedertäuferschrift.  (Münster  1534.)  Herausgegeben  von  An- 
dreas Knaacke.  1S88.  XI  u.  114  S.  (Flugschriften  a.  d.  Refor- 
mationszeit VII.)    No.  77—78. 

Riuckhart,  Martin,  Der  Eislebisclie  Christliche  Ritter.  Ein  Reformatious- 
spiel.  (1613.)  Herausgegeben  von  Karl  Müller.  1884.  XVI  u. 
108  S.     No.  53—54. 

Sachs,  Hans,  Sämmtliche  Fastnachtspiele.  In  chronologischer  Ordnung 
nach  den  Originalen  herausg.  von  Edmund  Goetze.    7  Bändchen. 

1 .  B  ä  n  d  c  h  e  n.    Zwölf  Fastnachtspiele  aus  den  Jahren  1 51 8—1 539.    1 8S0. 
XIII  u.  159  S.     No.  26—27. 

Inlialt:  1.  Von  der  Eigenscliaft  der  Lielte.  *2.  Das  Jlofgesind  Veneria.  3.  Klag, 
Antwort  und  Urteil  zwischen  J^'rau  Armut  und  IMuto.  4.  Das  l)ose  Weib.  5.  Buhler, 
Spieler  und  Trinker.  6.  Der  ungeratene  Solin.  7.  Der  Karge  und  Milde.  8.  Der 
Ji'ürwitz.  9.  Die  sechs  Klageiulen.  10.  Die  llockenstul)e.  11.  Das  Narrenschneiden. 
12.  Das  rachenholen  im  dcutacheu  Ilof. 


MAX  NIEMEYER,  Verlagsbuchhandlung,  Halle  a.  S. 


2.  Bändchen.     Dreizehn  Fastnachtspiele  aus   den  Jahren  1539—1550. 
1881.    XII  u.  152  S.    No.  31—32. 

lull  alt:  13.  Die  fünf  elenden  Wanderer.  14.  Der  Heuchler.  15.  Das  Krapfeuholen. 
16.  Der  schwangere  Bauer.  17.  Die  Lasterarznei.  18.  Der  Teufel  mit  dem  alten 
Weib.  19.  Der  Kaufmann  mit  den  alten  Weibern.  20.  Der  Nasentanz.  21.  Der 
gestohlne  Fastnachthahn.  22.  Der  fahrende  Schüler  im  Paradies.  23.  Der  junge 
Kaufmann  Nicola  mit  seiner  Sophia.  24.  Frau  Wahrheit  will  Niemand  herbergen. 
25.   Der  Bauer  mit  dem  Kuhdieb. 

o.  Bändchen.    Elf  Fastnachtspiele  aus  den  Jahren  1550 — 1551.     1883. 
XIX  u.  145  S.     No.  39—40. 

Inhalt:  26.  Von  Josef  und  Melisso ,  auch  König  Salomon.  27.  Das  Wildbad.  28. 
Der  böse  Rauch.  29.  Die  drei  Studenten.  30.  Zwischen  dem  Gott  Apollo  und  dem 
Römer  Fabio.  31.  Der  halbe  Freund.  32.  Der  unersättliche  Geizhunger.  33.  Der 
bodenlose  Pfaffensack.  34.  Das  Kelberbrüten.  35.  Die  wählerische  Buhlerei.  36. 
Der  Bauernknecht  will  zwei  Frauen  haben.  37.  Der  fahrende  Schüler  mit  dem 
Teufelbannen.     38.  Das  heisse  Eisen. 

4.  Bändchen.    Elf  Fastnachtspiele  aus  den  Jahren  1550 — 1551.     1883. 
XXII  u.  149  S.    No.  42-43. 

Inhalt:  39.  Von  der  verunglückten  verschwatzten  Buhlschaft.  40.  Der  Partecken- 
sack. 41.  Der  gestohlne  Pacheu.  42.  Der  Bauer  in  dem  Fegefeuer.  43.  Die  listige 
Buhlerin.  44.  Das  Gespräch  Alexandri  Magni  mit  dem  Philosophen  Diogenes.  45. 
Der  stark  Eifersüchtige,  der  sein  Weib  Beichte  höret.  46.  Das  Weib  im  Brunnen. 
47.  Der  Tyrann  Dionysius.  48.  Die  Reichstage  Deutschlands.  49.  Das  böse  Weib 
mit  Worten,  Kräutern  und  Steinen  gut  zu  machen.  50.  Der  verdorbne  Edelmann 
mit  dem  weichen  Bett,  das  Kaiser  Augustus  kaufen  wollte. 

5.  Bändchen.    Elf  Fastnachtspiele  aus  den  Jahren  1553—1554.     1884. 

XV  u.  151  S.    No.  51—52. 

Inhalt:  51.  Der  Eulenspiegel  mit  den  Blinden.  52.  Wie  Gott,  der  Herr,  Adams  und 
Evas  Kinder  segnet.  53.  Der  Ketzermeister  mit  den  vielen  Kesseln  Suppe.  54.  Der 
Bauer  mit  dem  Plerr  (Nebel  vor  den  Augen).  55.  Der  schalkhaftige  Bauernknecht. 
56.  Die  Bürgerin  mit  dem  Domherrn.  57.  Die  verschlagene  Kupplerin  mit  dem 
Domherrn.  58.  Eulenspiegel  mit  der  Pfaifen- Kellnerin  und  dem  Pferd.  59.  Der 
Rossdieb  zu  Fünsing  mit  den  tollen  Bauern.  60.  Der  tote  Mann.  61.  Das  weinende 
Hündlein.     62.  Der  alte  Buhler  mit  der  Zauberei. 

6.  Bändchen.      Zwölf  Fastnachtspiele    aus    den    Jahren    1554 — 1556. 
1886.    XIV  ü.  164  S.     No.  60—61. 

Inhalt:  63.  Die  wunderlichen  Männer  gut  zu  machen.  64.  Der  liederliche  Mann  mit 
dem  mürrischen  jungen  Weib.  65.  Der  Pfarrer  mit  seinen  ehebrecherischen  Bauern. 
66.  Der  Krämerskorb.  67.  Sanct  Peter  vergnügt  sich  mit  seinen  Freunden  unten 
auf  Erden.  68.  Der  Kampf  zwischen  Frau  Armut  und  Frau  Glück.  69.  Der  blinde 
Mesner  mit  dem  Pfarrer  und  seinem  Weibe.  70.  Der  Tod  im  Baumstumpf.  71. 
Disputation  zweier  Philosophen,  ob  es  für  einen  Weisen  besser  sei  zu  heiraten  oder 
ledig  zu  bleiben.  72.  Eulenspiegel  mit  dem  Pelzwaschen.  73.  Der  Knabe  Lucius 
Fapirius  Cursor.     74.  Die  kuppelnde  Schwiegermutter  mit  dem  alten  Kaufmann. 

7.  Bändchen.    Elf  Fastnachtspiele  aus  den  Jahren  1557 — 1560.     1887. 

XVI  u.  167  S.    No.  63—64. 

Inhalt:  75.  Der  Neidhart  mit  dem  Veilchen.  76.  Der  Teufel  nahm  ein  altes  Weib. 
77.  Eulenspiegel  mit  dem  blauen  Tuche  und  bem  Bauern.  78.  Eine  Klage  über  den 
Wucher  und  Fürkauf.  79.  Der  Bauer  mit  dem  Saffran.  80.  Der  mit  dem  Füllen 
schwangere  Bauer.  81.  Der  spielsüchtige  Reiter.  82.  Die  zwei  Gefattern  mit  dem 
Zorn.  83.  Der  Doctor  mit  der  grossen  Nase.  84.  Die  junge  Witwe  Francisca  ,  die 
durch  eine  List  sich  zweier  Buhler  entledigte.     85.    Esopus,  der  Fabeldichter. 

Sachs  7  Hans  9  Der  hürnen  Seufried.  Tragödie  in  sieben  Acten.  Zum 
ersten  Male  nach  der  Handschrift  des  Dichters  herausgegeben  von 
Ed.  Götze.     1880.    VIII  u.  42  S.    No.  29. 

Sandriib,  Lazarus,  Delitiae  historicae  et  poeticae,  das  ist:  Historische 
und  poetische  Kurzweil.  (1618.)  Herausgegeben  von  G.  Milchsack. 
1878.     IV  u.  154S.     No.  10-11. 

Scheidt,  Kaspar,  Friedrich  Dedekinds  Grobianus.  (1551.)  Herausgege- 
ben von  G.  Milchsack.     1882.    XXXIII  u.  143  S.    No.  34-35. 

Schultz,  P.,  und  Chr.  Hegendorf,  Zwei  älteste  Katechismen  der  luthe- 
rischen Reformation.  Neuherausg.  v.  G.  Kawerau.  J891.  59  S.  No.  92. 

Schupp,  Joh.  Balthasar,  Der  Freund  in  der  Not.  (1657.)  Herausgege- 
ben von  W.  Braune.     1878.     VII  u.  63  S.     No.  9, 


MAX  NIEMEYER,  Verlagsbuchhandlung,  Halle  a.  S. 


Schwieger,  Jacob,  Geharnschte  Venus.  (1660.)  Herausgegeben  von  Th. 
Raehse.     1888.    XVIII  u.  154  S.    No.  74— 75. 

Thym,  (x«org,  Gedicht  Thedel  von  Wallmoden.  Herausgegeben  von 
Paul  Zimmermann.     1888.    XVI  u.  68  S.     No.  72. 

Till  Eiileiispiegel.  Abdruck  der  Ausgabe  vom  Jahre  1515.  Herausge- 
geben von  Hermann  Knust.     1885.     XXIll  u.  145  S.    No.  55— 56. 

Vcnusgärtleiu.  Ein  Liederbuch  des  XVII.  Jahrhunderts.  Nach  dem  Druck 
von  1656  herausg.  von  Max  Freih.  v.  Waldberg.  1890.  XII  u.  223  S. 
No.  86—89. 

Das  Volksbuch  von  Doctor  Faust.  (15S7.)  Herausgegeben  von  W. 
Braune.     1S7S.    XXI  u.  140  S.    No.  7-8. 

Waldis  Burkard,  Der  verlorne  Sohn,  ein  Fastnachtspiel.  (1527.)  Heraus- 
gegeben von  G.  Milchsack.     1881.    X  u.  76  S.    No.  30. 

Ergänzungsheft  zu  No.  30.    Burkard  Waldis  nebst  einem  Anhange : 

Ein  Lobspruch   der  alten  Deutschen  von  Burkard  Waldis.    Heraus- 
gegeben von  G.  Milchsack.     188L     50  S. 

Streitgedichte  gegen  Herzog  Heinrich  den  Jüngern  von  Braun- 
schweig. (1542.)  Herausgegeben  von  Fr.  K  old e  w ey.  1883.  XVI.  u. 
46  S.     No.  49. 

Weise,  Christian,  Die  drei  ärgsten  Erznarren  in  der  ganzen  Welt.    Roman. 

(1673.)     Herausg.  von  W.  Braune.    J878.    XVI  u.  228  S.    No.  12—14. 
Zinkgref ,    Julius  Willielm ,   Auserlesene    Gedichte   Deutscher  Poeten. 

(1624.)    Herausgegeben  von  W.  Braune.   1879.  XIIu.  65S.    No.  15. 


Altdeutsche  Textbibliothek. 

Herausgegeben  von 

H.  Paul. 

kl.  8«. 

No.  L    Die   Gedichte  Walthers   von   der  Vogelweide.     Heraus- 
gegeben von  H.  Paul.     1882.     IV  u.  199  S.  Jk  1,80 

Gregorius    von   Hartmann   von   Aue.      Herausgegeben   von 
H.  Paul.     1882.    XIV  u.  103  S.  Ji  1,00 

Der  arme   Heinrich   von   Hartmann  von  Aue.    Herausge- 
geben von  H.  Paul.     1882.     VII  U.  40  S.  Ji  0,40 

Heliand.  Herausg.  von  0.  B  eh  a  ghel.  1882.  XVI  u.  225  S.  Ji%\SS 

Kudrun.     Herausg.  vonB.  Symons.  1883.  VII u.  306  S.    Jk  2,80 

König  Rother.    Herausgegeben  von  K.  v.  Bahder.     1884.    IV. 
u.  162  S.  Jk  1,50 

Reinhart   Fuchs.     Herausgegeben   von  K.  Reissenberger. 
1886.     IV  u.  111  S.  Jk  1,20 

Reinke  de  vos.    Herausgegeben  von  Fr.  Prien.    Mit  2  Holz- 
schnitten.    1887.     LXXIV  u.  273  S.  Jk  4,00 

No.  9.    König   Tirol,    Winsbeke    u.    W  ins  bek  in.      Herausgegeben 
von  Albert  Leitzmann.     1888.     IV  u.  60  S.  Jk  0,80 

No.  Ii».    Kleinere  Deutsche  Gedichte  des  XI.  und  XII.  Jahrliunderts. 
Herausgegeben  von  Albert  Waag.    1890.   XLlu.  164S.      Jíí  2,00 


No. 

2. 

No. 

3. 

No. 

4. 

No. 

5. 

No. 

6. 

No. 

7. 

No. 

8. 

MAX  NIEMEYER,  Verlag^sbuchhandlung,  Halle  a.  S. 


Altnordische  Sagabibliothek. 

Herausgegeben  von 

Gustaf  Cederschiöld,   Hugo  Gering  und  Eugen  Mogk. 

kl.  80. 
Bd.  I.    Ar  e s  I s  1  ä n  d e r b u cli.   Herausgegeben  von  W o  1  f g an g  G  olth er. 
1S92.     XXVIII  u.  46  S.  '        Jk  1,()0 


Altnordische  Textbibliothek. 

Herausgegeben  von  E.   IVI  0  g  k. 

kl.  8«. 

No.  1.  Gunnlaugssaga  Ormstungu.  Mit  Einleitung  und  Glossar 
herausgegeben  von   E.  Mogk.     188G.     XX  u.  59  S.  Ji  1,60 

No.  2-8.  Eddalieder.  Altnordische  Gedichte  mythologischen  und 
heroischen  Inhalts.    Herausgegeben  von  F.  J  ó  n  s  s  o  n. 

I.  Gedichte  mythologischen  Inhalts.    1888.    XIV  u.  138S.  ^/á  3,00 

II.  Gedichte  der  Heldensage.     1890.    VIII.  u.  189  S.  Ji  2,00 


Quellenschriften 
zur  neuen  deutschen  Litteratur, 

Herausgegeben  von   A.    B  i  e  I  i  n  g. 

kl    80. 
No.  1.    Gottscheds   Reineke   Fuchs.     Abdruck   der  hochdeutschen 

Prosa-Uebersetzung  vom  Jahre  1752.    1886.   VIII  u.  144  S.    J'á  1,60 
No.  2.    Lebens-Beschreibung  des  Herrn  Gözens  v.Berlichingen. 

Abdruck  der  Original  -  Ausgabe  von  Steigerwald,  Nürnberg  1731. 

1886.    X  u.  111  S.  Ji.  1,60 

No.  8.    P  i  card,   Médiocre    et   rampant   ou   le  moyen  de  parvenir  und 

Encore  des  Ménechmes.     Abdruck  der  ersten  Separat- Ausgaben 

von  1797  u.   1802.     1888.     122  S.  Ji  1,60 


Sammlung  kurzer  Grammatiken 
germanischer  Dialekte. 

Herausgegeben  von  Wilhelm  Braune. 

kl.  8«. 
A.  Hauptreihe. 
Bd.     I.    Gotische   Grammatik   mit  einigen  Lesestücken   und  Wort- 
verzeichniss  von  Wilhelm   Braune.     3.   Aufl.     1887.     135  S. 

Ji  2,40 

Bd.  II.  Mittelhochdeutsche  Grammatik  von  Hermann  Paul. 
8.  Aufl.     1889.     169  S.  Ji  2,60 

Bd.  III.  Angelsächsische  Grammatik  von  Ed.  Sievers.  2.  Aufl. 
1886.     228  S.  -^  4,2f» 

Bd.  IV.  Altnordische  Grammatik  I.  Altisländische  und  Altnor- 
wegische Grammatik  unter  Berücksichtigung  des  Urnor- 
dischen von  Adolf  Noreeu.     1892.    2.  Aufl.    314  S.        J^.  6,00 


MAX  NIEMEYER,  Verla.^sbuchhandlung,  Halle  a.  S. 


Bd.  V.  Althochdeutsche  Grammatik  von  Wilh.  Braune.  2.  Aufl. 
1891.  Jk  5,20 

Bd.  VI.  Altsächsische  Grammatik  von  0.  Behaghel  und  J.  H. 
Gallee.  I.  Hälfte:  Laut-  u.  Flexionslehre  bearbeitet  von 
J.  H.  Gallee.     1891.    X.  116  S.  Jk  2.00 

B.    Ergänzungsreihe. 

Bd.  I.  Nominale  Stammbildungslehre  der  altgermanischen  Dialekte 
von  Friedrich  Kluge.     188().     108  S.  Jil.K'A) 


Materialien  für  das  neuenglische  Seminar. 

Mit  bibliographischem  Material,  litterarischer  Einleitung  und 
sachlichen  Anmerkungen  für  Studierende 

herausgegeben  von    Ernst   Regel. 

8". 

Bis  jetzt  sind  erschienen: 

No.  1.  Thackeray's  Lectures  on  the  English  Humourists  of 
the  eighteenth  Century.  1.  Swift.  Herausgegeben  von 
Ernst -Regel.     1885.     IV  u.  79  S.  Jk  1,20 

No.  2.  Dasselbe.  IL  Con^reve  und  Addison.  Herausgegeben  von 
Ernst  Regel.     1887.     96  S.  J'á  1,20 

No.  ;i  Dasselbe.  III.  Steele.  Herausgegeben  von  Ernst  Regel.  1886. 
84  S.  Jk  1,>0 

No.  4.  Dasselbe.  IV.  Prior,  Gay  u.  Pope.  Herausgegeben  von  Ernst 
Regel.     1891.     104  S.  Ji  1,20 

No.  5.  Dasselbe.  V.  Hogarth,  SmoHet  und  Fielding.  Herausgegeben 
von  Ernst    Regel.     1889.     88  S.  ^á  1,20 

No.  6.  Dasselbe.  VI.  Sterne  und  Goldsniitli.  Herausgegeben  von 
Ernst  Regel.     1885.     100  S.  Jk  1,20 

No.  8.  Byron's  Frisoner  of  ChiHon  und  Siege  of  Corinth.  Her- 
ausgegeben von  J.  G.  C.  Schuler.     1886.     VII  u.  94  S.     Jk  1,20 


Pseudo  -  Shakespearian  Plays, 

Revised   and    edited   with  Introduction  a-nd  Notes  by 
Karl  Warnke  and  Ludwig  Proescholdt. 

I.     The  Comedie  of  Faire  Em.     1883.     8.    XV  u.  63  S.  Jk.  2,00 

IL     The  Merry  Devil  of  Edmonton.     1884.     8.    XVII  u.  61  S.  Jk  2,00 

III.  King  Edward  III.     1886.     8.    XXXIV  u.  92  S.  Ji  2,00 

IV.  The  Birth  of  Merlin.     1887.     8.     XI  u.  86  S.  ^.2,00 
V.     Arden  of  Feversham.     1888.     8.    XXVII  u.  86  S.  J^  3,00 


Romanische  Bibliothek. 

Herausgegeben  von 
Professor  Dr.  Wendelin  Foerster  in  Bonn. 

kl.   8". 
No.  1.    Kristian  von  Troyes,  Cligés.    Textausgabe  mit  Einleitung  und 
Glossar.    Herausg.  von  W.  Foerster.  1889.  Ji\^m 


MAX  NIEMEYER,  Verlagsbuchhandlimg .  Halle  a.  S. 


No.  2.  Die  beiden  Bücher  der  Makkabäe-r.  Eine  altfranzösische 
Uebersetzung  aus  dem  13.  Jahrhundert.  Mit  Einleitung,  Anmer- 
kungen und  Glossar  zum  ersten  Male  herausgegeben  von  Dr. 
Ewald  Goerlich.     1889.  Ji  4,0(» 

Altpro venzalische  Marienklage  des  XIII.  Jahrhunderts. 
Nach  allen  bekannten  Handschriften  herausgegeben  von  Dr.  W'. 
Mushacke.     1890.  Jh.  3,00 

Wis  tasse  le  Mo  ine.  Altfranzösischer  Abenteuerroman  des 
13.  Jahrhunderts  nach  der  einzigen  Pariser  Handschrift  von  neuem 
herausg.  von  W.Förster  u.  Johann  Trost.     1891.  ./(i  3,00 

Kristian  von  Troyes,  Yvain.  Neue  verbesserte  Textausgabe 
m. Einleitung u.  Glossar.  Herausg.  von  W.  Foerster.  1891.  Ji  4,00 

Das  Adamsspiel.  Anglonormannisches  Gedicht  des  XII.  Jahr- 
hunderts mit  einem  Anhang:  Die  fünfzehn  Zeichen  des  jüngsten 
Gerichts.  Herausgegeben  von  Dr.  Karl  Grass.  1891.  J'á  4,00 
Walter  von  Arras,  Sämmtliche  Werke.  I.Band:  Ille  und 
Galeron.   Herausgegeben  von  W.  Foerster.     1891.  ^á  7,00 

Bertran  von  Born.   Herausg.  von  A.  St  im  min  g.  1892.   Ji  4,60 


No. 

3. 

No. 

4. 

No. 

5. 

No. 

(). 

No. 

7. 

No. 

8. 

Sammlung  geschichtlicher  Quellenschriften 

zur  neusprachlichen  Lektüre 

unter  fachgenössischer  Mitwirkung  herausgegeben  von 

Dr.  Friedrich  Perle. 

kl.  8^ 

1.  Mémoires  du  Duc  de  La  Rochefoucauld.    [le^^e  et  II  e  Partie  (1624 
1649).]     Suivis    du   Portrait   fait  par  lui-meme.     Herausgegeben  und 
erklärt  von  Oberlehrer  Dr.  F.  Hummel.  Ji  1,20 

2.  Briefe  zur  französischen  Revolution.  [Briefe  Ludwigs  XVI., 
Mirabeau's,  La  Fa}  ette's  u.  a.]  Herausgegeben  und  erklärt  von  Ober- 
lehrer Dr.  F.  Perle.  Ji  1,50 

3.*  Mémoires  du  Maréchal  Marmont  Duc  de  Raguse.  Livre  XXI. 
[Die  erste  Restauration  und  die  Hundert  Tage.]  Herausgegeben  und 
erklärt  von  Professor  Dr.  H.  Lam b eck.  j^á  1,50 

4.  Englische  Parlamentsreden  zur  französischen  Revolution.  2.  Aufl. 
[Reden  Pitt's,  Fox'  u.  a.]  Herausgegeben  und  erklärt  von  Oberlehrer 
Dr.  F.  Perle.  Ji  1,50 

6.  Mémoires  du  Marquis  de  Ferrieres.  Livre  X.  [Juni  bis  October 
1791.]    Herausgegeben  und  erklärt  von  Oberlehrer  Dr.  F.  Perle. 

Ji  1,50 

7.  Mémoires  et  Souvenirs  du  Comte  La  Valette.  Tome  I,  chapitre 
4—13.  [April  1794  bis  October  1800.]  Herausgegeben  und  erklärt 
von  Prof.   Dr.  J.  Sarrazin.  Ji  1,50 

8.  Bishop  Burnet's  History  of  his  own  Time.  Aus  Book  IV.  [Die 
Revolution  von  1688.]    Herausgeg.  und  erklärt  von  Director  0.  Petry. 

In   dem   mit  *  bezeichneten  Bändchen   sind   die  Anmerkungen   als  Anhang  beigegeben. 

Demnächst  wird  zur  Ausgabe  gelangen: 

5.  Mémoires  de  Louis  XIV  pour  PAnnée  1666.  Herausgegeben  und 
erklärt  von  Dr.  P.  Voelker. 

••T   Sämmtliche  Ausgaben  erscheinen  in  Ganzleinwand  -  Bänden. 


Druck  von  Ehrhardt  Karras,  Halle  a.  S. 


a^S    co^.    ^eJ^       ^)  M^^  .    f  f  /_  """^ 

"^Zi:^^^-^ .  2  if)  ^-/^A---^  ^' 


{ 


í^rs^  -íly  ;í^/.   í.^.    ;^   .   a{Z4^ó  ./2/^^A^ 


( 


"SeA 


íX/Ky 


^oyyv  . 


/ 
/         ^  ,  ^       'j  l 

ÍÍ,      S^U    -e       trtr/    -eí4-a4H      OÍU/K^ÍI     04.4.^41^.    OiU^l^)-^      ^OAoI. 


o  .  fs    PD  2235  .N65  1892        ^  ^^rift. . 

=.'   '•  ^   ms  ^ 

Noreen,  Adolf,  ^  (^Su/y^"'J 

,.   .    1854-1925.  ^^/r> 

/' •  ^   Alt1sl/)andische  und       ao^ue^ 
I    altnorwegische  ^.  JJ^ 

BAK-8088  (awsk)  __^,  ^A.:^. 

/7/.  4V^(xiYe^.  /i^rÄ^.  iWa  '  ' 

<±   ^  . 

//7  .    ^tw    0,   qrrri-    -CiAxt^í^     oUL-nAA^  (XyiUMA. .  aZ^Ok^A)-.  %isaz. . 

et  \    A  / 

Ul  .,        ..     '  *♦  y  O     "Hack   AAJ 

/'7    ,  nUa^    Hja^U^     2-k      ^